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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM.l.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag as, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg- im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Psg.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand lür beide Teile ist Hanau. < Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.v / Fernspr. 3956, 3957,3958

18, Ottobe« 1928

Das âtuelit

Bei der Eröffnung der (Erweiterungsbauten der Kavallerieschule Hannover wurde eine Kund­gebung des Reichspräsidenten verlesen.

Dr. Eckener beabsichtigt mit «Graf Zeppe­lin" in der ersten Hälfte der nächsten Woche eine zweitägige Lustreise über die vereinigten Staaken zu unternehmen. Unmittelbar anschließend soll die Rundfahrt nach Deutschland angetreten werden.

Ulan nimmt an, daß der 13. November für Beginn des Reichstagsplenums bestimmt werden wird.

Der Generalagent für die deutschen Repa- ratisnszahlungen, Parker Gilbert, ist in der letzten Woche in London eingekrofsen und hat das Wochen­ende bei Winston Churchill auf dessen Landsitz in der Nähe von Westerham verbracht. '

Der englische Flieger Macdonald ist gestern in Harbour Grace in einem Molh-Flugzeug zu einem Flug nach England aufgestiegen.

LtnseASvte SsrnemoSMOe Läge

Berlin, 17. Off. Die Besprechungen unter den Regierungsparteien im Reiche scheinen in Fluß zu kommen. Reichskanzler Herman n Müller wird in den nächsten Tagen eine Aussprache mit dem Zenirumsführer Stegerro ald über die außenpolitische und innenpolitische Lage haben. Man nimmt in parlamentarisch en Kreisen an, -daß hierbei auch die Frage einer Festlegung der jetzigen Losen Regicrun gzkoalition im Reiche zur Sprache kommen wird. Damit würden die großen innerpolilischen Auseinandersetzungen ihren Anfang nehmen.

Bv. OMsttSVs weètsvs

Newyork, 17. Okt. Dr. Eckener plant vor der Rückkehr, die in etwa zehn Tagen erfolgen soll, die Städte Pittsburgh, Akron, Detroit und wenn mög­lich auch noch Chicago zu.besuchen. Kapitän Leh­mann hat über die Aussichten der Rückfahrt geäußert, daß man bei günstigem Wind damit rechnen könne, die Heimreise in drei Tagen durchzuführen.

Newyork, 17. Ott. Blättermeldungen zufolge er«

Die Aussichten sind aber vorderhand sehr schlecht. Zentrum und Deukfche Volkspartei werden dem Reichskanzler die Frage vorlegen, wie er sich zum Panzerkreuzer zu stellen beabsichtigt. Wie bekannt, hat Wels einen Antrag auf Einstellung des Panzer­kreuzerbaues angekündigt. Beschließt die sozialdemo­kratische Fraktionssihung diesen Antrag, dann sind große Schwierigkeiten sicher. Vor allem wird es dann dem Reichskanzler nicht gelingen, sein Kabinett unter Bindung an die Parteien auf breitere Grund, läge zu stellen. Es liegen dann nur zwei Möglich­keiten vor: Entweder läßt- sich der hilflose Reichstag diese Regierung weitergefallen und wartet bessere Zeiten ab, weil jetzt keine Möglichkeiten gegeben sind, einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden, oder es kommt zu einer schweren Regierungskrise, deren Ausgang zunächst überhaupt nicht zu über- sehen ist, schließlich aber wohl in einer Reichstags- auflösung zu vermuten sein wird.

W MhveBkrrass frei HKW

Berlin, 17. Okt. Nachdem die demokratische Reichstagsfraktion Ende vergangener Woche eine M am

gen stattgefunden, geschlossen werden lägen wird von schweigen bewahrt, ten der einzelnen geworden.

die am heutigen Mittwoch ab­sollten. Ueber die Vorverhand- den beteiligten Stellen Still« Immerhin sind über die Absich- Gruppen Einzelheiten bekannt

desGraf Zeppelin" habe gezeigt, daß für einen regulären Transatkantik-Lustverkehr schnellere Luftschiffe und ein stärkerer Stoff für die Stabili- sierungsflächen und das Heck der Luftschiffe er­forderlich seien .Dr. Eckener sprach die Ansicht aus. daß, wenn das nötige Kapital von 14 Millionen Dollar zum Bau von vier Zeppelinen und zwei Flugzeughallen aufgebracht werden könne, der re­guläre Luftverkehr in drei oder vier Jahren ein­gerichtet werden könnte.

