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Vanarr Siadt und Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben |y Mnai RM. 1.-/ für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer t0, Freitag cks, . Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Lreite 8 R.pfg im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. , Offertengebühr 50 R-pfg.

Uv. 228

Mo«tas de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrifi u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. ^Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Fernspr. 3956, 3957,3958

26. Uovemdev

1628

Das Neueste

N Admiral Scheer, Ehrenbürger der Stadt Hanau, ist in der letzten Nacht gestorben.

£ _ Der Zentralvorstand der Deutschen Volks- partei nahm in mehreren Entschließungen Stellung zu verschiedenen politischen Tagessragen u. a. auch zur Konkordalssrage.

An der Westküste Schleswig-Holsteins und V besonders auf Sylt find außerordentlich schwere Sturmverheerungen zu verzeichnen.

Im Rechtskamps um den Schiedsspruch im Eisenkonslikl erkannte die Berufungsinstanz gegen die Arbeitgeber Nordwcst.

J. I Im Befinden des englischen Königs ist eine I Verschlechterung eingetreten.

Schwere Stuvm-Oâden auf Sylt

Hamburg, 24. Nov. Auf Sylt wütet seit Freitagabend bei außerordentlich niedrigem Ba­rometerstand eine Sturmflut, die selbst diejenigen der Jahre 1911 und 1923 übertrifft. Bei einem Wesisüdwestwind mit einer Windstärke schwerer Schaden angerichlet.

von 1012 wurde überall auf der Insel

ÄdMwaI Gchöèv t

rtsWsvLfovM und Wahl-

Reichskonserenz des Republikanischen Reichsbundes.

, > j, Berlin, 25. Nov. Der Deutsche Republikanische Reichsbund hielt heute hier seine Reichskonferenz ab. Der Vorsitzende Oberbürgermeister Dr. Luppe- ' Nürnberg hieß in seiner Begrüßungsansprache be­ben Reichsminister des Innern Severing

, sonders -............

willkommen. Ferner bemerkte man unter den An- wesenden den preußischen Staatssekretär Abegg und öben Oberpräsidenten Noske-Hannover. Reichstags- zM Präsident Löbe, Rsichsarbestsminister Wissell, die preußischen Minister Schmidt, Hirtsiefer, Dr. Schrei, der und Dr. Becker, der Präsident des Deutschen «Stäbtetages, Dr. Mulert und viele andere hatten

Grüße übermittelt. Die bisherigen Vorsitzenden, Reichstagspräsident Löbe, Oberbürgermeister Dr. Luppe und Ministerialdirektor a. D. Dr. Spiecker mrröen wiedergewählt, ebenso der Reichsvorstand

knisterte '"einen umfangreichen _____,.___ w. _., .

MÄrbeiten zur Reichsreform, bei denen man jetzt bei der siebenten Etappe angelangt sei, den Gedanken tutdifferenzierten Gesamtlösung", die differenziert sei, weil es nicht notwendig und auch nicht möglich ist, alles zu typisieren, die aber doch eine Gefamt- 1,5 löfung und keine isolierte Lösung für Norddeutsch- Wland darstelle. Nach einer Kritik an der Denkschrift i. des Erneuerungsbundes, die zunächst die Debatte um " zwei Etappen zurückgeworfen habe, empfahl der Redner für die zu schaffende Gesamtlösung u. a. weitgehende Anwendung des Prinzips der Auftrags- e? Verwaltung und stärkere Zusammenfassung der Reichs- und Landesbehörden. Für die kleineren Länder forderte er individuelle Ueber- ^leitung in das Gesamtbild unter Schonung beson­derer Bedürfnisse, z. B. Kultur in Hessen, Wirt- . schaft und Finanz in den Hansestädten. Die Not, . besonders der Etat 1922, werde die Verständigungs- bereitschaft stärken und die Verwirklichung der Auf- elr tragsverwaltung werde wahrscheinlich das erste

ts!

