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vom Sche»««»

Von Reinhold Braun.

M Vorbild im Schenken bleibt mir die heim- qcne Mutter der Liebsten.

uni war Weihnachten oder ein Geburt-tags- ^orbei, dann begann sie auch schon mit den !reitunqen für das nächste Schenken. Sie de­inen richtigenWühnochtsschrank , zu dem sie allein den Schlüssel hatte. Darin lag das cte Geld für die Geschenke, das Notizbüch- denn ohne dieses wäre sie bei den elf Kin- und ihrem Manne, der in den praktischen n des Lebens sehr unwirklich war, und dem noch zu beschenkenden Anhänge kaum aus­sen. ... .

e wußte, ohne daß es einer merkte, wahrend anzen Jahres in dieses uiüb jenes Wunschherz izulauschen, und es war ihr stets eine Freude, ie eben nur Mütter empfinden können, wenn was erlauscht hatte. Sie handarbeitete an Geschenken ohne Hast durch das ganze Jahr, or sie immer wie ein heimliches Weihnachts- rchen. Auch schmiedete sie gar treffliche und - Derslein für die Gaben, so recht aus dem n einer Mutter. ,

) trug das, was sie gab, wirklich mit Recht ilamenGeschenk"; denn es war wirklich ein

von ihr darin, etwas von ihrer Seele te sie mit, etwas von ihrer Freude atmete und auch das bescheidenste war ein Sinnbild- hrer Frauen- und Muttergüte und ihrer feinen !skunst. Ja, ein Stücklein großer Herzenswei;- edete aus manchem.

utter mußte immer sehr, sehr rechnen. Und vissen, daß sie manches Geschenk wirklich nur allerlei Entbehrungen, die sie sich selber auf- e, hatte schenken können.

)r Weihnachten schloß sie sich oft in dem Zbn- ein, in dem derWeihnahtsschrank" stand. >urde dann jede Gabe sorgsam eingehüllt und i ihr oft schelmisches Verslein! Gar oft ist solch ein Geschenk durch ihr^ Hand geglitten, ;elle Gedanken, manche recht wie ein Mutter­sind dann wohl in die Gabe hineingedacht hineingeliebt worden. Jedes Geschenk wurde am in; Licht einer schönen Beschaulichkeit ge- U Das alles geschah mit einer vorbildlichen ! bei der Ueberlast an Arbeit und Sorgen in 1 Frauen- und Mutterleben.

nd wenn wir heute die Geschenke anschauen, ns-Muttecs Liebe bescherte, sehen mir immer ter ihr feines, gütiges Gesicht mit den großen, in Augen.

i, Mutter wußte zu schenken und so zu schen- das mir uns manchmal in der Art und der mit der wir zuweilen schenken, recht kläglich obwohl wir meinen, doch noch zu '"'^gehören, die mit gutem Vorbedacht und ">K Liebe zu schenken wissen. Aber Mutter aber bleiben wir doch Stümper und hastvolle ind wir Menschen dieser übergehirnlichen Zeit Haupt noch Schenker im Sinne unserer Väter Mütter? Sind wir wirklich noch mit dem Her­abei, mit dem ruhevollen, liebend erwägenden? 5 nicht ein Zeichen innerer Armut, daß wir mehr so zu schenken wissen, wie es eigentlich üebe gebietet? Haben unsere Geschenke wirk- och eine Seele? Sterben sie nicht gar zu bald, nicht genug von uns selber in ihnen lebendig -ind wir nicht alle zu sehr der Geschenkindu- verfallen, aus Bequemlichkeit, Gedankenlosig- nschöpferischem Wesen, aus allzu großer und ch nur gespielter Hast?

Kunst zu schenken ist ein Stück der Kunst en! *

in kann den Satz aufstellen:Wie du schenkst nas du schenkst, das bist du!"

d man könnte weiter sagen:Hast du keine lehr zu schenken, hast du auch keine Zeit für Liebe, deine Freundschaft, deine Seele und Innerliche und Große!"

E Kultur eines Menschen zeigt sich auch in Geschenken und in der Adeligkeit, dem Takte er Liebe, mit denen sie dargebracht werden! 1 echte Geschenk leistet heimliche Brückenbau-

Mit jedem tut man das Werk eines Quel- gers.

