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Vanau Stadt und Land
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20. Sstober
1928
Das Steteste
Die Rückfahrt des „Graf Zeppelin" nach Deutschland ist auf den 27. Oktober angeseht.
— Man erwartet, daß der frühere Reichskanzler Marx aus Gesundheitsgründen vom Vorsitz der Zentrumspartei beim nächsten Parteitag zurück, treten wird.
— Parker Gilbert und Churchill hatten gestern mit poincarL eine Unterredung über die Repara- tionssrage.
— Zn dem Gladbecker Mordprozeß wurde gestern die Beweisaufnahme geschlossen.
— von dem englischen Flieger Macdonald sind bis gestern mittag keine Nachrichten eingetrofsen.
— Rach den aus Lodz eingetroffenen Rachrichten scheint der Generalstreik stark im Abflauen begriffen zu sein.
DevReZchsmiurftev übev das Problem der ReZthsvefovm
Jm Demokratischen Zeitungsdienst beschäftigt sich Reichsjusteizminister Koch-Weser mit den Vorschlägen für eine Reichsreform, die der Bund für Erneuerung gemacht hat. Koch stellt die Frage, ob die propagierte Zwischenlösung wirklich notwendig oder ob nicht vielmehr gleich die Endlösung des Problems angestrebt werden müsse. In diesem Zusammenhang weist Koch unter Anführung der Ziffern bei der Reichstagswahl darauf hin, daß in Baden und Württemberg nach Ausweis der letzten Reichstagswahlen zweifelsfreie Mehrheiten für eine endgültige Reichsveform vorhanden seien und daß auch in Bayern die W Mehrheit der abgeneigten Parteien in Wirklich- fett Ml geringer sei, als. der Bund zur Erneue- — -fâs- Bestem besser zum Ziele bringen wolle, als durch eiste Endreform, er sehe vielmehr aus einem Zwischenzustand nur neue Gefahren aufsteigen.
Koch schreibt dann zum Schluß: „Was 6rdud)en mir von den süddeut scheu Ländern und Sachsen, um zum Einheit sstaat zu gelangen? Es läßt sich in j- vier Forderungen umreißen: es ist 1. ihrè Bereitwilligkeit, sich bei denjenigen Angelegenheiten, die nicht ihre eigenen Angelegenheiten sind ynd bleiben, sondern die sie als Angelegenheiten des Reiches auftragsweife ausführen, den Weisungen des Reiches zu unterwerfen. 2. ist erforderlich, daß der Verwaltungsunterbau der Länder, namentlich die Organisation ihrer Städte und Kreise, gleich- mäßig durch das Reich gestaltet wird. Dazu gehört auch eine Verwaltungsgerichtbarkeit bis hinauf zum Verwaltungsgericht. Zum dritten Punkt ist erforderlich, daß die Zusammenarbeit zwischen den Landesbehörden und Reichsbehörden eines Bezirks boburcf) gestärkt wird daß für wichtige, kollegialer Behandlung bedürftiger Fragen ein einheitliches gemischtes Gremium geschaffen wird, in dem diese Fragen gemeinsam verhandelt und gelöst werden. Endlich aber zum vierten Punkt werden die Länder gut tun, die parlamentarische Verfassung, die für Regierungen mit großer politischer Verantwortung unentbehrlich ist, aber sich dort nicht eignet, wo verwaltet werden muß, durch eine Verfassung zu ändern, die ähnlich, wi« es bei den preußischen Provinzen und den Städten der Fall ist die Wahl der Regierungen auf Zeit vorsieht.
Wenn durch diese Neuerungen die Voraus setzungen dafür gegeben sind, daß ein einheitlicher Wille in Deutschland herrscht, die Ausführung aber bei blühenden und gutorganisierten Ländern, Kreisen und Gemeinden liegt, so liegt kein Grund vor, die Zuständigkeit des Reiches zu erweitern, sondern . ist die Möglichkeit gesteigert die Landesbehörden , zu lebendiger Mitarbeit auch für die Reichsaufga- „ den heranzuziehen.
k BühvsvweMel im Jenivum?
