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Mr. 213

Montas den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferun­ober Nachliefening oder aus Rückzahlung deS Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstag« der Anz«ig« wird feine Gewähr geleistet.,Geschäftsstelle: Hammerstr.s / Fernspr. 3956,3957,3958

sn

1C. Gevtemvev 1928

Die Linzelberaluugen in Genf bezüglich der

Räumungsfrage haben am Samstag begonnen und sollen heule fortgesetzt werden.

Der deutsche Botschafter in Moskau, Gras

Brockdorff-Rantzau, ist während seines Heimat­urlaubs in Berlin unerwartet einem Herzschlag er­legen.

Der französische Kriegsminister PainlevL be­

stritt in einer Rede, daß ein Wiederspruch bestände

zwischen dem Friedenswillen Frankreich und seiner

Bewaffnung, und verkündete, daß die französische

Armee eine Macht im Dienste des Friedens sei.

Auf der Automobil-Rennbahn in Monza wurde ein Rennwagen mit 200 film. Geschwindig­keit in die Zuschauermenge geschleudert, wobei es 19 Tote und 26 Verletzte gab.

Dv. Gurtius über das Revavaüansvvoblem

Köln, 9. Sept. Bei der Eröffnung des 7.

-

gemeinen Deutschen Bankierstages gab Reichswirt­schaftsminister Dr. Curtius in feiner Begrüßungs­rede im Ramen der Reichsregierung und der preußi- scheu Regierung zum Reparationsproblem folgende Erklärung ab:

Diese bedeutsame Tagung wird mit einer Dar­stellung der Finanzwirtschaft beginnen. Sie werden dabei das Reparationsproblem in den Mittelpunkt stellen. So fällt der Schatten dieses deutschen Schick- falsproblems auf diese ganze Beratungen. Die Zu­rückhaltung der Reichsregierung in der öffentlichen Erörterung der Lösung der Reparationsfrage hat ^bisher allgemeine Billigung gefunden. Solche Ju- »JiMtfbgltunq ist beute do: ' ~ ' '

V

Brennpunkt der

rung Hak, gestützt auf unser Recht und pol nunft durch den Reichskanzler alsbaldige Räumung der besetzten Gebiete gefordert. Die Verhandlungen darüber sind im Gange. Die Gegenseite hat dabei auch Verhandlungen über die Reparationsfrage an­geregt. Wir erkennen die Abhängigkeit des Räumungsverlangens von einer Reu­

rege Lung unserer finanziellen Verpflichtungen nicht an und wissen, daß gerade das Rheinland xeineErkaufungderRäumungablehnt.

Daß die Reichsregierung aber jederzeit bereit war ? und sich bereit erklärt, über die Reparationsfrage zu , verhandeln, möchte ich ausdrücklich betonen.' (Be­richt über den Bankiertag siehe Seite 2.)

»Oie französische Stetttee eine Macht im Dienste des Friedens"

s Paris, 9. Sept. Der 14. Jahrestag der Marne­schlacht wurde heute in Meaux festlich begangen. Nach dem Festgottesdienst, an dem Kriegsminister Painlevö, wie üblich, nicht teilnahm, fand ein Sanifett im Rathaus statt, dem diplomatische Ver- r Ureter Belgiens, der Vereinigten Staaten, Englands, Italiens, der Tschechoslowakei, Südflawiens und Polens und auch Spaniens, Griechenlands, Mexikos ' und Portugals beiwohnten. Der Kriegsmini- ster hielt die Festrede, in der er Frankreich und die Leistungen der französischen Armee in geziemen­der Weise feierte. Leider begnügte er sich damit nicht. Er bezeichnete den Sieg an der Marne als

eben gemeinsamen Sieg aller Völker, die den Wunsch höben, in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit zu leben, und machte sich das amerikanische Wort zu -»gen, daß die Franzosen an der Marne die Welt von der Sklaverei gerettet hätten. Herr Painlevè nimmt damit die berühmte These auf, daß der Welt­krieg ein Kreuzzug gegen die deutsche Barbarei ge­wesen sei.

