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Mittwoch den tO. Oktober 1928
Kr. 239
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Zum 200. Geburtstag eines Originals.
Wie bunt und vielgestaltig ist doch die Komparserie der Weltgeschichte! Helden und Abenteurer, Ritter und Briganten, Idealisten und Schurken, Giftmischer und Betrüger, große und kleine Akteure, große und kleine Seelen, alle Spielarten menschlicher Veranlagung und Eigenschaften begleiten ihren Zug durch die Jahrhunderte und Jahrtausende, und oft sind die Statisten und Handlanger fesselndere Figuren als die Träger der ganz großen Rollen, die im hellen Rampenlicht des Welttheaters standen! In dieser Galerie, wo man nach Originalen nicht vergebens zu suchen braucht, steht eine ganz merkwürdige Figur, der Chevalier d'Eon-Veaumont, eine Persönlichkeit, die in seltenem Maß die an Skandalgeschichten wahrlich nicht arme Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beschäftigte. Und es waren nicht feine Taten, die die Aufmerksamkeit der breiten Oeffentlichkeit auf ihn lenken; die ganze Welt stritt sich darum, ob dieser Ritter d'Eon Mann oder Weib sei. Das Abenteuerliche an ihm hat Bülau treffend zusammepgefaßt: „Daß ein Mann, der bis zum Alter von 43 Jahren eben als Mann und Ritter gegolten, der bis dahin der Reihe nach als Doktor der Rechte, Parlamentsadvokat, Zensor schöngeistiger Schriften, diplomatischer Agent, Ordensritter vom heiligen Ludwig, Dragonerkapitän, Ge- sandtschaftssekretär, und während einiger Monate provisorisch als Stellvertreter des bevollmächtigten Ministers der Krone Frankreichs am Londoner Hof fungiert, der während des Siebenjährigen Krieges den Degen nicht ohne Auszeichnung geführt hatte, der sich gleich jedem anderen Dragoner rasierte und, wie sich Beaumarchais ausdrückt, soff, rauchte und fluchte, gerade wie ein deutscher Bedienter, daß ein solcher Mann auf den eigenen Einfall geraten oder einer fremden Zumutung Gehör geben konnte, als ein reifer Fünfziger das Dragonerhabit abzulegen und sich 1778 zu Versailles in Rock und Haube zu präsentieren, welche die so travestierte Chevalier« d'Eon von da an bis zu ihrem Tode trug." Beaumarchais glaubte, wie übrigens die meisten feiner Landleute, fest, daß der verkappte Dagoner ein Weib fei, und er war es, der dem Ritter im Jahre 1775 im Namen und Auftrag Ludwigs XVI. das Versprechen abnahm, sich öffentlich als Weib zu bekennen und demzufolge Weiberkleider anzutun. Ludw'g XVI, der in Dingen der Moral alles andere als weitherzig war, würde kaum je einen solchen Befehl erteilt haben, wenn er nicht ielbst zutiefst davon überzeugt gewesen wäre, daß Üe gute Sitte diese merkwürdige Verwandlung des Ritters d'Eon erfordert.
Merkwürdig wie diese Metamorphose ist der ganze Lebenslauf des Ritters d'Eon, dessen Geburtstag — für gewissenhafte Chronisten sei dies hier nebenbei^ angemerkt — sich am 5. Oktober zum 200. Male jährt. Sein Vater, ein Gerichtsrat im Burgundischen, erzog den Jungen — der im Kirchenbuch mit drei weiblichen und drei männlichen Vornamen verzeichnet steht — für den Beruf des Juristen. Der Junge d'Eon wurde Parlamentsadvokat und verstand es, durch politische Schriften höheren Ortes aufmerks-amkeit zu erregen. Neun- undzwanzigjährig wurde er in diplomatischer Mis- sion nach Rußland geschickt, wo er sich durchaus bewahrter AIs er 1757 die Nachricht nach Versailles bringen konnte, daß die Zarin Elisabeth dem österreichisch-schwedisch-französischen Bund gegen Preußen beigetreten sei, echi^lt er reiche Belohnung und ein Patent als Dragonerleutnant. Im Jahre' 1761 zog er als Adjutant des Marschalls Broglie ins tyelb, wo er sich als tapferer Soldat bewährte und verwundet wurde. Nach Friedensschluß ging er mit dem Herzog von Nivernais nach London, wo er zunächst als Gesandtschaftssekretär fungierte, insgeheim aber mit dem König korrespondierte, wie er überhaupt die Seele der Gesandtschaft war. Als Nivernais London verließ, vertrat er den Botschafter als bevollmächtigter Minister und wurde für seine Verdienste mit dem Ludwigkreuz dekoriert Aber das Blatt wendete sich, als ein neuer Bot- Ichaster, der Graf de Guerchy, nach London kam und d'Eon wieder in die untergeordnete Stel- ^ung eines Gesandtschaftssekretärs zurücktreten sollte. Nun fetzte zwischen den beiden Männern ein mit allen Mitteln der Intrige geführter Kampf ein, der solchen Staub aufwirbelte, daß die französische Regierung d'Eon zurückberief und ihm, der London zu verlassen sich weigerte sämtliche Befugnisse entzog. D'Eon rächte sich durch die Veröffentlichung amtlicher und privatex Schreiben, was den Skandal noch vergrößerte und der französischen Regierung den Gedanken eingab d Eon in die Bastille zu setzen. Ludwig XV. selbst war es, der seinen Vertrauten zur Vorsicht mahnen ließ und ihm eine jährliche Pension von zwölftausend Livres auf Lebenszeit aussetzte.
