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Mittwoch öen 1. August 1928

Jette 5

25jähriges Arbeiksjubiläum.

kiainstadl, 1. Aug. Steindrucker Johann "e a vier feiert am 1. August sein 25jähriges Jubiläum bei der Firma Gebrüder Illert fc' k Groß-Steinheim. Von Seiten der Firma , der Arbeiterschaft wurden ihm reiche Geschenke eil

Keif- und Fahr-Turnier in Bad Nauheim.

Bab Nauheim, 31. Juli. Der Nennungs- T das große Turnier, welches die Stadt d Nauheim am 4. und 5. August d. Js. abhalten X hat ein ganz hervorragendes Ergebnis ge° Mährend im vergangenen Jahre die Nen- i für die öffentlichen Prüfungen mit 230 ab» Wien, liegen in diesem Jahre für die elf öffenh Prüfungen nicht weniger als 350 Nennungen Mäst mir die Quantität der Preisbewerber A hervorragend sein, sondern auch ihre Qualität. Mheim tmrb auch in diesem Jahre wieder eine

Anzahl unserer bekanntesân Turnierstülle und irnierreiter bei sich vereinigen. Um nur einige »riefben zu erwähnen: da finden mir in den Jagd- kinaen den Stall des Herrn Spillner, Hannover den besten derzeitigen deutschen Springpferden III sowie Hexe IX, Bob, Hochmeisterin und »orqenglanz, lauter Pferde, die im deutschen rmnatzerby hervorragend abgeschnitten haben. Fer. die bekannten Gebr. Koerfer, Köln, Oberleutnant Mmolz, Hannover, Reiter-Regiment 18 Stuttgart, J Batterie Fritzlar, Fahrabtlg. 5 Ludwigsburg ii a. mehr. In den Material-Eignung sowie Dres- toprüfungen finden sich Namen wie der des Varon Freiherr von Oppenheim, Rittmeister Gerhard vom Mlstall Hannnover, Stall Friedrichshof aus Cron- fem Oberstleutnant Lauffer, Stall Heilbronn, Ma- L <i. D. Nette, Frankfurt a. M. u. a., mehr. In de L Karger, Hannover, Fürst Solms, Fürst Castell, Mchr a. D. Nett«, Frankfurt a. M. u. a. mehr In den Fahrprüfungen werden die prachtvollen Gespanne 'k bekannten rheinischen Fahrer Doerenpamp er- Lrtet. Die Hauptentscheidungen beginnen an bei« kn lagen 3 Uhr nachmittags, während der 3. Au- uft den Vorprüfungen vorbehalten ist. (Siehe eftrieges Inserat).

Haubüberfall ans ^nc pfälzische Stationstaffe.

- Ludwigshafen, 31. Juli. Heute früh 2,20 Uhr ourbe auf den Nachtdienstbeamten der Station tintebad) bei Landstuhl ein Raubüberfall verübt, jach Angaben der Station drang der Räuber in ien Abfertigungsraum ein, hielt den Beamten mit Mgehaltenem Revolver in Schach und raubte die iialionstaffe aus. Als er sich entfernte, gab er men Tchuß ab. ohne den Beamten zu treffen. Sine Untersuchung ist sofort eingeleitet worden, bisher ohne Ergebnis.

Enttäuschte Erntehoffnungen.

-Spessart, 31. Juli. Eine Rekordernte der Him- kéren Hütten in diesem Jahre die Spessartwälder «ert. Durch die Trockenheit konnten sich aber iii Früchte nicht zur richtigen Größe entwickeln ich fallen leicht ab. In Erbeeren konnte einiger Ertrag verzeichnet werden. Die Heidelbeerernte

w gegenüber der sehr reichen Blütezeit sehr chich! aus, so auch in der Rhön. Durch diese Miß-

W entgeht der ärmeren Bevölkerung ein be-

Sichtlicher Verdienst.

Senator Meyer abermals als Domkletterec.

