Einzelbild herunterladen
 

HanaueAnzeiger

Giadt und Land

Anzeiger fiM

Land

Asq, int täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Mat 3ÖL1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag IS, Mittag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite , jUpfg., Im Reklameteil von 68 mm Breite 2S R-pfg. ^ Offertengebühr so R.pfg.

Kg. 195 Montas den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall dar Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen AosMch auf Lièfenmg ober Nachlieferung oder aus Rückzahlung deS Bezugspreises. / Fürplahvorschrifi «.Erscheinungstag« der Anzeige wird feine Gewähr geleistet., Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956,3951,3958

2d SlUgUft

1928

1

Das neueste.

3n der Konferenz des sozialdemokratischen Parteiausschusses und der Reichstagsfraktion am Samstag ist die Panzerkreuzerkrise beigelegt root- den.

Der Parteitag der Thüringer Demokraten richtete an die Parteifreunde in der Regierung die Sitte, aus der jetzigen Thüringer Landesregie­rung auszufcheiden.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann ist am Sonntag abend von Oberhos nach Berlin zurück- gekehrt. Er hat heute wieder die Geschäfte des Auswärtigen Amtes übernommen.

Bei einem Autorennen erlitt einer der besten deutschen Rennfahrer Heusser- Schmalkalden, einen schweren Sturz.

Die bis jetzt feststehenden Wahlresultate in Ariechenland ergaben eine Majorität für Veniselos.

Lord Haldane ist gestern gestorben.

11 Die Autevreirbnuus des _ I âeUogg-Naktes

T I Paris, 19. August. Das französische Außen- L Ministerium hat bereits das Programm für Rne Festlichkeiten anläßlich der Unterzeich- ung des Kriegsächtungspaktes ausgearbeitet. Der M.merikanische Unterstaatssekretär Kellogg, der m Sastag, den 26. August in Paris eintreffen und U'M Hotel Crillon absteigen wird, wird noch am sel- Wi:n Slben^ M» Vertreter der übxmeii Unterzeichuer- ander zu einem Essen einladen. Am 27. August I 1 wird Herr Kellogg im Laufe des Vormittags Herrn I Briand besuchen, um mit ihm die letzten Einzel- I Hüten der Unterzeichnung festzusetzen. Diese wird 1 am Nachmittag desselben Tages im Horlogen-Saal I | des französischen Außenministeriums stattfinden und fön einem Diner und einem sich daran anschließen- den großen Liplomatischn Empfang begleitet sein. I Der Pr äs id e n t der Republik wird die nach Paris entsandten Bevollmächtigten am 28. August in seiner Sommerresidenz Rambouillet empfangen. Die Stadt Paris veranstaltet am Nachmittag des I Lichen Tages einen großen Empfang in den Fest- I Jäten des Hotel de Ville. Ein Teil der Bevollmäch- tigten wird noch am selben Abend Paris verlassen, I um der Völkerbundstagung in Genf beizuwohnen, I nährend die übrigen ihnen erst am nächsten Mor- M, d. h. am 29. August folgen werden.

I Alle zur Unterzeichnung des Paktes aufgefor- I derten Länder haben bereits die Namen ihrer Ver- aeter offiziell mitgeteilt. Nur Italien hat bisher I "ung des Kriegsächtungspaktes ausgearbetet. Der I A daß diese Aufgabe Herrn Grandi zufallen wird. I übrigen Staaten haben folgende B e v o l l - nt a d) t i g t e ernannt: Deutschland: Außen- I massier Dr. Stresemann, Frankreich: Außen- I dunster Aristide Briand, Vereinigte Staa-. I "mexikanische Unterstaatssekretär Kellegg, der I '-° Cushendun, stellvertretender Außenminister, £ euch Vertreter Indiens, A u st r a l i e n : Senator I âcklan, Delegierter beim Völkerbund, Kanada: I ^"ckenzie King, Ministerpräsident und Außen- I mstnster, Süd af-r i k a: D. S. Smith, Vertreter I Südafrikas in London, Neuseeland: Sir C. I Parr, Vertreter dieses Dominions in London, I and: Mac Gilligan, Außenminister, Bel- I 91 e n : Außenminister Hymans, Japan: Ushida, I ^minister, Polen: Außenminister Zaleski, I 'chechoslowakei: Außenminister Benesch.

