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Samstag -ev

18, August

t S ü s

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Venerat'Änzeiarr für

Anzeiger

M^W^WOMZLM Stadt und Land

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vaS neueste.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat die giniabung zur Unterzeichnung des Kellogg-Paktes uch Paris angenommen.

Der auf den 23. August einberufene fran- Hjche Winisierrak wird sich, wie gemeldet wird, außer mit dem Zermoniell für die Unterzeichnungs- feier auch mit dem Problem der Rheinlandräumung kfaffen.

Zu Berliner amtlichen Kreisen wird die Host- «ag ausgesprochen, daß die Rüsselsheimer Bahn- ftfraugelegenheil eine befriedigende Lösung finden mrd.

Das Reichswehrministrium hat den Deutschen Derken in Kiel den Bauauftrag für den Panzer­kreuzer A erteilt.

Der an Bord des EisbrechersKrassin" be­findliche Kommissar Oras erklärte in einem Inter­view, er glaube bestimmt, daß die Besatzung des jkeazSsischen ' WasserflugzeugesLatham" (Amund- fen) noch am Leben sei.

Die Sowjetmongolei (Hauptstadt Urga) soll dem Staate Barga, um den Wiederzusammenschluß zu erzwingen, den Krieg erklärt haben. i

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Dev Vauaufivas fite Vanrevkveurev a evteitt

Berlin, 17. Aug. Das Reichswehrministerium hat den Deutschen Werken A.-G. in Kiel ben'Jteu- tou des Panzerkreuzers A übertragen. -

Die politische Lage im Zusammenhang mit dem toau des Panzerkreuzers A ist noch ungeklärt. Wäh- «KS man im aligguui^äi âu u^t ^MiM Mi-A, ^M ÜMprowißformel enden wird, äußerst dieGer­mania" ernste Bedenken und meint, die politiiche Innosphäre, in der sich die morgige Beratung ooll- ichen würde, scheine einer wirklich staatsklugen ! fntschebdung nicht allzu günstig zu sein. Jedenfalls sge in DieserAtmosphäre" ein Unsicherheitsfaktor, :<r leicht zu folgenschweren Ueberraschungen führen konnte. Das Zentrumsorgan mahnt die Sozialdemo- !Katie in letzter Stunde mit Rücksicht auf diegrö- Seren Zusammenhänge" das gegenwärtige Kabi- peti soll ja bekanntlich zur Großen Koalitions- zsmrinschoft überleitenzwischen dem nun ein« mal Geschehenen und den Aufgaben^ der Zukunft 1 dem notwendigen Ausgleich zu finden."

Ein anderes Blatt verweist auf die Stellung- mrhme.derSchwäbischen Tagwacht", dem Landes- rezan der württembergischen Sozialdemokratie, in ; sich der LandtagsabgeorLnete Dr. Schumacher mit der Haltung der jozialdemokrgtijchen Reichs- Minister befaßt und sich dagegen wendet, nun etwa Yois über Kopf aus der Regierung herauszustürzen.

sei politisch nicht möglich, schon beirn_erften Zu- ^menftofe eine so groß angelegete Stellung zu ^men. Das würde Der Sozialdemokratie als «ancel an Ernst in ihrer Regierungspolitik bis uef in die proletarischen Massen hinein angekreidet Mrden. In der gleichen Nummer schreibt der ^ i'ftagsabgeorbnere Keil, es handele sich um einen ®? i^ Des alten Reichstages, den rückgängig zu machen sei viel schwieriger, als einen noch nicht ge- ^Bten zu verhindern. Das könnte nur mit Hilfe

Kommunisten geschehen, die aber für die Re- yerungsbübung nicht in Betracht kämen. Die So- iukdemokratie Dürfe sich durch einen Austritt aus -er, Regierung nicht der Möglichkeit berauben, in 'j'rtunft alle ähnliche Beschlüsse zu verhindern.

