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1928

Das Neueste

I Die Verlrelertagung der Deukschnakionalen f Partei wählte Geheimrat Hugenberg zum Partei- ? führer. Hugenberg hat die Wahl angenommen.

U Am Samstag und Sonntag tagte der Partei- l ausschuß der Demokratischen Partei. 6s wurden verschiedene Entschließungen angenommen.

Zur Erinnerung an den Erlaß des Sozialisten- gesehes vor 50 Jahren veranstaltete die Sozialdemo- : kratische Partei gestern mittag eine große kund- , gebung im Berliner Lustgarten.

Die Zahl der geborgenen Toten bei dem I Linskurzunglück in Vincennes hat sich auf 19 erhöht, s Der Generalstreik in Lodz ist beendet.

Dv. eStfettet! Gast des National «veS «wbS

Washington, 21. Okt. Beim gestrigen Begrü- I ßungsfrühstück im National Preß Club, dem die be- I deuiendsten Politiker, Tagesschriftsteller, Redakteure $ und Verleger Amerikas angehören, führte Dr. f Eckener ssn längerer Rede aus, sein nächstes Ziel sei I die Erreichung einer größeren Geschwindigkeit, um i die Fahrtdauer gegenüber den Seeschiffen auf die : Hälfte herabzudrücken und aus bösen Wetterwinkeln I schnell entfliehen zu können. Dieses Ziel sei durch stärkere Maschinen leicht zu erreichen. DerGraf s Zeppelin" habe mangels einer geeigneten Bauhalle f nicht stärker ausgerüstet werdtzy können. Dr. Ecke- ; ner erklärte ferner, er erstrebe zunächst die Einrich­tung eines Luftpostdienstes mit vier Luftschiffen und zweieinhalbtägiger Fahrtdauer, so daß alle vier Tage ein Luftschiff in jeder Richtung fahre und die Post schneller als jeder Dampfer befördern könne. Die Post sei rentabler, und, wie er scherzend hin­zufügte, nicht so nervös, wie manche Passagiere. Die " neuen Luftschiff« würden etwa je zwei Millionen . Dollar .kosten; dazu Mmcn^w ez Lu fischiffhäsen für

MnlwMn Dollar" èkfowerlich. und um dieses Kapi­tal zu erhalten, müsse bei den Finanzleuten Ver­trauen auf die Sicherheit und die Rentabilität der Zeppelinschiffe geschaffen werden.

Das Pressemonopol bleibt auch für die Rückfahrt desGraf Zeppelin".

Washington, 21. Okt. Ministerialdirigent Bran­denburg verließ heute Washington zu einer Besich- tigungsreife nach den amerikanischen Flughäfen im mittleren Westen. Seine Bemühungen, die Zulas­sung weiterer Zeitungsvertreter außer den Ver­tretern von Hearst, Ullstein und Scherl für den Rückflug desGraf Zeppelin" durchzusetzen, hatten ; bisher keinen Erfolg. Von der Hearstorganisation nahestehender Seite erfährt der Vertreter des WTB., daß sie sich für die ersten fünf Uebersoe- und Rundflüge desGraf Zeppelin" das Pressemonopol ousbedungen haben soll.