Die „Westdeutsche Arbeiterzeitung", das von dem Reichslagsabgeordneten Zoos geleitete Blatt der katholischen Arbeitervereiniaunaen in M.-Glad- bach, bemerkt in einem Artikel „Von kommenden I, Dingen", daß sicherem vernehmen nach der Reichs- parteitag (der in Düsseldorf abgehalten wird) der . Partei einen neuen Vorsikenden zu geben haben werde. Es verlaute, daß Reichskanzler a. D. Dr. Marx fein Amt niederzulegen gezwungen sei. Ernste gesundheitliche Gründe verbäten ihm die fernere r Führung der Partei. Es erhebe sich daher die Frage 1 , nach dem neuen Mann.
Die „Voss. Ztg", die gleichfalls von dem be- vorstehenden Rücktritt Marx berichtet, bemerkt: U l Diese Rücklrittsabsichten werden zwar mit Gesund- l Heilsrücksichten begründet, man hat aber den Ein- ■ i druck, daß Marx âus politischen Gründen zu seinem I i Entschluß gelangt ist, auf die Führung des Zent- S ' »ums zu verzichten. , . , Man weiß nämlich, daß Marx mit feiner These, das Zentrum solle gegenüber dem Kabinett Müller- Franken Zurückhaltung üben und auf eine weiler- sehende Bindung verzichten, was praktisch also auf eine Verhinderung der Großen Koalition hinauslaufen würde, nicht durchgedrungen ist.
Als Rachfolger nennt man den ehemaligen
Äwpelw-Rückfahrt am 22. Ottobee
Newyork, 19. Off. Hugh Allen, der persönliche Verkreker Dr. Eckeners in Amerika, teilte der Presse gestern mit, daß die Rückfahrt des „Graf Zeppelin" nach Deutschland wahrscheinlich Samstag den 27. Oktober beginnen werde. Der Flug nach dem mittleren Westen Amerikas würde zwei bis drei Tage beanspruchen. Allen erklärte, daß für die Rückreise nach Deutschland zwar 8 bis 10 Plätze frei würden, daß er aber dreimal so viel Nachfrage von prominenten Amerikanern habe. Ei nige Anfragen seien sofort von Schecks in Höhe von 3000 Dollars begleitet gewesen. Den Amerikanern, die diesmal nicht unsers ommr’, soll aber Gelegenheit gegeben werden, für die zweite Ozeanfahrk des Zepvelins Plätze zu reservieren, denn der Zeppelin werde noch im Laufe des November oder Anfang Dezember eine zweite Rundreise Deutschland—Amerika—Deutschland unternehmen, bevor das Luftschiff
Winterquartier in Deutschland bezieht.
Besuch in MNadslvwa
Rewyork, 19. Ost. Nach Beendigung der geschäftlichen Verhandlungen wurden Eckener und ein Teil der Besatzung vom Empfangsausschuß der Stadt Philadelphia in Autos ab geholt. Die Fahrt von Lakehurst nach Philadelphia mußte, weil sich die Abfahrt verzögerte, in einem rasenden Tempo zurückgelegt werden. Unter Vvrausfahrt von acht Polizisten wurde auf der 110 Kilometer langen Strecke die Verspätung an 40 Minuten glatt aufgeholt, so daß Eckener pünktlich in der City-Hall in Philadelphia eintreffen konnte.
Der letzte Teil der Fahrt durch die Straßen Philadelphias glich einem Triumphzug. Zehn- taufende von Menschen säumten meterties den Straßenrand und bejubelten Dr. Eckener mit aller Begeisterung, deren die Amerikaner fähig sind. Vor der City-Hall hatte die Polizei ausgedehnte Absperrungen vorgenommen, doch als Dr. Eckeners Wagen in einem unvorhergesehenen Hindernis
Polizeikordon, umringten den Wagen, schüttelten Dr. Eckeners Hand und konnten nur mit Mühe veranlaßt werden, den Weg zum Bürgermeister frei zu geben. Das alles geschah, trotzdem unaufhörlich schwerer Regen niederprasselte.
