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HanaueMzeiger

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Anzeiger für^

^scheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Ronas RM. 1.-, für den gahjen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, zamstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite JVpfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. z Offertengebühr 50 R-Pfg.

lr. 261

Montas de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u.Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.>Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Fernspr. 3956, 3957,3958

S. November

1528

Das neueste

Gras Zeppelin" startete heute nacht 2.17 Uhr Fahrt nach Berlin. 9.50 Uhr erfolgte die Lan- ig in Staaken.

- 3 m Lohnkampf im Ruhrgebiet ist keine Aende- ig cingelrctcn.

Rach Pariser Meldungen wird erwartet, daß iressierken Regierungen auf den deutschen will in der Reparationssrage eine gleichlau- )c Antwort geben werden.

Das rumänische Kabinett ist zurückgekrelen.

Nachfolger Bratianus wird Maniu genannt.

M Givesemautts DZenfi- anivZtL

Berlin, 4. Nov Die Genugtuung darüber, daß Reichsaußenminister gekräftigt und offensicht­gesundet gestern nach Berlin zurückgekehrt ist, illgemein. Man hat, je länger, je sehnsüchtiger I dieser Rückkehr ausgeschaut. Man braucht ihn t nur außenpolitisch, man braucht Stresemanns luß und überlegenes Geschick auch innenpoli­wennschon zunächst natürlich die außenpoli- -n Dinge im Vordergrung stehen werden. In kommenden Woche, wenn erst die offiziellen warten aus den einzelnen Hauptstädten hier iegen werden, wird die Entscheidung in der je der Sachverständigenkommission zu fällen Jann aber wird man sich auch über den Nach- r des Grafen Brockdorsf-Rantzau schlüssig zu ;en haben. Der Kampf, der um diesen Posten >en diplomatischen Sphären und vielleicht ' nur in ihnen gekämpft wurde, ist im we­ichen wohl zu Ende. Das letzteWort aber wird Stresemann zu sprechen haben. Man muß sich z erinnern, öa« es nicht bloß um den Mos­er Volten geht, daß vielmehr die eine Neube- ung andere nach sich ziehen wird.

tne MsgeEGe Rede MMMrW

om, 4. Nov. Nach einer Kundgebung der Land- e und Bauern des faschistischen Italien am rstag erfolgte heute die eigentlicheSieges- e r". 'Sie begann mit der Einweihung des Mut- auses der Kriegsverletzten, das neben dem izpalast am Tiber entstanden ist. Von diesem chrzeichen der italienischen Treue" begaben sich aufgebotenen Verbände zur Piazza Venezia, sie sich um den Altar des Vaterlandes sammel- Auf diesem wurde, von Fanfaren und Trom- virbel angekündigt, eine Feldmesse zelebriert, chzeitig eröffneten Batterien ein Salvenfeuer, Flugzeuggeschwader streiften über der Stadt folgte eine Rede Mussolinis, die von i3aut» Hern weitergetragen wurde. An dem Grab des !kannten Soldaten und an der Grabstätte des iesem Jahre verstorbenen Marschalls Armando , desHerzog des Sieges", zogen Ehren- _ien auf. Für den Spätnachmittag rief die iftifche Federation die Bevölkerung vor dem Ünal zusammen, um dem König zuzujubeln. Vor Quirinal wurde hierbei die historische Kriegs- irung an die Mittelmächte und die Siegesbot- t verlesen. Am Abend war Rom illuminiert.

iom, 4. Nov. 62 000 ehemalige Kriegsteilneh- hatten sich nach dem Bericht der Agenzin Ste- zur Siegesfeier in Rom versammelt. Um 9 vormittags eröffnete der König. im Beisein solinis und der Spitzen der Behörden das 5 des Verbandes der Kriegsbeschädigten. An- chend bewegte sich ein langer Zug ehemaliger gsteilnehmer, dessen Spitze die Kriegsbeschädig- bftdete, nach der Piazza Venezia. Vom Balkon Palazzo Venezia hielt Mussolini eine An- ^che, in der er darauf hinwies, daß dem ita- schen Volk der Krieg nicht durch en plötzlichen Angriff" aufgezwun- worden sei, sondern daß es ihn >ußt gewollt habe. (!?) Zwei Millionen ener hätten ihr Blut vergossen, um das neue en zu schaffen. Der Krieg habe gezeigt, wel- 0 Taten die Kämpfer Italiens fähig seien. lohnt erinnerte dann an den Marsch auf Rom fuhr fort, die historische und revolutionäre uitung des Krieges und der Revolution der rarzh->m>den beruhe darin, daß es nun end- g von den Alpen bis Sizilien ein einziges gibt, das in Eintracht und Disziplin vereint, schlossen sei, das Vaterland zu 3B e und Macht zu führen. Mussolini B mit der Frage:

'erdet Ihr, wenn es notwendig sein sollte, argen das noch einmal tun. was wir gestern lan haben? Die Menge antwortete unter ahnenschwenken und mit dem römischen ruß mit einem tausendstimmigen Ja. y. fuhr Mussolini fort,trägt den ndcrhall dieses Gelöbnisses in alle Winkel des Vaterlandes. Es lebe Italien!"

Diese Rede trotz Abschluß des Kellogg-Paktes, Acchtung der Krieges!) .....,

«M Zeppelin" in Veelin

Henie nacht Ahv kn Sviedvichshafen ankseftkesen ^uvz vov 9 MÄv über BevSin - @»5£ übt? in Staaken gelandet

Berlin, 5. Rov. Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist heute morgen 2.17 Uhr in Fried­richshafen zu seiner Fahrt nach Staaken bei Berlin gestartet. Das Luftschiff flog über Stuttgart, Frankfurt a. 211. Gießen, Kassel, Goslar und traf kurz vor 9 Uhr über Berlin ein. Um 9.50 Uhr erfolgte in Staaken die Landung.

Stavt nnd Sahvivevlauf

Friedrichshafen, 5. Rov. In der Halle herrscht die übliche Geschäftstätigkeit. Ruhig liegt das Schiff im magischen Schein der Bogenlampen. Kurz nach Mitternacht trifft Dr. Eckener mit Sohn und Gattin auf der Werft ein. Die letzten Passa­giere, darunter auch noch Frau Adams, die den Ost-West-Flug mitgemacht hat, begeben sich um 1.55 Uhr an Bord des Schiffes. Beim Auswiegen muß das Schiff ziemlich viel Wasserballast abgeben. Das Osttor ist weit geöffnet. Um 2.08 Uhr geht Dr. Eckener an Bord und zwei Minuten später ist das Schiff in Bewegung und wird nach Verlassen der Halle mit der Spitze gegen den See gedreht. Um 2.17 Uhr ertönt das Kommando:Schiff hoch!"

Friedrichshafen. 5. Rov. Rach einer kurz vor dem beabsichtigten Start durch auskom­menden Bodenwind hervorgerufenen Verzögerung wurde das Schiff aus dem Offtor der Halle ge­bracht und stieg 2 Uhr 17 Minuten mit dem Bug gegen die Halle auf. Ein kräftiger Aufwind unter­stützte die Skartmanöver, der das Luftschiff rasch in die höhe hob. Rach einer eleganten Schleife über dem See und der Stadt verschwand es in nordöstlicher Richtung. Der Riesenkörver hob fick gegen den, dunklen Himmel kaum ab. Rm die hell erleuchteten Kabinenfenster und die Vositionslater- nen zeigten den Weg des Schiffes. Aus den Moko- rengondeln winkten die Insassen den Zurückgeblie­benen den Abschiedsgruß mit Handlaternen zu.

Friedrichshafen, 5. Rov. Rach den letzten Wettermeldungen aus Mitteldeutschland herrscht dort starke Bewölkung mit Rebel und zeitweiligen Regenfällen vor. Man nimmt hier an, daß das Schiff infolgedessen nicht den direkten Weg nach des Reichshaupksladt einschlagen wird, sondern daß der Kurs von Stuttgart aus in nordöstlicher Richtung, einem Teil dec Route der letzten Deutsch- landsahrt folgend, gehen wird.

