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Sabvsans

^im Stadt und Land

ÄAZOLWV für

Montag den

Kv. 232

8. Sttobes

1928

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Mr den halben Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2. ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im Reklameteil von SS mm Breite LZ R-Pfg. ^ Offertengebühr 50 R-Pfg.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. / Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. ErscheinungStage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. /Geschäftsffelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3957,3958

Das ilttttßt

Dem Berliner Rundfunk haben am Samstag

hie Kommunisten ein Schnippchen geschlagen: der ; sozialdemokratische Redakteur Schwarz, der einen : Vortrag halten sollte, wurde von Kommunisten in einem Auto entführt und der kommunistische Abge­ordnete Schulz hielt eine kcgnmunistische Propa- gandarede für das Volksbegehren.

Jlaä) dem am Samstag gefahten Beschluß

♦es preußischen Landtages finden die Kommunal­wahlen endgültig im Dezember 1929 statt.

/ Der Aufmarsch der Heimwehren und des Arbeikerschuhbundes in Wiener-Reustadt ist voll­kommen ruhig verlaufen.

In Berlin wurde dieIla" durch eine Rede

des Reichsverkehrsminislers eröffnet.

^ Der Andreas hofer-verein erläßt anläßlich !wer Ilalienisierung der uralten deutschen Familien­namen in Südtirol einen Protest an das Welt- Wewissen. Der Aufruf wendet sich an alle Außen- »Minister und bittet sie, für das unantastbare Olameus-. und Familienrecht der Südtiroler ein- zu treten.

i, 3m Gattenmordprozetz Treiber wurde der I Angeklagte freigesprochen.

MSMMtmaZwaWsN

EdHMM im Der. 1939

Der Vreußische Landtag erledigte am Samstag die zweite Lesung des Kommunatwahlenqefeßes Mrd verabschiedete die Vorlage anschließend auch patung. Das Gesetz fand

Linksvarwien und ein

nähme. Der erste kommunale Großwahltag wird Wnunmehr bis zum 31. Dezember 1929 durchgeführt Mein müssen. Listenverbindungen find verboten und MWahsicheine wieder aüsgefchaltet. Wie der 3nnen- Rwuifter erklärte, wird am 2. Dezember dieses M!ahres nur in einigen Kommunen, z. B. in den Wausgelösten Gutsbezirken, die selbständige Gemein- I den wurden, gewählt werden.

k ReMsNavießvsvstattd dss Zstsismms

Berlin, 7. Okt. Ueber die Sitzung des Partei-

des Zentrums, die am Samstag und W'Sonntag unter Vorsitz des Reichskanzlers a. D. Dr. £ Marx stattfand, wird folgender offizieller Be-

Micht ausgegeben:

In zweitägiger Aussprache hat sich her. Partei- ^norftanb des Zentrums mit Fragen der deutschen Politik und den besonderen Zielen der Zentrums- Partei beschäftigt. Ueber die grundsätzliche Haltung der Partei zu den nächsten innenpolitischen Auf­sgaben herrschte Uebereinstimmung. Die Wege der Zentrumspartei sind ihr durch Programm, Ueber- flieferung und Verantwortlichkeitsbewußtsein ge­genüber Volk und Volksstaat vorgezeichnet. In f diesem Sinne wird sie an die Lösung der bevor­stehenden politisch-parlamentarischen' Aufgaben Herangehen.

Die Ansprache über die innere Lage der Partei und ihre Organisation soll auf dem Parteitag fort­gesetzt werden, der am 8. und 9. Dezember in Düsseldorf stattfindet. Dem Parteitag vorauf geht eine Sitzung des Parteiausschusses und am 6. De« Zomber eine Sitzung des Partervorstandes.

