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204. Labrsaus

Grfdieint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe Im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-pfg, im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.

Elte. 262

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Dienstag bete

6. November

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3957,3958

1928

; Das Neueste

a Nach einer Triumphfahrt der Zeppelinmann- - hast durch die Straßen Berlins wurden letztere n n Palais des Reichspräsidenten empfangen. Als- â inn fand ein Frühstück beim Reichsverkehrsmi- . ister statt. Heute morgen 7.05 Uhr startete das uftschiff zur Heimfahrt nach Friedrichshafen.

Der Slrafrechksausfchuß des Reichstages Hal èstern die Beibehaltung der Zuchthausstrafe be- hlosfen.

3m Kyritzer Landbundprozeß wurde heule ns Urteil gefällt.

Gegen Betriebsanwalt Winter hat die Mn- agebehörde 15 Wonale Gefängnis beantragt.

3m Bergmannprozeß wurden die Straf- nfräge der Anklagebehörde gestellt.

LarBwlvöschaft und ReMs- vesrevuns

Das Programm des Reichsernährungsminifkers.

Stuttgart, 5. Nov. Der Reichsernährungsminister ir. Dietrich, der heute der Württembergischen Re- ierung einen Besuch abstattete, hatte heute vormit- ig eine Besprechung mit den führenden Persön- chkeiten der Landwirtschaft, woran auch Staats- räfibent Dr. Bolz mit den übrigen würtembergi- hen Ministern teilnahm. Nachdem der! Präsident er Landwirtschaftskammer Adorno eine Reihe von Wünschen vorgelegt hatte, legte Minister Dietrich ingehend das landwirtschaftliche Programm er jetzigen Reichsregierung dar.

Er erklärte, das Reichsministerium für Ernäh- ang und Landwirtschaft befinde sich jetzt an einem Lendepunkt. Man stehe vor der Notwendigkeit, r M " von Arbeiten des bisherigen Notpro-

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- èllxn. Die Reichsregierüng wol

s nals im Haushalt für 1929 trotz der gespannten Umlage für dieses Programm 20 Millionen Arrk zur Verfügung stellen, wobei sie sich bewußt § daß diese Summe damit für fünf Jahre fest­igt sei. Insofern bedeutet der Haushalt 1929 nnen völligen Wendepunkt in der Arbeit des Ministeriums, dessen Tätigkeit sich nunmehr auf

ange Sicht und mit beträchtlichen, wenn aber auch licht ausreichenden Mitteln auf wichtigen Gebieten err Landwirtschaftsförderung ausdehnen werde. )er Kern des neuen Programms sei die Viehwirt­haft, mit allem was zu ihr gehört. Vor allem sei ie Milch- und Molkereiwirtschaft im Laufe einer leihe von Jahren umzubauen. Der Entwurf eines ieichsmilchgesetzes sei fertig und werde zurzeit mit en Interessenten beraten. Der Wert der tierischen Produktion und der Milch- und Molkereierzeugnisse önne mit 7 bis 8 Milliarden Mark jährlich oer- nschlagt werden. Wenn es gelinge, auf diesem Ge- iet qualitativ erstklassige wettbewerbsfähige Ware u kschaffen und gleichzeitig auskömmliche Preise ür sie zu sichern, dann werde die Entscheidung iber das Schicksal des deutschen Bauers zu seinen Gunsten ausfallen. Selbstverständlich dürfen bar« iber die Getreidewirtschaft, der Obst-, Gemüse- und iartoffelbau sowie die Geflügelhaltung nicht ver- mchlässigt werden.

Zur Durchführung dieser Aufgaben sei die Wieder­lerstellung eines gefunden genossenschaftlichen peiffes und die Erstarkung des eigenen Verant- ' Mtungsgefühls unbedingte Voraussetzung. Wich- ige Entscheidungen in der Rationalisierung >es Genossenschaftswesens stehen in len nächsten Wochen bevor. Die Landbund-Ge- Menschaften werden sich mit dem Reichsverband >er deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften vereinigen. Persönliche Schwierigkeiten dürften bei o llwßen Aufgabe keine Rolle spielen. Die ^ftchsregierung hoffe auf die Einsicht der Land- Mtichaft. daß sie keine unmöglichen Forderungen Weit dürfe und keine unmöglichen Wege betreten msson wolle. Der Wille, sich selbst zu helfen und zu Mem Zweck auch Jahre schwersten Kampfes in 3U nehmen, sei durch keine staatliche Maß­nahme zu ersetzen.

