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Weseral-Anzeiger für

nzeiger

W<MÄN Stadt und Land

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Ne. 198

Mittwoch den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. / Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieh« keinen Anspruch auf Liefen»- oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstag« der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Feraspr. 3956,39«, 39M

22. August

1928

Das Musste.

Die 25. Konferenz der Interparlamentarischen

Union wurde gestern durch den Zusammentritt ver­

schiedener Kommissionen eingeleilet. Die Union hob

hf einer Entschließung die Treuhänderschaft des

Solonialmandats gegenüber b-m Völkerbund her­

vor.

Der Flaggenstreit zwischen dem Berliner

Magistrat und den Hotels hat sein Ende gefunden.

- In Frankreichs Staatsbudget für 1929 find

160 Millionen Mark deutsche Reparationszahlun­

gen zum ersten Mal in das Budget aufgenommen.

Auch sollen für 200 Millionen Mark Sachleistun­

gen Verwendung finden.

Die Berliner Kriminalpolizei konnte Mit­glieder einer internationalen Fälscherbande verhaf- fen, die sich mit gefälschten Kreditbriefen große

Summen erschwindelten.

I âsm Ostiocavuo, adev

[ RevMsu der Sfisvemeu

Deutscher Oberschlesiertag in Lauban.

Cauban, 21. Aug. Die diesjährige Tagung der I Bereinigten Verbände heimallreuer Oberschlesier

sand am Samstag und Sonntag in dem festlich

geschmückten Lauban statt, zu der viele Hunderte

I von Oberschlesiern aus der Grenzprovinz selbst wie

ms ganz Deutschland erschienen waren. Die Ver- I anftaltung wurde eingeleitet durch einen am Sams-

tagtag abend im großen Bellevuesaal abgehaltenen I Empsangsabend, der sehr gut besucht war und in I dessen Mittelpunkt die Reden des ehem. Reichstags- ROgeordnelen Generaldirektor Dr. Ing. Schmidt- k checzberg ^nd de^ Iâiârats Dr. Lriedtaader- I feiau standen. Dr. Ing. Schmidt wandte sich in I léinen Ausführungen gegen die Krlegsschuldlüge, I sprach von der Schuld des Panslagtsmus, forderte I eine Revision der Grenzziehung Oberschlesiens,

I schte sich für ein anständiges und würdiges I Freundschafts- und Friedensverhältnis zwischen I Deutschland und Polen ein, lehnte aber ein Ost- I locarno scharf ab. Die Rede schloß mit einem R Treuebekenntnis zum Deutschtum. Von den Ver- I sammelten wurde bedauert, daß diese Rede von der k' Funkstunde in Breslau wegen angeblicher Ein- I leitigteit und parteipolitischer Stellungnahme zur b Durchgabe abgelehnt worden sei. Am Sonntag I Wgte eine Kundgebung auf dem Steinberge, bei I der Oberbürgermeister Kaschny-Ratibor sprach. Er I schiaß seine mit stürmischem Beifall aufgenomme-

F nen Ausführungen mit etwa folgenden Worten: I »Die oberschlesische Frage ist eine Schicksalsfrage I des deutschen Volkes. Die Rechtsverwahrung und ur Buchhaltung des Protestes gegen das an öber- I schiasien verübte Unrecht müssen solange ausrecht- $ falten werden, bis das unserer Heimat angetane I schacht wieder gutgemacht ist. Darum müssen wir I 'noig die breiteste Oeffentlichkeit über die allen I ualkerrechtlichen Begriffen hohn sprechende Zer- I !un9 und vor allem über die dadurch ge= I Musfene Lage aufklären. Wir wollen das feierliche I ^iabnis ablegen, allzeit unsere ganze Kraft ein- | x KGn ^r unsere Heimat Oberschlesien, für des f Ulschen Volkes Wohlfahrt und des Vaterlandes Wiederaufstieg."

