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Freitag den 3. August 1928
Nr. ist
v Konzert des Berliner Wozarl-Jugend-Chores. èin Glanz ewiger Jugend liegt auf den Blättern der Musikgeschichte, die von den frohen Fahrten des Wunderkindes Mozar^ berichtet. Sonne begleitet ihn auf allen Wegen, und die Herzen von hoch und niedrig fliegen ihm ob seiner Kunst entgegen auf seinen Pfaden wandelt der Mozart-Chor jugendlicher Sänger, der am Sonntag, 5. August, "bends 8 Uhr in den Sälen der Centralhalle bei uns zu Gast ist. Er hat in ganz Deutschland die herzlichste Aufnahme und Anerkennung gefunden Er wird sich auch bei uns mit einem erlesenen Programm hören lassen. Unter dem Namen „Berliner Mozart-Chor" zieht die junge Sängerschar zu achtunggebietendem Können heranqereift in froher Wanderlust durch Deutschlands Gaue überall willkommen geheißen und gerne gehört. Ueber- all, wo sich gastliche, liebevolle Aufnahme findet, ommen sie nicht allein als Empfangende, sondern auch als Gebende und pflegen von ihren Gastgebern das herzliche Abschiedswort auf den Weg zu bekommen: Auf Wiedersehn im nächsten Jahr ^^^^^bringung der Kinder in unserer Stadt noch uO Quartiere benötigt werden, ergeht an die Hanauer Bürgerschaft und Sangesfreunde noch- mak die herzliche, Bitte: „Nehmt ein Kind für eine âcht auf , und dieselben werden sich in jeder Weise dankbar zeigen. Quartieranmeldungen an Herrn .-ean Paul Krämerstraße 11, erbeten. Karten sind im Vorverkauf zu haben bei Jean Paul, Krämer- ltraße, und Musikalienhandlung Ed. Schaaf, Marktplatz. Die Kinder treffen Sonntag mittag 1 Uhr
ein und verlassen Hanau Montag früh 10 46 u&r. Siehe heutiges Inserat.
* 80. Geburtstag. Am Sonntag, 5. August feiert Herr Lademeister i. R. P. Franz, Antoniterstr. Nr. 14 in geistiger Frische seinen 80. Geburtstag
. .^Eklub, Zweigverein Hanau e. V. Sine herrliche Wanderung über die hohe Rhön führt der hiesige Rhonklub am 11. und 12. August aus. Von Hilders aus über den Buchfchirnküppel werden die Führer die Teilnehmer am ersten Tag über das Rhonhaus, das herrlich gelegene Wintersportge. lande auf dem 815 Meter ü. d. M. gelegenen Ellenbogen nach dem höchstgelegenen Ort der ganzen Rhön, dem Hohenlustkurort Frankenstein führen Am zweiten Tage geht die Wanderung über die hohe Rhön, am schwarzen Moor vorbei zum ro- gelegenen Eisgraben und von da zum Heidelstein, jenem 926 Meter ü. d. M. legenden -indrurksvollen Aussichtspunkt, auf dem sich all- Mckgl^der tzer 72 Zweigvereine des Rhonklub- zu einer Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg gefallenen Wanderbrüder versammeln. Von hier fuhrt die Wanderung dann weiter über das rote Moor und durch die Kaskadenschlucht nach Gersfeld. Wer schon auf den Kuppen unseres einzig schonen Rhongebirges gewesen ist und, wer die Wiesen und Matten der Rhön mit ihrem herrlichen Blumenschmuck kennt, der weiß, welch unendlich großen Reize und Naturschönheiten die geplante Wanderung bietet. Wer aber die Rhön noch nicht kennt, der sollte diese Gelegenheit wahrnehmen und sich an der Wanderung des Rhönklubs beteiligen erkemien lernen, daß die im Herzen unser« deutschen Vaterlandes gelegene Rhön ein berr. lief;es ‘Siücf deutschen Landes ist! Näheres ist aus den Aushangen bei den Mitgliedern Schwaab, Ham- snerftraße Appel, Nordstraß« und Müller, Klub- okal Restaurant Krieg zu ersehen
» son der Barmer Erfatzkasse. Wie uns von der Barmer Erkatzkaffe mitgeieilt wird^tiN
der Dertragsoerhandlungen zwischen dem Verband kaufmännischer Berufskrankenkaffen und dem Der- band der Aerzte Deutschlands (Hartmannbund) das Schiedsgericht den alten Vertrag bis zum Jahresschluß verlängert. Abweichend wurde lediglich die Fallbegrenzung festgesetzt. Damit ist ein vertrags- lvser Zustand vermieden.
