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âini täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Untat RM. 1.-, für den ganzen Monat AM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag ts, HMStaz 12 A-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 frpfg., Im Aeklaineteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 A-Pfg.

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Gelegentlich der Eröffnung der Deutschen ostmesse in Königsberg hielt Reichswirtschasts- minister Dr. Lurtius eine Rede über die Lage Offpreußens.

In der Dressurprüfung des olympischen Reileclurniers, die am Samstag beendet wurde, hat Deutschland einen Doppelersolg errungen. Am gestrigen Sonntag fand die Olympiade ihr Ende.

Herbert Hoover hielt nach seiner offiziellen Nominierung zum republikanischen Präsident­schaftskandidaten eine Rede, in der er die Grund- iinten seines politischen Programms darlegte.

Die gestrigen Peslatlungsfeierlichkeiten für Stephan Raditsch in Agram sind im allgemeinen ungestört verlaufen.

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Eine Erklärung Coolidges.

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Superior (Wisconsin), 11. Aug. Präsident libge gab eine Erklärung über die Wirkung ab, die der Kellogg-Pakt möglicherweise auf die ische Marine ausüben würde. Er

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für. beide Teile ist Hanau. ' Set unverschuldetem Ausfall der Diefemng infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf -Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u. Erscheinungstag« der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.--Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956, 3957,3958

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«klärte nochdrüMichst, er beabsichtige nicht zuzulas- |tn, daß die Stärke oder Leistungsfähigkeit der merikanischen Marine oder Armee auf Grund des Mgg-Vertrages abgeschwächt werde.., Der Ver- .ag verpflichte die Signaturmächte besonders, sich gegenseitig nicht anzugreifen und habe deshalb bum etwas mit Dingen zu tun, die lediglich der nationalen Verteidigung dienen. Coolidge ist indes- fin her Ansicht, daß der Vertrag dennoch möglicher- K®e&#eftimmt8, auf di "

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»Schwebe seien oder noch erörtert würden: es werde Waber auch nach der Unterzeichnung des Kellogg-Pak­tes und feiner Ratifizierung durch den Senat noch Zeit genug fein, zu erwägen, ob irgendwelche be­stimmte gesetzgeberische Schritte abgeändert werden sollten. Coolidge vertrat die Auffassung, daß der Vertrag in keiner Weise zu irgend einer der von der Völkerbundssatzung den Völkerbundsmitgliedern auferlegten Verpflichtung in Gegensatz treten werde. Der Völkerbund sei stets als ein Instrument des Niedens bezeichnet worden und deshalb könne er W nicht denken, daß irgend, eines seiner Mitglieder gen irgend einen Schritt,'gleichviel, von welcher ite, Widerspruch erheben konnte, der geeignet sei, I ^ Sache der internationalen Ruhe zu fördern.

Paris, 12. Aug.Journal" nennt die Rede Toolidges über den Kellogg-Pakt eine weise War- nung. Wenn Coolidge erkläre, es fei der größte Feh- 1 4 zu glauben, daß die Verurteilung des Krieges auch die Verunèiiung defensiver Vorsichtsmaß- I lahmen bedeute, habe er den Nagel auf den Kopf getroffen.Wir sind überzeugt", fährt bas Blatt Mdaß bei Anwendung dieser Theorie das I oberste Haupt Amerikas es als notwendig zulassen I ?M, eine militärische, rein defensive Organisation s ihrem vollen Umfange aufrecht zu erhalten, wie Frankreich als unerläßlich für seine Sicherheit «Waht. Was Coolidge über das Verhältnis des è^riegspaktes zum Völkerbundsstatut sagt, ist Michsalls sehr vernünftig. Was er aber nicht gesagt und das ist der heikle Punkt ist, daß die s-harte des Völkerbundes auf dem Grundsatz gegen- LM^r Hilfe gegen einen Angreifer basiert, der Kellogg-Pakt -dagegen auf dem Grundsatz der Neu- sralitat." Wenn auch nicht ein absoluter W i der - 1^$, ätschen beiden Systemen bestehe, so könne eine Verzögerung bei -der Wahl von zwei ver- tyrebenen Pflichten eintreten, wenn es sich um tue inloendung handele. Insofern schwäche Ler Kellogg- den Völkerbund.