Die Dörfer Morsum und Archsum sind durch die Fluten völlig von der Insel ab- gelrennt worden. Das Weslerländer Rettungsboot ist zur Hilfeleistung nach den Ortschaften abgegangen. In Morsum muhten die Bewohner von 15

Häusern

len. In dem Gebiele von 2Hor-

fum bildeten sich durch die Sturmfluten ab­geschlossene Inseln. Aus Munkmarsch wird be­richtet, der AusternfischerdampferGelbslern" sei aus Strand geworfen. Munkmarsch steht halb unter Wasser. In Wenningstedt sind wiederum große Kliffabbrüche zu verzeichnen. Der Eisenbahndamm nach Hörnum wurde von den Fluten durchbrochen. In Eitum steht das Wasser hoch an dem Steilufer.

21 u f dem

M o r g e n z u g st e ck e n. Da er ni

enburgdamm blieb ein

walt des Sturmes ankam, muhte

stHl gegen die Gr­eine Hilfsmaschine

beordert werden. Trotz dieser Verstärkung Halle der Zug weniger Geschwindigkeit als ein Fußgänger und traf mit eineinhalbstündiger Verspätung in Westerland ein. An dem Neubau ves Postamtes in Westerland stürzte eine Mauer ein. Auch sonst ist sehr großer Schaden an den Häusern und am Strande aus der Insel angerichtel worden. Die Ge­fahr scheint noch zu wachsen, da sich der Sturm nach Nordwest dreht. Die Drehbrücke auf der Insel wurde überschwemmt. Auf der Reede stießen die LeichterschiffeRhein" undMain" zusammen.

SLrrsm an dSB fVavzhMchett âüfts

Paris, 25. Nov. Entgegen der gestern von den französischen Wetterwarten für heute angekündigte Besserung der Witterung hat der seit zwei Tagen herrschende Sturm an Stärke zugenommen. Sowohl von der gesamten französischen Küste als auch aus dem Innern treffen Nachrichten über ziemlich große Schäden ein, die durch das Unwetter verursacht worden sind. Eine Meldung aus Lorient kündigt ein neues Tief an. Jeder Schiffsverkehr von diesem Teil der Küste aus habe eingestellt werden müssen.

Nach einer Meldung aus Quimper ist die Gegend von Douarmenez vom Sturm besonders heimge'sucht worden. In Bayonne wurde ein englisches Schiff in der vergangenen Nacht vom Sturm vom Anker gerissen und gegen die dem Hafen vorgelagerren Felsen geworfen. Nach längeren Bemühungen ge­lang es einem Dampfer und einem Rettungsboot das Schiff zu bergen. Der italienische Dampfer Goldoni", der Notsignale gegeben hatte, hat seine Havarie dürftig ausbeffern und seinen Weg fort- setzen können. Ein im Hafen von La Rochelle be­heimateter Dampfkutter hat durch Funkspruch mit­geteilt, daß er 15 Mann der Besatzung des italie­nischen FrachtdampfersBarbara", der im Golf von Gascogne gesunken ist, ausgenommen hat und nach Ly R ochche. Mte.rw.eM Lt. AusBreit chM .gemcl-

Berlin, 26. Nov. Admiral Scheer, der sich auf einer Reise von Dresden nach Mannheim be­fand, ist in der Nacht vom Sonntag auf Montag plötzlich gestorben. Die Beisetzung des Admirals, der erst am 30. September feinen 65 Geburtstag feiern konnte, wird am Donnerstag oder Freitag in Weimar erfolgen.

Admiral Scheer, der letzte Chef des Admlralstabes ist am 30. September 1863 in Oberkirchen, Kreis Rinteln, geboren. Seine Jugend verlebte er in Hanau. Er besuchte von Ostern 1872 bis Weih­nachten 1878 das hiesige Gymnasium. Am 24. April 1879 trat er, 15/4 Jahr alt, als Kadett in die kaiserliche Marine ein. Seine Laufbahn in der Marine hat sich in dem Zeitraum vollzogen, inner­halb dessen sie sich aus bescheidenen Anfängen zu einerstarten. Kaum illütte entwickelte. Zar üer-LK.c- r er Führer der Hochsee- . Am 5. Juni 1916 wurde er Admiral und im ult 1918 Chef des Admiralstabes der deutfcheü Ma^ne. Am 20. Juni 1916 wurde ihm das Ehren­bürgerrecht der Stadt Hanau verliehen.

