Einzelbild herunterladen
 

râe r

Samstag dem 11. Muguff 1928

Nr. 188

er die Reden sehr lehrreich gefunden habe. Sie seien eine Quelle großen Vergnügens und nützlicher Belehrung gewesen. Er dankte allen Rednern und beglückwünschte insbesondere den Träger des ersten Preises zu seinem Erfolge, der sich eine nationale Ehre errungen habe, und den er als Vertreter der deutschen Jugend begrüßte. In Amerika erwarte den Sieger in Kürze ein internationaler Redewett­streit, in dem jeder in seiner Landessprache reden dürfe. Er, der Botschastter, wünsche dem Sieger glückliche Reise und guten Erfolg. Mit dem allge­meinen Gesang der dritten Strophe des Deutsch­landliedes wurde die Feier beendet.

Die RekMsekttttahmen und ' -Ausgaben

in den Monaten April bis Inni.

Berlin, 10. Aug. Eine vom Reichsfinanz­ministerium herausgegebene Uebersicht über die Reichseinnahmen und Ausgaben in den Monaten April bis Juni d. I. weist im ordentlichen Haushalt Einnahmen von insgesamt 2241 Millionen Mark auf, denen an Ausgaben insgesamt 2171,3 Millionen gegenüberstehen. Mithin ergibt sich für diese Zeit- dauer im ordentlichen Haushalt eine Mehrein­nahme von 69,7 Millionen Mark Da der Bestand aus dem Vorjahre 647,1 Millionen Mark beträgt, ergibt sich am Schlüsse des Berichtsmonats ein Bestand von 716,8 Millionen Mark. Im außer­ordentlichen Haushalt stehen den Einnahmen von insgesamt 63 Millionen Mark Ausgaben von ins­gesamt 107,8 Millionen Mark gegenüber, woraus sich Mehrausgaben in Höhe von 44,8 Millionen Mark ergeben. Da der Bestand aus dem Vorjahre minus 430,3 Millionen Mark beträgt, ergibt sich am Schluß des Ber'ichtsmonats im außerordent­lichen Haushalt ein Fehlbetrag von 475,1 Millionen Mark. Der Gesamtbestanü aus ordentlichem und außerordentlichem Haushalt beträgt demnach 241,7 Millionen Mark. Der Stand der Reichsschuld am 30. Juni ü. Is. beläuft sich auf 7609,6 Millionen Mark. Der Stand der schwebenden Schuld ist im großen und ganzen unverändert geblieben. Der Um­lauf an Reichswechseln weist im letzten Monat eine Erhöhung von 164,7 auf 217,2 Millionen Mark auf.

Enienie-Manbvev im Rheinland

Berlin. 10. Aug. Startes Befremden erregt in Berlin eine Meldung desDaily Telegraph", wonach das einzige Kavallerieregiment der briti­schen Besahungsarmee im Rheinland an den bevor­stehenden Manövern der französischen Besahungs­armee unter General Guilleaumat teilnehmen werde. Irgendwelche Handhabe zum Einschreiten besteht auf deutscher Seite nicht. Drei Iahre nach Locarno können die Besahungstruppen immer noch machen, was sie wollen. Trotzdem aber wird nicht nur vomDaily Telegraph" diese Zusammenarbeit der Truppen als ohne Vorgänger bezeichnet. Es liehe sich ja vielleicht denken, daß zwischen dem englischen und französischen Oberkommando irgend­welche Mißhelligkeiten entstanden sind, die nun durch diese Demonstration ihren Ausgleich finben sollen. Sehr viel wahrscheinlicher ist aber doch, daß hinter dieser auffälligen Abkommandierung sich eine pontische Absicht v^Mrgs,die zesgenfoN, wie herzlich wieder die Beziehungen zwischen England und Frankreich geworden sind. Und sie müssen in der Tat sehr herzlich sein. Man denke nur einmal daran, daß selbst in den Zeiten des deutsch-öster­reichischen Bündnisses vor dem Kriege ein deut­sches Regiment unter österreichischem Oberbefehl ein österreichisches Manöver milgemacht hätte oder umgekehrt. Wir können uns nicht erinnern, daß so etwas einmal vorgekommen ist. And gerade daran sehen wir die politische Bedeutung, die ausgerech­net jetzt die Herzlichkeit der militärischen Zu­sammenarbeit der beiden Lntenlestaaten in dieser Form betont wird. Sie spielen wieder einmal Krieg aus deutschem Boden und selbstverständlich auch auf unsere Kosten, trotz des Locarnoverlrages, was aus die diplomatischen Aussichten der Räu- mungsaklion im Herbst ein außerordentlich trübes Licht wirst.

