Sette 2
Donnerstag den S. August 1928
M. 185
vitsch, der ehemalige Feind Raditschs, ist Serbe von Geburt, stammt aber aus den Neugebieten Jugoslawiens. Er ist heute viel radikaler eingestellt, als es Raditsch sogar in den letzten Monaten seines Lebens war. Die neue Koalition mit Raditsch und Pribitschevitsch an der Spitze war von explosiven Energien geladen. Stephan Raditsch ist tot, aber diese Koalition, die er geschaffen hat, lebt. Sie stützt sich dabei immer mehr auf die Masten der „Preschani", der Bevölkerung aus den Neugebieten. Die ungeheure Erbitterung, die sich allmählich im . Laufe der Jahre angesammelt und die sich durch den Tod Raditschs vermehrt hat, läßt das staatliche System des SHS-Königreiches in seinen tiefsten Wurzeln erzittern. Wird Jugoslawien dieser Erschütterung standhalten?
. ^™ ist jetzt ohne Führer geblieben, ein Raditsch ist nicht zu ersetzen. Um sein Erbe wird ein heftiger Kampf der Kleineren entbrennen. Dieser Kampf kann die Rettung der Serben sein — falls die Wellen der Volksbewegung nicht über den Köpfen der Raditsch- Nachfolger zusammenschlagen werden. Und gerade mit dieser Möglichkeit muß man jetzt rechnen. Der von den Serben so gehaßte Raditsch — man weiß noch nicht, wie weit die Schuld an seinem Mord Bis in die höchsten Negierungskreise reicht — war noch der ge- mäßigste Gegner Belgrads. Die ungeheure Autorität, die er in seinem Lande.genoß, und die ihn zum ungekrönten König Kroatiens machte, verhalf ihm dazu, sein Volk und seine Parteigänger im Zaume zu halten. Nun aber weiß die Empörung der Kroaten keinen Halt mehr. Wer die Rachsucht und die dunklen Instinkte der Balkanvölker kennt, der wird sich leicht einen Begriff davon machen können, wie zugespltzt die Lage in Jugoslawien ist. Jetzt wird es dort hart auf hart zugehen. Sämtliche Bande, die die Brüderstämme Jugoslawiens ^^^^^^Emenhielten, sind durch den Tod Raditschs zerrissen. Die letzte Hoffnung bildet die Person des Königs Alexander. Frü^r oder später werden aber die Serben den Tod Ra- i ' chs bereuen müssen.
LV«! wird ila»folger?
h«*9™!”? ^ Aug. Ein hervorragender, der Ra- ditschpartei mcht angehörender kroatischer Politiker äußerte sich in den letzten Tagen: Was im Falle des möglichen Verlustes Raditschs geschehen wird k°nn niemand übersehen. Sicher ist nur das âe' daß durch diesen Verlust die Lage eine Verschlimmerung erfahren wird. Kroatien besitzt keinen zetten Politiker von dem Format Raditsch. Seine Anhänger teilen zwar seine politischen Auffassungen im allgemeinen, aber niemand unter ihnen hat wie ben^hS*^ den jugoslawischen Gedanken den Raditsch neben seiner kroatischen GinIVlluna hochgehalten hat. Wahrscheinlich würde nicht der ?
M°»k, die Nach- m ' der «he-
Äum Untergang des
U-VooteS S 14
-Dir werden bald sterben."
trat^r ‘r^h,, ‘sm“9- 1^ amtlicher Mitteilung ?t°imschast des untergegangenen 14 teilweste durch Ertrinken, teilweise ^^^^^icken oder Vergiftung durch das den Akkumulatoren entströmende Ehloraas ein Der hoc gehobene v-Boot als erster eingdrungene Marine- nur' den a^ ^ner Gasmaske versehen war, konnte X Ö der Sesamten Mannschaft feststellen ?e A^rL“^ ersten Toten wurde » nh . IV , bst ein Opfer der Giftgase und,es gelang nur mit Mühe ihn wie. mi/htn 6 e" ^ rufen. Das v-Boot wurde mit den Leichen in den Hafen von Pola aetospnnt diese geborgen, nachdem Preßlistt eiw geführt worden war. Acht Seichen rnttrh»«
ytacp -verguna der Arzt selbst
-lasen von Pola geschleppt. Ä nachdem Preßluft ein- ^:nMSÄ A durck k-n"' Oberteil gefunden. Das v-Doot' hat Srer mit dem Torpedoboots
^it l^tt^ "an einen großen Riß am Hinteren gen Se 'Sh^^5.^0^ "sch dnbrin" laufene Mistor? Zwischen in Pola einge- . Li ’0r ist am Bug schwer belckädint
