Nr. I
UaW. den 6 Januar 1923.
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34* Jahrg. ^
wochep'ra?entzer.
Sonntag, 0. Jan. Fest der Erscheinung des Herrn (Drelkönig)
Monta,:, 7, Jan. Von der Oktav von Dreikönig Reinhold, Patron der (Steinmetzen, f 960 in Köln
Dienstag, 8. Jan, Von der Oktav. Erhard, Bischof von Regensburg, f um 700.
Mittwoch, 9. Jan. Von der Oktav. Julian, M., j 303 Donnerslaa, 10. Jan. Von der Oktav. Agatho, Papst, T 681.
Sreitaa, 11. Fan.
M., f um 143.
Samstan^ 12. Jan.
Von der Oktav. Hyginus, Papst u.
Fest der 61. FaunUe. Ernst, M.
4.
Das Heft Epiphanie.
(Ev. Mâ
Als Jesus geboren war zu Bethlehem (tut Stamme) Juda zur Zeit des Königs Herooes, siege, da kamen Weise aus dem Morgeuiandë nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gese >en und sind gekommen, ihn anzubeten. Als der König Herodes dies hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. Und er versammelte alle Hohenpriester und Schriitgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo Christus geboren werden sollte. Sie aber iprachen zu ihm: Zu Bethlehem (im Stamme) Juda; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Geth- lehem im Lande (des Stammes) Juda. bist kemeswegS bie geringste unter den Zürsten-Siädten Judas; denn aus dir lvird hervorgeheu der Fürst, der mein Volk Israel regieren soll. Da berief Herodes die Weisen heimlich und ersor;chte genau von ihnen die Zeit, da der Stern ihnen erschienen war. Dann sandte er sie nach Bethlehem und sprach- Gehet hin und forschet genau nach dem Kinde: und wenn ihr es gefunden habet, so zeiget mir's an, damit auch ich komme, es an tu beten. Als diese den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Mor entande gesihen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Orte, wo das Kind war, nnkam und still stand. Da
sie aber den Stern sahen,! - tten sie eine überaus große Freude. Und sie gingen in datz Haus, fanden das Kind mit Maria, seiner Mutter, fielen nieder und beteten es an. Sie taten auch ihre Schätze auf und brachten ihm Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhen Und als sie im Schlare durch eine Offendarling oc= ioarnt wurden, daß sie nicht mehr zu Herodes zurück lehren r-"‘- .. .
sollten, zo ien sie auf einem anderen in thr Land zurück.
Wege
wieder
Das Morgenopfer.
ie fielen nieder und beteten das Kind an; sie taten auch ihre Schätze auf uns opferten Gold, Weihrauch und Myrchen".
So schreibt der Evangelist boi
S - - 1 der Anbelung und dem Op er der ;'“, drei Könige, deren Fest mir heute begehen. ?ln- oeten und optern sind die erhabensten Pflichten des
Religiöses Wochenblatt K für die katholischen Gemeinden
Erscheint (eben Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 43 Goldofennig 3 45 Goldpfennig (freibl.) Sebastians schluß Montag. Anzeigen-Preise: Colouelzeile im Anzeigenteil 0,10 Goldmark, Colonelzeile im Reklam-tei. 0,40 Goldm, für Ann.-Exp. : per Zeile im Anzeigenteil 50,— im Reklamete-t 150,— mal Schlüsselzahl des' Ver. deutsch. Zeitungsverl. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off-Geb. 0,10 Goldm. Porto cxira- Anzeigen müßen spätestens bis Momag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda ein
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M enschen gegenüber der Gottheit, und zugleich besteht darin die höchste Würde, zu welcherder Eiden wurm sich aufschwingt.- Dieser Akt der Huldigung ist Gegenstand des freudesprüdenden 94. Psalmes.
Psalm 94: grobe Anbetung.
1. Kommt alle, jauchzt dem Herrn entgegen.
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Laßt uns in Gott frohlocken, jubeln.
Vor Gottes Antlitz laßt uns freien, Das Morgen opfer ihm zu bringen.
Ein großer Gott ist er wahrhaftig, Ein großer König über alte.
Er trägt der Erde fernste Grenzen, ~ âg - f • ' ir. ‘l' . ^;- -" ■
Sem ist das Meer, das er erschaffen. Sein ist das Land, das er gebildet.
6. Laßt vor dem sie rin uns niedersallen
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Und heiße Tränen vor ihm weinen.
Er ist der Herr, ist unser Schöpfer; Wir sind sein Volk und seine Schäflein.
Wenn heute seine Verhärtet ja nicht
So taten treulos Die in der Wüste
Stimm' ihr höret: eure Herzen.
eure Väter, mich versuchten.
Bei ihnen weilt' ich vierzig Jahre, War Zeuge ihres Wankelmutes.
Nicht wandelten sie meine Wege Und irrten stets auf Sünderpfaden.
Da schwur ich denn in meinem Zorne: Nicht geh'» sie ein in meine Ruhe.