praktische Ergebnis sein.

f Oberbürgermeister D r. Luppe behandelte s^f die Zusammenhänge zwischen Wahlsystem und Par- .1« lamentarismus im Hinblick besonders auf die weit- W gehende Unzufriedenheit mit manchen Erscheinungen .ip des deutschen Parlamentarismus. In der jetzt häufi- W gen Kritik an dem geltenden Verhältniswahlsystem .mJ scheine ihm eine erhebliche Ueberschätzung der Be- M deutung des Wahlsystems für die parlamentarische âkbeit zu liegen. Die Behauptung, das gegenwärtige s Listenwahlsystem begünstige die Parteizersplitterung, sei absolut unrichtig. Der 1913 gewählte Reichstag 1dl habe z. B. auch nicht weniger als sieben Parteien, ' sieben Gruppen und sechsWilde" gezählt. Der heutige Reichstag zähle acht Parteien, drei Gruppen und zweiWilde". Nach kritischen Seitenblicken auf aff: französische, englische und amerikanische Verhält- M Nisse bezeichnete der Redner die Wiedereinführung M d^r Meyrheitswahl für Deutschland als einen Rück- a^ schritt und eine Gefahr. Die vorhandenen Schäden M des Parlamentarismus feien nicht dura) Aenderung »rlll ^ ^nhlrechts zu beseitigen, sondern nur durch ' SeGstzuchl des Parlament und durch größere poli- tische Reise des Volkes, durch Einlrbev in die neue Form der Selbstregierung.

In der Aussprache äußerten sich demgegenüber der preußische Ministerialdirektor D r. B a d t, der Generalsekretär der Deutschen Demokratischen Par­tei, Stephan, und eine Reihe weiterer Redner ^nachdrücklich für eine Reform des bestehen - den Wahlrecht, die in einer Beibehal- Mmng der Verhältniswahl bei gleichzeitiger L Verkleinerung der Wahlkreise zum Zweck einer engeren Verbindung zwischen Kandidaten und Wäh­ler und einer Verminderung der Macht der Partei- instanzen bei der Auswahl der Kandidaten zu suchen ei.

gung vor allem schwere Abbrüche von der Westküste der Insel Sylt festgestellt. Die Sturmflut hat hier bis zu 15 Meter tiefe Löcher in der Klippe und in den Strand gerissen, so daß beispielsweise ie Kur- Hausstrandhalle von Wenigstedt, die jetzt hart an der Abbruchstelle steht, bei einer zweiten Sturmflut unrettbar in die Tiefe stürzen würde und infolge­dessen unbedingt zurückversetzt werden muß. Das Strandkaffee hängt bereits zu zweidrittel über dem Abhang und muß sofort abgebrochen werden.

Die Stadt Westerland und die Gemeinde Wennigstedt waren selbst durch die Brüche an dem, der Hamburg-Amerika-Linie gehörigen Eisenbahn­damm nach Hörsum stark bedroht. Der Süden von Westerland stand bereits unter Wasser

Die Insel Sylt wurde durch die Sturmflut geradezu in drei Teile geteilt.

Der Nordteil der Insel, die Halbinsel Ellenbogen, ist durch einen breiten Flutstrom von der Haupt­insel getrennt worden. Das Ost-Leuchtfeuer war vollkommen von den Fluten umgaben, so daß die Wächter nicht mehr abgelöst werden konnten. Auch die Gemeinden Archsum und Norsum wurden von der Halbinsel getrennt. Auf die von dort eingetroffe' nen Hilferufe sind Rettungsboote von Westerland ausgelaufen, um die Eisenbahn von den völlig um= fluteten Watten zu retten.