Die Vevfassungsfeiev im Reichstag

Berlin, 11. Aug. Zur Verfassungsfeier war heute der ^Plenarsaal des Reichstages in überaus präch­tiger Weise geschmückt. Die Tribünen waren mit grünen Girlanden und den Farben des Reiches ge­ziert. Ueber dem Präsidium prangte das Wappen des Reiches und über der großen Ehrenloge hing Lie Standarte des Reichspräsidenten. In wuchtigen Lettern war die Präambel Ler deutschen Reichsver­fassung, von jedem Platze aus sichtbar, angebracht Die Büsten Eberts und v. Hindenburg in der Halle waren mit Blumen geschmückt. Gegen 12 Uhr betrat der Reichspräsident das Reichstagsgebäude, und ihm folgten die Herren seiner Umgebung. Er wurde auf der Treppe vom Reichsinnenminister Severing und dem stellvertretenden Reichstagspräsidenten v. Kardorff begrüßt. Als der Herr Reichspräsident wenige Minuten nach 12 Uhr die Präsidentenloge betrat, erhoben sich zu seiner Begrüßung sämtliche Teilnehmer der Feier. Rach musikalischen Darbie­tungen betrat

Universitäts-Professor Dr. Radbruch das Rednerpult, um im Namen der Reichsregie­rung der Nation den Festgruß zum Verfassungstage zu überbringen. Professor Dr. Gustav Radbruch

(Heidelberg) führte

Herr Reichspräsident! Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Richt Scharfsinn oder Weis-

u. a. aus:

heit Einzelner schafft eine Verfassung, sondern die allmächtige Geschichte. Nicht nur die Nationalucr-

die Last des Länderparlikularismus.

Der durch Selbstverwaltung dezentralisierte Ein­heitsstaat ist das klar vorgezeichnete Ziel unserer innerstaatlichen Entwicklung, der Weg zu ihm frei­lich noch im Dunkeln. Jener Sturmwind, der das Kleine hinwegfegt, jener Donnerschlag, in dem die Stimme des Großen zu uns spricht, sie werden da sein in jenem Augenblick, wo Oesterreich, von dem allen Völkern verheißenen Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machend, sich dem großen deutschen Mut­terlands anschließen wird. An der Stelle, an der ich stehe, grüßte mit einem unvergeßlichen Klang in der Stimme, mit einer unvergeßlichen Hand­bewegung Friedrich Ebert den Sarkophag, der Walther Rathenaus Sterbliches barg, der große Staatsmann, der die neue Außenpolitik des Reiches am sichtbarsten vertrat, beide umgeisert von der Verleumdung, beide Opfer der Pflicht bis in den Tod. Und wieviele Namenlose haben neben ihnen für diese Verfassung gekämpft und geblutet! Eines der schönen Kampf- und Trutzlieder unserer Arbeiterschaft endet mit dem hochgemuten Wort: Und das ist das Herrliche, Große in der Welt: das Banner bleibt stehen, wenn der Mann auch fällt!

Bürger und Bürgerinnen der deutschen Repu­blik! Das Banner, das schwarz-rot-goldene Banner wird stehen, die Weimarer Verfassung wird stehen, die deutsche Republik wird stehen!

Nach Professor Radbruchs Rede wurden musi-

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ihr ter. Denken wir daran, in wo

vainievö fße »Seiche und Sheecbeii*

, Paris, 12. Aug. Auf einem von der Vereinigung Kriegsbeschädigten und Ler Kriegstellnehmer in ^rg veranstalteten Bankett hielt Kriegsminister bAnlevè eine Rede, in der er davon sprach, daß den Frieden ehrlich wolle und ihn aufzubauen V bemühen müsse. Auf dem Dieser Tage m Berlin , S^altenen internationalen Kriegsteilnehmer» Äeß habe man versucht, die Grundlagen der für ^Verständigung der Völker notwendigen mora- : Abrüstung zu legen. Painlevö warnte vor

lick/ Überstürzung dieser Befriedung, die gesahr- ^^m^?^ionLnen schaffen würde, und sprachvon ^âigkest, die eigene Sicherheit zu wahren

> beschrittenen Wege obzugehen. Mit auf die Locamo-Abkommen erklärte Pu>n er es sich zur Ehre anrechne, hierzu den aute ^ben zu haben. Er schloß unter Hmwew »X DeviseFriede und Sicherheit', Mit dem

^ niHn den Kriegsminister von nun a bansnunifter nennen möge.

