Wschsâââr.
Sonntag -0. Jan. Zweiter Sonntag nach Epiphanie. Fabian, P. u. M. f 250. Sebastian, M.
Monta 1, 21. Jan. 21 ine?, Ja fr. u. M. f 250 in Rom. Meinrad, Einsiedler, f 861 in Einsiedeln.
Dienstag, 22. Jan. Vinzentius u. Anastasius, M.
Mittwoch, 23. Jan. Raymund von Pcnnafort, Bekenner. t 1275 in Spanien. Emcrentiana, Jungfrau u. M. t 250 in Rom.
Donnerstag 24. Jan. Timotheus, Bisch. u. M. f um 90 in Kleinasien.
Freitag, 25. Jan Bekehrung des hl. Paulus. Erwähnung des hl. Petrus.
Samstaa, 28. Jan. Polykarp, Bisch, u. M. f 155 in Smyrna,
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Zwrtter Sonntag nach Eyiphante.
(Eoangel. Joh. 2, 1—12.)
In jener Zeit ward eine Hochzeit gehalten zu Cana rn Galiläa: und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Und als es am Weine geurach, sa te Die Mutter Jesu zu mm: Sie haben keinen Wein. Jesus aber sprach zu ipr Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tuet. Es standen aber da,elvst sechs steinerne Wnsserkrüae zu den bet den Juden üblichen Remi un en, wovon ein jeder zwei bis d ei Matz hielt Jesus sprach zu ihnen- Füllet die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben. Und Jeius sprach zu ihnen.- Schöpfet nun, und bringet es Dem Speisemeisterl Uno sie dra.hten's ihm. Als aber der Speisemeister das Wasser koitete, welches zu Wem geworden war, und nicht wußte, woher das wäre (Die wiener, welche das Wasser geschöpft hatten, wußten es), tief der Spelsemeiüer den Bräutigam, und fpt. ch zu ihm. Jedermann setzt zuerü den outen Wein auf, und Dann, wenn sie genug ar- trunfen Haben, den gelinderen: Du aver hast den guten Wein bis jetzt aufbeivahrt. Diesen Anfang der Wunder machte Jeius zu Cana in Galiläa: und er offenbarte feine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an thu.
Die Mmschelruèe.
der Wünschelrute glaubte man ’m Mittelalter und bis in die Neuzeit, verborgene Quellen und V^/b^^BÄ Schätze zu entdecken. Der Gebrauch der Wünschelrute beruht indes aus Aberglaube. Ich weiß aber ein anderes Mittel, das berechtigte Wün che erfüllt, und das nicht auf Aberglauben, sondern auf dem Wort beS Heilandes beruht: „Bittet, und ihr werdet em« psangeu". 7
riehst du nicht, was Maria, die Mutter Jesu, tm geheimen gewün cht hat und kaum auszu P echen Wagie. 4er Berlegenheit der Biautleuie an der Hochteiistafel zu Kana wollte sie ein Ende niacijen. «<sr>te haben ke nen Wein", hauchte sie ihrem Sohn intgespn. lind im Handuindiehen war der Wunsch ar Tat aeworden. Aus den steinernen Krügen, die
Handhaben auch wir die „Wünschelrute": nehmen wir die Zuflucht zum Gebete. Du hast das Recht, in beten, zu beten im stillen Kämmerlein, zu beten in der breiten Oeffentluhkeit, zu beten und zu opfern beim gemein amen Gottesdienst inmitten des Volkes und der Gemeinde. Du hast ein Recht, daß auch deine Kinder Religionsunterricht erhalten, in der katholischen Glaubens- und Sittenlehre unlerwiesen und zu den Uebungen unserer hl. Religion anger halten werden. Wachet über diese Rechte, ihr christlichen Eltern, und schickt auf die Rathäuser uni i« die Parlamente Männer mit einem warmkatholischep Herzen und einer eisernen Stirne.
Du hast die Ehre zu luen. Ist es nicht ein« Ehre, mit weisen und mächtigen Männern zu verkehren ? Im Gebete aber verkehren wir mit Gott, der Quelle der Weisheit, dem König des Himmels ; und der Erde. Wild nicht ein Strahl von seiner i Schönheit, Heiligkeit, Weisoett und Macht auch auf» ! dein Haupt sich ergießen, wenn du betest? Hat nicht ! des Moies Antlitz geleuchtet, wenn er von der Unterredung mit Golt zun'ickiehrte? „Das schönste und beste, was ein verständiger Mann tun kann und was die Glückseligkeit seines Leb"ns am meisten fördert, tit, daß er durch das Gebet fortwährend in Gemeinschaft mit dem Himmel tritt", sagt schon der heidnische Philo oph Plato.
oeben mit Purem Wasser waren gefüllt worden, floß »er edelste Wein.