I t ^n einer in diesem Sinne abgefaßten Entschlie- °ung, die an die deutsche Reichsregierung gesandt wurde, heißt es:Von den maßgebenden Stellen ' im» < ^en Reiches erwarten wir, daß sie kein Mel unbenutzt lassen, den Genfer Spruch umzu- yen- Don einem Ostlokarno kann keine Rede fein, Ä ist die ganze Ostgrenze so zu ändern, daß ' natürliche und tragbare Verhältnisse entstehen. Erst : ^ufu zwischen Deutschland und Polen wirk-

^iF Friede herrschen und damit einer der für den Frieden gefährlichsten Brandherde gelöscht werden.

See ameM. Avbö»smi«istev

Daves in Neettn

st^^iu, 21. Aug. Der amerikanische Arbeitsmini- wir^^"ES hält sich gegenwärtig in Berlin auf und emtünJH ^an Mittagsstunden vom Reichskanzler Kiiu^ii^u werden, während er am Nachmittag Au em7l5^ Schurz-Vereinigung sein wird. Der wie h «bes amerikanischen Arbeitsministers ist, lick, £1 Nachrichtenbüro des VDZ. hört, nament- iür r,/?»^ ÖDn großem Interesse, weil Daves die na* nr tf^(anb wichtige Frage der Einwanderung ijchug. ?^ika ressortmäßig bearbeitet. Ferner beab- en M amerikanische Arbeitsminister die sozia-

'Urichtungen Deutschlands zu studieren.

minHtL'" Berlin weilende amerikanische Arbeits- b°t°n7-''"Kabinett Coolidge, James I. Daves, ter hPr "^laer Unterredung mit einem Mitarbei- such s'^ N- 3" ausdrücklich, daß sein Be­trage Ä,?^'lllich privaten ^^"^^/^r im Ja^"^ersten Mal betrat Daves Deutschland '-Nfct ^ wo er in Koblenz kurz nach dem ^Bfe1 weilte. - Auf die Frage, ob er Besuch/,?'^ w Deutschland seit seinem letzten u. o.. ^rändert finde, erwiderte Mr. Daves

^' mastig. Ich bin zwar kein Optimist. aber

Das Parlament der Parlamente im Aeichstag Die 28. ^pufevenr dev Liuievpavtamentavrfcheu Änwu

Berlin, 21. August. Zur Tagung dec Interparlamentarischen Union sind im Laufe des heutigen Tages die meisten ausländischen Teilnehmer in Berlin eingetroffen. Bisher ist die Teilnahme von 561 Parlamentariern angemeldet. Die Räume des Reichstagsgebäudes sind festlich geschmückt. In der Kuppelhalle sind die Standbilder der Reichspräsidenten Ebert und v. Hindenburg mit Blumenschmuck umgeben. Vier große Banner in den Reichsfarben hängen herab, daneben die Fahnen aller in der Interparlamentarischen Union vertretenen Länder. Deutschland ist auf der Tagung mit 71 Parlamentariern vertreten. Sie gehören allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten und Rationalsozialisten ün.

Äie Reichskagsverwaltung hat die Einrichlung des Gebäudes dem jetzigen Zweck als Tagungsort des Parlamentes der Parlamente angepaßt. Am Dienstag nachmittag traten die Abrüskungskommis- sion sdeutscher Vertreter Abg. Dr. Breilscheid), die Kommission für koloniale Fragen (deutscher 23erste­het Abg. Dr. Schnee) und die Kommission für 2tlin- derheiksfragen (sie heißt offiziell Kommission für ethnische Fragen) zusammen. In der Blinderheiten- kommission ist Deutschland durch den früheren de­mokratischen Abgeordneten Heile vertreten. Die Ab­rüstungskommission, die von dem früheren däni­schen Wehrminister Dr. P. Rlunch geleitet wurde, beschloß, zur Prüfung der Sicherheilsfrage und der aus dem Kelloggpakt sich ergebenden Folgen eine llnterkommission einzusehen.

Besinn dev ÄusßchttH- vevhandlsmsets

Berlin, 21. Aug. Die 25. Konferenz der Inter­parlamentarischen Union wurde heute durch den ZujarniuMtä verjchWdrner <$#s«4tiÄMtÜi^ So versammelte sich zunächst in den Vormittags­stunden der Ausschuß für Wirtschafts- und Finanzfragen, an dessen Beratungen als Vertreter der deutschen Gruppe der volksparteiliche Abg. Dr. Schneider-Dresden teilnimmt.