Hevanziehung K«8Ia«dS mm «ovogs-pa« ?

Russische Fragen an Deutschland.

Moskau, 18. Aug? DieJswestija" behandelt die ; 'âly Herald" aufgeworfene Frage, warum ^euychiand nicht die Initiative zur Heranziehung ' U°?"blands zum Kellogg-Pakt ergreife, und Da der Rätestaat außerhalb des auf

^egsoerbot gerichteten Vertrags bleibt, muß I f entIPre^enbe Sorge auf deutscher Seite voll- natürlich erscheinen. Wenn Deutschland die I m ^rbun9 des Plans, an dem es teilnimmt, vcr-

N 'st es an größtmöglicher Universalität und vor allem an der Aufrollung der ^!ner Heranziehung zu dem Vertrag inter- Deutschland steht vor der Frage, wie seine an dem Uebereinkommen, das die de °^Äuhrung gegen Räterußland offenläßt, mit unh ^"stehen des deutsch-russischen Nichtangrisfs- I Aurk i^"^iitätsvertrages vereinbart werden kann, stand ^" deutschen Oeffentlichkeit der Um- I Portn» ^entgangen sein, daß gerade Deutschlands ten h'nsichtlich des Kellogg-Paktes in den letz- rüstun^»°" lt)re Entschlossenheit zu weiteren See­zungen zum Ausdruck brachten.

&ie gviechifcheu ^amamentswahlen

meÄV9- August. Agence L'Athsnes. Die Paria. Zahlen vollzogen sich in großer Ruhe. Nach

Beilegung

dev Vanzevkveuzev-^viie

Eine Entschließung dev Panzevkveuzevkonfevenz

Berlin, 19. Aug. Die gestrigen gemeinsamen Berufungen des sozialdemokrati­schen Parleiausschusses und der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion über die Panzer­kreuzerfrage dehnten sich bis in die Abendstunden aus. Das Ergebnis der Beratungen wurde in einer Entschließung zusammen gefaßt.

In der achten Abendstunde wurde mit etwa Vs Mehrheit folgende Entschließung angenommen:

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion und der sozialdemokratische Parteiausschuß treten dem am 15. August gefaßten Beschluß des Partei- und Fraklionsausschusses über die Haltung der der Reichsregierung angehörigen Parteigenossen zu der Inangriffnahme des eigentlichen Baues des Pan­zerkreuzers A bei. Sie bedauern, daß die sozialdemokratischen Mini st er dem Beschluß des Kabinetts unter Verzicht auf vorherige Befragung der Fraktion und des Partei­ausschusses zugestimmt haben, Fraktion und Parteiausschuß halten die engste Fühlungnahme zwischen ihnen und den der Regierung angehören­den Genossen in allen politischen Fragen für eine unabweisbare Rotwendigkeit. Fraktion und Partei- ausschuß hallen die Beteiligung an der Regierung mit Rücksicht auf das Gesamlinteresse der Arbeiter­schaft für außerordentlich wichtig. Sie leiten daher aus der Entscheidung des Kabinetts, die die Aus­führung eines vom letzten Reichstag beschlossenen Gesetzes betraf, trotz ihrer grundsätzlich abweichen­den Anffofst-vn vd-r den Eriahbau des Panzer­kreuzers nicht die Notwendigkeit ab, unsere Genossen zum Rücktritt aus dem Kabinett aufzusordern.

Dieser Beschluß für eine Beibehaltung der Koalickionspolitik wurde gegen eine erhebliche Minderheit gefaßt. In den Verhandlun­gen waren etwa 170 Delegierte aus allen Teilen des Reiches erschienen. Von den sozialdemokratischen Ministern waren der Reichskanzler Müller, der Reichsinnenminister Severing und der Reichs­finanzminister Hilferding anwesend. Ebenso der Reichstagspräsident Löbe. Die von dem Abg. C h r i f p i e n geleitete Sitzung fand eine große An­zahl von Anträgen und Resolutionen vor, die von der mildesten bis zur schärfsten Tonart sich mit der Panzerkreuzerfrage beschäftigten, und deren weitest­gehender forderte, daß die in der Regierung sitzen­den Sozialdemokraten aus der Koalition austreten sollten.

