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Kv. 243
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10. Oktober
192S
Das Steteste
sr — Die deutsch-amerikanische Handelskammer deranstaltete zu Ehren der Zeppelinbesatzung einen Empfang und ein Festessen, dem über 1000 Personen beiwohnten. Dr. Eckener ^urbe als Erinnerungsgabe eine goldene Uhr überreicht.
— Die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen sind in ein äußerst kritisches Stadium getreten, nachdem die Polen auf die zahlreichen deutschen Zugeständnisse lediglich mit neuen zum Teil maßlosen Gegenforderungen geantwortet haben.
— Der Strafrechtsausschuß des Reichstages be- ; faßte sich gestern mit der Frage der Abschaffung der Todesstrafe.
— 3 m Zusammenhang mit der für Ende Oktober geplanten Länderkonferen; wird auch der Finanzministerausschuß zusammentreten, der aus dem Reichssinanzminister und vier Länderfinanzministern besteht um die Ergebnisse seiner bisherigen Arbeiten endgültig zu formulieren.
— 3n dem Vorort Vincennes stürzte gestern ein Haus, das bereits bis zum 6. Stock fertiggefkellk war, ein und begrub zahlreiche Arbeiter unter den Trümmern.
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Newyork, 18. Okt. Die deutsch-amerikanische Handelskammer veranstaltete im Hotel Astor zu Ehren üerMeppelinbKjatzung einen ein Festessen, dem über 1000 Personen en.
Der Präsident der Handelskammer Hermann etz brachte einen Trinkspruch auf Präsident Coolidge und Reichspräsident v. Hindenburg aus. Der Bürgermeister von Newyork, Walker, erklärte, es werde immer gesagt, Leistungen wie der Zeppelinflug förderten die Verständigung. Wir aber wollen die deutsch-amerikanische Freundschaft, denn das ist mehr als Verständigung. General Allen, der frühere Kammandeur der amerikanischen Truppen im Rheinlande, erklärte, er habe es als Vertreter Amerikas im Rheinland« als feine Hauptaufgabe betrachtet, fein Möglichstes zu tun, um wieder gute Beziehungen zwischen Amerika und Deutschland herzustellen. Die Kriegsstimmung wandle sich zur Freundschaft und zwischen Amerika und Deutschland sollte stets Freundschaft bestehen. Der Präsident der Columbia-Universität, Butler, bezeichnete es als Amerikas Aufgabe, dem Wiederaufbau Deutschlands nicht nur mit Interesse und Sympathie gegenüber« zustehen, sondern zu fragen, wie es dabei mithelfen könne. Ministerialdirigent Brandenburg führte aus, angesichts der Begeisterung, die die Fahrt des Zeppelins ausgelöst habe, bewegten ihn drei Gedanken: der Gedanke an die Zeit, wo Dr. Eckener mit dem Klingelbeutel herumziehen mußte, der Gedanke an die Ingenieure und Arbeiter der Zeppelinwerft, deren Händearbeit und deren Kopf- orbeit die jetzige Begeisterung zu verdanken sei, , und schließlich der Gedanke daran, daß der jetzige Generalkonsul o. Lewinski in einer noch ganz von Kriegsgreuel erfüllten Zeit sich zum Hauptträger des Gedankens machte, ein Luftschiff auf Reparationskonto noch Amerika zu liefern. Er erkannte, daß das Luftschiff weniger das Signum „Reparation" als das Signum „Verständigung" tragen würde. Aber nicht Luftschiff und Flugzeuge förderten die Verständigung, sondern starke Männer der Art, wie sie in Deutschand durch Dr. Eckener würdig vertreten seien, und Persönlichkeiten wie Commander Rosendahl bildeten bie richtige Legierung. — Professor hoetzsch erklärte, zu Dr. 'Eckener gewandt: Als Deutscher von Stolz auf die Leistung des Zeppelins erfüllt baute ich, dankt der Deutsche Reichstag, dankt das ganze deutsche Volk der Besatzung für diese gewaltige Leistung, die die beiden Völker enger verbunden hat. Ich versichere Ihnen, daß die Unterstützung und Hilfe des deutschen Volkes und des Deutschen Reichstages, als dessen Mitglied ich hier zu Ä)nen spreche, fest und geschlossen hinter allen Ihren weiteren Plänen stehen wird.
