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Freitag den 3. August 1928

Nr. ist

v Konzert des Berliner Wozarl-Jugend-Chores. èin Glanz ewiger Jugend liegt auf den Blättern der Musikgeschichte, die von den frohen Fahrten des Wunderkindes Mozar^ berichtet. Sonne beglei­tet ihn auf allen Wegen, und die Herzen von hoch und niedrig fliegen ihm ob seiner Kunst entgegen auf seinen Pfaden wandelt der Mozart-Chor jugendlicher Sänger, der am Sonntag, 5. August, "bends 8 Uhr in den Sälen der Centralhalle bei uns zu Gast ist. Er hat in ganz Deutschland die herzlichste Aufnahme und Anerkennung gefunden Er wird sich auch bei uns mit einem erlesenen Programm hören lassen. Unter dem NamenBer­liner Mozart-Chor" zieht die junge Sängerschar zu achtunggebietendem Können heranqereift in froher Wanderlust durch Deutschlands Gaue über­all willkommen geheißen und gerne gehört. Ueber- all, wo sich gastliche, liebevolle Aufnahme findet, ommen sie nicht allein als Empfangende, sondern auch als Gebende und pflegen von ihren Gast­gebern das herzliche Abschiedswort auf den Weg zu bekommen: Auf Wiedersehn im nächsten Jahr ^^^^^bringung der Kinder in unserer Stadt noch uO Quartiere benötigt werden, ergeht an die Hanauer Bürgerschaft und Sangesfreunde noch- mak die herzliche, Bitte:Nehmt ein Kind für eine âcht auf , und dieselben werden sich in jeder Weise dankbar zeigen. Quartieranmeldungen an Herrn .-ean Paul Krämerstraße 11, erbeten. Karten sind im Vorverkauf zu haben bei Jean Paul, Krämer- ltraße, und Musikalienhandlung Ed. Schaaf, Markt­platz. Die Kinder treffen Sonntag mittag 1 Uhr

ein und verlassen Hanau Montag früh 10 46 u&r. Siehe heutiges Inserat.

* 80. Geburtstag. Am Sonntag, 5. August feiert Herr Lademeister i. R. P. Franz, Antoniterstr. Nr. 14 in geistiger Frische seinen 80. Geburtstag

. .^Eklub, Zweigverein Hanau e. V. Sine herrliche Wanderung über die hohe Rhön führt der hiesige Rhonklub am 11. und 12. August aus. Von Hilders aus über den Buchfchirnküppel werden die Führer die Teilnehmer am ersten Tag über das Rhonhaus, das herrlich gelegene Wintersportge. lande auf dem 815 Meter ü. d. M. gelegenen Ellen­bogen nach dem höchstgelegenen Ort der ganzen Rhön, dem Hohenlustkurort Frankenstein führen Am zweiten Tage geht die Wanderung über die hohe Rhön, am schwarzen Moor vorbei zum ro- gelegenen Eisgraben und von da zum Heidelstein, jenem 926 Meter ü. d. M. legenden -indrurksvollen Aussichtspunkt, auf dem sich all- Mckgl^der tzer 72 Zweigvereine des Rhonklub- zu einer Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg gefallenen Wanderbrüder versammeln. Von hier fuhrt die Wanderung dann weiter über das rote Moor und durch die Kaskadenschlucht nach Gersfeld. Wer schon auf den Kuppen unseres ein­zig schonen Rhongebirges gewesen ist und, wer die Wiesen und Matten der Rhön mit ihrem herrlichen Blumenschmuck kennt, der weiß, welch unendlich großen Reize und Naturschönheiten die geplante Wanderung bietet. Wer aber die Rhön noch nicht kennt, der sollte diese Gelegenheit wahrnehmen und sich an der Wanderung des Rhönklubs beteiligen erkemien lernen, daß die im Herzen unser« deutschen Vaterlandes gelegene Rhön ein berr. lief;esSiücf deutschen Landes ist! Näheres ist aus den Aushangen bei den Mitgliedern Schwaab, Ham- snerftraße Appel, Nordstraß« und Müller, Klub- okal Restaurant Krieg zu ersehen

» son der Barmer Erfatzkasse. Wie uns von der Barmer Erkatzkaffe mitgeieilt wird^tiN

der Dertragsoerhandlungen zwischen dem Verband kaufmännischer Berufskrankenkaffen und dem Der- band der Aerzte Deutschlands (Hartmannbund) das Schiedsgericht den alten Vertrag bis zum Jahres­schluß verlängert. Abweichend wurde lediglich die Fallbegrenzung festgesetzt. Damit ist ein vertrags- lvser Zustand vermieden.

