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Nr. 226
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25. Septembev
1928
Das Neueste
— Der Reichstag tritt am 27. September zu seiner ersten Sitzung nach den Sammerferien zu- sammen.
— Der Rechlsausschuß und der Abrüstungsaus- schutz in Genf berieten die Errichtung der Gene, rataffe und faßten eine Entschließung, in der sie eine möglichst weitgehende Entwicklung der Schieds- und Vergleichsverpflichtungen empfehlen.
— Der italienisch-griechische Freundschaftsver- trag, dessen Wortlaut veröffentlicht wird, enthüllt Bestimmungen, die eine gegenseitige Bindung bedeuten.
— Beim Theaterbrand in Madrid wurden bisher 75 Tote festgeskellt.
— Der Staatsanwalt beantragt im Fememordprozeß Legner die Todesstrafe gegen den Angeklagten Reim. Das Gericht verurteilte ihn zu 3 Jahren Zuchthaus.
Oie Sabvivlane des „Gvas Ievvelin"
Friedrichshafen. 24. Sept. (Dom Sonderberichterstatter de^WTB.). In die Fahrtpläne des „Graf Zeppelin" kommt allem Anschein nach eine neue Note hinein dadurch nämsich, daß der Plan erwogen wird, auch eine Reise nach Aegypten und dem Orient überhaupt zu unternehmen. Di« Anregung dazu stammt von den amerikanffchen Vertragspartnern der Luftschiffbaugesellschäfts die sich lsir Amerika das Monopol an den großen R«i- WWWWMI^ wahrscheinlich, daß diese Reise eingeschoben wird. Natürlich müssen vorher alle möglichen Erwägungen, Wetttzrberechnungen usw. ongestellt werden. Namentlich dürfte die Frage der Temperatur eine Rolle spielen. Es wird aber darauf hingewiesen, daß auch bei der Atlantikfahrt des Z R. 3 sich außerordentlich große Temperaturunterschiede gezeigt haben, ohne daß sie das Schiff irgendwie beeinträchtigen konnten.
Der „Graf Zeppelin" wird nun am Mittwoch zu seiner nächsten Fahrt klar sein. In der Hall« wird Tag und Nacht an ihm gearbeitet. Bei den Verbesserungen spielt namentlich die bereits mitge- teilte Veränderung an den MotorgonLeln eine Rolle. Man hofft aber, die Verlängerung der Streben, die zu einer Ableitung des Propellerstromes vom Rumpf führen soll, bis Mittwoch fertig zu haben. Gestatten die Wetterverhältnisse am Mittwoch einen Aufstieg — das Wetter hat sich in den letzten Tagen erheblich verschlechtert — so würde Las Schiff wahrscheinlich nur in der Nähe des Bodensees bleiben. Di« große Fahrt nach Berlin und vielleicht noch weiter nach Nord- und O st- deutschland sann unter Umständen am Samstag stattfinLen. Wenn es zu dieser Fahrt kommt, so würde das Schiff schon morgens 5 Uhr auffteigen. Daran würde sich dann in der nächsten Woche eine weitere größere Fahrt — vielleicht d t e Aegyptenfahrt — anschließen, und das Schiff würd« dann für Lie Amerikafahrt bereit sein.
Dr. Eckener rechnet damit, daß die Blaugaspro- düktion so schnell fortschreitet, daß er s p ä t e st e n s am 10. O k t o b e r, voraussichtlich aber früher, zur Amerikafahrt starten kann. Er will das Programm offensichtlich zeitlich mehr zufammen- drangen, um die ersten Atlantikfahrten nicht Ende Oktober oder November während der starken Stürme durchführen zu müssen. In der ersten Hälfte des Oktober herrscht über dem Atlantik meist gutes Wetter, das die Seeleute mit dem Wetter vergleichen, das man bei uns Altweibersommer nennt Die. Vorbereitungen für Lie Amerikafahrt sind demnach weiter in vollem Gange. Interessant ist die Form der Wassermitnahme. Damit immer frisches Wasser an Bord ist, wird das Trinkwasser zu Eisblöcken gefroren, die dann stückweise verbraucht werden. Mit besonderer Aufmerksamkeit werden die Wetterverhältnisse für die Amerikafahrt verfolgt.
