Selle 4
Montag den 29. Oktober 1928
Nr. 25S
Dee Kvemdenmelderetiel
M. Gegen überflüssige Fragen.
vom Verband reisender Kaufleute Deutschland wird uns geschrieben;
Die Notwendigkeit einer g«wissen Ueberwachung des Fremdenverkehrs muß ohne weiteres anerkannt werden. Nur die Formen, in denen diese Ueber« wachung vorgenommen wird, haben schon wiederholt Anlaß zu berechtigten Klagen gegeben. Insbesondere wird darüber geklagt, daß die örtlichen Polizeiverwaltungen in den Meldezettelvordrucken mit ihren vielen überflüssigen Fragen eine durch keine dienstlichen Gründe gerechtfertiate Neugier entwickeln. Werden schon allgemein die Fragen über die Konfession, Über den Familienstand, über den Zweck des Aufenthaltes usw. als lästig empfunden, so stößt sich der reisende Kaufmann vor allem auch an den Fragen nach dem Reiseauswei», der Herkunft und dem nächsten Reiseziel, weil die Vertreter der Konkurrenz nur allzu leicht von diesen Angaben Kenntnis nehmen und dann auf Grund der erlang» ten Information versuchen können, durch ent« sprechende Einrichtung ihrer Tour dem anderen zUvorzukommen und ihn geschäftlich zu schädigen.
Um alle diese Unzuträglichkeiten für die Zukunft zu vermeiden, hat der Verband reisender Kaufleute Deutschlands, Sitz Leipzig, namens der Zentralstelle der am kaufmännischen Berufsreise- verkehr beteiligten Verbände die Innenministerien der deutschen Länder gebeten, den ihnen unterstellten Behörden nahezulegen, sich in den Meldezettelvor- drucken auf die Beantwortung folgender Fragen zu beschränken: 1. Voi> und Zuname; 2. Stand Unb Gewerbe; 3. Geburtsort und Tag; 4. Staatsangehörigkeit; 5. Ständiger Wohnsitz; 6. Tag der Zu- und Abreise.
Ein Erfolg dieser Eingaben siegt durchaus nicht nur im Interesse der reisenden Kaufleute, sondern et würde in gleicher Weise von dem gesamten reifenden Publikum und nicht zuletzt auch von den Hotel- defltzern aufrichtig begrüßt werden.
tvlevkl Schlaf beaacht dev ment*?
®*m Amtlichen Preußischen Pressedienst wird von bem Vandesausschuß für hygienisch« Dolksbe- k^rung geschrieben:
Der Schlaf ist eine der wohltätigsten Einrichtungen der Natur zur Erhaltung unserer Gesund- Heit und Arbeitsfähigkeit. Diese Erfahrung hat jeder längst an sich selbst gemacht. Soweit die Wissen- schaft über das Wesen des Schloßes unterrichtet ist, können wir heute sagen, daß die Aufgabe des Schlafes darin besteht, ole während der Tagesarbeit im Körper angehäuften Ermüdungsstoffe zu beseitigen und dem menschlichen Organismus fein« Leistungsfähigkeit und Spannkraft wiederzugeben. Daß dafür eine bestimmte Schlofmeng« oder Schlaf- bauer erforderlich ist, versteht sich von selbst. Lev der wird in diesem Punkte aber vielfach, teils aus wirtschaftlicher Not, teils aus Unwissenheit und Leichtsinn, gesündigt.
An sich gibt es auf die Frage! „Wie lange soll man schlafen?- nur di« eine stets zutreffende Ant- wsrt:„bls maw-Lusa^chtMèn bat".
nur di« eine stets zutreffende su»$triitrttrftn M". -,— -
Kinderjahren. Es ist bekannt, daß der Säugling etwa X seines Lebens verschläft. Das gesunde Kind im Alter von 2 bis 10 Jahren braucht eine Nachtruhe von wenigstens 12 Stunden und wird mit Vorteil auch noch eine 1—2stündig« Nach- mittagsichlafzeit gebrauchen können. Die notwendige Schlafzeit für den Erwachsenen beträgt da- gegen
ausnahmslos etwa 8 Stunden.