^65 ^P^ dem Aquarium des Frankfurter Zoo. In der Sußwasser-Abteilung des umgebauten Aquariums sind neue interessante Fisch-Sendungen eigetroffen Insbesondere hat das tropische Fisch­becken wesentliche Bereicherungen erfahren und bietet z. Zt. ein überaus farbenprächtiges Bild In der Reptilken-Abteilung sind Krokodilfchwanz- Tchsen, Mopskopf-Leguane und eine prachtvolle riesige Brillenschlange eingetroffen.

Sitzung des LandesausschMes des VezwksvevbandeS füt? den Res.-Ner. Gaffel

Die Landesverwaltung in Kassel teilt uns mit: Vor Eintritt in die Tagesordnung verlieh der Vor­sitzende des Landesausschusses, Herr Präsident Thöne, in warmen Worten dem Bedauern des Landesausschusses über die schwere Erkrankung des Herrn Landeshauptmanns von Gehren Ausdruck.

Für die Dauer der Behinderung des Herrn Landeshauptmanns in Hessen wurde Herr Landes­rat Stoehr zum Vertreter bestellt.

Einen wesentlichen Teil der Sitzung des Lan- desausschuffes nahm die Verhandlung über die

Förderung der OFfficbhmg in Anspruch.

Die Besiedelung der östlichen Grenzprovinzen mit deutschen Landwirtsfamilien ist sowohl eine wirtschaftlich-soziale, als auch nationale Notwendig­keit, um die dünn bevölkerten Gebiete vor einer Ueberfremdung zu schützen. Wirtschaftlich gilt es, durch intensivste Bearbeitung des Bodens möglichst viel Nahrungsmittel im eigenen Lande zu erzeugen und damit die Einfuhr von Lebensmitteln zu ver­ringern. In den verflossenen 10 Jahren sind, unterstützt durch das Reich und Preußen, viele Tausend Landwirte sowie zahlreiche Rückwanderer und Flüchtlinge aus dem Ausland angesiedelt wor­den. Zehntausende können inbeffen in den Ostpro­vinzen noch die Möglichkeit einer sicheren landwirt­schaftlichen Existenz finden. Ne Schwierigkeit liegt in der Beschaffung der zur Siedlung erforderlichen Geldmittel. Reich und Staat stellen zwar hierfür gering verzinsliche Kapitalien den Siedlungsgesell­schaften zur Verfügung. Immerhin benötigt der Siedler noch ein erhebliches Eigenkapital. Im allge­meinen braucht ein Landwirt, der eine Vollsiedlung mit 6080 Morgen Land erwerben will, für den Ankauf und die Beschaffung des lebenden und toten Inventars ein Eigenkapital zwischen 8 und 12 000. RM. Für Handwerker- und Landarbei- tersiedlungen werden entivrechend geringere Be­träge benötigt. Um die Beschaffung dieses Kapi­tals zu erleichtern, sind die westlichen Provinzen dazu übergegangen, siedlungslustige Bauern, Hand­werker und Arbeiter dadurch bei der Beschaffung des Geldes für eine Neusiedlung im Osten zu unter­stützen, daß sie einen Teil des für die aufgenom­menen Kapitalien notwendigen Zinsendienstes über­nehmen. Im übrigen helfen sie durch ihre Landes- banken bei der Aufnahme von Hypotheken auf den eigenen Besitz des Siedlers oder, wenn es sich um anzusiedelnde Bauernsöhne handelt, auf den väter­lichen oder sonstigen verwandtschaftlichen Besitz. Dadurch ist es speziell der Provinz Westfalen be­reits gelungen, zahlreichen Siedlern im Osten die Gründung einer neuen Existenz zu ermöglichen.

