Seife 2
Dienstag den 13. November 1928
Nr.
(Rufe bei ben Kommunisten: „Zentrum-Klöckner ist Loch auch dabeil") Nein, dessen Werke befinden sich nicht im Aussperrungsgebiet. Nicht nur tm Lohn, sondern auch in den übrigen Arbeitsbedingungen sind die Arbeiter der norwestdeutschen Roheisenindustrie ungünstiger gestellt als der Durchschnitt Ler übrigen deutschen Arbeiter. Das Vorgehen der Unternehmer ist weder politisch noch psychologisch zu verantworten. .
Die jetzige Aussperrung ist ein Kampf von unmittelbar politischer Bedeutung. Es geht einfach nicht, daß ein für rechtsverbindlich erklärter Schiedsspruch von einer Partei nicht an- .erkannt wird. Wir müssen eine Klärung haben: Entweder verschärfter Klaffenkampf oder verstärkte Friedensbereitschaft in beiden- Lagern. Die große Koalition auf der politischen Seite, von der jetzt noch viel geredet wird, hat nur einen Sinn, wenn auch nach der wirtschaftlichen Seite hin der Boden zur beiderseitigen Verständigungsbereitschaft resolut betreten wird. Es hat keinen Sinn, wenn wirt- schaftlich das kaputtgeschlagen wird, was wir politisch aufbauen. Das ist der Hintergrund für unsere Anträge. Wir sind am allerersten mit dem Minister einverstanden, wir betrachten die Verbindlichkeits- erklärung eines Schiedsspruches als einen staatlichen Hoheitsakt von ganz besonderer Bedeutung. Die Erfahrungen der letzten Zeit haben gezeigt, daß cs nötig, diesen Hoheitsakt mit der ganzen' Autorität und Rechtskraft auszüstatten, die seiner Bedeutung entspricht. Ein verbindlich erklärter Schiedsspruch muß wie ein vollstreckbares Urteil gegen jeden Widerspruch durchgesetzt werden. Wenn eine freiwillige Verständigung der Parteien nicht zustandekommt, dann muß der Spruch des Reichsarbeitsgerichts mit der vollen staatlichen Autorität durchgefetzt werden. Wenn es nicht anders geht, müssen wir diese Frage in ähnlicher Weise regeln, wie beim Arbeitszeitlohngesetz. (Beifall im Zentrum).
Um 18.15 Uhr wird die Weiterberatung auf Dienstag 14 Uhr vertagt.
Dke vevmttiltmg beginnt
In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter des „Börfen-Couriers" teilte Regierungspräsident Vergemann-Düffeldorf mit, daß die Parteien bereits zugesagt haben, an der von ihm angeregten Aussprache teilzunehmen. Auf die Frage, in welchen Bahnen sich diese von ihm unternommene Dermitt- lungsaktion bewegen werde, teilte der Regierungspräsident mit, daß er aus Zweckmäßigkeitsgründen, es nicht für ratsam halte, schon jetzt Mitteilungen über seine Verständigungsvorschläge zu machen, bevor keine Sondierungen bei den Parteien Möglichkeiten für eine Verhandlumgsbasis ergeben hätten. Regierungspräsident Bergemann betonte, daß er sich lediglich aus Gründen des Verantwortungsbewußtseins gegenüber der Bevölkerung feines Regierungsbezirks, eines der größten Industriegebiete des Reiches, und gegenüber der Gesamtwirt- schast zu seiner Bermittlungsaktion entschlossen habe. Die Entwicklung in seinem Verwaltungsbezirk mit zurzeit 140 000 Ausgesperrten führe bei längerer Dauer des sozialen Kampfes unumgänglich zur Katastrophe.
Vâeavss nächste Aufgabe
Bau der Ostfestungen, dann erst Räumung.
Paris, 12. Rov. Eines der Hauptziele des Kabinetts Poincarè wird die Durchdringung der für den Bau des Ostfeflungsgürtels bestimmten Kredite fein. Der Oberste Verteidigungsrat tritt nach Lösung der Krise vor die Oestentlichkeit, um vor den »Illusionen der Radikalen zu warnen und gegen die von Daladier in Angers abgegebene Erklärung, die De- tonmassen feien keinen Pfennig wert, Stellung zu nehmen.
