Einzelbild herunterladen
 

GEtM-MSISLgKV für

meidet

Vanau Stadt und Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Lezugspreis: Für den halben Monat NM. 1., für den ganzen Monat AM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer ck0, Freitag 15, Samstag 12 A-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 A-Pfg., im Aeklameteil von 68 mm Breite 25 A-Pfg. / Offertengebühr 50 A-Pfg.

M 248

Garirstas den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Für plahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Fernspr. 3956, 3957,3958

20. Sstober

1928

Das Steteste

Die Rückfahrt desGraf Zeppelin" nach Deutschland ist auf den 27. Oktober angeseht.

Man erwartet, daß der frühere Reichskanz­ler Marx aus Gesundheitsgründen vom Vorsitz der Zentrumspartei beim nächsten Parteitag zurück, treten wird.

Parker Gilbert und Churchill hatten gestern mit poincarL eine Unterredung über die Repara- tionssrage.

Zn dem Gladbecker Mordprozeß wurde gestern die Beweisaufnahme geschlossen.

von dem englischen Flieger Macdonald sind bis gestern mittag keine Nachrichten eingetrofsen.

Rach den aus Lodz eingetroffenen Rachrich­ten scheint der Generalstreik stark im Abflauen be­griffen zu sein.

DevReZchsmiurftev übev das Problem der ReZthsvefovm

Jm Demokratischen Zeitungsdienst beschäftigt sich Reichsjusteizminister Koch-Weser mit den Vorschlägen für eine Reichsreform, die der Bund für Erneuerung gemacht hat. Koch stellt die Frage, ob die propagierte Zwischenlösung wirklich notwendig oder ob nicht vielmehr gleich die Endlösung des Problems angestrebt werden müsse. In diesem Zusammenhang weist Koch unter Anführung der Ziffern bei der Reichstagswahl darauf hin, daß in Baden und Württemberg nach Ausweis der letzten Reichstagswahlen zweifels­freie Mehrheiten für eine endgültige Reichsveform vorhanden seien und daß auch in Bayern die W Mehrheit der abgeneigten Parteien in Wirklich- fett Ml geringer sei, als. der Bund zur Erneue- -fâs- Bestem besser zum Ziele bringen wolle, als durch eiste Endreform, er sehe vielmehr aus einem Zwischenzustand nur neue Gefahren aufsteigen.

Koch schreibt dann zum Schluß:Was 6rdud)en mir von den süddeut scheu Ländern und Sachsen, um zum Ein­heit sstaat zu gelangen? Es läßt sich in j- vier Forderungen umreißen: es ist 1. ihrè Bereitwilligkeit, sich bei denjenigen Angelegenheiten, die nicht ihre eigenen Angelegenheiten sind ynd blei­ben, sondern die sie als Angelegenheiten des Rei­ches auftragsweife ausführen, den Weisungen des Reiches zu unterwerfen. 2. ist erforderlich, daß der Verwaltungsunterbau der Länder, namentlich die Organisation ihrer Städte und Kreise, gleich- mäßig durch das Reich gestaltet wird. Dazu gehört auch eine Verwaltungsgerichtbarkeit bis hinauf zum Verwaltungsgericht. Zum dritten Punkt ist erforderlich, daß die Zusammenarbeit zwischen den Landesbehörden und Reichsbehörden eines Be­zirks boburcf) gestärkt wird daß für wichtige, kolle­gialer Behandlung bedürftiger Fragen ein einheit­liches gemischtes Gremium geschaffen wird, in dem diese Fragen gemeinsam verhandelt und gelöst werden. Endlich aber zum vierten Punkt werden die Länder gut tun, die parlamentarische Verfas­sung, die für Regierungen mit großer politischer Verantwortung unentbehrlich ist, aber sich dort nicht eignet, wo verwaltet werden muß, durch eine Verfassung zu ändern, die ähnlich, wi« es bei den preußischen Provinzen und den Städten der Fall ist die Wahl der Regierungen auf Zeit vorsieht.