Im weiteren Verlauf der Rede sprach Painlsvè ; auch über den Kelloggpakt. Der Kellogg-Pakt, er- I klärte er, fei nur deshalb möglich geworden, weil die Schlacht an der Marne von Frankreich gewon- ( neu wurde. (!) Wenn Frankreich im Kriege unter- I fegen wäre, so wäre damit jede Hoffnung für eine ; Wiedevoevsöhnung dahingeschwunden. Es bestehe kein Widerspruch Mischen der heutigen Gedenkfeier r und dem Beitritt Frankreichs zum Kellogg-Pakt, ! ebenso wie es keinen Widerspruch gebe zwischen ' seinem Friedenswillen und seiner Bewaffnung. Die j französische Armee sei eine Macht im Dienste des Friedens. Im augenblicklichen Zustand Europas könne Frankreich, wenn es sich nicht einer tob« brtngenben Unvorsichtigkeit aussetzen woll«, nicht : sein« Rüstung verzichten.

É Sainlwé erklärte weiter, daß alle Versuche, in die Armee Disziplinlosigkeit und Unordnung hinein- > Aut ragen, bestraft werden würde. Er machte damit offenbar eine Anspielung auf die kommunistische Propaganda. Wenn der Friede eines Tages zum ' Unglück der Welt wieder gebrochen würde, so würde d>e Schlagkraft der ftanzösffchen Armee um so stär- - .r, soin, als jedermann, vom Offizier bis zum Ë ^machen Soldaten eine um so größere Ueber» I Rügung hätte, daß Frankreich alles getan habe, um I öen Frieden zu erhalten. Dieser Ueberzeugung sei es i Ü bansen gewesen, wenn die französische Armee

M der Marne und in Verdun standgehalten habe.

Schweres Ältriounglüch in Statten

Bitt Rennwasen in die SusGaueemeuse gsschleudevt - 10 Tote und 26 Vevwnndete

Mailand, 9. Sept. Auf der Monza-Bahn fand heute das Autorennen um den Großen Preis von Europa stakt. Dabei streifte das Auto Materassis, der mit einer Geschwin­digkeit von ungefähr 200 Kilometer fuhr, einen anderen Wagen, stürzte um und wurde in das Publikum geschleudert. 19 Personen, darunter Materassi, wurden getötet, 26 ver­wundet darunter einige sehr schwer.

M o n; a, S. Sept. Das schreckliche Unglück auf der Rennbahn hak sich vor der E b r e n ' > ü " e ereignet, in der die obersten Behörden Platz neh­men. Durch das schöne Wetter angelockt, gatten sich etwa 80 000 Personen, darunter viele Aus­länder, zu diesem größten Aulomobilrennen ein- gefunden. Um 10.30 Uhr gab der Unterstaals- sekrekär des Ministerpräsidenten, Giunta, das

Zeichen zum Start, zu dem sich 22 Rennfahrer ge- meldet Hallen. Bei den ausgezeichneten Verhält­nißen auf der trockenen Rennbahn wurden schon in den ersten Runden Durchschnittsgeschwindig- keiten von 154 Klm. die Stunde gefahren, was auf der Geraden eine Geschwindigkeit von nahezu 200 Klm. erfordert. Materazzi auf Talbot hatte schon in der zweiten Runde ein Rad gewechselt, er war bis tu feinet verhängnisvollen 17. Runde der Fünfte und hatte gerade 170 Kilometer zurück- gelegt, als sich die Katastrophe ereignete, vier Rennwagen waren unmittelbar hintereinander aus der Kurve in die lange gerade Strecke vor den Tribünen eingeschwenkt. Materazzi fuhr mit höchster Geschwindigkeit dicht hinter Fo r e ft t (auf

agen Materazzis, der offenbar ihm in Berührung gekommen

waren, machte der mit dem Wagen vor

's. vlöhlich einen Ruck nach rechts, wandte sich dann blitzschnell nach links, setzte über einen drei Meter breiten Graben und wurde

mitten in die Zuschauer geschleudert, die auf dem breiten Platz vor den Tribünen standen. Die Zuschauer waren dicht gedrängt in mehreren Reihen ausgestellt, um das Rennen aus nächster