öle baveMche Denkschrift zuv Landeskonferenz

München, 21. Okt. Der Bericht, den der bayerische Ministerpräsident Dr. Held dem Ausschuß der Son- , derkonferenz für Verfassungs- und Verwaltungs- 1 reform bereits vor etwa 14 Tagen übergében hat, beschäftigt sich im ersten Abschnitt mit den von preußischer Seite geltend gemach­ten Mängel. Er kommt in der Hauptfrage (Preußen und Reich) zu dem Ergebnis, daß bei der Erörterung des Verhältnisses zwischen Preußen und Reich die Hauptursache der Unzuträglichkeiten in der Nichtbeachtung der verfassungsmäßigen Zuständig­keit der Länder liege. Im zweiten Abschnitt des Berichtes werden u. a. Beispiele aufgeführt, die be­weisen sollen, daß das Reich fortgesetzt durch die Errichtung von neuen Sonderbehörden in die Hoheitsgebiete der Länder übergreift, und zwar durch die Errichtung von Arbeitsämtern und Prüf­stellen gegen Schund und Schmutz, von Reichsbau- ämtern und Reichswasserstraßenbehörden. Als be­sonders empfindlicher Mangel unseres Versassungs- lebens sei die Tatsache zu beklagen, daß die Einzel­staaten nicht mehr die genügenden Einflußmöglich, feiten auf Gesetzgebung und Verwaltung hätten, um der Notlage des Mittelstandes und insbesondere der Landwirtschaft zu steuern. Als letzte Folge einer mangelnden Ausstattung der Länderrechte stellt der Bericht die Zentralisierung des Geldwesens in Ber­lin hin. Nicht im bundesstaatlichen System sondern in der Nichtachtung dieses Systems seien die Mängel unseres Verfassungslebens begründet. Dazu komme, daß das Werk von Weimar vielfach die für die Verfassung einer großen Nation unerläßliche Klarheit und Festigkeit vermissen lasse und den Ländern die für ihren Lebensraum nötige Be­wegungsfreiheit nicht gewährleiste. Der Bericht schließt: Unsere Währung ist stabilisiert worden. Das war eine große Aufgabe. Heute fordert ebenso wichtige Not Stabilisierung der Reichsverfassung aus der Grundlage des Rechtes.

Ende des Lodrev LeretN- avbeitevftveiks

Lodz, 21. Okt. Die Delegiertenversammlung der Textilarbeitergewerkschaft hat heute nach län- yerer Beratung mit überwiegender Stimmenmehr­heit einen Beschluß gefaßt, die Streikmaßnahmen aufzuheben und morgen die Arbeit wieder auszu- neomen.

Die RepavatronsSonferenz

Paris, 21. Okt. Die Agentur Havas veröffentlicht eine längere Auslassung über Besprechungen, die Winston Lhurchi ll, Parker Gilbert und Poincar« Donnerstag und Freitag vergangener Woche in Paris hatten. Aus gewöhnlich gut unter­richteten Kreisen will die Agentur erfahren haben, daß sämtliche, besonders in der aus­ländischen presse verbreiteten Kombinationen über bereits erzielte Ergebnisse hinfällig seien; die Verhandlungen seien keineswegs bereits so weit fortgeschritten.

die am

weit fortgeschritten.

Zunächst sei zu bemerken, daß die erste Konfe­renz der Finanzsachverständigen kein anderes Ziel haben könne, als das, die Anzahl und Höhe der von Deutschland zu zahlenden Annuitäten festzusetzen. Was die Festsetzung des Betrages ber deutschen Schuld anlange, erinnere man daran, daß sich die alliierten Regierungen, erst wenn sie im Besitz fester Vorschläge der deutschen Regierung sein würden, hierüber äußern könnten; bisher aber habe Deutsch­land noch nicht seine Absichten bekannt gegeben. Tätliche Präzisionen über die eventuell Deutsch­land zu bewilligende Herabsetzung des Gesamtbe­trages seiner Schuld müßten also anscheinend als unrichtig angesehen werden. Die Stellungnahme der englischen und der französischen Regierung sei be­kannt: die englische durch die Note Balfours, die französische durch Poincarès Rede in Chambery. Was die Haltung der Regierung der Vereinigten Staaten angehe, so scheine unter den gegenwärtigen Umständen diese nicht geneigt zu sein, eine bedeu­tende Herabsetzung ihres Gläubigeranspruchs an die alliierten Länder anzunehmen. Die eindeutige von ihr noch jüngst eingenommene Haltung in dieser Hinsicht weise darauf hin, daß sie die Frage für end­gültig durch die von ihr eingegangenen Sonderab­kommen geregelt halte. Es sei also höchstwahrschein­lich, daß die amerikanische Regierung sich damit be­gnügen würde, in die Sachverständigenkommission einen einfachen Beobachter zu entsenden, wenn sie sich überhaupt entschließe, sich vertreten zu lassen. Die Unterredung am vergangenen Freitag habe es

Hugenbergs Gies über Westarp

Berlin, 20. Otf. Die Verlrelerlagung der Deulschnakionalen volksparlei wählte am Samstag abend nach einer eingehenden Aussprache über innere und organisatorische Fra­gen den Geheimen Rat Hugenberg, BL d. R., zum Parteiführer. Hugenberg gab die Erklä­rung ab, daß er die Wahl annehme. Das Stimmverhältnis bei der Wahl wurde nicht bekanntgegeben. Die Neuwahl der stellvertretenden Parteivorsitzenden soll in einer noch vor Weihnachten stattfindenden Parteivertretersitzung vorgenommen werden. Die bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Schlange- Schöningen und Wallraf werden bis dahin ihre Ge-

schäfte welkerführen.