^65 ^P^ dem Aquarium des Frankfurter Zoo. In der Sußwasser-Abteilung des umgebauten Aquariums sind neue interessante Fisch-Sendungen eigetroffen Insbesondere hat das tropische Fischbecken wesentliche Bereicherungen erfahren und bietet z. Zt. ein überaus farbenprächtiges Bild In der Reptilken-Abteilung sind Krokodilfchwanz- Tchsen, Mopskopf-Leguane und eine prachtvolle riesige Brillenschlange eingetroffen.
Sitzung des LandesausschMes des VezwksvevbandeS füt? den Res.-Ner. Gaffel
Die Landesverwaltung in Kassel teilt uns mit: Vor Eintritt in die Tagesordnung verlieh der Vorsitzende des Landesausschusses, Herr Präsident Thöne, in warmen Worten dem Bedauern des Landesausschusses über die schwere Erkrankung des Herrn Landeshauptmanns von Gehren Ausdruck.
Für die Dauer der Behinderung des Herrn Landeshauptmanns in Hessen wurde Herr Landesrat Stoehr zum Vertreter bestellt.
Einen wesentlichen Teil der Sitzung des Lan- desausschuffes nahm die Verhandlung über die
Förderung der OFfficbhmg in Anspruch.
Die Besiedelung der östlichen Grenzprovinzen mit deutschen Landwirtsfamilien ist sowohl eine wirtschaftlich-soziale, als auch nationale Notwendigkeit, um die dünn bevölkerten Gebiete vor einer Ueberfremdung zu schützen. Wirtschaftlich gilt es, durch intensivste Bearbeitung des Bodens möglichst viel Nahrungsmittel im eigenen Lande zu erzeugen und damit die Einfuhr von Lebensmitteln zu verringern. In den verflossenen 10 Jahren sind, unterstützt durch das Reich und Preußen, viele Tausend Landwirte sowie zahlreiche Rückwanderer und Flüchtlinge aus dem Ausland angesiedelt worden. Zehntausende können inbeffen in den Ostprovinzen noch die Möglichkeit einer sicheren landwirtschaftlichen Existenz finden. Ne Schwierigkeit liegt in der Beschaffung der zur Siedlung erforderlichen Geldmittel. Reich und Staat stellen zwar hierfür gering verzinsliche Kapitalien den Siedlungsgesellschaften zur Verfügung. Immerhin benötigt der Siedler noch ein erhebliches Eigenkapital. Im allgemeinen braucht ein Landwirt, der eine Vollsiedlung mit 60—80 Morgen Land erwerben will, für den Ankauf und die Beschaffung des lebenden und toten Inventars ein Eigenkapital zwischen 8 und 12 000.— RM. Für Handwerker- und Landarbei- tersiedlungen werden entivrechend geringere Beträge benötigt. Um die Beschaffung dieses Kapitals zu erleichtern, sind die westlichen Provinzen dazu übergegangen, siedlungslustige Bauern, Handwerker und Arbeiter dadurch bei der Beschaffung des Geldes für eine Neusiedlung im Osten zu unterstützen, daß sie einen Teil des für die aufgenommenen Kapitalien notwendigen Zinsendienstes übernehmen. Im übrigen helfen sie durch ihre Landes- banken bei der Aufnahme von Hypotheken auf den eigenen Besitz des Siedlers oder, wenn es sich um anzusiedelnde Bauernsöhne handelt, auf den väterlichen oder sonstigen verwandtschaftlichen Besitz. Dadurch ist es speziell der Provinz Westfalen bereits gelungen, zahlreichen Siedlern im Osten die Gründung einer neuen Existenz zu ermöglichen.