Schließlich ergriff Dr. E ck e n e.r selbst das Wort: Ihm und der Besatzung sei vielzuviel Lob gespendet worden. Die Betriebssicherheit des Luft-
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Riffes sei soweit fortgeschritten, daß keinerlei ^eb Sentum dazu gehöre, es zu benutzen. Das Luftschiff «sei heute noch keine volle Erfüllung, sondern nur ein Versprechen auf die schließliche endgültige Meisterung des Luftraumes, die Erfolgen werde, wenn grüße werden. Di
>re Schiffe mit mehr Motoren gebaut
..... _ie erhoffte Erfüllung werde dann zur Wahrheit werden, wenn dem Luftschiff in Gestalt finanzieller Unterstützung Vertrauen entgegengebracht und so der Bau größerer Luftschiffe ermög. licht werde, die selbst unter anormalen Wetterverhältnissen die Fahrt über den Ozeon in längstens drei Tagen, unter günstigen Verhältnissen sogar in Zwei Tagen bewerkstelligen können. Dr. Eckener erwähnte bann auch die durch die Havarie entstan- tene Verzögerung der Ankunft und betonte im Zusammenhang damit, daß in den letzten Tagen auch
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Bertin, 18. Ost. Am Donnerstag begann im Reichslagsausschutz für die Strafrechtsreform die Beratung des Abschnittes „Strafen“ im neuen Strafgesetzbuch mit einer Aussprache über die Todes- und Zuchthausstrafe. Einleitend sprach der Vorsitzende des Ausschusses. Abg. Lahl (D. Vpt.), der zum Ausdruck brachte, daß bei den Beratungen im früheren Reichstag die Reichsregierung betont habe, daß sie die Zeit für die Abschaffung der Todesstrafe noch nicht für gekommen erachte. Anträge auf Beseitigung der Todesstrafe seien damals im Ausschuß mit 17 gegen 11 Stimmen abgelehnt worden.
Vor dem Eintritt in die sachliche Aussprache erklärte Reichsjustizmini st er Koch, daß er sich als einen Freund der Abschaffung der Todesstrafe betrachte. Er verzichte darauf, alle die Gründe noch einmal anzuführen, die schon im vorigen Reichstag für die Beseitigung der Todesstrafe geltend gemacht worden sind. Besonders hob er hervor, daß die Bevölkerung Deutschlands trotz der schweren Kriegsjahre, der Revolutions- und Inflationszeiten ein außerordentlich hohes sittliches und moralisches Empfinden habe. Die meisten Länder Europas kämen ohne Todesstrafe aus, und es sei nicht einzusehen, warum man sich in Deutschland an die Beibehaltung der Todesstrafe ketten wolle. Die Verhängung der Todesstrafe gegen einen Schuldlosen, die selbst beim besten Prozeßverfahren und beim besten Richterpersonal nicht auszuschließen sei, "müsse als furchtbares Unglück angesehen werden, da es auf keine Weise wieder gutgemacht werden könne, und ja ein solcher Fehl-
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evölkerung zur echtsprechung bedeute. Der Grund, daß die Todesstrafe abschreckend wirke, sei nicht durchschlagend. Einen Vorbehalt müsse er freilich machen: Für Zeiten außerordentlicher Gefahren könne der Staat auf die Todesstrafe nicht verzichten. Zum Schluß wies der Minister darauf hin, daß auch Oesterreich die Todesstrafe abgeschafft habe. Es sei ausgeschlossen, daß Oesterreich diese Strafe wieder einführen werde. Niemand werde wollen, daß die Einigung mit Oesterreich über ein einheitliches Strafgesetzbuch an dieser Frage scheitere. Man müsse feststellen, daß die Art unvergleichlich sei, mit der sich unser Volk nach byt Schrecken des Krieges, nach den Wirren der Revolution und den Nöten der Inflation rascher und besser zutn Sittlichkeits- und Staatsbewußtsein zurückgefunden habe, als man habe hoffen können. Dies berechtige zu der Hoffnung, daß unser Volk sein sittliches Bewußtsein zu immer größerer höhe entwickeln werde. Die Entwicklung werde sich um so schneller vollziehen, je mehr es gelinge, soziale und wirtschaftliche Uebelstände zu beseitigen. Er halte es für seine Aufgabe, der Entwicklung des Volkes nicht mit erhobenem Finger anklagend und pessimistisch gegenüberzustehen, sondern zuversichtlich und optimistisch an den Sieg der edleren Kräfte zu glauben.