Denn von älteren Leuten behauptet wird, daß üe mit weniger Schlaf auskommen, so geschieht dies entweder auf Kosten ihrer Gesundheit und ihrer Nerven, oder aber man gibt sich hier einer Täuschung hin. Er ist richtig, daß ältere Leute oft während der Nacht nur eine kur,ze Ruhe von etwa 5—6 Stunden brauchen, um am Morgen das Gefühl des Ausgeschlafenseins und der körperlichen Frische zu haben. Allein, wem wären nicht das
Wenn Beethoven kochte...
P Skizze von h. Wagner.
Das hat sich auch einmal zugetragen: Der Titan am Herd!
Es hat wieder einmal Krach mit irgend einer aus der langen Reihe der Wirtschafterinnen gegeben; unb bie Freunde bedauerten den Meister und fragten, wer denn nun, bis eine neue Kraft einzöge, des Meisters Essen bereiten würde. Da aber brauste Beethoven auf: er werde es sich schon selber machen, nur keine Sorge — und damit sie es sähen, wie er sich auch allein au helfen wisse, lade er sie alle für morgen zum Mittagessen ein.
Die Freunde, die natürlich In gebührendem Respekt angenommen hatten, waren am folgenden Mittag pünktlich zur Stelle. -Man klingelte . . . Mtistrr Ludwig tat die Tür auf; erhitzt, das buschige Haar zerrauft, eine alte Schürze vorgebunden. In feiner Stimme klang Donnergrollen, kaum gebändigt, als er sie ins Wohnzimmer wies; do lägen neue bloten und Bücher, auch bie Partitur eines Quartetts, sie sollten sich die Sachen einstweilen an- sehen, bis er fertig sei.
Einstweilen! — Cs man hörte in der Küche Brummen; aber endlich Stube neben der Küche bereit.
wurde eine längliche Zeit; hastige Schritte, unwirsches rief sie der Meister in die hinüber. Das Mahl stand
Sladttheater. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Morgen Dienstag, abends 7.30 Uhr, gelangt als 6. Vorstellung Im Dienstag-Abonnement mit verstärktem Orchester „Rigoletto", große Oper in 4 Akten von Guileppe Verdi, zur letztmaligen Wiederholung. Für die Partie des „Hercog" wurde diesmal Herr Georg Ripperger vom Stadttheater Würzburg als Gast verpflichtet. — Am Mittwoch, abends 8 Uhr, wird zum ersten Male das erfolgreiche Schausviel Leo Tolstois „Der lebende Leichnam" wiederholt.
o Arbeitsgemeinschaft der Gesangvereine „Sum- fer“ Hanau und „Konkordia" Kesselstadt. Der Gesangverein „Sumser" gegr. 1846 veranstaltet als ältester Männerchor Hanaus am 20. November in der neuen Stadthalle das erste Konzert nach der am 18. November stattfindenden Einweihung. Äon dem Gedanken ausgehend, daß »sich fernerhin In dem neuen großen Saale der Stadthalle nur größere Klangkörper werden gut behaupten können, haben sich die „Sumser" mit dem Gesangverein „Konkordia" K«sselstadt zu einer Konzert-Arbeitrgemein-
Man setzte sich. Die Suppe dampfte in den Tellern; sie war eine unbestimmt schmeckende Brüh«, mehr Wasser und Fett, als sonst was. Beethoven warf wütende Blicke in den Topf. Dann brachte er die Schüssel mit den Schnitzeln herein. Denen war eine gewisse Aehnlichkert mit verkohlten Leberflecken nicht abzusprechen; auch der Saft war eigenartig. Der Datat wies als Zugab« etliche Würmer uNd Steinchen auf. Die Gäste atzen mit Todesverachtung. Beethoven knurrte ....