London, 18. Ott. Wie die Blätter aus New York melden hat Dr. Eckener die Absicht bei den geplanten Flug über die vereinigten Staaten soviel Passagiere wie möglich mitzunehmen. Ulan wird zwei Tage über dem Gebiet zwischen Newyork und Detroit kreuzen. Dr. Eckener beabsichtigt diese Lufl- reise in der ersten Hälfte der nächsten Woche zu unternehmen und hofft unmittelbar danach nach Deutschland zurückkehren zu können. Als Termin wird der 28 und 29. Oktober genannt. Sollte das Wetter noch so schlecht sein wie heute würde man eine südlichere Roule einschlagen.

Während seines Aufenthaltes in Amerika wird Dr. Eckener Besprechungen mit amerikanischen Kapitalisten haben. Es handelt sich um Gewährung von Krediten. Von den 14 Millionen Dollar die genannt werden, sollen 8 zum Bau von vier neuen noch größeren Luftschiffen und die übrigen sechs zum Bau von Flughäfen Verwendung finden. Ulan glaubt, daß der regelmäßige transatlantische Flug­verkehr von Passagieren nur gering sein werde, es fei auch vorteilhafter Briefe zu 50 Eks. (2 Mark) cis Passagiere für 3000 Dollar zu befördern.

Die VsfchÄd srms desGvaf IsvpMrr"

Ueber den Flug nach den Bereinigten Staaten führte Dr. Eckener Pressevertretern gegenüber aus, daß er, wenn nicht der Schaden an der Stabilisie­rungsfläche dazu gekommen wäre, noch am Sonn« rag nachmittag in Amerika hätte landen können. Melleicht wäre der Schaden dadurch entstanden, daß ^che teere Konservenbüchse aus der Küche durch das Fenster geworfen worden sei. Diese Büchse habe die Außenhaut am Heck gestreift und ein kleines Loch gerissen, das der Wind nachher vergrößert habe; doch würden, so betonte Dr. Eckener, solche Zwischenfälle durch die Anbringung von stärkeren Außenhäuten in Zukunft nicht wieder vorkommen. Das Metallgerippe des Luftschiffs habe jedoch, wie «ine Untersuchung nach der Reise ergeben habe, in allen Teilen die Fahrt auf das Beste überstanden, trotz der schweren Hngelstürme, durch die das Luft- schifs sich durchkämpfen mußte. Wenn auch die Hagelkörner sich äuf dem Gerippe festgesetzt und da­durch bas Gewicht erhöht hätten, seien doch dadurch keinerlei Folgen zu spüren gewesen.

Bankett fite die TeiMehmev dev IevveUn-FahvL

Newyork, 17. Okt. Zu Ehren der Teilnehmer der Fahrt desGraf Zeppelin" veranstaltete der New- Yorker Adoertising Club in seinem geräumigen Heim ein großes Bankett. Vertreter der Bundes­

mürgigen Donnerstag die eichsiagsfra D e u t f ch n a t i o n a f e n Volkspartei in Berlin zu einer Sitzung zusammen. Diese Frak­tionssitzung dient der Aussprache über die außen- und innenpolitischen Fragen. Am Samstag wird der Partcivorstand der Deutschnationalen Volks­partei gufammertreten und am Sonntag findet dann die Tagung der Partcivertretung der Deutsch­nationalen Volkspartei statt.

