liefeen lassen. Wo nehme ich nun ein Pferd her? Meine alte Minna hat sich doch das Bein gebrochen, und ich muß sie ab-stechen lassen. Ich gäbe gleich 600 Start für ein Pferd!"
Zwischen feinen Kümmeln lauschte der dicke Kratsch: Sechshundert Mark! Das wäre was, hier am Tische seinen Braunen log zu schlagen, gleich früh! An einen, der das Pferd nötig hat und nicht feilscht. Also sagt er duselig- bedächtig: „Wenn Du meinen Braunen haben willst, drüben neben dem Schimmel im Großen Stalle, so sollst Du ihn für 600 Mark haben, — nachher wollen wir ihn mal ansöhen!"
„Nein", sagt der Linus, „ich brauche das Pferd gleich jetzt. Nicht eine Stunde laß ich dm Weizen da draußm stechen!"
Der dicke Kroffch überlegt. Soll er aufftefeen, wo er sich eben einen Schiebecker zu dem fünften «c^zaps bestellt hat? Ach was, mag der andere Bauer ruhig seinen Weizen herein holen, dann ist immer noch Zeit zum Aufstehen! So werden sie einig, Linus geht schnell hinaus, zieht den Braunen neben den Schimmel aus dem Stalle und verschwindet die Moritzstraße hinunter . . .
Mft furchtbarem Lärm poltert der lange Schellenberg in die Stube. „Wer hat denn meinen Braunen aus dem Stall gezogen? So ein alberner Witz, das tränk ich Euch ein!" Drohend sieht er sich um. „Kvattch, neben Deinen Schimmel hatte ich tzn gezogen, hast Du ihn etwa tortgefefeafft?"
Dem Dicken wird schwüs, sie laufen zusammen hinaus: Der Braune fehlt! Kratsch sagt: „3a, ich hab eben meinen Braunen an den Bauern verkauft, der auch hier abstieg." — „Rindvieh, meine nBraunen Haft Du verkauft! Aber Du sollst ihn ersetzen!"
Sri Hausknecht murrt: „Na, bie braune Stute habe ich doch drüben in den Kleinen Stall stellen sollen, denk ich!"
^Dummes Zeug!" schreit Kratsch, Nichts hast Du gesollt! Gleich fchaffft Du meinen Braunen wieder her!"
Mürrisch und stumm, wie er das Pferd hinüber geschafft hat, hott der Hausknecht es wieder her und stellt es in den leeren Stand neben den Schimmel.
Derweilen sagt Schellenberg: „Mein Sattelscher hat noch das Geschirre ausim Puckel, schnell, wir spannen an und fassen das Luder noch am Weißen Berge!"
Den Dicken überläuft es kickt. „Ja, fix, Schellenberg, wir matfeen hinterher! Am Weißen Berge, sagte er, läge sein Fuhrwerk im Graben!" Eittg schirren sie an und raffeln aus dem Hofe. „Ich werde mit Hessen", sagt Binus und schwingt sich feinten auf. Die Bauern lassen es geschehen.
_ Nach einer Viertelstunde kommt Binus schweißbedeckt auf den Hof: „Franz, die bringen doch den Wage mricht aus dem Graben raus. Knatsch sagt, ich soff gleich seine beiden mit feinausbringen!" —
Der Hausknecht ist mißttauich: „Nu, und Schellenberg?" — „Der ist doch dabei, Du alberner Pippch! Host Du denn die zwei nicht mit mir aufm Wagen fartfaferen sehen?"
Ja, das hat er. Und also schirrt Binus den Schimmel und den Braunen an Kratschens Karrete und möcht, daß er fortkommt.
Inzwischen haben die beiden Bauern am Weißen Berge niemanden gefunden, weder im Graben noch auf der Straße. Eine halbe Stunde stehen sie dort und beraten, was zu tun ist. Gemächlich schlendert Binus — aber ohne Geschirr und zu Fuß! — die Stvaße her und bkerm beim Wagen stehen: „3cfe war derwerle mal ein halb Stündchen weiter, um nach dem Schuft zu gucken. Ja, der Herr, der das einzelne angeschirrte Pferd führt? Ja, der ist oben beim Walfsholze, da liegt sein Wagen im Graben. Wer er schafft es nicht, auch nicht mit Vorspann, — da müssen schon vier Pferde her!"