In den siebziger Jahren verbreitete sich das Gerücht, daß der Mann, dessen Name in aller Munde war, in Wirklichkeit ein Weib sei. Diese Frage wurde sogar die Veranlassung unzähliger Wetten und Prozesse, wobei die Franzosen meistens auf das weibliche, die Engländer auf das männliche Geschlecht des Rttters setzten. Der Dielumstrittene selbst tat nicht das geringste, um das Rätsel zu lösen; als er nach Frankreich zurückkehrte
und in Mannestracht am Hofe erschien, fügte er sich sofort in das Gebot, weibliche Kleidung anzulegen, und als er nach der Revolution nach England gmg, als Emigrant seine Pension verlor und aus Rot seine Bibliothek und sonstigen Habseligkeiten verkaufen muhte, gab er in weiblicher Tracht als Fechtmeister Stunden. Erst die Totenschau bat Klarheit geschaffen und ergeben, daß d'Eon ein Mann gewesen war. Es versteht sich, daß es an Deutungen dieser merkwürdigen und wohl einzig dastehenden Verwandlung nicht gefehlt hat. Eine unbedingt zuverlässige hat man bis auf den heutigen Tag nicht gefunden. Eine Lesart, die neuerdings wieder als wahrscheinlich bezeichnet wird, ist die, daß d'Eon eines Tages von König Georg III. von England bei der Königin überrascht worden sei, und daß sich der König nur durch die Versicherung eines Arztes habe beruhigen lassen, d'Eon sei in Wirklichkeit ein Weib. Der König von Frankreich habe daraufhin mit Rücksicht auf die Ehre des engsischen Königshauses seinen bevollmächtigten Minister gezwungen, diese Ausrede durch sein äußeres Auftreten zu bekräftigen. Es wird sogar behauptet, daß der Ritter der wirkliche Vater des späteren Georg IV. gewesen sei. Abgesehen von anderen Einwänden, die sich hiergegen anführen lassen, fällt es schwer zu glauben, daß ein Mann um eines solchen Grundes willen dreißig Jahre seines Lebens eine seiner Vergangenheit so unwürdige Rolle zu spielen bereit gewesen sein sollte. Wahrscheinlicher, jedoch auch nicht unbedingt überzeugend , ist ein andere Leseart, die sich auf den Streit zwischen d'Eon und dem Gesandten Guerchy bezieht. Die beiden Männer hatten sch schließlich derartig verfeindet, daß ein Duell unausbleiblich erschien. Der junge GueTcfg hatte öffentlich erklärt, er werde den seinem Vater angetanen Schimpf rächen; andererseits war d'Eon ein höchst gefürchteter Duellgegner. Der König nun, der dem Ritter seine Dankbarkeit für bewiesene Dienste bewahrt hatte, und der andererseits die Familie seines Gesandten überaus hoch schätzte, soll nun um einen schlimmen Ausgang zu verhüten, d'Eon dazu gebracht haben, daß er sich für den Rest seines Lebens in Weiberröcke steckte. Auf diesen seltsamen Ausweg sei der König durch den Umstand gekommen, daß d'Eon, der als junger Mann einer hübschen Frau nicht unähnlich sah, auf seiner Mission nach Rußland bei der Zarin, als Vorleserin verkleidet, Eingang fand und diese Rolle meisterhaft spielte.