*

An den zuständigen Londoner Stellen wird die vorstehende Meldung bestätigt. Die Manöver-Ein­ladung sei von den französischen militärischen Stellen ausgegangen und englischerseits angenom­men worden. Die Zusage der englischen Militärs sei aus dem natürlichen Wunsche zu erklären, den im Rheinland stehenden Truppen Gelegenheit zu Hebungen in größeren Verbänden 3U geben. Die geringe Gelegenheit für die an Zahl schwachen englischen Besahungstruppen, sich in Manövern großen Stils auszubilden, sei mit ein Grund des Widerstandes gewesen, den die militäri­schen Stellen der Verringerung der Truppenzahl seinerzeit entgegengesetzt hätten. Irgendwelche poli­tische Bedeutung sei den Absichten der militärischen Stellen im Rheinland nicht beizumesten.

Dev Gvenzstvett zwWben dem SvaS u. dem Aedschas

Abbruch der Verhandlungen mit Ibn Saub.

London, 10. Aug. Die Verhandlungen zwi­schen Sir Gilbert Clayton und dem Wahalnten- König Ibn Saub, die anfang Mai in Hedda be­gannen, mußten ergebnislos abgebrochen werden. Der Premierminister der Irak-Regierung teilte gestern im. Parlament von Bagdad mit, daß er nähere Gründe überden Abbruch der Verhandlun­gen noch nicht mitteilen könne, daß aber die Irak- Regierung. deren Vertreter auch an den Verhand­lungen teilnahmen, alles getan habe, um ein Blut­vergießen an den Grenzen des Neyd zu verhindern. Er bedauerte lebhaft, daß Ibn Saub den guten Willen der Irak-Regierung nicht anerkannt habe.

Den Mund für das Scheitern der Verhand­lungen soll, wie dieTimes" erfahren, der fein, daß sich die Irak-Regierung weigerte, mehrere der von ihr bei den Quellen in der Nähe der Grenze errichteten Posten aufzugeben. In Erwartung neuer Grenzüberschreitungen durch die Wahabiten hat der Kriegsminister der Irak-Regierung alle Grenzposten und Grenzorganisationen aufgefordert, sich in Alarmbereitschaft zu setzen.

Bekanntlich kam es zu Beginn dieses Jahres zu mehreren blutigen Zusamenstößen zwischen Wa­habiten und Jrakstämmen, die später durch britische und Jraktruppen unterstützt wurdest, weil meh­rere Wahabitenstämme infolge der Dürre di« Grenze überschritten, um die von ihnen seit Jahr­

der Vaterlandspartei war und daher gegen jeden Vorwurf weichlicher Stimmungsmacherei gefeit fein dürfte, sagt in der zweiten Auflage seines WerkesDie Reichsgründung":Das alles sind Veränderungen, die niemand wieder rückgängig machen kann, mit welchen Gefühlen der einzelne sie auch betrachten mag. Wer nicht will, daß unser Volk an inneren Kämpfen ganz zugrunde gehe, wer an der Zukunft nicht ver­zweifeln und für sie arbeiten will, der muß sich entschlossen auf den Boden der neuen Verhältnisse stellen, der mutz bemüht sein, die Werte zu erhalten und zu wahren, die uns aus dem großen Zusam­menbruch noch geblieben sind.""

