Erficht, das sich aber sofort abwandte, um nicht erkannt zu werden.
„Nichts — nichts — loslassen —1" stieß es angstvoll gepre^ hervor.
„Ich will Dich lehren, loslassen", rief der Pfarrer und versuchte; den Jungen in den Lichtschein der Ampel zu zerren. Der Bursche schien auch zuerst Folge zu leisten, gab sich aber dann einen Ruck, mit dem er sich geschmeidig aus der Umklammerung befreite, und stürzte davon. Der Pfarrer tat ein paar Sätze hinter dem Flüchtenden her, aber er vermochte nur noch dessen Mütze zu erwischen; wie er sie ihm vom Kopfe riß, geschah etwas höchst Seltsames: eine Flut hellblonden Haares quoll hervor, fiel über die Schultern herab und wehte wie eine Mähne hinter dem Fliehenden her. Der Pfarrer stand wie angewurzelt da. Was war das? Dort lief ein Mädchen, ein halbwüchsiges Mädchen, das ein Eulennest ausgenommen hatte. Der Pfarrer ahnte die Zusammenhänge und wußte schließlich alles. Er schüttelte das ergraute Haupt und schritt mit leisem Lächeln zu dem Beichtstuhl zurück. —---
. Fünf Jahre später saß der Pfarrer cm einer reichen Tafel, und an ihrer Spitze thronte die schöne Brigitte als schimmernde Bmut. Die Begrüßungsworte des Brautvaters waren verklungen, und der Pfarrer nahm das Wort. Er fpmch zuerst, wie es dem geistlichen Herrn zukam, würdevoll, väterlich- milde, und fuhr dann fort: „. . . ich habe dort das Mädchen in Kranz und Schleier dereinst getauft, es heran wachsen sehen, es zum Tische des Herrn geführt, und — heute will ich es gestehen, erschrecken Sie, nicht, meine Herrschaften! — ich habe es einmal in der dunklen Kirche fest in meinen Armen gehalten..."
Alle sahen auf Brigitte. In der ausgelassenen Fröhlichkeit, die nun anhob, stand schmunzelnd der Pfarrer und nestelte an der Schoßtasche seines Bratenrockes. Er zog zum allgemeinen Erstaunen eine blaue Matrosenmütze hervor, glättete sie mit streichelnden Händen und reichte fieber erlöst und unter Tränen lachenden Braut.
Dev gelähmte Vauev
Von 3ean Rochon.
Der Vater Moinsiaux hatte am Morgen über 40 Are Klee gemäht. Er kehrte um elf, schweißtriefend zurück, mit schweren Beinen, lchlaff herabhängenden Armen und leerte hastig zwei Gläser Zider, die an seinen Magenwänden eigentümliche, ziemlich senore, ja sogar artikulierte Laute weckten, die das Gluckgluck des Puters täuschend nachahmten.
„Ha! Hab ich einen Durst!"
Auf dem Tisch sandte eine braune, bauchig gewölbte Terrine heiße Dämpfe zu den geschwärzten Deckenbalken aufwärts und verbreitete in der Stube einen kräftigen, appetitweckenden Geruch von Kohl und frischem Speck. Der Vater Moinsiaux griff nach dem Suppenlöffel mit dem gleichen Eifer, als wenn er nach einem Hackenstiel langte, und füllte seinen Napf, an dessen Seite sich zwei Henkel befanden, die den herabhängenden Ohren eines Fersengeld gebenden Meister Lampe glichen. Plötzlich zog ein weißer Briefumschlag, der aus dem Fleck, wo sein Sohn saß. lag, seine Aufmerksamkeit aus sich.
: „Was? Was ist denn das?"
'^Therese, Die gerade ReW in den Heim warft ^auf dem eine Omelette bräunen sollte, antwortete, ohne sich umzuwenden:
„Den Brief hat der Bote heute morgen für Pièrre gebracht."
„Woher kommt er denn?"
„Aus Paris, glaube ich."
Moinsiaux zuckte mit den Achseln. Eine breite Furche grub sich in seine Stirn und zugleich kräuselten sich seine schmalen Lippen seltsam.