Erleichtert atmen die Bauern auf, Esttseidank, es ist kein Dieb, der das Pferd hat! — 2Ufo bedanken sie sich bei dem ungebetenen Hisser, der gleich hinten in iferen Wagen klettert, und jagen los zum Wolssholze. Wett und breit niemand zu sehen.
Binus lacht: „Wenn der es nur nicht so gemacht hat, wie damals der Zundelfrieder aus Hebels- Haufen!"
Die Bauern kennen den Mann und das Dorf nicht. Binus feixt: „Ra, der zog doch die Bferbe in den WaL>, bis alles vorüber war . . .", und er blinzeüe mü taw'end Fältchen ins Wo?shotz hinunter, das sich damals noch fast eine Mecke wett düster im Tale hinstreckt.
„Ich werde mal Nachsehen?" sagt der dicke Kratzch und steigt unbeholfen vom Wagen. Aber wie er über den Strassengraben ist, dämmert es ihm durch den Kümmeldunst: „Schellenberg, das ist doch überhaupt Dein Pferd, weshalb soll ich denn da feinterfeer?"
Schellenberg traut sich den Kopf: „Wenn der Kerl eine Pistole hat... . Aber wir können ja zu zweit mal durchs Holz drücken!"
Sinus wird angeguckt und mockt ein Gesicht wie drei loge Regencvencr: „Ree, ich hab keine Zeit hier zu stehen 'und Pferde zu halten. — Wer vielleicht für zwei Gute Groschen!"
Die Bauern nicken eisig und stelzen in- Solfs= holz hinunter .... Sinus steigt auf den Bock und jagt fort.-- M
Merkwürdig, wie billig am nabten Morgen in Geithain, zwei Stunden von Altenburg, manche Pferde abgingen! Drei gute Braune und ein tadelloser Schimmel zusammen für 500 Biart. Der Käufer blinzelte zwar vergnügt, abe rer fuhr doch schnell heim und erzählte im Dorfe nichts von seinem guten Handel ....
sehnlichst erwartete Freiheit nahm ihn jetzt in die 2lrme, wenn ihm auch der Lehrerberuf :iid)t bas rosigste Schicksal schien. Die Musik, die holde, über alle Maßen geliebte Kunst, trug ihn wie auf Fittichen über alles Ungemach hinweg in das blau dämmernde Sehnsuchstweich seiner Träume. Haute wollte ers den Seinen, vor allen aber dem etwas mürrischen Vater, zeigen, was ec konnte. Er, der Siebzehnjährige, hatte feine erste Messe fertig gestellt urd insgeheim mit seinen Brüdern und Freunden eingeübt. Sein alter Lehrer Holzec hatte den Orgclpart übernommen, und Schubert, der junge Tonmeister, wollte selbst birigieren.
Dann war da noch ein Mädel, Theresl. eines verstorbenen Seidenfabrikanten Tochter, Grob mit Vatersnamen, noch ein Jahr jünger als er. Die hatte ihm der alte Holzer für das Sopransolo aus- gefunden und mit ihr die Gesänge einstudiert. Ob die wohl Stimne halten könnt'? Na, man wird ja hören Auf den Alten mar sonst Verlaß.
Im ganzen Himmelpfortgrund hatte es sich herumgesprochen: Vom jungen Franzl Schubert, dem Lehrerssohn, sollte heut' mittag eine heilge Messe aufgeführt werden. Das Lichtentaler, Kirchlein konnte die neugierigen Hörer kaum fassen. 211« feint Hüttenbrenner neigte sich über die Chorbrü- brüftung ins Schiff hinab und flüsterte seinem Freunde ins Ohr: „Du, Franzl, beut' mutzt Di steilgrad halt'n. Heut' gilt'- Dein Vatter ist auch scho do, und arg viel Leut." — Schubert straffte feilen jungen Körper, schüttelte die vollen, brau- ien Locken aus der Stirn, klopfte mit dem Takt- stock ans Pult und erhob beide Arme.
Mäusleinstill war's in der Kirche. Doll inniger «üße klang das Kyrie auf, über dem wie mit Engelsflügeln die liebliche Sopranftimme The- resl's auf und nieder flog. Entzückt hörte es der junge Dirigent und mußte sich Mühe geben, nicht aus dem Takt zu kommen. Er wagte kaun zu ihr hin zu schielen. Dann jubelte das Gloria von der Empore auf wie ein rauschender Vogel mit leuchtendem Gefieder. Trompeten und Posaunen schmetterten barein, festlich prunkend. Und wieder sanfte Innigkeit, das Credo, das engelsreiie ^anktus; ihm folgend dos faionartig von zwei Sopranen und zwei Tenören sich antwortend gesungene Be- nebiftus, zu höchster Glaubensseligkeit anschwellend, schließlich ttndlich-wehmutig das Agrus-Dei, worauf die heilige Wandlung durch den Priester in lautloser «stille hingebender Andacht erfolgte.