Gleich nach Beginn der Sitzung nahm Reichs­kanzler Müller das Wort, um in längeren Aus­führungen das Verhalten der sozialdemokrati­schen Kabinettsmitglieder zu rechtfertigen. Er verwies darauf, daß die Panzerkreuzerfrage nicht nur während des Wahlkampfes, sondern auch während der Regierungsbildung eingehend erörtert worden sei, und daß sich damals die Sozialdemokra­tie bereits darüber klargeworden fei, daß sie, wenn sie überhaupt eine Koalition zustandebringen wollte, in dieser Frage nachgeben müsse. Der Reichsinnenminister Severing sekundierte dem Reichskanzler und auch der Reichsfinanzminister

den ersten bekannt gewordenen Ergebnissen erzielte die Liste Venizelos in Athen durchweg die Mehr­heit.

Athen, 20. August. Nach den bis gegen Mitter­nacht bekannt gewordenen Wahlergebnissen erlangte die Regierung im allgemeinen die Mehrheit, die be­sonders stark in Athen, Saloniki, Thrazien und Kreta ist. Der Sohn des Ministerpräsidenten Veni­zelos ist gewählt, dagegen ist Pangalos durchge­fallen. Kafandarys wurde bei einem Zusammenstoß mit einigem der Gegenpartei angehörenden Wäh­lern leicht verletzt. Venizelos hat ihm aus diesem Anlaß sein Bedauern zum Ausdruck gebracht.

Die Feindseligkeiten in dev Mongolei

Die SowjetRegierung dementiert. Rück­wirkungen auf die Mandschurei.

London, 18. Aug. DerMorning Post" zufolge nehmen die Feindseligkeiten im mongolischen Staate Berga ihren Fortgang. Die Einwohner wer­den in der dortigen Gegend zum Anschluß an die Unabhängigkeitsbewegung aufgesordert. Die umher­ziehenden Abteilungen, deren Stärke noch un­bekannt ist, haben bereits Teile der Eisenbahn bei Tsagan und Ugunor beschädigt. Der Schnellzugoer­kehr sei jedoch noch sichergestellt, während in der Postverbindung bereits Verzögerungen eingetreten seien.

DieTimes" gibt die Stärke der Mongolen mit 5000 Mann an, was jedoch noch der Bestätigung bedarf. Rigaer Berichte besagen, daß die Eisen­bahnstationen Ungun und Ungur von den Mon­golen besetzt worden seien. Die Sowjetregierung dementierte jedoch alle Berichte, wonach es sich um Sowjetmongolen handele. Der Gouverneur von Heillunakiana hat derTimes" mtolae die mand-

Hilferding griff verschiedentlich in die Aus­sprache ein.

Die Abgeordneten, die aus ihren Wahlkreisen kamen, berichteten dagegen über die starke Er­regung, die der Beschluß des Reichskabinetts in den Parteiorganisationen hervorgerufen habe. Man könne es nicht begreifen, daß nach der schar­fen Ablehnung des Panzerkreuzers bei der Ein­bringung des Etats von 1928 sozialdemokratische Minister zugestimmt haben, daß die erste Baurate für den Panzerkreuzer flüssig gemacht werde. Die radikalen Elemente hiesten es überhaupt mit dem Programm der Sozialdemokratischen Partei für unvereinbar, daß sozialdemokra­tische Minister dem Bau eines Panzerkreuzers zu­stimmen.

Um die Mittagsstunde wurden die Verhand­lungen unterbrochen und der Fraktionsvorstand und die Minister wurden beauftragt, die große Fülle der vorliegenden Entschließungen zu prüfen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde dann die lebhafte Aussprache fortgesetzt, die schließlich mit der Annahme der obigen Entschließung endete. Da­mit dürfte bk akute Krise überwunden sein.