Berlin, 7. Okt. Die Sozialdemokratie ist in der Bedrängnis, die ihr fast täglich durch das kommuni- stische Volksbegehren brre iet wird, als Abwehr- mittel m:eder einmal auf dasWaffenbündnis zwi- Wen Reichswehr und Sonyettußland" verfallen Der Abgeordnete Künfüer, der seinerzeit Mitter, langen über angebliche Grunatenlieferungen der Sowjets an die Reichswehr machte, suchte heute an Hand von Reichswehrakten die Zusammenarbeit Zwischen Sowjetrußland und deutscher Reichswehr Zu belegen. Zu dem Zweck wird ein Geheimvertrag vom März 1902 veröffentlicht, der nur durch einen betgefügten Ehiffrierschlüsiel zu verstehen ist. Nach Mem Dokument würde die Reichswehr für die illegale Tätigkeit in Sowjetrußland, die Künstler 'hr vorwirft, eine ganz besondere Abteilung abge- Zeigt haben, die unter dem DecknamenSonder- Sruppe" gearbeitet hätte.

Die Moral der Geschichte: Die Kommunisten, in Deutschland befehlsmöhig über den »Im­perialismus" der deutschen Republik zetern, sind der anderen Seite die willfährigsten Diener im« p?ralistischer Bestrebungen, wenn es nur gilt, für «owietrußland dabei ein Geschäft zu machen.

». Das ist schon richtig. Aber mußte um solcher blipünwahrheit willen diese schon längst zu den getane Angelegenheit wieder ausgegraben

Ruhtsev teM in Wiener Neustadt Dev Aufmavsth der Heimwehes« und des GozlaldemokiraMchen Schutzbundes

Wiener-Neu st ad t, 7. Ott. Die Heu kigen Kundgebungen der Heimwehren und des sozialdemokratischen Schutzbundes sind entgegen den gehegten Befürchtungen vollkommen ruhig verlaufen. Der Aufmarsch der Heim wehren, der um 9 Ahr begann, war um %12 Uhr beendet. Von %1 Uhr ab erfolgte der Aufmarsch der sozialdemokratischen Verbände.

Wiener-Reustadl, 7. Okt. In voller Ruhe begann heute früh der Aufmarsch der Heimwehven, die in siebzehn Transporten angekommen waren. Nach den Meldungen der Heimwehren soll das Auf­gebot rund 19 400 Heimwehrleute aus den ver­schiedenen Teilen Nieder-Oesterreichs und Steier­marks betragen haben. An der Spitze des Heim- wehrenzuges marschierte eine Kapelle in Berg­mannstracht. Die ersten Gruppen gehörten dem steiermärkischen Heimwehrkreis an. Im Zuge marschierten Dr. Steidle und Dr. Pfriemer. Am Hauptplatz begrüßte die Spalier bildende Bevöl­kerung die Vorbeimarschierenden. Der Marsch des Heimwehrenzuges über den Hauptplatz verlief in großer Ordnung. Es gab keine Zwischenfälle. Es

nalisten verprügelt worden gegriffen. Nach dem Vorl

wurden bei den Heimwehren 11 Fahnen, 150 Wim­pel und 12 Musikkapellen gezählt. Die sozialdemo­kratischen Sonderzüge sind sämtlich eingelaufen. Das Gerücht, daß am Bahnhof zwei bürgerliche Jour­nalisten verprügelt worden seien, ist aus der Lust gegriffen. Nach dem Vorbeimarsch vor den Füh­rern auf dem Hauptplatz vor der Militärakademie wurde auf dem großen Turnplatz der Appell abge­halten. Hierbei hielt Dr. Steidle eine Ansprache, in Ler er ausführte, der Tag von Wiener-Neustadt

En dp UNk^son dexn eint ^treuliche n ibem Befreiungskämpfe, den die unter- . " lang des Staates unorsibs Ver­ständigung, solange nicht volle Gesinnungs- und Koalitionsfreiheit gesichert seien.

Die Zahl der im Laufe der Nacht von der Gen­darmerie an der Südbahnstraße angehaltenen und unter starker Bedeckung nach Wien zurückgeschickten Kommunisten beträgt etwa 20.

Wiener-Neustadt, 7. Okt. Da nicht sämtliche 35 000 Teilnehmer an der sozialdemokratischen Kundgebung gleichzeitig am Hauptplatz anwesend sein konnten, mußte gewartet werden, bis der erste Teil des Zuges abmarschiert war, so daß sich der Hauptplatz ein zweites Mal füllte. Bei dieser zwei­ten Versammlung sprachst u. a. vom Balkon des Rathauses Nationalrat Deutsch, der frühere Bundes­kanzler Renner und der belgssche Abgeordnete Vandermeulen. Die Versammlungsteilnehmer mar« chierten dann abteilungsweise vâm Hauptplatz ab, so daß um 4% Uhr der Hauptplatz geleert war. In seiner Rede erneuerte Abgeordneter Deutsch den Ab­rüstungsvorschlag und erklärte u. a.: Wir müssen auf dem Boden der Demokratie bleiben, denn nur

Die <&&fftt$m dev Sniev- ttaitonaSsn Luftfahvt-

Ättsstettsms

Berlin, 7. Okt. Unter außerordentlicher Betei­ligung von prominenten Vertretern der Reichs- und Staatsverwaltung, der städtischen Körperschaften, der Diplomatie und der Presse ist heute vormittag dieI l a V e r l i n 1 9 2 8" der Oeffentlichkeit über­geben worden. Der Begrüßungsansprache des Ober­bürgermeisters Böß folgte die Eröffnungsrede des Reichsverkehrsministers v. G u s r a r d, der die Grüße des Protektors der Ausstellung, Les Reichs- präftoenten v. Hindeburg, übermittelte und im Na-

men der deutschen Reichsregierung ganz besonders die zahlreichen ausländische Gäste willkommen hieß. Die stets wachsende Bewegung eines regel­mäßig betriebenen Luftverkehrs, an dem wir wegen

stets wachsende Bewegung eines regel­mäßig betriebenen Luftverkehrs, an dem wir wegen unserer zentralen Lage in Europa ein besonderes Interesse haben, so führte der Reichsoerkehrs- minifter aus, hat trotz aller Bedenken den Entschluß zu dieser Internationalen Luftsahrtausstellung ge-

zeitigt. Diese Ausstellung zeigt die gewaltigen Fortschritte, die seit der 1. Internationalen Luft- fahrtausstellung, die in dem Jahre 1909 ebenfalls unter dem NamenIla" in Frankfurt a. M. statt- and, erzielt worden sind. Die gegenwärtige Aus- tellung soll die Bedeutung der Luftfahrt als mo« fernes Verkehrsmittel dartun. Werke des Friedens, die friedlichen Zwecken dienen, find, neben einander gestellt, nicht fliegende Festungen. Flugzeug und Luftschiff können sich nicht an Völkergrenzen halten. Sie verbinden die Völker auch über das Meer hin. Es ist nicht vermessen, wenn ich sage, daß vielleicht die Zeit kommt, da unser Planet zu klein wird. Auf dem Gebiet der Verkehrsluftfahrt darf kein Platz sein für Einzelhemmungen. Sie kann i^r^ volle Bedeutung nur in der Welt gewinnen. Nur durch Zusammenarbeit aller Völker i st ihre große Zukunft gesichert. Der Wunsch der deutschen Reichsregierung geht dahin, daß das Werk des Friedens, das diese Aus­stellung ist, dazu beitragen möge, die Entwicklung

so sichern wir Oesterreich das Vertrauen, das es braucht, um leben zu können. War schon der 7. Oktober ein schwerer Schaden, so würde jeder zweite Versuch, eine Diktatur von rechts oder von fints aufrichten zu wollen, nicht anders enden als im vollständigen Zusammenbruch. Staatskanzler a. D. Renner erklärte in seiner Rede: Dieser Aufmarsch der Heimwehren sollte Vorspiel sein für den Marsch nach Wien, für die Heimwehren und für Steidle führe aber kein Weg nach Wien. Landeshaupt- mannsstellvertreter Helmer erklärte, das Land Niederösterreich habe zum letzten Mal geduldet, daß für Demonstration und Gegendemonstration staat­liche Mittel in berartiger Menge aufgewendet würden.

Mr 308 aus dem

Wiener-Reusladt, 7. Okt. Der sozialdemokratische Aufmarsch, dessen Teilnehmerzahl 35 000 einschließ­lich 15 600 Mann des Republikanischen Schutzbun­des betrug, hat um 12 Uhr programmäßig begon­nen. Um diese Zeit wurde ihm der Hauptplatz von Wiener-Neustadt freigegeben, wo nach und nach etwa 15 000 Sozialdemokraten Aufstellung nahmen, âper ae,» âguâern bemerite man Bürger­meister Seitz, ferner den Führer des Schutzbundes Dn Deutsch, den Gewerkschaftsführer 'Tomschik und den General Körner. Diese Feier der ersten Hälfte der sozialdemokratischen Teilnehmer dauerte bis etwa 12.45 Uhr und begann mit dem Absingen des Liedes der Freiheit, worauf der Landeshaupt­mann-Stellvertreter von Nieder-Oesterreich Hel­mer eine Ansprache hielt. Um %1 Uhr war auf dem Turnplatz der Appell der Heimwehren beendet. Nach der Verpflegung im Freien erfolgte dann der Abmarsch zum Rangierbahnhof. Sämtliche Wiener Zeitungen berichten über den Heimwehrenauf­marsch in Extrablättern, in denen sie dessen unge­störten Verlauf und die bisher in Wiener-Neustadt herrschende vollkommene Ruhe mit großer Befrie­digung feststellen. Auch in Wien, wo die Straßen das gewohnte Sanntagsbild bieten, hat sich kein Zwischenfall ereignet. Unter den an der Südbahn angehaltenen Kommunisten befinden sich deren Führer Dr. Köritschoner und der verantwortliche Schriftleiter der Roten Fahne Zucker. Beide wur­den, den Extrablättern zufolge, verhaftet.

der Luftfahrt für die nahe und fernere Zukunft zu fördern, daß sie aber auch helfen möge, die Be­ziehungen der Völker zueinander herzlicher zu ge­stalten. Die großen Kulturaufgaben der Menschheit können, wie das die Luftfahrt besonders deullich zeigt, nur gelöst werden durch Zusammenarbeit der Nationen der Erde, nicht durch Gegeneinander­wirken. Die Schlußansprache hielt der Vorsitzende der Ausstellungsleitung Ler Ila. Direktor Dr. Huth, Vorsitzender des Reichsverbandes Ler Luftfahrt­industrie, der darauf hinwies, daß auf der Aus­stellung die gesamte Flugzeugbauindusttie der Welt vertreten ist. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier, die mit einem allgemeinen Hoch auf das deutsche Vaterland und in dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes ausklang, besichtigten die Ehren­gäste Lie in allen Teilen fertige Ausstellung.

Nie Tagung des veenS. Mch-esveveins

Stettin, 7. Okt. Die Beratungen des Preußi­schen Richtervereins wurden heute durch ein ein« gehenLes Referat des Amtsgerichtsrates D r. Franke über die Arbeitsgerichtsbarkeit und den Arbeitsgerichtsverband fortgesetzt. Die Ausführun­gen gipfelten in einer Resolution, in der die Hoffnung ausgesprochen wird, daß das Arbeits­gerichtsgesetz dazu beitragen möge, einen erträg­lichen Ausgleich zwischen Arbeitgebertum und Ar- beitnehmerttim zu schaffen und dem Wirtschafts­frieden zu dienen. Eine enge Verbindung der Ar- beiisgerichtsbarkeit mit der ordentlichen Gerichts­barkeit unter Hineinwachsen des Arbeitsrechtes in das allgemeine Recht fei dringend nötig.

Die Erörterungen wandten sich dann der wich­tigen Frage der G e r i ch t s h i l f e zu. In einer Resolution erachtet der Preußische Richtertag die Einrichtung öffentlicher Vermittlungsstellen " (Ge­richtshilfsstellen) mit amtlichen Charakter und einheitlich geregelter Geschäftsordnung in räum­licher Verbindung mit den Justizbehörden für zweckdienlich und geboten.