27 Tote auf der „F. 14“.
nen Geere.it» h.^F" ums Leben gekomme-
Dene Suche nach Amundsen . °’'V‘5"°* M- Kbmlratltäf gib. betonn., die Nachforschungen nach der ner- schollenen „Latham" nunmehr wieder aufgenommen werden. Der Walfischfänger „Heimland soll das Gebiet zwischen dem Südkap und der König-Karl-Insel, besonders den großen F,ord und die Insel Ldge absuchen, während die Expedition der Miß Boyd an Bord der
° b b y" vorzugsweise das Frauz-Jofephsland durchforschen wird. Gemäß einer Uebereinkunft zwi- f^en dem französischen Admiral an Bord des Kren- Zers „Sstaßburg" und Kapitän Wifling wird die „Vesle-Sari" im Gebiet zwischen der „Heim- land und der „Hobby" Nachforschungen anffetten. Der Kreuzer „Straßburg" und der norwegische Re- gierungsdampfer „Wichael Sars" werden das offene Weer zwischen Südkap und der Böreninsel und wenn möglich noch weiter östlich absuchen. Die „Quentin Roosevelt" wird sich an den neuen Rek- lungsexpedillonen, die voraussichtlich bis Ende
August dauern werden, nicht mehr beteiligen.
Luthers Aetthseeßorm-O-een
Die £eiifö&e des Bundes für Gvueuevuug des Reiches
Berlin, 8. Aug. Heute vormittag hat die „Deutsche Zeitung" die Leitsätze für eine Reichsreform ver- öffentlicht, die von dem Bund zur Erneuerung des Reiches, einer Gründung des früheren Reichskanzlers Dr. Luther, im September erst der Oeffentlich- keit unterbreitet werden sollten. Die Veröffentlichung ist also eine Indiskretion. Das gibt die „Deutsche Zeitung" auch zu. Sie knüpft an den Ausspruch Dr. Luthers an „irgendwie muß doch regiert werden" und erklärt, die Leitsätze, die Dr. Luther ausgearbeitet habe, sollten aus innerpolitischen Gründen erst Ende September einer bis dahin wohl vorbereiteten Oeffentlichkeit unterbeitet werden. Nachdem sie ihr aber durch einen günstigen Wind auf den Tisch geflogen seien, glaube sie, daß man keine Zeit vergehen lassen dürfe, um auf die Gefährlichkeit dieser Richtlinien Hinweisen zu müssen.
Die „Leitsätze" selbst bringen in ihrem ersten Teil die Begründung des neuen Vorschlages. Alle die längst bekannten Mängel in dem staatsrechtlichen Verhältnis von Reich und Ländern werden aufgezählt: voran die kostspielige und unfruchtbare Vielregiererei in Deutschland und seinen Einzel, staaten. Der zweite Teil sagt, wodurch das Problem nicht gelöst werden kann:
1. Durch Einverleibung der mittleren und klei» neren norddeutschen und mitteldeutsch^ Länder in . Preußen unter Beibehaltung einer besonderen preußischen Regierung-gewalt (Großpreußen):
2. durch Uebernahme leistungsunfähiger kleiner und mittlerer Länder in die Reichsverwaltung (Versammlung nur der leistungsschwachen Länder beim Reich):
3. durch künstliche Aushöhlung der Länderverwaltungen im Wege neuer Reichsgesetze (Aushöhlungsprinzip).