So glänzend und erfolgreich das Leben des Ritters gewesen war, so traurig war sein Ende. Dank der Unterstützung einiger Freunde konnte der durch die Revolution völlig mittellos gewordene mehr schlecht als recht sein Leben fristen; am 21. Mai 1810 ist er in London gestorben.
zehn Monaten war ich verheiratet. Meine Frau, die mir glücklich unser einziges Töchterchen geschenkt hatte, erholte sich bei ihren Eltern im Schwarzwald. Ich selbst bewohnte in einer engen Gasse der Altstadt ein möbliertes Zimmer, und di« Alte, die mir die Wirtschaft besorgte, schlief nicht in dem gleichen Hause. Es war schon ein Elend! Die wurmstichigen Möbel knarrten unaufhörlich, und mein Ohr vernahm des Nachts in einem fort Nagen und Bohren. Es war mir unmöglich zu schlafen.
Noch heute weiß ich nicht, obüch döste oder aber ob das alles bei vollem Bewußtsein meinerseits geschah! Jedenfalls lag ich mit offenen Augen da! Mars nun Traum oder Wirklichkeit? Tiefe Nacht bedeckte die Gardinen meines Fensters. Es mochte wohl in der ersten Stunde des Morgens sein! Da hörte ich Schritte, die zu mir die Treppe herauf kamen.
Sofort hatte ich das unerklärRche, aber unabweisbare Gefühl, daß diese zögernden, schweren, tastenden Schritte plötzlich vor meinem Zimmer Halt machen müßten! Es war wie ein Fatum!
Wie selbstverstärchlich ertönte die Klingel, sprang mit beiden Füßen gleichzeitig aus Bette und rief: „Wer ist denn da?"
„Wohnt hier Herr Wohl?" tönte es mir
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Telephon 1.
rannte, als .as Telephon ihn aus Schlummer ; Ire* 'm aeschreut hatte.
Allmählich beruhigte er sich, wurde ihm bos1 Weiß der langen Korridore mit dem nächtlich dämpften Licht eine Suggestion von Tröstung, 1 einem kindlichen Hoffnungsgefühl — denn es kein Recht auf Hoffnung mehr — folgte er b« | stillen Schwester in dem weißen Kittel.
Die schmale Gestalt blieb von einer der stummen Türen stehen. Das Gesicht, hell und blond, wissender Güte, war wie eine Krönung bu:::. reinen, weißen Stille. „Er ist noch ohne Bewußt sein", sagte sie, „wenn er erwacht und klar iß dürfen wir hoffen."
Sie öffnete leise die Tür. Er trat ein und [aj auf dem beruhigenden Weiß der Kissen das @e, sicht seines Knaben, schimmernd, totenähnlich unb neben ihm sitzend, dunkel über das Knabengesich gebeugt, den Kopf seiner Frau.
Sie sah ihn an und erhob warnend die Hand. Ihr Antlitz, übernächtigt und vergrämt, trug einen so tiefen Ausdruck der Sorge, daß es ihm faß fremd erschien. Denn das Gesicht, das in sein« Erinnerung lebte, seit der Trennung vor Monaten, es zeigte einen in der Abwehr versteinerten Menschen. Einer Abwehr, an der er sich blutig gh stoßen, immer und immer wieder, mit immer neu«
Dev stumme LVScktev
Skizze von Edward Brandt.
Zusammen mit meinem Kollegen Wohl hatte ich unseren gewöhnten Herbstausflug nach Bergen über dem Main gemacht. Als wir auf dem Rückwege die Bornheimerheide, auf der die großen Krankenhäuser stehen, erreicht hatten, war es Nacht.
Plötzlich machte Wohl Halt und zündete sich eine Zigarette an. Achtlos warf er das Zündholz zwischen die beiden Flügel eines schmiedeeisernen Gartentores, das den Zugang in eine finstere Aueè abschloß. Da kam ein leiser Schrei der Ueber- raschung von seinen Lippen, wie ihn wohl ein Mensch ausstößt, der unerwartet anstatt mit einer kalten Türklinke mit etwas Warmem und Lebendigem in Berührung gekommen ist.
Auch ich streckte unwillkürlich die Hand aus. Heißer Atem strich über sie hin . . . Bei näherem Zusehen gewahrten wir beide einen großen Hund, der sich scheu an das Gitter kauerte.
Das Tier beobachtete uns mit aufmerksamen Blicken. Ohne Feindseligkeit aber auch ohne Zutrauen schien es sich seiner Kraft bewußt zu sein. Dabei kam nicht der leiseste Laut zwischen seinen Zähnen hervor. Er war ganz Würde und unheimliches Schweigen.
Lange betrachtete Wohl diesen Hund. Dann ließ er seine Blicke die nachtschwarze Allee hinunter schweifen, an deren Ende der matte Schimmer gedämpfter Lampen aus den Fenstern eines langgestreckten, schier unheimlichen Gebäudes fiel.