Die Meute ftSvkev als Amerika

Ist das englisch-französische Flottenabkom­men wirklich eine erledigte Sache, ein SchrlTr- stück, das als eine diplomatische Kuriosität in das Archiv der Geschichte gehört? Ist dieses Abkommen bereits nicht mehr als ein ver­taner, mißglückter Versuch, der nur ein Ver­such war und blieb? Noch vor einigen Tagen schien dies wahrscheinlich, besonders wenn man englische Zeitungen las. Heute aber muß fest­gestellt werden, daß das Abkommen eine exi­stierende Tatsache ist, daß es lebt, unbeküm­mert des Krachs, der darum geschlagen wird, oder gerade dank diesem Krach. Denn man pflegt nicht, besonders in unseren so bewegten und an Ereignissen reichen Tagen, sich um eine Angelegenheit zu kümmern, die keinen Unmittelbar aktuellen Wert hat. Wäre das englisch-französische Flottenabkommen durch die negative Antwort Amerikas tödNch getrof­fen, so hätte man die Untersuchung über seine Entstehung und über die Begleitumstände die« jer Entstehung längst den Geschichtsforschern überlassen. Wir erleben dagegen, daß die Tagespresse sich immer noch um nichts küm­mert, als um diese großartige und wirklich kühne Aktion Frankreichs und Englands. Es vergeht fast kein Tag, ohne daß neue EnthA, langen präsentiert werden, die diesmal kein«! freien Kombinationen phantasiereichen Joum nalisten sind, sondern in auffälligster Weise fast wortgenaue Abschriften vchffchiedener Oe, Heimdokumente darstellen, was von den be­treffenden Regierungen gar nicht mehr demew tiert wird.

Das rechtsstehendeEcho de Paris', dessen außenpouüjchsr Redakteur Pertinax als da erbittertste Gegner Briands bekannt ist, solange es sich um ein auch noch so kleines Zugeständ» ms an Deuffchland handelt, der aber berifei­ben Briand um alles in der Welt gepriesen hat, als das Flottenabkommen mit Englarck) untsfschrieben wurde, diesesEcho be Paris , das als durchaus ernstes und sehr Dort sichtiges Blatt bekannt ist, hat vor wenigen Tagen drei Noten veröffentlicht, die dem enge lisch-französischen Schriftwechs^ über das Flot- tenabkommen entnommen sind. Aus diesen Noten erhält man die Bestätigung der seit langem bekannten Tatsache, daß Englarch seine Zustimmung zu der von Frankreich ge, forderten NichteinbeZiehung der Reserven in die Abrüstung der Landstreitkräfte erteilt haß und somit die militärische Vormachtstellung Frankreichs auf dem Kontinent zu sichern ge­neigt ist. Ganz neu aber ist, in der Veröffent­lichung desEcho de Paris" ein äußerst wich­tiger Passus in der Note Briands vom Atz Juli, in dem es heißt, daß Frankreich zwar annehme, die Vereinigten Staaten, Italien und Japan, würden der englisch-ftanzösischen Uebereinkunft beistimmen, daß jedoch im Falle des Gegenteils die Zusammenarbeit der bei­den Regierungen fortdauern solle, sei es, um einen anderen Weg zu finden, sei es, um den Schwierigkeiten zu begegnen, die sich aus einem Mißerfolg ergeben würden!

Aus dieser Note folgt mit völliger Klar­heit, daß Briand von vornherein damit ge­rechnet hat, daß die Amerikaner den englisch­französischen Vorschlag ablehnen werden, und daß er bemüht war, die Verständigung mit England auch für diesen Fall aufrecht zu er­halten, um sich sowohl das englische Zugeständ­nis in der Frage der Abrüstung zu Lande wie die allgemeine politische Entente zu sichern Man weiß in der Tat, daß der Aufentbolt des französischen Staatssekretärs des Arlswurü­gen Berthelot in London, der Besuch des Präsidenten Doumergue bei König Georg und die Uebernahme des Pariser Botschafter- postens durch den englischen Staatssekretär Tyrell von äußerst wichtigen mündlichen Ver­pflichtungen begleitet waren. Man denke in diesem Zusammenhang daran, daß es im Geiste der englischen Politik liegt, mündliche Aussprachen vorzuziehen und sich möguchst wenig schriftlich festzulegen. Daß aber Eng­land sich an seine mündlichen Versprechungen hält, das hat schon der Eintritt Englands in den Weltkrieg bewiesen. Au chdie Vorkriegs­entente war'mehr das Ergebnis mündlicher Besprechungen als eines reichhaltigen diplo­matischen Schriftwechsels. Mit der neuen Entente steht es nicht anders. Die praktische Zusammenarbeit Englands und Frankreichs

Dke heutias Kr?mmev umfaßt . 10 Sette«