„Meine Tochter", brummte er, „ich glaube, daß unsere Felder bald Trauer anlegen müssen."
Inzwischen war auch Pierre angekommen. Er brach den Brief auf, las rasch seinen Inhalt, und, als wenn die Mitteilung nur seiner Erwartung entspräche, sagte er, ohne besondere Freude zu zeigen: „Also, ich bin vom nächsten Monat ab bei einer Pariser Paketfahrt-Gesellschaft verpflichtet."
„Na, da sei zufrieden", erwiderte Moinsiaux sarkastisch.
Am anderen Morgen wurde Therese aus dem Schlafe geweckt: Schmerzenslaute drangen aus der Kammer ihres Vaters. Sie stand eilig auf und fand Moinsiaux auf der Bettvorlage hingestreckt.
„Was machst du denn, Vater?"
„Was ich mache?" stöhnte er. „Hm, ich weiß es selbst nicht . . . Aufstehen wollte ich . . . da find meine Knie eingeknickt wie die einer alten Mähre... . und jetzt bringe ich mich nicht wieder hoch."
Das junge Mädchen rief den Bruder. Unter großen Schwierigkeiten hoben sie Moinsiaux auf, der laut lamentierte:
„Das hat mich wie ein Blitzstrahl getroffen! . . . Ich bin fertig.. . . fertig!"
Der herbeigerufene Arzt stellte eine Lähmung fest, welche die ganze linke Seite befallen hatte "und das Herz sehr gefährdete. Die Kur und die Medikamente, die er verschrieb, wirkten nicht. Nach einer Woche erklärte Moinsiaux mit Tränen in den Augen:
„Meine armen Kinder, ich bin für den Rest meines Lebens gelähmt. . . Wir müssen, ihr wie ich, Entschlüsse fassen ... Ich möchte euch keine zu schwere Last aufbürden . . . Pierre, schreibe an den Direktor des Hospitals, wegen meiner Aufnahme... Er wird vielleicht vier- bis fünfhundert Frank Jahrespension fordern . . . Aber was bleibt übrig? .... Uebrigens werden meine Felder, wenn sie einmal verpachtet sind, diese Summe schon aufbringen!"
„Und wir?" fragte Pierre; angstvoll krampften sich seine Züge zusammen.
„O, euretwegen bin ich ruhig", erwiderte Moinsiaux... „Du, Pierre, hast bald eine gute Stelle... Unif Therese wird, ehe wir uns versehen, einen jungen Burschen finden, der ihr hilft ein Nest zu bereiten."
Der Entschluß des Vaters machte einen niederschmetternden Eindruck auf den Sohn. Pierre sah das Dach, unter dem er geboren war, zusammenbrechen. Sein Gesicht zeigte einen so entsetzten Eindruck, als wenn er jede Ueberlegung, alle Besonnen- heft verlöre.
Die wirtschaftlichen Folgen der Lähmung Moinsiaux mußten in jeder Beziehung verhängnisvoll werden. Wenn die Felder von trägen und gleichgültigen Händen bebaut, das Vieh zerstreut, das Haus geschlossen wurde, — was blieb vom einstigen
Wohlstand übrig? Würde das Pachtgeld auch nur genügen, um die Pension für Moinsiaux zu bezahlen?
Pierre ging zum Arzt.
„Ich wollte Sie im Vertrauen um Ihre Meinung fragen . . . Antworten Sie mir offen, denn ich muß einen schweren Entschluß fassen . . . Kann der Vater mit seiner Krankheit lange leben?"
„Mein Freund", erklärte der Arzt, „da läßt sich schwer etwas voraussagen. Gelähmte von 80—90 Jahren sind keine Seltenheit . . ."
„Gut ... ich danke Ihnen."
Pierre kam nach Hause und setzte sich an das Krankenbett des Vaters.
„Du brauchst nicht ins Hospital... Ich nehme die Stelle nicht an . . . Meine Schwester und ich werden dich nach besten Kräften pflegen. . ."
„Du bleibst also da?" unterbrach ihn der Vater. „3a."
„Nach deinem Wunsch, mein Sohn! . . . Nach deinem Wunsch!"