Sugenbevgs und Mestasvs Vvogvamm

Unter dieser Ueberschrift bringt derMontag" Auszüge aus den Reden des neuen Parteiführers und des bisherigen Führers vor der Parteivertre­tung der Deutschnationalen Volkspartei. Geheimrat Hugenberg ging davon aus, daß er den Grund­satz mancher Partei:Nach uns die Sintflut" nie­mals mitmachen werde. Deutschland stehe vor dem Ergebnis eines falschen politischen Rechenexempels. Die deutsche Politik habe es nicht erreichen können, daß sich die Hoffnungen der im wesentlichen von Helfferich durchgeführten Stabilisierung der deut­schen Währung erfüllten. Die Politik Dr. Strese­manns habe nicht alle Möglichkeiten ausgenutzt. Im Gegensatz zum Ziel dieser Politik hätten sich England und Frankreich wieder gefunden, und zwar ohne Deutschland. Die entscheidende Frage der deutschen Außenpolitik sei heute nur, ob Deutschland Gefahr laufe, das Schlachtfeld der Welt zu werden. Dies mit allen Mitteln zu verhindern, sei die Aufgabe der deutschen Außenpolitik. Das ernsteste Problem der inneren Lage sei die ungeheure Ver­schuldung. Wenn diese Form der Wirtschaft noch zehn Jahre fortgesetzt werde, sei Deutschland ausverkauft, und das Ende der deutschen Wirtschaft sei erreicht. Es gebe dagegen nur ein Ziel, die Verbreiterung der Decke der deutschen Wirtschaft. Der häßlichste Vorwurf gegen einen Politiker laute, daß er kein Herz für die breiten Massen des eignen Volkes habe. Politik könne nur in dem Ziel be­stehen, die Lebensmöglichkeiten für die große Masse des Volkes zu verbessern. Geheimrat Hugenberg behandelte dann die Perfassungsfragen, ging zu Problemen der Sozialgesetzgebung über und be­tonte dabei, daß niemand an dem Geist rütteln könne, der die soziale Fürsorge durchziehe. Jeder müsse sich dafür einsetzen, daß für die breiten Schichten des Volkes jede nur mögliche Fürsorge organisiert werde. Aber er sei überzeugt, daß im Interesse der Arbeiterschaft selbst an unserer so­zialen Gesetzgebung manches geändert werden müsse. Es müsse verhütet werden, daß die sozialen Einrichtungen ein Machtinstrument einer einzelnen Partei oder einer einzelnen Richtung würden. Für die deutsche Landwirtschaft bestehe die Gefahr, daß sie in die Hörigkeit des internationalen Kapitals

minister ermöglicht, ihre Ansichten auszutauschen und sich Klarheit darüber zu verschaffen, daß diese Ansichten miteinander in Einklang gebracht werden könnten. Aber diese prinzipielle Verständigung zwi­schen den am unmittelbarsten an der Lösung des Problems interessierten Regierungen könne keines­wegs Modalitäten für ein allgemeines Abkommen präjudizieren, dessen Verwirklichung sehr wahr­scheinlich lange und schwierige Verhandlungen not­wendig machne werde. Hinzuzufugen sei, daß trotz sämtlicher bisher veröffentlichten Informationen noch keineswegs eine Bestimmung über den Zeit­punkt und Ort des Zusammentritts des Finanz- Ausschusses getroffen sei; man scheine bisher Ber­lin .Brüssel oder Paris in Betracht gezogen zu haben. Hinsichtlich des Zeitpunktes sei man illge­mein der Ansicht, daß, falls nichts Unvorherge­sehenes eintrete, die Konferenz im Verlaufe des Monats Dezember stattfinden könnte. Ein Mei- nunsaustausch über die Ernennung der Persönlich­keiten, die an den Verhandlungen teilnehmen wür­den, sei noch nicht erfolgt.