" . 31. Juli. Am SWiMg in den- Mey, Magsstunden hat der Konditor Hans Meyer als den einen Domturm erklettert und am Wz eine 5 Meter-Fahne mit der InschriftOlym- "Wate Amsterdam" angebracht. Die Fahne hatte er Mm in der Nacht heraufgeschafst. Während er »erstenmale das Wagnis gegen einige Zigaretten stanommen hatte, schweigt er sich diesmal dar­über aus, aus welchen Gründen er die Kletterei aus- Ihjhrt hat. Meyer wurde vorläufig in Polizeige- Nrjam genommen. Die erste Kletterei l)attc er Mit einer Geldstrafe büßen müssen. Der Stachel- Mt, der den Aufstieg erschweren sollte, hat ihn »cht gestört.

vom Auto erdrückt-

~ Oppenheim, 31. Juli Das mit sechs Faß Wein beladene Lastauto mit Anhänger der Osthofener Mma S. May Söhne fuhr, vermutlich durch Bruch ber Steuerung, gegen die Mauer des Pfarrgartens, aie Wjahrige Frau Kreiser, die das steuerlose Auto Stommen sah, drückte sich an die Mauerwand, um zu schützen, wurde aber von der einstürzenden Wer begraben. Im Mainzer Krankenhaus, wo- Mt die schwerverletzte Frau überführt wurde, ist ue Verunglückte gestorben.

Ein Kind beraubt.

. Darmstadt, 31. Juli. Gestern vormittag wurde W zwölfjähriges Mädchen, das von seinen Eltern m die Stadt geschickt war, um Besorgungen zu machen, in der Karlstraße von einem unbekannten -uiiii ins Gesicht geschlagen nud ihm ein Zehn­markschein entrissen, den es in et hand hielt. Der ""^r ist unerkannt auf einem Fahrrad entkommen.

Eigenartiger Auloounfall mit Todesfolge.

- Bad Ems, 31. Juli. Auf der Rückfahrt von Frucht nach seinem Heimatort Arzbach wollte ein naftwagen den Wagen des Bauunternehmers Gor- überholen. Letzterer stoppte. Im gleichen Augenblick schlug Gerharz heftig mit dem Kopf auf Kückwand des Führersitzes. Aus Mund und W blutend, wurde er in fein Haus gebracht, wo bald starb. Bei der polizeilichen Untersuchung, er unfallstelle wurden an einem Baum Haare und Wammen bemerkt, so daß Gerharz möglicherweise gegen den Baum geschleudert worden .sein rin. Genaueres muß erst noch die Untersuchung

s 'üoben. Der Wagenführer wurde verhaftet.

I ^°'» und Kind an einem Karussell verunglückt.

| Lauterbach, 31. Juli. Ein Postbeamter und ' r'twa fünfjähriges Söhnchen verunglückten

i ':. ern abend an einem Karussell durch Leichtsinn ä Angetrunkenen. Der schwerverletzte Postbe- . wurde bewußtlos vom Platze getrc gen. das Kind erlitt Verletzungn. Das Karussell oe auf polizeiliche Anordnung sofort geschlossen.

Sich selbst ansgcspietzl.

.,,.7-Niederlahnstein, 31. Juli. Ein furchtbarer Un- Mckssall ereignete sich dieser Tage. Ein Drach- ! L;.er «w Niederlahnstein bemerkte beim Nach- '^en' ^^ er den Gartentorschlüssel im Ar» nn ^er Drahtfabrik zurückgelassen hatte.

I Ebersteigen des Gitters rutschte er so um , aus, daß er buchstäblich sich einen Eisen- - *n den Leib rannte. Besinnungslos hing er OEr« Zeit über der eisernen Gartentür, bis zu»

fällig vorbeigehende Leute ihn fanden. Trotz so­fortiger Operation konnte der Bedauernswerte nicht gerettet werden. Unter furchtbaren Schmerzen ver­schied der Mann einige Stunden nach dem Unglück.

Rottandungen.