Dieser Sitzung der deutschnationalen Parteiver tretung wird in politischen Kreisen großes Inte­resse entgegengebracht, erwartet man doch, daß es bei dieser Sitzung zu der großen Auseinan­dersetzungen zwischen den verschiede­nen Richtungen in der Deutschnationalen Volkspartei kommen wird. Im Vordergrund der Verhandlungen wird zweifellos die Führer- frage stehen. Zwischen den Vertretern der ver­schiedenen Richtungen in der Deutschnationalen Volkspartei, die um die Macht innerhalb der Par­tei ringen, haben in der letzten Zeit VerhanÄlun-

on der

marine, der Bundesarmee und sonstiger Staats­behörden sowie hervorragende Reklamefachleute, betonten die epochale Bedeutung des -Zeppelin- Fluges und die durch ihn eröffneten Zukunftsaus­sichten hinsichtlich der Einleitung einer neuen Aera des transatlantischen Reiseverkehrs, wobei Deutschland und Amerika eng zusammenarbeiten würden. Durch den Zeppelinflug würden Deutsch­land und Amerika nächste Nachbarn. Der Präsident des Klubs, Gilbert Hock, gab der Freude in den Kreisen des Klubs Ausdruck, so bald nach der Begrüßung derVremen"-Helden die Zeppelin- Helden empfangen zu dürfen.Graf Zeppelin" fei nicht nur ein Friedensschiff, sondern das erste Luft­passagierschiff. Konteradmiral Moffett gab dem Interesse und der Bewunderung der Marine für Eckeners Leistung Ausdruck. Die deutschen Redner, Generalkonsul v. Lewinski. Ministerialdirigent Brandenburg, Dr. Eckener und Kapitän Lehmann dankten für den überwältigenden Empfang. Dr. Eckener schloß mit de mRuf: Auf Wiedersehen beim nächsten Kongreß der Reklamefachleute in Berlin. Ministerialdirigent Brandenburg be­tonte die Freude, daß die Deutschen für die Sache desGoodwill" einen so würdigen Vertreter wie Eckener hätten. Als Vertreter der Reichsregierung sprach Ministerialdirigent Brandenburg der Stadt Newyork und dem Klub den Dank für den wunder­vollen Empfang, der ihn überwältigt hätte, aus. Er hoffe, daß die ihnen entgegengebrachte große Herzlichkeit dazu beitragen werde, die Freundschaft zwischen Amerika und Deutschland immer weiter zu Ordern und so zu gestalten, daß sie der Freund- chaft und dem Frieden der Welt diene. Com- nander Rosendahl betonte die ihm in Deutsch­land bewiesene Gastfreundschaft.

Kevwahlstt zu den GLtuerudLdevtvsiuttgeu

Berlin, 17. Okt. Der Landtag hat bekanntlich _ schlossen, daß die allgemeinen Neuwahlen zu den Gemeindevertretungen in den Städten und Land-

be-

gemeinden und Amtsvertretungen in der Rhein­provinz erst in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. De-

Von gewisser Hugenberg nahestehender Seite wird es so bargeftellt, als ob die gegen die bisherige Parteiführung gerichtete Kandidatur Hugenbergs sich bereits durchgefstzt hätte und 18 von den 45 Landesverbänden sich auf diese Kandidatur bereits geeinigt hätten. Ob diese Darstellung zutrifft, läßt sich heute noch nicht sagen. Jedenfalls ist an partei­offiziöser Stelle in Berlin von derartigen Be­schlüssen der Landesorganisationen noch nichts be­kannt. Wie wir hören, gehen Bestrebungen inner­halb dec deutschnationalen Partei dahin, für die Parteiführung ein Triumvirat zu errichten, das aus Graf Westarp, Hugenberg und Schlange-Schö­ningen bestehen soll Wieweit sich diese Bestrebun­gen durchgesetzen, läßt sich ebenfalls heute noch nicht übersehen.