Diese Worte klingen wie eine Mahnung, gesprochen für die Abseitsstehenden am Ver- fassunastag, für die Gesinnung, in der man seine tägliche Arbeit tun soll. Auch d i e bürger­lichen Parteien, die zwarauf dem Boden der gegebenen Verhältnisse" stehen, der Weimarer Verfassung aber angesichts der zahlreichen Mängel und vor allem infolge der durch sie beschlossenen Abschaffung der geheiligten alten Reichssarben Schwarz-Weiß-Rot keine Sym­pathie entgegenbringen, müssen endlich ihre sachlichen Bedenken gegen die Verfassung zu­rückstellen. Wie schon gesagt, Verfassungen sind wandlungsfähig und es läßt sich heute noch nicht sagen, wohin die Weimarer Verfassung sich noch entwickeln wird. Diese, Entwicklung muß nicht immer durch Reformen der Ver­fassung selbst herbeigeführt werden selbst­verständlich sind auch solche notwendig, so be­züglich des Wahlrechts und der Erscheinungen, die man alsKrise des Parlamentarismus" bezeichnen muß, diese oder jene heute noch vorhandenen Mängel können auch allmählich beseitigt werden durch die Praxis, ohne daß in der Niederschrift der Verfassung selbst auch nur ein Komma geändert wird. Die Entwicklung wird diese Reformen ganz von selbst bringen, nur müssen alle Kräfte Mitarbeiten. Prof. Dr. Bredt sagt in einer Abhandlung über die Rekchsverfasiung:Es wird manches in fünf* tiger Zeit als selbstverständlich gelten, was in der heutigen Reichsverfassung gar nicht steht, und es wird manches beiseite gelassen werden, was heute vielleicht noch wichtig erscheint." Wir können diesen Ausführungen nur bei­pflichten, ebenso der Bredtschen Folgerung, daß wir selbst diejenigen sind, die Ler heutigen Reichsoerfassung ihren rechten Wert verleihen müssen durch die rechte Handhabung". Es darf heute nach neun Jahren keine Verdrossenheit mehr geben, die man zwar als deutsche Krank­heit schon ewig gekannt hat, sondern, soll der Boden bereitet werden, damit eine glückliche Zukunft daraus ersprieße, so haben wir alle mitzuarbeiten am Aufbau unseres Vaterlandes, der noch lange nicht vollendet ist. Das ist die Ausgabe der Zeit, die man erlebt, und es ist keiner unter uns so groß ober so Mn^atzer nichts an Aufbauarbeit im Innern und Be- freiungsarbeit nach außen leisten könnte. R. H.

Ms AvSekt des itate- skMtmssaus-thufses der

Reichsbahn

Berlin, 10. Aug. Der Untersuchungsausschuß zur Prüfung der Ursachen, die die zahlreichen Betriebs­unfälle bei der Reichsbahn veranlaßt haben, wird am Donnerstag, den 16. August, feine Tätigkeit auf- nehmcn. Der Untersuchungsausschuß gliedert sich in Unterausschüsse, die die Sicherungseinrichtungen, die Oberbau- und Lokomotivenstagen und schließlich die Beschwerden des Personals über die Arbeits­einteilung und die Ruhezeiten zu prüfen haben werden. Doch ist diese Arbeitsleistung nicht so auf­zufassen, daß die Unterausschüsse gesondert vonein­ander arbeiten. Es wird vielmehr eine ständige mst tägliche Fühlungnahme zwischen den einzelnen Ausschußmitgliedern stattfinden. Der Ausschuß wird sich zunächst einen möglichst weitgehenden Einblick in die zur Zeit bestehenden Betriebsverhältnisse zu verschaffen suchen.

Nev Schülevvedewetibe- bewerb in dev SorbMulr fite Politik

Berlin, 10. Aug. In der Deutschen Hochschule für Politik wurde heute der von der Leitung dieser Schule veranstaltete, seit vier Tagen dauernde Schulerredewettbewerb in Anwesenheit von Per- iretern von Reich und Ländern, des amerikanischen Botschafters Dr. Sh urman und einer zahlrei­chen Zuhörerschaft feierlich zu Ende geführt. Pro­fessor Dr. Iäckh, der Leiter der Hochschule, führte in seinen einleitenden Worten aus, daß es sich bei dem heutigen Schlußtaae des Wettbewerbes auch um eine Art Derfaffungsfeier handele, die wohl eine der eigenartigsten fei, da die kommende Generation, die nicht mehr belastet fei von der Vorkriegszeit, das Wort haben werde. Man könne über Primanerpolitik denken wie man wolle, müsse sie, aber in höherem, ernsten, ursprünglichem Sinne bejahen. Es gebe neben der Kunst der Politik auch eme Wissenschaft der Politik. Staatssekretär Dr. Lammers beleuchtete in seiner Begrüßungs- onsprache kurz die Ziele staatsbürgerlicher Bildung und Erziehung der Jugend. Studienrat D r Strunz, der Leiter der Borprüfungskommission und des Jugendseminars der Hochschule, führte darauf die aus den Vorkämpfen. an denen 145 Schüler und Schülerinnen teilnahmen, Herausae- fiebten sieben Bewerber um die ersten Preise ein Es folgten darauf die Reden der sieben Preisträger aus der Vorprüfung. Nach einer Pause, in der die Richter sich zusammensetzten, wurde von Staats­sekretär Dr. Lammers das Ergebnis des Wettbe­werbes verkündet. Es erhielt den ersten Preis (eine Amerikareise) Barth-Steglitz, den zweiten Preis (eine Geldspende von 200 Mark) Hahn-Berlin, den dritten Preis (ebenfalls eine Geldspende von 200 Mark) Frank-Berlin, den vierten Preis (eine Geld­spende von 100 Mark) DHrends-Harburg. Bot- fchajter Dr. Shurman richtete darauf eine kurze Ansprache an die Sieger, in der er ausführte, daß