Die Einwohnerschaft von Rantum flüchtete _auf die hohen Sanddünen. Der ganze südöstliche Teil von Sylt stand viele Meter hoch unter Wasser. Die Schule von Tinnum war vollkommen von Wasser umgeben, so daß die Kinder von ihren Angehörigen mit Booten herausgefischt werden mußten. Die Feuerwehrmannschaften sämtlicher Ortschaften, auch die der Stadt Westerland, waren ohne Unterlaß dauernd tätig.

Wie uns der Bürgermeister von Westerland heute abend versichert, sind sank der unermüdlichen Rettungsarbeiten auf der ganzen Insel bisher keine Opfer an Menschenleben zu beklagen. Es muß je­doch unbedingt etwas geschehen, um Vorkommnisse dieser Art in Zukunft zu verhindern.

Auch der Hindenburg-Danim hat den Fluten vollkommen standgehalten. Nach Ansicht der Snlter Behörde ist jedoch die Existenz des Hindenburg- Dammes die Hauptursache der gegenwärtig zu ver­zeichnenden hohen Wasserstände. Die Konferenz der Gemeindevorsteher verlangt als Hauptforderung die Eindeichung der Halbinsel und des südlichen Wattenmeeres, sowie verstärkten Schutz für die Westküste.

sandte und meldete, daß er leck sei. Ein lepper ist von Brest aus zur Hilfeleistung abgegangen. Der Amiral Conty", ein 6000-Tonnenschiff, wurde um diese Zeit 64 Grad 13 Minuten nördlicher Breite und 8 Grad 10 Minuten westlicher Länge gemeldet.

Aus Südfrankreich werden starke Schnee­fälle gemeldet. An den Abhängen der Pyrenäen liegt der Schnee teilweise 20 Zentimeter hoch. Die französische meteorologische Hauptstation gibt be­kannt, daß vorläufig keine Besserung der Wetter­lage zu erwarten sei, besonders im Kanal und in der Bretagne werde der Sturm vermutlich mit un­verminderter Gewalt anhalten.

Ein âüstetthamèrseV mH 12 Marm WeiMurZs sesrmSen

Paris, 25. Nov. Die Blätter melden aus Algier, daß der KüstendampferCèsarèe" von Cherchel kommend heute früh 10 Kilometer von Algier ent­fernt bei Cap Caxino plötzlich sank. Das infolge des Sturmes hochgehende Meer machte jede Hilfe un­möglich. An Bord befanden sich 12 Mann. Nach dem Journal" hat die Mannschaft versucht, sich durch Schwimmen ans Ufer zu retten, aber niemand sei lebend ans Land gekommen. Drei Matrosen, die man aufgesischt habe, seien in den Armen ihrer Retter gestorben.

Das GchEE ^RsmmeVn" im SittSeu London, 25. Nov. (Wolf). Das deutsche Schul­schiffPommern" berichtete heute nachmittag, daß es sich 25 Meilen westlich von Guernsey im Sinken befindet. Nach einer am Abend abgesandten Mel- durch fin£ etwa 40 Mann der Besatzung durch ein anderes deutsches Schiff gerettet worden. Die übrigen 40 Mann hofft man gleichfalls zu retten.

Dem in Not befindlichen Schulschiff stehen meh­rere Schiffe bei. Ein Mienenleger, der sich auf der Fahrt von Portland nach Devonport befindet, ist von der Admiralität beordert worden, gleichfalls Hilfe zu leisten.

London, 25. Nov. Nach Meldungen, die kurz nach 11 Uhr nachts hier eintrafen, hat der deulsche SchleppdampferHeros" 84 Mann von der Be­satzung des deutschen SchulschiffesPommern" ge­rettet.

L Als letzter Redner sprach Ministerialdirektor Dr. Spiecker über die Forderung an den heutigen taat. Würden mir, so führte er u. a. aus, immer, rt von einer Krisis der Demokratie und des Parla- mentarismus sprechen müssen, wenn wir es verstan- . den hätten, den großen Gedanken der Demokratie Wnd des Parlamentarismus lebensfähigen Ausdruck geben? Nicht die Verfassung gilt es zu ver- effern, sondern der Verfassung entsprechend zu

denken und zu handeln. Nachdem der Redner ein­zelne Beispiele angeführt hatte, in denen seiner Ansicht nach zum Ausdruck kommt, wie wenig die größten Gedanken der Verfassung bereits Verwirk­lichung gefunden haben, stellte er schließlich die Forderung auf, daß der Staat auch der durch die Verfassung ihm auferlegten Pflichten zur Neuord­nung des Wirtschaftslebens eingedenk sei.

