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2S4. Sabvsans

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat OT.l-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag ckZ, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg.. im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. , Ofsertengebühr 50 R-Psg.

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10. Dezember

1928

Das Neueste

Der Zentrumsparleitag in Köln wählte am ! Samstag den Abgeordneten Dr. Kaas zum Bor- : sitzenden der Zentrumspartei.

Zwischen Stresemann und Briand fand gestern in Lugano die erste Fühlungnahme statt. Die Be- i sprechung dauerte über eine Stunde.

Die Reichsregierung Hal gegen die Industrie­spionage der Suretö Protest erhoben.

In dem Befinden des englischen Königs ist

- wieder eine Verschlimmerung eingetreten.

Zwischen Bolivien und Paraguay sind die diplomatischen Beziehungen abgebrochen worden.

M Die Svase

- dsv rresteVunssttmbildnns

Reichskanzler Müller wird lt. Montagspost noch in diejtzr Woche Verhandlungen über die Bildung

der großen Koalition wieder aufnehmen, die vor etwa 10 Tagen mit Rücksicht auf den Ruhreisen- konflikt vertagt werden mußten. Am Mittwoch soll die nächste interfraktionelle Besprechung unter Vorsitz des Reichskanzlers im Reichstage stattfin. den. Hierbei wird das Zentrum zum ersten Male durch den neuen Var"ieiführer Kaas vertreten sein.

Daß die interfraktionellen Besprechungen schon Dy dieser Woche zu greifbaren Ergebnissen als bisher führen sollten, wird in parlamentarischen Kreisen bezweifelt, zumal da von volksparteilicher Seite schon jetzt erklärt wird, daß man die Rück­kehr des Außenministers Stresemann aus Lugano mS'nbwarten möchte, ehe die Fraktion endgültige Be- der Flüsse über die Grundlage und über das Vro- emm der Koalitionsregierung faßt.

-«' **0 W sesen die Sndufiâ-

--- yie Reichsregierung hat, wie dervorwärts" erichket, in Paris und bei der Rheinlandkom- Mniffion Verwahrung dagegen eingelegt, daß die ; Beamten der französischen Geheimpolizei ( Surefé) Mm besetzten Gebiet zu Zwecken der Jndustriespio- MUage verwendet werden.

' I Bews Damisev Vows-

eEMsws evkolskos

Danzig, 9. Dez. Das vorläufige Endergebnis » der Volksabstimmung über die Verfaffungsreform hat für den Gesetzentwurf der bürgerlicher Oppo- x sitionsparteien 73151 Stimmen erbracht. Für den Gesetzentwurf der Koalitionsparteien wurden i 68 489 Stimmen abgegeben. In der Stadt Danzig Wrhielt der Entscheid der ersteren 45 232, der der a^iegievungsparteien 37 407 Stimmen. Es hat somit feiner der beiden Volksentscheide die vorgeschrie- ^Mbene Stimmeizahl von etwa 108 000 Stimmen er» ; seicht.