Das war ein Erfolg! Das gab ein Händeschütteln von Freunden, Gevattern und Nachbarn. Dem alten Holzer standen die Tränet in den Augen, und Vater Schubert schloß gerührt feilen bisher mißachteten Sohn in die Arme. Ja, er schenkte ihm sogar ein Klavier mit fünf Oktaven Umfang, womit dem Jungen ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung ging. Abr Franzl hatte jetzt doch mehr Sinn für zwei Augei, die ihn nach dem Verklingen des letzten Tones mit so stolzer Freude ange- ftrahtt hatten, daß ihm glutheiß wurde und alles it ihm zu wirbeln^schim. Ja, ThereÄ hatte wunderfein gesungen! Sein Herz war ganz voll Klang do 1 der Süße der schmiegsamen Mädchenstimme. Und jetzt sah er ihr voll ins Gesicht, ergriff ihre Hand und dankte ihr mit wirren Worten. „Schon gut, itvaizl", sagte sie schlicht. „Es war doch so viel schön, in Deiner Mess' zu singen. Du bist doch der erste von uns allen" Wie Engelsmusik klangen ihm diese Worte. Sie war nicht gerade hübsch zu nennen, hatte ein rundliches, blatternarbiges Ge- ftchteh däbei einen leidlich schlanken Wuchs Dem Franzl aber war sie heute der Inbegriff aller Schönheit. Die Flügel feiner drolligen Stupsnase zitterten, als er ihr noch schnell zuflüsterte: „Dank, Su Theresl, goldiges Du! Heut' nachmittag gehn
wir mal a Etuckl zusamm', gell? — An der großer Linde vorm Tore rach Nußdorf zu treffen mir
irn halber schon war stunden.
Franzl wanderten waren sie
viere, gell?" — Sie nickte nur, ihr Rosa Keidchen in der Menge brauchte nicht lange zu warten
uns und ver-
Sie
aus der Mihdorfer Linie fort. Schnell zwischen Wieser unb Aeckern und den
Weingärten auf den sanft geschwungenen Hügeln.
„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lirdenbaium.
Ich träumt in seinem Schatten so manchen lieben Traum.
Ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort . .
Das Gmmnwilaftev
Einer wahren Begebenheit nacherzählt von Franz Baumgarten.
Mister Smith, ein an den europäischen Edel- [teinbörjen wohl bekannter Juwelier äus Baltimore, saß mit seinem Geschäftsfreund Durant in einer kleinen Antwerpener Weinstube, um die letzten Stunden vor der Einschiffung zur Rückfahrt in die trockene Heimat b-i ei rem guten Tropfen zuzubrin- gen. Es war noch früh am Tage und außer den beiden nur ein einziger Gast anwesend, der kurz nach ihnor eintrat, in der Nähe Platz nahm und sich in die Zeitung vertiefte. Mister Dnith war in froher Stimmung; ec hatte vorteilhaft eingekauft mb konnte trotz der hohen Zollspesen auf einen guten Gewinn rechnen. Man leerte bereits die zweite Flasche Chablis, die blauen Rauchkringel der Habanas stiegen zum Kreuzgewölbe der Decke, an deren Rippenornamenten sie als breite Wolken entlang zöger. Es war urgemütlich. Man sprach von Lem und jeiem, kam aber stets wieder auf da- Geschäft zurück. Smich wurde mitteilsam, kramte kleine Geheimnisse aus. Auf die Verschwiegenheit Durants konnte er sich verlassen. Das Gespräch berührte auch die Zollfmge; es war, wie Durant bemerkte, infolge der neuesten Maßnahmen der amerikanischen Behörden so gut wie unmöglich, auch nur bei kleinsten Edelstein zu paschen. Smith wurde auffallend schweigsam, er schien mit einem Entschluß zu ringen. Dann holte er aus der inneren Tasche seiner Weste ein flaches Kästchen hervor, öffnete es und sagte, ohne vor dem Bewunderung und Ueberraschung verratenden „Ah" feines Ge- schäftsseundes Notiz zu nehmen, mit einer Stimme, die eine gewisse Erregung nicht verbergen körnte: „Was gilt die Wette, daß ich dieses Perlenhalsband zollfrei nach Amerika einführe?"