Wenn durch diese Neuerungen die Voraus setzungen dafür gegeben sind, daß ein einheitlicher Wille in Deutschland herrscht, die Ausführung aber bei blühenden und gutorganisierten Ländern, Krei­sen und Gemeinden liegt, so liegt kein Grund vor, die Zuständigkeit des Reiches zu erweitern, sondern . ist die Möglichkeit gesteigert die Landesbehörden , zu lebendiger Mitarbeit auch für die Reichsaufga- den heranzuziehen.

k BühvsvweMel im Jenivum?

DieWestdeutsche Arbeiterzeitung", das von dem Reichslagsabgeordneten Zoos geleitete Blatt der katholischen Arbeitervereiniaunaen in M.-Glad- bach, bemerkt in einem ArtikelVon kommenden I, Dingen", daß sicherem vernehmen nach der Reichs- parteitag (der in Düsseldorf abgehalten wird) der . Partei einen neuen Vorsikenden zu geben haben werde. Es verlaute, daß Reichskanzler a. D. Dr. Marx fein Amt niederzulegen gezwungen sei. Ernste gesundheitliche Gründe verbäten ihm die fernere r Führung der Partei. Es erhebe sich daher die Frage 1 , nach dem neuen Mann.

DieVoss. Ztg", die gleichfalls von dem be- vorstehenden Rücktritt Marx berichtet, bemerkt: U l Diese Rücklrittsabsichten werden zwar mit Gesund- l Heilsrücksichten begründet, man hat aber den Ein- i druck, daß Marx âus politischen Gründen zu seinem I i Entschluß gelangt ist, auf die Führung des Zent- S ' »ums zu verzichten. , . , Man weiß nämlich, daß Marx mit feiner These, das Zentrum solle gegenüber dem Kabinett Müller- Franken Zurückhaltung üben und auf eine weiler- sehende Bindung verzichten, was praktisch also auf eine Verhinderung der Großen Koalition hinaus­laufen würde, nicht durchgedrungen ist.

Als Rachfolger nennt man den ehemaligen

Äwpelw-Rückfahrt am 22. Ottobee

Newyork, 19. Off. Hugh Allen, der persönliche Verkreker Dr. Eckeners in Amerika, teilte der Presse gestern mit, daß die Rückfahrt desGraf Zeppelin" nach Deutschland wahrscheinlich Samstag den 27. Oktober beginnen werde. Der Flug nach dem mittleren Westen Amerikas würde zwei bis drei Tage beanspruchen. Allen erklärte, daß für die Rück­reise nach Deutschland zwar 8 bis 10 Plätze frei würden, daß er aber dreimal so viel Nach­frage von prominenten Amerikanern habe. Ei nige Anfragen seien sofort von Schecks in Höhe von 3000 Dollars begleitet gewesen. Den Amerikanern, die diesmal nicht unsers ommr, soll aber Gelegenheit gegeben werden, für die zweite Ozeanfahrk des Zepvelins Plätze zu reser­vieren, denn der Zeppelin werde noch im Laufe des November oder Anfang Dezember eine zweite Rundreise DeutschlandAmerikaDeutschland unternehmen, bevor das Luftschiff

Winterquartier in Deutschland bezieht.

Besuch in MNadslvwa

Rewyork, 19. Ost. Nach Beendigung der geschäft­lichen Verhandlungen wurden Eckener und ein Teil der Besatzung vom Empfangsausschuß der Stadt Philadelphia in Autos ab geholt. Die Fahrt von Lakehurst nach Philadelphia mußte, weil sich die Abfahrt verzögerte, in einem rasenden Tempo zurückgelegt werden. Unter Vvrausfahrt von acht Polizisten wurde auf der 110 Kilometer langen Strecke die Verspätung an 40 Minuten glatt auf­geholt, so daß Eckener pünktlich in der City-Hall in Philadelphia eintreffen konnte.

Der letzte Teil der Fahrt durch die Straßen Philadelphias glich einem Triumphzug. Zehn- taufende von Menschen säumten meterties den Straßenrand und bejubelten Dr. Eckener mit aller Begeisterung, deren die Amerikaner fähig sind. Vor der City-Hall hatte die Polizei ausgedehnte Ab­sperrungen vorgenommen, doch als Dr. Eckeners Wagen in einem unvorhergesehenen Hindernis

Polizeikordon, umringten den Wagen, schüttelten Dr. Eckeners Hand und konnten nur mit Mühe veranlaßt werden, den Weg zum Bürgermeister frei zu geben. Das alles geschah, trotzdem unauf­hörlich schwerer Regen niederprasselte.