hunderten verwendeten Weiden und Quellen zu benutzen, die aber nun innerhalb der Irokgrenze liegen. Sie wurden durch die im Irak befindlichen britischen Tankabteilungen und Flugzeuggeschwader zurückgeworfen und weit in das Innere Arabiens von britischen Flugzeugen verfolgt. Dem per­sönlichen Eingreifen Ibn Sauds gelang es, den Frieden wiederherzustellen. Im April wurde zwi­schen ihm und Sir Gilbert Clayton, dem früheren Generalsekretär der Verwaltung Palästinas, die Einberufung einer Konferenz in Pedda beschlossen. In den ersten Maitagen begannen die Verhandlun­gen. Man hoffte beiderseits, zu einer endgültigen Regelung aller noch ausstehenden Grenzfragen zwi­schen Arabien, dem Irak und Transjordanien zu gelangen. Am 22. Mai berichtete das Kolonialamt über den befriedigenden Fortgang der Verhand­lungen, teilte aber gleichzeitig mit, daß infolge des Beginns der Pilgersaison die Verhandlungen für mehrere Wochen vertagt werden mußten. Sie wur­den anfang dieses Monats wieder aufgenommen und sind nun ergebnislos abgebrochen worden

Gin Mweves ^t^l^ iw LaNGU

Die Verhandlungen zwischen Tokio und Mukden gescheitert.

Die gereizte Sprache, die Japan gegen das neue Regime in China zu führen beliebt, wird verständ­lich durch die kritische Zuspitzung, die die Beziehun­gen Japans zur Mandschurei gleichzeitig erfahren haben. Um den Einfluß auf dieses Gebiet geht der Wettlauf zwischen Tokio und Nanking, seit mit dem Tode Tschangtsolins auch die persönlichen Bin­dungen, die die Mandschurei an Japan hielten, sich gelöst hatten. Mit dem Sohn und Nachfolger des ehemaligen chinesischen Diktators knüpfte Japan deshalb sofort Verhandlungen an, die die alten Sicherungen befestigen sollten. Diese Verhandlun­gen haben sich wochenlang hingezogen und sind jetzt gescheitert, so daß Japan auch politisch der Verlust seines Interessengebiets droht, das durch die Einwanderung in den letzten Jahren längst An­schluß an den chinesischen Norden gefunden hat. Wir erhalten darüber folgende Meldung:

Die Verhandlungen zwischen Tschang-Hsue« Liang und dem japanischen Anterhändler Baron Hayashi sind gescheitert. Hayashi wird am Samstag nach Tokio zurückreisen. Tschang-hsue-Liang hat die japanischen Vorschläge abglehnt und mitgteilt, daß eine Einigung mit Nanking bald zu erwarten sei. In japanischen Kreisen herrscht der Eindruck vor, daß Tschang-Hsue-Liang infolge der Stimmung der Bevölkerung in der Mandschurei keine andere Mög­lichkeit bleibe, als sich mit Nanking zu einigen. Man glaubt nicht, daß Iapan sofort entscheidende Schritte gegen die Mandschurei unternehmen wird, zumal man in japanischen Kreisen geneigt ist, die Hart­näckigkeit Tschang-Hsue-Liangs auf die amerikanische Ermunkerungspolitik gegenüber Nanking zurückzu­führen.

Kobtte M wieder nach GviKbergeu

Rom, io. ^SWEm mit Mussolini erklärte General Nobile Pressevertretern, er beabsichtige, ins Polargebiet zurückzukehren, um an der Suche nach dem Perbleib der Ballon-Gruppe teilzunehmen. Er sprach die Hoffnung aus, es würde demKrassin mit Hilfe der Flugzeuge ge­lingen, Spuren der Schiffbrüchigen zu entdecken.

seinem Ausscheiden aus der Reparationskommij durch eine Maschinenschreiberin der Reparoti! kommission noch weitere vertraun A k t e n st ü ck e erhielt. Man glaubt außerdem, noch weitere Persönlichkeiten in die Angelegt hineingezogen werden können. Eine hochgest Persönlichkeit, deren Name noch nicht genannt« wurde bereits vernommen.