Moinsiaux schien sich mit seinem Zustand abzufinden. Täglich unternahm er einen kleinen Spaziergang am Feldrand. Das ging sehr langsam, ein Bein zog das andere nach, die Rechte stützte sich auf den Stock, der Rücken war gebeugt, schräg, wie man das bei Hunden sieht, die über verschneites Land traben. Manchmal strich er an den Furchen vorbei und streichelte seine Rinder, deren Fell so rot war wie die Vogelkirsche.
„Na, Charlott! . . . Mein alter Toine! ... Ich dachte, wir würden mal zusammen Feierabend machen."
Beim Essen wurde Moinsiaux wie ein Kind bedient. Therese schnitt ihm kleine Brot- und Fleischwürfel, und nach Tisch stopfte ihm Pierre die Pfeife; diese Liebesdienste rührten ihn.
„Ihr macht euch' allzuviel Mühe wegen eines Kerzenstumpfes, der bald auslöschen wird."
Abends, wenn seine beiden Kinder ihn sorgfältig zwischen die reinen Linnen betteten, zitterten seine Lippen wie im Krampf:
„Zum Glück dauert das nicht mehr lange . . ."
Im Laufe des Winters heirateten Pierre und Therese, und die beiden Paare lebten einträchtiglich nebeneinander. Moinsiaux gab sich alle Mühe, den jungen Hausfrauen kleine Freuden zu bereiten. Niemals gingen diese auf einen Jahrmarkt der Umgebung, ohne daß er nicht einer jeden ein Fünffrankenstück in die Hand drückte.
„Man weiß doch, was sich ein Frauchen ^wünscht; immer kann sie eine rote Schleife oder ein Paar Strumpfbänder brauchen!"
Das Leben floß ftiedlich dahin, im Familienkreise, bei harter Werktagsarbeit, in froher Harmonie der Herzen. Da trat ein schwerer Unglücksfall ein: eine Dreschmaschine zermalmte Pierres Arm. Man mußte ihn amputieren. Er trug die Operation mutig, ließ sich nicht einmal chloroformieren. Qual verursachte ihm nur die Frage, die er seinem Vater ins Ohr flüsterte:
„Zu was tauge ich noch? . . . Ich kann ja nicht mal mehr den Pflug führen?"
Plötzlich reckte sich der Alte empor, warf mit heftiger Gebärde seinen Stock in die Ecke. Sein Hr straffte sich und zeigte die unerschöpfliche jener alten Bauern M MM Tode arbeiten och niemals kapitulieren. Seine Augen glänzten wie zwei Karfunkel unter dem starken Reflex der wieder in feinen Adern pulsenden Energie, unter dem heftigen Schmerz, der an seinem Herzen riß ... Diese plötzliche Wandlung weckte in ihm eine unglaubliche Spannkraft. Im Flug einer Sekunde gab ■5 keinen Gelähmten mehr. Der Fünfzigjährige hatte ich wie durch Zauber der falschen Mittel entledigt, Ke seine Lähmung glaubhaft machten. Allen erschien es als ein Mirakel. Aber Moinsiaux näherte sich chluchzend dem Bett seines Sohnes.
„Sei ruhig mein Junge! ... Ich werde den Pflug führen . . . Deswegen sorg dich nicht . . . Vergib mir, daß ich mich verstellte und einen Schlaganfall heuchelte: ich mußte dich hier behalten . . . bei mir. . . Daß du fort wolltest, quälte mich ehr . . . Ich konnte den Gedanken nicht fassen, dich ern zu wissen, unser Gut durch deine Gleichgültigkeit verwahrlosen zu sehen . . . Das war doch zu hart! Aber jetzt mach ich mich an die Arbeit . . . Schockschwernot! Von der Hand soll sie mir gehen, ich schwöre es dir... Ich hole die verlorene Zeit ein . . . Pfleg dich, mein Junge . . . Schlaf . . . Diesmal sollen unsere Felder noch nicht verderben."
(Aus dem Französischen von J. Kunde).
B=5=Q 5=0
den Prüflingen mochte seine Sache doch wahrlich nicht schlecht.
Also kam der Zwanzigste an die Reihe.