ZMammsttivW des RÄchs- , isss am 13. IwvZmdsv

Berlin, 17. Okt. Die Annahme, daß der Reichs­tag etwa um den 12. November wieder zufammen- frekn wird, bestätigt sich. wenn auch endgültige Vereinbarungen über den Termin noch Vorbehalten sind. Da der 12. November ein Montag ist, der als (Eröffnungstermin nicht beliebt ist, nimmt Präsident Löbe an, daß der Dienstag, der 13. November, für den Beginn des Reichstagsplenums bestimmt wer­den wird. Als Beratungsstoff ist zunächst an eine außenpolitische Debatte über die Genfer Verhand­lungen gedacht. Daran könnte sich die Aussprache über den schon vorliegenden kommunistischen An­trag sowie den noch zu erwartenden Antrag der Sozialdemokraten gegen die Fortführung des'Pan- zerkreuzerbaues anschließen.

Neben belanglosen Beratungsgegenständen wird den Reichstag die erste Beratung des Etats für 1929 beschäftigen. Der Etat dürfte etwa gegen Ende November dem Reichstag zugehen. Außerdem soll vor der Weihnachtspause noch das Gesetz über die Erweiterung der Unfallversicherung auf Kranken­häuser, Feuerwehren usw. erledigt werden.

zember 1929, und zwar zusammen mit den allge­meinen Neuwahlen zu den Provinziallandtagen und Kreistagen stattzufinden haben. Es finden daher in diesem Jahre keine allgemeinen Neuwahlen statt.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einem längeren Runderlaß des preußischen Ministers des Innern entnimmt, sind neu zu wählen also lediglich die Gemeindevertretungen der aus Anlaß der Auf­lösung der Gutsbezirke oder dur^ die Vereinigung (Zusammenlegung) mehrerer Gemeinden neugebild. Gemeinden. Als Wahltag für die Neuwahlen dieser Gemeindevertretungen ersucht der Minister die kom­missarischen Gemeindevorsteher, zu veranlassen, ein­heitlich den 2. Dezember 1928 festzusetzen. Ebenso soll darauf hingewirkt werden, daß am gleichen Tage die Wahlen zu den Gemeindevertretungen stattfinden, welche dadurch notwendig werden, daß infolge der Erhöhung der Einwohnerzahl c' Ge­meindevertretung an die Stelle der Gemeindever­sammlung zu treten hat.

Versuch und Sivaken im Nmsen GwâsM

Berlin, 17. Okt. Der Strafrechtsousichuß des Reichstages nahm in der heutigen Beratung zu­nächst die Bestimmung über den Notstand (Para­graph 25) und den vierten Abschnitt des allgemei-- nen Teils, der von der Teilnahme handelt, unver­ändert an. Bei der Beratung des dritten Abschnitts entspann sich eine längere Auseinandersetzung um die Fassung der Einzelbestimmungen über den Ver­such. Nachdem Ministerialdirektor Dr. Bumke ein- gehend die Fortschritte bés Entwurfes gegenüber dem geltenden Zustand dargelegt und besonders betont hatte, daß der Richter künftig in Füllen absolut untauglichen Versuchs von Strafe absehen könne, wurden die entsprechenden Paragraphen der Vorlage ebenfalls unverändert angenommen.

Bei der Beratung des fünften Abschnitts, Strafen, beantragte der kommunistische Vertreter, die Ueberschrift durch den Titel «soziale Maß­nahmen" zu ersetzen. Der agitatorische Antrag fand aber selbst bei den Sozialdemokraten keinen Bei­fall. Die Beratung der Todesstrafe im fünften Ab» fchnitt wurde zurückgestellt. Weiterberatung morgen.

vvobleme dev LMndevhâenvoiMk Die europäische Oeffentlichkeit hat ihre Auf­merksamkeit, nachdem die großen Tagungen in Senf zu Ende gegangen sind, wieder etwas mehr von den Problemen abgewandt, die dort in dem Mittelpubkt des Interesses gestanden haben, und doch ist aller Anlaß gegeben, sich mit der Entwicklung, namentlich der Minder- Hsitenpolitik, eingehend zu beschäftigen. Diese Entwicklung steht leider unter dem Zeichen einer weiteren Verschärfung, die einmal ge­kennzeichnet wird durch das Versagen des Völ- kerbundes in Sachen Oberschlesien und zum an­deren durch die Vernichtungspolitik, die die Polen in Oberschlesien aufs neue mit allem Nachdruck wieder ausgenommen haben.

