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grschelnt täglich mit Avsnahm« der Sonn« und Feiertage. / Sezugsprels: Für den halben Monat RM. 17-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummern Freitag IS, SamStag 12 R-Psg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R«pfg. ^ Offertengebühr 50 R-Pfg.
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Graf Jeppe««" über Güddeufchtand
Dou Srüedvkhshafen übev IüvtG- Basel- Svekbuvs- MaAsvahs- Dasmstadt nach Svankfttvt a. M. - LmrüS übev Aeldelbevs- Gtuttsavt - Aus dev Rürkfahvt GeschtvltidksVeüsmsssmrseu - 126 Stunden-ärlometes - Lu 9 Stunden 1000 Kttometev ruvüBselest
Friedrichshafen, 20. Sept. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute morgen 8 Uhr 04 in Friedrichshafen gestartet. Ls nahm zunächst die Richtung nach der Schweiz, überflog Basel und Zürich unö wandte sich dann nach Südbaden. Freiburg, Karlsruhe und Mannheim überfliegend, gelangte es 1 Uhr 35 nach Frankfurt a. M„ wo es umkehrte. Einige Minuten vor drei Uhr wurde das Luftfckstff, von zwei Flugzeu^n begleitet, über Stuttgart sichtbar und flog dann in südlicher Richtung weiter, lleherall auf seinem Flug wurde das Luftschiff begeistert begrüßt. 5.30 Uhr erfolgte die Landung in Friedrichshafen die glatt von statten ging. Es wurden rund 1000 Kilometer in 9 Stunden 28 Minuten zurückgelegt. Dr. Eckener erklärte, daß das Ergebnis der zweiten Probefahrt sehr gut sei. Bei der Ankunft in Friedrichshafen lagen für Dr. Eckener eine große Anzahl von Glückwunschtelegrammen
vor.
Mit dem ZevveUn über GüddeEGliMd
von Bord des „Graf Zeppelin", 20. Sept. (Vom Sonderberichterstatter des WTB.). Zum ersten Mal sind heute Fahrgäste an Bord des „Graf Zeppelin" und so herrscht denn am Schiff, während es noch
'großen Dampfer, der in See geht Dann wird dre ‘Treppe abgezogen und auf einmal merkt man, wie in den Riefen leib reges Leben und Bewegung \ kommt. Das Schffi ist losgekoppelt, es beginnt » zu schweben und langsam und sicher aus der Halle zu gleiten. Währenddessen stehen die Fahrgäste im Salon beisammen, plaudern, schwatzen, lachen in y Erwartung eines interessanten Erlebnisses, um das sicher uns viele beneiden. Dorn« im Navigations- raum erklärt Dr. Eckener feinen Mitarbeitern die g Route, die bis zum allerletzten Augenblick g-heim- < gehalten wurde Inzwischen hat das Schiff vor der k Halle gedreht. Noch liegt es an den Tauen, dann I ein Pfiff, einer der Motoren beginnt zu laufen und £ in demselben Augenblick sind wir auch schon vom I Boden los Die übrigen Propeller fallen ein. Wir fahren, sind boD, 30, bald 50 Meter hoch. Ein I letztes Grüßen und Winken und schon dehnt sich I weit und grenzenlos das Land vor unseren Blicken, SBätber und FeDer, Bauernhöfe und Häuser, an I dem Bodensee liegt das stille Friedrichshafen. Dann I aber ist auch schon die weite Fläche des Bodensees I da. Die Sonne spiegelt sich in ihr durch flüchtigen, I dünnen HerbstnebA so, daß es den Augen weh tut. I Mr stehen am Fenster, während Commander I Rosendahl mir den heutigen Aufftieg technisch I erklärt. — Es war heute kein Ballonaufstieg wie I Samstag, sondern ein direktes Anfahren gegen den Wind.
Berge und Höhen und Wolken liegen unter uns.
8 Der Schiffskörper hat ein gleichmäßiges Stampfen I und Surren angenommen, wenn es einen Augen- x blick zum Bewußtsein vordringt, ist es das Gefühl, I in dem Salon eines modernen Turbinendampfers zu Men.
Wir fahren mit Begleitung: der Rhein unter uns, ein kleines freches Flugzeug neben uns, aus I dem Photographen ihre Kurbelkasten drohend gegen uns halten. Hinter Basel, wo die Sonne wieder durchkommt, springt ein kleines Schweizer I Flugzeug bis dicht unter uns vor. Der Pilot grüßt und winkt und gibt uns ein Stück Weges das Ehrengelest. Unter uns wandert der Schatten des I Schiffes unbeirrbar, und die Federn der Journa« • listen veranstalten zwischendurch wieder einmal ein I Wettrennen. Dann fliegt irgendwo ein Witzwort I auf. Der Steward fragt nach den Wünschen der I Herrschaften. Jemand verlangt stürmisch den „Ge- I schäftsführer", um sich über die langsame Bedie- I ming zu beschweren. Fröhliche Reifestimmung!
Interessant ist ein Besuch vorn im Skeuerraum.