Abg. Emminger (B.Vpt.) begründet den Antrag, dem § 33 folgenden zweiten Absatz zu geben: „An Tätern, die bei Begehung der Tat noch nicht 21 Jahre alt waren, darf die Todesstrafe nicht vollstreckt werden." Vom Standpunkt der Religion könne man weder für noch gegen die Todesstrafe sprechen. Der Staat aber, der in Notfällen des Krieges usw. das Leben seiner besten Staatsbürger beanspruchen könne und müsse, der
große Ozeandampfer infolge schlechten Wetters 24 bis 30 Stunden zu spät ein getroffen sind.
Die Handelskammer hat Dr. Eckener durch ihren Präsidenten Metz eine goldene Uhr als Erinnerungsgabe übereichen lassen.
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Lakehurst, 18. Otf. Associated Preß meldet aus Lakehurst: Dr. Eckener, der den heutigen Tag hier verbrachte, erhielt zahlreiche Briefe von Städten zwischen Lakehurst und Chicago. in denen die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der „Gras Zeppelin" sie auf seiner in der nächsten Woche be- ginnenben Fahrt nach dem mittleren Westen überfliegen werde. Der Navigationsoffizier v. Schiller teilte in Beantwortung der Briefe mit. der Reise- plan sei noch nicht endgültig feskqeleqt, jedoch sollen möglichst zahlreiche Städte überflogen werden. Ziemlich sicher ist es, daß das Luftschiff nach Akron, dem Sih der Goodyear Zeppelin Company und nach Detroit kommen wird. 3n Detroit dürfte es am Ankermast im Ford-Flughafen anlegen.
Heute sand hier eine Konferenz von Persönlichkeiten statt, die sich, wie verlautet, für den Plan Dr. Eckeners, 14 Millionen Dollar für die Einrichtung eines regelmäßigen transatlantischen Luftschisf- Menffes auszubringen, interessieren. Dr. Eckener selbst nahm nicht an der Konferenz teil, sondern ließ sich durch Hugh Allen von der Goodyear Zeppelin Company vertreten.
Dr. Eckener, mehrere Teilnehmer der Zeppelin- sahrl und etwa die Hälfte der Besatzung reiften am
habe auch das Recht, zum Schutze der Gesellschaft, wo es nötig sei, dem Verbrecher das Leben zu nehmen.
Abg. Dr. D. Kahl (D. Vpt.) macht dxn Versuch eine vermittelnde Lösung zu finden, aber nur für seine Person, nicht für seine Fraktion. Dem Gedanken der Abschreckung steht der Redner zweifelnd gegenüber. Vielleicht könne man immer nur die Fälle nachweisen, in denen die Todesstrafe nicht ab geschreckt habe. Wenn aber wirklich ein vollständiges Fehlurteil sich ereignen sollte, so bliebe dem Staate nichts anderes übrig, als das Unglück an den Hinterbliebenen wieder gutzumachen. Aber ausschlaggebend für die Abschaffung der Todesstrafe könne ein solch bedauernswerter Fall nicht sein. Ein Bedenken gegen die Aufhebung der Todesstrafe sei niemals aus der Welt zu schaffen. Der lebenslänglich Verurteilte habe gewissermaßen einen Freibrief zu weiteren Morden. Er könne zu irgend einer weiteren Strafe nicht mehr verurteilt werden, auch, wenn er seinen Wär-
beschließen, sondern erst bei den Vorschriften über die Sicherheitsverwahrung. Nach den Beschlüßen darüber werde auch er sich entscheiden.