Äm die RenvegeluttS dev Aeamtenlausbahn

Der Reichsminister des Innern hat, den Blät- ^ Zufolge, Die Beamtenverbände zu einer Kon- auf den 18. September eingeladen, um fr e. "^pr«chung über Aenderung der Richüinien mr die Regelung der Reichsbeamtenlaufbahnen ^rbeizufuhren. Diese Angelegenheit beschäftigt beteiligten Stellen, nämlich die Reichsbehörden, -D, lanberregierungen und die Beamtenverbände

'eit Jahren. Eine endgültige Beschluß- nirh n? durch die Reichsregierung hat aber bisher .,? stattgefunden, weil mit Der Möglichkeit ge- «Wt werden mußte, daß durch das damals m $?nh lun9 befindliche neue Besoldungsgesetz 6rungen notwendig werden würden. Nach- a. (.nuiJ das Reichsbeamtenbesoldungsgesetz in die Preten ist, ist der Zeitpunkt gekommen, um Stifhur-0^6^*^ gewordenen Aenderungen der men zum Abschluß zu bringen.

Öte «rülung dev Slchevbe« bei dev Reichsbahn

Inspektionsreise' der Ausschusses.

Yrüs bN'n, 17. Aug. Der Arbeitsausschuß zur am in Ver Betriebssicherheit der Reichsbahn hat k'ebsanl^^ bie Reife zur Besichtigung von Be- ^cidisbohnh" .""d Einrichtungen verichiedonsler er am ^ ^'rektionsbezirke angetreten. Zunächst hat m und 17. d. M. im Bezirke Ersut Eta-

Stresemann reift nach Vavis

wird doch von des RbewlartdvSnmuus die Rede fein?

Berlin, 17. August. Die offizielle deutsche Antwort an Briand für die Einladung zur Unterzeichnung des Selloggpakts ist am Freitag abend dem französischen Botschafter, de INargerie, in Berlin überreicht worden. Die Antwort enthält die Zusage Dr. Stresemanns, zur Unterzeichnung des Paktes nach Paris zu kommen.

Stresemann wird am Samstag abend der nächsten Woche nach Paris abreisen und in der Deutschen Botschaft Wohnung nehmen, voraus­sichtlich in Begleitung seines Sekretärs, Konsul Bernhardt, und eines Attaches, während die deutsche Delegation für Gens unter der Führung des Staatssekretärs von Schubert steht, der nach Genf fährt und dort den von Paris kommenden Reichsminister treffen will. Bei den Beratungen des Reichskabinetts in Anwefenheit des Außen­ministers werden in erster Linie die Ergebnisse der diplomatischen Fühlungnahme erörtert werden, die von den deutschen Botschaften in Paris, London und Brüssel während der letzten Wochen vorge­nommen wurde und die zur Aufgabe Halle, eine eventuelle Besprechung der Rheinlandsrage vor- ubereiten. Man hält es für sicher, daß, wenn in Jaris nur ganz private Besprechungen stallsinden ollten, in Gens eine sehr eingehende Auseinander- etzung zwischen Stresemann und Briand statt- inben wird.

Zu der Annahme der 'Einladung schreibt die Nationalliberale Korrespondenz" u. a.:Wir haben die Einladung aus guten Grün­den angenommen und der deutsche Reichsaußen- minrfter sann der feierlichen Unterzeichnung nicht fernbleiben, weil sie zufällig in Paris, der Haupt­stadt Frankreichs, erfolgt. Drraenescne Strejemairn

Reise über den Ozean nicht scheut. Stresemanns Reise nach Paris, mit der ja nun wohl gerechnet werden muß, bedeutet mitnichten eine Verbeu­gung vor Paris oder Frankreich, noch weniger eine Preisgabe deutscher Würde, sondern nur einen Akt selbständiger und politisch kluger Höflichkeit gegenüber den Vereinigten Staaten."

Die Korrespondenz meint dann unter Hinweis auf Die letzten Zwischenfälle im Rheinland, eine zielsichere Politik dürfe sich nicht nach jedem Nadel­stich ändern. Die deutsche Forderung bleibe Abbau und Abzug der Besatzung. Aber mir dürften die Reise Stresemanns nach Paris lediglich unter dem ausschlaggebenden Gesichtspunkt des Kollegg- Paktes betrachten.Kommt es darüber hinaus in Paris noch zu einer näheren Fühlungnahme zwischen Stresemann und dem französischen Mi­nister, so wäre das jedenfalls nicht vom Uebel."