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I Don Hier geht der Blick wundervoll noch vorn___ * noch allen Seiten. Jeder steht an seinem Posten, wird pünktlich abgelöst und hat seine bestimmten
7 Aufgaben. Vor dem Kartentisch arbeitet der Navi- 7 gationsoffizier mit Zirkeln und Tafeln, er mißt, $ vergleicht, rechnet nach: 2 Grad Ost! Der Steuer- P Mann am Sestensteuer nimmt das Kommando auf, I ^n Rad dreht sich, Reseroeloute werden angelernt, »eshalb stehen an jedem Steuer zwei. Wir haben I ."^e keinen Zeppelin gehabt. ; . ! Wir monöv- I e^ren viel, das Schiff steigt und senkt sich wieder. I in der Spitze fühlt man die Bewegungen rker. Wieder ein Kommando, die Maschinentele- £ ^Phen arbeiten, und zwischen allen steht uttberoeg- I Iu^ wie immer Dr. Usenet
„Graf Zqrpellns" erster Flug durch SSddeulschlcmd.
Aufnahme von einem Dornier-Flugzeug aus. Man sieht im Hintergrund den Friedrichshafener Flugplatz mit den großen Luftfchfff Hallen, vorne rechts das Schloß mit der zweitürmigen Schloßkirche, jetzt Wohnsitz des Herzogs Albrecht von Württemberg.
Das GGeßisVN der
ÄbrüKunssvevhandSunsen
Leitte Eknisuns übev die GntschlZetzsmssanLvüge - Dev Ätebv bettsentwuvk fite dèe deutsche Abordnung nnannehmbav
Geuf, 20. Sept Der Redaklionsausschuß, den der Dritte Ausschuß der Völker- bundversammlung (Abrüstung) gestern eingesetzt hatte, um zu versuchen, die Entschließungs- eatwürfe Paul-Doncours unddes Grafen Bern storff auf eine gemeinsame Form zu bringen, hat heute vormittag und heute nachmittag bis in den Abend hinein stundenlang getagt. Es ist nicht gelungen, eine Fassung zustande zu bringen, die alle Ausschußmitglieder annehmen konnten. Der Text, der als Mehrheits entwurf morgen an den Dritten Ausschuß und von da an die Völkerbundsversammlung geht,
Nach diesem Text soll die Westerführung der Ab. rüftungsverhandlungen völlig im unklaren und unbestimmt bleiben. Weder der Borbereitungsausschuß noch die Abrüstungskonferenz selbst, sollen zusammentreten, bevor die Regierungen, unter denen gegenwärtig Meingungsverschiedenheiten über das Ausmaß und die technischen Anlagen der Abrüstung bestehen, miteinander einig geworden sind, d. h. bevor über die Rüstungen zur See ein Abkommen unter den Seemächten, einschließlich Amerika, zustande gekonnnen ist.
Paul-Boncour hat heute in der Sitzung des Re- daktionsausschusfes — die hinter verschlossenen Türen tagte — auf eine Frage des Grasen Bernstorff geantwortet, wenn ein Abkommen über die See- rüstungen nicht zustaudekomme, dann seien die Bemühungen, im Rahmen des Völkerbundes zu einer Vereinbarung über die Gefamtabrüsiungen zu kommen, als gescheitert anzusehen. Da nicht das mindeste Anzeichen dafür vorliegt, daß die tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten, die im ver-
Der Kurs geht auf Baden-Baden. Die Journalisten mit Dr. Eckener und Commander Rofen- dahl senden Dr. Stresemann ihre besten Wünsche. Sie hoffen ihn bald wieder in Berlin gesund begrüßen zu können. In Baden-Baden wird der Gruß abgeworfen. Die Funkstation ist noch nicht in Betrieb. Sie wird noch immer abgestimmt auf alle mSgüch« Stationen.
ist für die deutsche Abordnung unannehmbar.
gangenen Sommer nach monakelangen Erörterungen die Genfer Seemächlekonserenz (Amerika, Japan, England) scheitern ließen. in der Zwischenzeit verschwunden wären oder nunmehr verschwinden würden, spricht alles dafür, daß die Abrüstungsbemühungen für alle absehbare Zeit auf den Nullpunkt angelangt sind. Es ist erfreulich, daß Graf Bernstorfs, nachdem er nun schon einmal gestern in seinem Entschließungsentwurf die Festsetzung eines bestimmten Zeitpunktes für die Avrüstungs- konferenz verlangt hatte, sich nicht darauf eingelassen hat, einem Text seine Zustimmung zu geben, der die Wiederaufnahme der Abrüstungsverhand- luugen praktisch auf völlig unbestimmte Zeit vertagt. Graf Bernstorff hat daran feskgehalten, daß der Völkerbund einen bestimmten Zeitpunkt für das Zusammentreten der Abrüstungskonferenz, das Jahr 1929, angeben müsse, und man möchte erwarten, daß die deutsche Abordnung, den Erklärungen des Reichskanzlers in der Völkerbundversammlung getreu, auch bei der Abstimmung in der Vollversammlung ihren Widerspruch gegen ein Manöver unbegrenzten Vertagens öffentlich zum Ausdruck bringt.
Mit Friedrichshafen besteht < dauernd Verbindung.