Wieder der beliebte Anfang, der Blicke in abgrundtiefe Felsschlücht« öffnete, in seiner ewigen, Nerven aufpeitschenden Wiederholung: „Was kön- nen s!" Und dazu hatte die Mähne des Gefürchteten noch immer nicht den schon fast sagenhaft ge- wordenen Höhepunkt ihres Sträubens erreicht.
„Was können sl" bornierte die Stimme zum anderen Male, während ein vernichtender Blick den jungen Burschen traf, der da mit hoher Stirn und Hellen Augen am Flügel stand. Der sprach kein Wort, setzte sich und begann zu spielen. Einige schlichte Akkorde klangen auf ...
Rauschte nicht die Linde draußen vor dem Fen- ster? Blühte nicht der Frühling in den kerzenbesteckten Zweigen? Der Frühling mit all seinem Sehnen und Hoffen, mit seinem dunkelhellen Ahnen? Er hob den Spielenden aus dem engen Raum, entrückte ihn dem irdischen Wick des gefürchteten Hofkapellmeisters.
Aus dem Blütenbaum stieg dem Phantasierenden am Flügel ein fernes, wünderfemes Dörflein. Dort . . . die Linde . . . der plätschernde Brunnen, der seine Silberperlen in die Sonne stäubte . . . und der Friede, der von den windharfenden Zweigen tropfte.
Sacht griffen die schmalen Finger in die Tasten. Akkord schmiegte sich zu Akkord und weckte den Traum der Jugend: „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum."
Und sieh! Aus den bMenschimmernden Zweigen winkte ein liebes, süßes Mädelgesicht. . . lockte . . . „Geselle, du fändest Ruhe dort." —
Leise, wie der Wind in den Tannen zum Schlafe sich wiegt, verbluteten Klang und Lied.
Doch noch immer hing der weltverlorene Blick in der alten Linde vor dem Fenster. Im dichten Blättergewirr schlug eine Amsel. Goldene Sonne spielte mit den schmalen Händen des Burschen.
„Weiter kann Er nichts, Er Mosjöh?!" Die rauhe Stimme zerknüllte Traum und Lied.
Jäh in die Wirklichkeit gerissen, starrten zwei erschrockene Augen auf den Professor. Wie gespalten waren sie. In ihrer Tiefe aber schimmerte noch der versonnene Klang, abgeklärt, unirdisch, urmächtigster Ausdruck eigensten inneren Erlebens. Für Sekunden bannte den Allgewaltigen der Blick dieser seltsamen Augen, dann aber entschied das harte Wort, fast schon zur Gewohnheit geworden: „Raus!"
Leise klirrte die Tür ins Schloß. War die Sonn« aus dem Saal gegangen? Der schluchzende Amselschlag vor dem Fenster starb. —
Jahre versanken. Wieder fand eine der gefürch- taten Musik Prüfungen statt. Und wieder beherrschte der Herr Hofkapellmeister den Saal. Zum dritten Male schon war das Wort „Was können sl" gefallen, da öffnete sich die Tür, und herein trat Oesterreichs Kaiser, ihm zur Seite ein junger Gesell mit hellen, seltsamen Augen.
„Mein lieber Hofkapellmeister!"
„Majestät befehlen?"
„Wir möchten Ihrer Musikprüfung ein wenig beiwohnen Besonders unser berühmter Schubert Fra
fessor toste das^^W II I . !
Ohne Störung nahm das Examen feinen Verlauf. Nur der gestrenge Herr Examinator schien nicht wie sonst bei der Sache zu sein. Seine ge- ürchteten Worte blieben des öfteren aus, was noch tie im Bereich der Möglichkeit gelegen hafte. Bis n einer Pause unvermittelt der Franz Schubert agte: „Majestät erlauben! Gestatten Herr Hof- lapellmeister! Ein Liedel möcht' ich Ihnen vorplauschen!"
Schon saß er am Flügel und spielte. Wieder rauschte der Lindenbaum ... der Brunnen sang. Durch den sonnenhellen Raum schritt Erinnerung, 'chritten heimliche Worte von versunkenem Glück.