Dv. EMenes in LVashknsio«

Washington, 19. Okt. Dr. Eckener ist heute bei strahlendem Sonnenschein hier eingetroffen und wurde von einer großen Polizeieskorte auf Motor­rädern zum Hotel geleitet. Hier empfing er Presse­vertreter. denen er mitteilte, daß er hoffe, die an demGraf Zeppelin" notwendigen Reparaturen

MMMißSRsVEiWNVMM bei PoineaeS

Paris, 19. Off. Der englische Schahkanzler W i n st o n E h u r ch i l l ist heute früh Uhr unerwartet in Paris eingelroffen. Er hatte gemeinsam mit dem Generalagenten für die Enlschädigungszahlungen, Parker Gilbert, heute vormittag von 10 bis 12 Uhr eine Unterredung mit Ministerpräsident poincarè über die Zusammensetzung des Finanz­

fachversiändigen-Ausschusses, dessen Bildung in Genf beschlossen worden ist.

5

Ueber die Unterredung Poincarès mit dem eng­lischen Schatzsekretär Churchill und dem Repa­rationsagenten Parker Gilbert veröffentlicht die Havasagentur eine offiziöse Auslassung folgenden Inhalts:

Die Besprechungen, die seit einigen Wochen in den Hauptstädten der verschiedenen interessierten Länder gepflogen werden, legen die Annahme nahe, daß die Verhandlungen über die Liquidierung der Kriegsschulden als in eine aktive Phase eintrekend anzusehen sind. Die Unterredung, die heute vor­mittag im Finanzministerium zwischen poincarè, Churchill und Parker Gilbert statlsand. kann diese Auffassung nur bestätigen. Die Unterredung hatte, wie das amtliche Communiquè besagt, nur die Prü­fung der Bedingungen zum Gegenstand, unter denen das Komitee der Finanzsachverständigen ge­bildet werden wird, dessen Schaffung in Genf be­schlossen worden ist. Trotz der in maßgebenden Kreisen diesbezüglich beachteten Reserve darf man annehmen, daß die Unterredung sich auch auf andere Gegenstände bezogen hat, und daß Churchill und poincarè die Gelegenheit nicht haben vorübergehen lassen, um ihre Ansichten über die Regelung der Reparationsfrage auszutauschen. Da kein neues Er­eignis seit dem Zeitpunkt eingetreken sei, seitdem diè französische und die englische Regierung öffent­lich ihre Ansichten bekannt gegeben haben, kann man annehmen, daß ihre Stellung die ist, wie sie

Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, der der 6an- didal des katholischen Volksbundes ist. mehr aber noch die Abgeordneten Stegerwald, Esser und 3 o o 9.

Svalitms des volnUchen Gorialdemotvaike

Warschau, 19. Okt. Die Spaltung in der pol­nischen soziakdemokratischen Partei ist nun voll­

bis Dienstag zu beenden und Mittwoch in aller Frühe zu seinem Rundflug über West- und Mittel­amerika aufzusteigen. Hierbei wird er wahrschein­lich mit Henry Ford und einigen anderen Gästen an Bord Chicago überfliegen. In der Nacht zum Donnerstag wird das Luftschiff in der Halle von East St. Louis bleiben und Donnerstag abend wieder in Lakehurst sein. Nach Beendigung der letz­ten Vorbereitungen beabsichtigt Dr. Eckener, am Samstag die Rückfahrt nach Europa anzutreten. Morgen fährt Dr. Eckener nach Akron (Ohio) zu Besprechungen mit den Goodyear Werken und Montag mit seinem Sohn Knud und dem Navi­gationsoffizier v. Schiller nach Chicago. Dr. Eckener bat den Vertreter des Wolfbüros, seinen Landsleuten in Deutschland mitzuteilen, daß er für die unendlich zahlreichen Telegramme, Briefe und Geschenke, die ihm aus Anlaß des Fluges nach Amerika zugegangen seien .herzlichst danke. Leider habe er auf dieser Fahrt außer zahlenden Passa-