Die „Wünschelrute" war zu allen Zeiten und bei allen Völkern im Gebrauche. Besonders gui oerstanden sich die Israeliten auf ihre Anwendung und haben damit manche Vergünstigung dec Allmacht Gottes gleichsam abgetrotzt. Beispiele dafür bietet der Psalm 106, den wir wegen seiner Größe in drei Strophen einteilen müssen; für heute genügt die erste Strophe.
Psalm 106, 1. Cell: Hilfe durch Gebet.
1, Lobsingt Dem Herrn, denn er ist gütig, Und ewig ivähret.seh. Erbarmen.
2. Vom Feinde bat er uns errettet Und au-erwählt zu seinem Volke:
8. Vom Aufgang bis zum Untergänge, Vom Norden bis zum fernen Südmeer.
4. Die Väter irrten in der Wüste, Die Ruhstatt tonnten sie nicht finden.
5. Gequält vom Hunger und vom Durste, > Beschlich der Kleinmut ihre Seele.
6. Da schrien sie zum Herrn um Hilfe, Der sie befreite aus den Nöten,
7. Er füörte sie auf rechtem Wege Zur Stadt der heitzersehnten Ruhe.
8. Verkündet laut des Herrn Erbarmen, Macht kund Die Werke feiner Allmacht.
9. Er stärkte ihre müden Seelen, Er stillte ihren Durst und Hunger,
10. Sie fassen dort im Todesschatten, 2n Hungerqual und Urrkerketten.
11. Sie schmähten Gottes heil te Worte, Verhöhnten seinen weisen Ratschluß.
12. Gott schickte ihnen Not und Trübsal, Und fern von ihnen war der Retter.
13. Zum Bernt sie schrien in ihrer Trübsal, Uno ihrer Not macht' er ein Ende,
14. Er führte sie aus Finsterniffen, Entwand sie ihren Kerkerketten.
Zwei große Nöten hat der Psalmist im Auge, Hungersnot und Gefangenschaft:
Sie saßen Dott im Todesschatten, In Hungersnot und Kerkerketten.
Solche und ähnliche Plagen widerfuhren dem Volke in Aegypten, auf der vierzigjährigen R.iie durch die Wüste und später bei der babylonischen und assyrischen Gefangenschaft. Doch der Herr hat dem Hunger ein Ende gemacht, die Kelten gelöst, den Kerker geöffnet und dem Volke die goldene F>ei- >eit geschenkt. Das Volk schrie eben in einer No zum Herrn, und diesem Notschrei konnte das Ohr Der göttlich» n Barmherzigkeit nicht länger widerstehen. All die Wünsche, die das Volk unter Dänen am Throne Gottes niederlegte, hat der Alleil öchst» gnädig erfüllt. Den Bitten eines tiefgebeugten, ichmerzzermalmlen, hoffnungsfrohe» Volkes L- der Herr nicht widerstebe».
Tu hast dir Pflicht, zu beten. Darüber laß dich nicht vom Spott eines „aufgeklärten" Arbiters belehren, sondern vom Miind deines Heilandes: „Ich sage euch, ihr sollt allzeit beten und darin nicht nachlassen". Daß aber auch die Männer beten müffen, hat Sankt Paulus uns eingeschärft mir den Worten : „Ich will, daß die Vlänner allerwärts beten". Al o soll man nicht bloß in der Küche beten, sondern auch daheim und auf dem Feld uno bei der Aibeit und im Wirtshaus. Ein vielgelesener Schriftsteller erzählt folgendes Vorkommnis: In euiem Gasthaus im Rheinland speisten zwei kath. Priester zil Vlil- tag. Als sie vor dem Essen beteten, verspotteten sie einige junge Herren. Nachdem die Geinlichen ihr Gebet beendet, klopfte der eine ans Glas, bat um Ruhe und iprach: »Ich bin der Kardmalfürstcrzlnschof von Wien und mein Nachbar ist ein Domherr. Wir sind von unsern Ällütiern gelehrt worden, vor dem Essen zu beten. Ich habe aber bemerkt, daß dies bet einigen Herren Anstoß erregt hat. Sollte Die Mehr eit der' Tischgesellschaft darin einig sein, dav wir mit Gebet und Kreuszeichen nicht zu ihr passen, dann gehen ivir an einen andern Ti>ch". Die Spötter verließen alsbald den Saal. Beien wir alw tret von Menfchenfurcht und machen nur aus un« erer Ueberzeugung nirgends ein Hehl. Nur immer oeraus mit der Wünschelrute, und wir ftudeii de» Leg zu Jesus, zu seiner Hilfe, zu seinem Beistand. Und wenn eS stürmt im Leben: noch ist der Heiland da. Und gibt es schwere Zeiten: der Heiland »t uns nah. Wir sollen aufwärts schauen, auf feine Allmacht bauen
Der Burgpfarrer.