Der Vorsitzende, der ehemalige Finanzminister der Niederlande Dr. T r e u b, konnte in der be­reits gemeldeten Sitzung feststellen, daß alle Aus­schußmitglieder, Vertreter von etwa 15 europäischen und amerikanischen Parlamenten, mit der Ver­handlungsführung in deutscher Sprache ein­verstanden waren. Es wurden namentlich die Aus­wirkungen erörtert, die die Beschlüsse der bisheri­gen internationalen Wirtschaftskonferenzen auf die tatsächliche Handelspolitik der in der Union ver­tretenen Länder gehabt haben. Der deutsche Reichs­tagsabgeordnete Dr. Schneider- Dresden konnte dabei auf die vom Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius, eingeleiteten Maßnahmen und auf die weitgehenden Zollermäßigungen des deutsch-fran­zösischen Handelsvertrags hinweisen. Dann gab der frühere ungarische Handelsminister Baron Joseph Szteren'yi einen Bericht über das internatio­nale Trustwesen. Damit war die Sitzung beendet.

Der Ausschuß für koloniale Fragen be­schäftigte sich mit einer Entschließung, die bereits im vorigen Jahr von einem Unterausschuß in Pa­ris beschlossen war.

Diesen Beratungen lag die Denkschrift von Gouverneur Dr. Schnee zugrunde. In der heu­tigen Sitzung wurde die Entschließung mit ge­ringen Aenderungen angenommen. Sie sagt:

Die Interparlamentarische Konferenz erneuert die Wünsche, die durch die 22. interparlamentarische Konferenz in Bern und Genf zugunsten der Festigung und Vollendung des Systems der Kolonialmandate ausge­drückt sind, so wie es durch Artikel 22 der Völker­bundsatzung festgelegt ist. Sie hebt insbesondere hervor,' daß die Kolonialmandate, die dem Manda­tar anvertraut sind, eine Treuhänderschaft (Trustee­ship) darstellen, die unter der Aufsicht des Völker­bundes im Interesse der Bevölkerungen der Man-

ich glaube, daß Deutschland das Schwer ste überwunden hat und im langsamen aber sicheren Aufstieg be­griffen ist." Ueber die Lage aus dem ameri­kanischen Arbeitsmarkt befragt, erklärt Daoes, sie fei befriedigend. Daves glaubt als Republikaner natürlich an den Sieg des republikanischen Präsi­dentschaftskandidaten Herbert Hoover. Daves zeigte sich über das in Berlin Gesehen« sehr erfreut und äußerte sich in anerkennenden Worten über die Aufmerksamkeit, die man ihm mit dem Emp­fang beim Reichskanzler und mit der Besichtigung des Reichstages erwiesen hatte.

Ave! weitere Ausschlüsse aus dev Deuischnationalen Soirspavter

Hannover, 21. August. Der Vorstand des Lan­desverbandes Hannover-Süd der Deutschnationalen Volkspartei hat in feiner Sitzung vom 18. ds. Mts. einstimmig (bei einer StMEnèltunZ den An- inag auf AussthLuß der Herren Garwovstcher Hans

Hinter den Kliffen des engl. - svanrösischen Rüftunssabkonimens

Alle Anzeichen deuten daraufhin, daß der amerikanische Staatssekretär Kellogg seine Reise nach Europa dazu benutzen wird, um sich mit der französischen und der englischen Regierung gründlich über das englisch-fran­zösische Rüstungsabkommen auszusprechen. Wahrscheinlich wollte Chamberlain mit seiner Absage an die Pariser Zusammenkunft in erster Linie eine Begegnung mit dem amerika­nischen Staatssekretär durchkreuzen. Er hat da­mit seinen Zweck aber doch nicht ganz erreicht, denn Kellogg wird nach London kommen und dort seine Neugierde zu befriedigen versuchen. In Washington hat man bereits zu erkennen gegeben, daß man von der Aussprache Kelloggs bestimmte Ergebnisse erwartet. Man hat die Oeffentlichkeit davon verständigt, daß die amerikanische Regierung vor der Rückkehr Kelloggs von seiner europäischen Reise über die Tragweite der englisch-französischer Ver­ständigung nichts weiter zu sagen habe. Washington will also warten, bis Kellogg er­gründet hat, was die englisch-französische Ver­ständigung bedeutet und welche Gegenmaß­nahmen sie nötig macht. So spinnen sich also um die Unterzeichnung des Kellogg-Paktes ganz sonderbare diplomatische Fäden.