, Ausführungen des Ministers waren von ebhnftem Beifall begleitet.

Die Auswahl dsv vachiaS- vkleaev

ite bei der

;.; Berlin, 3. Nov. Da die Nachlaßgerichte bei der luswghl und Ueberwachung von Nachigßpflegern acht überall die gebotene Sorgfalt zu beobachten Heinen, so nimmt der Justizminister m einer Ver-

iugung Veranlassung auf folgende Gesichtspunkte hinzuweisen: Die Eignung der Nachlaßpfleger soll

Lage des Einzelfalles sorgfältig geprüft wer« wn und, falls zu erwarten ist, daß der Rachlaß- Mger Rechtsfragen von größerer Bedeutung zu haben wird, soll erwogen werden, ob nicht die *el!ellung eines Rechtskundigen, insbesondere eines Mchtsanwalteg, zum Nachlaßpfleger geboten ist.

Verwaltungen größeren Umfanges kann sich Bestellung mehrerer Personen als Mitpfleger eines Gegenpflegers empfehlen. In jedem Falle W streng darauf zu achten, daß alle nicht als unbe- zuverlässig bekantnen Personen von der Be- Wuung mit Nachlaßpflegschaften ferngehalten Horben.

«Gvaß JeppeSitt^ auß Vev RÜMMA

Das Luftschiff ist honte movsett Z.C5 «he tue Keimsahvt nach Sviedvichsbafe« sestavtet

Staaten, 6. Nov. Das Luftschiff «Graf Zeppelin" ist Heuke morgen bei bedecktem Himmel und einer frischen Brise um 7.05 Ahr unter dem Jubel der Zuschauer zur Heim­fahrt nach Friedrichshafen abgeflogen. Trotz der frühen Morgenstunde waren zahlreiche Personen am Startplatz erschienen, um das grandiose Schauspiel zu genießen.

Gera, 6. Nov.Graf Zeppelin" überflog um 10 Uhr Gera und um 10.15 Uhr Greiz mit Rich­tung aus Plauen im Vogtland.

Leipzig, 6. Nov. Das Luftschiff Zeppelin" überflog die Stadt Plauen um Uhr.

Hof, 6. Nov.Graf Zeppelin überflog Uhr die Stadt Hof in Richtung Süd-West.

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10.40

10.55

Der LevveUuta« itt BeM«

Dev Empfang beim Rekchspväftdeni

Berlin, 5. Nov. Nach der Landung in Staaken und erfolgter Begrüßung durch den Reichsver-

infolgedessen Vertreter der Behörden und Vertreter der Be­satzung des Luftschiffes in Kraftwagen zum Empfang beim Reichspräsidenten. Auf dem Wege von Staaken bis zum Palais wurde der Autozug überall von der Bevölkerung mit lautem Jubel be­grüßt. Vor dem Palais des Reichspräsidenten hatte

sich eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt. Im Großen Empfangssaal begrüßte