Auch der Landesausschuß hatte sich bereits im Vorjahr mit der Frage der Ostsiedlung befaßt und dem Kommunallandtag vorgeschlagen, für die Gewährung von Zinszuschüffen ben Betrag von zunächst 10 000 RM in den Etat einzustellen. Der Kommunallandtag hat dem zugestimmt. In einem besonderen Unterausschuß sind die Siedlungsmöglichkeiten unter Zuziehung von Siedlungsverständigen eingehend besprochen worden. Der Landesausschutz hat nunmehr in der heutigen Sitzung beschloßen:
Landwirten, Landwirtssöhnen, Handwerkern und landwirtschaftlichen Arbeitern aus dem Regierungsbezirk Kaffel, sofern sie die deutsche Staatsanghörigkeit besitzen und die erforderliche landwirtschaftliche Eignung nochweisen, Zuschüsse zur Verringerung der Zinslast für das vom Siedler aufzubringende Eigenkapital dann zu gewähren, wenn die zu erwerbende Siedlung in den Grenzbezirken der Provinzen Ober- oder ober Niederschlesien, Grenzmark, Pommern, Ostpreußen. Schleswig-Holstein und Brandenburg liegt. Solange sich Siedler für diese Gebiete nicht in ausreichender Zahl aus dem Regierungsbezirk Kaffel melden, kann auA für Neusiedler in ande- ren dünn bevölkerten Gebieten des Reichs ein Zinszuschutz gegeben werden. Gedacht ist dabei, ^iß der Siedler einen Teil des erforderlichen Kapitals selbst aufbringt, fei es, daß er seine
Ersparnisse zum Ankauf benutzt oder, andere Leistungen des väterlichen Haushalts, wie totes und lebendes Inventar für die Landwirtschaft, für die Siedlung verwendet. Der restliche Betrag soll möglichst durch hypothekarische Belastung des väterlichen Gutes oder eines anderen von dem Siedler vorzuschlagenden Besitztums gewonnen werden, dessen Eigentümer die Belastung übernehmen will. Die Londeskreditkasse ist zur Förderung dieser Geldbeschaffung bereit, die einzelnen Grundstücke bis zu 50 Prozent des Verkaufswertes ohne Bürgschaft, bis zu 70 Prozent des Verkaufswertes gegen Bürgfchtft eine- Dritten zu belechen. Da erfahrungsgemäß zu Zeit aufgenommene Hypotheken mit 9 Proz.-m und mehr verzinst werden müssen, beschloß dcr Lau. desausschuß, denjenigen Teil der Zinslast zu- nächst auf die Dauer von 3 Jahren, erforderlichenfalls bis zur Dauer von 5 Jahren, zu über, nehmen, der den Zinssatz von 3% Prozent übersteigt. 3% Prozent muß also der Siedler selbst oder seine Angehörigen für die Verzinsung des aufzunehmenden Kapitals tragen.
Anträge auf derartige Zin^Mchüffe für Neu- siebter im Osten sind an den Herrn Landeshauptmann durch den jeweils zuständigen Herrn Landrat zu richten. Ueber die Anträge entscheidet ein Ausschuß, bestehend aus dem Herrn Landes- Hauptmann ober [einem Stellvertreter, aus den Mitgliedern des Landesausschuffes, den Herren Thöne, Justi, Linker sowie einem Vertreter der Landkreise, Herrn Landrat Prange in Hofgeis- mar. Die Vorgenannten werden in nächster Zeit einzelne, für hessische Siedler besonders geeig- nete, Siedlungsunternehmungen besichtigen, damit die Siedler zweckmäßig beraten werden können.
Darüber hinaus soll dem Kommunallandtag eine besondere Vorlage über Kredithilfe für Ostsiedler unterbreitet werden, deren Umfang von dem Bedürfnis abhängt. Vorgesehen ist unter Umständen die hilfsweise Beschaffung von Zusatzdarlehen für solche Fälle, in denen der Siedler trotz bestem Willen durch die Belastung eigenen Grundbesitzes usw. nicht das voll zum Ankauf einer Siedlung notwendige Kapital aufbringen kann.
Don besonderer Bedeutung waren auch die Fragen der
die den Landesausschuß in dieser SiDng beschäftigten. " I
Die Verhandlungen mit den Kreisen über die Uebernahme solcher Landwegestrecken, die als Durchgangsstraßen vom Herrn Oberpräsidenten anerkannt sind, auf den Bezirksverband schreiten erfreulich fort.
Die Unterstützungen an die Landkreise für die Landwegeunterhaltung in 1928 wurden beschlossen und für das Geschäftsjahr der Betrag von 394 599 RM vorgesehen.