^WNttKâr möGis rwch das :svoSe nstte Aialkstt Warrstt 'M Rom, 8. Dez. Die letzte Sitzung der Kammer hat ; Meute stattgefunden. Sämtliche Abgeordnete mit . Ausnahme der Anhänger Salandras, Giolittis und ! der wenigen Nationalkatholiken waren im schwar­zen Hemd erschienen, ebenso der Ministerpräsident ; und die Minister. Mussolini wurde eine Huldigungs- ! abreffe überreicht, die von sämtlichen faschistischen -^ Abgeordneten unterschrieben ist. Mussolini ergriff M^^n ^?- Wort zu einer Rede, in der er zunächst - kurz die Errungenschaften des Faschismus auf iWAunerpolitischem Gebiete schilderte und dann die , Bedeutung des neuen Wahlgesetzes besprach. Auch ' das Gebiet der auswärtigen Politik wurde von ihm l .. ^^ berührt. Immer mehr werde jetzt von allen i Seiten vom Frieden geredet. Man habe sogar einen : HKnedensvertrag, nämlich den Kelloggpakt unter» ; schrieben, der so erhaben sei, daß er angeblich als ' überirdisch angesehen werden könne Italien werde - natürlich falls noch andere Friedenspakte kämen, 1 * pe sämtlich unterschreiben. Gewisse Leute behaup- * keten, daß dieser wunderbare Friede nur durch den italienischen Imperialismus gestört werde. Wäh- ; rend aber die ganze Welt derart nur vom Frieden * bewaffneten sich alle Nationen bis zum ; äußersten. Wenn man eine Zeitung aufschlage, lese man nur von neuen Unterseebooten, von neuen ' ?^öern unb anderen Rüstungen Wenn diese Rüstungen bet den anderen Nationen weitergehen sollten, werde er sich verpflichtet fühlen, im Jnter- Sicherheit Italiens gleichfalls mit neuen MlMarforderimgen vor die Kammer zu treten. .Schließlich erklärte Mussolini, daß Italien es sich lange überlege, ob es einer Macht feine Freund- fM^chast schenken solle. Wenn Italien aber einmal U einen Freundschaftspakt abgeschlossen habe, dann Wwerde es sich nicht davon abbringen lassen sondern Mis zum äußersten gehen. Ain Schlüsse seiner Rede - sprach Mussolini den Wünsch aus, daß ihm der MHimmel die Gnade verleihen möge, ihn solange am ULeben zu erhalten, daß feine Augen noch das große ^Mveue Italien schauen könnten. Stürmischer Beifall ^M^nd das Absingen faschistischer Lieder folgten der

Wie Fühlungnahme zwischen Meesemann und Neiand

Lugano, 9. Dez. Der französische Minister des Aeuhern, Briand, hatte Heuke abend mit Reichsautzenminisier Dr. Stresemann am Sitz der deutschen Delegation eine Unter­redung, die fünf Viertelstunden dauerte und in freundschaftlicher Form vor sich ging. Bei dieser ersten Fühlungsnahme wurden außer verschiedenen Punkten der Tagesordnung des Völkerbundsrates, dem Briand präsidieren wird, auch eine Reihe politischer Fragen be­sprochen und vereinbart, die Unterhaltung fortzusehen. Line Viertelstunde nach Verlassen des Hotels kehrte der französische Minister des Aeuhern wieder zurück, um dem englischen Minister des Aeuhern Chamberlain, einen kurzen Besuch abzustatten.

Lugano, 9. Dez. Auf der französischen Delega­tion wird über das Ergebnis der eineinhalbstün digen Aussprache Stresemann-Briand folgendes mitgeteilt: Nachdem die beiden Außerminister über die allgemeine Lage sich unterhalten hatten, gingen sie auf eine Reihe von Einzelheiten ein, die sich auf die Genfer Beschlüsse beziehen. Außenminster Briand wies darauf hin, daß von dem Resul­tat der Verhandlungen des Sachver­ständige-rau s schuss es aller weiteren im Genfer Protokoll angegebenen Fragsn abhängig s e i. Es wurde in diesem Zusammenhang auch über den Rechtsanspruch Deutschlands auf frühere Gesamträumung gespro­chen. Außenminister Briand nahm Gelegenheit, auf die Möglichkeit einer baldigen Räumung der zwei­ten Zone hinzuweisen. Der Eindruck nach dieser ersten Fühlung ist in den französischen Kreisen nicht ungünstig. Doch betont man. daß sich über den weiteren Gang der Verhandlungen nichts bestimm­tes voraussagen ließe.

Nachdem Außenminister Briand Stresemann verlassen hatte, kehrte er ins Hotel Splendid zurück,

Sir Äusten Chamberlain einen Besuch ab, zustatten. Infolge der sichtlichen Uekrermüdung Sir Austel Chamberlains dauerte seine heutige Besprechung mit dem französischen Außenminister nur eine halbe Stunde. Für morgen nachmittag soll eine Dreierbesprechung der Auß e'rm ini - ft e r angesetzt sein.