Dv. EMenes in LVashknsio«
Washington, 19. Okt. Dr. Eckener ist heute bei strahlendem Sonnenschein hier eingetroffen und wurde von einer großen Polizeieskorte auf Motorrädern zum Hotel geleitet. Hier empfing er Pressevertreter. denen er mitteilte, daß er hoffe, die an dem „Graf Zeppelin" notwendigen Reparaturen
MMMißSRsVEiWNVMM bei PoineaeS
Paris, 19. Off. Der englische Schahkanzler W i n st o n E h u r ch i l l ist heute früh Uhr unerwartet in Paris eingelroffen. Er hatte gemeinsam mit dem Generalagenten für die Enlschädigungszahlungen, Parker Gilbert, heute vormittag von 10 bis 12 Uhr eine Unterredung mit Ministerpräsident poincarè über die Zusammensetzung des Finanz
fachversiändigen-Ausschusses, dessen Bildung in Genf beschlossen worden ist.
5
Ueber die Unterredung Poincarès mit dem englischen Schatzsekretär Churchill und dem Reparationsagenten Parker Gilbert veröffentlicht die Havasagentur eine offiziöse Auslassung folgenden Inhalts:
Die Besprechungen, die seit einigen Wochen in den Hauptstädten der verschiedenen interessierten Länder gepflogen werden, legen die Annahme nahe, daß die Verhandlungen über die Liquidierung der Kriegsschulden als in eine aktive Phase eintrekend anzusehen sind. Die Unterredung, die heute vormittag im Finanzministerium zwischen poincarè, Churchill und Parker Gilbert statlsand. kann diese Auffassung nur bestätigen. Die Unterredung hatte, wie das amtliche Communiquè besagt, nur die Prüfung der Bedingungen zum Gegenstand, unter denen das Komitee der Finanzsachverständigen gebildet werden wird, dessen Schaffung in Genf beschlossen worden ist. Trotz der in maßgebenden Kreisen diesbezüglich beachteten Reserve darf man annehmen, daß die Unterredung sich auch auf andere Gegenstände bezogen hat, und daß Churchill und poincarè die Gelegenheit nicht haben vorübergehen lassen, um ihre Ansichten über die Regelung der Reparationsfrage auszutauschen. Da kein neues Ereignis seit dem Zeitpunkt eingetreken sei, seitdem diè französische und die englische Regierung öffentlich ihre Ansichten bekannt gegeben haben, kann man annehmen, daß ihre Stellung die ist, wie sie
Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, der der 6an- didal des katholischen Volksbundes ist. mehr aber noch die Abgeordneten Stegerwald, Esser und 3 o o 9.
Svalitms des volnUchen Gorialdemotvaike
Warschau, 19. Okt. Die Spaltung in der polnischen soziakdemokratischen Partei ist nun voll
bis Dienstag zu beenden und Mittwoch in aller Frühe zu seinem Rundflug über West- und Mittelamerika aufzusteigen. Hierbei wird er wahrscheinlich mit Henry Ford und einigen anderen Gästen an Bord Chicago überfliegen. In der Nacht zum Donnerstag wird das Luftschiff in der Halle von East St. Louis bleiben und Donnerstag abend wieder in Lakehurst sein. Nach Beendigung der letzten Vorbereitungen beabsichtigt Dr. Eckener, am Samstag die Rückfahrt nach Europa anzutreten. Morgen fährt Dr. Eckener nach Akron (Ohio) zu Besprechungen mit den Goodyear Werken und Montag mit seinem Sohn Knud und dem Navigationsoffizier v. Schiller nach Chicago. Dr. Eckener bat den Vertreter des Wolfbüros, seinen Landsleuten in Deutschland mitzuteilen, daß er für die unendlich zahlreichen Telegramme, Briefe und Geschenke, die ihm aus Anlaß des Fluges nach Amerika zugegangen seien .herzlichst danke. Leider habe er auf dieser Fahrt außer zahlenden Passa-
gieren nur das unbedingt notwendig« Gepäck und 1 , H
daher auch keinen .WüMieLLtzüst .mu-MMM iffi auch. Oje Todesstrafe. Wie imme: n«n, und so habe er keinen der Glückwünsche, nicht Entscheidung des Ausschusses aussi einmal den des Herrn Reichskanzlers, erwidern f0[ae Stimmengleichheit eine weiß, können. Er bitte, dies auf diesem Wege tun zu dürfen. Lediglich dem Reichspräsidenten und Präsident Coolidge habe er telegraphiert.