Die Straßenbauverwaltung gab einen Ueberblick über die bisherige Entwicklung des Ausbaues der Durchgangsstraßen im Geschäftsjahr 1928.
Die Herstellung der Umgehungsstraße um Steinau, Kreis Schlüchtern, wurde grundsätzlich genehmigt. Eine'^änz besonders den Verkehr hindernde Straßenstrecke in der Ortslage, die eine ganz besonders große Gefahrenquelle für den Kraftwagenoerkehr ist, wird dadurch beseitigt.
Aus Mitteln der Hessischen Brandversicherungsanstalt wurden 24 240.— RM. an Beihilfen zu Feuerlöschzwecken an einzelne Gemeinden des Regierungsbezirks bewilligt. Entsprechend dem Ergebnis der Besprechung der Westfondskonferenz und den Bewilligungen des Staates wurden im Regierungsbezirk Kassel aus bereitgestellten Mitteln des Bezirksverbandes bewilligt:
a) Fonds zur Förderung der Landwirtschaft: Für Erweiterung der Kinzig und Brachtalmelioration bei Wächtersbach, Ent- und Bewässerung Gemarkung Ahe, Entwässerung Gemarkungen Bebra, Lipienhausen, Weiterode u. a. zusammen 41750.— RM.
Landstraßen. und Wegebauverwaltung,
b) Flußregulierungsfonds:
Regulieung der Wiera (Neustadt) Allna (Nieder, Weimar), der Vachläufe Großentaft, Lischest» um Fronhausen, des Hauptvorfluters bei Burgham und Hünhan, des Reinbaches (Rothenkirchen), bct Zwester Ohm (Gelnhausen) und des Limbach- (Burghaun), der Kinzig und Bracht (Wächtersbach u. a. zusammen 72 700.— RM.
Weitere Verteilungen mit einer GesamW. von 52100.— RM werden in nächster Zeit na» erfolgen.
Von der Beteiligung der Landeskreditanstalt der Frankfurter Baukasse A.-G. wurde Kenntn» genomen.
Der Jahresabschluß der Hauptrechnung des &, zirksverbandes für 1927 hinsichtlich des ordentlich, Voranschlags wurde vorläufig vorbehaltlich der stimmung des Kommunallandtages genehmigt.
Er schließt in Isteinnahme mit 26 53718ßw RM, in Istausgabe mit 25 558 465.15 RM ab, li daß ein Bestand von 978 721.48 RM verbleibt, v°, dem 764 805.26 RM auf laufende Fonds (Betriebs stock, Anleihetilgungsstock, Aufwertungsstock ein + 213 045.53 RM auf Ausgaberückstände, die nich durch Einnahmerückstände gedeckt sind, entfallen.
Es ist erfreulicherweise möglich gewesen, durch Steigerung der Einnahmen — durch die günstige Konjunktur erhöhten sich ins, besondere die Steuerüberweisungen — und durch zum Teil ziemlich einschneidende Sparmaßnahme die Mehrkosten der seit dem 1. Oktober 1927 wird samen Besoldungsänderungen und die bei dem Zustand der Landstraßen notwendigen Mehraufwendungen sowie ebenso die für die Landeskrankei» Häuser und sonstigen Anstalten erforderlichen, zu« Teil erheblichen Mehrzuschüsse zu decken.
Der Landesausschuß befaßte sich schließlich mr der Prüfung der augenblicklichen
Finanzlage des Bezirksverbandes.
Große Schwierigkeiten verursacht natürlicher- weise die augenblickliche Unmöglichkeit, langfristig, Anleihen aufzunehmen. Die augenblickliche Selb, Marktlage zeigt erneut^ wie äußerst bedauerlich es war, daß der Herr Finanzminister die vom Bezirksverband Kassel erbetene Genehmigung zur Aufnahme einer Schatzanweisungsanleihe von 5 Millionen Reichsmark nicht in voller Höhe gegeben, sondern einen Abstrich von 2 Millionen Reichs, mark gemacht hat.
Der Landesausschuß beschloß, durch die Anstalts- kommssion prüfén zu lassen, welche der im außerordentlichen Etat für 1928 vorgesehenen besonder- dringlichen baulichen Maßnahmen zurückgestell! werden können, bis langfristige Deckung beschasit werden kann.
