Osmats Mass und Land
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Donnevstag ^M
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Vs« 26. Mi
1928
- Die
Dâs NmssWS. I
Wiener Sängerfesk zum Ausdruck gefom- ÄlnfOiuSftrase und Rheinland-
auf dem Wiener Sängerfest zum Ausdruck getont menen Anschlußgedanken Sturm zu läuten. Die
,,kiberlè" fordert sogar eine diplomatische Demarche in Berlin.
— Die französische Desahungsbehörde hat die Auslieferung von drei deutschen Staatsangehörigen tttlangf, die die Trikolore von einem sranzösischen Werskasino heruntergerissen haben.
- Chamberlain bedauerte auf der Londotter Internationalen Geographenlagung die Abwesenheit »scher Vertreter.
- Eine Gruppe von amerikanischen Senatoren ^entschlossen, gegen den Kellogg-Pakt Widerspruch ju erheben, da der Pakt die Vereinigten Staaten «erpslichle, ungerechte Abgrenzungen anzuerkennen.
- Die Kosten der englischen Rheinarmee betragen jährlich 1,3 Millionen Pfund. Chamberlain irflärte, daß im Falle ihrer frühzeitigen Zurückziehung sie wahrscheinlich durch Truppen einer Men Ration ersetzt würde.
- Bei einem Deckeneinsturz im Haupttelephon- ml Weimar wurden 24 Telephonisten verletzt und ein vberlelegraphensekrelär getötet.
- Das 14. Deutsche Turnfest in Köln nahm offiziellen Anfang mit der Bannerübergabe.
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Ministerpräsident Held zur Schuldsrage.
iTeil n (f) e tl, 25. 5uii. 5m vu^cischr» £uuu- Wirlfe Mittwoch nachmittag die Interpellation P das Eisenbahnunglück im Münchener Haupt- M4of beraten. Schon bei Eröffnung der Sitzung tobet Präsident Dr. Königbauer der Trauer des K Landtages Ausdruck gegeben und hinzugefügt, d bayerische Volksvertretung müsse verlangen, daß ^Ursachen der vielen Eisenbahnunfälle rückhalt- aufgeklärt und die Sicherheit des Reiseverkehrs Z bayerischem Boden mit allen nur möglichen gewährleistet werde. Die Interpellation der «Henschen Volkspartei wurde von dem Abg. Brei- «bach begründet, der sich namentlich gegen die Per- Wileinfparungspolitit der Reichsbahngesellschaft ”Mfe und forderte, daß gegenüber der Sicherung des Verkehrs alle anderen Rücksichten zu- sâlkslehen müßten, auch die Reparakionsverpflich- tagett.
eSumuns
Wien, 25. Juli. Anschließend an die Anschlnßkundgebungen in Graz bereiste Reichskagspräsident Löbe in Begleitung des Reichstagsabgeordneten v. Gilsa (D. Vpt.) das Burgenland. In allen Orten wurden die deutschen Gäste feierlich begrüßt. Bei dem Empfang in Sauerbrunn nannte der Landeshauptmann-Stellvertreter das Burgenland den ein- zigen Lichtpunkt der Ariedensverträge. Der ungarische Traum von der Rückeroberung des Burgenlandes werde in dem Augenblick ausgeträumt sein, da die Ungarn erfahren, daß hinter dem kleinen Burgenland 60 Millionen Deutsche stehen. Die Weiterreise Löbes gestaltete sich zu einem wahren Triumphzug des Anschlußged anten s. In vielen Orten wurde der Reichskagspräsident festlich von den Honoratioren und der gesamten Bevölkerung empfangen. Alle Orte waren festlich mit Fahnen geschmückt. Interessant ist die Anteilnahme der kroatischen Bevölkerung des Burgenlandes am Empfange, deren Sprecher versicherte, daß sie genau so wie die Deutschen des Burgenlandes den Anschluß an Deutsch-
land wünschten.
Die «Mevis'* fsvdevi einen drpiomairfÄen GOviit
Paris, 25. Juli. Die Sängertage in Wien lassen die hiesigen Nationalisten noch immer nicht zur Ruhe kommen. Auf Grund einer tendenziös gefärbten Berichterstattung versucht man die gesamte Schubertfeier als eine von den offiziellen Stellen unterstützte politische Kundgebung der Alldeutschen hinzustellen und gebärdet sich, als ob durch den Fest- zug der deutschen Sänger die Ruhe und Sicherheit in Europa aufs tiefste gefährdet wäre.