Im „Temp 5* erhebt eine leitende Persönlichkeit des Generalstabes ihre Stimme. „Die Behauptung der radikalen Politiker, man müsse die Verteidigung Frankreichs auf der Grundlage der modernen Kriegstechnik und nicht mit Hilfe veralterter Methoden organisieren, darf nicht unwidersprochen bleiben," heißt es in der Zuschrift. Deutschland bereite einen Defensiv-Offensiv-Krieg vor. Seine Kadrearmee eigne sich ausgezeichnet zu einer recht durchgreifenden Operation. „Was würde uns die ganze Wissenschaft, was würden uns die Flugzeuge nützen, wenn wir uns gegen die deutsche Invasion zu verteidigen hätten. Solange wir keinen Festungsgürtel besitzen, sind unsere Grenzen dem Feinde geöffnet. Wir müssen unsere Grenzen unbedingt bis zum Jahre 1935 gesichert haben. Das ist das äußerste für die Rheinlandräumung, und gerade um diese Zeit werden unsere Dienstklassen auf 145 000 gesunken, Deutschland von jeder Kontrolle frei sein. Man muß sich darüber also, wie es die Deutschen in ihren Ostbefestigungen getan haben, Rechenschaft ablegen. In Berlin arbeiten mit Sorgfalt vorbereitende Kräftekombinationen, die den Zweck verfolgen, Menschenopfer zu sparen und maschinelle Wirkungen zu vervielfältigen. Genug Ler Worte, wir müssen handeln, ehe es zu spät ist."
Das Mitglied des französischen Generalstabes verknüpft die Fertigstellung des Festungsgürtels mit der Räumung der ersten Zone und spricht vom Jahre 1935. Von den Genfer Beschlüssen nimmt die leitende militärische Persönlichkeit überhaupt keine Notiz.
Man muß sich ernsthaft fragen, ob zwischen der
I französischen Diplomatie und dem Obersten Verteidigungsrat Uebereinstimmung in der früheren Räumung des linken Rheinufers 1 besteht.
Dev erste ^abknettsvat dev neuen fvanz. Regievnng
Ansavifche RevifionS- fovdevnnsen
Budapest, 12. Nov. In der Generalversammlung bes ungarischen Nationalverbandes wurde ein Antrag einstimmig angenommen, wonach der Verband sich mit einer Eingabe an den Völkerbund wenden soll.
In Lieser Eingabe soll der Völkerbund um die Bildung eines internationalen unparteiischen Komitees gebeten werden, das beauftragt werden sollte, die durch die Friedensvertäge auf dem Gebiete des ehemaligen Großungarn, aber auch im ganzen Donaubecken entstandenen Verhältnisse zu untersuchen und festzustellen, ob die Bestimmungen der Friedensverträge, die zum Schutz der hier lebenden Nationen gegen ihre Unterdrückung und zwecks wirtschaftlicher Erstarkung des Donaugebietes ge- schasfen wurden, eingehalten worden sind. Äuf Grund des § 19 sollte diese Kommission auch die Frage untersuchen, ob die Friedensverträge die ihnen gegenüber gehegten Hoffnungen erfüllt haben.
Die Tugend der besiegten Völker ist die Geduld. Nirgends in der Welt scheint diese harte Tatsache so schwer begrifen zu werden wie in Ungarn. Die Eingabe ist natürlich von vornherein zu einem Mißerfolg oerurteilt. Zunächst ist sie verfrüht, und wenn sie auch das nicht wäre, würde ihr Erfolg nur dann beschieden sein, wenn die ungarische Regierung sie mit ihrer ganzen Autorität decken würde. Im übrigen interessiert an der Eingabe der Umstand, daß hier das Revisionsverlangen eine „.zweigeleisige" Begründung findet. Einmal aus dem Gedanken des Selbstbeftimmungsrechtes der Völker, zum andern aus dem Gedanken des einheitlichen Wirtschaftsgebietes. Es ist immerhin ein — unbeabsichtigtes — Verdienst, dies rechtzeitig klargestellt zu haben.