Paris, 10. Aug. Die gerichtliche Untersuch der Angelegenheit des Dokumentendiebstahls in Reparationskommission durch einen früheren gestellten der Kommissiön, de Sailly, der besann in Haft genommen worden ist, hat, wie Ham» richtet, folgendes ergeben: de Sailly hat sich d ein Schreibmaschinenfräulein der Reparation^ Mission namens Delesall« Kopien zweier Doku« verschafft. Das wichtigste dieser Dokumente war Vries des Finanzministers, in dem darauf gewiesen wurde, daß bie Betrügereien franzësii und deutscher Geschäftsleute aufgedeckt worden und eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet tat Die Kopie dieses Briefes wurde später bei den der Angelegenheit der Sachlieferungsschiebur vargefunden. Sie ist vorläufig in Freiheit schmitt, vorgefunden. Goldschmitt war besann gleichfalls verhaftet und später gegen Stellung e Kaution von einer Million Franken freigeil worden, flüchtete aber nach Holland, wo er sich aufhalten soll. Nach seinem Ausscheiden aus Reparationskommission hatte de Sailly eine Ai cenexpedition gegründet und Geschäftsleute fälschte Vertragsentwürfe zur Einfuhr von Ho, Vieh und Zucker aus Deutschland nach Frank angeboten. Bei Fräulein Delesalle wurde ein de Sailly ausgefertigter Scheck über 50 000 verhafteten Levy, einem Gesellschafter des ff lassen worden.

Aus ave» Wett.

Neutsch« Ansebote fite de« Nan amevikan. Luftschiffe

Washington, 10. Aug. Heute erfolgte durch Unterstaatssekretär Robinson die Eröffnung der Angebote, welche auf die Ausschreibung des Marineministers für die Pläne und den Bau zweier lenkbarer "Luftschiffe des starren Systems von je 6% Millionen Kubikfuß eingegangen waren. Ins­gesamt waren zehn Angebote eingelaufen, die in Gegenwart eines Ausschusses von Sachverständigen geöffnet wurden. Sieben der Angebote enthielten lediglich die Pläne für die beiden Luftschiffe, da­runter befanden sich drei deutsche Angebote, und zwar von Max Kastner in Apolda, Gustav Wil­helm Hagermann in Oschatz und die Firma Schütte in Berlin. Die übrigen drei Angebote enthielten Kostenvoranschläge für den Bau der Luftschiffe und waren von der Goodyear Zeppelin Company in Akron, der American Brown Boveri Elektric Com­pany in Camden und der Trent Engine Manufac­turing Company in Los Angeles eingereicht worden. Unterstaatssekr. Robinson gab bekannt, daß die ein­gehende Prüfung der Angebote mehrere Wochen beanspruchen werde. Der Bundeskongrèß hat für den Bau der beiden Luftschiffe die Summe von 8 Millionen Dollar bewilligt mit der Einschränkung, daß, falls nur ein Luftschiff gebaut werde, die Kosten 5% Millionen Dollar nicht überschreiten dürfen.

Wieder ein Revavaiwus- dSandal

Aklendiebstahl bei der Reparationskommission.

Paris, 10. Aug. Der erste Reparationsschieber- prozeß hat ein unerwartetes Nachspiel gefunden, das in Kreisen der Revarationskommission unliebsames Aufsehen erregt. Ein früherer Angestell­ter der Reparativ ns komMission, ein höherer Beamter des französischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten, de Sailly, befindet sich, wie erst jetzt bekannt wird, seit dem 29. Juli wegen des Diebstahls von Geheimdokumen­ten der Neparationskommission. in Untersuchungs­haft. Dieser Diebstahl wurde durch einen General­kontrolleur des Finanzministeriums aufgedeckt, der den Verhandlungen des ersten Standalprozesies Netter, Wolf und Genossen beiwohnte und dabei feststellte, daß sich die Angeklagten und ihre Rechtsbeistände vertraulicher Aktenstücke der Reparativnskommissivn zu ihrer Verteidigung bedienten. Die Unter­suchung ergab, daß Aktenstücke, Noten und ver- trauliche Schreiben abhanden gekommen sind, die von de Sailly, der seit acht Monaten den Dienst bei der Reparationskommission verlassen hatte, den Angeklagten zugänglich gemacht worden waren. Außerdem wurde festgestellt, daß de Sailly nach