Den Beschluß bildete eine Tort«: sie war schief, gerade, als ob sie überfahren worden wäre. Die «M Seit« brandelte, in der Mitte war sie weich und roh, und die Rosinen pickten trübselig alle auf einem Haufen beisammen. Beethoven aß nichts Mehr. Er hatte die Arme gekreuzt, stierte böse vor sich hin. Jeden Moment konnte dar Unwetter los- brechen, — ,
oder die kleinen Nickerchen bekannt, mit betten man alte Leute, häufig im Lehnstuhl sitzend. zu den verschiedensten Stunden des Tages antrifft. Zählt man diese kleinen Schlafzeiten mit der Nachtruhe zusammen, so ergeben sich auch beim älteren Manne eine Schlafenszeit von etwa 8 Stunden. In glei- cher Weise muß auch die Annahme, daß Napoleon, Friedrich der Große oder Edison mit ungewöhn- lich wenig Schlaf ausgenommen sind, in das Reich der Fabel verwiesen werden.
Außer der Schlafenszeit kommt für den Nutzen des Schlafes für die Gesundheit auch die Schlaftiefe in Betracht. Sie ist, wie neuere Unterfuchun- gen festgestellt haben, bei den verschiedenen Men- schen und bei den verschiedenen Altersklassen durchaus wechselnd. Es gibt Menschen, die zu Beginn der Nacht am tiefsten schlafen, und andere wieder, deren Schlaftiefe des Morgens am größten ist. Man. hat daraus Folgerungen über Arbeitsbeginn, Schulbeginn usw. ziehen wollen, allein unsere Kenntnisse sind in diesem Punkt« wohl noch Nicht so weit fortgeschritten, daß sie zu so eingreifenden Maßnahmen Veranlassung geben können.
In jedem Falle aber gilt der Satz: „Wer schläft, der sündigt nicht — besonders nicht gegen feine Gesundheit!"
SchattfeuKsv am Abend
Schaufenster am Abend hjühen auf im golide- mn Licht.
Schaufenster am Abend offenbaren tausend Dinge, die am Tage unterfinten in der Fülle des Taglichtes, nun aber zu uns sprechen mit locken- der Stimme.
Du gehst vorüber und stehst still. Du willst nicht schauen? Du mutzt schauen. Es ist wie ein Lächeln, das dir' entgegensieht, wie eine goldene Blume, die da vor dir aufwächst. Du gibst dich dem Zauber gefangen und verweilst.
In deine Haft 'kommt eine Pause, ein Aus- ruhen. Dein Auge geht Spazieren über all di« lockenden Dinge hin. Es nimmt sie in sich auf. Und in dir bleibt von dem Geschauten ein frohes Erinnern Dann gehst du weiter. Das Spiel beginnt von neuem.
Schaufenster am Abend! Wer auf dem Land« wohnt, der kann dsn Zauber nicht ermessen, der von einer abendlichen Geschäftsstraße ausgeht. Wi« Augen blicken die Auslagen auf uns. Wir schreiten einen Weg, an dem ungezahlte goldene Blumen blühen, warm erleuchtende, lockende, in Farben schwelgende Schaufenster am Abend!
Ein wehmütiges LViedevLebe«
Beim Graben meines Gartens fand ich dieser Tage ein Hufeisen, kein großer von einem Pferd, - oniwm ein Stiefeleilen. Ich wollte es in das ®e» äß, das für die Steine usw. bestimmt ist, wer- en, als ich plötzlich innehielt und das E!s«n Nach
denklich in der Hand behielt.
Es war von meinen Wanderfchuhen, die ich einst in den letzten Kriegsjahren gegen einen Bezugsschein erworben hatte.
Ich jah mich im Seifte auf das zuständige Amt pilgern unb gebuchte—meiner Bemüh unge^» um bem Herrn dort klarzumachen, daß ich unbedingt neue Schuhe haben müßte. Wie glücklich zog ich dann mit dem Bezugsschein ab! Ich fühlt« mich wie ein König, und stolz gings hinein in das Schuhgeschäft, wo mich der Inhaber lächelnd begrüßte und mir sagte, daß er gerade Noch ein Paar Stiefel für mich hätte. Aber nur deshalb, weil ich eine so große Nummer brauchte. (45!) Ja, die Stiefel waren tadellos, wenigstens das Oberleder. Die- Sohlen waren mit Nägeln unb dem erwähnten Hufeisen beschlagen, wohl weil die Sohle doch etwas Ersatz darstellt«. Das Futter war jedenfalls nur Pap!«r. Xro^bem griff ich zu und trug meinen Schatz sorgfältig nach meiner Wohnung.