Dv Selvel Sündigt „gewisse" VevfassnngsSndevnnsen an
Wien, 12. Nov. Der Bundespräsident empfing heute vormittag die drei Präsidenten des Nationalrates, die ihm Lie Glückwünsche der obersten Volksvertretung überbrachten und ihn des allgemeinen Vertrauens und der hohen Verehrung aller SchiAten der Bevölkerung versicherten. Sodann empfing der Bundespräsident die Mitglieder der Bundesregierung. Bundeskanzler Dr. Seipel hielt eine Ansprache, in der er erklärte, er könne nicht verschweigen, daß es gut sein werde, sich in absehbarer Zeit mit dem Gedanken an gewisse Aenderungen der Verfassungsgrundlagen zu befreunden, im Interesse einer Befestigung aller zueinander, insbesondere des Volkes zu den Organen der Demokratie und damit in letzter Linie zum Staate selbst. Schließlich empfing der Bundespräsident im Beisein des Bundeskanzlers das diplomatische Korps.
Die S^rev des Gtaatsfeiev- tages in Znnsbvutk
Innsbruck, 12. Nov. Zum ersten Male seit dem 12. November 1918 feierten diesmal auch die bürgerlichen Kreise den Staatsfeiertag. Die Bundesführung der österreichischen Selbstschutzverbände hatte einen großen Heimatswehrtag nach Innsbruck einberufen, auf dem auch der Bundesführer der österreichischen Selbstschutzverbände, Dr. Steidle, das Wort ergriff. Er führte u. a. aus: Die vaterländisch fühlenden nationalgesinnten Schichten der Bevölkerung lehnen den am 12. November 1918 entstandenen Staat ab. Die aktiven österreichischen Kreise, die in unseren Verbänden vom Bodensee bis zur ungarischen Grenze vereinigt sind, haben aber nunmehr eine Revision in ihrer Stellung zum Staat vorgenommen.
Wir nehmen die Republik Oesterreich, so wie sie ist, als den uns von einer höheren Fügung zugeführlen Boden an, auf den wir zu wirken und zu leben haben.
Wenn wir unsere Sendung richtig verstehen, so ist vielleicht, wie früher einmal die Nordmark, nach dem Zusammenbruch des deutschen Volkes diesmal die Südmark ausersehen, auf die Zukunft und das Schicksal der deutschen Nation wegweisend einzuwirken. Wir wollen ausharren und kämpfen, bis wir für unser Volk und Vaterland die Freiheit wieder gewonnen haben.
Im Laufe des gestrigen Abends und der Heu- tigen Nacht kam es zwischen Gruppen von Mitgliedern der Selbstschutzverbände und Angehörigen sozialdemokratischer Vereinigungen zu kleineren Reibereien und Zusammenstößen, bei denen auch einige Personen verletzt wurden. Einige wurden auch sestgenommen, ober bald wieder freigelassen.
Gemeindewablen in Merk enbuvs
Am Sonntag haben in Mecklenburg-Schwerin mit Ausnahme der amtsfreien Städte die Wahlen
Paris, 12. Nov. Der heute nachmittag zusam- imengetretene Kabinettsrat hat 2% Stunden getagt. Er beschäftigte sich mit den gegenwärtig zur Erörterung stehenden Fragen und der Ausarbeitung des Rsgierungsprogramms, über ■ dessen Grundlinien man sich verständigt hat. Nach neuer Beratung am kommenden Mittwoch wird die endgültige Fassung der Regierungserklärung in einem für Donnerstag vormittag anberaumten Ministerrat sestgelegt werden. Die Verlesung vor dem Parlament erfolgt Donnerstag nachmittag. *
Paris, 13. Nov. Das „Journal" glaubt mitteilen zu können, daß Poincarè am Donnerstag sich vor der Kammer bereit erklären wird, eine Debatte über die allgemeine Politik der Regierung zuzu- laffen, damit die Kammer durch Abstimmung ihre Stellung gegenüber dem Kabinett kundtun kann.