Weiterstadt, 31. Juli. Ein von Frankfurt kom­mendes Klsinflugzeua der Fliegerschule Böblingen mußte gestern nachmittag wegen eines Defekts am Zylinder auf dem hiesigen Exerzierplatz notlanden. Der Apparat mußte mit dem Auto nach dem Darm­städter Flugplatz abgeschleppt werden, wo der Scha­den ausgebessert werden soll. Um dieselbe Zeit mußte ein zweites Flugzeug aus Böblingen in der Nähe von Wixhausen notlanden. Auch hier war eine geringfügige Störung die Ursache, daß sich der Pi­lot zur Zwischenlaichnug und Ausbesserung ent­schloß. Wie wir hören, konnten die beiden Flug­zeuge am Dienstag nach Reparatur im Darmstädter Flughafen ihren Rückflug nach der Heimatstation antreten.

Wegen Verbrechens nach § 220 St. G. B. verhaftet.

Offenbach a. M., 31. Juli. Unter dem Ser« dacht der Abtreibung wurde beq zwanzigjährige Bäcker Richard Klohoker und der 24jährige verhei­ratete SorHeuiller Heinrich Knaf festgenommen. Beide sind geständig, an dem am vergangenen Freitag in einem Hause in der Watdstraße tot auf. gefundenen Dienstmädchen Margarete Streich einen Eingriff zur Unterbrechung der Schwangerschaft des Mädchens vorgenommen zu haben. Das Mädchen ist bekanntlich an den Folgen des Eingriffs gestor­ben. Klohoker und Knaf wurden dem Amtsgericht vorgeführt.

Avfregende Jagd nach einem Autodieb.

Hannover, 30. Juli. In Blankenburg am Harz ereignete sich eine aufregende Autojagd. Ein Auto, dessen Besitzer im Cafè faß, wurde von einem Fremden bestiegen. Der Eigentümer hatte jedoch den Vorgang beobachtet und fuhr in einem anderen Wagen mit einem Polizeibeamten sofort hinterher. Kurz vor Quedlinburg gelang es, den Wagen ein­zuholen. Der Besitzer sprang in voller Fahrt auf sein Auto, schlug den Dieb nieder und brachte den Wagen zum Halten. Es handelt sich um einen Autoschlosser, der mehrere Schlüssel zu Anlassern in der Tasche hatte, ,

Oie NeSlesdung derr Schutzpolizei

Ueber die Frage der Bekleidung der Schutzpolizei wird augenblicklich viel gespro­chen und noch mehr geschrieben. In diesem Zusammenhänge sind folgende Ausführun­gen bemerkenswert, di« vom Referenten für das Bekleidungswesen der Schutzpolizei im preußischen Ministerium des Innern, Poli­zeioberst Lingens, stammen.

Als gutes Zeichen betracht« ich es, wenn Presse und Oeffentlichkeit sich im Dienste der Sache einer Frage wie der vorliegenden annehmen, welche die Gemüter der uniformierten Polizeibeamten so stark bewegt. Es erscheint daher auch wichtig, auf die Anregungen und Vorwürfe näher «inzugehen.

Ganz allgemein möchte ich zunächst sagen, daß wenige Fragen so ausgesprochene Geschmacks- und Ansichtssachen sind, wie gerade Uniformfragen. Da. her kommt es auch, daß sich jeder gern damit be­faßt, daß aber auch fast jeder eine andere Ansicht,Mtrttt. Ferner hebe ich hervor, daß selbst­redend alle grundlegenden Uniformfragen, uub dazu gehören die in der Presse behandelten Fra-j gen der Jackettuniform, des Tschakos, des Seiten­gewehrs usw. mit den Vertretern der Beamten­schaft besprochen werden. Demgegenüber hat die Beschoffungsstelle vom Standpunkte auszugehen, daß es sich um eine ausgesprochene Berufskleidung handelt, für deren Beschaffung auch alle textil- usw. technischen Erfahrungen in Verbindung mit den durch den Haushalt zur Verfügung stehenden. Mitteln von ausschlaggebender Bedeutung sein müssen. Daß bei so vielseitigen Anforderungen nicht alle Wünsche erfüllt werden können, liegt in der Natur der Sache.