Abg. Dr. Bell (Ztr.) erklärt: Er habe alle Argumente gegen die Todesstrafe ernst und sorgsam geprüft und abgewertet. Gleichwohl sei er nicht in der Lage, von seinem in der ersten Lesung dargelegten Standpunkt abzugehen. Der Staat, der jedem Bürger das Recht der Notwehr zuerkenne, würde sich selbst des Rechtes der Notwehr begeben, wenn er die Todesstrafe aufgeb e. Alle anderen Strafmittel seien unter Umständen für ihn nicht durchführbar. Uebertriebene Humanität gegen Mörder sei immer gleichbedeutend mit einer Inhumanität gegen die Opfer der Mörder und gegen die ganze Gesellschaft.
Abg. Dr. Hanemann (Dntl.) weist darauf hin, daß in der Praxis die Staaten auf die Todesstrafe nicht verzichten können. England, Frankreich, Italien und die Schweiz hätten die Todesstrafe wieder eingefUhrt. Allerdings brauche der Mord nicht unter allen Umständen der Todesstrafe zu unterliegen. Redner erinnert an die bereits im alten Strafrecht privilegierten Fälle der Kindestötung und an Fälle, wo eine verzweifelte Mutter sich bas1 Leben nehmen und ihre Kinder nicht im Elend zurücklassen wolle. Eins der wichtigsten Momente sei immer wieder die Sickerung der menschlichen Gesellschaft. Beim gegenwärtigen Zustande der Kriminalität glaube seine Fraktion, noch nicht auf das äußerste Strafmittel verzichten zu können. — Die weitere Beratung wird auf Dienstag vertagt.
späten Nachmittag in sieben Automobilen nach Vhilidelphia ab. wo die Stadt ihnen zu Ehren ein Festbankett veranstaltet.
Nach einer Bläktermeldung wohnte auch der Chefingenieur der Ford-Werke der Lakehurster Konferenz bei. Nach einer anderen Blällermeldung dürften einige amerikanische Regierungsbeamte an dem Rückflug des „Graf Zeppelin" nach Deutschland teilnehmen.
Tagung dev Mnamministev
Im Zusammenhang mit der Tagung des Ausschusses der Länderkonferenz, die Ende Oktober in Berlin stattfinden soll, wird, wie bie’ „Bossische Zeitung meldet, auch der Finanzministerausschuß, der aus dem Reichsminister der Finanzen und aus vier Finanzministern der Länder besteht, zusammentreten, um das Ergebnis seiner Arbeiten zur Sicherstellung einer möglichst sparsamen Finanzgebarung in Reich, Ländern und Gemeinden endgültig zu formulieren.
Leitte TvttvverrvLvmehvmrs itt dev dv Sien Lone?
Berlin, 18. Okt. Auf Grund von Nachrichten, wonach die französischen Besetzunggsbehörden jetzt Truppen von der zweiten in die dritte Zone verlegen, sind bei den französischen Militärstellen Erkundigungen eingezogen worden. Die zuständige oberste militärische Stelle hat daraufhin erklärt, daß keine Truppen in dieser Weise verlegt werden sollen.