3Me Besatzung verbietet Vttdgittüg den Babttbau ist

Rüsselsheim

damals Lie Vesten und Tiefsten hinauszogen. Sie waren gewillt, als Frucht ihrer Kämpfe auch ein er­neuertes, freieres Vaterland Heimzubvingen.

Das Volksheer bedingte den deutschen Volksstaas.

Wir können der Verfassung des erneuerten Deutsch­land nicht gedenken, ohne Les kämpfenden und leidenden deutschen Volkes von 1914 bis 1918 zu ge­denken und ohne dem Manne zu danken, in dem sich deutsche Volkheit jener Tage sinnbildlich ver­dichtet.

Dem, der damals das Reich rettete, dem ersten Soldaten des allen Deutschland, dem ersten Bürger des neuen Deutschland, gilt unser ehr­fürchtiger Gruß und Dank.

Das Volk, das der Träger des neuen Staates ist, entfaltet sich in dem vielfältigen Reichtum kämpfen­der Gruppen, Klassen und Parteien. Sprechen wir, ohne daran Anstoß zu nehmen, die Wahrheit rück­haltlos aus: daß

der Volksstaal ein Parleienslaat

ist. Seite Partei hat zu ihrer Aufgabe nichts anderes als Las Vaterland. Die Parteistandpunkte bedeuten die verschiedenen möglichen Auffassungen vom Wohle Les Landes, jeder von ihnen von jedem anderen mit Recht zu bekämpfen und jeder von ihnen von jedem anderen zu achten. Man beklagt oft die Schäden unseres Partei wesens, aber nicht die Vielheit der Parteien ist der Grundschaden, son­dern ihre Starrheit. Man sagt unseren Parteien wohl nach, sie seien in zu hohem Grade Jnleressen- parteien. Das Gegenteil ist richtig: sie sind in zu starrem Maße Weltanschauu-n-gs-, Ueberzeugungs- part-oten. Wir müssen hoffen, daß der Parlamen­tarismus allmählich sich die Parteien erziehen wird, wie er sie braucht. Unser politisches Leben "ft aber nicht nur mit dem Gegensatz der Parteien belastet, sondern auch mit dem

Gegensatz der Klassen.

Der Untertan ist zum Staatsbürger geworden, aber der Staatsbürger ist noch immer Wirtschaftsunter­tan. Den Arbeitnehmer zum Wirtschaftsb ärger zu erheben, ist eine im Geiste der Verfassung selbst vor- gszeichnete Aufgabe. Es hieße ung-e-fchichtlich denken, zu glauben, daß für unsere Wirtschastsentwicklung bereits aller Tage Abend sei. Eine Wirtschaftsord­nung, Lie Ler Tatsache -der Arbeitslosigkeit nicht Herr werden kann, kann nicht das letzte Wort der ökonomischen Entwicklung sein. Reben dem Klassen­gegensatz, neben dem Parteipartikularismus ruht au^ unserem politischen Leben

Reichskanzler Hermann Müller das Wort zu folgenden Ausführungen:

Herr Reichspräsident! Meine Damen u. Herren! Wenn das deutsche Volk in feiner Mehrheit auch heute wieder den Tag festlich begeht, in dem die in Weimar in schwerster Zeit geschaffene Verfassung die gesetzliche Grundlage des Reiches wurde, so darf es das mit stolzer Genugtuung, denn diese große staatsrechtliche Schöpfung nach dem tragischen Ausgang des Weltkrieges in einer Zeit grenzen­loser innerpolitischer Not und Bedrängnis war eine Tat ungebeugten deutschen Lebenswillens, ein lebendiger Beweis für den nationalen Zusammen­halt des ganzen Volkes in allen feinen Stämmen und Schichten und ein starkes Bekenntnis zum frei­heitlichen demokratischen Volksstaat. Immer mehr wächst von Jahr zu Jahr die Zahl derer im deut­schen Volke, die dankbar und freudig die Wieder­kehr des Geburtstages der Weimarer Verfassung feiern. In dieser Feierstunde wollen wir alle er­neut geloben, für den Schutz und die Achtung der Reichsverfassung und ihrer Symbole einzutreten, indem wir, worum ich Sie, Herr Reichspräsident, und Sie, meine Damen und Herren, bitte, in den Ruf einstimmen: Das in der Republik geeinigte deutsche Volk, es lebe hoch!