Ich wende mich nun zu den einzelnen in der Presse, einschließlich der polizeilichen Fachpresse der beiden größten Polizeibeamtenverbände be­sprochenen Fragen. Zunächst der sogenannte

Zackellrock mit Schlips und Kragen.

Gerade die probeweise Einführung dieses Jacketts beweist doch die Abkehr vom militärischen Charak­ter der Uniform, nicht dessen Betonung! Im übri­gen ist eine Entscheidung, ob die Jackettuniform eingeführt werden kann, noch gar nicht gefällt, ja es würde nicht zu verantworten sein, eine solche Entscheidung heute schon zu treffen, da der Ver­such erst sechs Wochen läuft. Die wichtigste Frage, wie der Jackettrock sich in der kälteren Jahreszeit! bewährt, ist zurzeit noch gar nicht zu beantworten. Um auch auf Einzelheiten einzugehen, sei erwähnt, I daß die Aufschläge an den Rockärmeln der Be­amten, die übrigens auch an der bisherigen Bluse zu finden sind, tatsächlich seinerzeit lediglich im In­teresse der Beamten gewählt wurden, Äom Stand­punkte der Fondsverwaltung würde es eine Er­sparnis bedeuten, sie wegfallen zu lassen, jedoch würde sich die Mehrzahl der Beamten damit nicht einverstanden erklären. Dasselbe gilt Z- B. von grünen Kragenspiegeln: Sie tragen dazu bei, der Uniform ein gefälligere Aussehen zu geben und werden deshalb von den Beamten, zumal mit der silbernen Einfassungsschnur, durchaus nicht a limine abgelehnt.

Es wird alsdann sehr^ lebhaft über den

Tschako geklagt und gesagt, daß der Tschako eine schwere Belästigung der diensttuenden Polizeibeamten bar« stelle. Darauf darf ick) entgegnen, daß recht viele Beamte der Meinung sind, daß die Mütze, insbe­sondere an sehr heißen Tagen, viel lästiger ist als der Tschako! Im übrigen dürfte es interessieren, daß seit zwei Jahren bei der preußischen Schutz­polizei zahlreiche Versuche mit leichteren Sommer­tschakos, z. B. aus Kork, aus Stroh und aus Roß­haar unternommen werden. Die genannten Tschako­arten haben sich jedoch nicht so bewährt, daß ihre allgemeine Einführung in Frage gezogen werden konnte! Dagegen haben sich aber die mei­sten Polizei-Perwaltungen sehr anerkennend über den Vulkanfibertschako ausgesprochen, so daß dessen allgemeine Einführung ernstlich erwogen werden muß. Auch die Frage, ob es sich empfiehlt, im Dienste den Tschako oder die Mütze zu tragen, ist wiederholt Gegenstand eingehender Beratung gewesen. Ohne Zweifel liegt es im Interesse der Oeffentlichkeit und des Beamten, denim Dienst" befindlichen Beamten auch äußerlich als solchen, kenntlich zu machen. Die dienstlichen Belange über-l

wiegen freilich in diesem Punkte die Wünsche der Beamtenschaft.

Nun zur Frage des Seitengewehrs oder Hirschfängers". Zunächst muß festgestellt werden, daß eine Versammlung der Polizeipräsidenten Preußens sich im Oktober 1927 sehr eingehend mit der Frage befaßt hat, ob eine Seitenwaffe beizu­behalten sei oder nicht. In ihrer weitaus überwie­genden Mehrheit haben diese Sachverständigen die Frage bejaht. Da nun zurzeit verschiedene Seiten­waffen in Tragung sich befinden, teilsüber"-, teilsunter"gefchnallt werden, da ferner ein Teil der Beamten von der bisher noch bestehenden Er­laubnis Gebrauch macht, das' alte Offiziersseiten­gewehr weiter zu tragen, so erschien es der heuti­gen Zeit entsprechender,

eine enbc^idye SeUmroaffe

zur Einführung zu bringen. Aus einer sehr großen Anzahl von Modellen wurde alsdann eine sehr hübsche und-i;weckmäßige Seitenwaffe ausgesucht, die durch den preußischen Adler und Polizeistern geziert wird. Die Waffe unterscheidet sich von dem bisherigen Seitengewehr baburd), daß sie sich in einer Lederscheide befindet und nur noch für den kleineren Teil der Beamtenschaft eine Vorrichtung zum Aufpflanzen auf den Karabiner besitzt. Auch hier kann man somit wohl nicht von einer weite­ren Betonung desMilitärischen" sprechen, wird vielmehr anerkennen müssen, daß ein entgegen­gesetztes Bestreben für die Auswahl der neuen Seitenwaffe maßgebend war. 3m übrigen ist das letzt Wort über die Frage der Seitenwaffe noch nicht gesprochen.