Auslands Llebes- wevben um Amerika
Die beiden größten weißen Länder bef Welt, Rußland und Amerika machen in der letzten Zeit große Fortschritte auf dem Wege zur gegenseitigen Annäherung. Das ist umso ausfallender je weiter die europäischen Westmächte England und Frankreich von Rußland abrücken. Die russisch-amerikanische Annäherung schreitet auf der einzigen Basis vor, die heute für die Beziehungen zwischen den Völkern entscheidend ist: auf der Basis der Wirtschaft. Während der sowjetrussische Staat durch Amerika nach wie vor nicht anerkannt bleibt, dehnt sich der Handelsverkehr zwischen beiden Ländern von Monat zu Monat immer mehr aus. Festzustellen dabei ist, daß die, Festigung der russisch-amerikanischen Jndustriebeziehun- gen oft auf Kosten Deutschlands geschieht. So haben die Russen neuerdings in Amerika einen Posten von Papiermaschinen , bestellt, die sie sonst bei uns zu beziehen pflegten. In der ersten Jahreshälfte 1928 hat Rußland m Deutschland Papiermaschinen im Gewicht van 2888 Tonnen gekauft, was fast ein Drittel der deutschen Gesamtausfuhr (8759 T.) ausmacht. Auch auf dem Gebiete der Farbstoffindustne, auf der Deutschland nach wie vor konkurrenzlos ist, macht Ruhland eine deutliche Schwenkung in der Richtung nach Amerika. Diese Beispiele sind typisch. Ihre Anzahl könnte beliebig vergrößert werden. Immer deutlicher wird ln Rußland die Neigung, Aufträge anstatt an deutsche oder überhaupt europäische Industrien an Amerika zu geben.
-M LS o &Ä unter günstigeren Bedingungen als mit Deutschland oder anderen europäischen Ländern ab? Die Antwort auf diese Frage ist ganz wo anders zu suchen, nämlich auf dem politischen Gebiet. Rußland ist daran interessiert, die Kette, die England und Frankreich um das Sowjetreich gelegt haben, zu durchbrechen. In äußerst geschickter Weise nutzt Moskau die Gegensätze aus, die zwischen Ame- rika und der Entente akut geworden sind. Und da auf diplomatischem Wege mit Washington bis jetzt nichts anzufangen war, ging Rußland dazu über, der amerikanischen Industrie eine Reihe von Vergünstigungen einzuräumen, und dies nicht nur wegen der ungeheuren Stärke dieser Industrie, sondern gerade in richtiger Erkenntnis des ungeheuren Einflußes, den diese Industrie auf die amerikanische Regierung ausübt.
Die Erfolge dieser Taktik sind nicht ausgeblieben. Bis vor kurzem hat das, amerikanische Staatsdepartement es sorgfältig vermieden, irgendwelche Handlungen vorzunehmen, die als Anerkennung Sowjetrußlands gedeutet werden konnten. Washington unterstrich stets, daß sämtliche Geschäfte der amerikanischen Bürger mit Rußland rein privater Natur seien, auf privates Risiko geschehen und die amerikanische Regierung gar nichts angehen. Jedesmal, wo es versucht wurde, die Sanktion oder gar die Unterstützung der amerikanischen Regierung zu erlangen, scheiterten diese Bemühungen an der ' anscheinend kompromißlosen Haltung des Staatsdepartements. So war es bez dem kürzlich abgeschlossenen Harriman-Vertrag, der beinahe an der unterstrichenen Neutralität der amerikanischen Regierung scheiterte. Und so war es vor einigen Monaten bei dem sogenannten Goldbarren-Zwischenfall, als Washington sich weigerte, das Sowjetgold in Verwahrung zu nehmen, das als Pfand für die russisch-amerikanischen Kreditoperationen von Moskau freiwillig hinterlegt wurde. Aber diese starre, rein formale Haltung Washingtons war zu einem großen Teil doch eine Fiktion. Außerdem war sie nicht ganz logisch, was auch recht bald zugegeben wurde. Neuerdings hat nämlich „Newyork Herold" als eine große Sensation die Nachricht verkünden können, daß zwischen der Sowjetregierung und der General Electric Co. ein Abkommen geschlossen wurde, das zum ersten Mal die Zustimmung des amerikanischen Staatsdepartements gefunden hat. In diesem Abkommen erklärt sich die Sowjetregierung bereit, in Verhandlungen über die Rückgabe des in Rußland nach der Revolution beschlagnahmten Eigentums mit der General Electric Co. zu treten. Gleichzeitig hat diese große amerikanische
Die betttise Kummer umfaßt 12 Gerten