Auch der Landesausschuß hatte sich bereits im Vorjahr mit der Frage der Ostsiedlung befaßt und dem Kommunallandtag vorgeschlagen, für die Ge­währung von Zinszuschüffen ben Betrag von zu­nächst 10 000 RM in den Etat einzustellen. Der Kommunallandtag hat dem zugestimmt. In einem besonderen Unterausschuß sind die Siedlungsmög­lichkeiten unter Zuziehung von Siedlungsverständi­gen eingehend besprochen worden. Der Landes­ausschutz hat nunmehr in der heutigen Sitzung be­schloßen:

Landwirten, Landwirtssöhnen, Handwerkern und landwirtschaftlichen Arbeitern aus dem Re­gierungsbezirk Kaffel, sofern sie die deutsche Staatsanghörigkeit besitzen und die erforderliche landwirtschaftliche Eignung nochweisen, Zuschüsse zur Verringerung der Zinslast für das vom Siedler aufzubringende Eigenkapital dann zu ge­währen, wenn die zu erwerbende Siedlung in den Grenzbezirken der Provinzen Ober- oder ober Niederschlesien, Grenzmark, Pommern, Ost­preußen. Schleswig-Holstein und Brandenburg liegt. Solange sich Siedler für diese Gebiete nicht in ausreichender Zahl aus dem Regierungsbezirk Kaffel melden, kann auA für Neusiedler in ande- ren dünn bevölkerten Gebieten des Reichs ein Zinszuschutz gegeben werden. Gedacht ist dabei, ^ der Siedler einen Teil des erforderlichen Kapitals selbst aufbringt, fei es, daß er seine

Ersparnisse zum Ankauf benutzt oder, andere Lei­stungen des väterlichen Haushalts, wie totes und lebendes Inventar für die Landwirtschaft, für die Siedlung verwendet. Der restliche Betrag soll möglichst durch hypothekarische Belastung des väterlichen Gutes oder eines anderen von dem Siedler vorzuschlagenden Besitztums gewonnen werden, dessen Eigentümer die Belastung über­nehmen will. Die Londeskreditkasse ist zur För­derung dieser Geldbeschaffung bereit, die ein­zelnen Grundstücke bis zu 50 Prozent des Ver­kaufswertes ohne Bürgschaft, bis zu 70 Prozent des Verkaufswertes gegen Bürgfchtft eine- Drit­ten zu belechen. Da erfahrungsgemäß zu Zeit aufgenommene Hypotheken mit 9 Proz.-m und mehr verzinst werden müssen, beschloß dcr Lau. desausschuß, denjenigen Teil der Zinslast zu- nächst auf die Dauer von 3 Jahren, erforder­lichenfalls bis zur Dauer von 5 Jahren, zu über, nehmen, der den Zinssatz von 3% Prozent über­steigt. 3% Prozent muß also der Siedler selbst oder seine Angehörigen für die Verzinsung des aufzunehmenden Kapitals tragen.

Anträge auf derartige Zin^Mchüffe für Neu- siebter im Osten sind an den Herrn Landes­hauptmann durch den jeweils zuständigen Herrn Landrat zu richten. Ueber die Anträge entscheidet ein Ausschuß, bestehend aus dem Herrn Landes- Hauptmann ober [einem Stellvertreter, aus den Mitgliedern des Landesausschuffes, den Herren Thöne, Justi, Linker sowie einem Vertreter der Landkreise, Herrn Landrat Prange in Hofgeis- mar. Die Vorgenannten werden in nächster Zeit einzelne, für hessische Siedler besonders geeig- nete, Siedlungsunternehmungen besichtigen, da­mit die Siedler zweckmäßig beraten werden können.

Darüber hinaus soll dem Kommunallandtag eine besondere Vorlage über Kredithilfe für Ost­siedler unterbreitet werden, deren Umfang von dem Bedürfnis abhängt. Vorgesehen ist unter Umstän­den die hilfsweise Beschaffung von Zusatzdarlehen für solche Fälle, in denen der Siedler trotz bestem Willen durch die Belastung eigenen Grundbesitzes usw. nicht das voll zum Ankauf einer Siedlung notwendige Kapital aufbringen kann.

Don besonderer Bedeutung waren auch die Fragen der

die den Landesausschuß in dieser SiDng beschäf­tigten. " I

Die Verhandlungen mit den Kreisen über die Uebernahme solcher Landwegestrecken, die als Durchgangsstraßen vom Herrn Oberpräsidenten an­erkannt sind, auf den Bezirksverband schreiten er­freulich fort.

Die Unterstützungen an die Landkreise für die Landwegeunterhaltung in 1928 wurden beschlossen und für das Geschäftsjahr der Betrag von 394 599 RM vorgesehen.