Stuttgart, 5. Rov. Um 3.35 Uhr über­flog das Luftschiff Stuttgart in nordöstlicher Rich­tung. Das Luftschiff kündigte sich durch das Mo­torengeräusch an, ohne daß man es selbst zunächst sehen konnte. Langsam tauchten dann zuerst die roten Positionslichter aus und schließlich auch die Hellen Lichter der Führergondel, in ihrer Gesamt­wirkung den Umriß des Schiffes ahnen lassend.

Friedrichshafen, 5. Rov. Rach einem Funkspruch von Bord des Schiffes befand es sich um 4 Uhr aus der Strecke Stuttgart-Darmstadt acht Kilometer südlich von Reckarbischofsheim. Um 5.05 Uhr passierte das Luftschiff Frankfurt a. M. in nordöstlicher Richtung. 5.30 Uhr befand sichGraf Zeppelin" über Gießen. 6.25 Uhr passierte es Kassel. 7.10 Uhr überflog er Goslar in Richtung Braun­schweig.

Die Landung

Berlin, 5. Rov. Kurz vor 9 Uhr erschien das Luftschiff über der Stadt. Trotz des regnerischen Wetters waren die Dächer beseht von Schau­lustigen, die das Luftschiff mit Jubel begrüßten, das seine Schleisenfahrl über dem Osten und Rordcn

Seankveichs mUriäVische Ausgaben

Angers, 4. Nov. Der Ausschuß für Heeresange­legenheiten des Parteitages der Radika- l e n beschäftigte sich heute nachmittag mit der Frage der militärischen Ausgaben. Der Abgeord­nete M o n t i g n y forderte, daß die militärischen Ausgaben künftig auf die im Budget von 1928 vorgesehenen Beträge beschränkt würden und sagte, Deutschland sei eine doppelte Quittung über seine Abrüstung sogar von Marschall Foch gegeben wor­den. Man habe dem Parlament erklärt, daß die Einführung der einjährigen Dienstzeit eine Ver­mehrung der Ausgaben notwendig mache und daß die Errichtung eines Festungsgürtels sowie die Durchführung eines maritimen Bauprogramms die gleichen Folgen nach sich ziehen würden. Wenn all das wahr fei, sei es nicht übertrieben, zu erklären, daß man bald ein militärisches Budget von 15 Mil­liarden erreichen werde. Er sei der Ansicht, daß die Bestimmungen des neuen Eadregesetzes unannehm-. bar seien.

Der frühere Minister Durand erklärte, die Ausführungen Montignys hätten ihn überrascht. Sie würden zweifelsohne mit großem Vergnügen jenseits des Rheins ausgenommen werden. Man helfe Paul-Boncour nicht, wenn man ähnliche Zif­

fortsehte und dann nach Staaken zurücksuhr, wo es 9.50 Uhr glatt landete.

Staaken, 5. Rov. Rach der Landung wurde das LuftschiffGraf Zeppelin" über den Flugplatz hinweg zum Ankermast geschleppt und dort 10.30 Uhr seslgemachk.