Zum Schluß sei noch mit einigen Worten die in den letzten Tagen auf der Straße gesehene neue

. Sommeruniform"

erwähnt. Diese Bezeichnung ist unrichtig. Als Sommeruniform" gilt die sogen. Sommerrock- bluse, welche ungefüttert ist und aus leichtem Woll- stoff besteht. Im Hinblick darauf, daß gerade im Sommer das Wetter sehr häufig wechselt, die Temperaturunterschiede im Laufe des Tages sowie zwischen Tag und Nacht sehr große sind, Regen und strahlender Sonnenschein sich mehrmals am Tage ablösen, liegt es im Interesse der Gesundheit der Polizeibeamten, an dem leichten Wollstoff fest­zuhalten. Ist es doch allgemein bekannt, daß z. B. baumwollene oder leinene Stoffe, zumal wenn sie naß geworden sind, leicht ein Kältegefühl erzeugen und damit dèn Träger der Gefahr von Erkältun- gen oder rheumatischen Erkrankungen aussetzen. In diesem Jahre haben wir erst fünf Tage gehabt, an denen das Thermometer 25 Grad Celsius im Schatten überschritt. Eine besondere Sommeruni­form nur für diese wenigen oder noch kommenden Tage «inzuführen, verbieten leider Sie Mittel. Um aber trotzdem der Beamtenschaft an derart heißen Tagen eine Erleichterung bereiten zu können, ent« schloß sich das Ministerium des Innern, schon vor annähernd zwei Jahren, die einschlägige Leinen- und Baumwollindustrie zur Abgabe von Angeboten aufzufordern. Dabei ging das Ministerium aller­dings von dem Gedanken aus, gleichzeitig den bis­herigen Drillichrock als ein Ueberbleibsel aus den alten Kasernen der Vorkriegszeit abzuschaffen und an seine Stelle einen Hausrock in blauer Schupo­farbe zu wählen. Ueber den sogen. Hausanzug ist das letzte Wort auch noch nicht gesprochen.

Gsset-Stachvichts«.

Engelhard! Dritter im 800 Meter-Lauf Der Eng­länder Lowe siegt in olympischer Rekordzeit.i Lloyd Hahn und Séra Martin hinter Engelhardt.

Zu einem ganz hervorragenden Rennen gestaltete sich der Endlauf über 800 Meter, den der Eng­länder Lowe in olympischer Rekordzeit von 1:51,8 Min. vor dem Schweden Bylehn in 1:52,8 und Engelhardt in 1:53,2 gewann. Der Kanadier Edwards gebrauchte als Vierter 1:54 Min.; die Favoriten Lloyd Hahn und Sèra Martin 1:54,2 bzw. 1:54,6 Min. Der Deutsche Engelhardt, der anfänglich in ganz aussichtsloser Position am Ende des Feldes lag, errang im fabelhaften End­spurt noch den dritten Platz. Der Sieger Lowe hatte sich ungefähr 60 Meter vor dem Ziele frei­gemacht, nachdem bis dahin Lloyd Hahn das Feld geführt hatte. Er siegte dann sicher vor dem Schwe­in Bylehn, der nach den Kanadier Edwards ab« ängt. Edwards mußte schließlich auch noch Engel­hardt passieren lassen, der ein glänzendes Rennen lief.

Schüller und Köry^g in den 200 Meter-Zwischen­läufen siegreich.