Sememovd-Vvpzetz Lesuev
Berlin, 24. Sept. Vor dem Schwurgericht 3 beflann heute die Verhandlung in dem letzten Femenmordprozeß, der die Gerichte beschäftigen soll. Es handelt sich um den Mord an dem Kaufmann Willy Legner, der auf dem Döberitzer Ge- lande seinerzeit getötet worden ist. Wegen der Mittäterschaft an diesem Morde ist jetzt der frühere Oberleutnant a. D. Nikolai Konstantin Reim aus -tuga, ein früherer Russe, der die deutsche Staats- angehörigkeit erhalten hat, angeklâgt. Ein zweiter -beschuldigter, 0er Hauptmann a. D. Gutknecht, der "^ Anstifter in Frage kommt, soll sich in Süd- osrika aushalten.
Spät abends wurde im Femenmordprozeß vom ^orsitzenden Landgerichtsdirektor Friedmann gendes Urteil verkündet:
w ^er Angeklagte Reim wird wegen Beihilfe zum iw » ^ E'ner Zuchthausstrafe von drei Jahren , turteln Zwei Jahre 35 Tage werden als durch * Untersuchungshaft verbüßt angesehen. .
Die griechisch-ttalieniML Annäherung
Dev svleMsch - ttaNenkschs SveuudMaftsvevtvas — SvanrSMGe BefüvGittuseu
Rom, 24. Sept. Der italienisch-griechische Freundschastsvertrag, der gestern von Mussolini und Veniselos unterzeichnet wurde, wurde heute im Wortlaut veröffentlicht. Seine wesentlichsten Bestimmungen sind folgende:
Die vertragschließende Teile verpflichten sich, sich gegenseitig zur Erhaltung der von den Friedensverträgen festgelegten Ordnung ' zu unterstützen. Falls eine der vertragschließenden Mächte Gegen- stand eines nicht provozierten Angriffs von dritter Seite wird, ist der andere Vertragspartner verpflichtet. die ReNtralität zu wahren. Falls eine der vertragschließenden Blähte von einem feindlichen Einfall aus dem Ausland bedroht ist, verpflichten sich die Vertragspartner, sich gegenseitig politisch und diplomatisch zu unterstützen. Sie verpflichten sich ferner, sich gegenseitig über solche Maßnahmen, die im Falle einer Bedrohung ihrer gemeinsamen Interessen zu ergreifen sind, ins Einvernehmen zu setzen. Der Freundschaftsvertrag wird dem Völkerbund zur Registrierung mitgekeilt und wird in keiner Beziehung die Rechte und Pflichten berühren, die den Vertragspartnern aus dem Völkerbundpakt erwachsen.
Paris, 24. Sept. Veniselos wird am Mittwoch, ier ermartei.» . ^^
- zu der Unterzeichnung des nifch-grièchsschèn FreunLschaftsverträgs äußern sprechen die Hofnung aus, daß dieser Vertrag, so wie man versichert, nicht von einem Geheimabkommen begleitet sei und daß keine Neuorientierung der griechischen Außenpolitik eingeleitet werde. Nach den amtlichen Mitteilungen über die Unterredung zwischen Mussolini und Veniselos hätten die beiden Staatsmänner festgestellt, daß die italienisch-griechische Freundschaft für ein friedliches Gleichgewicht im Mittelmeer sich außerordentlich wirksam erweisen werde.