Die „ßiberté" leistet sich sogar den geschmackvollen Witz: Selbst den Wienern habe die Anwesenheit der deutschen Musikarmee mißfallen, da sie in ihren Gewohnheiten gestört worden seien und
25. Juli. 3m Bayerischen Land- ^
pen zurückgezogen würden, so werde England diese 950 000 Pfund Sterling nicht weiter erhalten. Hierauf ersuchte Wodgewood den Staatssekretär des Aeußeren, festzuftellen, was England in bar profitieren würde, falls es feine Truppen zurückziehe. Chamberlain erwiderte: Wenn man von der Annahme ausgeht, daß die durch eine Zurückziehung der britischen Truppen verursachte Verminderung der von Deutschland zu zahlenden Besatzungskosten nicht von anderer Seite durch eine dementsprechende Verstärkung des Besatzungsheeres ausgeglichen würde, so könnte England 22 Prozent des Betrags, den es zurzeit an Besatzungskosten erhält, für Repa- rationsrechnung beanspruchen. Es ist jedoch keineswegs sicher, und es ist vielleicht sogar unwahrscheinlich, daß die Truppen, die England ohne Ver-
Bvandhevd tvilua
Woldemaras, Pilsudski, der Völkerbund und die Mächte.
Der latente Kriegszustand zwischen Litauen und Polen beginnt allmählich unerträglich zu werden. Die Dinge haben bereits wieder eine solche Zuspitzung erfahren, daß jeden Moment eine Katastrophe eintreten kann. Vor wenigen Wochen erst hat Pilsudski Genf alarmiert, da durch Litauen die „Integrität des polnischen Territoriums in Frage gestellt sei". Nun hat Woldemaras seinerseits an den Völkerbund appelliert, da Litauen sich durch die großen polnischen Manöver, die Anfang August um Wilna herum stattfinden sollen, beunruhigt fühlt. Ja, mehr als beunruhigt. Denn dis starken polnischen Truppenzusammenziehungen an der polnisch-litauischen Grenze müssen naturnotwendig Gegenmaßnahmen Litauens Hervorrufen. Zwischen diesen beiden Noten liegt der Schritt Deutschlands in Kowno, der Litauen zur Zurückhaltung bewegen sollte. Für die nächsten Tage ist eine ebensolche Demarche von Paris in Warschau zu erwarten. Man sieht, daß die Lage von den Großmächten als äußerst gefährlich angesessen wird und daß man, wenn ein Unglück geschieht, sich wenigstens den Vorwurf ersparen will, untätig ge« wesen zu sein. Ob aber Noten und dipwma- tische Schritte in diesem unglückseligen Konflikt noch etwas helfen können, das muß dahingestellt bleiben. Vorläufig muß man den kommenden polnischen Manövern mit größter Sorge entgegensetzen. Denn es kann kein Zweifel bestehen, daß Pilsudski nur auf die geringste Provokation von litauischer Seite wartet, um entscheidende Schritte zu unter
trunken
ß man nach einer diploma
Falle würde England durch die Zurückziehung seiner Truppen nichts profitieren.
fvlchsn Gräb^errelHN 5
Ministerpräsident Held antwortete, die bayerische Mutung werde dahin wirken, daß nicht nur die Midsrage des Einzelsalles geklärt werde, sondern darüber hinaus eine umfassende Untersuchung 'M Aufklärung stattsinde, die sich auf alle Verhälk- "’lle erstrecke, durch die die Unfälle hervorgerufen ^rden sein könnten und daß auf Grund dieser Versuchung alle Maßnahmen erörtert und durch- werden, die Unfälle, soweit es überhaupt ^ menschlichen Vermögen liege, in Zukunft ver- »irioen lassen. Es herrsche stark die Meinung vor, । 0 es die Deutsche Reichsbahn an einer um- enden Klarstellung der Verhältnise trotz der auffallenden Häufung ?r Unfälle habe fehlen lassen. Die Merische Staatsregierung gehe mit allen Anträgen ^ Landtages einig, die darauf abzielen, daß eine gehende Untersuchung und Klarstellung statl- öm Verlauf der Aussprache nahm der Landtag men deutschnationalen Antrag aus Untersuchung Ursachen dec letzten Eisenbahnkalastrophen in “^ern, einen Antrag der Nationalsozialisten auf Ausgabe einer Statistik der Streckenunterhal- ^bkosten und einen Antrag dec Kommunisten auf Ehrung der achtstündigen Arbeitszeit bei der BestsdßKttUg d. Resrsvurrgs-
kvLse m Bavevtt
^ München, 25. Juli. Heute nachmittag traten die Atzenden der bisherigen drei Regierungsparteien .Sitzung zusammen, in der endgültig von LJ Seiten die letzten Vorschläge der Bayrischen k^ Partei angenommen wurden. Damit ist die bayrische Koalition nunmehr wiedercher- ” worden.