Die aus London bei der hiesigen englischen De­legation eingetroffenen Meldungen besagen, daß sich der Zustand des englischen Königs sehr ver­schlechtert habe. Unter diesem Eindruck stand denn

auch die heutige Begegnung Briands mit dem eng­lischen Außenminister. Sir Austen Chamberlain unter diesen Umständen eine

wies darauf hin, daß erhebliche Verkürzung dig sei.

feiner Anwesenheit notwen­

^aas JenteumspavteMheee

Berlin, 9. Dez. Der 5. Reichsparleikag des Zenkrums in Köln ist am Samsiag um 10 Ahr eröffnet worden. Die vorherrschende Frage des Parteitages war die Wahl des neuen Vorsitzenden. Die Versuche der letzten Tage, diese Frage zu lösen, hatten zu einem befriedi­genden Ergebnis nicht geführt, sondern es hat sich vielmehr der Ausbruch einer Führerkrise gezeitigt. Der Beschluh des Reichsausschusses, daß der neu zu wählende Parteivorstand aus seiner Mitte drei Vorsitzende mit gleichen Rechten wählen soll, wurde verworfen. Am Nach­mittag wählte dann der Reichsparteitag des Zentrums den Abgeordneten Prälaten Kaas mit 184 Stimmen zum Parleivorfitzenden. Der Abgeordnete Zoos erhielt 92, der Abgeord­nete Stegerwald 42 Stimmen.

Der Parteitag selber wurde unter Beteiligung j Redner, wer der kleinen deutschen Reichswehr grö- von Vertretern aus allen Teilen des Reiches von ßere Aufgaben zumeist als die Verteidigung beut»

dem Vorsitzenden der Rheinischen Zentrumspartei, Iustizrat Mönnig, mit einer Ansprache eröffnet, in der er zunächst der großen Enttäuschung des gesamten deutschen Volkes und des besetzten Ge­bietes Ausdruck gab, daß von einer Räumung erst die Rede fein könne, wenn der letzte Groschen von Deutschland gezahlt sei. Nach herzlicher Beprüßung der Vertreter Oesterreichs, der Tschechoslowakei, Danzigs und des Saargebietes, wobei der Redner auf die deutschösterreichische Zusammengehörigkeit und aus eine baldigstmögliche friedliche Aenderung des im Osten geschaffenen unnatürlichen Zustandes hinwies, überbrachte der ehemalige Minister Dr. M a t a i a - Wien, mit großem Beifall empfangen, die herzlichen G'rüße der christlich-sozialen Partei Oesterreichs.

Als erster Referent nahm sodann Abg. Dr. Stegerwald das Wort zu seinem Vortrage Zentrumspartei und deutsche Politik". Dr. Steger­wald führte aus: An: Ende des Krieges mußten jene Kräfte, die das alte Regime von der Staats­führung ferngohalten hatte, nämlich Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten, hauptsählich die Wiederaufbauavbeit leisten. Eine andere Mög­lichkeit als die Republik war nicht vorhanden. Das Zentrum ist sich in den Kämpfen um die Führung der deutschen Politik darüber klar geworden, daß eine Mehrheitsregierung von rechts ober von links bis auf weiteres ohne aktive Beteiligung des Zen­trums nicht möglich ist. Zur Wshrfrage erklärte der

Ms Lsttdonev SsttKiagszerittnsen sessn ÄhambeAaStt

London, 9. Dez. Mit bemerkenswerter Ein­mütigkeit betont die heutige Sonntagspresse, daß Chamberlain in der Frage der Rhein­landräumung nicht die wirkliche An­sicht der großen Massen des britischen Volkes wiedergibt, mit dem die Außen­politik der Regierung außer Fühlung sei. Gar- oin erklärt: Zehn Jahre nach dem Krieg hat das britische Volk als ganzes Volk fn einem von der Regierung Baldwin nicht erkannten Maß diese Be­setzung des Bodens eines Mitglieds des Völker­bundes durch die Truppen anderer Mitglieder des Völkerbundes verurteilt. Die Fortdauer- der Be­setzung ignoriert vollkommen die Existenz der Völ­kerbundssatzung und des Locarnogeistes. Jeder Versuch, die Reparationen mit der Rheinland- besetzung zu verbinden, wird scheitern. Wenn Bri­and' und Chamberlain gut beraten sind, so werden