Ein Sahvibevichi

An Bord desGrafen Zeppelin", 5. Nov. Der Mond steht im letzten Viertel am Himmel, Sterne leuchten in der kühlen Novembernacht. Das Wetter ist also sehr viel günstiger als allgemein erwartet werden durfte. Um 2.20 Uhr setzt sich das Luftschiff in Bewegung, um 2.30 Uhr befindet es sich in seinem Elemente. Da wir genügend Zeit haben, können wir uns einen Umweg leisten, den auch die Wettermeldungen naheliegend erscheinen lassen. Um 3.20 Uhr sind wir über Stuttgart, das einen Anblick von unerhörter Schönheit bietet. Im Ballon herrscht in­zwischen reges gesellschaftliches Leben. Dr. Eckener selbst begrüßt feine Gäste, denen von seinem anmu­tigen Töchterchen und seiner freundlichen Sekretärin ein Glas Schaumwein und Kaffee gereicht wird.- Gruppeck bilden sich um ihn und Dr. Dürr, dem Erbauer des Schiffes, Dr. Goldmann, den kauf­männischen Leiter des Werkes, Dr. Maybach, den Schöpfer der Motore, Jue sich glänzend bewährt haben, den Württembergischen Finanzminister Dr. Dehlinger und die drei amerikanischen Marineoffi­ziere, die ebenfalls an Bord sind. Aus Berlin laufen schlechte Wettermeldungen ein, die mit einigem Kummer ausgenommen wer­den, da sich alles auf den in Aus­sicht gestellten festlichen Empfang gefreut hat. Um­somehr hat jetzt das Luftschiff Zeit und braucht seinen Kurs also nicht schnurstracks auf Berlin zu nehmen. Um 4.50 Uhr wird Darmstadt, um 5.10 Uhr Frankfurt überflogen, immer aufs neue unver­geßliche Eindrücke eines wahren Erlebens schöpfend. Eine rege Unterhaltung hält den größeren Teil der Gäste die ganze Nacht zusammen. Besonders wird dabei die Frage eines zukünftigen Luftschiffkiafens erörtert. Die Kandidatur Berlin findet In Stvdt- baurat Dr. Adler einen lebhaften Fürsprecher, doch scheinen hier Widerstände klimatischer Natur stark in Erscheinung zu treten. Demgegenüber steht Dr. Eckener auf dem Standpunkt, daß erst eine größere Halle und stärkere Schiffe gebaut werden müßten, ehe die Frage überhaupt in ein entscheidendes Stadium treten könne. Der jetzigeGraf Zeppelin" werde jedenfalls den Ozean nicht mehr sehen. Ueber Gießen, Marburg, Kassel führt der Flug weiter. Es ist 6% Uhr geworden, am östlichen' Himmel taucht der erste Schimmer des anbrechenden Tages auf. Morgennebel senken sich zwischen Schiff und Erde und ein frischer Wind streicht um die Flanke des Schiffes, nachdem die Nachtfahrt unerhört fried­lich verlaufen w r. Braunschweig bleibt zur Linken liegen, die Fahrt geht direkt westwärts. Um 8.20 Uhr wird die Elbe bei Tangermünde überflogen. Die Sicht läßt zu wünschen übrig, trotzdem wachsen ständig die Eindrücke, die die wunderbare Fahrt bei jedem Teilnehmer hinterläßt. So geht es dem Festtage entgegen, den Berlin dem Lustschiff und feinen Helden in Wahrheit Helden bereiten will.

fern in der Debatte brauche) wie sie Montigny ge­braucht habe.

Der Vorsitzende der Radikalen Partei, Dala­dier, erklärte: Nach meiner Ansicht sind durch die neuen Militärgesetze berechtigte Interessen der nationalen Verteidigung geopfert worden. Jeden Tag sagt man dem französischen Volke, daß Deutsch­land stark und gefährlich fei und daß es augenblick­lich Frankreich sogar mehr als vor dem Kriege be­drohe. Es besitzt ein Heer von 100 000 Berufs- soldaten: Frankreich bat 106 000. Die territoriale Sicherheit ist nur gewährleistet, wenn man die mo­dernen Hilfsmittel und die neuen Fortschritte der Wissenschaft ausnntzt. Nach weiterer unwesentlichen Debatte wurde eine Tagesordnung ange­nommen, die die Beschränkung der militärischen Ausgaben und des effektiven Bestandes des Berufs­heeres auf die im Budget von 1928 vorgesehenen Ziffern fordert, ferner die Notwendigkeit hervor- hebt, die nationale Verteidigung immer mehr auf die moderne Vorbereitung des Krieges und die Organisation der Sicherheit durch die bewaffnete Nation abzustellen. Hervorzuheben ist, daß die Tagesordnung sich gegen die Verwendung Einge­borener aus den Kolonien im Heere des französi­schen Mutterlandes richtet.

Nov deutsch lttanttche Haudelsvevtvag

Zwischen Deutschland und Litauen ist im Jahre 1926 ein Handelsvertrag ratifiziert worden, der uns für den Warenverkehr die Meistbegünstigung sichert, im übrigen aber alles in der Schwebe läßt. Ein Zusatzab­kommen, das den kleinen Grenzverkehr be­trifft, ist bisher noch nicht ratifiziert worden. Es soll dies gelegentlich der Ratifizierung des neuen deutsch-litauischen Handelsvertrages nachgeholt werden. Der neue Vertrag, der nach langjährigen Verhandlungen zustande ge­kommen ist, wird schon in allernächster Zeit das Kabinett und im Anschluß daran den Reichsrat und den Reichstag beschäftigen. Man hofft mit den parlamentarischen Ver­handlungen im Dezember zum Abschluß zu kommen und den Vertrag dann rasch rati­fizieren zu können.