Wenn es sich nur um ein friedliches Gleichgewicht handelt, so schreibt der halbamtliche Temps, braucht man wegen eines Abkommens nicht verstimmt zu sein, das, wie es den Anschein hat, hauptsächlich das Ziel verfolgt, mehr gegenseitiges
Die letzten Arbeiten in Gent
Genf, 24. Sept Der Rechlsausschuß und der Abrüstungsausschuß der Völkerbundsversammlung sind heule vormittag zu einer g emeinsamen Sitzung für die Beratung der vorgeschlagenen Errichtung der Generalakte über die drei Schieds- und Vergleichsverträge des Sicherheitskomitees und zur Genehmigung des Berichtes über die Abrüstungsfrage zusammengetreten.
In den: stark revidierten Entschließungsant r a g über die Errichtung der Generalakte befürwortet die Vöbkerbunüsversammlung eine möglichst weitgehende Entwicklung aller Schieds- und Vergleichsverpflichtungen zur Regelung aller Streitfälle und erklärt dann, daß die in der Generalakte enthaltenen Verpflichtungen nicht als Einschränkung der Mission des Völkerbundes ausgelegt werden dürfen. In dem Hauptteil der Entschließung fordert die Völkerbundsversammlung alle Staaten, Mitglieder und Nichtmitglieder des Völkerbundes auf, in dem Maße, in dem ihre gegenwärtigen Verpflichtungen dem genannten Ziel nicht bereits genügen, solche Verpflichtungen anzunehmen, „entweder, indem sie der Generalakte beitreten, oder indem sie solche Verträge nach dem Muster der zweiseitigen vorgeschlagenen Verträge oder in den von ihnen als zweckdienlich erachteten Formen beschließen."
Vor der artikelweisen Beratung der Generalakte, die 47 Artikel umfaßt, wies Sir Edward Maynard- Indien auf die Befürchtungen seiner Delegation über die zur Diskussion stehenden Vorschläge hin. Er gab die Erklärung ab, daß es sehr unwahrscheinlich sei, daß sein Land der Generalakte beitreten werde.
Nachdem die Abrechnung der Generalakte unterbrochen worden war, nahm man den von Benesch über den Stand der Arbeiten des dop
bereitenden Abrüstungsausschusses oorgelegten Bericht entgegen. Der Bericht wurde nach kurzer Aussprache ohne irgendwelche .wesentliche Aenderungen angenommen. Der Bericht faßt nach einer Wiederherstellung der deutschen und der französischen These, wie sie in den von Pa u l Boncour und Graf B e r n st o r f f in der letzten Woche eingebrachten Entschließungsanträgen enthalten sind, die Aussprache im Abrüstungsausschuß zusammen, die nach langwierigen Verhandlungen zu einer beträchtlichen Annäherung der verschiedenen Gesichtspunkte geführt habe (!). Vor allem sei man einmütig gewesen in der Anerkennung, daß die gegenwärtige
Vertrauen in die Beziehungen der beiden Nationen zu bringen, auf denen die Verstimmung wegen einiger peinlicher Erinnerungen lastete, hauptsächlich infolge der Besetzung des Dodekanes und wegen des Zwischenfalles von Korfu.
Bei den verschiedenen Hoffnungen, die der halbamtliche Temps ausspricht, scheint es sich dem ganzen Ton nach weniger um ein wirkliches Vertrauen als um eine rein diplomatisch in Hoffnungsgrün eingewickelte Befürchtung zu handeln. Ueber die bevorstehenden Besprechungen des griechischen Staatsmannes in Paris wird halbamtlich angekün- digt:
Im Voraus wollten ausländische Zeitungen die bevorstehenden Unterredungen des Ministerpräsidenten Veniselos mit Briand und dem hiesigen britischen Botschafter Sir William Tyrell dahin ous- legen, daß der griechische Staatsmann in Paris das gesamte Problem der Friedenspoli- tik zu erörtern gedenke. Das sind Vermutungen, die für den Augenblick jeder ernsthaften ,Gru n hl aLe e ntbLh ^ PernünMerweijK, kann man nur annehmen, daß Veniselos in dem Augenblick, wo er für sein Land eine aktive Außenpolitik wieder aufzunehmen gedenkt, persönlich seine Anschauungen in Paris und in London zur Kenntnis geben möchte, hauptsächlich nach seinem Besuch in Rom und der dort vollzogenen Unterzeichnung des italienisch-griechischen Vertrags. Er wird wohl auch während seines Aufenthalts in Frankreich die Gelegenheit benutzen, da zurzeit der südslawische Minister des Aeußeren Marinkowitsch aus privaten Gründen hier weilt, um zweckmäßi- aerweise die Verhandlungen zwischen Äthen und Belgrad vor zubereiten. Diese müssen von allen, die an der Festigung der Lage auf dem Balkan ein Interesse haben, mit Aufmerksamkeit verfolgt werden.