Anschlag auf Staatssekretär a. D. Hagedorn. q.^jL 25. Juli. Zu der Meldung über einen an- finLx Anschlag auf den Staatssekretär a. D. es ff* n tât die Staatsanwaltschaft Kiel mit, daß rn'ur ,um einen auf den Kraftwagen des x, Sekretärs abgegebenen Schuß handele. Weder mm» • etär Hagedorn noch eines seiner Fa- £5 jst^'tglieder befanden sich in dem Kraftwagen. Wi "? chungeklärt, ob es sich um eine verirrte aber um einen groben Unfug handelt. Zur d-I.o^ng des Vorfalles hat der Regierungspräsi-
200 Mark Belobmma ausgesetzt.
tischen Demarche in Berlin gegen den angeblichen Feldzug zu Gunsten des Anschlusses ruft. Die „Liberte" fordert die französische Regierung auf, sich zu diesem Zweck mit den Alliierten und besonders mit Italien zu verständigen, das an dieser Frage ebenso sehr wie Frankreich interessiert sei.
Gbamhevlar« über? dks Svase des SuvüBzrehuns Dev Beßatzungs- tvuMen
London, 25. Juli. In Beantwortung einer Frage des Arbeiterführers Wodgewood erklärte Chamberlain im Unterhaus: Die gesamten Jahreskosten des britischen Besatzungsheeres in Deutschland betragen 1 299 700 Pfund Sterling und der Betrag, den England zur Begleichung dieser Kosten aus den Dawes-Annuitäten erhält, beläuft sich auf 950 000 Pfund Sterling. Wenn die britischen Trup-
* ManGeftev Guardian" über die wiener ânndgebuns
London, 25. Juli. „Manchester Guardian" schreibt in einem „Die Wiener Kundgebung" überschriebenen Leitartikel: Berlin und Wien werden nicht durch reaktionäre, sondern durch liberale Kräfte zu einander hingezogen. Es sei ganz falsch, die Bewegung mit Pangermanismus oder deutschen Nationalismus zu identifizieren, und der Anschluß würde für niemand eine Gefahr be - d e u t e n. Er würde beiden Ländern zum Guten ge» reichen. Oesterreich und Deutschland gehörten zusammen. Ihre Vereinigung werde ein Schritt zur Nationalisierung Europas sein und die Vereitelung kriegerischer Reaktion und den Nationalismus nördlich des Brenners und westlicher der Weichsel vollenden.
Des Ausschluß Lambâchs
Berlin, 25. Juli. Von dem Abgeordneten Lambach nahestehender Seile wird dem Nachrichtenbüro des VDZ mitgeteilt: „Der Abgeordnete Lambach hat bisher gegen den von der örtlichen Parteiinstanz feines Wahlkreises Potsdam II gegen ihn verhängten Ausschluß noch nicht Einspruch erhoben. Ec muß erst den Wortlaut der Urteilsbegründung abwarten, die ihm schriftlich zugestellt wird. Er ist jedoch fest entschlossen, diesen Einspruch einzulegen und beim obersten Parteigericht auf eine Revision des Ausschlußbeschlnsses hinzuwirken. Das oberste Parteigericht dürfte erst im Spätherbst zufammenkreten, und zwar, da der bisherige Vorsitzende, Abgeordneter Wallraf, fein Amt niedergelegt hat, voraussichtlich unter dem Präsidium eines der stellvertretenden Vorsitzenden, wahrscheinlich des Abgeordneten Schultz-Bromberg.
Die dem Lambach-Flügel nahestehenden Deutsch- nationalen sind der Ansicht, daß selbst wenn das oberste Parteigericht sich gleichfalls auf den rein formalen Standpunkt stellen sollte, den die örtliche Parteiinstanz eingenommen hat, dennoch ein anderes Endurteil Zustandekommen wird, weil das oberste Parteigericht eine Anzahl Lambach nahestehender Parlamentarier umfaßt. Indessen könnte, selbst wenn das oberste Parteigericht einen Widerruf Lambachs fordern sollte, die große Volksbewegung innerhalb der Deutschnatiaimlen Volkspartei nicht eingedämmt werden, denn diese Bewegung ist schon längst nicht mehr allein an den Namen Lambach gebunden. Sollte der Abgeordnete Lambach
nationalen sind der Ansicht, daß oberste Parteigericht sich gleichja formalen Standpunkt stellen sollte
auch vom obersten Parteigericht zum Ausschluß aus der Partei verurteilt werden, so dürfte er nicht der Meinung sein, daß er durch eine Mandatsnieder- legung dem non ihm vertretenen Gedanken der großen Rechten einen Dienst erweisen kann.