Eröffnung des Sevnwvei vevkehvs stoitoen

DeuSMßattd und Gvank

Berlin, 10. Aug. Heute mittag 12 Uhr ist Fernsprechverkehr zwischen Deutschland und ( nien offiziell eröffnet worden. Das erste Gch führte der spanische Generaldirektor des Berti wesens, Don Jose Dafür mit dem Vertreter Reichspostministers, Herrn Staatssekretär Feyerabend. Hierauf fand ein weiteres Ges, statt zwischen dem Vizepräsidenten der spani Regierung und Minister des Innern. General; tinez Anido und dem deutschen Reichsminister Innern, Severing. Der spanische Minister brgi Minister Severing und erklärte:Ich bin gt daß dieser neue Verbindungsweg, wie er zu cher Zeit die aufrichtige Freundschaft, die u beiden Länder verbindet, verstärken wird, so fühlbar dazu beitragen wird, unsere gegensei Interessen zu entwickeln."

Reichsminister Severing dankt« namens deutschen Regierung für die freundlichen 5 und gab der Versicherung Ausdruck, daß aud deutsche Regierung die Eröffnung des telephoni Verkehrs zwischen Deutschland und Spanien freudigste begrüße,denn sie hofft mit Ih führte er weiter aus, ,chaß auch die Verkehrs: dazu beitragen, die Beziehungen Deutschland dem großen, aufstrebenden spanischen Volke, dem uns eine alte Freundschaft verbindet, ii enger zu gestalten."

Die Verständigung bei MAsjpâen war züglich. _ H

tBiedev ein Zwischenfall in KerchseutschifdraunsSamt

Berlin, 10. Aug. Im Reichsentschädigung in Friedenau ereignete sich dieser Tage, wie hiesige Korrespondenz berichtet, ein neuer Zwis fall. Der Geschädigte Ringelmann, gegen den i gens wegen einer früher ausgesprochenen Drol ein Strafverfahren schwebt, erschien in angeh tem Zustand in der Auskunftsstelle des Amtes stellte in großer Erregung Forderungen, die Auskunftsbeamte nicht erfüllen konnte. Der amte erklärte, Ringelmann oder er müsse das reau verlassen. Da Ringelmann erwiderte, von der Stelle weichen zu wollen, verließ der amte den Raum. Ringelmann stürzte ihm ' zertrümmerte eine Türfüllung und schlug mit Fäusten auf den Beamten, einen Mintsteriâ ten ein, dessen Brille dabei in Stücke ging. Hilfe der Polizei wurde Rmgelmann schli« entfernt.

Letzte M«tMi

NeutUblandS Offenste«

Paris, 11. Aug. DasEcho de pa schreibt in Bezug auf die Nachricht der bevorfti den Offensive Deutschlands wegen der Rhein räumung: Deutschland will seine Karten offen den Tisch legen und gleich beim ersten Mgi jo gehen, wie es gehen kann. Wenn unsere FM gen über seine Vorschläge hinausgehen sollte wird es entschlossen sein bie aussichtslosen Handlungen abzubrechen und den Fristablam 1930 und 1935 abwarten. Wir treten jetzt die A an. Stresemann spielt die Trümpfe seiner Loci Politik aus, die jetzt zum Zstt führen, oder fern muß. Die Rheinlandräumung ist das M nis auf das sie stößt ober das Sprungbrett, dem aus sie sich triumphierend erheben wird, werden Frankreich und Deutschland ihr nungsfest feiern ober die Unmöglichkeit dieser söhnuna feststellen. Stresemann hat für sich Konzessionen, die wir seit Iahren gemacht t und die, wenn sie nicht zu einem Zusammen! mit Deutschland führen, nur die Wirkung 5 unsere Kraft ihm gegenüber zu schwächen.

Das Blatt kommt dann auf die von der schen öffentlichen Meinung geforderten lehnung einer Gegenleistung, insbest eines Ostlocarno, zu sprechen und erklärt: handle sich um eine ernste Frage, bei der das ^ sal Frankreichs auf dem Spiele stehe. Die Ehre das politische Interesse gebiete Frankreich, polnischen Verbündeten uia)t Stich z u l as s e n, andererseits dürfe man aber auch nicht zu Sklaven unserer Decgang machen. Man sagt uns:Klammert euch traditionelle Sicherheitsgarantien der StraW bet Bündnispolitik, wählt lieber die moralif^ rantie, die euch durch die Freundschaft mit B land gewährt wird". Ist ein Kompromiß diesen beiden gegensätzlichen Ausfassungen so fragt das Blatt zum Schluß.