Es kann aber wohl jetzt schon festgestellt wer­den, daß die Sozialdemokraten in Zukunft alles daransetzen werden, um in der Krisenfür­sorge und in der Steuerpolitik Beschlüsse zu erreichen, die als Heftplaster auf die ihnen in den letzten Tagen geschlagenen Wunden gelegt wer­den können. Diese Wunden sollen nämlich sehr stark sein, umsomehr, da die Kommunisten nichts unter­lassen, um die Arbeiter gegen die Sozialdemokra­ten aufzuhetzen. Sie haben ihren ursprünglichen Plan, den Volksentscheid über die Haltung des Ka­binetts herbeizuführen, jetzt aufgegeben und an dessen Stelle einen Plan gesetzt, der zumindest agi­tatorisch den Sozialdemokraten sehr unangenehm werden kann. Die Kommunisten wollen nämlich zum Volksentscheid einen Gesetzentwurf vorlegen, durch den grundsätzlich der Bau von Panzerkreuzern und Kreuzern ver­boten werden soll. Wenn die Kommunisten für einen derartigen Entwurf die Unterschriften von einem Zehntel der Stimmberechtigten, also 4 Mill. Stimmen, zusammenbringen, haben sie das Volks­begehren für einen derartigen Gesetzentwurf als erste Etappe zum Volksentscheid erhalten. Dann würde der Reichstag etwa im Herbst dieses Gesetz zur Beratung erhalten. Natürlich würde es im Reichstag abgelehnt werden. Darauf würde der Volksentscheid in Szene gesetzt werden, der selbstverständlich auch keine Mehrheit erhalten würde, aber immerhin den Sozialdemokraten recht erheblichen Abbruch tun dürfte.

schurische Regierung um Verstärkungen ersucht. Amtliche Kreise in London und auch politische Kreise in Japan sind der Ansicht, daß Japan nicht in diese lokalen Kämpfe hineingezogen werden wird, da das Gebiet zu weit von der japanischen Jnter- essensphäre abliege, doch wird die Möglichkeit von Rückwirkungen auf die Mandschurei zugegeben.

Sermatsfefi dev Sudeten- deuifthett

Berlin, 19. August. Der Landesverband Berlin- Brandenburg des Sudetendeutschen Heimatsbundes veranstaltete heute im SaaDau Friedrichshain ein Heimatsfest. Unter den zahlreichen Gästen sah man den Präsidenten des Heimatbundes, Excellenz v. Trotha, und den ehemaligen Äaatssekretär und deutschen Abgeordneten in der Tschechoslowkei, Josef Mater aus Eger. Nach dem Einmarsch von Trachten- verbäirden in ihren prächtigen Gewändern, darunter der deMjch-vsterreichischev Liedertafel, einem Konzert unter Lèttung des Kapellmeisters Grabow und Hei­matliedern des sudetendeutschen Männerchors unter Leitung des Chornreisters Gutzmer hielt Staatssekre­tär Ma ie r die Festansprache, in der er die Treue der 3% Millionen Sudetendeutschen zum Deutschtum heroorhob. Die Sudetendeutschen müßten den Kampf um ihre Rechte und um ihre Freiheit fort- setzen. Staatssekretär Maier sprach dann von der Änschlußfrage, von der Sehnsucht der Oesterreich nach ihrer großen deutschen Heimat und sagte:

Die deutschen Sänger in Wien sind nicht zu ,, polittschen Kundgebungen zusammengekommen und doch kam einmütig zum Ausdruck, daß es nur ein deutsches Volk geben kann. Wir Sudetendeutschen lieben unsere Heimat und im Unglück nun erst

recht/

Ewige Schuld

Noch wenige Tage und die volle Dawes» belastung drückt aus das deutsche Volk. Am 1. Dezember beginnt Las Dawes-Normaljahr, d. h. aus dem deutschen Wirtschaftskörper müssen 2% Milliarden Mark He raus gepreßt werden, um ihre Wanderung an unsere ehe­maligen Gegner anzutreten. In seinem letzten Bericht äußert sich der Reparationsagent opti- mrstisch über die Aufbringung dieser ungeheu­ren Schuldannuität, während alle klar denken­den Wirtschaftssachverständigen, und zwar nicht nur in Deutschland, die Meinung ver­treten, daß die jährliche Aufbringung eines 2^-Milliarden-Betrages ein Ding Ler Unmög­lichkeit ist. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Bezahlung der bisherigen Annuitäten nur durch die Aufnahme von Ausländsanleihen möglich war. Aber glaubt man denn wirklich, daß Amerika uns ad infinitum Geld borgen