Ganz hervorragend schnitten die deutschen Sprinter bis jetzt in dem 200 Meter-Laus ab. Schüller vermochte zunächst seinen Vorlauf in 22 Sek. leicht vor dem Holländer van den Berghe zu gewinnen. Körnig gewann seinen Lauf überlegen vor dem Tschechoslowaken Knenicky und Schlößke kam gemeinschaftlich mit dem Amerikaner Borah in den Zwischenlauf. In den Zwischenläufen siegte Körnig in der alten olympischen Rekordzeit von 21,6 Sek und Schüller gewann seinen Lauf in 22 Sek. vor dem Amerikaner Cummings. Dagegen endete Schlößke in seinem Lauf nur auf dem dritten Platz.

Neuer Weltrekord im 110 Meker-Hürdenlouf.

Im 110 m-hürdeniauf wurde im letzten Vorlauf von dem Südafrikaner Weigthman-Shmit in 14,6 Sek. ein neuer Weltrekord aufgestellt. In der Entscheidung liegen nur noch Amerikaner und Südafrikaner. Der einzige deutsche Teilnehmer Steinhardt konnte in seinem Vorlauf zwar zweiter hinter dem Engländer Lucas werden, be­legte aber in dem Zwischenlauf nur Fünfter und schied damit aus.

Amerikanischer Sieg im Weitsprung.

Im Weitsprung siegte der Amerikaner Hamm, der bereits in der Vorentscheidung mit 7.73 Meter einen neuen olympischen Rekord aufgestellt hatte, vor dem Kolonial-Franzosen Cator-Haiti mit 7.58 Meter und Bate s-U. S. A. mit 7.40 Meter. Von den deutschen Teilnehmern belegten Meier mit 7.39 Meter den vierten und Köchermann mit 7.35 Meter den fünften Platz. Schlößke und Dober­mann waren nicht in die Entscheidung gekommen. Die Deutschen im 5000 Meter-Lauf ausgeschieden.

Erwartungsgemäß schieden die beiden deutschen Teilnehmer Boltze und Kohn bereits in den Vorläufen aus, trotzdem sie beide sehr brav liefen und jeweils den fünften Platz belegten. Besonders Kohn lieferte ein schönes Rennen und lief im End­spurt gut zu dem an 4. Stelle landenden Welt-

meister Nurmi auf. Die ersten Vier der drei Vor- läufe kommen in die Zwischenentscheidung.

Ein vierter Platz im 100 Meter-Laus der Frauen

Im Endlauf über 100 Meter für Frauen siegte Miß Robinsoh n-Australien in 12,2 Sek, vor den Kanadierinnen Rosenfeld und Shmit. Die deut­sche Teilnehmerin Frl. Steinhardt belegte den vierten Platz, während Frl. Schmidt wegen Fehl starkes ausgeschlossen wurde.

Nur Plätze im Diskuswerfen der Frauen.

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Auch im Diskuswerfen gelang es den deutsch, Teilnehmerinnen Frl. Reute r-Frankfurt und F... He u b l e i n mit Würfen von 35,86 bzw. 35,56 Mtr. nicht über den vierten und fünften Platz hinaus­zukommen. Siegerin blieb die Polin Konopacko mit einem hervorragenden Wurf von 39,62 Meter, der einen Weltrekord darstellt. An zweiter Stelle endete die Amerikanerin Kapelan mit 37,08 Mtr. vor der Schwedin Svendburg mit 35,92 Meter.

Deutschland Siegernation im Gewichtheben.

Durch die beiden olympischen ersten Siege von selbig und Straßberger sowie den guten dritten Sieg von Wölpert hat Deutschland in der Gesamlwertuna im Gewichtheben den Sieg davongetragen. An zweiter Stell« endete mit Punkten Rückstand Frankreich. Das genaue Ergeb­nis lautete: 1. Deutschland 24,5 Punkte; 2. Frank­reich 19 P.; 3. Oesterreich 16,5 P.; 4. Italien 13 P.; 5. Holland 8 P.; 6. Schweiz 7 P.; 7. Aegypten 6 p.; 8. Estland 5 P.; 9. TscheHosoroaket 4 P.; 10 Lett, land 2 Punkte.