Durant hielt das Kinächst für eilen Scherz, versuchte dann unter Hinweis auf das hohe Risiko — zum mindesten würde bei einer Entdeckung da; Schmuckstück beschlagnahmt — und den auch bei verzollter Einfuhr noch guten Verdis rst Smith' diesem sein Vorhaben auszureden. Vergeblich; je mehr der eère abriet, umso hartnäckiger blieb der andere auf seiner Absicht bestehen. Dabei hatte keiner der beiden bemerkt, daß sich dec frende Gast, anfcheiiend um ein Schläfchen zu machen, in die Ecke seines Nischenplatzes gelehnt hatte; wieviel weniger hätten sie darauf geachtet, daß diese Ecke und die Nische, in der sie selbst saßen, durch eine der Rippen des Gewölbes verbunden waren. Smith legte seinen Schmuggelplan dar. Ec würde einen Tag vor der Arkunft in Newyork beginnen, über Brustschmerzen zu klagen, und sich ein großes Gummipflaster auflegen. Darunter ließen sich die Perlen bequem verbergen. Er wollte einmal sehen, ob sich die Zöllner soweit an einem freien amerikanischen Bürger vergreisen würden, ihn durch Ab- reiß - ‘ ii seiner Gesu â
dig-N.
radezu überraschend schnell eine heilsame M aus. Die verzerrten Gesichter der armen entspannten sich; Frauen, die den ganzen IQg geschrien oder geweint hatten, beruhigten | in den Zöpen einiger erschien sogar ein M Lächeln. Ein junges Mädchen nahm, als ein viervortrag beendet war, am Instrument Pich begann zu spielen. Alles in allem stellte m Unternehmen des Frauenklubs als schöner { dar, und man muß sich eigentlich wunder» dieser Versuch nicht schon viel früher an» wurde.
Der höfliche Victor Hugo.
Der große frarzösifche Romantiker Bieter (1802 bis 1885) war ein überaus höflicher $ insbesondere gegenüber seinen jungen „Ko^ die dem Meister ihre geistige Produktion ans legten. Eines Tages teilte ihm ein urbch Dichter mit, er würde sich erlauben, den ü ein gewidmetes Exemplar seines soeben erft^ Buches zu senden. Hugo beantwortete ben 1 sofort: „Mein lieber junger Freu rd, Ihre 6s haben einen tiefen Errdruck auf mich genial beeile mich daher. Ihnen meine herzlichster j wünsche dorzubringen; der Mann, der fi^ । schon ausgeschrieben hat, tritt zurück vor b$ erstrahlenden Genie. Sie besitzen ein wonn-z des Herz mein lieber Freund, urd mit her] Ihres Dichterherzeis haben Sie die Gedij- schaffen, die Ihnen über Nacht den höchste fei des Parnasses sichern. Ich bewunderes liebe Sie, ich verehre Sie. gottbegnadeter Ihr treu ergebener alter Victor Hugo."
Am nächsten Tage jedoch erhielt der iumt sein Buch prompt zurück. Auf dem Päckchr ein amtlicher Vermerk des Postamtes s „Wegen ungenügender Frankierung zurück ^ Absendec!"
Rätselecke.
Kreuzworträtsel.
Die Wörter bedeuten von links nach recht- treide, 4 Schiffsgerät, 7 Hohes Ziel, 9 2 Hauses, 10 Ve nis, " "" " 12
Sk
MFreiheit" konnte Durant nicht unterdrücken, sah aber von allen weiteren Warnungen ab, zumal auch die Zeit zum Aufbruch gekommen war. Man zahlte und ging, wobei Smith roch einen flüchtigen Blick auf den schlafenden Fremden warf. Dieser wachte, kaum daß die anderen die Weinstube ver- laffer hatten, auf, mochte sich einige Nottzen, zahlte und begab sich zum Hauptpostamt. Wenige Stunden später erhielt die Zollbehörde in Newyork ein Kabel mit einer gerauen Beschreibung der Person Smith' und seines Planes.
Nach sechs Tagen lief die „Delgenland" in Newyork ein. Mister Sarich war einer der ersten, an die der Zollbeamte die übliche Frage nach zoll- pflichtigen Gegenständen richtete, die natürlich mü „Rein" beantwortet wurde. Ein fast unmerkliches Lächelt überflog das ©efi^f des Beamten, als er auf Smich' Brust deutete: .Sie haber sich warm angezogen, Mister Smich, sind wohl erkältet?" —
Figur, 27 Geometrischer Begriff, 28^^ Arzenei. 29 Vogel, 30 Künstlicher Mensch au 31 Duftpflanze, 32 Vogel.