Dem neuen Vertrag ist keine Tarifanlage" beigegeben. Es sind also keine besonderen - Tarifherabsetzungen vorgenommen worden, sondern es bleibt bei der allgemeinen Meist­begünstigung. Im übrigen ist es gelungen, in den Verhandlungen die deutschen Wünsche im allgemeinen durchzusetzen. Von besonderer Wichtigkeit war für uns die Frage des Nieder­lassungsrechtes. Hier konnte die Meistbe­günstigung nicht genügen, sondern es mußte erreicht werden, daß deutsche Reichsange­hörige den Inländern gleichgestellt werden. Dies ist dann auch erreicht worden. Die beiden Vertragsstaaten sichern sich gegenseitig aus dem Gebiete des Niederlassungsrechts bis volle Gleichbehandlung mit dem Inländer. In Bezug auf den Grunderwerb ist Meistbe- günstigung vereinbart worden, wie es üblich ist. Mit Rücksicht auf Ostpreußen war eine der wichtigsten Verhandlungsfragen die bei­derseitige Vereinbarung der Parität in der Tarifbehandlung der Durchfuhr zwischen Königsberg und Memel. Es lag in der Natur der Dinge, daß Litauen den Versuch machte, bei der Tarifbehandlung der wertvollen Eisen­bahndurchfuhrfrachten Königsberg un­günstiger zu stellen als z. B. den Nachbarhafen Memel. Litauen hat sich aber dann doch schließlich bereit gefunden, die volle Parität auf dem Gebiet der Eisenbahntarife zuzuge­stehen. Wir haben unsererseits das gleiche ge­tan. Sehr wichtig ist auch, daß Deutschland bei der Beförderung von Floßholz und auf dem ganzen Gebiete der Binnenschiffahrt die Inländer-Behandlung zugesichert worden ist Hierbei war zu berücksichtigen, daß die Bin­nenschiffahrt auf dem Kurifchen Haff früher vollständig in deutscher Hand war. Litauen hat das naheligende Interesse, die Binnenschiffahrt je^t* in seine eigene Hand zu nehmen. Den litauischen Wettbewerb müssen wir selbstverständlich zu­lassen, legten aber Wert darauf, daß unserer Schiffahrt keine künstlichen Beschränkungen in den Weg geleitet wurden. Auch dieses Ziel ist erreicht worden. Mit der Ausnahme einer kleinen Strecke des Memelstromes, die für dën deutschen Schiffsverkehr nicht in Betracht kam und die der Meistbegünstigung unterliegt, ist im übrigen Deutschland die volle Parität mit der inländischen Schiffahrt gesichert worden. Dem Vertrage ist eine Schiedsgerichtsklausel beigefügt, die dem gegenwärtigen Handelsver­trags fehlt. Es besteht somit die Aussicht, daß auflauchende Meinungsverschiedenheiten schied-, j lich friedlich geregelt werden können Jm 5 Schlußprotokoll wird dann noch eine Frage behandelt, die mit dem Niederlassungsrecht ; eng verknüpft ist. Es ist häufig Klage darüber geführt worden, daß Litauen die Aufenthalts­gebühr für Ausländer in einer Höhe festsetzt, die einer willkürlichen Beschränkung des Nie­derlassungsrecht gleichkommt. In dem Schluß­protokoll ist nun festgelegt worden, daß die litauische Regierung in allen Fällen, in denen die Zahlung der Aufenthaltsgebühr Schwierig­keiten macht, eine völlige Streichung oder min­destens eine Ermäßigung der Gebühr vor­nimmt. Die deutschen Unterhändler haben den Eindruck gewonnen, daß Schwierigkeiten in diesem Punkte in Zukunft nicht mehr zu be­fürchten sind.

Es ist selbstverständlich, daß der Handels­vertrag mit Litauen für uns in enger Ver­bindung mit der Memel-Frage eigentliche Be­deutung gewinnt Es kommt uns vor allem

Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten .