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M. 258

Mittwoch Vs«

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31. Oktober

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Die Oeimfahet des »Graf Jeppelin"

WechseZude MeLisAage auf dem Sahsriwese des ^âaf IsWâ^ - Lu SviedvW Hafen wiLd heute das Euteeffe« des Lnftfchiffes erwartet

Das Neueste

Gras Zeppelin" hat auf seiner Ozeanfahrt teilweise recht ungünstige Weklerverhällnisse gehabt.

Dennoch wird in Friedrichshafen das Eintreffen des Luftschiffes für heute abend erwartet.

Gestern fand, wie angekündigt, anläßlich seines zehnjährigen Bestehens ein Festakt im Reichs- arbeilsministerium statt.

In Paris, London und Brüssel haben die deutschen diplomatischen Vertreter offizielle Schritte zur Einleitung der Räumungs- und Reparations-

Verhandlungen unternommen.

Die von Berliner zuständiger Stelle milgeteill wird, werden die deutsch-russischen Dirkschafts­verhandlungen Mitte Rovember in Moskau aus­genommen werden.

3n Essen wurde der des Mordes angeklagle Hußmann wegen mangelnder Beweise freigesprochH.

MMnnnssaustanfch Wev die EnMLdLgnngsfvase

Deutsche Schritte in Paris und London.

tischen Vertreter in der Fvagè der Däwe^^ywn gleichzeitig in London. Pacis, Rom. Brüssel und Tokio vorstellig werden: auch die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird durch den Botschafter in Washington unterrichtet werden. Die diplomatischen Vertreter Deutschlands in diesen Hauptstädten sind bereits im Besitz ihrer Jnskruk- klonen. Es handelt sich bei dem Schritt nicht etwa darum, die Einladung zur Einberufung des in Genf vereinbarten Sachvsrständiqenkomikees zu übermitteln, sondern die Botschafter sollen den Re­gierungen den Standpunkt Deutschlands Hinsicht- 1 1 des Sachverständigenkomitees Mitteilen, der dahin präzisiert werden kann, daß nach deutscher Auffassung nur ein Komitee unabhängiger Finanz- sachverständiger eine objektive Untersuchung der Zahlungsfähigkeit Deutschlands gewährleisten würde. Gleichzeitig sollen sie die Regierungen ersuchen, sich darüber zu erklären, wie sie sich die Zusam­mensetzung der Kommission denken und welcher vrk für die Tagung der Kommission ihnen genehm wäre. Nach diplomatischem Brauch werden die Bok- s^afler und Gesandten eine schriftliche Zusammen- faltung ihrer mündlich abgegebenen Erklärungen überreichen. Der deutsche Botschafter in Paris v. Hoesch wird im Anschluß an seinen heutigen Be- fud) bei Briand morgen auch Poincare den deul- Ichen Standpunkt darlegen.

âanzdMchsv NNEevvai

Paris, 30. Okt. Nach Beendigung des heutigen -otinisterrats hat Ministerpräsident Poincarè es "bgelehnt, irgend welche Angaben über die Vera­rgen zu machen. Ich kann, so erklärte er nach Havas, die öffentliche Meinung nicht über Ver­handlungen unterrichten, die mit dem Auslande ge- werden. Als ein Journalist Briand fragte, per, Sachverständigenausschuß vollkommen un- adhängig sein werde, antwortete der Außenminister lächelnd: Man ist niemals vollkommen unab­hängig.

Arüestsminister Loucheuk erklärte in Veand- wortung einer Frage, daß keine Rede davon sei, m irgend einer Form dem Parlament die Rati- nllerung des neuen Abkommens über die Regelung ver alliierten Schulden zu unterbreiten.

Havag teilt weiter mit, daß der Zeitpunkt des ^Wraufamm des Parlaments im heutigen -oimlsterrat nicht feftgefekt worden sei.

.. ^ocb einigen Abendblättern soll Loucheur ledig- uch erklärt haben, im heutigen Ministerrat sei von Ratifizierung des Mellon-Bèranger und des ^mllaux-Churchill-Abkommens nicht die Rede ge­wesen.

GeMnne rmd DsvlusSs dev ettâL Naviekvtt fett 1624

. London, 30. Okt. Der Sieg der A-beiterpartei ^Ashton ist besonders bemerkenswert, weil sich der -aiahlkreis seit 1910 ununterbrochen in den Händen « ßonieruatiuen befunden hatte. Es ist der fünfte -Wahlkreis, den die Konservativen in diesem Jahre

^ haben. Bei 52 Ersatzwahlen seit den Wah- "W 1924 hat die Regierung einen Sitz gerann­en und elf verloren, die Arbeiterpartei zehn Sitze gewonnen und einen verloren und die Liberalen er Sitze gewonnen und drei verloren.

«M Jeppe,in" Md,ich von OrSand

Friedrichshafen, 31. Off. Nach einer kurz nach 2 Uhr nachts von der Funkstation der Werft aufgefangenen Meldung, wird Dr. Eckener die kürzeste Strecke fliegen, also südlich an Irland vorbei, direkt auf Friedrichshafen zu. Es ist anzunehmen, daß das Luftschiff schon Mittwoch abend in Friedrichshafen ein trifft.

Berlin, 31. Okk. Der Standort desGrafen Zeppelin" war 5 Uhr früh mitteleuro­päische Zeit 48 Grad 40 Minuten nördliche und 15 Grad 5 Minuten westlische Länge.

London, 31. Okt. Nach einer Meldung der englischen Küstenfunkstelle Devizes Radio befand sich derGraf Zeppelin" um 10 Uhr vormittags deutscher Zeit schätzungsweise aus 10 Grad westlicher Länge.

Damil hat sich das Luftschiff um die angege bene Zeit bereits südlich der irischen West­küste befunden. Die Entfernung bis zur Süd spitze Englands beträgt von dort »och etwa 330 Kilometer.

Dev VsvSanf -ev Kahvi

Newyork, 30. Oktober.Graf Zeppelin" hat auf seiner Rückfahrt zunächst am gestrigen nachmittag MEZ. seinen nordöstlich gerichteten Kurs beibe­halten, bis er am späten Nachmittag in ein Wetter- gehiet geriet, das seine Fahrtgeschwindigkeit osfèybar

airchschnitts-

n hat bis dahin

geschwindigkeit von 8090 Kilometer in der Stunde entwickelt, also eine erheblich langsamere Fahrt­geschwindigkeit, als z. T. angenommen wurde. Der Zeppelin flog die ganze Zeit hindurch durch starken Regen, so daß es verständlich ist, daß er, obwohl er sich zunächst nahe der Dampferroute hielt, nur wenig gesichtet wurde. Er trat jedoch mit den zahlreichen Lloydfirmen an den Küsten von Kanada und später von Neufundland in Verbindung, um sich über das Wetter berichten zu lassen. Der Zeppelin hat dann auf Grund der Wetterberichte etwa um Mitternacht seinen Kurs stärker nach Norden gelegt, um Rücken­wind zu bekommen und die an der Küste von Neu­fundland wehenden Südwestwinde auszunützen. Diesen Erwartungen entsprechend ist der Zeppelin nach Mitternacht in der Nähe von Cap Race, der Südostspitze von Neufundland, gesichtet worden und heute Morgen etwa 250 Meilen nordöstlich von Neufundland. Während dieser Zeit hat er infolge der südwestlichen Rückenwinde eine bessere Fahrt­geschwindigkeit entwickelt, etwa 100110 Kilometer in der Stunde. Neufundland selbst scheint, er jedoch nicht überflogen zu haben. Der Zeppelin wird, so­bald es die Windverhältnisse gestatten, nunmehr Cap Clear an der Südwestküste von Irland ansteuern. Nach weiteren Berichten von Bord des Schiffes hat sich das Wetter so weit verschlechtert, daß das Schiff vorläufig einmal Südostkurs halten muß, um nicht zu weit nach Norden zu kommen, daß es also vorläufig damit zufrieden sein muß, dem Sturm die Stirne zu bieten Positions- und Sichtmeldungen dürften in den nächsten 24 Stunden ziemlich spärlich kommen, da der Zeppelin ein um diese Jahreszeit wenig von Dampfern befahrenes Gebiet überquert. Auch funkentelegraphisch dürfte er mit Dampfern nur wenig in Verbindung kommen, so lange die zur Zeit scheinbar bestehenden atmosphärischen Störun­gen anhalten.

Friedrichshafen, 30. Okt. Während des Tages sind nur spärliche Nachrichten über die Fahrt des Graf Zeppelin" in Friedrichshafen eingelaufen, aber nach den Meldungen, die in den frühen Abend­stunden eingegangen find, läßt sich der Standort ungefähr berechnen. Diese Meldungen lauten recht günstig. Danach befand sich derGraf Zeppelin" zwischen 17 und 18 Uhr etwa auf dem 45. und 40. Grad nördlicher Breite. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er also bereits ungefähr die Hälfte der ge­samten Strecke Hintetz sich. Die Marschstrecke dürfte bereits über 4500 Kilometer ausmachen. Sie ist länger als die kürzeste Route, weil das Schiff einen großen nach Südosten offenen Bogen ausgeführt hat. Jetzt steuert es etwa in südöstlicher Richtung. Es ist auch anßunehmen, daß es die Hauptschwierig­keiten des Tiefs bereits überwunden hat, und mit günstigem Mitwind durch ein großes Hoch fährt. Unter dem Eindruck dieser Berechnungen werden die Aussichten hinsichtlich der Zeit der Ankunft erheblich günstiger beurteilt, als heute mittag. In Kreisen des Luftschiffbaues rechnet man jetzt wieder mit der Möglichkeit, daß das Luftschiff doch noch im Laufe des Mittwoch abend ankommt Es wird dann vom Wetter abhängen, ob es noch in der Nacht oder am Donnerstag morgen landet. Daß das Schiff schon bis jetzt ausgezeichnete Zeit gemacht hat, geht am besten aus einem Vergleich mit der Europafahrt hervor, bei der es gut 34 Stunden unterwegs war und etwa 3000 Kilometer zurückgelegt hat, also in derselben Zeit, die es die bisherige Strecke gebraucht hat.

Friedrichshafen, 31. Okk. Nach den zwi­schen 12 und 1 Uhr nachts beim Luftschiffbau ein­gegangenen Meldungen hak derGraf Zeppelin" eine überraschende Route eingeschlagen, indem er zwischen dem 40. und 30. Grad westlicher Länge nach Norden abgebogen ist, statt wie bisher auf­grund der letzten Meldungen beim Luftschiffbau angenommen wurde, den Kurs nach Südosten zu halten. In der Tat scheint sich zu bestätigen, daß das Schiff sich über dem 50. Grad nördlicher Breite befindet, also auf einer Route, die auf Irland zu- gehk. Dr. Eckener hak also offenbar den Versuch gemacht, doch auf den nordöstlichen Weg zu fom- men, der bekanntlich über Irland führt. Direkte Nachrichten vom Schiff liegen nach Angabe des

Lufkscbiffbaues überhaupt nicht vor. Man den Eindruck haben, daß der Luftschiffbau durch den Manael an Skandorlnachrichten geführt worden ist.

London. 31. Okt. Nach einer drahtlosen

muß selbst irre-

Wel-

duna des Holländischen Dampfers Westerdyk befand sichGraf Zeppelin" um 12.15 Uhr nachts (M. E. 3.) 48 Grad nördlicher Breite und 22 Grad west­licher Länge, also etwa 1 0 0 0 Kilometer westlich von der Südwest-Spitze 3 r - lands. Das Luftschiff bat südöstlichen Kurs bei westlichen Winden. Das Wetter ist schön.

Berlin. 31. Okt. Der Standort desGraf Zeppelin" war um 5 Uhr früh mitteleuropäische

Zeit 48 Grad 40 Minuten nördliche Breite und Grad 5 Minuten westliche Länge.

Dev Mnde VafsaBeZr

Friedrichshafen, 30. Okt. Sehr interessant

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ist

die Frage, was aus dem blinden Passagier werden soll. Nach Erkundigungen an zuständiger Stelle wird <r bei der Landung zunächst tvn her Polizei festgehalten werden, die prüfen muß, ob er ein Visum oder überhaupt einen Paß hat. Gegen ein solches Paßvergehen würde eine möglichst niedrige Geldstrafe von vielleicht 30 Mark zu cr- kennen sein. Wenn die Bestimmungen oder Wei­sungen von höherer Stelle es gestatten, wird aber auch diese Strafe zweifellos niedergeschlagen wer­den. Betrug dürste kaum vorliegen, weil die Ab­sicht, den Luftschiffbau um das Fahrgeld zu prellen, kaum Vorgelegen hat. Der Junae hat eben, das Ganze zweifellos als eine sportliche Waaeleistunq angesehen, und so wird sein Unterfangen hier auch durchaus beurteilt. Ja, man nimmt ès sogar von der humoristischen Seite auf: allerdings ist wesent­lich, wie lick der amerikanische Konsul in Stuttgart zu der Sache stellt Die deutschen Behörden holen heute nachmittag seine Ansicht ein. Man rechnet aber damit, daß der Konsul dem Jungen die nöH» gen Papiere eventuell nachträglich ausstellt. So dürfte er bei seiner Ankunft auch von der deut­schen Polizei recht schnell wieder entlassen werden.

Friedrichshafen, 30. Okt. Die Angelegenheit des blinden Passagiers dürfte in der Tat in einer all­seitig befriedigenden Weise geregelt werden. Der amerikanische Konsul in Stuttgart wird morgen selbst nach Friedrichshafen kommen und, wenn die Rührung desGraf Zeppelin" nünstig über das Betragen des Jungen aussagk. die erforderlichen Papiere ausstellen. Er hat bereits zu erkennen ge­geben, daß er sich des Jungen annehmen will.

Die Lauwav« des »Bitten »askasievS

Newyork, 30. Okt. Die Blätter, die sich weiter­hin mit dem jungen Terhune beschäftigen, der sich als blinder Passagier an Bord desGraf Zep- j pelin" eingeschmuggelt hat, zeigen mit einer Zu- sammenstellung seiner frühern Abenteuers

daß er es mit großer Gewandtheit verstanden hat, sich zu Ereignissen, die ihn besonder- interessierten, Zugang zu verschaffen. So beschaffte er sich u. a. im letzten Sommer beim Boxkampf Henney- Tunney eine Uniform als Platzanweiser und wohnte dem Kampf aus nächster Nähe bei. Als von San Franzisko der neue Luxus dampf er M a i o l o zum erstenmal nach Honolulu auslief, hatte er Terhune ebenfalls als blinden Passagier an Bord. Nur einmal hatte Terhune, der als Golfjunge von Turnier zu Turnier ganz Amerika durchwandert hat, Pech, als er sich auf einem nach Alaska bestimmten Dampfer einschmuggelte. Das Schiff war das letzte des Sommers gewesen, und Terhune mußte den Winter in Alaska verbringen.

G« Angebot fite den »Buten «nkkaglev

Aachen, 31. Okt. Die Zweigstelle Aachen der Firma Leonhard Tietz A.-G. hat gestern, abend an den blinden Passagier desGraf Zeppelin" Cla­rence Terbune ein Telegramm aufgegeben» in dem sie ihm sofortige Anstellung in ihrem Ge- schäft anbietet.

ZSHâh^feies des Kekchs- aBdettsm^ttifievZttMs

Berlin, 30. Okt. Im großen Festsoal des Reichs- arbeitsmittisteâuis hatte sich heute eine ansehntuhe Versammlung eingefunden, um die zehnjährige Wiederkehr der Gründung des Reichsarbeits­ministeriums festlich zu begehen. An aktiven Reichs­ministern waren neben Reichskanzler Müller der Reichsarbeitsminister Wissell, der Reichswirtschafts­minister Dr. Curtius und Reichsfinanzminister Dr. Hilferding erschienen. Auch sah man die drei Amts- vorgänger Wissels, Gustav Bauer, Alexander Schlicke und Dr. Heinrich Brauns. Weiter waren fast alle sozialpolitisch interessierten Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft erschienen.

Reichsarbeiksminisker Wissell

hielt die Festrede.

Er begann mit der Feststellung, daß die Men­schen nur selten mehr tun können als die Zeichen ihrer Zeit richtig erkennen. Mit herzlichen Worten gedachte er dann der achtjährigen Arbeit des frühe- ren Reichsarbeitsministers Dr. Brauns an der Spitze der höchsten deutschen Sozialbehörde. Er habe mit allen seinen Mitarbeitern den Eindruck ge­habt, daß ihm Dr. Brauns nicht nur ein Amt, son­dern auch ein Werk hinterlassen habe.

Das Ziel der Sozialpolilik

in Deutschland sei gewesen, den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Wirtschaft zu rücken. Es seien ziemlich genau 100 Jahre vergangen, seitdem der preußische General v. Horn in einem -Bericht an den König die unbefriedigenden Ergebnisse der Rekru­tierung auf die Nachtarbeit der jungen Leute in den Fabriken zuführte. Es habe dann aber noch Jahrzehnte gedauert, bis eine wirkliche Sozialpolitik eingeleitet wurde. Die Arbeiterschaft sei im Lauf der Jahrzehnte zu einer starken Triebkraft auf dem Wege der Sozialpolitik geworden. Es sei ein gar nicht hoch genug zu veranschlagender Fortschritt, daß in der Sozialpolitik in der Fürsorge zum Recht fort­geschritten werden konnte. Mindestens ebenso wichtig wie die Bekämpfung der Schäden selber, fei die recht­zeitige Vorbeugung. Dabei sei sich das Reichs- arbeitsministerium klar darüber, daß der Anteil der Arbeiter an der Wirtschaft nur steigen könne, wenn der Ertrag der Wirtschaft selber steige. Jedes Stück Wirtschaftspolitik sei auch ein Stück Sozialpolitik. Im Kampf der beiden großen sozialen Parteien habe der Staat versucht, zwischen dem sozialpolitisch Er­wünschten und dem wirtschaftlich Möglichen die rich­tige Mitte zu finden. Mit Befriedigung stellte Wissell fest, daß es der Arbeiterschaft, besonders in den unteren und mittleren Gruppen, gelungen sei, den Vorkriegsstand wieder zu erreichen und zum Teil sogar schon zu überschreiten. Wissell sprach dann über die internationalen Abkommen, die auf An­regung und unter Vorantritt des Reichsarbeits­ministeriums zustande gekommen sei.

Sodann hielten verschiedene führende Persönlich- feiten kurze Begrüßungsansprachen.

Reichskanzler Müller überbrachte die Glück­wünsche der Reichsregierung. Das Reichsarbeits- Ministerium sei seiner Auffassung nach kein Mini- sterium eines besonderen Berufsstandes. Wir hätten wie andere Völker, auch schwere Lasten zu tragen, um den notwendigen Lebensraum für uns zu ge­winnen.

Reichstagspräsident Löbe erinnerte daran, daß bei einer zusammenfassenden Betrachtung der in gggggJ1" -SS

Die heutige Kummer umfaßt 14 Seiten