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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ✓ Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956, 3957,3958
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Wie bereits gestern gemeldet, hatte das Luftschiff „Graf Zeppelin", das ursprünglich direkt nach s Berlin fliegen wollte, bei Nürnberg seinen Kurs infolge des starken Gegenwindes geändert und da- fhin disponiert über Würzburg, Aschaffenburg,
Hanau, Frankfurt nach Amsterdam und England zu fliegen und heute Mittwoch über Berlin nach Friedrichshafen zurückzukehren. Nachdem das Luftschiff 12.17 Uhr Hanau passiert hatte, flog es in Richtung Frankfurt.
Ueber die Fahrt des Zeppelin liegen folgende Meldungen vor:
Frankfurt a. 21t., 2. Okt. 12.30 Uhr erschien „Graf Zeppelin" von Osten kommend über Frankfurt. „Graf Zeppelin", der sichtlich gegen stärkere Gegenwinde anzukämpfen hatte, hielt über der ■ Stabt eine Höhe von etwa 400 Metern ein. Infolge der widrigen Winde blieb das Luftschiff ziemlich lange im Blickfeld der Bevölkerung. Er folgte der Mainlinie etwa in Richtung Mainz.
Mainz, 2. Okt. „Graf Zeppelin" wurde um 12.50 Uhr von Mainz aus in östlicher Richtung mit Fahrtrichtung nach dem Norden gesichtet. Wiesbaden passierte er 12.55 Uhr. ch
Koblenz, 2. Okt. Um 13.55 Uhr zeigte sich das s Luftschiff „Graf Zeppelin" und überflog in wunderbar ruhiger Fahrt die Stadt Koblenz und nahm Richtung rheinabwärts nach Bonn und Köln.
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Uhr die zweite große Schleife über der ^Innenstadt. Zu Ehren des Luftschiffes läutete im Wom die Kaiserglocke.
Düsseldorf, 2. Okt. Von drei Flugzeugen beglei« Mt überflog das Luftschiff „Graf Zeppelin" um ■ß.50 Uhr Düsseldorf in der Richtung auf Duisburg. »Das Luftschiff flog in geringer Höhe, v»n den auf »Straßen, Plätzen und Dächern vevsamMelten Men- kschen jubelnd begrüßt.
Essen, 2. Okt. Um 16.05 Uhr traf der „Graf »Zeppelin", begleitet von zwei Flugzeugen über der U Stadt ein. Um 16.15 Uhr flog er in Richtung auf > Duisburg weiter, das er 16.20 Uhr passierte, und e schlug dann die Richtung nach Norden ein.
Wesel, 2. Okt. „Graf Zeppelin,, überflog 16.48 B Uhr Wesel und setzte den Flug in nördlicher Rich- I tung fort.
1 Emmerich, 2. Okt. Der ,âaf Zeppelin" hat gege 17.30 Uhr Emmerich überflogen und seine Fah- in Richtung auf Holland fortgesetzt.
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Rotterdam, 2. Okt. „Graf Zeppelin" hat um 19.20 Uhr holländischer Zeit (19.00 Uhr deutscher Zeit) Rotterdam überflogen und die Fahrt in nördlicher Richtung, wahrscheinlich nach Amsterdam fortgesetzt. Das Luftschiff flog ziemlich niedrig,und war trotz der «intretenden Dunkelheit deutlich sichtbar.
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London, 2. Okt. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat heute abend um 20.55 Uhr die englische Küste bei Lovehithe, einer kleinen Küstenstadi acht Meilen südlich von Lowestoft in der Grafschaft Ror- solk erreicht. Von Lovehithe nahm das Luftschiff nördlichen Kurs und passierte Lowestoft um 21.05 Ahr. Obwohl das Luftschiff in bedeutender Höhe flog, konnte die große Menschenmenge, die vom Land aus das Luftschiff verfolgte, das Moloren- geräusch deutlich hören und die Bordlichter unterscheiden. Das Luftschiff zeigte weiße Lichter von den Kabinen und blaue vom Heck. Von Lowestoft We der Zeppelin seinen Flug in nordwestlicher Richtung fort
*
. Friedrichshafen, 2. Okt. Die Funkstation in Friedrichshafen empfing den Funkspruch, daß das Mstchiss um 22 Uhr Zarmou th überflogen Das.
Auf dev Nüekfahvt
. Friedrichshafen. 3. Okt. Um 1 Uhr nachts ist bei °er Funkstation der Werft eine Nachricht eingetrof- !°n, daß „Graf Zeppelin" sich um 12 Uhr nachts über Borkum befunden hat. Die Richtung geht also uns Deutschand.
Hamburg, 3. Okt. Das Luftschiff „Graf Zeppe- hat um 2.25 Uhr früh Esens in Ostfriesland überflogen.
Bremen, 3. Okt. Bei stiller, nwndklarer Nacht Arflog gegen 2.55 Uhr das Luftschiff „Graf «Ppelin" die alte Hansestadt. Bei der mondklaren ssacht war das Luftschiff, das nur durch das Geräusch leiner Motore bemerkt worden war, außerordentlich zu sehen, schon durch seine hell erleuchteten Kabinen. Das Schiff nahm, nachdem es die Stadt ubrfflvgeu hafte, sofort Kurs auf Hamburg,
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Als gestern morgen der erste Depeschenaushang erschien, aus dem zu ersehen war, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin" zu seiner großen zweitägi gen Deutschlandfahrt aufgestiegen sei, da dachte kein Mensch daran, daß das Riesenluftschiff auch Hanau einen Besuch abstatten würde. Dies um so weniger, als es in der Depesche hieß „Graf Zeppelin" wolle seinen Weg nach Berlin über Sachsen nehmen. Erst als kurz nach 11 Uhr der Draht meldete, daß das Luftschiff seinen Kurs geändert und von Bamberg westliche Richtung eingeschlagen und über Würzburg erschienen sei, da tauchte bei uns die Frage auf: „Vielleicht kommt es auch nach Hanau." Die Frage wurde zur stillen Hoffnung, und als eine halbe Stunde später die Nachricht einlief, daß das Luftschiff die, Richtung Aschaffenburg eingeschlagen habe, da wurde diese stille Hoffnung zur Flamme. Leider war es schon zu spät, die Oeffentlichkeit von dem bevorstehenden Ereignis zu unterrichten. Nur schnell wurde noch ein Photograph benachrichtigt, um das Luftschiff im Bild über Hanau festzuhalten. Dann zum Marktplatz. um Zeuge zu sein, wenn das Riesenwerk angebrummt kommt. Es folgten wenige Minuten des Wartens. Wird er kommen? Das ist die Frage. Da kündete dumpfes Surren der Motore, daß der Wunsch, den Zeppelin über Hanau zu sehen, in Erfüllung gehen sollte. Für den Beschauer auf dem Markt kam er 12.17 Uhr von der französischen Kirche über den Marktplatz und zog dann in prachtvoll Nährt über unsere Stadt. Ein prächtiges Bild, dieser von Sonne umspielte Riesenleib, der in etwa 400 Meter Höhe so ruhig und sicher
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Berlin, 3. Okt. Nachdem das Luftschiff in den frühen Morgenstunden Schleswig überflogen hatte, passierte es 6 Uhr Kiel und erschien 6,45 Uhr über Hamburg. Es nahm dann direkten Kurs auf Berlin und wurde hier 8,50 Uhr gesichtet. Gegen 9 Uhr überflog das Luftschiff das Innere der Stadt, von zahlreichen Flugzeugschwärmen umgeben, während die Kirchenglocken läuteten und die Sirenen heulten. Das Luftschiff ist in allen seinen Teilen deutlich sichtbar. Straßen und Plätze sind von dichten Menschenmassen besetzt.
Zwischen dem Luftschiff und dem Berliner Sender wurde ein Zwiegespräch geführt, das in allen Teilen außervrdentlich klar zu hören war. An das Zwiegespräch schloß sich ein Schallplattenkonzert an, das ebenfalls wundervoll zu hären war. Um g Uhr richterete der Berliner Sender nochmals eine Begrüßungsansprache an das Luftschiff, in der er di« Grüße der Stadt Berlin übermittelte. Die Ansprachen und das Konzert wurden auf sämüiche Sender Deuffchlands übertragen und waren über« ast stha; gut zu Hörern
das Luftmeer durchsegelte. Deutlich war jede Kleinigkeit zu erkennen, der Name, die Passagiergondel, die Motore.
Das ungeheure Brummen der Motore hatte besser als jedes andere Mittel die Bevölkerung von Hanau alarmiert. Und als der erste Ruf erklang: „Zeppelin ist da", da gabs kein Halten mehr. Wie elektrisiert stürzte alles an die Fenster, auf die Straßen und V-.-^e und mit einer spontanen Begeisterung wurde das stolze Luftschiff begrüßt. Wohl niemand, der beim Anblick des schönen Bildes ruhig blieb. Bücher wurden geschwenkt, Hurrarufe ertönten und im Nu waren die Straßen schwarz von Menschen. „Zeppelin über Hanau!" war die Parole, und als das Luftschiff längst im grauen Herbstnebel untergetaucht war, fieberten noch alle, die Zeuge gewesen, über das Geschaute. Ein glückhaftes Erlebnis. Dafür herzlichen Dank Zeppelin!
Unserem Photographen gelang es einmal, das ? ftfchcff auf die Platte zu bannen. Unser Bild zeigt den Eingang der Krämerstraße von der Marktseite her.
Das Luftschiff nahm von Hanau den Weg nach Frankfurt.
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Ramens des Magistrats hat Herr Oberbürgermeister Dr. Blaum dem Luftschiff „Graf Zeppelin" folgenden Funkspruch übermittelt:
Hanau, die Stadl des edlen Schmuckes, die das stolze Luftschiff eben überflog, grüßt den prächtigen Schmuck der Lüfte.
Oberbürgermeister Dr. Blaum.
Berlin, 3. Okt. Ueber dem Reichspräsidenten- Palais warf das Luftschiff mittels eines Fallschirmes einen Strauß roter Rosen ab, der sich an dem Dach eines Häuserblockes verfing.
Dv. EEenev ost die Bevlwev
Nachdem der Leiter der Berliner Funkstunde den Berliner Gruß übermittelt hatte, hörte man im Radio die klare Stimme Dr. Eckeners, der aus
führt«: „Berliner Hörer und Hörerinnen! Ich danke herzlich für den freundlichen Willkomm, den Sie mir dargebracht haben. Die Wetternachrichten, die wir gestern vormittag erhielten, waren so un« daß ich ernsthaft befürchten mußte, daß ~ ‘it leider
günstig, dvß ich ernsthaft befürchten mußl jede Weiterfahrt unterbleiben müßte. Cs ist unser Los, Enttäuschungen zu berichten. Wir kön- nen nicht nach jeder Stadt kommen, die um unse- Besuch gebeten hat und wir können nicht über jeder Stadt länge- Aufenthalt nehmen. So mußten
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wir um 3 Uhr nachts Bremen passieren, aber auch um diese Zeit hafte man pnâ Mdeckt. dem, es
erschien um 4 Uhr ein Radiotelegramm, worin eine Gesellschaft, die noch in ei’; ’m Lokal beisammen war, ihrer Genugtung A->^ ck gab, daß wir über Bremen geflogen sind. Ich hoffe jedoch, daß wir ihnen ein wunderschönes Bild geboten haben, indem wir den „Graf Zeppelin" in schönster Beleuchtung zeigen konnten. Wir haben inzwischen einige Uebungen über der Nordsee veranstaltet und waren vor genau 12 Stunden über der englischen Stadt Yarmouth. Wir kehren jetzt nach Friedrichs- Hasen zurück, wo wir vor Eintritt der Dunkelheit anzukommen gedenken. Damit möchte ich mich von Ihnen verabschieden."
Leipzig, 3. Okt. Das Luftschiff „Graf Zeppelin' ist um 10,20 Uhr über der Stadt erschienen.
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Friedrich^afen, 2. Okt. Nach dem Aufstieg des „Graf Zeppelin" am Dienstagmorgen ergab sich folgendes Bild: Der Nordostwind war der ein« geschlagenen Fahrtrichtung Nürnberg—Berlin direkt entgegen, aber zunächst noch schwach, daß er bis Ulm "die Einhaltung eines 100-Kilometer-Tempos gestattete. Hinter Ulm versteifte sich der Gegenwind, so daß bis Nürnberg die Reisegeschwindigkeft des Schiffes von normal 117 Stundenkilometer auf 50 Stundenkilometer zu rück ging. Unter diesen Umständen hätte Eckener noch weitere acht Stunden Fahrzeit benötigt, so daß er die Reichshauptftodt erst um die sechste Nachmiftagsstunde, also kurz vor Einbruch der Luntelheit, erteilt hätte, Da eine Zwischenlandung in Staaken nicht im Plan einer Dauerfahrt liegt und ohne Not nicht in Anspruch genommen werden sollte, so wurde sich die Luftschiff- führung einig, den bisher eingehaltenen Nordostkurs aufzugehey, um, dem Druck des Windes folgend, zunächst nach Nordwesten auszubiegen. Mt Seitenwind auf Steuerbord postierte „Graf Zeppelin", noch immer im 50-Kilometer-Tempo, Würzburg, steigerte dann seine Reisegeschwindigkeft bis Aschaffenburg auf 60 Stundenkilometer und fand nun am Unterlauf des Mains günstigere Wind- und Wetterbedingungen, so daß eine Stunde lang mit 100 Kilometer gefahren werden konnte. Im Rheintal drückte die Gegenwirkung des Windes die Stundengeschwindigkeit auf 60 Kilometer, also die Hälfte dessen, was LZ 127 normalerweise an Geschwindigkeit hat.
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Berlin, 2. Off. Am heutigen Vormittag fand unter dem Vorsitz des Reichskanzlers und in Au- weisenheit aller in Berlin weilenden Minister des Reichskabinettes die Konferenz der Ministerpräsi- deuten der Länder über den Verlauf und das Er- gebnis der Genfer Verhandlungen statt. An den eingehenden Bericht des Reichskanzlers, der durch Ausführungen des Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, v. Schubert, für einige Spezialfragen ergänzt wurde, schloß sich eine Aussprache. Sie ergab völlige Uebereinstimmung in der Auffassung über die Haltung der deutschen Delegation in Genf, die einmütige Billigung fand.
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Der volksparteiliche Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius hat lt. „Vorwärts" einen persönlichen Schritt bei dem preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun unternommen, um diesen zu bewegen, die Umbildung der preußischen Regierung im Sinne der Großen Koalition herbeizuführen. Ministerpräsident Braun hat darauf geantwortet, daß er nicht in der Lage sei, sozusagen von Amts wegen diese Umbildung herbeizuführen. Er müsse vielmehr die Initiative in dieser Richtung den Parteien überlassen, besonders der Bolkspartei, die von sich ius die notwendigen Verhandlungen mit den bisherigen preußischen Koalitionsparteien anstreben müsse. Braun hat aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, daß er nach wie vor für die von ihm geführte Politik in Preußen eine möglichst große prrlamentarische Mehrheit für wünschenswert halte.
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Am Dienstag vormittag trat in den Räumen des Parteivorstandes die Koinmiffion zusammen, die die Stellung der Soziawemokratifchen Partei zum
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