!. gibt Geschenke, die gleichsam vorbeigeschenkt l und »nicht das Herz des anderen treffen; eben die, die man so im Nebenbei des zufällig sieht und an sich hecanhastet.

soll auch Geschenke geben, die ein gänzlich iltgter auswählte, beispielsweise der Ge- uhrer oder ein fremder Mitläufer. Das frei- w die allertraurigsten Geschenke, und wenn >weres Geld" kosten sollten, sind sie doch das . uemer beklagenswerten Armut und deiner , 1 Leichtigkeit und Leere.

^ge in deinem Geschenke, daß du noch ein f ""° einer, der zu den wertvollen ge- ,werden mochte!

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Kürzlich wurde Fräulein Polaire bei einem Au­tomobilunglück im Gesicht verletzt, und sie ver­langte darauf von dem Taxenchauffeur Schaden­ersatz, weil wie sie behauptete ihre einzig da­stehende Häßlichkeit durch die Verletzung beein- terächtigt worden sei. Vor den Kadi geladen, ver­teidigte sich der unglückliche Autolenker damit, daß eine Frau, die sich für die Häßlichste der Welt er­kläre, durch eine Narbe im Gesicht nichts an ihrem Rufe einbüßen könne, ihr interessantes Aussthen vielmehr dadurch noch erhöht würde. Aber die Schauspielerin gab an, daß ihr durch den Auto- »nobilunfall das Gesichtverunstaltet" worden sei,

Fürsten Ludwig, einem Sohne de- deutschen Kai­sers.

Während der ersten drei Jahre der neuen Ehe wurde Tirol von der schwarzen Pest verheert, und fünf Sechstel der Bevölkerung fielen ihr zum Opfer. Diese Schrecken wurden noch durch ein Erd­beben verschlimmert, unb schließlich brach gar in einigen Tiroler Städten eine Reihe von Schaden­feuern aus. Unter dem Volke ging »damals das Ge­rücht um, das Land fei wegen der Gottlosigkeit der Herzogin bestraft worden.

Margarete Maultasch lebte unterdessen mit ihrem zweiten Gatten einige Jahre in leidlicher Ehe, bis

M® WOlitbta Kvausn des Wett

J ' Von Bodo 217. Bogel-Verlin.

L ^schi-^e ist nicht nur reich an schönen ist auch durch abschreckende

>ke, beruhnt gew°rd)l. Helena wird die Frau aller Zeiten genannt, der Thron der n der Häßlichkeit dagegen stand bis heute »er, obwohl an Anwärterinnen kein Mangel 'â Claudine Palaire, eine rothaarige s häßliche Pariser Schauspielerin, hat nun fu der ästhetischen Weltordnung ausge- nd sich als ein weiblicher Bonaparte selbst me aufs Haupt gesetzt. Sie wacht eifersüchtig hren Ruf, und als ihr einmal ein Schön- nftitut den Vorschlag machte, ihren Mund lchstablich von einem Ohr bis zum andern burcf} eine kleine Operation zuverschö- schlug sie unter Berufung auf ihre Konigin- cdc dieses Angebot hochmütig aus.

«-

Verlorener Heimweg

Unter dem mächtigen domhoch prächtigen kernenträchtigen Abendhimmel sucht das Gewimmel der Erdgebornen nach den verlornen ,

Paradiesen.

Kämpft um Devisen, betet zu diesen, hat sehnsuchtszerquält der Unrast vermählt den Heimweg verfehlt, der, tränendurchfeuohtet sie ewig umleuchtet aus himmlischen Bahnen . . . ohn, daß sie es ahnen.

Käte Lubowski.

-S

daß sie fürher sozusagen von einer harmonischen Häßlichkeit gewesen wäre. Die Richter hatten ein Einsehen und verurteilten den Chauffeur zur Zäh-' luna der geforderten Schadenersatzsumme.

Mademoiselle Polaire hätte ihren Triumph voll­auf genießen können, wenn ihr nicht in der Eng­länderin Miß Mary A. Bevan eine Konkurrentin erstanden wäre, die sich ihrerseits für die häßlichste Frau der Welt ausgab. Und wirklich scheinen ihre Behauptungen sich auf eine reale Basis zu stützen, denn ein amerikanischer Zirkus fand sich bereit, sie als Ausgeburt weiblicher Häßlichkeit in [einer Arena auf treten zu lassen.

Geht man in der Geschichte einige Jahrhunderte zurück, so findet man eine durch ihre Häßlichkeit berühmte Frau in der Herzogin Anna von Cleve, der vierten Gattin Heinrichs VIII. Aber sie wird bei weitem durch eine andere Vertreterin des weiblichen Geschlechts in den Schatten gestellt. Es ist dies die Herzogin Margarete von Tirol, die in der Geschichte wegen ihres charakteristischen Aus­sehens unter dem NamenMaultasch" bekannt ge­worden ist. Auf einer unlängst in London statt­gefundenen Gemälde-Ausstellung wurde ein Bild von ihr, ein Werk des Malers Quentien Matsys, versteigert, das in den Kreisen der Kritiker zu leb­haften Auseinandersetzungen über das Aussehen der berüchtigten Herzogin führte.

Die Häßlichkeit der Tirolerin hatte schon einen großen Teil der Künstlerwelt ihrer Zeit und der nachfolgenden Jahrhunderte lebhaft interessiert. Selbst Leonardo da Vinci fertigte von dem Ge­mälde Matsys' eine Kopie an, die noch heute in dem Schlosse von Windsor zu sehen ist. Wenzel Hollar, der berühmte Kupferstecher, stellte von der Herzogin ein Gemälde her, das ebenfalls in dem Schlosse von Windsor hängt. Aber um die Königin von Tunis zu ärgern, erklärte er sein Bild für ein Porträt dieser afrikanischen Königin. Als kürzlich Sir Johr Tenniel den Typus der häßlichsten Frau darstellen wollte, kopierte er das Gemälde der Margaret- Maultasch, aber trotz seiner hohen künstlerischen Begabung glückte es ihm nicht völlig, di« Häßlichkeit in ihrer ganzen Größe wiederzu­geben.

Die Herzogin von Tirol, schon zu ihren Leb- zeiten unter dem bezeichnenden SpitznamenMaul­tasch" bekannt, war die Erbin des gesamter Ver- »nögens ihres reichen und mächtigen Vaters, und es fehlte ihr trotz ihres abschreckenden Aeußern nicht an Heiratesanträgen seitens ehrgeiziger Für­sten. die mehr Wert auf die Höhe der Mitgift als auf die Schönheit ihrer Zukünftigen legtèn. Da zu jenen Zeiten stets die Eltern eine Ehe abschlos­sen, und die Kinder sich zu fügen hatten. geschah es denn. daß Margarete Maultasch schon im Alter von zwölf Jahren dem Fürsten Johann, einem Sohne des Königs von Böhmen, vermählt wurde. Aber bald war sie des Gatten überdrüssig, und als er eines Abends, etwa- verspätet von der Jagd heimkehrte, fand er die Zugbrücke des Schlosses hoch gezogen. Die junge Herzogin, die schon in mehr als einem Falle eine ihrem Aeußeren ent» sprechende Häßlicbkeit des Charakters gezeigt hatte, stand auf der Wehrmauer der Burg unb schrie ihrem Manne zu, er solle sich davon machen. Der Fürst ließ sich das nicht zweimal saaen und kehrte zu feinem Vater nach Böhmen zurück. Kurze Zeit darauf erfolgte die Scheidung zwischen ihm und Margarete. Die Herzogin verheiratete sich mit dem

Ludwig plötzlich an einer Vergiftung starb. Bevor man bei Verdacht äußerte, daß die häßliche Her­zogin ihren Mann beseitigt habe, beschuldigte sie ihn selber, ihr nach dem Leben getrachtet zu haben. Kurze Zeit darauf starb unter seltsamen Umstän­den auch der einzige Sohn der Herzogin, den sie non ihrem zweiten Gemahl hatte, und auch in diesem Falle beschuldigte die Volksmeinung Mar­garete als Mörderin.

Die Herzogin verspürte den Ehrgeiz, als ab» folute Herrin über ihr Land zu regieren, aber die Bevölkerung, die ihrer Despotie überdrüssig gewor­den war, empörte sich, belagerte die Herzogin in ihrem Schloß und bat den Kaiser, einen anderen Landesherrn zu bestimmen. Die Tiroler setzten ihren Willen durch unb Margarete mußte zu Gun­sten Habsburgs abdanken.

Nachdem sie ihre Macht verloren hatte, zog sie sich grollend auf eines ihrer Schlösser zurück. Und bald hatte ihre Häßlichkeit einen solchen Grad der Vollkommenheit erreicht, daß, sobald Margarete sich auf der Straße sehen ließ, nicht nur Kinder, son­dern auch Erwachsene, von panischem Schrecken erfaßt, wie vor einer Erscheinung des Leibhaftigen die Flucht ergriffen . . .