gieren nur das unbedingt notwendig« Gepäck und 1 , H

daher auch keinen .WüMieLLtzüst .mu-MMM iffi auch. Oje Todesstrafe. Wie imme: n«n, und so habe er keinen der Glückwünsche, nicht Entscheidung des Ausschusses aussi einmal den des Herrn Reichskanzlers, erwidern f0[ae Stimmengleichheit eine weiß, können. Er bitte, dies auf diesem Wege tun zu dürfen. Lediglich dem Reichspräsidenten und Präsi­dent Coolidge habe er telegraphiert.

Sesm» bei SssUdss

Washington, 19. Okt. Dr. Eckener und vier wei­tere Herren vomGraf Zeppelin" sind heute mittag Gäste des Präsidenten Coolidge bei einem Früh­stück im Weißen Hause gewesen, an dem auch Marineminister Wilbur sowie die Sekretäre für die Kriegs- und Handelsmarine teilnahmen.

einerseils in der Rote Balfours und andererseits in der letzten Rede poincarès in Chambery formuliert worden ist. Bekanntlich hat die englische Regierung gemäß dem in der Role Balfours zum Ausdruck gebrachten Standpunkt erklärt, daß sie von Deutsch­land und ihren ehemaligen alliierten Schuldnern nur die Summe fordern werde, die ihr unerläßlich scheinen werden, um den Verpflichtungen nachzu­kommen, die sie gegenüber den Vereinigten Staaten übernehmen mußte. Bekanntlich hat poincarè, so vor allem in Chambery, erklärt, daß Frankreich sich nicht weigern würde, die Vorschläge zu prüfen, die ihm in Hinblick auf die Mobilisierung seines Gut­habens bei Deutschland unterbreitet werden könn­ten, vorausgesetzt, daß die Regelung es ihm gestatte, sowohl seine Gläubiger zu bezahlen als auch die Ausgaben wieder zu erhalten, die es für den Wie­deraufbau der ehemaligen Kampfgebiete verwendet habe. Man kann sich leicht Rechenschast davon abtxgen, daß die Standpunkte der englischen und der französischen Regierung, in dieser Weise aus- einandergesetzt, wenn sie auch in gewisten Punkten voneinander abweichen, so doch in keiner Weise übertrieben oder unüberbrückbar erscheinen. Dies war offenkundig der Eindruck Churchills von feiner Unterredung mit poincarè, wenn man nach dem Ausdruck der Befriedigung urteilen darf, der sich auf seinem Gesicht widerlpiegelte, als er das Finanz, Ministerium verließ.

zogen. Die pilfudskitreuen Sozialdemokraten des Warschauer Bezirks haben den Belchluß gefaßt, un­ter dem vorläufigen NamenPolnische Sozialistische Partei, früher gewesene revolutionär« Fraktion" eine neue Partei zu bilden. Das vor zehn Tagen gegründete BlattVrzedswid", das ebenfalls sozia­listisch und pilfudskifreundlich ist, hat sich den Sozia­listen zur Verfügung gestellt.

Die Woche

Die Kommunisten haben eine schwere Nie­derlage erlitten. Obwohl das Endergebnis des kommunistischen Volksbegehrens noch nicht vorliegt, so sind doch eine ganze Reihe von Teilergebnissen bekannt, die einen ziemlich sicheren Schluß zulassen. So weiß man, wie das Volksbegehren in Berlin, in Düsieldorf-Ost und -West, in Leipzig und in Kiel ausgelaufen ist. In allen diesen Wahlkreisen haben die Ver- anstalter des Volksbegehrens nicht die Stim- menzahl erreicht, die bei der letzten Reich-tags­wahl für die kommunistische Liste abgegeben worden ist. In Berlin haben sie es bis aus 67,7 Proz. gebracht, in Leipzig auf 51,2 Pwz., in Düsseldorf-Ost auf 34,1 Proz. und m Kiel gar nur auf 21,5 Proz. Insgesamt werden also wohl für das kommunistische Volksbegehren nicht viel mehr als 1 Million Wähler sich ein« gezeichnet haben, während rund 4 Millionen Eickzeichnungen zur Durchführung des Volks­begehrens erforderlich wären. Die kommu­nistische Äktion ist also in der kläglichsten Weise gescheitert. Schade nur, daß die kommunistische Niederlage dem Reich etwa 1 Million Mark Kosten verursacht. Es gehört nicht gerade zu den Vorzügen der Weimarer Verfassung, daß sie die Grundlage für derartig kostspielige und nutzlose Experimente geschaffen hat.