Die positiven SovfchlSge
3m dritten Teil werden dann Richtlinien ü r die Lösung des Problems aufgestellt. Ls wird empfohlen, daß im Wege übereinstimmender Gesetzgebung des Reiches und Preußens die gesetzgeberischen und zentralen Verwaltungsausgaben Preußens in der Weise auf das Reich übertragen werden sollen, daß für dieses künftig als Reichsland zu verwaltende Land Reichspräsident, Reichsregiernng und Reichstag an die Stelle von Staatsregierung und Landtag treten sollen. Alle anderen Länder
önnten sich auf Grund eines Landesgesehes dem Reidjslanb anschließen. Einige in dem Reichsland liegende oder nicht mehr leistungsfähige Länder ollen alsbald mit dem Reichsland verbunden werden. 3m einzelnen wird vorgeschlagen, daß die Länder Hessen beide Mecklenburg, Oldenburg, Thüringen, Anhalt, Braun- chweig, Hamburg, Bremen, Lübeck, 2 ippe und Schaumburg- Lippe dem Reichsland angeschlossen werden. Die Gliederung des Reichslandes wäre nach dem Bor- chlag folgende: Die Gebiete von Schaumburg-Lippe, Lippe, Lübeck, die drei getrennten Gebietsteile Oldenburgs, die sechs getrennten Gebietsteile Anhalts, die 28 getrennten" Gebietsteile Braunschweigs sowie die beiden getrennten Gebietsteile Hessens mit den sechs Exklaven würden den als Provinzen des Reichslandes zu verwaltenden Provinzen zugeschla- gen werden. Die beiden zu vereinenden Länder Mecklenburg, Thüringen und die beiden Hansestädte
Zwei TodesttvieNe in Rußland
Moskau, 9. Aug. Nach dreimonatiger Verhandlung in dem Prozeß gegen den Daghestantschen Weinbau-Verband, bei dem große Mißbräuche aufgedeckt worden waren, die über ein« Million Schaden verursacht hatten, v«rurteilte der oberste Gerichtshof Daghistuns den ehemaligen Direktor Jß- jaew und den Chef der Moskauer Abteilung Kal- manow zum Tode. Die übrigen drei Angeklagten erhielten verschiedene Freiheitsstrafen.
«WS âv Wett.
SMtzslüMev LNovdanschlas aus einen psItzeiLommandeuv
Duisburg, 8. Aug.. Wie wir erfahren, wurde bei der hiesigen Schutzpolizei der polizeibeamte Hafenmeister heute durch Kommondobefehl vom Dienst suspendiert. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß Ende voriger Woche der betreffende Beamte in Frack und Zylinder vor der Wohnung des Kommandeurs der Duisburger Schutzpolizei, Oberstleutnant Dr. Leon, erschien, ihn durch Schellen ans Fenster lockte und einen Schuh auf ihn abgab. Die Kugel verfehlte jedoch ihr Ziel. Es wird angenommen, daß der Beamte in einem Anfall geistiger Umnachtung gehandelt hat.
Heftksev einem an der Äßfte Siovida
West Palm Beach (Florida), 8. Aug. Ein Tro- pensturm der ine Küste von Florida heimsuchte, erreichte während der letzten Nacht die Stärke eines Tornados. Er hat beträchtlichen Sachschaden angerichtet. Teilweise hat et Len gleichen Weg wie im September 1926 genommen. Aus Miami (Florida) wird berichtet, daß der Mellory-Dam pfer „Lltgon- quin" mit 300 Pasiagieren inmitten des Wirbelsturms die Orientierung verloren hat. Die Funkstationen bemühen sich, den Dampfer wieder zu orientiere«, um ein Auslaufen auf die Küste zu verhüten.
Iackfouville (Florida), 8. Aug. Der Tropensturm wütet weiter an der Ostküste von Florida. Telegraphen- und Telephonverkehr sind gestört. Zahlreiche Ortschaften sind vom Verkehr abgeschnitten. Der Wind erreichte an manchen Stellen eine Hun- dertâeilen -Stärke. Viele Einwohner verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Der Sachschaden in den vom Sturm betroffenen Gebieten wird auf 5 Millionen geschätzt. Verluste an Menschenleben sind nach den bisherigen Meldungen nicht zu beklagen. Der Dampfer „Älgonguin", der, wie gemeldet, die Orientierung verloren hatte, ist wohwehalten in der Florida-Straße eingetroffen, wo er das Ende
sollen gleichfalls die Eigenschaft als Provinzen des Reichslandes erhallen. Gleichzeitig sollen die in Südbeulschland liegenden Exklaven in die sie um- schließenden Länder eingegliedert werden.