Meine Freunde beneideten mich um bie schonen Stiefel, und ich hielt sie in Ehren. So ganz wasserdicht waren sie freilich nicht. Das merkte ich, als ich in einem strömenden Regen über Land
Aber da erhob sich einer der Freunde, dem Gasteber Dank zu sagen für das Mal und die Mühe, lnd knüpfte daran gleich bie Bitte, nicht ungehalten zu sein, wenn nun die Freunde ihrerseits den Meiler zu Gäste bäten. Denn, daß er's nur ausrichtig age: sie hätten nicht auf so ein reichliches Mahl gerechnet und hätten im Restaurant gegenüber ein Mittagsmahl bestellt. Das sei also nun einmal da — es wäre schade darum — warum sollte man es >em Wirt lassen? — Und sie seien nun einmal nicht o mäßig, wie Meister Ludwig, sie brächten schon noch etwas hinunter.....
Beethoven schaute sie alle mit einem ebenso den Blick an. Aber da nie-
"ragenden als droben! mand auch nur mit e
einem Millimeter Gesicht sich
zu lächeln erlaubte, und alle ernsthaft und ergeben hn anfahen, brummte er nur: „Meinetwegent" lülpte den Hut auf den Kopf, packte den Stock — anb verließ an der Spitz« der Freunde die Stätte des mißratenen Gastmahls ....
Frau Fama erzählt, daß es ihnen allen dann beim Wirt recht gut geschmeckt hat — und Meister Beethoven nicht am letzten .... Aber gekocht hat er halt doch! /
gelten mußte. Aber in blasen Jahren mußte man ja über manches Hinwegsohen.
Wie oft machen unsere Kinder ungläubige Gesichter, wenn wir ihnen erzählen, daß wir für Brot, Fleisch, ja sogar für Nudeln, Haferflocken und Zucker besonder« Karten haben mußten. Alles mar rationiert, und für aller mußte man Ausweise mit» bringen. Es waren merkwürdige Zeiten, und es will mir oft scheinen, als ob wir das alles nur geträumt hätten.
Das Hufeisen aber zaubert» noch andere Bilder herauf. Ich sah mich mit meinen Freunden tief im herrlichen Schwarzwald, im Harz, In den Wäldern Thüringens; wir durchwandert«» die Lüneburger Heide, bestiegen das Schiff und fuhren nach Helgo- land. Und in den schlimmsten Zeiten, 1923, als das Uebernachten 100 000 Mark kostet«, trugen mich meine Wanderschuhe in die deutschen Alpen. Mein Freund lächelt« damals über die mächtig beschlagenen Schuhe. Denn in den Bergen, meinte er, gehe man am besten mit ganz leichten Schuhen. Cr hatt« recht. Ich verlor die Sohle, die Sohlen muß ich schon sagen; denn mein braver Schuster hatte aus Angst, die Schuhe gingen auseinander, immer eine Sohle auf die andere gelegt, und bestieg die Berge mit meinen Sandalen. Trotzdem wurden die Wander-
«noch einmal gerettet, und ich habe sie noch tragen.
Bis sie dann in den wohlverdienten Ruhestand traten und ein stilles, beschauliches Dasein in dem Schuhsch rank führten. Aber einey Tages waren sie vstschwunden. Meine Frau lächelte auf meine Brage, lächelte ganz grausam. Denn in diesem unkte sind Frauen unerbittlich. Sie hatte die Stiefel nämlich bei ihrer letzten Wäsche verbrannt! „Schade", sagte ich, „ich hätte sie doch gern zur Erinnerung behalten." Die Asche kam dann in den Garten, mit ihr das Hufeisen, das ich heut« beim Graben wieder fand.