Reichspräsidenk von Hindenburg

Dr. Eckener und die Besatzung mit etwa folgender Ansprache:Es ist mir eine große Freude, Sie persönlich kennen zu lernen und Ihnen auszuspre­chen, wie sehr ich mich über Ihre Leistungen ge­freut habe. Ihre Ozeanfahrten hat das ganze 'deutsche Volk mit Spannung, Gebeten und Hoff­nungen begleitet. Das Herz des ganzen deutschen Volkes schlug mit Ihnen, besonders während der Stunden der Ungewißheit und der gefahrvollen Stunden der Stürme. Aber mit Ihnen, Herr Dr. Eckener, und Ihren Kameraden waren wir unver­zagt in der Ueberzeugung, daß Ihr Flug glücken werde. Unser Vaterland sieht in diesem neuen Luft­schiff und in seiiner glänzenden Führung über Meere und Kontinente eine deutsche Leistung, auf die es stolz ist im Bewußtsein seines Arbeitswillens und im Vertrauen auf feine Zukunft. Ich bin ge­wiß, im Namen des ganzen deutschen Volkes zu sprechen, wenn ich allen, die mit Kopf, Herz und Hand an der Schaffung dieses Luftschiffes mitge­wirkt haben und allen, die es sicher durch Sturm und Gefahr geleitet haben, tiefempfundenen Dank und Anerkennung ausspreche. Mit diesem Dank verbinde ich den Wunsch nach weiteren Erfolgen in der Völker verbindenden Arbeit des Luftschiff­baues. Mögen Ihnen, meine Herren, und dem deutschen Luftschiffbau weitere Erfolge be- schieden sein."

Dr. Eckener

erwiderte u. a.:Hochzuverehrender Herr Reichs­präsident! Ich bitte zugleich im Namen der Be­satzung meinen herzlichen und ehrerbietigen Dank sagen zu dürfen für die Begrüßungsworte, die Sie aüszusprechen die Güte hatten. Das Gefühl, das uns stets begleitet hat, war das Gefühl, auf dem richtigen Wege zu fein. Wir haben stets die feste Ueberzeugung gehabt, daß das Luftschiff das geignetstc Luftverkehrsmittel über den Ozean ist. Unsere drei Fahr­ten über das atlantischen Meer haben uns in dieser Ueberzeung bestärkt. Die Rückfahrt von Amerika hat uns gezeigt, daß die Leistungsfähigkeit unseres Luftschiffes doch noch ein wenig zu wünschen übrig läßt, aber wir wissen, wie dies zu bessern ist. Und wir legen hier vor Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, das Gelöbnis ab, daß wir alle unsere Kräfte ein­setzen wollen, das uns überkommene Erbe im Sinne des ©rasen Zeppelin zu verwalten. Wir bitten Sie, Herr Reichspräsident, unseren Bestre­bungen auch fernerhin ein freundliches Interesse erhalten zu wollen."

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Jm Anschluß daran stellte Dr. Eckener die Mit­glieder der Besatzung, zunächst den Erbauer, Chef- konstrukteur Dr. Dürr, dem Reichspräsidenten vor, der mit jedem Einzelnen einige Worte wech­selte. Besonders herzlich begrüßte der Reichs­präsident auch die amerikanischen Marineoffiziere.

Als Reichspräsident von Hindenburg und Dr. Eckener darauf auf den Balkon des Saales traten, brach die harrende Wenge in unge­heuren Jubel aus.

Nach kurzer zwangloser Unterhaltung dankte Reichspräsident von Hindenburg Dr. Eckener und der Luftschiffb efatzung für Ihren. Besuch und wünschte ihnen weiter beste Erfolge für ihre Arbeit. Kurz vor 1 Uhr nachmittags war der Empfang be- endte.

Während ihres kurzen Aufenthaltes im Hotel Kaiserhof wurden Dr. Eckener und seine Begleiter von der vieltausendköpfigen begeisterten Menge un= unterbrochen stürmisch gerufen. Endlich um %2 Uhr erschien Dr. Eckener und nahm mit Dr. Dürr in seinem mit Blumen geschmückten Wagen Platz. Die Menge war in ihrem Enthusiasmus nicht mehr zu halten und drängte unablässig vorwärts, so daß das starke Schupoaufgebot alle Mühe hatte, die Fahrstraße freizuhalten. Vor dem nahen Reichs­verkehrsministerium in der Wilhelmstraße wieder­holten sich dieselben Szenen.