Sünday Times ist in einem Leitartikel Cham­berlain gegenüber nicht weniger kritisch. Das Blatt führt aus. Chamberlain hat die Dinge für sich selbst nicht leichter gemacht durch die Art seiner Unter­hauserklärung, die am Vorabend bedeutsamer Er­örterungen . in Berlin unnötig verärgert und in Paris unangemessene Befriedigung erzeugt hat. Auf jeden Fall ist die juristische Auslegung nicht die Auslegung des britischen Volkes. Das Blatt glaubt, daß sogar Berlin zugeben würde, daß eine isolierte britische Zurückziehung aus dem Rhein­lands zwecklos fein würde, bemerkt jedoch, zwischen dieser Tatsache und dem Anschein, als unterstütze man die legale Berechtigung für eine Besetzung bis zum äußersten, bestehe ein himmelweiter Unter»

schon Landes, falls man es uns gewaltsam wcgzu- nehmen versuche, oder die bewaffnete Wahrung der deutschen Neutralität, sei ein Illusionist.

Innerpolitisch müssen wir, so fuhr Dr. Steger­waid fort, in allen Zentrums-fraktionen aus der Kulturkampfatmosphäre herauszukommen suchen. Die Frage Reich und Länder wird zweckmäßig vom Reichsparteivorstand oder einer von ihm eingesetz­ten Kommission voranzutreiben sein. Das parla­mentarische System ist noch unfertig. Die Wahl­reform müßte eine wesentliche Verkleinerung der Wahlkreise zum Ziel haben. In den Fragen der Sozialpolitik sprach sich der Redner gegen die von der Sozialdemokratie geforderte allgemeine Volks­fürsorge und für gesetzliche Sozialversicherung mit weitgehender Selbstverwaltung aus, wobei der ge­werkschaftliche und genossenschaftliche Selbsthilfe- gedänke nicht getötet werden dürfe.

Professor R ä d e r s ch e i d t - Bonn sprach über die geistigen Grundlagen der Zentrumspartei. Er betonte die Verpflichtung, dem Staat alle Kräfte zur Ausgestaltung zu leihen und nach einer Volks­gemeinschaft, sowie nach Völkerfrieden zu streben. Daraus ergebe sich auch die Aufgabe eines Volkes, feine Würde und Ehre zu wahren und um ihrer Willen das Letzte und Höchste in der Notwehr ein» zuisetzen.

Oberbürgermeister Farwick- Aachen beschäf­tigte sich mit der "Notlage der Grenzgebiete. Er be-1

zeichnete die bisherige Grenzlandpolitik als falsch und als eine Almosenpolitik.

Der Geschäftsführer der Windthorstbünde, Reichstagsabg. Krohne, forderte eine stärkere Berücksichtigung der Forderungen und Wünsche der Zentrumsjugend, und wies in diesem Zusam­menhang auch darauf hin, wie dringend notwen­dig nach der Auffassung der Zentrumsjugend eine Wahlrechtsreform fei.

stand mit seiner :en hatte, wurde

Da inzwischen der Parteioorst vertraulichen Beratung abgeschlosi« die weitere Aussprache unterbrochen und zur Wahl

des Vorsitzenden geschritten.

Die Gonntasssthnns

Zentrums.

Köln, 10. Dez. Die Sitzung des Zentrumspartei- tages am Sonntag wurde von dem neuen Partei- vorsitzenden Prälat Dr. Kaas eröffnet. Zunächst erstatteten die Reichstagsabgeordneten Professor Dr. Dessauer und Dr. Perlitius Referate zum wirt­schaftspolitischen Programm des Z

In bei Nachmittagssitzung wurden die Vor­schläge des Ausschusses zur Vorbereitung der Vor­standswahl entgegengenommen und genehmigt. Da­nach toll zu den bisherigen Ehrenvorsitzenden Herold und Porsch der frühere Parteivorstand Dr. Marx als dritter Ehrenvorsitzender treten. Zu dem neuen Parteivorstand des Zentrums gehören jetzt u. a. Dr. Wirth, Dr. Stegerwald, Dr. Heß; der preußische Wohlfahrtsminister Hiri- fieser und Iustizrat Hönnig.