Vov einem Expose Nviands übev die Kheinlandvanmung

Paris, 17. Aug. Wie man hört, wird Briand im Ministerrat vom 23. August ein großes Expose über die Frage der Rheinlandräumung entwickeln, und zwar im Hinblick auf die offiziösen Unter­redungen mit Stresemann anläßlich der Unterzeich­nung des Kelloggpaktes. Man bestätigt an zu­ständiger Stelle, daß die deutsche Regierung in den alliierten Hauptstädten vor einiger Zeit, wie die Referee" berichtet, tatsächlich Sondierungen in dieser Frage vorgenommen hat. Aus die>em Grunde will man auch einer offiziösen Diskussion

tionen und Blockstellen, Bahnmeistereien und Be­triebswerke besucht, wobei die technischen Einrich­tungen und Dienftverrichlungen der Beamten und Arbeiter geprüft wurden. In Gegenwart von Ver­tretern der Reichsbahndirektionen und hinzuge- zogenen Mitgliedern der PersonaloertretUtzgen wurden alle auf die Betriebssicherheit bezüglichen Fragen in eingehenden Verhandlungen gründlich erörtert.

NeKhsveâsident v. Studeubues in «tumben

München, 17. Aug. Heute nachmittag traf Reichs­präsident D. Hindenburg in Begleitung seines Sohnes, Major v. Hindenburg, von Bremen kom­mend hier ein. Zu ferner Begrüßung waren auf dem Bahnhof u. a. Polizeipräsident Mantel, Regierungs­rat Krebs non der Reichsvertretung in München iowie ein persönlicher Freund des Reichspräsidenten, General f^mmer, erschienen. Der Reichspräsident wurde beim Verlassen des Bahnhofs von einer gro- ßen Mentchsninenge stürmisch begrüßt und setzte sofort im Krairwagen die Fahrt nach Dretramszell fort. Bei der Abfahrt des Wagens stimmte die Menge das Deutschlandlied an.

Oie englischen rNanövev bei Königstein

London 17. Aug. Die von Ler englischen Presse oerbereitete Nachricht, daß 3000 Mann englische Truppen in der Nähe von Königstein zu Uebungen zusammengezogen werden, wird im Kriegsministe-

anläßlich der Unterzeichnung des Paktes nicht aus­weichen. In dieser Frage stehen sich gegenwärtig zwei Thesen schroff gegenüber: Po i n c a r è will den deutschen Standpunkt, daß die Räumung eine auto­matische Folge der Unterzeichnung des Locarno­paktes sein müsse, nicht anerkennen. Er ist der An­sicht, daß Deutschland im Austausch Konzessionen zu machen habe, entweder im Sinne einer vorzeitigen Ablösung der Dawesschuld oder im Sinne von poli­tischen Zusicherungen, wie z. B. den Verzicht auf den Anschluß Oesterreichs, auf die keine deut sch« Regierung, wie sie auch zusammengesetzt sein mag, eingehen kann. Brland dagegen und sein General­sekretär Philippe Berthelot ist diesmal mit ihm einig, will sich mit Garantien über die Entmilitarisierung und die perma­nente Völkerbundskontrolle im Rhein­land begnügen. Auch deutscherseits kann man dieser These nicht zustimmen, solange diese Kontrolle einseitig nur auf Deutschland Anwendung finden soll. Im übrigen scheinen die Ideen mit Bezug auf diese zwei letzteren Postulate noch nicht so genau fest­zuliegen. Ebensowenig klar ist es aber, ob Briand vorläufig lediglich von der Räumung der zweiten Zone etwas wissen will, die in 18 Monaten fällig wird, oder aber der Räumung des gesamten be­setzten Gebietes zustimmsn wird, die bekanntlich erst 1935 »erfasst. Das Expose, das Briaud am 23.

un Muläerrai galten wird, forme die jetzt feststehend« Tatsache von offiziösen Unterredungen über die Râumungs- frage im Anschluß an die Unterzeich­nung des Paktes können aber für alle Fälle als die ersten Etappen auf dem Wege der Rhein­landräumung angesehen werden.