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Wettbewerb
o Amsterdam, 2. Aug. Der anläßlich der Olympischen Spiele zu Amsterdam veranstaltete große Internationale Olympische Kunstwettbewerb war für die deutschen Teilnehmer, die die meisten Preise erzielen konnten (nämlich einen ersten, zwei zweite und fünf dritte Preise) ein großer Erfolg. Wie heute nachmittag im Olympischen Stadion bekannt gegeben wurde, erhielt in der ersten Abteilung (Architektur) der deuffche Baumeister Hensel den ersten Preis, und zwar |n der Gruppe Städtebau für seinen Entwurf des Stadions der Stadt Nürnberg. In derselben Gruppe erhiett M. Säuger den dritten Preis für seinen Entwurf des Hamburger Stadtparkes, in der zweften Abteilung (Literatur) war R. Binding zweiter Preisträger in der Gruppe der lyrischen Werke für seine „Reitvorschrift für eine Geliebte" geworden. In der Gruppe der epischen Werke wurde E. Weiß für seinen „Boetius von Orlamünde" mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. In der vierten Abteilung (Malerei) erhiellen W. Klemm in der Gruppe der Gemälde und M. Feld bau er in der Gruppe der Graphik je einen dritten Preis. In der fünften Abteilung (Bildhauerei, Reliefs und Medaillen) wurde der deutschen Bildhauerin RènèeSintenisund dem deutschen Bildhauer E. Scharf je ein dritter Preis zugesprochen. Deutschland steht mit der Zahl der von ihm errungenen Preise (acht) von allen teilnehmenden siebenzehn Nationen weitaus an erster Stelle. An zweiter Stelle folgt Holland mit vierPreisen (zwei ersten, einen zweiten und einen dritten Preis), dann Frankreich mit einem ersten, zwei zweiten und einem dritten, hierauf England mit einem ersten undeinem zweiten und Dänemark mit einem zweiten und zwei dritten Preisen. Von den übrigen
teilnehmenden Nationen haben Oesterreich, die Schweiz, Ungarn, Luxemburg, Italien und Polen nur einen oder zwei zweite oder dritte Preise erringen können.
Die Bekanntgabe der Ergebniffe des Kunstwettbewerbes, die in Form der olympischen Siegerehrung im Beisein von etwa 25 000 Zuschauern heute nachmittag im Stadion durch das Hochziehen der betreffenden Landesfarben an den olymischen Fahnenmasten und das gleichzeitige Abspielen der betreffenden Nationalhymne erfolgte, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Zeremonie.
o Prof. Dr. his Rektor der Berliner Universität. Der weitere Senat der Berliner Universität, das Kollegium ihrer ordentlichen Professoren und der übrigen wahlberechtigten Mitglieder ihres Lehrkörpers unter den außerordentlichen Professoren und Privatdozenten, wählte gestern abend den Geheimen Medizinalrat Prof. Dr. Wilhelm His, der Ordinarius für innere Medizin und Direktor der ersten medizinischen Charitèklinik und Poliklinik ist, zum Rektor.
o Neue Stücke. Hermann Bahrs soeben vollendetes neues Lustspiel trägt den Titel „Die Tante". Ossip Dymow's» Tragikomödie „Der Sänger seiner Trauer" wurde vom Deutschen Theater in Berlin zur Erstaufführung im September d. Js. angenommen. .
o Rapoleon-Manuskripte in Polen. Ein Professor an der Universität Krakau hat unter alten Akten eine Anzahl äußerst wichtiger und aufschlußreicher Handschriften Bonapartes aus den Jahren 1793 bis 1797 entdeckt. Es soll sich darunter ein von Napoleon eigenhändig geschriebener Plan für den italie- 'nischen Feldzug befinden. Durch diese Entdeckung wurde die bisherige Annahme, der Plan zu diesem Feldzuge sei nicht von Bonaparte selbst entworfen worden, ad absurdum geführt werden.