Realisierung einzutreten. Der Bericht sagt weiter u. a.: Der dritte Ausschuß hat es nicht für möglich gehalten, in bestimmter Form das genaue Datum der nächsten Tagung des vorbereitenden Abrüstungsausschusses festzusetzen.
Zu Beginn der heutigen Nachmittagssitzung gab Präsident Zahle Kenntnis von der Mitteilung C o st a r i c a s auf die Antwort des Rates in bezug auf die Erwähnung der Monroedoktrin in Artikel 21 des Völkerbundspaktes. Die Verlesung dieser Antwort gab Anlaß zu einer erneuten Kundgebung für eine baldige Rückkehr Costaricas und Argentiniens.
Staatssekretär Dr. v. Schubert schloß sich im Namen Deutschlands Lem Appell zum Wiedereintritt Argentiniens in den Völkerbund an und erklärte weiter: Ich benutze die Gelegnheit, an dieser Stelle der hohen Wertschätzung Ausdruck zu geben, die wir alle der Mitarbeit der latein-amerikanischen Staaten zugemessen haben. Ich bin davon überzeugt, daß gerade Lie große argentinische Republik dazu berufen wäre, hier in Genf zum Vorkämpfer des Völkerbuckdsgedankens im vornehmsten Sinne des Wortes zu werden.
Nach weiteren Sympathiserklärungen von Vertretern Frankreichs, der Schweiz, Italiens, Polens, Japans und Uruguays unterstrich Präsident Zahle die einmütige Geschlossenheit der Völkerbundsver- sammlung in bezug auf eine baldige Rückkehr Costaricas und Argentiniens.
Gvaf Vevnfiovfk Dv M heute im SSWeeduudSvai
Bersin, 14. Sept. Graf Bernstorff wird morgen nachmittag in Ler Vollsitzung des Völkerbundsrates das Wort ergreifen. Er wird über die deutsche Stimmenthaltung Aufklärung geben und auch andere Punkt«,. Lie nicht unwidersprochen bleiben dür- den, zur Sprache bringen. Man rechnet damit, daß die Bundesversammlung am Mittwoch ihre Arbeiten wird beenden können, der Völkerbundsrat am Don- »erMg,
vaul VsnevuvS Steg über Nevnstovfs
In dem Zweikampf zwischen Paul-Boncour und dem Grafen Bernstorff ist der Franzose Sieger geblieben. Bei der Behandlung des Problems, wann die vorbereitende und wann
Deutschlands und Frankreichs scharf gegenüber« Deutschland wollte die Zusammenberufung der allgemeinen Abrüstungskonferenz im Laufe des Jahres 1929 gesichert wissen, während Franke reich nicht einmal das Datum des Zufammene tritts der vorbereitenden Kommission fixieren wollte. Nach langem Hin und Her, nach zwei« maliger Zurückweisung der beiden Thesen ins die Rekaltionskommission hat man sich schließ» lich auf ein Kompromiß geeinigt: Don der alle gemeinen Abrüstungskonferenz wird dabej nicht gesprochen, aber die vorbereitende Abs rüstungskommission soll auf „alle Fälle" zue sammentreten und zwar spätestens in bett ersten Monaten des Jahres 1929.