Der Strafrechtsausschuß des Reichstages, der bekanntlich auf Grund eines Ueberleitungs- gesetzes die im vorigen Reichstag begonnene Beratung der Strafrechtsnovelle fortfetzt, hat sich mit dem wichtigen § 33 des neuen Straf­gesetzbuches beschäftigt. Es werden hier die verschiedenen Strafarten festgesetzt, darunter

~ ^esjlrafe.^Wie immer oiréfb«^

Fra

folge Stimmengleichheit eine weiße Stelle in dem Entwurf entsteht, ob der Paragraph mit geringer Mehrheit angenommen oder abge­lehnt wird in jedem Falle besitzt das Ab­stimmungsergebnis keine aktuelle Bedeutung. Der Ausschuß wird wahrscheinlich erst Mitte des kommenden Jahres seine Arbeiten ab­schließen und wenn alles glatt verläuft, so werden vielleicht im November des kommenden Jahres die ausschlaggebenden namentlichen Abstimmungen im Plenum des Reichstages stattfinden. Die Erledigung der Strafrechts­reform kann sich aber auch noch erheblich über diesen Termin hinaus verzögern. Die Ab­stimmung im Ausschuß hat also noch keine allzu große Tragweite. Trotzdem nimmt die Oeffentlichkeit mit Recht an der Erörterung der

ge großes Interesse. Es ist zunächst be­merkenswert, daß die Stellung des Reichs­justizministers sich seit dem vorigen Reichstage erheblich geändert hat. Reichsjustizminister Hergt trat auch im Punkte der Todesstrafen entschieden für den Entwurf des neuen Straf­gesetzbuches ein. Der demokratische Reichs­justizminister Koch hat sich dagegen gestern für die Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt. Es entspricht dies wohl der Anschauung seiner Partei. Rein sachlich darf aber die Stellung­nahme des Reichsjustizministers in ihrer Be- * deutung nicht allzusehr überschätzt werden. Gerade die Besetzung des Reichsjustizministe- riums ist noch keineswegs als endgültig zu be­trachten. Erst die Koalitionsverhandlungen wer­den hier die definitive Entscheidung bringen. Im übrigen ist daran zu erinnern, daß im Reichsrat die Entscheidung für die Beibehal­tung der Todesstrafe gefallen ist. Auch Preu­ßen hat dafür gestimmt. Die Reichsregierung hat sich zwar mit dem Entwurf des neuen Strafgesetzbuches nicht ausdrücklich einverstan­den erklärt, sondern ihn lediglich von der vorigen Regierung zur weiteren parlamenta­rischen Behandlung übernommen. Es steht aber auf der anderen Seite auch noch keines­wegs fest, ob das gegenwärtige Kabinett in Bezug auf die Todesstrafe in seiner Mehrheit die Ansichten des gegenwärtigen Reichsjustiz­ministers teilt. Auf jeden Fall ist die Stellung­nahme des Ministers Koch ebensowenig aus­schlaggebend wie die Abstimmung der Kom­mission. Erst die Abstimmung im Reichstag bringt die Entscheidung, und bis dahin hat es noch gute Weile.

Die deutsch-polnischen Wirtschastsverhand- lungen sind jetzt wieder einmal unterbrochen worden. Gestern ist die deutsche Delegation offiziell davon verständigt worden, daß sie nach Berlin zurückkehren soll. Man hat Polen gegenüber erklärt, daß in dieser Maßnahme

Die heutkae Kummer umfaßt 20 «Sette«