o Ein Dorf aus der Bronzezeit. Im Themsetal, in der Nähe des Ortes Brentford, hat man die Ueberreste eines Dorfes gefunden, das mindestens zweitausend Jahre alt ist, also aus der Romerzeit stammt, und dessen Häuser auf Pfählen standen. Es steht schon jetzt fest, daß die Siedlung in irgendeiner Form noch älter sein muß und der Bronzezeit zu- sureebnen ist. Zweifellos haben dort schon Menschen
500 Jahre vor unserer Zeitrechnung gewohnt. Damit findet ein Problem seine Lösung, das seit einem halben Jahrhundert die englischen Gelehrten aufs lebhafteste beschäftigt hat. Man fragte sich nämlich bisher, wie die außerordentlich zahlreichen Aerte, Bronzeschwerter und Messer in der Nähe von Brentford in die Themse gelangt seien, da dort ständig solche Gegenstände gefunden wurden.
o Ist Blinddarmentzündung ansteckend? Nach Aschoff haben drei Viertel bis vier Fünftel aller siebzigjährigen Menschen in ihrem Leben eine Entzündung des Wurmfortsatzes mitgemacht, die aber von selbst ausheilte, also nicht zur Diagnose und Behandlung kam. Allerdings hinterblieben oft Verwachsungen. Schon früher hatte man, wie in der „Schweizer Medizinischen Wochenschrift" ausgeführt wird, die Anhäufung der Erkrankungen in bestimmten Orten, z. B. in Bruncgg im Kanton Aargau wahrgenommen, und nun konnten Dr. Fönio und Dr. Rieder vom Bezirkshospital Langnau feststellen, das bei 55 Prozent die Fälle meistens innerhalb von 1—3 Jahren noch andere Personen in der engeren Familie oder näheren Umgebung des Operierten erkrankten, so unter 667 bis 1927 beobachteten Fällen 302 Familienangehörige. Eine Epidemie kam im März 1924 unter 13 Schülerinnen einer Roggwiler Schule vor, in der auf gleichem Stockwerk befindlichen 6. und 7. Klasse. Im Februar 1925 erkrankten in einer Familie fast gleichzeitig 3 Kinder, und in Schwarzenburg und dem nahen Wyden wurde in 9 Monaten die verhältnismäßig sehr hohe Zahl von 30 Leuten krank, davon die Hälfte Schulkinder. Auch 17 Fälle von Endemien in Häusergruppen wurden ausgezeichnet, so in 4 von 7 Häusern einer Gruppe in Weibel-Acker, die 3 anderen blieben verschont. Daher denken die beiden Aerzte an die Möglichkeit einer Ansteckung und fordern rasche Behandlungen von Menschen, die auch nur geringe Schmerzen im Unterleib spüren.
o Anekdoten aus der Kunstwell. In Walter Bondys Zeitschrift „Die Kunstauktion" lesen wir folgende Anekdoten: Von einem bekannten Wiener Kunsthändler erzählt man folgendes Geschichtchen: Eines Tages erkrankte er an einer Rippenfellentzündung, so daß man schließlich zu der Entfernung einer Rippe schreiten mußte. Nach der Operation ■ betrachteten die Aerzte erstaunt die herausgenom- • mene Nippe — sie war falsch. — An einer vor
nehmen Tafel des Berliner Westens sitzt der bi kannte Kunsthändler A. G., neben ihm eine Dam der Gesellschaft. „Von wem ist das Bild dort, fragt die Tischdame und deutet auf eine SanbW von Liebermann. „Von Cassirer", antwortete A. «
KKeâZ WrkkenswSVies
Der Erfinder des Zylinderhutes (1797), ein bi kannter Hutmacher der damaligen Zeit, Joh Hetherington in London, mußte sich bei Erfindun des Zylinderhutes, als er ihn zwecks Demonstratio auf der Straße trug, vor der Polizei verantworte und wurde wegen groben Unfugs zu einer Ge" strafe von 50 engl. Pounds verdonnert.
Die Bezeichnung des Bleistifts ist heute eigen lief) widersinnig. Der schreibende Teil des Ble stifts besteht im wesentlichen aus Graphit und V mit Blei nicht das Geringste zu tun. Im Mitte alter waren nackte ober in Holz gefaßte Stifte m Blei oder einer Legierung von zwei Teilen und einem Teil Zinn gebräuchlich.
Greise haben normalerweise manchmal nur < Herzschläge in der Minute.
&umo* des Auslandes
„Nun, Herr Muninser, wie ist Ihr Prozeß o gelaufen?" — „Die gerechte Sache hat gesieAU „Können Sie denn nicht Berufung einlegenr