Der in den Provinzen des Reichslandes an der" Spitz« der inneren Staatsverwaltung stehende Beamte, der unter Gegenzeichnung des Reichskanzlers vom Reichspräsidenten ernannt werden solle, müsse ständiger Kommissar der Reichsregierung auch gegenüber allen Reichsverwaltungen sein. Weiter wird die Bildung eines Staatsrates des Reichslandes vorgeschlagen, ferner, daß bei dem Finanzausgleich das Reichsland im Verhältnis zu den anderen Ländern als Einheit behandelt werden solle. Das Vermögen der im Reichsland zu vereinenden Länder soll mit dem preußischen Vermögen zu einem Reichslandvermögen verbunden werden.
Zu dieser Meldung teilt der „Bund zur Erneuerung des Reiches" mit, daß die veröffentlichten Leitsätze nur einen Ausschnitt aus der bisherigen Arbeit des Bundes darstellten. Das umfangreiche Material und die ins einzelne gehenden Vorschläge des Bundes, deren For- mung noch nicht ab geschloffen sei, ergaben erst das Geiamtbild. Sobald die Arbeit des Bundes abge- schlosien sei, werde die Oeffentlichkeit sofort und eingehend unterrichtet werden.
Äbleftnende AM
Berlin, 8. Aug. Die Richtlinien des Lutherschen Bundes zur „Erneu^erung des Reiches" haben -bereits eine Polemik ausgelöst. Die Art, wie Dr. Luther sich die Reichsform vorstellt, stößt auf den heftigsten Widerspruch im deuffchnotionalen Lager. So erklärt die ^reuzzeit ung", daß diese Vorschläge uridiskutabel seien, weil sie einmal der föderativen Grundeinstellung der Deutschnationalen stracks zuwiderlaufen, zum anderen aber Bewährtes zerschlügen, ohne Besseres an seine Stelle zu setzen. Auch der „Preuhenbund" meldet sich zum Wort, um scharfe Verwahrung gegen Luthers Thesen einzulegen.
Ablehnend ist auch die Kritik der Berliner demo- krotffchen Blätter. Das „Berliner Tageblatt" ist überzeugt, daß Dr. Luthers Plan ebenso sehr von Preußen, das nach seinem Entwurf in Reichsprovinzen aufgeteilt werden soll, wie von den süddeutschen Ländern verworfen werden wird, die befürchten müßten, von dem „norddeutschen Block" erdrückt zu werden.
München, 8. Aug. Zu der Veröffentlichung der Ziele des Bundes für Erneuerung des Reiches schreibt die der Bayerischen Volkspartei nahestehende Zeiffchrfft „Der deuffche Süden" u. a.: Die Lösung, die von der Lutherschen Organisation angestrebt wird, führe zu keiner brauchbaren Gestaltung der Dinge. Von einer Dezentralisation könne dann keine Rede mehr sein, wenn man ein so übergroßes Gebilde schaffen werde, dessen einziges Parlament der Reichstag fei, der nicht versäumen würde, die noch übrigen Länder — Baden, Württemberg und dann noch viel schwieriger durchzuführen. Zusam- menfaflend könne gesagt werden, daß die vorg«- schlagene Lösung staatsrechtlich, politisch und wirtschaftlich nicht tragbar sei.
des Sturmes «Lwartet. Der Sturm hat jetzt auf die südlichen Teile von Mittelflorida übergegriffen.
Das ^anvtvev-abven segen Bevgman« u. Genossen eröffnet
Nach mehrtägiger Beratung hat die Große Ferlenftrafkammer des Berliner Landgerichts I beschlossen, das Hauptverfahren in der großen Lombardbetrugssache gegen Bergmann und Genossen zu eröffnen. Demnach werden 10 Personen unter Anklage gestellt und zur Aburteilung an das Schöffengericht Berlin Mitte übenoiesen. Frau Bergmann wurde außer Verfolgung gesetzt. Gemäß den Anträgen vom LHerstaatsanwalt Binder und Staats- anwaltschaftsrat Dr. Schumacher, dem Bearbeiter der 120 Seiten umfassenden Anklageschrift, werden angeklagt: Bergmann wegen gemeinschaftlichen fortgesetzten Betruges im Rückfalle, schwerer Urkundenfälschung, Konkursverbrechens und Konkursver» gehens, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Jakoby wegen gemeinschaftlich mit Bergmann begangenen fortgesetzten Betruges. Der Beginn dieses großen Strafprozesses, der etwa drei Wochen dauern wird, dürfte am 25. September erfolgen.