Die Straßenbauverwaltung gab einen Ueberblick über die bisherige Entwicklung des Ausbaues der Durchgangsstraßen im Geschäftsjahr 1928.

Die Herstellung der Umgehungsstraße um Stei­nau, Kreis Schlüchtern, wurde grundsätzlich geneh­migt. Eine'^änz besonders den Verkehr hindernde Straßenstrecke in der Ortslage, die eine ganz be­sonders große Gefahrenquelle für den Kraftwagen­oerkehr ist, wird dadurch beseitigt.

Aus Mitteln der Hessischen Brandversicherungs­anstalt wurden 24 240. RM. an Beihilfen zu Feuerlöschzwecken an einzelne Gemeinden des Re­gierungsbezirks bewilligt. Entsprechend dem Er­gebnis der Besprechung der Westfondskonferenz und den Bewilligungen des Staates wurden im Re­gierungsbezirk Kassel aus bereitgestellten Mitteln des Bezirksverbandes bewilligt:

a) Fonds zur Förderung der Landwirtschaft: Für Erweiterung der Kinzig und Brachtalmelio­ration bei Wächtersbach, Ent- und Bewässerung Gemarkung Ahe, Entwässerung Gemarkungen Bebra, Lipienhausen, Weiterode u. a. zusammen 41750. RM.

Landstraßen. und Wegebauverwaltung,

b) Flußregulierungsfonds:

Regulieung der Wiera (Neustadt) Allna (Nieder, Weimar), der Vachläufe Großentaft, Lischest» um Fronhausen, des Hauptvorfluters bei Burgham und Hünhan, des Reinbaches (Rothenkirchen), bct Zwester Ohm (Gelnhausen) und des Limbach- (Burghaun), der Kinzig und Bracht (Wächtersbach u. a. zusammen 72 700. RM.

Weitere Verteilungen mit einer GesamW. von 52100. RM werden in nächster Zeit na» erfolgen.

Von der Beteiligung der Landeskreditanstalt der Frankfurter Baukasse A.-G. wurde Kenntn» genomen.

Der Jahresabschluß der Hauptrechnung des &, zirksverbandes für 1927 hinsichtlich des ordentlich, Voranschlags wurde vorläufig vorbehaltlich der stimmung des Kommunallandtages genehmigt.

Er schließt in Isteinnahme mit 26 53718ßw RM, in Istausgabe mit 25 558 465.15 RM ab, li daß ein Bestand von 978 721.48 RM verbleibt, v°, dem 764 805.26 RM auf laufende Fonds (Betriebs stock, Anleihetilgungsstock, Aufwertungsstock ein + 213 045.53 RM auf Ausgaberückstände, die nich durch Einnahmerückstände gedeckt sind, entfallen.

Es ist erfreulicherweise möglich gewesen, durch Steigerung der Einnahmen durch die günstige Konjunktur erhöhten sich ins, besondere die Steuerüberweisungen und durch zum Teil ziemlich einschneidende Sparmaßnahme die Mehrkosten der seit dem 1. Oktober 1927 wird samen Besoldungsänderungen und die bei dem Zu­stand der Landstraßen notwendigen Mehraufwen­dungen sowie ebenso die für die Landeskrankei» Häuser und sonstigen Anstalten erforderlichen, zu« Teil erheblichen Mehrzuschüsse zu decken.

Der Landesausschuß befaßte sich schließlich mr der Prüfung der augenblicklichen

Finanzlage des Bezirksverbandes.

Große Schwierigkeiten verursacht natürlicher- weise die augenblickliche Unmöglichkeit, langfristig, Anleihen aufzunehmen. Die augenblickliche Selb, Marktlage zeigt erneut^ wie äußerst bedauerlich es war, daß der Herr Finanzminister die vom Be­zirksverband Kassel erbetene Genehmigung zur Aufnahme einer Schatzanweisungsanleihe von 5 Millionen Reichsmark nicht in voller Höhe gegeben, sondern einen Abstrich von 2 Millionen Reichs, mark gemacht hat.

Der Landesausschuß beschloß, durch die Anstalts- kommssion prüfén zu lassen, welche der im außer­ordentlichen Etat für 1928 vorgesehenen besonder- dringlichen baulichen Maßnahmen zurückgestell! werden können, bis langfristige Deckung beschasit werden kann.