Der Professor trat sacht zur Seite in eine Fensternische. Lauschte dem schlichten Spiel ... aus dem ein Tag vergangener Jahre stieg. Er sah einen Burschen mit seltsamen Augen. . .
Langsam und schwer, wie der Blutstrom stockend zu Herzen ihm trieb, dämmerte die Erkenntnis in ihm auf . . .
Das Lied war zu Ende. Der Komponist erhob sich, trat mit leisem Lächeln zu dem Gefürchteten in der Nische: „Nichts für ungut, Herr Hofkapellmeister! Wissen's noch damals . . .? 'S war halt nur der Schubert Franzl," —
Der Chronist meldet, daß die Musikprüfungen des Hofkapellmeisters plötzlich einen ganz anderen Charakter angenommen hatten.
s-s-W-r-s
Talent
Skizze von Jo Hanns Rösler.
Am nächsten Morgen meldet sich %, wieder bei dem Schauspieler. Aber er J mals nicht vorgelassen.
Bert Barna mußte drei Stunden w dann zu erfahren, daß der Herr mttT weggefahren und seine Rückkehr unbW Er ließe Herrn Barna aber bitten, Morgen zu kommen. So ging es Tag Woche für Woch-, ohne daß Bert Bargen wurde.
Immer wieder stellte sich der Junge eb- geduldig und veräeblich. viele Stunden - eines Tages sein Vater fragte: „Du haft nichts von Deinem Besuch bei dem Sch^ zählt." I
„Ich habe ihn noch nicht gesprochen, SV
»Nicht gesprochen? Aber er hat mir t sagt. Dich zu empfanget. Warst du an M gen bei ihm?"
„Diesen Morgen und seit sechs Woâ Morgen."
„Und er hat dich nicht empfangen?"
„Er hat mich nicht empfangen, Vater's
Ehrlich aufgebracht trat Barna ins .• „Sie hatten mir doch versprochen . . ." *
„Ah? Der Vater unseres jungen W ließ ihn der Schauspieler nicht zu Wortes „ich muß Ihren bekennen, ich bin ehrlich A von dem Jungen. Ein großes Talent. O fünft liegt vor ihm. Er.wird seinen WeM
„Aber Sie haben ihn doch überhaupt f pfangen?",
„Eben deswegen, verehrter Herr", â Schauspieler, „denn obwohl ich ihn niete ; ist er jeden Tag wiedergekommen und A Stunden vergeblich gewartet. Warten M immer wieder vergeblich warten ist bebte die Hauptsache. Talent hat jeder zweit! A aber warten können wenige. Er kann e»,D verspreche ich Ihnen, mich für den theatil Jungen zu verwenden."
WM.
Kreuzworträtsel.
Von links nach rechts: 1 Lotteriezett Rußland, 5 Viehgruppe, 7 Deutsche in Bayern, 12 Zeitadverb, 13 Straußartz 14 Stock, 16 „Paradies", 17 Fußpunkt, 5 form, 21 Rundholz am Mast.
Von oben nach unten: 1 Art Truhe, 2 Meerenge, 4 Deutsche Stadt, 5 Landunz Schiffe, 6 Gefäß, 7 Turngerät, 8 Färbt sottenes", 11 Ansturm auf Kassen, 15’ Blutgefäß, 19 Alte Beherrscher von Pèw
Ms MMkvvüfuttg
Skizze von Kurt Keßler.
Der Herr Hofkapellmeister zu. Wien hielt wieder eine seiner gsfürchteten Musikprüfuugen ab. Den wetten Saal beherrschte der Allgewaltige allein und unbedingt. Mit steil stürzender Stirn, die Brille hoch in die Nase geschoben, das Haar löwenhaft gemahnt, den in einem Stich endenden Blick drohend auf die Zöglinge gerichtet, oersetzte er selbst das Herz der musikalischeen Beisitzer in nicht geringe Erregung.
Das Examen begann. „Fahren's los! Was können's!" — „Ich kann..." — „Zeigen's, was Sie können!"