„Stimmt", sagte Wohl leise vor sich hin, „stimmt l"
Und nun wandte er sich an den Hund: „Noch immer hier, armer Kerl?"
gegen.
„Der bin ich selbst! Was wünschen Sie?"
„Ich habe dringend mit Ihnen zu reden! Bitte machen Sie auf! Ich ersuche Sie darum!"
Mechanisch, mehr als das, unter dem zwingenden Einfluß eines fremden Willens, gehorchte ich. — Vor mir stand ein katholischer Priester im weißen Haar.
„Verehrter Herr", begann der Akte, .entschuldigen Sie diesen meinen Hausfriedensbruch zu so ungewöhnlicher Stunde! Ich komme zu Fuß aus Bornheim. Ich habe mich beeilt, weil ich fürchte, der Tod könnt« schneller als meine alten Deine sein. Es ist die letzte Bitte einer Sterbenden, di« ich Ihnen überbringe!" —
Wohl blieb stehen. Er vermied meine Blicke und fuhr rasch fort: „Der Priester erzählte mir also die Geschichte eines armen Mädels, einer gewissen Maria! Du lieber Himmel, acht Jahre waren über meinem Jugendrausch dahin gegangen, und ich hatte lange in meinem Gedächtnis zu suchen. Aber endlich fiel es mir doch ein. Ich weitz nicht, ob auch Du sie gekannt hast? Wir Studenten nannten sie damals die golden« Maria, well so viel Glanz von ihrer Munterkeit und ihrem Blondhaar ausging! Sterbend hatte sie nach mir verlangt! Warum gerade nach mir? Ich weiß es heute noch nicht. Aber der Priester, dem sie ihre letzte Beichte abgelegt hatte, verzweifelte daran, chr den Frieden bringen zu können, darum hatte er nachgegeben und mich geholt!
Willenlos, in den Händen eines Höheren, machte ich mich fertig. An der nächsten Sttaßenkreuzung stießen wir ganz unverhofft, aber gerade, als ob das fein müßte, auf eine freie Droschke. Es war zwei Uhr in der Nacht. Wie im Traum fuhr ich an des Priesters Seite dahin, und endlich kamen wir an.
Vor dem Tor, das Du vorhin gesehen hast, mutzten wir klingeln. Der Ton der nur in die Ferne wirkenden elektrffchen Leitung traf unser Ohr nicht. Wir hatten lange zu warten, aber end- ^ich chewMe - «ine ZaGrne
Zeit zu Zeit tauchte deren heller Schein gespenstisch in dem schwarzen Schatten eines großen Hundes unter, der dem Manne, der uns führen sollte, voraus sprang.
Es war das stumme Tier, dem wir heut« begegnet sind.
Und ein Leichen bestellen öffnet« uns.
Er hob die Laterne, leuchtete uns in das sicht und sagte: „Eben ist sie gestorben!"
Der Priester schlug das Kreuz und warf _____ einen bittenden Blick zu. Ich folgte den beiden Männern. Und dieser große Hund, des Todes stummer Wächter, wich nicht von meinen Fersen, ununterbrochen fühlte meine Hand seinen heißen Atem!
mir
Wir gingen weiter. Da sagte Wohl: „
Laut von^sich zu geben! Er ist
,2er Hund vermag keinen
stumm!
„Wieso denn das?" fragte ich.
„Geheimrat Strobel hat ihm die Stimmbänder durchgeschnitten!"
„Geheimrat Strobel?"
„Der Direktor der Frauenklinik, vor deren Garten wir gerade standen!"
Und wie zu sich selbst gewandt, vollendet Wohl: „Damit er den Schlaf oder am^ den Todeskampf der Bewohner dieses Hauses durch sein Bellen nicht stört! ... In dieser Klinik habe ich eine der furchtbarsten Stunden meines Lebens verbracht!"
Unaufgefordert und im Gehen berichtete er weiter: „Es sind jetzt drei Jahre her! Seit acht-
So wandelten wir lautlos zu Dieven durch einen langen, fast dunklen Gang. An seinem äußersten Ende kamen wir vor ein« nur ongelehnte, gepolsterte Tür. Leichenbesteller und Priester schritten voraus. ’ /
Und ich sah eine lang ausgestreckte Frau mit offenem Munde, mit einem breiten, kahlen Streifen inmitten der gelichteten Haare, mit einem so voll- sländig veränderten Gesicht, daß ich die golden« Maria jener seligen Jahre nicht wieder erkannt habe!
Die Hand der Toten war noch warm, warm und schwer, als ob der Ewigkeit Gewicht« an ihr hingen!
Und diese Hand in der meinen haltend, habe ich jene unvergeßliche und unbegreifliche Stunde verbracht!"