Botschafter

BroBdorft - Rantzau t

Berlin, 9. Seps. Der deutsche Botschafter in Moskau, Dr. jur. Ulrich Brockdorff-Rantzau, ist am Samstag abend in Berlin in der Wohnung Bruders infolge eines Schlaganfalls plötzlich verschieden. Graf Brockdorff-Rantzau, 60. Lebensjahr stand, hat sich durch feine historische Rolle und durch seine Gegenwarts- leistungen gleichermaßen um das deutsche Volk hochverdient gemacht. Der plötzliche Tod dieses hervorragenden Diplomaten bedeutet einen außerordentlich schweren Verlust für die deutsche Politik. Sein Mame wird in der Geschichte fortleben.

Graf Brockdorff-Rantzau Halle am 24. Juli seinen Erholungsurlaub angetreten. Er kam nach Berlin und nahm bei feinem Bruder Wohnung. Einige Wochen später begab er sich auf seinen Landsitz nach Schleswig, wo er sich vollkommen er- fiolte. Gesundheitlich wieder ganz auf der Höhe, ehrte er dann nach Berlin zurück. Vor etwa einer Woche erkrankte Graf Brockdorff-Rantzau an einer Halsentzündung, die ihn ans Zimmer fesselte. Vor etwa drei Tagen trat dann plötzlich eine ernste Verschlimmerung seines Zustandes ein. Zu der Angina gesellte sich eine Herzaffektion. Am Sams­tag wurde dann der Zustand des Kranken ganz un- erwartel bedenklich. Das Herz setzte mehrfach aus. Der Botschafter war vollkommen bei Besinnung, ählte sich jedoch sehr schwach und ließ seine Um­gebung wißen, daß er sein Ende nahen fühle. In den Abendstunden versammelte sich seine Familie um das Krankenlager. Einige Minuten nach 10 Uhr erlitt er einen Schlaganfall und verlor das Bewußtsein. Um %11 Uhr trat der Tod ein. Die Beisetzung findet am Donnerstag mittag in der Familiengruft Anellenhöh statt. Am Dienstag vor­mittag wird in der Berliner Dreifaltigkettskirche im Befoin der Behörden und des dplomatischen Korps ein Trauergoltesdienst abgehalten.

Ueber den Lebensgang des Verstorbenen sei kurz gesagt, daß Ulrich Brockdorff-Rantzau im Jahre 1869 in Schleswig als Sproß des alten holsteini­schen Gvafengeschlechts der Rantzau geboren wurde. Seine Mutter war eine geborene Gräfin Brock- dorff. Er hatte zuerst RechtswissensckMften studiert, den Doktorgrad erworben, und nach einer kurzen. Dienstleistung als gktiver Offizier sich der diploma­tischen Laufbahn zugewandt, die ihn über Brüssel, Petersburg, Wien und den Haag nach Budapest führte, wo er Generalkonsul war, bis er 1912 zum Gesandten in Kopenhagen ernannt wurde. Hier verblieb er bis nach der Revolution. Nach Kriegs­ende wurde er am 20. Dezember 1918 durch den Rat der Volksb eauftrogten zum Außenminister er-

Rähe zu verfolgen. Der Rennwagen wurde mit aller Wucht in den Menschenknäuel geschleudert und richtete ein schreckliches Blutbad an. Die Menschen wurden etwa zehn Meter weil buchstäblich wie Halme umgelegt. In weitem kreise lagen schrecklich verstümmelte Leichen und stöhnende Verletzte herum. Die Bergung der Verunglückten wurde sofort in Angriff genommen. Die Sanilälsmann- schaflen waren nicht sobald zur Stelle, da jman nicht an die Möglichkeit eines Unfalles an dieser Stelle gedacht und die Posten auf die Kurven der Rennbahn verteilt Halle. Mit Privakaukomobilen wurden die Token und Verletzten in das Kranken­haus von Monza gebracht. Das Publikum stob für sättig auseinander; mehrere Frauen fielen in Ohnmacht. Eine große Anzahl Personen suchte ver­zweifelt nach ihren Angehörigen. Bis jetzt konnten noch nicht alle Opfer identifiziert werden. Die llnglücksstelle wurde von Polizei und Miliz ab­gesperrt.