Oberleutnant Hax-Deutschland führt im modernen Fünfkampf.

Im modernen Fünfkampf führt nach der ersten Uebung (Schießen) der bekannt« deutsche Oberleut­nant Hax mit 196 Ringen vor Oksen-Dänemark mit 194 Ringen. Die beiden weiteren duetschen Teil­nehmer Oberleutnant Kahl und Leutnant Hölter liegen bei insgesamt 37 Teilnehmern mit 184 byn 159 Ringen an 10. bzw. 16. Stelle.

Italien Sieger im Florett-Mannschaftskampf.

In dem letzten Kampfe siegte die stark« italieut« sche Floretttnannschcrft mit 10:6 über Argentinien, währeich Frankreich ein 8:8-Ergebnis gegen Belgien erzielte. Sieger blieb somit Italien vor Frankreich, Argentinien und Belgien.

Die Auslosungen der Rnderkämpse.

Jm Einer wird der Deutsche Meister SBatie# Flinsch gleich im ersten Vorlaus auf den Favo­riten Pearc e-Australien stoßen. Vogt-Hoek star­ten im Doppelzweier gegen Belgien, Müllerâoesch- ter imZweier ohne^ gegen Frankreich, imSteter ohne" der Dresdener RV. und im »Vierer mit" Sturmvogel gegen Amerika, im Achter Amioitio Mannheim gegen Frankreich.

Tennis.

Frankreich schlägt Amerika im Davispakal-Fknaie mit 4:1.

Der Verteidiger des Davispokals, Frankreich, konnte am letzten Tage durch Cochet und Lacoste noch zibei eindrucksvolle Siege über die Amerikaner Tilden und Heneffey erringen und damit feinen Sieg sicherstellen. Die Sensation des Tages war der 9:7, 8:6, 6:4 Sieg Cochets über Tilden. Mit die­sem Siege war bereits der Pokal von Frankreich

Amtliche VeSsAntmachuttse«.

Die neuesten Nskzeivevovdnunäe« vom 23. Juni 1928, betr. die Polizei fünde M öffenll. Tanzwsldarkeile» sowieAushänge des § 13 der Verordnung für Saalinhaber find ab heute im Format 28 : 40 cm aut Karton gedruckt in der Waisenhaus'Duch-ruckereiLanav zum Preis von 30 Pfg. pro Stück zu haben.

Polizeiverordnung.

Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung vom 20. September 1867, betreffend die Polizei- verwaltung in den neu erworbenen Landesteilen, der §§ 142, 143, und 144 des Gesetzes über die all­gemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883, des Gesetzes vom 17. Juni 1911 (RGBl. S. 248), betreffend die Beseitigung von Tierkadavern, des § 18 der Preußischen Ausführungsvorschristen dazu vom 1. Mai 1912 und des Artikels 3 der Verord­nung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 (RGBl. 6. 44)) wird mit Zu­stimmung des Magistrats der Stadt Hanau und des Kreisausschusses des Landkreises Hanau für den Umfang des Stadt und Landkreises Hanau folgende Polizeivervrdnung erlassen:

§ 1. Der erste Absatz des § 7 meiner Polizei- verordnung über die Beseitigung von Tierkadavern vom 1. Dezember 1924 (Hanauer Anzeiger Nr. 293 vom 13. Dezember 1924) erhält folgende Fassung:

Die für die Ablieferung der Kadaver vom Ab­deckereibesitzer an die Tierbesitzer und die für das Abholen und die Beseitigung der Kavader von den Tierbesitzern an den Abdeckereibesitzer zu zahlenden Vergütungen werden nach dem hierfür von mir in Verbindung mit dem hiesigen Magistrat jeweils festgesetzten Vergütungstarif berechnet und können im Weigerungss.Ue von dem Entschädigungspflich­tigen im Wege des Verwaltungsverfahrens ringe- zogen werden".

§ 2. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tag« ihrer Verkündigung in Kraft.

Hanau, 28. Juli 1928.

Der Landrat und PolizeidirektoL

I. V.: Ried la er.