Das Schiff meldet von Zeit zu Zeit seinen Standpunkt. Dr. Eckener lammt zu uns in den Salon, schiebt sein Butterbrot aus der Tasche und frühstückt mit uns. Er schwört, nicht zu wissen wohin es ginge. Dann erzähl er, daß der Kurs Karlsruhe—Heidel- berg—Mannheim—^ronLfurt a. M. ist.
Mr haben langsame Ararfchgefchwindügkest, 110 Kilometer pro Stunde.
Das ist auch der Durchschnitt der bisherigen Fchrt. Alles funktioniert gut. Das ist die Qirmteffenj dessen was Dr. Eckener sagt.
Schließlich Frankfurt.
Ein riesiges graues Häusermeer mit dem hostenden SSertehrsgetriebe der Großstadt. Aber plötzlich scheint es, als habe ein Zauberstab die Stadt berührt. Alle Räder stehen still, alle Hände haben die Arbeit niedergeiegt, die Autos und Straßenbahnen halten, die Leute sind ausgestiegen und jubeln dem fliegenden Riesenschiff zu, das noch gewaltiger gegen den Flugzeugen erscheinen mag, die es hier begrüßen. Auf den riesigen Werksanlagen der 3. G. Farben in Höchst ist es nicht anders: Die Arbester kommen zu Hunderten, zu Tausenden herausgerannt, sie Kettern auf die Döch-r, auf die Reffelanlagen. Das Schiff fährt in gleichmäßig ruhigem Rurs.
Am Steuer steht Eckeners Junge, 24jährig, Diplomingenieur,
blond und kräftig. Man sieht ihm den Stolz darauf an, daß er dieses stolze Schiff steuern darf. Ich frage Commander Rosendahl nach seinem Urteil über die Fahrt. Er spricht besonders über die Ge- schrvindigkest.
Der »Graf Zeppelin" ist etwa 20 Minuten schneller als ine Los Angeles.
Seine Durchfchnittsgefchwindiskest entspricht etwa dem Maximum der Äs AngÄes.. Der Durchschnitt ist 120 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit wird man nächstens über dem Bodensee sehen, sagt Dr. Eckener.
Als Stuttgart erreicht ist, grüßt der »Gras Zepplin" mit einer Neigung das Grab des Mannes, dessen Namen er trägt Dann ging die Fahrt wester nach Reuümgen, Hachingen. Alles lag in der freundlichen Nachmittagsfonne so zierlich, als sei es Spielzeug für heute aus der Schachtel genommen und auf gebaut und genau so die Burg H^enzollern mit ihren schlanken Türmen und Erkern. An der Rauhen Alb hatte uns der Wind gepackt. Die Besatzung hat uns das nachher erzählt — wir hatten es nicht gemerkt, sondern unsere 2tufmerbfamteii der Schönheit des Dorumtales gewidmet, das sich in einer überraschenden Offenbarung vor uns auftat. Weite Felsen stiegen aus dem Grün der Waldungen hervor, sie haben in der Sonne ein fast glückliches Leuchten. Das wohlgepflegte ehrwürdige Kloster Beuron zieht oorWer. Glücklich das Raffeln der Maschinentelegraphen. Flemming reißt den Hebel herum, Kommando: Mit aller Kraft voraus! Das schrill« Klingeln der Telegraphen verstummt. Einen Augenblick geht etwas wie tiefes Atemholen durch das Schiff und dann springt feine ganze Kraft an, 260 PS zum ersten Male. Noch keine Minute vergeht und
»Graf Zeppelin" rast mit einer Geschwindigkeit von 137 Kilometer über den Boden hin.
Den Wind abgerechnet beträgt die Geschwindigkeit 126 Stundenkilometer. Diese Messung ist das praktische Hauptergebnis des Tages. Aber das ist nicht alles. Es sind etwa 90 Personen an Bord, darunter viele Werstangchörige, die zum Teil in einem Laboratorium neben den Befatzungsräumen Versuche vorgenommen haben. Der „Graf Zeppelin" ist neun Stunden 28 Minuten unterwegs gewesen. Er hat eine Strecke von über 1000 Kilometer zurückgelegt. 20 Minuten, nachdem wir gelandet sind, ist das Schiff auch schon in der Halle geborgen.
Die nächste Kabel »SeppotinS"
Friedrichshafen, 20. Sept. Wie Dr. Eckener erklärt, wird vor nächsten Dienstag keine meitere Fahrt gemacht werden, da sich bei der heutigen Fahrt herausstellte, daß die Sendeanlage der Radio- station stark unter Störungen leidet. Die nächste Fahrt soll daher auch nur einen kleineren Umfang antiehmen, um die Sendeanlage zu prüfen.
Dee «clchsvväsident au Slbmieal Senke«
Berlin, 20. Sept. Der Reichspräsident richtete heute mittag folgenden Funkspruch an den Ches der
Am heutigen Tage, an dem Sre Ihre Flagge auf der Flotte niederholen, gedenke ich Ihrer auf- op erNden Tätigkeit im Dienste des Vaterlandes, Ihrer hervorragenden Leistungen in Krieg und
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