Monza, 9. Sept. Nach der amtlichen Mitteilung der Rennleitung über das Rennbahnunglück ist der Rennfahrer M a t e r a s s i mit einer Stunden-

seines Vorderrades gegen das linke Hinterrad des Wagens Forestis ins Schleudern gekommen und so

über die Wiese, den Zaun und den Graben, die die Rennbahn vom Publikum trennen, mitten u n - ter öie Zuschauer gestürzt. Neben den 19 Toten sind 26 Verwundete zu beklagen, wovon einige schwer verletzt sind, so daß mit Opfern gerechnet werden muß.

weiteren

Graf seines der im

nannt. Seine Aufgabe, den Frieden zu schließen, konnte er nicht völlig zu Ende führen. Wohl war er noch der Führer der deutschen Friedensabovünung, die am 9. 5. 1919 zum erstenmal mit den alliierten Mächten in persönliche Berührung trat. Er hielt dabei eine JRebe, die von der Kritik der alliierten Presse abgelehnt wurde. Havas berichtete, daß, als der Graf seine Rede Den-d in Versailles hielt, habe Balfour gegähnt, Wilson seine Entrüstung kaum verbergen können und Lloyd George ge­flüstert:Deutsche Dummheit!" Wegen der seiner Meinung nach der Ehre des deutschen Volkes zu nahetretenden Friedensbedingungen trat der Graf am 20. Juni 1919 mit dem Kabinett Scheidemann zurück. Der Friede wurde dann am 28. Juni nach dem Diktat der Alliierten von Hermann Müller und Dr. Bell unterzeichnet.

Im Herbst 1922 wurde Graf Brockdorff-Rantzau, der inzwischen der Demofratifcben Partei beigetreten war, als Leiter der deutschen Vertretung nach Mos­kau entsandt. Diese war seit der Abberufung von Dr. Helfferich im Jahre 1918 unbesetzt gewesen. Später wurde er dort zum Botschafter ernannt. Seine neue Tätigkeit trug ihm am fünften Jahres­tag seiner Beglaubigung ein Glückwunschschreiben des Russischen Sowjet-Republik, Kalinin, ein, in dem B.'s Perdienste um die Beziehungen der beiden Völker gewürdigt wurden.

»(Sitte nahem tmarrsfiM- have LüBe^

Baden-Baden, 9. Sept. Reichsoußenminister D r. Stresemann sandte zum Tode des deut­schen Botschafters in Moskau, des Grafen Brock­dorff-Rantzau, an dessen Bruder in Berlin folgen­des Beileidstelegramm:

Tief erschüttert von der Nachricht des unerwar- ten Hinscheidens Ihres Herrn Bruders, des Bot­schafters Graf Brockdorff-Rantzau, bitte ich Sie, mein herzliches und aufrichtiges Beileid entgegen­

zunehmen. Ich bedauere es sehr, Ihnen nicht per­sönlich die Empfindungen, die mich bei der Nach­richt von dem Tode Ihres Herrn Bruders be­rührten, aussprechen zu können und bitte Sie, im Geiste meinen Händedruck entgegen­zunehmen. Der Tod des Grafen Brockdorff-Rantzau hinterläßt eine nahezu unausfüllbare Lücke in unse­ren Reihen. Seine Vertretung des Reiches in Ver­sailles undd die mit großem Erfolg durchgeführte Aufgabe in Moskau werden ihm ein dauerndes An­denken sichern."

Berlin, 9. Sept. Der Reichspräsident hat zum Tode des deutschen Botschafters Graf Brockdorff- Rantzau im Laufe des heutigen Vormittags durch Staatssekretär Meißner dem Bruder des Verstorbe­nen, Ernst Graf Brockdorff-Rantzau, sein herzlichstes Beileid aussprechen laßen.

Genf, 9. Sept. Reichskanzler Hermann Müller hat an den Bruder des plötzlich verstorbenen Bot­schafters folgendes Beileidstelegramm gerichtet:

Zu dem so plötzlichen Tode des Grafen Brock­dorff-Rantzau sende ich Ihnen den Ausdruck meines herzlichsten Beileids. Sie wißen, wie sehr ich Ihren Bruder schätze, der in schwerster Zeit als Außen­minister Deutschlands Wortführer war. Aus seinem für die deutsche Republik erfolgreichen Wirken be­rief ihn der unerbittliche Tod viel zu früh ab."