Berlin, 20. Okl. Wie aus Newyork gemeldet wird, wurde im Staatsdepartement mitgetèilt, daß die Regierungen der Vereinigten Staaten unter keinen Umständen an der geplanten Sechsmächte­konferenz über die Reparâtionsfrage teilnehmen werde. Es fei möglich, daß bei den Besprechungen amerikanische Bankiers zugegen sein werden, jedoch nur in vollkommen privater Eigenschaft. Wenn die Konferenz irgendwelche Abmachungen treffen sollte,

ober einzelner parteipolitischer Richtungen gerate. Alles materielle Geschehen sei aber nicht ohne die richtig geistige Einstellung zu lenken. Es bleibe die Aufgabe der Dautschnationalen Volkspartei, sich für die Aufrechterhaltung des deutschen Geistes einzu- jetzen. Dazu gehöre auch, daß man mit den Feh­lern des parlamentarischen Systems, mit den zahl­losen und nutzlosen Komissionsberatungen ein Ende mache und bié auch im Parlament vorhandenen guten Kräfte wieder für gesunde Arbeit einsetze. Die Fraktion sei die Vorhut, die den politischen Gegner im täglichen Kampfe bis an die Wurzeln seiner Kraft fassen müsse, die Partei sei die Streit- macht für die große Bewegung. Es bleibe Auf­gabe der Deutschnationalen Volkspartei, die über­zähligen Kräfte der Wirtschaft und der Wehrver­bände anzuregen.

Eine Hoffnung habe die Deutschnationale Volks- partei, das sei die Angst vor der Verantwortung, die ihre Gegner beherrsche. Die Verantwyrtung be­stehe nicht darin, daß man Kompromisse mache, son­dern daß man die Probleme wirklich meistere. Wenn diese Verantwortung an die Deutschnationale Volks­partei herantreten werde, dürfe sie sich ihr nicht ent» ziehen. Vorher müsse man aber das notwendige Fundament dafür bereitet haben. Der deutsche Staat müsse ausgebaut und umgebaut werden, nicht im westlichen Sinne, sondern auf der Basis der Geschichte und der Eigenart des deutschen Volkes. Der Leitstern der deutschnationalen Politik bleibe die Freiheit nach innen und nach außen.

Graf Westarp erklärt«: DasEnde derLocarno- politik sei selbstverständlich. In den Reparations­verhandlungen sehe er die große Gefahr einer Kom­merzialisierung der Daweslasten. Er sei nicht grund­sätzlich gegen eine Kommerzialisierung der Repa» rationsverpflichtungen. Dazu komme, daß Poin- caré wahrscheinlich nicht die Endlösung der Repa- ration, sondern nur die Deckung der nächsten Ver­pflichtungen Frankreichs beabsichtige. Im Rahmen der innerpolitischen Fragen besprach Gras Westarp vor allem das Problem der Verfassungs­reform. Er glaube nicht, daß es zu Reformvor­schlägen kommen werde; wenn derartige Verhand­lungen geführt werden sollten, müsse man dazu einen Verfassungsausschuß des Reichstages bilden Der Zweck der Opposition fei die Gewinnung der Macht, aber es fei fehlerhaft, die Jnteressenpolitik zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Man müsse die Opposition jeder Zeit so führen, daß man die Macht übernehmen könne.

VvefseMmme«

Berlin, 21. Dft. Die Wahl des Abg. Hugenberg zum Vorsitzenden der Deutschnationalen Volkspar­tei findet in einer großen Anzahl von Blättern eingehende Würdigung.

Der Lokalanz. " bezeichnet sie als das Er­gebnis einer stetigen Entwickelung innerhalb der Partei und als logische Folgerung aus der Rolle, die Hugenbergs Persönlichkeit bisher in der Par­tei gespielt habe. Die Bewegung, die in Hugen­berg ihren sichtbarsten Träger habe, erstreb« grundsätzlich nichts neues, vielmehr eine bewußte Besinnung auf die Grundsätze der großen Rechts­partei, die auf dem parlamentarischen Boden in Vergessenheit zu geraten drohten.

Aehnlich äußert sich derTag". Die Partei kehre jetzt auf den alten Weg zurück, ihre Welt- anjschauung und ihre Grundsätze werden das oberste Gesetz ihrer Politik bleiben.

Auch dieDeutsche Zeitung" begrüßt die Wahl Hugenbergs. Sein Name bedeute ein Programm, das kein anderes sei, als das Pro­gramm der Partei, dem sie ihren Aufftieg ver­dankte, bis man zu fürchten begann, daß es auf­gegeben sei.