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Wettbewerb

o Amsterdam, 2. Aug. Der anläßlich der Olym­pischen Spiele zu Amsterdam veranstaltete große Internationale Olympische Kunstwettbewerb war für die deutschen Teilnehmer, die die meisten Preise erzielen konnten (nämlich einen ersten, zwei zweite und fünf dritte Preise) ein großer Erfolg. Wie heute nachmittag im Olympischen Stadion bekannt gegeben wurde, erhielt in der ersten Abteilung (Architektur) der deuffche Baumeister Hensel den ersten Preis, und zwar |n der Gruppe Städtebau für seinen Entwurf des Stadions der Stadt Nürn­berg. In derselben Gruppe erhiett M. Säuger den dritten Preis für seinen Entwurf des Ham­burger Stadtparkes, in der zweften Abteilung (Literatur) war R. Binding zweiter Preis­träger in der Gruppe der lyrischen Werke für seine Reitvorschrift für eine Geliebte" geworden. In der Gruppe der epischen Werke wurde E. Weiß für seinenBoetius von Orlamünde" mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. In der vierten Ab­teilung (Malerei) erhiellen W. Klemm in der Gruppe der Gemälde und M. Feld bau er in der Gruppe der Graphik je einen dritten Preis. In der fünften Abteilung (Bildhauerei, Reliefs und Medaillen) wurde der deutschen Bildhauerin RènèeSintenisund dem deutschen Bildhauer E. Scharf je ein dritter Preis zugesprochen. Deutschland steht mit der Zahl der von ihm er­rungenen Preise (acht) von allen teilnehmenden siebenzehn Nationen weitaus an erster Stelle. An zweiter Stelle folgt Holland mit vierPreisen (zwei ersten, einen zweiten und einen dritten Preis), dann Frankreich mit einem ersten, zwei zweiten und einem dritten, hierauf England mit einem ersten undeinem zweiten und Dänemark mit einem zwei­ten und zwei dritten Preisen. Von den übrigen

teilnehmenden Nationen haben Oesterreich, die Schweiz, Ungarn, Luxemburg, Italien und Polen nur einen oder zwei zweite oder dritte Preise er­ringen können.

Die Bekanntgabe der Ergebniffe des Kunstwett­bewerbes, die in Form der olympischen Sieger­ehrung im Beisein von etwa 25 000 Zuschauern heute nachmittag im Stadion durch das Hochziehen der betreffenden Landesfarben an den olymischen Fahnenmasten und das gleichzeitige Abspielen der betreffenden Nationalhymne erfolgte, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Zeremonie.

o Prof. Dr. his Rektor der Berliner Universi­tät. Der weitere Senat der Berliner Universität, das Kollegium ihrer ordentlichen Professoren und der übrigen wahlberechtigten Mitglieder ihres Lehr­körpers unter den außerordentlichen Professoren und Privatdozenten, wählte gestern abend den Ge­heimen Medizinalrat Prof. Dr. Wilhelm His, der Ordinarius für innere Medizin und Direktor der ersten medizinischen Charitèklinik und Poliklinik ist, zum Rektor.

o Neue Stücke. Hermann Bahrs soeben vollen­detes neues Lustspiel trägt den TitelDie Tante". Ossip Dymow's» TragikomödieDer Sänger seiner Trauer" wurde vom Deutschen Theater in Berlin zur Erstaufführung im September d. Js. angenom­men. .

o Rapoleon-Manuskripte in Polen. Ein Professor an der Universität Krakau hat unter alten Akten eine Anzahl äußerst wichtiger und aufschlußreicher Handschriften Bonapartes aus den Jahren 1793 bis 1797 entdeckt. Es soll sich darunter ein von Napo­leon eigenhändig geschriebener Plan für den italie- 'nischen Feldzug befinden. Durch diese Entdeckung wurde die bisherige Annahme, der Plan zu diesem Feldzuge sei nicht von Bonaparte selbst entworfen worden, ad absurdum geführt werden.

o Ein Dorf aus der Bronzezeit. Im Themsetal, in der Nähe des Ortes Brentford, hat man die Ueberreste eines Dorfes gefunden, das mindestens zweitausend Jahre alt ist, also aus der Romerzeit stammt, und dessen Häuser auf Pfählen standen. Es steht schon jetzt fest, daß die Siedlung in irgendeiner Form noch älter sein muß und der Bronzezeit zu- sureebnen ist. Zweifellos haben dort schon Menschen