wird unL daß Schulden, die mit Schulden zu» rückbezahlt werden, eine solide Basis für ein 60-Millionenoolk ist? Ganz abgesehen von der Höhe unserer jährlichen Tributleistungen schreit ein ungeheuerlicher Mißstand nach Aende­rung: An der Schwelle des fünften Dawes­jahres, des Normaljahres, steht die Endsumme, die Deutschland zu leisten hat, noch immer nicht fest. Es ist auf die Dauer unerträglich, daß Deutschland zahlt und zahlt, ohne daß eine Verbindung zwischen Zahlungsplan und End­summe besteht, ohne daß der Schuldnerstaat Deutschland weiß, wie lange er jährlich diese Riesenbeträge aus seiner Wirtschaft heraus- pressen muß. Unwillkürlich muß man bei die­ser Lage an das Faß der Danaiden denken, das, ein Faß ohne Boden, auch mit der größ­ten Anstrengung nicht vollgefüllt werden kann. Deutschland ist mit einem Schuldner zu ver­gleichen, der einen Schuldoertrag unterschrie­ben hat, der ihm vorschreibt, wieviel er jährlich an seinen Gläubiger abzuführen hat, in dem aber der Passus fehlt, wie lange er diese jähr­lichen Schuldsummen zu zahlen hat. So lange die Endsumme nicht festgestellt ist, oder so lange, was auf dasselbe hinausläuft, die Dauer unserer jährlichen Zahlungen nicht begrenzt wird, zahlen wir an einer ewigen SchuÜ> ab.

Die Endsummenfestsetzung muß nun kom­men, sie muß, soll nicht das ganze Dawes- gebäude zusammenbrechen. Um diese End­summe wird nun der Kampf entbrennen. Auch der Reparationsagsnt hat nachdrücklich die Notwendigkeit der Festsetzung einer endgül­tigen Schuldsumme unterstrichen. Wie wird nun diese Endsumme aussehen? Immerhin ein Fortschritt ist zu verzeichnen. Von astro­nomischen Zahlen ist man allmählich zu irdi­schen zurückgekehrt. Die mysteriösen 132 Mil­liarden, die in den Londoner Vereinbarungen vom Mai 1921 (Londoner Ultimatum") fest­gelegt wurden, und an die sich Poincare bis vor kurzem noch starr gehalten hat, sind end­gültig in der Versenkung verschwunden. Der Zinsendienst von 132 Milliarden Goldmark würde bei einem Zinsfuß von 5 % nicht weniger als 6,6 Milliarden Mark erfordern. Also beinahe das Dreifache der als untragbar angesehenen Dawes-Annuität von 2,5 Milliar­den. Durch Unterzeichnung des Dawes-Ver­trages durch Deutschland hätten eigentlich diese und andere phantastische Summen von selbst aus der Diskussion verschwinden müssen. Aber noch im vorigen Jahre hat Poincare auf dem ormal-juristischen Standpunkte einer deutschen Schuld von 132 Milliarden bestanden. Andere Pläne sind jetzt in Fülle aufgetaucht. Es gibt fast keinen Politiker und Wirtschaftler Am:ri- ds und Europas, der nicht mit irgend einer Schuldsumme hervorgetreten wäre. Bald spricht man von 42 Milliarden (vielleicht weil es eine o schöne runde Summe von 10 Milliarden Dollar ist), bald van 32 Milliarden, bald von 21 Milliarden (5 Milliarden Dollar), ohne elbstverständlich für all diese willkürlich heraus- zegriffenen Summen irgendwie triftige Gründe anführen zu können. Für Deutschland 'ommt es in diesem Spiel mit Milliarden da­rauf an, kaltes Blut zu bewahren und nicht auf den ersten besten Vorschlag einzugehen mn es sind immerhin zehn Jahre vergangen it Kriegsende und es hat sich manches ge<

wandelt.

Zahlungen zu leisten allein genügt nicht, sie müssen bekanntlich auch transferiert wer-

»U heutige Kumpes umfaßt 8 «eite»