Sic tranfit giorla mundi, sagt der Lateiner, auf deutsch etwas umgewandelt: So vergeht alles Schöne auf Erden! —
Mir wurde von einer Dame erzählt, daß sie in einem besonderen Schränkchen allerlei Erinnerungssachen aufhebt. Da liegen die ersten Milchzähnchen ihres einzigen Sohnes, die ersten Schuh ; chen, die Schönschreibhefte aus der Schule und vie- ] les andere. Abends, wenn alles still im .Haus ist setzt sie sich hin und nimmt diese Gegenstände ir die Hand, betrachtet sie und gedenkt vergangene, Zeiten. Es sind wehmütige Erinnerungen, die da auftauchen. Aber solche Stunden sind jedenfalls wertvoller, als wenn wir uns im Cafâ oder im Kino vom Lärm des Tages umspülen lassen. Zurückschaven in die Vergangenheit gibt uns oft wieder RuHe und Zufriedenheit, und führt uns, um ein neuzeitlicher Schlagwort zu gebrauchen, "zur Besinnlichkeit. —
Mein Hufeisen aber hat ein ehrliches Begräbnis erhalten. Auch eine stille Gedächtnisrede hat nicht gefehlt. Die verrate ich aber nicht.
LandbseiS Kanau.
Brandstiftung.
Niederissigheim, 29. Ott. Am Samstag gegen 9 Uhr ist in der Scheune des Metzgers Karl Eidmann, in der Blochmühle bei Niederissigheim Feuer aus- SebrochA, Verbkansit sind Halzteile und Gerät- schäften im Wert von ÄVouM. Das Feuer ist durch Brandstiftung entstanden. Das 18 Jahre alte Dienstmädchen, das bei den Geschädigten in Stellung ist hat das Feuer angelegt.
Mriievvevkchk
Das gestern über Nordwest-Frankreich liegende Tiefdruckgebiet hat sich unter wesentlicher Verflachung ostwärts verlagert. Sein Einfluß hüt bisher nur im nördlichen Teil unseres Bezirkes zur stärkeren Nebelbildung "
kommt es im 1
ü unseres Bezirkes zur starte» >ung geführt. Sehr wahrscheinlich
. ..... nördlichen Teil des Bezirks auch zu Niederschlägen. Da der Luftdruck von Westen her stark angestiegen tftf ist mit zunehmender Aufheiterung zu rechnen. Nach anfänglicher Abkühlung steigen die Temperaturen wieder an.
Vorhersage bis Montag abend: Aufheiternd, nur anfangs noch Niederschläge, zunächst kühler, nördliche bi# nordwestliche Winde.
chaft gufathmengetan. Es werden also beide Vereine zusammen in Stärke von etwa 90 Sängern am 20. November konzertieren, Die Leitung dieses Konzertes liegt in den Händen des Herrn Gustav !lltvater, Dirigent des Gesangvereins Sumser. Als Solist ist der hier bereite rühmlichst bekannte Heldenbariton des Staatstheaters in Hannover, Herr Karl Giebel, verpflichtet worden. Es kommen im ersten Teil Chöre und Sologesänge zum Gedächtnis Franz Schuberts (gest. 19. Nov. 1828) zum Vortrag, sowie im weiteren Verlaufe gute Volksliedbearbeitungen für Männerchor und Lieder von Wolf, Grieg und Jensen. Wir werden auf die Veranstaltung noch näher zurückkommen.