Welch große Meinung hat doch der Psalmist vo" Gottes Majestät und Größe. Im Vergleich zu ©oi1 kommen ihm die „Götter" und Könige wie Schauen vor. Gott ist ihm der astmächlige Schöpfer dec Himmels und der Erde, der unumschränkie Herr und Gebieler über Berge und Täler, Länder und Meere. Jegliche Kreatur ist verpflichtet, dem Herrn und Schöpfer Ehre, Anbetung und Huldigung bar« zubringen. Dem Psalmisten selbst ist diese Huldigung liefgefühltes Bedürfnis und herzinnige Freude. Täglich will er hin treten vor Gottes „Antlitz" und t cm Allerhöchsten ein „Morgenvpfer" bringen in Gebeten, Gesängen und Gaben im hl. Zelt. £um Schluß richket der Sänger eine Warnungstafel aus für diejenigen, die sich über Gott und ein Gesetz freventtich "hinwegsetzen und wie die Väter in der Wüste sich gegen ihn empören. Er erinnert an da? schreckUche Gericht, das die Israeliten getroffen, die wegen ihrer Halsstarrigkeit vierzig Jahre lang Den Schrecken der Wüste ausgesetzt waren. So endet bet Ps.üm, der mit Frohlocken begonnen, mit einem jüfteren, drohenden Ausblick. Der hl. Auunsiilius macht dazu die treffliche Bemerkung: „N emanc : eDe in seinem Herzen also: Es ist wahr, was ©on verspricht, aber falsch, was er droht. So wahr ec ist, ivaè er bespricht, ebeino wahr ist auch, was ei orohl. Du mußt eben so sicher lern über Die Ruhe, I Die Seite fett, die Ewigkeit, die Unsterblichkeit, wenn
du seine Gebote hallest als du sicher sein mufft über deinen Untergang, über die Glut des ewigen Feuers, über die Verdammung mit dem Teufel, wenn du seine Gebote verachten."
Auch wir haben als Katholiken di« Pflicht der Anbetung und des Opfers. Und da winlt uns vor allem das „Morgenopfer" der hl. Messe. Es ist v el kostbarer als die Gaben von Golo, Weihrauch und Myrrhen, welche die Könige des Morgenlandes bar* gewacht haben, viel kostbarer als alle Ptalmen, die jemals David ferner Harfe entlockte, viel kostbarer als die H fatomben von Stieren, Böcken und Rindern, die jemals im Tempel zu Jerusalem geschlachtet wurden, ja sogar viel kostbarer als alle
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Zst es ja Christus selber, der Sohn Golles, der im Meßopfer auf den Altar niedersteigt, Christus selber, ber in der hl. Ho lie Platz nimmt, Christus selber, der seinem himmlischen Vater durch Vermittlung des Priesters Anbetung, Lob, Dank und Sühne erweist.
Die hl. Messe ist ein wirkliches und ivahres Opfer, der höchste und erhabenste Gottesdienst des neuen BundcS. Tas erkennen immer mehr auch Die Andersgläubigen und strecken die Hände darnach aus. In London tagte vor einiger Zett der Kongreß Der „Anglo-Katooliken". Es ist das eine Vereinigung von Protestanten Der englischen Hochkirche, die aber in Wirklichkett schon auf der Schwelle der kath, Kirche stehen. Während die Reformatoren ein t in England die hl. Messe mit Feuer und Schwert aus- turohen suchten und jeder messelesende Priester zum Tod verurteilt wurde, ja sogar in die englische Verfassung die Erklälung ausgenommen wurde, „die Messe sei eine oeimalebeite Ab ötier i* — forderte ein Teilnehmer des genannten Kongresses unter dem Beifall der Mitglieder, daß „Die bl. Messe als Mittelpunkt des sozialen Lebens wieder hergestellt werde".
Und ein „Morgenopfer" ist die hl. Messe. Wir Katholiken kennen keine „Abendmesse", unb cs mutet uns fonbeibar an, wenn wir in Berichten Andersgläubiger von einer „Abendmesse" lesen. Die hl. Messe findet allerwärls am hülfen Morgen oder im Verlauf des Vormittages statt. Ist es nicht recht und billig, daß wir beim aroßen Opfer Chrljtt auch selber ein Opfer bringen ? Ein Opfer durch Selbstüberwindung, durch Entziehung des Schlafes, succh Frühaufsleheu? Von Der seligen Saigi, einer Albeiterfrau in Rom, leien wir, daß sie täglich der Äerktagsmesse beiwohnte. Wie war das möglich, oa sie doch eine Haushaltung, Da sie einen Mann und eme Star von Kindern hatte? Eben Dutch per änliche Opier, durch Frü'-anfitehen. Wohlan, machen wir cs Kim Programm, Der hl. Meße möglichst oft und möglichst andächtig beizuwohnen, und mir werden erfahren, wie wahr es in, was ter ) • Leon -ard sagt: „En- einzige hl. Meise ist mehr ivert als Die ganze Welt." „. ,
Der Bur.h'wrrer.