VoineavS und ferne Hauptmttavbettev
Oben: Loucheur, Poincarè, Barthou. Unten: Tardieu, Briand, Cherou.
zu den lokalen Selbstverwaltungskörpern stattgefunden. Nach den bisher vorliegenden vorläufigen Wahlergebnissen ist laut „Voss. Ztg." keine wesentliche Verschiebung in der Mandatsverteilung eingetreten. Die Sozialdemokraten haben ihren starken Besitzstand behauptet, teilweise auch etwas erweitert. Auch die bürgerlichen Gruppen behaupteten, sich. Dagegen werden die Kommunisten kaum die Hälfte ihrer Mandate behalten.
Veamtenvevteetunsen in der Schutzpolizei
Berlin, 12. Nov. Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge beabsichtigt der Minister des Innern, neue Bestimmungen für die Beamtenvertretungen in der Schutzpolizei zu erlassen. Neuwahlen für die Beamtmausschüsse der Schutzpolizei sind daher nicht vorzunehmen, vielmehr haben die bisherigen Deamtenausschüsse ihr Amt weiter zu versehen.
Deutsche Lngeuleuve in Albanien sestgenommen
Eine neue Schachty-Angelegenheit.
Berlin, 12. Nov. In Skutari ist es zu einer aufsehenerregenden Festnahme dreier deutscher Ingenieure gekommen, nämlich des deutschen Bauingenieurs Reisener, des deutsch-schweizerischen Ingenieurs Frey und des deutschen Bauführers Schlüter, Die drei Ingenieure sind unter ständige Pol!zeia.uf- aufsicht gestellt worden. Nach Berliner Blättermel- düngen handelt es sich um Ingenieure, die durch die Krupp-Gruson-Werke in Magdeburg nach Albanien gekommen sind, um dort für eine große Portlandzementfabrik Eisenbauten auszuführen. Sie hatten nur ungelernte Leute, wenig Arbeiter und wenig Material. Die Bautätigkeit zog sich 13 Monate hin. Jetzt ist den deutschen Ingenieuren, ähnlich wie im Schachtyprozeß, die Sabotage des Baues zum Vorwurf gemacht worden. Die albanischen Behörden verlangen, daß sich die drei Ingenieure vor den albanischen Gerichten über ihre Bautätigkeit verantworten. Der Bauingenieur Reisener und der Chemiker Frey sollen erst aus Albanien abreisen dürfen, wenn sie einen Schadenersatz von 270 000 Goldfranken bezahlt haben. Dem Bauingenieur Schlüter gelang es zu flüchten.
Ablehnung des Antrages der Arbeiterpartei zur
Thronrede
London, 12. Nov. Im Unterhaus wurde heute der Abänderungsantrag der Arbeiterpartei zur Thronrede, in dem die Regierung getadelt wird, weil sie das Problem der Arbeitslosigkeit nicht angemessen behandelt habe, mit 321 gegen 151 Stimmen abgelehnt.
so darf man wirklich beruhigt sein, dah^ fahrer keinen Mangel leiden werden. M tränken ist es allerdings weniger gut M Wein und Liköre sind ausgeschlossen, o es nicht am Rauchbaren. Eine Tonne A hilft über die Langeweile der PolarM - wozu noch eine halbe Million Zigarch. <Si Die Schachteln, in denen diese und der« Dc verpackt sind, würden aufeinanbergefeL ( Höhe eines zehnstöckigen Wolkenkratzer-An Mit dem Kaugummi der Expedition ul die Straßen einer mittelgroßen Stabs « Auch für Leckereien ist gesorgt, zweichz^, nen Süßigkeiten jeder Art sind an Bordüren
An Unterhaltung wird es nicht en weniger als dreißig Rundfunkempfän-eA-,,, mitgenommen, vom kleinen tragbaren A bis zum stärksten Achtröhren-Apparat. -. Empfang unter den antarktischen Mt > schlecht sein, so sorgen drei Sprechmal^. ___
Empfang schlecht sei
über hundert Platten für Ersatz. Daß musikalisch veranlagte Teilnehmer ihn Instrumente mitnehmen, ist selbstversti können so nach Wunsch eine eigene sommenstellen, in der auch ein kleines $ fehlt. Ein Filmvorkührapparat mit sorgt weiter für Abwechslung.
Zwanzig Rundfunksender sind bestl Verkehr mit der Außenwelt aufrecht zu Um feine Erfahrungen und Erlebnisse bringen zu können, hat Commander weniger als 60 000 Blatt Schreibpapier men. — Die medizinische Ausrüstung i| erstklassig; sie enthält unter anderem Lebertran; 50 000 Tabletten aller Art | Bekämpfung dreißig verschiedener dienen; gegen Starrkrampf, Diphterie, entzünÄung und Scharlach gibt es die b Antitoxine in 300 Packungen. Um die 3ii fehlenden Sonnenlichts in der langen! auszugleichen, wird ein sehr feiste Apparat künstliche Höhensonne liefern. J
Jeder Teilnehmer ist mit phots, Kamera und Filmen ausgestattet. Eins Instrument erlaubt die Herstellung scher Aufnahmen vom Flugzeug aus. 5 wert ist ein photographischer Sextant, HW Hilfe genaue Ortsbestimmungen oori werden können und der auch den Punk sich der Südpol befindet, mit mathematis Heit festzulegen bestimmt ist. Zwei Filmt führen neben ihren AufnahmeapparateM fünfzig Kilometer Filmstreifen mit sich, juhei über vierzig Stunden dauern, diese sst d
zuführen.
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Wissenschaftliche Apparate und JnstnW r in geradezu verwirrender Menge vorgeseW^ anderem ein neuer Magnetograph, der rungen in den elektrischen und magnetisft'M seibern der Erde photographisch festliM Photomikroskop wird das Dasein her rv Lebewesen in den antarktischen GewEA Bilde festhalten. Viertausend Kilometer letzten Vorposten der Zivilisation enEA sich inmitten der Eiswüsten ein nach den Grundsätzen ausgestattetes Büro erhebenW^ chem vier Sekretä alle Voraäna $ Expedition nieder ich nett, LâzT nrna , eine umfangreiche Kartothek vervoUstL ses antarktische Büro, dessen Ausstal weniger als zehn Tonnen wiegt.
Dorgesorgt wurde demnach in einer vollendeten Weise. Ob der Erfolg der ebenso vollendet sein wird, muß die JuknM^
SWS aAsv Mett.
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Das eßbare Haus. — Ein Wolkenkratzer von Tabak. — Höhensonne am Südpol. — Das Büro im ewigen Lise.
Von Theodor Lindenskaedt.
Vor kurzem gingen von Newyork aus die beiden Segler „City of Newyork" und „Eleanor Bolling" mit der Byrdschen Südpolarexpedition an Bord in See. Wohl noch nie ist ein wissenschaftliches Unternehmen mit einer derartigen Sorgfalt vorbereitet und glänzend ausgerüstet worden wie diese Fahrt des kühnen Amerikaners. Die Kosten, die seinerzeit die Entdeckung der Neuen Welt verursacht hat, erreichen bezeichnender Weise noch nicht einmal den Betrag, der für die Byrdsche Fahr,, an . . . Hundekuchen ausgewandt ist. Für die mit- geführten 100 Schlittenhunde sind nämlich vierzig Tonnen Hundekuche im Werte von über 30 000 Mark an Bord.
SobalL man die Einöden der Antarktis erreicht hat, wird eine richtige kleine Siedlung angelegt werden, die als Standquartier dienen und mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet sein wird. Elektrisches Licht ist selbstverständlich und auch eine Bibliothek von 2000 Bänden ist vorgesehen. Die Häuser, die eigens für den Aufenthalt in der eisigen Antarktis konstruiert sind, brauchen an Ort und Stell« nur zusammengesetzt zu werden. Die Fenster haben dreifache Glasscheiben mit isolierenden Zwischenräumen, die Doppeltüren sind so ein« gerichtet, daß jede nur geöffnet werden kann, wenn die ander« geschlossen ist. Die Wände bestehen aus dicken doppelten Holzschichten mit einer Kapokschicht dazwischen, und sind dadurch hervorragend geeignet, die Kälte abzuwehren. Sie werden fast anderthalb Meter tief ins Eis versenkt, starke, über die Dächer geführte Stahlseile schützen gegen den Druck der heftigen Polarstürme. Außerdem wird die tiefe Schneedecke im arktischen Winter alles verhüllen.
Eins der Häuser verdient besondere Erwähnung. Es ist eine Art '„Knusperhäuschen", das von seinen Bewohnern im Laufe der Zeit von innen heraus aufgegessen werden wird. Man hat nämlich alles mitgeführte Büchsenfleisch in Dosen von glei- cher Größe verpackt, die sich durch Ziehen an einem Draht bequem öffnen lassen. Auf einer in das Eis eingelassenen Balkenunterlage werden die Dosen dann wie Ziegelsteine aufeinander gelegt, so daß unter Zuhilfenahme einiger Eckbalken ein Haus entsteht, groß genug, um eins der Flugzeuge darin unterzubringen. Die zu öffnende Seite jeder Dose kommt nach innen zu liegen, so daß man ihr den Inhalt entnehmen kann, ohne die Dose vom Platz zu rücken. Von außen angehäufte Schneemassen geben weiteren Halt, und man rechnet damit, auf diese Weile ein durchaus solides Gebäude errichten zu können.
Für das leibliche Wohl der achtzig Expeditionsteilnehmer ist aufs beste gesorgt. 28 Tonnen Fleisch, 12 Tonnen Kartoffeln, 17 Tonnen Mehl sind vorgesehen. Dazu kommen 1250 Packungen Ksise, neun Tonnen getrocknetes Obst und Gemüse sowie zweieinhalb Tonnen Kqffee und ebenso viel Milch. Die mitgenommenen Zwiebeln wiegen allein tausend Pfund, mehr als Lindberghs be- rühmtes Flugzeug „Geist von St. Louis". Er- wähnen wir noch anderthalb Tonnen geräucherte Bückling«, eine halbe Tonne Honig und entsprechende Mengen Gewürze und Zutaten aller Art
KachZMstt des Ote" ves Ästna £
Rom, 12. Nov. Die Tätigkeit des g^ nachgelassen. Auch die Geschwindigkeit c,;r ströme ist geringer geworden. Der Hau: olgt dem Laufe des Baches Mascali, j llrm har die Richtung auf den Bahnh^ZW dritter Arm nähert sich langsam der OrtUpj ziata, von der er etwa einen Kilometer Catania, 13. Nov. Nach Berichten für Vulkan-Forschung ist bei einer Besitz Eruptionsgebiets am gestrigen NachnièM gestellt worden, daß eine Beruhigung ® ist. Auch die Bewegung des Lavastrom-W verlangsamt. Gegenwärtig scheint die @ .Co; über und man rechnet damit, daß das - Ausbruchs-Tätigkeit bald erreicht sein
VE tmb ^^'S Wwsmmtms in ZA 9te Tausende von Menschen dahingecsA Bombay, 12. Nov. Eine Katastrophe^ „ furchtbaren Ausmaßen hat Vorderindujfh gesucht und Tausende von MenschenopsM dert. Während die Choleraepidemie in/ weiterwütet und die Zahl der TodessiW schreckender Weise zunimmt, kommt aus M 'j von Poona die Nachricht, daß dort Plage Indiens, die Bubonenpeft, die j’h völlig erlischt, plötzlich mit furchbarer getreten ist und innerhalb kurzer Zeit I Satara 3000 Menschen hingerafft hat. greift derart rasch um sich, daß sofort®? greifen der Regierung dringend gefordertM die lokalen Einrichtungen zu ihrer Bekäils^l keiner Weise mehr ausreichen. Zurzeit f^ weniger als 5000 Pestfälle zur Kenntnis A Hörde gelangt. M
Nicht genug damit, kommt nunmehr ft" richt von einer großen Ueberschwemnv strophe, die weite Landstrecken unter und zahlreichen Menschen das Leben kiff " Die ganze Ernte eines weiten Gebiets men vernichtet. Straßen und Eifenbahn«"M stört, und besonders die Verluste an hoch, daß die Bauernbevölkerung nahezu M dm Bettelstab gebracht worden ist.
„Velriebsanwall" Winter aus der Haff U
Der wegen Betrugs zu 15 Monaten W und 20 000 RM Geldstrafe verurteilte anwalt" Gustav Winter war wegen VerftW gefahr sofort verhaftet worden. Auf kM schwerde seines Verteidigers kam die MM kammer des Leipziger Landgerichts zu rt Zeugung, daß Verdunkelungsgefahr nl*’f Winter wurde sofort aus der Haft entlüft