Schwere Gefängnisstrafe für einen bestialischen Vater.
vor-
Marohn verhandelt, dem
Bersin, 8. Aug. Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte wurde heute dem Berliner Tageblatt zufolge gegen den wegen verschiedener Rohheftsdelikte bestraften Heizer Karl Marohn verhandelt, _____ zur Last gelegt war, am 9. Februar ds. 3s. fein achtjähriges Töchterchen Charlotte wegen eines Kinderstreickes in der bestialischsten Weise verprü- gell zu haben. Der Angeklagte hat, wie die Beweisaufnahme ergab, das Kind mit einem Stock blutiggeschlagen, und die Kleine mußte dann, nur mit einem Hemdchen bekleidet, die ganze Nacht in der kalten Küche stehen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von vier Monaten und zwei Wochen. Das Gericht hielt dieses Strafmaß jedoch bei weitem nicht für ausreichend, verurteilte den brutalen Vater zu einem Jahr und zwei Wochen Gefängnis und ordnete seine sofortige Verhaftung im Gerichtssaal an.
Schwere« Bootsunglück auf dem Main. — Drei Personen ertrunken.
Bamberg, 8. Aug. Zwei Leipziger Studenten, die sich auf einer Paddelboot-Tour befanden, gerieten bei dem Vierether-Loch in einen Strudel und gingen mit ihrem Boot unter. Ein Schiffer eilte zu Hilfe und rettete beide lebend in einen Kahn. Als dieser mittels eines Seiles ans Ufer gebracht werden sollte, kippte er plötzlich um. Die beiden Studenten und ihr Rester, der erst kürzlich gehet- ratet hatte, kamen in den Fluten um. Bisher gestorben, wurde die Leiche des' einen Studenten und die-1 jenige des Schiffers geborgen. i
TödNcher Unglücksfall beim Spielen mit einer Tefching.
Wohlan, 8. Aug. Ein in Reudchen zu B^ weilender fünfjähriger Knabe aus Berlin [p^ mit einem geladenen Tefching. Hierbei löste sich Schuß, und die volle Schrotladung ging Ihjäijrtgen einzigen Kinde seiner Wictsleule den Unterleib. Trotz sofortiger Operation im K lauer Krankenhause ist das Kind an seinen sur- baren inneren Verletzungen gestorben.
Bergwerksunglück.
Minden i. w., 8. Aug. Bei Aufräumun« arbeiten in dem neu vorzutreibenden Schacht % hyrn der Zeche „Meißen" ging aus noch nicht ft gestellter Ursache ein Sprengschuß vorzeitig [( Durch die Explosion wurden zwei Arbeiter gest und vier leicht verletzt. Die bergpolizeiliche Unf( suchung über die Ursache des Unglücks ist noch ni abgeschlossen.
2 877 788 Mark Geldstrafe für Schwarzbrenno
Köln, 8. Aug. Das erweiterte Schöffengeri verurteilte einen Schwarzbrenner, der durch | trügerische Manipulationen 64 000 Liter rein Spiritus der Kontrolle der Monopolverwaltu entzogen hatte, zu acht Monaten Gefängnis u 1238 894 Mark Geldstrafe. Von zwei feiner Ü Hilfen erhielt der eine dieselbe Geldstrafe »nb ji Monate Gefängnis, der zweite 400 000 Mark Ge
strafe. Außerdem muß jeder der drei Verurteil : Wertersatz für den nichtverzollten Sprit in ft ’ von 314 000 Reichsmark zahlen. Im Falle der A lungsunfähigkeit gelten je 5000 Mark gleich ein Tag Gefängnis.