RuiMwes Beileid

Moskau 9. Sept. Das Mitglied des Kollegiums des Außenkommissariats, Alexandrowski, sowie die Abteilungschefs im Außenkommissariat, Florenski und Stein, drückten dem deutschen Botschaftsrat hey ihr Beileid im Namen der Sowjetregierung und des Außenkommissariats zum Ableben des Grafen Brockdorff-Rantzau aus. Der stellvertretende Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, sowie der Abteilungschef im Außen­kommissariat, Stein, übersandten dem Bruder des verstorbenen Botschafters, Ernst Grafen Bockdorff- Rantzau; Beileidstelegramme.

Beratungen

Genf, 8. Sept. Reichskanzler Müller und Lord Cushendun verließen heute gegen Mittag die Vollsitzung der Bundesversammlung und be­gaben sich gemeinsam zu einer Besprechung ins Hotel Beau Rivage. Die Unterredung dauerte von 12.15 bis 13 Uhr. Es waren außer den beiden Staatsmännern anwesend Staatssekretär vom Schubert und der englische Delegationssekretär' Selby. Der ReichskanFer legte in ausführlicher Weise den deutschen Standpunkt in der Rhein­landfrage dar. Lord Cushendun erklärte sich be­reit, die Besprechungen in der geplanten Form fort­zusetzen und ihren Gegenstand auch in einer g e- me infamen Besprechung der Be­satzungsmächte zu erörtern. Wie wir von englischer Seite erfahren, hat Lord Cushendun den Reichskanzler gefragt, welche Pläne, besonders finanzieller Art, Deutschland bei der Lösung der Rheinlandfrage vorzuschlagen habe.

Gens, 9. Sept. Der Reichskanzler beabsichtigte, den Sonntag für Einzelbesprechungen zu beutzen. Doch der belgische Außenminister Hymans hatte außerhalb Genf zu tun, Sesaloja scheint noch aus nähere Instruktionen aus Rom zu warten. Infolge­dessen mußte der Reichskanzler von der Fortfüh­rung der Besprechungen für heute Abstand nehmen. In Begleitung einiger Delegationsmitglieder fuhr er nach Annesfy.

Erst am Montag werden die Einzelbe- s p r e ch u n g e n in Fluß kommen. Man weiß vor­läufig nicht, auf welcher Grundlage sie geführt wer­den sollen. Bei den Franzosen rechnet man jetzt auf eine finanzielle Transaktion, die zwischen Deutsch­land und Frankreich vorgenommen werden gönnte, ohne die Schuldenverhältnisse der beiden Staaten zu Nordamerika in diese Transaktionen einzubeziehen oder davon abhängig zu machen. Natürlich hätte diese Transaktion einen vorläufigen Charakter, und würde in einer weiteren finanziellen Vorleistung Deutschlands bestehen. Französisch« Delegierte taxieren diesen Versuchsballon mit. der Be­merkung, Frankreich benötige für den Zinsendicnst seiner Schuldenverpflichtungen an Amerika Selb, und vertreten die sonderbare Meinung, Deutsch­land wäre imstande, Frankreich dabei Hilfe zu leisten. Bis Dienstag abend dürften die Emzelbe- sprechungen dauern. Für Mittwoch ist die Zusam­menkunft der Vertreter der Besatzungsmächte an- gesetzt.

Die fremden Trugen im Letzten Gebiet

Berlin, 8. Sept? Gemäß einer von -den Blättern gebrachten Zusammenstellung befanden sich nach dem Stande vom 15. Juni d. Js. im besetzten Ge­biete rund 67 000 Mann und zwar 54 751 Franzo­sen, 5 553 Belgier und 6 760 Engländer. Hierin ist auch das Heeresgefolge enthalten, nicht einbegriffen find die Familienangehörigen. Es befinden sich An- gehörige von 7 900 verheirateten Besatzungsmann. Schäften im besetzten Gebiet. In der zweiten Zone

Die benttse LLummsv umfaß* 10 Setten