DieDeutsche T a g e s z t g. ", die dem Ver­zicht auf den Gedanken eines Direktoriums für die Leitung der Partei besonders zustimmt, behält sich nähere Ausführungen über die Bedeutung des Führerwechsels vor und spricht dem bisherigen Vorsitzenden, Grafen Westarp, für sein« Hingebung und Sachlichkeit bei der Leitung der Parteigeschäste die höchste Anerkennung aus.

Ebenso nennt es dieDeutsche A l l g e m. Zeitung" klärend, daß man auf die Kompro­mißlösung des Direktoriums verzichtet habe. Hu­genberg, der bisher hauptsächlich als Wirtschafts­organisator hervorgetreten sei, werde zu zeigen haben, ob er auf dem Felde der Politik die gleichen Erfolge ernten könne. Seine Wahl habe eine Be­deutung, die weit über den Rahmen einer internen

wechsel", so schreibt dieGermania". Sein Name bedeute einen neuen Kurs Er verkörpert« die radikalste Richtung seiner Partei und gehöre zu den unversönhlichsten Gegnern des neu ex Staates. Das Blatt nennt seine Wahl eine Ge­waltlösung. Der Gegendruck werde kaum aus« bleiben.

DerBörsencouri er", der darauf hin- weist, daß es vielleicht der erste Fall sei, daß der Leiter eines einflußreichen Zeitung-konzerns an die Spitze einer Partei trete, schreibt, es bleibe ab­zuwarten, wie sich die dcutschnationalen Ange­stellten und Arbeiter zu dem Wechsel in der Par­teiführung stellen werden.

DasBerl. Tageblatt" nennt die Wahl einen Sieg der Extremisten über die anderen Par­teigruppen. Die Deutschnationalen verlieren damit, für die nächste Zeit die Bündnisfähigkeit mit an­deren Parteien und scheiden aus Koalitionskombi­nationen vorläufig aus.

Nach Ansicht desVorwärts" bedeutet die Führung Hugenbergs die Radikalisierung der Deutschnationalen Volkspartei. Die intransigente Opposition gegen den Staat die Mobilisierung ge­gen die Republik, gegen die Außenpolitik des Rei ches und zum schwersten Kampf gegen die Sozial­demokratie, das ist der Sinn dieser Wahl.

Ite-evfühvuus dev Sahnen des alten Heeres in den

LNasdebnvsev Dom

Magdeburg, 21. Okt. Mit einer würdigen schlich­ten Feier wurden heute 73 Fahnen und Standar­ten des ehemaligen 4. Armeekorps sowie des 15., 16., 18. und 21. Armeekorps im Magdeburger Dom auf» gestellt. Zu dem Festakt waren der Chef der Heeresleitung, Geneal der Infanterie Heye, der Be­fehlshaber des Wehrkreises 4, Generalleutnant Woellwarth, ferner der Kommandeur des ehemali­gen 4. Armeekorps, General Sixt v. Arnim, dann der Standortälteste von Magdeburg, Infanterie- führer Generalmajor Krantz und viele Offiziere er­schienen. Die Stadt Magdeburg war durch Ober­bürgermeister Beims und Bürgermeister Dr. Lands­berg vertreten. Auch die Regierung und das Ober- präsidium hatten zahlreiche Vertreter entsandt. Groß war der Anteil der Magdeburger Bevölkerun, die dicht gedrängt den riesigen Platz umsäumte. Nach einem kurzen Gottesdienst hielt der Befehlshaber des Wehrkreises 4, Generalleutnant Woellwarth, eine Ansprache an die Mannschaften des jungen Heeres. Das neue deutsche Heer, führte er u. a. aus, sei auf den Grundsätzen echten deutschen Soldaten­tums aufgebaut, klein zwar an Zahl, aber von dem Gedanken beseelt, dem Vaterland zu dienen. Die Ansprache schloß mit einem dreifachen Hurra auf den Herrn Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall ü. Hindenburg, und das deutsche Vaterland. Im Remter des Doms übergab dann Generalleutnant Woellwarth die Ehrenzeichen in die Obhut der Re- gierung und Regierungspräsident Pohlmann über, nahm sie mit dem Gelöbnis, sie zu hüten zum Ge­dächtnis an die große Vergangenheit.

Die deutise Stammet umfatzt IC Setten