Millionenbelrügereien eines Gemeindevorsteher
Erbach (Oberamt Ulm), 8. Aug. Der früh Schultheiß von Erbach, Dehner, hatte mit Geld seiner Gemeinde eine Reihe von Privatuntere mungen, darunter eineXBant und eine Großp fümerie gegründet, die schon vor einiger Zeit z lungsunfähig geworden sind. Durch falsche Bilans gefälschte Protokolle über angebliche Gemeinden beschlüsse und Wechselunterschriften suchte er > Banken Gelder aufzubringen. Die Gemeinde so; bis Mühlenbezugs- und Absatzgenossenschaft (Erbi deren Vorsitzender Dehner war, hasten für die ( der, die als verloren angesehen werden. Deh befindet sich in Untersuchungshaft. Die Verpsl tung der Gemeinde soll eine Million Mark ü! steigen, die der Genossenschaft eine halbe Miü betragen.
Ein zehnjähriger Brandstifter.
Im Juli entstand in Bebersdorf (Eichsfeld) Großfeuer, das 14 Scheunen und Stallungen, so mehrere Wohnhäuser vernichtete. Der Sachscha belief sich auf über 200 000 Mark. Jetzt stellte der Brand als Racheakt eines zehnjährigen 6 lers heraus, der sich zurückgesetzt fühlte, weil bei einem Schützenfest der Jugend seines Heir ortes nicht Schützenkönig geworden war.
Selbstmord eines Zolldirekkors.
Gestern nachmittag erschoß sich, der „Voss. 3 zufolge, der Zolldirektor Streckmann aus Eni rich, der bisherige Leiter des Emmericher Ha Zollamtes, mit seinem Dienstrevolver. Vor ein Tagen hat in Cleve ein Prozeß stattgefunden IRÄT âWWL« W mann sich ihnen in unerlaubtes Weise genö habe. Die beiden angeklagten Frauen wurden der Anklage der öffentlichen Beleidigung und wissentlich falschen Anschuldigung freigesprot Der Staatsanwalt hatte gegen dieses Urteil der Revision eingelegt.
Slems „begnadigt".
Paris, 8. August. Der ehemalige deutsche Fr denlegionär Klems, der bekanntlich wegen Un stützung Abd el Krims zum Tode verurteilt « den war, ist durch den Präsidenten der Repu zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt n den.
Letzte LetesvaMme
Gvoßhexzog Sviedvich Vsn Baden t
_ Badenweiler, 9. Aug. Der ehem. Großher Friedrich von Baden ist heute früh in Badenive im Alter von 71 Jahren gestorben.
Van einem Gisbiock evisblase
Berchtesgaden, 9. Aug. In der Eiskapells St. Bartholomäus am Königsee stürzte, wahr eine Gruppe von Touristen sie besuchte, ein gro Eisblock herab und erschlug den Sohn des bahnsekretärs Glas aus Hannover, der in bs! tung seiner Eltern und Geschwister das Batura mal besuchte.
Luannkall
Görlitz, 9. Aug. Auf der Strecke Dresden-Gö entgleisten heute nacht 1 Uhr vier Wagen ei Güterzuges. Drei Wagen stürzten um. Die waren längere Zeit gesperrt. Personen sind r verletzt worden.
Ä«<evsa«s eines HaliewifÄ« Krotovseseibootes
Rom, 9. Aug. Wie aus Catanzaro gen" wird, geriet während der Nacht ein Motorsegev etwa 5 Meilen von der Küste entfernt in Das Booot verbrannte. Von den 9 Mann der atzung fehlen bisher noch 3 Mann. Man nu an, daß sie in den Flammen umgekommen jin
Dev fvanrSMtbe blieset? Dvoul absestüvrâ '
Paris, 8. Slug. Das Flugzeug, mit dem Sanzöfische Flieger Drouhin heute nachmittag egleitung eines Ingenieurs, eines Funkers, eines Mechanikers auf dem Flugplatz Orly zu 61 Uebungsfluge zur Vorbereitung eines seit lang Zeit angetundlgten Transozean-Fluges aufge gen war, ist kurz nach dem Start in der Raye Flugplatzes abgestürzt. Unter den Trümmern Apparates konnte der Mechaniker nur als t § «borgen werden. Drouhin und die beiden ano Insassen erlitten schwere Verletzungen.
Paris, 9. Aug. Der bei dem gestrigen Flugâ Unglück abgeftürzte Flieger Drouhin ist heute r