Wenn man nun diese historisch erhärtete Tat­sache in Erwägung zieht, dann wird man vielleicht Margarete Maultasch im Wettkampf um den Ehrentitel der häßlichsten Frau aller Zeiten die 'Siegespalme reichen müssen. Seien wir froh, daß wir das nicht persönlich zu tun brauchen.

Dev OeßvesZsievsergev im Schwarzen GGwtz

Eine Paganini-Anekdote non Ferdinand Brüger.

An einem glühend heißen Sommertage fuhr ein Postwagen langsam durch jene hohen Berge, die Italien von Frankreich trennen. Während die Gäule, von Zug und Glut ermattet, müde dahin schlichen, türmten sich ringsum am Horizont bedroh­liche Gewitterwolken auf. Als der Abend herein­brach, brauste plötzlich durch das totenstarre Schwei­gen ein entsetzlicher Orkan, in der schwarzen Nacht zuckten flammende Blitze, betäubend krachte ihr schmetternde- Widerhall in den hohen Felswänden.

Die Straße war schmal unb abschüssig, daher stieg der Postillon vom Bock und führte achtsam die sich bäumenden Pferde am Zügel. Die beiden Insassen des Wagens schimpften und beteten wech­selweise, während der Betturino (Kutscher) fluchte. Endlich barsten die schweren Wolken, ein unerhör­ter Wolkenbruch strömte mit vernichtender Urkraft hernieder, so daß man allen Gewalten der Sünd- flut preisgegeben schien. Mit einem Male schwankte der Wagen, neigte sich, sank vornüber, stürzte in den Graben und schlug um.

Die Regenfluten rauschten auf die Wagentcüm- mer und vollendeten bas nächtliche Chaos. Aber nach einer kleinen Schrecken-pause vermochten die unglückseligen Reisenden sich zu ihrer Verwunde­rung heil hervor zu arbeiten. Doch wohin nun in »dieser schrecklichen Sturmnacht mitten im Gebirge? Da erblickte der Kutscher in einiger Entfernung von dem Flutbettc, in dem sie gleichsam schwam­men, ein einsames Licht, bas in dem wilden Sturm 3U- schwanken schien.Das muß Castelnero (Das

schwarze Schloß) sein!" rief der Kutscher.Folgen Sie mir dorthin, Signori, der Schloßherr wird uns sicher aufnehmen." So plantschten benn die beiden Reisenden geduldig durch wahre Wasserströme hin­ter dem Rosselenker her. Endlich gelangten sie an das düstere Tor des großen Schlosses. E- wurde von zwei mächtigen Türmen flankiert, auf deren Spitzer helle Lampen brannten. Der Herr von Castelnero war bereit, die späten Arkömmlinge zu beherbergen, doch mußten sich diese mit zwei ent­legenen Kämmerchen begnügen, da gerade ein großes Familienfest gefeiert wurde und alle Zim­mer belegt waren.

Drunten im prachtvoll geschmückten Saal saßen an festlicher Tafel etwa sechzig Personen beim Mahl und in ihrer Mitte thronte eine von Schönheit und Juwelen strahlende junge Frau gleich einer Köri- gin. Ihr gegenüber saß der Herr des Schlosses. Zu der vorgerückten Stunde waren alle luftig und ausgelassen. Da brachte eine kleine Störung plötz­lich etwas Unruhe in den frohen Kreis. Drei der Bedienten ließen ohne besondere Ursache ihre sil­bernen Schüsseln fallen, horchtsa und standen wie erstarrt.

Was gibt es, Francesto?" fragte einer der Gäste, der auch von der fallenden Schüssel etwas abbekommen hatte, den alten Diener.

O, Exzellenz, der Teufel geht um, und hat seine Dämonen im Schloß einquartiert!" versetzte der Alte blaß und zitternd.

Diese alten Narren!" rief der Schloßherr ärger­lich dazwischen.Sie fitb furchtsam wie Kinder und erschrecken vor Blitz und Donner."