Der Parteitag schritt dann zur Erledigung der einzelnen Anträge und Entschließungen. Zur Frage der Wahlrechtsreform mürbe eine Entsch:e- ßung angenommen, in der die Reichstagsfraktion des Zentrums ersucht wird, unverzüglich die Ini­tiative zu ergreifen, um die dringend notwendige Aenderung des Reichstagswahlrechts herbeizufüh­ren. Zur Frage der Reichsreform wurde eine Ent­schließung angenommen, in der auf. die Richtlim.cn des Parteivorstandes vom 9. März hingewi eien

. Mrd^ Der für tue Bearbeitung pie|et ^rage ein» gesetzte Parteiausschuß wird beauftragt, diese Arbeit fo-rtzusetzen.

Ferner murte folgende Entschließung angenom­men:Der Reichrfrauenbeirat der Deutschen Zen­trumspartei bittet die Partei immer wieder, ihr Augenmerk auf den Abwehrkamps der Saarländer gegen die französische Propaganda zu richten und den Saarländern mit Rat und Tat zu Hilfe zu kom­men. Die Saarländer erwarten, daß alles versucht wird, das Saargebiet so bald wie möglich wieder dem Deutschen Reiche einzugliedern.

Zur Frage des preußischen Konkordats wurde eine Entschließung angenommen, in der der Par­teitag die Auffassung vertritt, daß die notwendige Neuordnung des Verhältnisses der kacholvchen Kirche zum preußischen Staat nur durch ein Ueber einkommen zwischen dem preußischen Staat und dem apostolischen Staate vollzogen werden kann. Die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages wird ersucht, die mit der katholischen Kirche schwe­benden Verhandlungen baldigst WM Abschluß zu bringen. .

Weiter wird in einer Entschließung die Forde­rung nach baldiger und restloser Befreiung der be­setzten Gebiete und nach Rückkehr des deutschen Saargebietes zum Mutterlande erhoben.

Eine weitere Entschließung tritt für die deutschen Minderheiten im Auslande ein und verlangt Un» terhaltung lebendiger Beziehungen zum Auslands­deutschtum durch die Zentrumspartei.

In seinem Schlußwort führte der neue Partei- vorstand Prälat Dr. Kaas u. a. aus: In diesem Augenblick beginnen die großen außenpolitischen Entscheidungen, die erst die Voraussetzung schaffen für die Realisierung der hier entwickelten inner­politischen Pläne. Ich habe den Eindruck, daß wir noch niemals vor so entscheidenden Entschlüßen in der Außenpolitik standen wie im gegenwärtigen Augenblick.

"Nach Dankesworten an die Parteitagleitung ge» dachte Prälat Dr. Kaas dann des Besuches der ausländischen Parteifreunde, der zeige, daß letzten Endes die Länderkarte, so wie sie aus den Händen der großen Vier in Versailles hervorgegangen ist, doch nicht das Endstadium der europäischen Ge- bietsoerteilung dazustellen scheine.

Am Abend fand eine sehr stark besuchte Masien- kundgebung der Kölner Zentruinsorganisation in ber( großen Messehalle statt, bei der auch Prälat Dr. Kaas und Abgeordneter Joos sprachen. Dein neuen Parteivorsitzenden^ wurden lebhafte Ovationen zu Teil, ebenso dem früheren Parteivor­sitzenden Dr. Marx, der in bewegten Worten seinen Kölner Parteifreunden dankte.

Die Berlins« »ceffe zur Wahl «aas'

Fast alle Blätter, die zur Wahl des Prälaten Kaas zum Vorsitzenden der Zentrumspartei Stellung nehmen, heben besonders hervor, daß das Zentrum von dem während der Verhandlungen aufgetauch- ten Gedanken an die Leitung durch drei Vorsitzende abgekommen ist. DieGermania" würdigt die Verdienste des bisherigen Vorsitzenden. Reichskanz­lers a. D. Dr. Marx, und betont dabei ausdrücklich

Oie beutise Nummer umfaS 12 Seiten