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Im Festsaal des Reichsverkehrsministeriums fand nachmittags ein großes Frühstück zu Ehren der Zeppelin"-Mannschaft statt. Im Namen der Reichsregierung hielt

Reichskanzler Müller

eine herzliche Begrüßungsrede, in der er zunächst für die große Tat dankte, die durch die Fahrt des Graf Zeppelin" für Deutschland geleistet worden sei. Dieser Dank richte sich an den Erbauer des Luftschiffes und der Motore, den Chefingenieur Dr. Dürr und Dr. Maybach bis zum letzten Werkmann, an den sturmerprobten Führer Dr. Eckener und seine Besatzung und an alle diejenigen, die zum Gelingen dieses Werkes ihren Teil beigetragen haben. Die Amerikafahrt habe in der ganzen Welt Anerkennung gefunden und Freundschaft für Deutschland erworben.' Die Verbindung der deutschen und der amerikanischen Sachverstän­digen auf der Hin- und Rückfahrt und der Jubel, den das Luftschiff in Deutschland und in Amerika gefunden haben, seien ein Symbol dafür, daß die bestehende Freundschaft zwischen Deutsch­land und Amerika durch diese Tat verstärkt und vertieft worden sei.

Im Namen der Besatzung dankte sodann

Dr. Eckener

für den außerordentlich ehrenvollen Empfang und die freundlichen Worte des Reichskanzlers. Er habe immer die Empfindung, als ob ihnen etwas reich­lich viel Ehre angetan würde. Er fuhr alsdann fort:Wir haben immer die Meinung gehabt und sie vertreten, daß ein Zeppelin-Luftschiff im Stande ist, auch unter sehr ungünstigen Wetterbedingungen sichere Fahrten über den Atlantik ausführen zu können. Bedenken bestünden in dieser Hinsicht nur im Hinblick auf gewisse atmosphärische Vorgänge, die jedem Luftfahrer unangenehm seien im Hinblick auf Böenerscheinungen und vertikale Luftströmun- gen. Aber all dieser Schwierigkeiten könne man Herr werden.

Der amerikanische Geschäftsträger Poole

feierte nach einigen einleitenden deutschen Worten in englischer Sprache die Leistungen des Luft­schiffes, die nicht nur in das Gebiet der Wissenschaft und Technik, sondern auch in das der Mannheit und Tapferkeit gehörten, und beleuchtete den tie­feren Si n n der beiden Empfänge diesseits und jenseits des Ozeans mit ihrer weitgehenden Gemeinsamkeit der Gedanken und Empfindungen.

VSWeVwÄKdevrstts nach Giaân

Berlin, 5. Nov. Bis in die späten Abendstun­den strömten Hunderttausende von Berlinern mit Hilfe aller möglichen Verkehrsmittel nach dem Staakener Flugplatz, wo derGraf Zeppelin" ver­ankert liegt. Ein rotes Blinkfeuer beleuchtet spar« Rd) den Weg, der von den Haltestellen zum Flug­platz führt. Allenthalben haben sich fliegende Händ­ler mit Lebens- und Genußmitteln, Zeitungsver- käufer und Postkartenhändler niedergelassen. Je näher man dem Staakener Felde kommt, desto be­ängstigender wird der Verkehr. An den Sassen stehen in Reih und Glied riesige Menschonschlanaen

Inmitten des Feldes schwebt, fast wie ein unge­heurer Walfisch anzusehen, an seinem Ankermast das Luftschiff. Scheinwerfer lassen denGraf Zeppelin" im magischen 'Silberglanz leuchten. Erst in der 11. Abendstunde ebbte die Flut der hin- und zurückströmenden Massen ab. Ueber dem ganzen lag, nachem das Wetter sich nachmittags aufge- -klärt hatte, ein sternenklarer Himmel.