Sesm» bei SssUdss
Washington, 19. Okt. Dr. Eckener und vier weitere Herren vom „Graf Zeppelin" sind heute mittag Gäste des Präsidenten Coolidge bei einem Frühstück im Weißen Hause gewesen, an dem auch Marineminister Wilbur sowie die Sekretäre für die Kriegs- und Handelsmarine teilnahmen.
einerseils in der Rote Balfours und andererseits in der letzten Rede poincarès in Chambery formuliert worden ist. Bekanntlich hat die englische Regierung gemäß dem in der Role Balfours zum Ausdruck gebrachten Standpunkt erklärt, daß sie von Deutschland und ihren ehemaligen alliierten Schuldnern nur die Summe fordern werde, die ihr unerläßlich scheinen werden, um den Verpflichtungen nachzukommen, die sie gegenüber den Vereinigten Staaten übernehmen mußte. Bekanntlich hat poincarè, so vor allem in Chambery, erklärt, daß Frankreich sich nicht weigern würde, die Vorschläge zu prüfen, die ihm in Hinblick auf die Mobilisierung seines Guthabens bei Deutschland unterbreitet werden könnten, vorausgesetzt, daß die Regelung es ihm gestatte, sowohl seine Gläubiger zu bezahlen als auch die Ausgaben wieder zu erhalten, die es für den Wiederaufbau der ehemaligen Kampfgebiete verwendet habe. Man kann sich leicht Rechenschast davon abtxgen, daß die Standpunkte der englischen und der französischen Regierung, in dieser Weise aus- einandergesetzt, wenn sie auch in gewisten Punkten voneinander abweichen, so doch in keiner Weise übertrieben oder unüberbrückbar erscheinen. Dies war offenkundig der Eindruck Churchills von feiner Unterredung mit poincarè, wenn man nach dem Ausdruck der Befriedigung urteilen darf, der sich auf seinem Gesicht widerlpiegelte, als er das Finanz, Ministerium verließ.
zogen. Die pilfudskitreuen Sozialdemokraten des Warschauer Bezirks haben den Belchluß gefaßt, unter dem vorläufigen Namen „Polnische Sozialistische Partei, früher gewesene revolutionär« Fraktion" eine neue Partei zu bilden. Das vor zehn Tagen gegründete Blatt „Vrzedswid", das ebenfalls sozialistisch und pilfudskifreundlich ist, hat sich den Sozialisten zur Verfügung gestellt.
Die Woche
Die Kommunisten haben eine schwere Niederlage erlitten. Obwohl das Endergebnis des kommunistischen Volksbegehrens noch nicht vorliegt, so sind doch eine ganze Reihe von Teilergebnissen bekannt, die einen ziemlich sicheren Schluß zulassen. So weiß man, wie das Volksbegehren in Berlin, in Düsieldorf-Ost und -West, in Leipzig und in Kiel ausgelaufen ist. In allen diesen Wahlkreisen haben die Ver- anstalter des Volksbegehrens nicht die Stim- menzahl erreicht, die bei der letzten Reich-tagswahl für die kommunistische Liste abgegeben worden ist. In Berlin haben sie es bis aus 67,7 Proz. gebracht, in Leipzig auf 51,2 Pwz., in Düsseldorf-Ost auf 34,1 Proz. und m Kiel gar nur auf 21,5 Proz. Insgesamt werden also wohl für das kommunistische Volksbegehren nicht viel mehr als 1 Million Wähler sich ein« gezeichnet haben, während rund 4 Millionen Eickzeichnungen zur Durchführung des Volksbegehrens erforderlich wären. Die kommunistische Äktion ist also in der kläglichsten Weise gescheitert. Schade nur, daß die kommunistische Niederlage dem Reich etwa 1 Million Mark Kosten verursacht. Es gehört nicht gerade zu den Vorzügen der Weimarer Verfassung, daß sie die Grundlage für derartig kostspielige und nutzlose Experimente geschaffen hat.