Gelinge es nicht, unseren Wirtschaftsapparat in einen lebensvollen Organismus umzugestalten und in ihm die sittlichen Gedanken der Demokratie zur Geltung zu bringen, dann werde man nicht zu ver-

hindern vermögen, daß eines Tages zur sozialen Revolution ausarte, was ins Bett einer sozialen Evolution zu zwingen man nicht vermocht habe. Nicht nur der Buchstabe, sondern auch der Geist der Verfassung von Weimar müsse Geltung haben; die Republik dürfe nicht wieder zu einem Klaffenstaat, sie müsse vielmehr zu einem wahrhaft sozialen Volks- staat werden.

Schließlich^ wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, die einen Gesetzentwurf über den Nationalfeiertag fordert.

«orstan-SKinms der SotkSvaviei

Berlin, 25. Nov. Der Zentralvorstand der Deut­schen Volkspartei setzte am Samstag seine Bera­tungen fort. Zunächst wurden die Wahlen jum Parteioorstand und geschäftsführenden Ausschuß vorgenommen. In den Vorstand, dem als Mit­glieder der Parteivorsitzende Dr Stresemann, die Vorsitzenden der Fraktion im Reichstag, Preu- ßischen Landtag und der Gruppe im Staatsrat, Dr. Scholz, Stendel und Dr. Jarres sowie der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses angehören, wurden gewählt D o u ch - Hamburg, Mende- Berlin, Dr. Moldenhauer- Köln, Dr v. Stauß- Berlin und Thiel- Berlin.

Reichsminister Dr. Stresemann gab dann ein Referat über die innen- und außenpolitische Lage. Er wies dabei die Auffassung zurück, daß man der Sozialdemokratie allein die Verantwor­tung hätte überlassen sollen.

Wenn das Bürgertum jede Arbeitsgemeinschaft ablehncn würde, so würde es selbst die Schuld an der Radikalisierung der Sozialdemokratie und an der Stärkung der Kommunisten tragen.

Wir haben, so führte Dr. Stresemann aus, dem­gegenüber das größte Interesse daran, daß der staatsbürgerliche Gedanke in der Sozialdemokratie selbst gestärkt wird, um denjenigen Teil der Sozial­demokratie, der ein Zusammenwirken mit dem Bür­gertum anstrebt, nicht zu schwächen, sondern zu stärken. Die Auseinandersetzung mit dem Stahlhelm" ist erfolgt wegen jener Botschaften, in denen erklärt wird, daß derStahlhelm" den bestehenden Staat hasse. Unsere Freunde im. Lande haben sich entschlossen, die Entwicklung desStahl­helms" abzuwarten. Den Einheitsstaat nannte Stresemann das Ideal feiner Partei. Es könne aber nicht im Wege des Zwanges herbeigeführt werden. Es ist nicht richtig, daß die Kultur unter den Aufgaben der Selbständigkeit einzelner Län­der leiden muß.

Eine Mitarbeit der Partei auch an der preu­ßischen Regierung ist erwünscht.

Die Partei erstrebt einen vernünftigen Ausgleich zwischen den Interessen des Staates und unserer katholischen Mitbürger, aber sie verlangt die sinn­gemäße Anwendung einer Vereinbarung mit der katholischen Kirche auch auf die evangelische Lan­deskirche.

Dr. Stresemann ging dann noch kurz auf die außenpolitischen Fragen ein. An das Referat schloß sich eine Aussprache, nach deren Abschluß eine Reihe von

Entschließungen

einstimmig angenommen wurden. In einer Ent­schließung zur Außenpolitik heißt es: Wir beten«

Die heutige Kummev umfaß 10 Seite»