Dev Lebenskveis
Skizze von Lisa Honrolh-Loewe.
seine Augen drang die Vorstellung von strahlenden, fast schmerzhaft strahlenden .. als er das Krankenhaus betrat. Aber das war nur der erste Gegensatz zu der schwärzesprühenden Rögennacht, durch die er atemlos
In einem Weiß,
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Mühe, neuem Versuche, bis er abließ und innerlij erstarb — gleich ihr.
Und noch, als er hierher gekommen, herrsch!, in seinem Inneren neben der glühenden Angst um sein Kind die Bitterkeit gegen Gertrude. In btt Entfernung schien ihm ihre Unversöhnhlichkeit dü schlimmer als sein Verschulden. Er rechnete er h — auf dem angstvollen Wege hierher — an, buj es nun so weit gekommen war, und getrennt oct ihm, sein Knabe hier lag und er nicht bei ihm sm konnte in der ersten schweren Stunde seiner plötz, lichen Erkrankung. Auch diesen Schmerz, ich Sorge um das ^nb, betrachtete er als eine Ech di« Gertrude für sich allein genommen und ihr vorenthalten hatte. Aber als er nun Gertrud
Gesicht sah, in unverhülltem Kummer ihm ziP wandt, da verstummte die aufgetürmte Bitter!«! Er nahm ihre leise erhobene Hand — wie warst - schmal geworden — und küßte sie. Da ging «W erstes Lächeln über das vom Schmerz ermatte Gesicht der Frau. „Gut, daß Du hier bist", saâ
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sie leise. Er fühlte, wie diese kurzen Worte» z den Monaten der Trennung und des Haffes Stef „ bindung schufen zwischen ihr und ihm. Er sahst dankbar an. Und dann, ohne ein Wort zu saW
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setzte «r sich ihr gegenüüber an die andere Seite!« Bettes und wartete und sah in das Gesicht sei« s tu Kindes, das in der Erstarrung des totenähnli^ E Schlafes unter dem verhüllenden Kopfverbch
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seltsam gereift aussah, um Jahre strenger it wissender.
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Plötzlich beugte Gertrude den Kopf über i» Kranken. Der Knabe öffnete dis Augen, mühsw schwer von Schmerz und Betäubung. Er sah & sich geneigt di« Gesichter der Eltern. Ein selig« g
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Staunen überglänzte seine Züge und gab ih« für Augenblicke die Kindlichkeit zurück.
„Vater", flüsterte er ganz leise, „hier bleib«! Und indessen er seine Augen schon wieder M griff er mit den heißen Händen suchend übel b Ws Decke. Gertrube und Georg, in gleichem'FW D ergriffen die fichenden Hände. Da .lächelt« Knabe nocheinmal und atmete im ruhiger weck' m den Schlafe.
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Wieder saßen sie still an den Seiten des weigs Lagers. Wieder war die Zeit wie lautlos und !« glaubten ihr eigenes Blut zu hören. Aber was $ ^, durch sie hindurch rauschte, was aus den heiß» Knabeyhänden pochte, von ihm zu den Daterhi» den und wieder zurück zu den Händen der Mut!« es war der Pulsschlag des eigenen Lebens, !« Rhythmus der Zukunft, die allein in diesem M | beschlossen lag. Der Mann erkannte die Nichtig k aller Mängel, aller Irrtümer. Nur Leben u» |
Tod hatten Bedeutung. Er fühlte den ßeb# kreis, in den er wie Gertrude eingeschlossen * von ihnen schöpferisch erweitert durch das Kind oü ihrem Blure. Sie konnten sich wohl beide einW in Abwehr und Unduldsamkeit abwenden ck diesem Lebenskreise, der sich über Geburt und T« in die Ewigkeit hinüber schwingt. Aber Georg er kannte in dieser Stunde, wie sie dann in Wahrp ein totes Leben führen mußten, wenn sie nun eW Irrtums willen jene heilige Dreieinigkeit brachen, die in Vater, Mutter und Kind beschloß
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Er blickte auf und sah in die Augen
Frau, die auf ihn gerichtet waren, rein, verwaWM vor der Todesangst mit Lebensdemut erfüllt. ki reichte er ihr seine freie Hand über das Bett M tot Kindes.
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Gefüllte Kohlrabi oder Sellerie. 4—6 M junge Kohlrabi werden geschält, in Hälften D . schnitten, ausgehöhlt und mit feingewiegten, dämpften Pilzen gefüllt, worauf man sie mit ter und einigen Löffeln Pflanzenbrühe ^^^^^ | langsam im Bratofen gar brät.
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