Erniguns übev Rüsselsheim?

Berlin, 17. Aug. Die neuerlichen Schritte der deutschen Boischaft in Paris wegen des Bahn­hofes Rüsielsheim, Dessen weilerbau in den letzten Tagen zunächst unkerbrochen worden ist, haben er­geben, daß eine Reihe von Wißverständais- s e a zu der Entscheidung der Botschafterkoaserenz geführt haben. Darauf beruht auch der Widerspruch, der zwischen dieser Entscheidung und den Ankündi­gungen bestand, die der Reichsregierung eine pofi- tive Lösung in Aussicht gestellt hatten. Wie ver­lautet, haben die neuen Bemühungen der deutschen Botschaft nun zu dem Ergebnis geführt, daß oor- crusüdifliA doch eine neue Entscheidung erfolgt, die die Frage in einer Deutschland befriedi­genden weise regelt.

Kellogg tritt seine Europa-

Washington, 17. Aug. Staatssekretär Kellogg hat heute in Begleitung seines Privatsekretärs Beck und des Pressechefs Mac Dermott die Veite nach Paris an getreten. Der deutsche Ge'chäststräger, Dr. Kiep, war auf dem Bahnhof erhielten, um sich von dem Staatssekretär zu verabschieden.

rium bestätigt. Es handle sich um die alljcchrlich stattfindenden Herbstübungen. Das Kriegsministe­ri uw dementiert jedoch die Austastung, daß diese Truppen auch für die englisch-französi'chen Mano- ver in Frage kommen. Es wird jedoch zu gegeben, daß, wie im Vorjahre, möglicherweise wieder fran­zösische Beobachtung-flieger am Artillerie-Schießen Der Engländer teil nehmen.

Die Wochenzeitschriften besassen sich eingehend mit den englisch-französischen Manövern, die sie im allgemeinen scharf tadeln. Die Blätter ver­treten die Austastung, daß nur eine baldige Räu­mung des Rheinlandes die politische Lag« wr- besiern könne. DerSpectator hält das Blasen mit Trompeten 14 Tage vor der Unferreidmuna des Keüoggpaktes für eine höchst unnötige Demonstra­tion gegen Dcuiichiand. Derselben Ansicht ist auch dieSaturbag Review".

Aufklärung umfangreicher Liseabahndiebstähle.

Bochum, 17. Aug. Bei einer von Kriminal­beamten durchgeführten Haussuchung bei einer Fa­milie, deren Söhne im Berdacht standen, an einem Einbruchsdiebstahl in Herne beteiligt gewesen zu ten such bereits verhaftet. Die Diebe beraubten seit Lebens- und Genußmittel, Lackfarben, Turnhosen, Badeanzüge, Anzug- und Kleiderstoffe, zutage ge- fördert. Die eingestellten Ermittelungen über die Herkunft der Ware haben ergeben, daß das Gut aus Eisrnbahndiebstähken herrührt. Richt weniger als 34 Eisenbahnberaubungen finden hierdurch ihre Aufklärung. Drei der an den Diebstählen Beteilig­ten sind-bereits verhaftet. Die Dieb beraubten seit längerer Zeit auf offener Strecke haltende Suter- âüge.

Nie Woche

Die abgelaufene Woche stand innenpolitisch im Zeichen scharfer parteipolitischer Aus­einandersetzungen. Den seit Wochen geführten Auseinandersetzungen innerhalb der Deutsch­nationalen Partei wegen des Falles Lambach, der übrigens seiner Enifcheidug entgegengeht, da am 29. August in Berlin das deutschnatio­nale Parteigericht zusammentreten soll, sind jetzt solche innerhalb der Sozialdemokratischen Partei gefolgt, die eine ernste Krise nicht nur innerhalb der Partei, sondern auch innerhalb der Reichsregierung zur Folge haben kann. Die Ursache dieser Auseinandersetzungen ist der am Freitag voriger Woche gefasste und zwar einstimmig gefaßte Beschluß des Reichs­kabinetts, den Bau des Panzerkreuzers A am