Bisher hat die amerikanische Regierung der Oeffentlichkeit keineswegs verhehlt, daß sie die englisch französische Verständigung über die Begrenzung der Seerüstung mit recht arg­wöhnischen Augen betrachtet. Die amerika­nische Marinelellung hat offen erklärt, daß England sich durch das Abkommen mit Frank­reich die Freiheit zu sichern versucht, diesem- gen Schisfsarten zu bauen, die es selbst braucht, die aber für die Vereinigten Staaten nutzlos sind, während der Bau gerade der­jenigen Kreuzer beschränkt werden soll, aus die die Vereinigten Staaten nicht verzichten können. Diese Ansicht findet in allen Kreisen der amerikanischen Regierung Anklang. Auch Präsident Coolidge, der gegenwärtig nicht in Washington weilt, scheint sie zu teilen. Die amerikanische Regierung wirft also London und Paris vor, daß zwischen diesen beiden Hauptstädten eine Sondervereinbarung ge- getroffen worden ist, die Frankreichs und Englands Interessen wahrt, die aber dem amerikanischen Interesse zuwiderläuft. Aber darauf beschränkt sich der Argwohn nicht. Man rechnet in Washington sehr stark mit der Möglichkeit, daß die englische und die franzö­sische Regierung vereinbart haben, im Not- und Bedarfsfälle ihre Seestreitkräfte zu ver­einigen und unter einen gemeinsamen na­türlich englischen Oberbefehl zu stellen. In einer solchen Verabredung sieht man in Washington einen offenen Bruch des Washingtoner Abkommens zur Begrenzung der Seerüstung aus dem Jahre 1922. Präsi­dent Coolidge soll von dieser Konsequenz außerordentlich betroffen worden sein und man wird mit Sicherheit annehmen können, daß Kellogg gerade in diesem Punkt in Paris und London auf den Busch klopfen wird.

Es bestehen in Washington berechtigte Zweifel, ob die geheime diplomatische Mission des Staatssekretärs Kellogg von Erfolg fein wird. Man hält es für sicher, daß in London und Paris Ausflüchte gemacht werden und raß man sich weder hier noch dort dazu ver­gehen wird, dem amerikanischen Staats­ekretär den Blick hinter die Kulissen des eng- isch-französischen Rüstungsabkommens frei u geben. Deshalb stellt man noch ein anderes Borgetien in Aussicht. Die amerikanische Presse hat in den letzten Tagen in einer sel­tenen Einmütigkeit gemeldet, die amerika­nische Delegation für die vorbereitende Ab­rüstungskommission werde zu der nächsten Sitzung mit der strikten Anweisung erscheinen, ich nicht eher aus eine Diskussion einzulassen, af^ bis Klarheit über die englisch-französische Rüstungsverständigung geschaffen sei. Man wird also nötigenfalls in Genf die englische und französische Regierung zwingen, der vor- lereitendenden Abrüstungskommission gan^ laren Wein über ihre Absichten ein- uschenken. Außerdem soll die amerikanisch«

Die beâe «ummev umfaßt 8 GeHen

datsgebiete wie der Gemeinschaft der Rationen im allgemeinen errichtet ist. Daher muß jeder Versuch einer der Mandatarmächte, über eins oder das andere der fraglichen Gebiete eine rechtliche oder tatsächliche Souveränität auszuüben, mit der größten Energie zurückgew iefen werden. Die Konferenz besteht ferner auf den fol­genden bereits in Bern und Genf beschlossenen Punkten:

1. Die Versammlung des Völkerbundes muß das Recht haben, das Mandat einer Macht zu ent­ziehen, die sich unfähig zeigen würde, die Aufgabe zu erfüllen, die ihr anvertraut ist. 2. Der Ständige Atandatsausschuß soll Untersuchungen an Ort und Stelle anstellen können und über die Entwick­lung der unter Mandatsverwaltung stehenden Völ­ker berichten, um den Moment festzustellen, an dem diese sich selbst verwalten können. Die Einge­borenen der Mandatgebiete sollen ihre Klagen unmittelbar an den Völkerbund richten dürfen. 3. Zwangsarbeiten sind nicht zulässig außer zur Ableistung von noch unbezahlten Steu- â ââ. M^ .»-MM.-«Wrr. rungskanäle usw.). Sie können nicht angeordnet werden zum Vorteil eines Privatunternehmens, außer im Falle höherer Gewalt, und lediglich, wenn sie genauen Richtlinien unterworfen sind.

4. Die Interparlamentarische Konferenz billigt die Haltung des Ständigen Mandatsaus- s ch u s s e s, der versucht hat, den Mandatarmächten so vollständige Fragebogen vorzulegen, wie sie es für notwendig hielt, um eine möglichst wirksame Kontrolle auszuüben, und hält ein Fortschreiten auf diesem Wege für richtig."

Diese Entschließung wird die Vollversammlung der diesjährigen Interparlamentarischen Konferenz noch nicht beschäftigen, sondern eine Beratungs­grundlage für später bilden.

Berlin, 21. Aug. In der Sitzung des Min­derheit ennusschusfes machte der ehemalige schweizerische Parlamentarier Studer Vorschläge für die Arbeitsweise des Ausschusses, der im näch­sten Frühjahr wieder zusammentreten soll. Studer betonte, daß die Rechtsordnung, wie sie durch die Friedensverträge festgelegt sei, sehr viel mehr be­friedige, als die Anwendung dieses Rechts. Wenn die in den Verträgen f'stgelegten Rechtsgrundsätze jetzt schon praktisch durchgeführt wären, so würde man heute bereits viel weiter vorangekommen sein. Es habe gar keinen Zweck, jetzt an der Vervoll­kommnung des wirklichen Rechts zu arbeiten, so­lange nicht das Verfahren gebessert sei. Ueber die Arbeiten des Völkerbundes in der Minderheitenfrage sprach sich der Vor­tragende lobend aus. In der Aussprache, in der Vertreter verschiedener Nationen zu Worte kamen, hielt es der Vorsitzende des Nationalitätenkongres­ses, Dr. Wilfan, Mitglied der italienischen Gruppe, nicht für genügend, sich auf eine Reform des Ver­fahrens zu beschränken, und bezeichnete als wichti­ger die Ausdehnung des Minderheitenschutzes auf alle Staaten. In den Abendstunden wurde die Weiterberatung und die Beschlußfassung auf Mitt­woch vertagt.

Evers, Teichmann, und Malz aus der Deutschnatio­nalen Volkspartei angenommen. Die drei Ausge­schlossenen werden im Einvernehmen mit ihren Freunden im Wahlkreise entscheiden, ob sie beim Parteigericht Berufung einlegen werden oder nicht.

^vkedensirhiittS

im Berliner Slassenkvieg

_ Berlin, 21. August. Wie erinnerlich, kam es im Sommer des vorigen Jahres zwischen dem Berliner Magistrat und Berliner Hotelbesitzern zu unerfreu­lichen Auseinandersetzungen über die Beflaggung der Hotels mit den ReichsforbeA. Die Folge war, daß der Oberbürgermeister und die anderen Beamten des Magistrats allen Veranstaltungen, die in iben betreffenden Hotels stattfanden, fernblieben. Das B. T." berichtet nun über eine Verständigung zwischen Magistrat und Hotelgewerbe. An der mor­gen stattsindenden Neueröffnung des Wintergartens werden nach dem genannten Blatt zum ersten Male wieder Vertreter des Berliner Magiftmts teil« nehmen.