500 Jahre vor unserer Zeitrechnung gewohnt. Da­mit findet ein Problem seine Lösung, das seit einem halben Jahrhundert die englischen Gelehrten aufs lebhafteste beschäftigt hat. Man fragte sich nämlich bisher, wie die außerordentlich zahlreichen Aerte, Bronzeschwerter und Messer in der Nähe von Brentford in die Themse gelangt seien, da dort ständig solche Gegenstände gefunden wurden.

o Ist Blinddarmentzündung ansteckend? Nach Aschoff haben drei Viertel bis vier Fünftel aller siebzigjährigen Menschen in ihrem Leben eine Ent­zündung des Wurmfortsatzes mitgemacht, die aber von selbst ausheilte, also nicht zur Diagnose und Behandlung kam. Allerdings hinterblieben oft Ver­wachsungen. Schon früher hatte man, wie in der Schweizer Medizinischen Wochenschrift" ausgeführt wird, die Anhäufung der Erkrankungen in bestimm­ten Orten, z. B. in Bruncgg im Kanton Aargau wahrgenommen, und nun konnten Dr. Fönio und Dr. Rieder vom Bezirkshospital Langnau fest­stellen, das bei 55 Prozent die Fälle meistens inner­halb von 13 Jahren noch andere Personen in der engeren Familie oder näheren Umgebung des Ope­rierten erkrankten, so unter 667 bis 1927 beobach­teten Fällen 302 Familienangehörige. Eine Epide­mie kam im März 1924 unter 13 Schülerinnen einer Roggwiler Schule vor, in der auf gleichem Stockwerk befindlichen 6. und 7. Klasse. Im Fe­bruar 1925 erkrankten in einer Familie fast gleich­zeitig 3 Kinder, und in Schwarzenburg und dem nahen Wyden wurde in 9 Monaten die verhältnis­mäßig sehr hohe Zahl von 30 Leuten krank, davon die Hälfte Schulkinder. Auch 17 Fälle von Ende­mien in Häusergruppen wurden ausgezeichnet, so in 4 von 7 Häusern einer Gruppe in Weibel-Acker, die 3 anderen blieben verschont. Daher denken die beiden Aerzte an die Möglichkeit einer Ansteckung und fordern rasche Behandlungen von Menschen, die auch nur geringe Schmerzen im Unterleib spüren.

o Anekdoten aus der Kunstwell. In Walter Bondys ZeitschriftDie Kunstauktion" lesen wir folgende Anekdoten: Von einem bekannten Wiener Kunsthändler erzählt man folgendes Geschichtchen: Eines Tages erkrankte er an einer Rippenfellent­zündung, so daß man schließlich zu der Entfernung einer Rippe schreiten mußte. Nach der Operation betrachteten die Aerzte erstaunt die herausgenom- mene Nippe sie war falsch. An einer vor­

nehmen Tafel des Berliner Westens sitzt der bi kannte Kunsthändler A. G., neben ihm eine Dam der Gesellschaft.Von wem ist das Bild dort, fragt die Tischdame und deutet auf eine SanbW von Liebermann.Von Cassirer", antwortete A. «

KKeâZ WrkkenswSVies

Der Erfinder des Zylinderhutes (1797), ein bi kannter Hutmacher der damaligen Zeit, Joh Hetherington in London, mußte sich bei Erfindun des Zylinderhutes, als er ihn zwecks Demonstratio auf der Straße trug, vor der Polizei verantworte und wurde wegen groben Unfugs zu einer Ge" strafe von 50 engl. Pounds verdonnert.

Die Bezeichnung des Bleistifts ist heute eigen lief) widersinnig. Der schreibende Teil des Ble stifts besteht im wesentlichen aus Graphit und V mit Blei nicht das Geringste zu tun. Im Mitte alter waren nackte ober in Holz gefaßte Stifte m Blei oder einer Legierung von zwei Teilen und einem Teil Zinn gebräuchlich.

Greise haben normalerweise manchmal nur < Herzschläge in der Minute.

&umo* des Auslandes

Nun, Herr Muninser, wie ist Ihr Prozeß o gelaufen?"Die gerechte Sache hat gesieAU Können Sie denn nicht Berufung einlegenr