1. September in Angriff zu nehmen. Diese Entscheidung war kaum bekanntgeworden, als auch schon in der sozialdemokratischen Presse ein Sturm der Entrüstung über die Zustimmung der sozialistischen Minister zu diesem Panzer­kreuzerbau einsetzte, der die ganze Woche über tobte. Zunächst waren es die sächsischen Links- fozialisten, jene Kräfte, die schon bei der Re­gierungsbildung gegen eine Beteiligung der Sozialdemokratie an einer Koalitionsregierung mit den bürgerlichen Parteien waren, die die Minister ihrer eigenen Partei ob dieser Zu­stimmung mit aller Schärfe angriffen und den Widerruf dieses Kabinettsbeschlusses oder den Austritt der sozialdemokrtischen Minister aus der Reichsregierung forderten. Der Bezirks­vorstand Leipzig der S. P. D. faßte-eine Ent­schließung, in der er diese Forderungen zum Ausdruck brachte und fesfftellte, daß der Kabi-, nettsbeschlußeine unverständliche Mißachtung des Wilkens, der Wähler" darstelle. Die PlaueNer Bolksztg." schrieb:Wir sehen in dem Beschluß des Reichskabinetts eine schänd­liche Verhöhnung der deutschen Arbeiterschaft und der Bemühungen der sozialistischen Inter­nationale." Dieser Entrüstungssturm griff schließlich auf das gesamte sozialistische Lager über; allgemein wurde eine sofortige unter« suchung gefordert. Selbstverständlich mischten sich auch die Kommunisten in den Streit mit dem Ziele, im Kampfe gegen die Sozialdemo­kratie möglichst viel für sich heraus­zuholen. Auch demokratische Organe beteiligten sich an der Krillk gegenüber der Haltung der sozialdemokratischen Minffter. So schrieb z. B. derDortmunder Generalanzeiger":Bei die­sem Umfall oder Verrat, die beteiligten Mini­ster können sich den passenden Ausdruck aus­suchen, war man sich aber scheinbar nicht bet Entrüstung bewußt, die durch diese Handlung bei den breiten Massen des Volkes hervorge­rufen wurde." Auf Antrag der Abg. Toni Sender und Aufhäuser, die in einem Brief an den Fraktionsvorstand die Feststellung mach­ten, daß durch die Zustimmung der sopaldemo- kratffchen Minister des Kabinetts Müller zum Bau des Panzerkreuzersdie sozialistische Partei einer unerhörten Belastungsprobe aus­gesetzt worden sei", sind Reichstagsfraktion und Parteiausschuß der Sozialdemokrallschen Par­tei zu einer Lösung einberufen worden, die heute stattfinden und in der über die sosial- demokratischen Minffter wegen ihrer Haltung in der Panzerkreuzerfrage zu Gericht gesessen werden soll. Wie dieses Gericht ausgehen wird, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. An­gesichts der starken Opposition, die, wie schon angeführt, den Widerruf des Kabinetts­beschlusses oder den Austritt der sozialdemo­kratischen Minister aus der Regierung fordert, kann es sehr leicht zu einer Krise kommen nicht nur im sozialistischen Lager, sondern auch innerhalb der Regierung.

Der Fall zeigt, in welch unangenehme Situ­ation man kommen kann, wenn man als Oppo­sitionspartei Forderungen aufstellt und in einem Wahlkampf Versprechungen macht, deren Ekfsillüng in der Wirklichkeit unbedingt scheitern muß. Im allen Reichstag hat di« sozialdemokrallfche Fraktion das Eintreten der damaligen bürgerlichen Regierungsmehrheit für den Panzerkreuzer in der schärfsten Weise gebrandmarkt" und die Streichung des Pan- »zerkreuzerbaues gefordert. Auch im Reichs­lagswahlkampf . hat die sozialdemokratische ParolePanzerkreuzer oder Schulspeisung" eine große Rolle gespielt. Und jetzt? Jetzt

Die beilüde Rümmer wmfabt 18 Sette«