Daß bei diesem Kompromiß die These Paul« Boncours mehr zum Ausdruck kommt als diq These Bernstorffs, kann nicht verkannt werden« Der deutsche Delegierte enthielt sich bei des Entscheidung der Stimme, und seinem Beispieß folgte der ungarische Vertreter. Warum Hak sich Deutschland der Stimme enthaltens Warum hat es i
gestimmt, die doch nich'
nicht gegen die Entschließung ch nichts anderes als eine roeU
tere Sabotage der Abrüstung darstellt, inbeta
M MsulM^l Machten die^ ^ MM „
läßt, die Betörung der öffentlichen Meknunsi fortzusetzen, ohne auch nur im geringsten bis Absicht zu haben, die berechtigten und für denk Frieden der Welt unerläßlichen Forderungen Deutschlands zu erfüllen?
Zur Begrünung der Stimmenthaltung bet deutschen Delegation hat Graf Bernstorff ew klärt, dies geschehe aus dem Grunde, „weil diE Resolution nicht jede Möglichkeit ausschließt«, zu der praktischen Verwirklichung der vont der deutschen Delegation dargelegtem Auffassung zu gelangen." Hiermit hat Graf Bernstorff Zeugnis von dem nicht unerheb« üchen Optimismus abgelegt, von einem Dpti« mismus, zu dem nach der objektiven SachlagS kaum eine Veranlassung vorliegt. Und wenn die deutsche Delegation sich diesmal noch nicht dazu entschließen konnte, die Genfer Ab« rüstungsarbeiten in ihrem wahren Licht vor der Welt anzuprangern, so wird sie die Verant« wortung für das aüch noch so passive Mitmachen bei dieser diplomatischen Komödie nicht zum zweiten Mal übernehmen können. Entweder ist Deutschland, wie alle anderen Großmächte es stets unterstreichen, ein gleichberechtigtes Völkerbundsmitglied, daß frei und unumwunden feine Meinung sagen darf, oder Deutschland ist ein besiegtes Land, das gezwungen ist, im Schlepptau der fremden Faustpolitik zu bleiben. Trifft das zweite zu, so soll man es laut aussprechen, ist aber das erste wahr, dann soll die deutsche Delegation sich nicht scheuen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und mit strengster Konsequenz ihren Mann zu stehen.
Was spielte sich in Genf bei den letzten Abrüstungsdebatten ab? Was bezweckt die zustandegekommene Resolution? Die siegre che These Paul-Boncours lautet: „Zuerst müssen alle politischen Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt werden — erst dann soll die allgemeine Abrüstungskonferenz zusammentreten." Die französische Presse sucht diese These vielseitig zu begründen. Der „Temps" schreibt: Die Berufung der allgemeinen Abrüstungskonferenz in diesem Augenblick zu beschließen, ohne daß vorher eine Einigung über die wichtigsten Streitkräfte herbeigeführt ist, hieße dem sicheren Zusammenbruch entgegeneilen. Ist es aber vielleicht gerade das, was diejenigen wünschen, die die Einberufung um jeden Preis fordern, weil es ihnen garnicht unangenehm wäre, die Unmöglichkeit der Abrüstung fest- gestellt zu sehend Gemeint ist dabei selbstverständlich Deutschland. Eine solche Vermutung klingt für die deutschen Ohren garnicht so ungeheuerlich, wie es dem „Temps" zu sein beliebt. Wenn die Abrüstung anderer Mächte außer Deutschland heute unmöglich ist, so wäre es begrüßenswert, wenn man dies endlich zugeben wollte. Oder glaubt wirklich das Presseorgan Briands, daß die Chancen, eine Abrüstung herbeizuführen, größer werden müßten, wenn
Oie heutige Hwmmee umfaßt 12 Seite«