was die deutßGttatkonale Keeffe fast
Berlin, 25. Juli. Zu dem Ausschluß Lambachs äußert sich nunmehr auch die „Deutsche Tageszeitung". Das Blatt schreibt u. a.: Wir haben nicht unterlassen, über die Zweckmäßigkeit der Form und des Zeitpunktes, die Lambach für seinen Stuf'
satz gewählt hat, ernstem Zweifel Ausdruck zu geben. Aber wir find ebenso sehr der Meinung gewesen, daß die Tendenz, die Lambach mit seinem Hervortreten verfolgte, alles andere als parteizerstörend war, daß sie den Ausdruck einer tatsächlich vorhandenen Bewegung in nicht eben kleinen Kreisen darstellt, und daß man sich mit ihr unmöglich auseinandersetzen kann, indem man sie einfach durch formalistische Kraftstücke zu erschlagen sucht.
Leider ist der Spruch des Landesvorstandes nur auf diese formalistische Seite ab gestellt, und wir können die Feststellung nicht unterdrücken, daß er offensichtlich unter Anwendung subalterner Maßstäbe zustandegekommen ist. Die Lösung wird nicht gefunden bei einer einseitig rückwärts gewandten Einstellung, sondern nur, wenn es gelingt, die Grundsätze der Partei mit frischem ßeben zu durchfluten, neben alten unverrückbaren Idealen neue, unmittelbar zukunftskräftige Ziele aufzurichten. Wir nehmen mit Sicherheit an, daß das Parteigericht, an dessen SpiHe bisher ein Mann von der mustergültigen Objektivität und von der politischen Abgeklärtheit Wallrafs gestanden hat und, wie wir hoffen möchten, wieder stehen wird, zu einer gründlichen Revision des Urteils des Landesverbandsvorstandes kommen wird. Dabei wird es
(Fortsetzung auf Seite 24
durch den
Der Streit um Wilna ist der versahrerülste und unglücklichste Punkt der Weltpolitik. Keine Königsberger Konferenz, kein Friedensdiktal des Völkerbundes können hier Wandel schaffen. Jede Regierung Litauens, die sich dazu hergeben würde, auf Wilna zu verzichten, würde im Nu von dem Volkswillen hinweggefegt werden. Woldemaras hat erst vor zwei Monaten in der neuen Verfasiung Litauens Wilna feierlichst zur Hauptstadt Litauens erklärt. Wir haben es hier also mit dem wohl einzig dastehenden Fall zu tun, daß ein Land zu feiner Hauptstad eine einem anderen Lande gehörende Stadt bestimmt. Von seinem Standpunkte aus mußte sich Polen durch diesen Akt Litauens schroff brüskiert fühlen. Polen konnte diese Handlung nicht anders auffassen, als eine erneute Kampfansage und als eine Ablehnung aller Verhandlungen. Denn der Wilnakonflikt bildet den Hauptstreitpunkt zwischen Polen und Litauen, und ohne eine Einigung in dieser Frage ist an eine Bereinigung der beiderseitigen Beziehungen nicht zu denken.
una an Polen fiel, ermessen.
Polen hat es durch geschickte Propaganda und durch geschickte Verhandlungstaktik' verstanden, einen erheblichen Teil der Weltmeinung für sich und gegi nehmen. Das bedeutet seit
ien Litauen einzu
R ne geringe Gefahr
für das kleine Litauen und für seinen Diktator, der gern als der „starrköpfige Professor" bezeichnet wird, da die Weltmeinung ja auch in Genf in der Form von Ratssitzen vertreten ist Was wird der Völkerbund tun? Was wird
er tun, wenn es vielleicht nicht schon zu spät ist? Er wird den Diktator abermals auf billige und wenig schöne Weise rüffeln und wird dann das ganze Problem vertagen. Das Wilnaproblem ist ein zu heißes Eisen, um vom Völkerbund geschmiedet zu werden. Eigentlich hat Polen selbst die Unrechtmäßigkeit der gewaltsamen Aneignung Wilnas anerkannt. Als am 9. Oktober 1920 der polnische General Zeligowski Wilna durch Handstreich besetzte, da versuchte Polen, um die Verantwortunc für den bewaffneten Putsch abzuwälzen, dieser General als Meuterer zu erklären. Aber dapolitische Gedächtnis ist schwach. Denn schon am 18. April 1922 wurde die Angliederung Wilnas an Polen feierlich dekretiert, und aus dem meuternden General wurde so was wie ein Nationalheld. Die Botschafterkonferenz, die damals noch ganz unter dem Einflüsse Frankreichs, des mächtigen Freundes Polens, stand, erhob keinen Einspruch. Polen hat aber nicht mit dem hartnäckigen Widerstand Litauens gerechnet. Bis auf den heutigen Tag weigert
Die benttse NumsKes «mSatzi