Bald war indessen der kleine Vorfall vergeßen. Nach dem Festmahl begann der Tcmz, luftige Weisen erschollen, da störte den ausgelassenen Froh­sinn ein neues Ereignis. Der alte Francesco stürmte bleich und zitternd in den Saal, sein Haar schien gesträubt.Die Hölle ist los!" schrie er. Kein Diener hat mehr den Mut aufzuwarten!" Er wies mit bebender Hand auf den düsterest, von Blitzen umleuchteten Turm. Alles drängte sich an die Fenster und öffnete sie. Kalter Wind fuhr herein, draußen tobte das Unmetter, Regen fiel in Strömen. Aber irgend woher, aus geheimnis­vollen Fernen, erklang es wie dec Ton einer Stimme voll geisterhaft wilder, übernatürlicher Macht und übertönte Donnergrollen und Windge- braus. Bald anschwellend wie Meerestosen, das feine Dämme zerschmetternd dahin rast, dann wie­der fast erlösch enb; es war wie herzzerreißendes Schluchzen einer verzweifelten Menschenseele, und bann wie gellender Hohnschrei gestürzter Dämonen. Alles starrte voll Grauen, überschauert von Todes­frost und unbegreiflicher Wehmut, in die roettir» leuchtende wilde Nacht.

Was war das? Als bas Gewitter verscholl, er» s losch gleich am feme t .Echo auch jene dunkle, jelt» same Stimme. Aber unmittelbar darauf erklang es wie ein feierlich-inbrünstiges Gebet, ein erhabener Hochgesang und man erkannte im schwachen Schein des Lichts hoch oben im Turme am Fen­ster den Spieler, den dämonischen Geiger, dessen ganze Seele mit dem wundervollen Instrument verwachsen schien . . .

Als der Kutscher mit seinen beider Reisenden in frühester Morgeistund« das Schloß merließ, er» fuhr man, daß der gespenstige Geiger Paganini gewesen war.

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Des Nfevdehandei

Humoreske von Börries, Frhn. v. Münchhausen.

Der dicke Kratsch von Stünzhain fuhr zwei- spännig nach Altenburg zum Roßmarkt, aber die Einspännergabol lag im Wagen, denn zurück sollte der Schimmel ihn allein ziehen, der Bauer wollte den Braunen verkaufen. Viel war er nicht mehr wert, aber so etwa zweihundert Taler . . . Kratsch versank ins Rechnen, was sein liebster Zeit­vertreib war. Ob er die Wiesenecke wohl für zwei­hundert Taler bekam, ober ob er den Bullen . . .? Was bringen eigentlich zweihundert Taler an Zin­sen?

Vor dem Gasthof zurSchellenzehne" auf dem Roßmarkt hielt er, spannte aus und zog die Pferde in den Stall. Dann ging er schleppfüßig in die niedrige Gaststube und beschloß den Tag mit et» liehen Kümmeln zu beginen. Der Chronist muß leider bekennen, daß er ihn ebenso abzuschließen pflegte.. Und daß er dazwischen oft mehr Kümmel trank als gut war.

In der Ecke der Gaststube stand unauffällig der dürre Binus Wagner auf. Gut hatte er das eingerichtet mit dem kleinen Einbruch in Rositz! Grad zur rechten Zeit, zum Roßmarkt, war er wieder frei gekommen. Und nun schlich er in den Stall hinaus, wo just der Hausknecht derSchellen­zehne" die Streu für die zu erwartenden vielen anderen Stallgäste des großen Markttages lockerte.

Binus gab seiner Stimme einen obrigkeitlichen Klang, als er dem Hausknecht zurief:Franz, der dicke Kratsch von Stünzhain läßt sagen, Du solltest seinen Braunen in den Kleinen Stall ziehen, die Stute wäre rassig, und man wüßte nie, ob nicht Hengste in den Stall kämen."

Mürrisch und stumm gehorchte der Hausknecht, was ging es ihn an, wohin die Bauern ihre Pferde stellten! Eben kamen neue Gäste herein, zwei Braune wurden neben den Schimmel des dicken Kratsch gestellt.

Auf dem Hofe flüsterte Binus mit seinem Freunde Linus aus Remsa, mit dem er schon man­chesDing gedreht". Linus hatte sich als Bauer an­gezogen, was für den Knecht ums Jahr 1850 ganz unmöglich war. Aber da er drei Jahre gesessen hatte, kannte ihn niemand, und er mochte wohl seine Gründe haben, in dieser Verkleidung zu kom­men.

Aufgeregt polterte Linus ins Gastzimmer:So eine Schweinerei, verfluchte! Fällt mir meine alte Schindmähre am Weißen Berge in Cbausseegraben und ist nicht wieder hoch zu kriegen! Und ich muß den Wagen mit meinem besten Weizen draußen