Der Strafrechtsausschuß des Reichstages, der bekanntlich auf Grund eines Ueberleitungs- gesetzes die im vorigen Reichstag begonnene Beratung der Strafrechtsnovelle fortfetzt, hat sich mit dem wichtigen § 33 des neuen Strafgesetzbuches beschäftigt. Es werden hier die verschiedenen Strafarten festgesetzt, darunter
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folge Stimmengleichheit eine weiße Stelle in dem Entwurf entsteht, ob der Paragraph mit geringer Mehrheit angenommen oder abgelehnt wird — in jedem Falle besitzt das Abstimmungsergebnis keine aktuelle Bedeutung. Der Ausschuß wird wahrscheinlich erst Mitte des kommenden Jahres seine Arbeiten abschließen und wenn alles glatt verläuft, so werden vielleicht im November des kommenden Jahres die ausschlaggebenden namentlichen Abstimmungen im Plenum des Reichstages stattfinden. Die Erledigung der Strafrechtsreform kann sich aber auch noch erheblich über diesen Termin hinaus verzögern. Die Abstimmung im Ausschuß hat also noch keine allzu große Tragweite. Trotzdem nimmt die Oeffentlichkeit mit Recht an der Erörterung der
ge großes Interesse. Es ist zunächst bemerkenswert, daß die Stellung des Reichsjustizministers sich seit dem vorigen Reichstage erheblich geändert hat. Reichsjustizminister Hergt trat auch im Punkte der Todesstrafen entschieden für den Entwurf des neuen Strafgesetzbuches ein. Der demokratische Reichsjustizminister Koch hat sich dagegen gestern für die Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt. Es entspricht dies wohl der Anschauung seiner Partei. Rein sachlich darf aber die Stellungnahme des Reichsjustizministers in ihrer Be- * deutung nicht allzusehr überschätzt werden. Gerade die Besetzung des Reichsjustizministe- riums ist noch keineswegs als endgültig zu betrachten. Erst die Koalitionsverhandlungen werden hier die definitive Entscheidung bringen. Im übrigen ist daran zu erinnern, daß im Reichsrat die Entscheidung für die Beibehaltung der Todesstrafe gefallen ist. Auch Preußen hat dafür gestimmt. Die Reichsregierung hat sich zwar mit dem Entwurf des neuen Strafgesetzbuches nicht ausdrücklich einverstanden erklärt, sondern ihn lediglich von der vorigen Regierung zur weiteren parlamentarischen Behandlung übernommen. Es steht aber auf der anderen Seite auch noch keineswegs fest, ob das gegenwärtige Kabinett in Bezug auf die Todesstrafe in seiner Mehrheit die Ansichten des gegenwärtigen Reichsjustizministers teilt. Auf jeden Fall ist die Stellungnahme des Ministers Koch ebensowenig ausschlaggebend wie die Abstimmung der Kommission. Erst die Abstimmung im Reichstag bringt die Entscheidung, und bis dahin hat es noch gute Weile.
Die deutsch-polnischen Wirtschastsverhand- lungen sind jetzt wieder einmal unterbrochen worden. Gestern ist die deutsche Delegation offiziell davon verständigt worden, daß sie nach Berlin zurückkehren soll. Man hat Polen gegenüber erklärt, daß in dieser Maßnahme
Die heutkae Kummer umfaßt 20 «Sette«