0 Von der „Dichtèr-Aka-emle". Wilhelm Schäfer, Mitglied bet Sektion für Dichtkunst an der Preu- zischen Akademie der Künste, nimmt bie Debatten zur Wahl eines neuen Vorsitzenden der Sektion zum Anlaß, um in der „Literarischen Welt", fest» zustellen, daß es bisher weder eine Dichter-Akademie noch ihren Prä rbenten gibt. „Es gibt", so schreibt Schäfer, „le t zwei Jahren eine Sektion für Dichtkunst an der Preußischen Akademie der Künste mit einem Vorsitzenden, welcher Sektion nach dem Herkommen der anderen Sektionen auswärtig« Mitglieder ehrenhalber zugezählt wurden. Es bedurfte erst einer nicht unschwierigen Geschäftsordnungs-Debatte, um diese auswärtigen Mitglieder stimmberechtigt zu machen, wenn sie zu den Sitzungen in Berlin erscheinen. Zweck der Sektion ist die , ^Förderung der Dichtkunst", wie bei den anderen Sektionen die der bildenden Kunst und der Musik. Während jene beiden anderen Sektionen herkömmlich dotiert sind, kommt unsere m. W. bisher im Etat nicht vor; ,ie ist vorläufig auf Bewilligungen des Ministers angemlefen. die natürlich nicht in fol- chem Umfang sink», daß Irgendwelche Arbeiten von Format in Angriff genommen werden können. Was dennoch der Senat der Sektion als Berater des Ministers Im einzelnen erwirkt hat, kann nicht auspofaut werden. Dies ist der eine Tatbestand, der andere ist der, daß bie Preußische Sektion für Dichtkunst als die deutliche Dicht«rakao«mie gilt und von ihr, wenn ich die Presse als deren Sprachrohr gehörig durchgehechelt worden Ist.
nehmen darf, gtijunn vuu/i^nj<iyru uiviwii ip. Dieser böse Zustand, daß wir als etwas gelten, was wir nicht sind, gibt uns zwar oft genug Anlaß, mit unseren Kritikern schinerzlich übereinzustimmen.
Witterungsaussichten für Dienstag: tzortlä^i tende Bewölkungsabnahnie, später wieder wärm«
Aus Steinbekm utib Äm«eb««g.
SS Kleln-Auheim, 26. Ott. Am Sonnten / November, hält der Gesangverein Conkordia bin,, diesjährigen Siebertag im Saale zum »Deuöck» Kaiser". Das Programm kann sich fetjen Es kommt zum Vortrag: D du wonnig« zeit von Gondlach, Am Brunnen vor dem Dri von Schubert, Meeresstimmen von L. Kemâ Am schönen Rhein von Krastnsky, An d>« M von Moldenhauer, Goldring von Wengert, W daheim war von Wohlgemuth, Schwäbischer Sm» lieb von Moldenhauer und Bleib deutsch, du bm liches Land am Rhein von Arnold. Herr Sm, merer, Mitglied des Vereins, tritt Ms Solist äu, Er singt: Kußlied von Beethoven Erlkönig W Schubert, Der Kuß von Beethoven, Niemand Ws gesehen von Loewe. Die Vortrüg« beginnen 8h Uhr. — Neues Baugelände. Dâs von Gemeinde vor wenigen Jahren an der Seligen, stadter Straße zur Förderung planmäßigen M nungsbaus aufgekaufte Gelände ist nun restlos £ baut. Um auch weiterhin zu verhüten, daß die bauten sich über das in Frag« kommende Seläiii mit mehr oder weniger großen Lücken zerstreue ist von der Gemeinde bezüglich des Geländes«« der Jahnstvaße zwischen Fahrradwerk« Bau«, M Vereinigten Drahtwerke, welches sich durch die zum Dorf zum bebauen als nächstes empfiehlt Sperre zu Gunsten industrieller NlèderlasBM mit Ausnahme einigen Morgen aufgehoben woè Die Sperre war seinerzeit durch den Demeindm! beschlossen worden, als bie Vereinigten Drah!««!! wegen Schwierigkeiten ihrer im besetzten EM liegenden Werke sich mit der Absicht trugen, H hier angrenzenden Anlagen ganz bedeutend zu i» weitern. Der Beschluß wird in den Kreisen M
• b’rrffenten sehr begrüßt.
Actis Gelubauten,
)( Meerholz, 28. Ott. In der hiesigen 6W . che fand am Samstag abend unter der Leim des Posaunendiakons Otto aus Kassel eine muß!» lisch« Feierstunde statt, deren Programm g«melchi vom Posaunenchor Langenselbold mit der Kikchc» gemeinde Meerholz-Hailer bestritten wurde, und i» einen stimmungsvollen und erhebenden ©erlauf, nahm. Der Titel „Ein Gang durchs Kircheusehr' war nicht zu Unrecht für die schöne Veranstaltuiz gewählt; in lebensvoller und zugleich erbeutet Weise führten die Einzelteile der Darbietung!;! die starkversammelte Gemeinde durch das chchW Kirchenjahr.