Akridenbuvg itbvettei die Ghven- -vont ab

Die Versammlung stimmte darauf dreimal in diesen Hochruf ein und sang dann die erste und dritte Strophe des Deutschlandliedes. Dann erhob sich der Reichspräsident und begrüßte die Versamm­lung und verließ den Plenarsaal, womit die Feierlichkeit im Reichstagsgebäude ihr Ende er­reicht hatte. Während ein Flugzeuggeschwadcr über dem Festplatz kreiste, begaben sich der Reichspräsi­dent und die Mitglieder des Reichskabinetts durch das Hauptportal auf die Freitreppe. Dort, vor dem Bismarckdenkmal, hatte eine Ehrenkompagnie der Reichswehr Aufstellung genommen, deren Kapelle die nach Tausenden zählenden Menschen aus dem festlich geschmückten Platz der Republik mit Musik­vorträgen unterhielt. Brausender Jubel erscholl, als Reichspräsident von Hindenburg auf der Freitreppe erschien. Der Reichspräsident schritt zusammen mit dem Reichswehrminister und den übrigen Herren seines Gesolges die Front ab. Die Musik spielte das Deutschlandlied, das von der Menge ent­blößten Hauptes mitgesungen wurde. Unter im- merwährenden Hochrufen verließen der Reichsprä­sident und die Minister in ihren Wagen den Platz.

pflogenen Verhandlungen wegen der Erweiterung des Rüsselsheimer Bahnhofs sind von der Be- sahnngsbehörde endgültig ablehnend beschieden worden.

Der vor 50 Jahren gebaute Rüsselsheimer Bahn­hof konnte bekanntlich den ins Riesenhafte ge­steigerten Personen- und Güterverkehr nicht mehr bewältigen, sodaß sich die Opelwerke gezwungen sahen, einen eigenen Verladebahnhof von mehreren Kilometern Ausdehnung anzulegen, der mit der Reichsbahnlinie durch Ans" !_' werden soll. Die Genehmigung der Ausführung

verbunden

tisch,militärischen Fragen abhängig, obwohl keiner­lei Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Maßnahmen der Opelwerke und den militärischen Belangen der Entente besteht. Diese durch nichts gerechtfertigte Ablehnung stellt nicht nur eine schwere wirtschaftliche Schädigung der deutschen Industrie dar, sondern bedeutet auch eine unver­antwortliche Gefährdung des Personenverkehrs auf der Strecke Frankfurt-Mainz, die heute durch die Materialtransporte der Oplweke bereits überlastet ist.

Sie Lage Ostpreußens

Eröffnung der 16. Deutschen Osimefse.

Königsberg, 12. Aug. Heute vormittag fand in der Hindenburg-Oberrealschule eine Begrüßung der hier anläßlich der 16. Deutschen Ostmefse anwesen­den Ehrengäste statt. Nach der Begrüßungsan­sprache Dr. Lohmeyer überbrachte der Reichs­wirtschaftsminister Dr. Curtius die Grüße der Reichsregierung und die Grüße des Reichsprästden. ten, der ihm aufgetragen feine Heimat zu grüßen, bei der er allezeit treu im Gedanken weile. (Beifall) Die Ostmesse", schloß der Minister,ist ein un­entbehrliches Glied der östlichen Wirtschaft. Sie hat bisher ihre Aufgabe erfüllt und wird sie weiter er­füllen. In dieser Ueberzeugung erkläre ich die 16. Deutsche Ostmesse füreröffnet" Zum Schluß nahm der Königsberger Generalkonsul der Sow­jetunion das Wort, um in kurzen Ausführun- gen zu betonen, daß die Teilnahme der Sowjet­union an der Deutschen Ostmesse bereits zur Tra­dition geworden sei. Königsberg setze die Ueber­lieferungen der Vorkriegszeit fort, und es sei und bleibe die erste Etappe für Rußland auf dem Wege nach dem Westen.