Der Völkerbundsrat hat auch diesmal seine Tagung nicht abgeschlossen, ohne wieder einen Kardinalfehler in der Behandlung von Min- derheiten-Streitsachen zu begehen. Er hat die Erledigung der Beschwerde, die der Deutsche Volksbund in Kattowitz wegen unberechtigter Schließung von Minderheitenschulen in Pol­nisch-Oberschlesien unterbreitet hatte, bis zur nächsten Tagung des Völkerbundsrates auf­geschoben, ohne und das ist das Entschei­dende dafür Sorge zu tragen, daß die ent­stehende Pause von den Polen nicht dazu be­nutzt wird, den Völkerbund vorvollendete Tat­sachen" zu stellen. Die Entwicklung, die die Verhältnisse in Polnisch-Oberschlesien inzwi­schen genommen haben, hat nur zu deutlich gezeigt, wie berechtigt der Antrag des beut« scheu Vertreters war, der verlangte, daß eine provisorische Regelung getroffen werde. Die Polen gehen jetzt aufs neue mit aller Schärfe vor, schließen Minderheitsschulen, wann und wo es ihnen beliebt, entlassen deutsche Lehr­personen, ohne daß irgendeine Berechtigung zu solchen Schritten besteht.

Man soll bei der Behandlung der ober­schlesischen Frage auch keinen Augenblick ver­gessen, daß es sich dabei nicht etwa um ein Problem von rein lokaler Bedeutung handelt, sondern dessen eingedenk sein, daß die Insti­tution des Minderheitenschutzes in Oberschle- sien im Rahmen des internationalen Minder- Heitenrechtes eine maßgebende Stellung ekn- nimmt. Das Genfer Abkommen über Ober- schlssisn, das die Magna Charta des Minder­heitenrechts in Oberschlesien darstellt, ist ein internationaler Vertrag, der unter Mitwir­kung des Völkerbundes zustande gekommen ist und der. da er sich als der jüngste der ein­schlägigen Pakfe darstellt und im Gegensatz zu den Minderheitenschutzverträgen der Jahre 1918 19 eine bis ins einzelne gehende Regelung der Materie bringt, mit Recht als die maß­gebliche Auslegung der europäischen Minder- Hsiten-Schutzvertrage angesehen wird. Erleidet hier die Idee des Minderheitenrechts eine Nie­derlage, und sei es auch nur in einem schein­bar kleinen, für uns allerdings wichtigen Teil­gebiete, so bedeutet dies gleichzeitig einen Schlag gegen die Gesamtinstitutionen des inter­nationalen Minderheitenrechtes überhaupt.

Das wissen die Gegner nur zu genau und des­halb finden die Polen Unterstützung bei den­jenigen Staaten, die das Minderheitenrecht ab­lehnen bzw. trotz formeller Anerkennung in Wirklichkeit bekämpfen. Den Beweis dafür Hal auch die letzte Völkerbundstagung wieder ein­mal erbracht.

Einen zuverlässigen Bundesgenossen haben die Polen und überhaupt die Feinde des Min­derheitenrechts in Rumänien erhalten, das namentlich auf dem Gebiete der systematischen Vernichtung der Minderheite.n-Intelligenz tat­sächlich das praktisch irgendwie Erreichbare leistet. Kennzeichnend ist hier das Ergebnis der jüngsten Bakkalaurentsprüfungen am Pum- nul-Gymnasium in-Czernowitz, wo von 41 deutschen Kandidaten nur 11 die Prüfung be­standen. Unter dem Gesichtspunkt der großen Linie der rumänischen Minderheitenpolitik ins­gesamt bedeuten die Beratungen, die innerhalb des rumänischen Kabinetts über die Schaffung eines Minoritäten-Statuts stattfanden, bis jetzt nur eine Farce, zumal die bekanntgewordenen Einzelheiten der Besprechungen keineswegs er­kennen lassen, daß ein ernster Wille zur bal-

Me beutks- Stammes umfaßt

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