Aeeis Vüdlnsek
Kalter Markt in Ottenberg,
,u Regen neigM
bei sehr unfreundlichem, zu Regen neig*? Herbstwetter, aber dennoch besucht von einer M' ordentlich großen Zahl Landbewohner von Ruhm Fern, der diesjährige „kalte Markt" seinen Wi Die seit langem berechtigterweise gehegten W1' Rungen für einen guten Marktverkauf bürfto) letzt bereits erfüllen denn für Me gesamten w Märkte in Pferden, Rindvieh, Schwèin«, sowie für den Krammarkt sind sowohl gutes MrM material in Menge, wie auch genügend Sauf« ? Stelle. Der Sonntag nachmittag sah bereits in Straßen der Stadt einen regen Hande! im Wf Reich ist auch der Krammarkt beschickt: Die YW K, sowie der von der Marktvenvaliuna j sichtete Marktplatz vermochten kaum di?
der Buden auf au nehmen, in denen Spiel-, waren und sonstigen Marktkram seilgehalten ®'' den. Auf bem Marktplatz sonderlich war reger" trieb.
Und da mir es fast haben als Prügelknaben etwas herzuhalten, was wir zu verschulden gar M in die Sage kamen, streben wir natürlich ikW Beseitigung her Zwiespältigkeit, Aber bisher uns noch keine Kritik gesagt, wie mir uns von nicht dotierten Sektion zu einer dotierten AW mausern können". So war also nach den bieM, Statuten nur möglich, einen Vorsitzenden^ Sektion Au wählen, der bostimmungsgeniav Berliner fein mußte.
Theaterspielplâne. .
o Stadt-Theater Hanau. Dienstag 30. DH abends 7H Uhr. Gastspi«l Georg RippeM ,, Stadttheater in Würzburg, Rigoletto; MR« 31 Oktober, abends 8 Uhr. Der lebende beich^ Freitag, 2. November,.abends 7# Uhr, Das mäberlbaus; Samstag, 3. November, abev». Uhr, Der letzte Walzer; Sonntag, 4. *** abends 1% Uhr, Die Herzogin von q
o Opernhaus Frankfurt a. 21t. Montag. ^- i 8 Uhr, Das Rheinavld; Dienstag, 30. Okt^ä Uhr, Xuranbot; Mittwoch, 31. Oktober, " Elektra; Donnerstag. 1. November. 77 fan tutte; Freitag, 2. November, 8 Uhr, M Butterfly; Samstag, 3. November, 7H luftigen Weiber von Windsor; Sonntag, 4.
her. 6 Uhr, Die Walküre. §
o Schauspielhaus Frankfurt “. M- M^M Oktober, 7# Uhr, Don Karlos; Dienstag, , her, 8 Uhr, Dantons Tod; Mittwoâ 31. D' 8 Uhr, Der brave Soldat Schwelt: Donne j November. 8 Uhr, Dantons Tod; F^ . • November, 7J4 Uhr, Don Karlos; Som.m , November, 8 Uhr, Gelegenheit macht Deve, ^ tag, 4. November, 3^ Uhr, Alt-Heidelberg, Dantons Tod. ,. ji
o Neues Theater Frankfurt -. M.
Okober, 8 Uhr, Oktobe-riag; Dienstag 30. v^ Mittwoch, 31. Oktober, Donnerstag, 1. ^^ 8 Uhr, Die drei Groschen: Freitag, 2. « ,ü 8 Uhr, Finden Sie, daß Constance fiV’^M Halt; Samstag, 3. November. 8 jihr. Die ^ Sonntag, 4. November, 3^ Uhr, hinten K Constance sich richtig verhält; abends 8
3 Groschsnoper.