Givesematttt beim Rerchsranzkev

Berlin, 5. Nov. Reichsaußenminister Dr. Strese­mann hat heute seine Amtsgeschäfte wieder über­nommen und zunächst am Vormittag eine halb­stündige Unterredung mit dem Reichskanzler über die auswärtige Politik, vor allen Dingen das- parationsproblem gehabt. Nach den in Berlin vor­liegenden Meldungen sind die diplomatischen Aus­einandersetzungen zwischen den Ententemächten über die Antwort an Deutschland noch immer nicht abgeschlossen, doch scheint sich die Tendenz, eine möglichst gleichlautende Antwort abzusenden, durch­zusetzen. Ueber die Zusammensetzung des Dawes­komitees scheint eine Verständigung auch bereits erreicht zu fein, und zwar scheint der deutsche Standpunkt, daß unabhängige Sachver­ständige ernannt werden sollen, durchgedrun­gen zu sein. Als Hauptdelgierte trennt man zu. Zt, Reichsbankpräsident Schacht für Deutschland, Stamp für England, Pirelli für Italien, Moreau für Frankreich, Franqui für Bel­gien. Dagegen ist die Frage der Kompetenz des Komitees noch umstritten. Während man deutscher­seits auf dem Standpunkt steht, daß die Sachver­ständigen die finanzielle Leistungsfähigkeit Deutsch­lands voraussetzungslos zu prüfen haben sollen, scheint man in Paris und London darauf zu be­stehen, daß von vornherein bestimmte Voraussetzun­gen gegeben sein sollen. Auch der letzte Besuch des deutschen Botschafters v. Hoesch bei Pojma-s scheint in dieser Hinsicht feinen Erfolg gehabt zu haben. Im übrigen verlautet noch, daß Pirelli, der italienische Sachverständige, angeregt hat, das zweite Daweskomitee in R o m tagen zu lassen.

NvettMWev Laudias

Berlin, 5. Nov. Vor Eintritt in die Tagesord­nung der heutigen Landtagsitzung erklärte Präsi­dent Bartels, der Landtag könne seine Arbeit nicht beginnen, ohne der bewundernswerten Tat zu gedenken, die das Luftschiff Graf Zeppelin" durch die zwei­malige Ueberquerung des Ozeans g e l e i st e t hat. DaGraf Zeppelin" heute Berlin feinen Besuch abstattete, übermittelte der Landtag dem Führer und der gesamten Mannschaft des Luftschiffes herzliche Glückwünsche, wobei er der Hoffnung Acisdruck gab, daß auch die ferneren Fahrten desGrafen Zeppelin" der ftiedlichen Verständigung der Völker dèr Erde dienen möchten.

Abg. Schubert (K.) beantragte dann die so­fortige Beratung des Antrages feiner Partei, der sich mit den Arbeiterentlassungen im Ruhrgebiet beschäftigt.

Abg. K l o f t (Z.) hob hervor, daß der Aeltesten- rat beschlossen habe, morgen ausführlich über diese Materie zu debattieren, und widersprach deshalb der sofortigen Diskussion, womit, nach der Ge­schäftsordnung, der kommunisttsche Wunsch erledigt war.

In Erledigung der Tagesordnung beschäftigte sich das Haus dann mit der ersten Beratung des Gesetzentwurfes, der weitere 7 5 Millionen Mark Anleihemittel zur Förderung der werteschaffenden Arbeitslosenfür­sorge bereitstellen will. Die Vorlage ging nach kurzer zustimmender Debatte an den Ausschuß.

Es folgt die Beratung der Ausführungsvor- ichrift des Ministers des Innern zu dem Gesetz über Schußwaffen u n d Munition. Nach der Ausführungsvorschrift wird alshöhere Verwaltungsbehörde", die für die Ausstellung eines Waffenscheines zuständig ist, der Regierungspräsi­dent, in Berlin der Polizeipräsident bestimmt. Als Polizeibehörde, die die Waffenscheine auszustellen hat, wird in selbständigen Städten sowie in Orten mit staatlicher Polizeiverwalttmg die Ortspolizei- behörde, im übrigen der Landrat bestimmt. Die Ausführungsbestimmungen werden dem Ausschuß überwiesen.

Angenommen wurde ein Antrag aller Frak­tionen, zum Ausbau der rechtsrheini­schen U f e r st r a ß e als erste Rate 400 000 Mark zur Verfügung zu stellen, und die erforderlichen Maßnahinen zur sofortigen Inangriffnahme der Arbeiten zu treffen.

Das Haus vertagt sich aus Dienstag, 12 Uhr: Ruhraussperrung.

GS bleibt beim LuMhaus

Der Reichtagsausschuß für die Strafrechtsreform setzte gestern seine Beratungen fort beim Abschnitt Strafen".

§ 34 lautet: Freiheitsstrafen sind Zuchthaus, Gefängnis und Einschließung.

Die heutige Nremmen umfaßt

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