Von oben nach unten: 1 Werkzeug, 2 i matz, 3 Teil des Baumes, 4 Baumreihe, 5 3 aus Holz, 6 Ankerplatz, 8 Weiblicher Zi 13 Kleines Raubtier, 14 Italienischer J 16 Kleiderbesatz, 17 Inneres Organ, 20 q der Schweiz, 21 Gebirge, 22 Amtskleid. 231 abteilung, 24 „Gebirgsschlucht", 25 Elastisch! 26 Gesichtsmaske.
Ueberaff Gesang und Fröhlichkeit. Bald fand sich Hand zu Hand, Mund zu Mund. O Iugendselig- feit! O, Glück, ein jung Mädel am Herzen zu halten! Theresl war stolz auf ihn und senkte ihrem Franzl gern ihr kleires jubelndes Mädchenherz. Dann raftetei sie auf einer kleinen Anhöhe vor _ . . . _ —
Grinzing. Schubert nahm seinen Goethe vor, dessen è, Herr, doch was geht bas Sie an?" — „Der Gedichte und Faust er vor kurzem kennen gelernt Staat fühlt sich vevantworttich für das Wohl feiner ..... " ’ Bürger, und deshalb möchte ich Sie auch bitten.
Theresl
Skizze von Hans Rokhhardt.
Ein golbigf lammender Herbsttag war der 16. Oktober des Jahres 1814 zu Wien. Die Blätter der Kastanien, Nußbäume, Platanen. Linden und Eichen in den Dielen Gärten in und um Wiei loderten wie Freudenfeuer zu der zartblauen, wolkenlosen Himmelkuppel auf. Winzergesang ertönte aus den Weinlehnen in Grinzing, Nußdorf, Dornbach, Döblitg und überall. Schmucke Madeln schlenderten Wm in Arm trällernd auf den Landstraßen einher, urë> bunt bekränzte Wagen rollten mit ausgelassener Meischenfrvcht unter Peitschengeknall in die sonnige, noch warme Gotteswelt.
Ja, es war ein besonderer Gnadentag, auch für den juigen Fränzel Schubert, den neugebackenen Hilfslehrer in der -schule seines Vaters im Dörfchen Lichtentol, nahe bei keiner Geburtsstâtte im Himmelpsortsgcund Am 19. August hatte er sein Examen in Ehren bestanden. Die herrliche, och so
hatte und immer mit sich trug. Er las seiner Liebsten daraus vor. Besonder; gefiel ihr das Gret- chenlied aus dem Faust: „Sette Ruh ist hin . . ." Bei dem Worte „Und ach, fein Kuß!" ließ sie sich erglühend seinen Kuß ge-allen. „Du, Fran^, das mußt Du für mich aber komponieren. Das ist gar so viel lchön." — Sie konnte Gretchen begreifen in ihren Jugendüberschwang, und ihr Faust saß ja neben ihr. Schubert sagte nichts, aber schon dachte er an nichts anderes, als ihr diesen Wunsch zu erfüllen.
Drei Tage später, am 19. Oktober, bratete er ihr bas Lied: „Gretchen am Spinnrad", einen Meisternwrf, von dem man die Geburt des deutschen Kunstliedes batiert Theresl sang es ihm bald mit ihrer glockenhellen Stimme, und beide waren beseligt von dem herrlicher Gesang. Schüben vergaß aud) nicht die Pause bei „Ach, sein Kuß!" — Sic hat das Sieb vor allem so berühmt gemacht.