Wie ein scheues Kücken tastete das o von vornherein im Glauben an sein Können stark erschütterte Opfer nach der FiedÄ, dem Kontrabaß, setzte sich wohl auch mit ängstlich gekrümmten Schultern an das Pianoforte, um mit dem Mut, der aus der Verzweiflung wächst, seine Kunst durch eine trillernde Kadenz oder schicksalsschwere Fuge dem Meister gegenüber unter Beweis zu stellen. Letzteres war allerdings nach herkömmlicher Erfahrung schwerer durchzuführen als eine Besteigung des "Äefansturmes von außen her.
So hatten auf diese Weise schon neunzehn Prüflinge nach wenigen Takten ihres Spiels den unerbittlichen Ruf „Raus!", der stets von einem „Furioso"-Grifs des Prüfenden in die wirbelnde Mähne begleitet war, hinnshmen müssen. Gegen den Urteilsspruch des Allgewaltigen gab es kein Rechtsmittel. Hoffnungen sanken, vom harten Wort leichtlich zerbrochen.
Selbst die Beisitzer waren nicht selten erschüttert ob der Tragik, die so unvermittelt die jungen, strebenden Menschlein packt« und sie rauh zurückstieß in die Masse derer, die weder Talent noch Genie heraushob aus dem Alltagsstrom. Und mancher von
Der große Schauspieler stand vor dem Spiegel und band sich die Krawatte... Es klingelte.
„Bitte?"
„Ein Herr Barna ist draußen. Er bittet, empfangen zu werden."
„Führen Sie ihn herein."
Silbenrätsel.
Aus den Silben: a, an, ba, bri, bmW di, di, bin, e, e, e, eft, gi, he, hu, i, h la, lack, lieb, maß, mu, mus, nal, ner, - hif, nutz, o, ta, re, ri, rich ro, ros, sä, t»M ti, tor, tsing, u, us, us, sind 19 Wörter deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide nach unten getefer.. e^en Spruch ergebe:
Die Wörter bedeuten: 1 Durchmesser, & phonie von Beethoven, 3 Nachtvogel, 4 , Schottland, 5 Jüdische Geheimlehre, ° U 7 Deutscher Märchendichter, 8 Blume, 9 ^ deutsche Stadt in China, 10 Blauer W Gott der Liebe, 12 Art Hohn, 13 Stalie# 14 Inselgruppe an der Küste Schottland», V f, 16 Fußboden, 17 Glaskolben, 18 k Amerikas, 19 Gleichwort für „Tunichtgut >
Auflösung der Rätsel tn der nächsten ® der Sonntagsbeilage.
Auflösung der Kassel aus der Sonntag Silbeu-Kreuzworträtsel.
Herr Varna trat ein. „Entschuldigen Sie, daß ich störe", nahm er in dem angebotenen Sessel Platz, „aber ich komme um meines Kindes willen. Mein Sohn Bert hat sich in den Kopf gesetzt, zur Bühne zu gehen. Wir waren erst dagegen, aber e Mich haben mir nachzeg'ben, .ad wenn der Junge wirklich Talent hat, wollen wir ihm nichts in den Weg legen. Aus diesem Grunde wollte ich Sie bitten, ihn —"
„Zu prüfen?"
„Sie werden mir einen Gefallen erweisen."
„Schön. Schicken Sie mir morgen früh Ihren Sohn."--
♦
„Herr Bert Borna ist da. Er sagt er sei angemeldet."
„Er soll warten", befahl der Schauspieler.
Nach zwei Stunden kam der Diener wieder.
„Haben der gnädige Herr vergessen, daß jemand wartet?"
„Nein. Ich habe es nicht vergessen. Lassen Sie ihn noch eine Stunde wartoi, und dann sagen Sie ihn, ich wäre heute verhindert. Er soll morgen wiederkommen."--
Silbenrätsel. D
1 Monarch, 2 Irland, 3 Tahiti, te 5 Eisack, 6 Nektar, 7 Lmnetta, 8 Eichen" M ternat, 10 Davos, 11 Efendi, 12 Novelle, '. stranz, 14 Efeu, 15 Herbert, 16 Redakte> ' nika, 18 Sarkophag, 19 Isolde, 20 EHE«
Der Spruch lautet: Mit den Leiden die Kraft, sie zu tragen.