Bei einem am Nachmittag vom Aufsichtsrat und Direktion des Messamtes gegebenen, Frühstück hielt Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius eine Rede, in der er ausführte:

Die neue Reichsregierung betrachtet ihre Aufgabe, die abgeschnürte Ostprooinz nicht ver­kümmern zu lassen, als eine ihrer vornehmsten Pflichten. Sie ist entschlossen, die bisherige Politik f o r t z u s e tz - n. Die Verhandlungen über einen neuen Handelsvertarg mit Li­tauen, der anstelle des jetzt gültigen und ausbau­bedürftigen Abkommens vom 1. Juli 1923 treten soll, stehen kurz vor ihrem Abschluß. In dem Der- tragswerk wird auch den Verkehrsinteressen Rech­nung getragen werden, welche die Stadt Königs­berg an dem Vertrage hat. Wir hoffen bestimmt, Wäsäs1 Sri Ä tauen und dem Memelgebiet zu kräftigen und aus­zubauen. Die Hanöelsvertragsverhsnjf. lungen mit Polen sollen am 10. Dezember in Warschau wieder ausgenommen werden.

Der deutsche Delegationsführer wird auf Len Grundlagen verhandeln, die von der vorigen Re­gierung feftgelegt worden sind. Es ist kein Zwei­fel, daß die nunmehr seit drei Jahren lausenden Verhandlungen zu den schwierigsten gehören, die Deutschland überhaupt zu führen hat. Dennoch müssen wir den Handelskrieg beenden und zu einer neuen Regelung unserer wirtschaftlichen Beziehun­gen mit Polen zu gelangen trachten. Die Reichs­regierung stimmt mit Ihnen Larin überein, daß unser Bestreben bei den Verhandlungen darauf gerichtet fein muß, die Lobensinteressen Ost­preußens zu wahren. Auch im gegenwärtigen Augenblick hat bei der Erörterung ostpreußischer Gracien die Parteipolitik keine Rolle gespielt. Was das Verhältnis,des Reiches und Preußens zu Ost­preußen angeht, so waren in allen Grundfragen Reich und Preußen stets völlig einig. In jeder Lage hat bei beiden der beste Wille zur Hilfe be­standen. Einig waren sich Reich und Preußen vor allem auch'darin, daß Ostpreußen bei allen Reichs- und Staatsaktionen eine Sonderstellung einnehmen muß und einen Anspruch darauf hat, nicht als Grenzland, sondern als abgetrenntes Land behandelt zu werden. Auf diesem Grund­gedanken beruht das Programm des Jahres 1920, auf ihm auch die Ostpreußenhilfe des vergangenen Jahres. Mit Recht haben ihre Vertreter geltend gemacht, daß neben Sonderaktionen für den Wie­deraufbau Ost' eußens die allgemeine deutsche Wirtschaftspolitik entscheidend wäre; denn es gibt glücklicherweise so etwas wie eine einheitliche deutsche Wirtschaft. Es muß im gegenwärtigen Augenblick genügen, auf die Regierungserklärung und das darin enthaltene Agrarprogramm als Zei- chen der GrundsteinleWng der gegenwärtigen Re­gierung zu verweisen.

Ich habe ein Recht, geltend zu machen, daß dieser Regierung, und gerade ihr, die Sorge für die deutsche Landwirtschaft und Gesamtproduktion am Herzen liegt. Hand in Hand mit einheitlicher und tatkräftiger Wirtschaftspolitik kann und muß großzügige Sozialpolitik betrieben werden. So richtig es ist, daß Sozialpolitik nur in gesunder Wirtschaft gefördert werden kann, ebenso richtig ist, daß die Wirtschaft ohne besondere P/cge der Arbeitskraft, ohne Förderung der Gesundheit des ganzen Volkskörpers und ohne Hebung der Kauf­kraft der Masse nicht gedeihen kann. Im ganzes ist das Regierungsprogramm ein nach dem Ge­meinwohl orientiertes wirtschaftliches und poli-i tisches Ausgleichsprogramm. Nur ein solches dient bei unserer Lage dem ganzen Paterlande und da­mit auch Ostpreußen.

Nach dem Minister sprach der Vertreter der Sowjetunion, Botschafter Brodowski. Er betonte die große Arbeit, welche Ostpreußen und die Stadt Königsberg für die kulturelle Annäherung der Völker beider Länder geleistet haben, und fuhr fort: Man darf nicht vergessen, daß die kulturellen Verbindungen zwischen zwei Völkern die wichtig­sten Grundpfeiler des Friedens und der friedlichen

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