Drei Jahre Liebesseligkett. Drei Jahre Schaf- senssturn. Vielleicht war es diese wundervolle Jugendliebe, die Schubert- Herz so oufschloh. Alles wurde ihm zum Gesang. Don überallher strömten ihm Melodie i Ki, selbst aus dem Gekreisch einer Kaffeemaschine. Aber Schubert war arm und ohne Amt. Er blieb zeiücbens ein großes Kind, ein wahrhafter Lebenszigeuner, ein Hans im Glück, der aus übervollem Herzen spendete und dabei sich selbst vergaß. Und Theresl? — Sie war auch nicht reich und mußte unter die Hcuche, eh sie verblüht war. Sie nahm aus Berrunft einen andern. Blutend riß ihr bas Herzensbard. Schubert hat sein Theresl nie vergessen Es war und blieb wohl feine einzige und tiefste Liebe. Und das mußte wohl so fein. Zur Ehe hätte er doch nicht getaugt. Er mußte ungebunden bleiben, um seinen Reichtum verschwenden zu können. Manchmal wohl hat er in derbem Liebesvausch die aufgueUeibe Bitterkeit über sein Mißgeschick erstickt. Aber immer wieder leiteten ihn sehnsüchtige Träume zurück in die heilige Glück-zeit der drei Liebessahr«. Immer wieder wurden sie zu tönendem GoA, zu seelenvollem Klang, an f(feinsten wohl in jener herrlichen, Volkslied gewordenen, in aller deutschen Herzen i ewiaes Heimatrrecht geniessenden Melodie, bie so . wehmütig an das erste Begegnen mit seinem > Theresl erinnert: _________r . .
mir in unser warmes Dienstrimmer zu folgen. Wir können dort gleich Ihr Gummipsiaster erneuern," —- Smith ergab sich in sein Schicksal gleichmütig; er hatte gespielt und — verloren. Bald war er vom Eummipstaster. der Eckälttrig mb einer Perlenkette befreit Fluchend verließ er das Zollbüro. Die Beamten schmunzelten — nicht lange. Schon cm nächsten Tage stellte ein Sach- Dscftänbiger fest daß es sich um eine Imitation handelte.
Und die echten Perlen? Die trug Mister Snith frei in der Hosentasche.
Gedanken
Bon Christian Joseph Dolff.
Wir sind im Leben alle mehr oder minder 'chmere Patienten, die über den wahren Charakter der durchzumackenden Operation im Dunkel gehalten werden müssen.
_ Die vernichtendste Kritik ist das ignorierende Schweigen, — die verächtlichste Schicksaisgobe, von den Bedrängnissen und Härten des Lebens verschont zu bleiben.
Die vornehmste Aufgabe der Frau ist die Aufrichtung und Steigerung des männlichen Lebensmutes; nur diejenigen Frauen, die ihr in feinfühliger triebsicherer Erfassung der jeweils geeig- nettten Mfttel stets gerecht zu werden vermögen, besitzen damit die Zauberkraft, sich den Mann ihrer Liebe ganz und dauernd zu eigen zu machen.
Musik und Geisteskranke.
Kürzlich veranstalteten einige Mitglieder Federation of Womens Club in Cleveland in
der der
Abteilung für Geisteskranke im dortigen Krankenhause ein Konzert, zu dem als Zuhörer auch Tobsüchtige, meist Frauen, herbei geführt wurden. Es war äusserst interessant. den Einfluß der Musik auf diese Patienten M beobachten. Die Töne übten gc=
Silbenrätsel.
Aus den Silben: a, an, bahn, bein, bie," dels, der, dich, dor, ei, ei, el, fe, selb, fea ’ gen, hatt, höh i, land, le, lei, li, lin, me,®> na, nach. ne, nitz, re, fa, fach fe, fe. sen, fi, * te, ter, treb, trop, wand, sind 19 Wörter, z: deren Anfangs- und dritte Buchstaben, bei^ von oben nach unten gelesen, einen Spruch» (ch — 1 Buchstabe).
Die Wörter bedeuten: 1 Westdeutsche Ä stabt, 2 Verkehrsmittel, 3 Stadt auf Sizilien 'cher Komponist, 5 Mânnl Vorname, 6 ü-- produkt, 7 Ständchen. 8 Heilmittel, 9 D gebühr. 10 Deutscher Freistaat, 11 Demscher 12 Gewebe, 13 Künssterberuf. 14 Friess 15 Erzâblungsart, 16 Bezeichnung für 17 Stadt in Thüringen, 18 Gefäß, 19 6 Niederschlesien.
Auflösung der Rotte! in der nächsten N^ der Sonntagsbeilage.
Auflösung der Rätsel aus der Sonntag»1 Kreuzworträtsel.
Silbenrätsel
1 Radius, 2 Eroika, 3 Uhu, 4Edinburg, 5f 6 Original, 7 Musäus, 8 Maßlieb, 9 ■ 10 Lackmus, 11 Eros, 12 Ironie, 13 14 Hebriden, 15 Tennis, 16 Estrich, 1" 18 Indianer, 19 Nichtsnutz.
Der Spruch lautet: Reue kommt k* Aug' als Buße ins Herz. ______...