HanauMmeiger
E^VGeneral Änzriger fät^rV^anan SLsdi und Land
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1928
— Bei Laktaro ist ein jugoslawisches Munitionslager in die Luft geflogen.
— Nach Warschauer Bläktermeldungen soll an bet polnisch-litauischen Grenze eine Konzentrierung titanischer Truppen erfolgt sein.
— 3200 deutsche Teilnehmer des Wiener Sänger- tffes sind in Budapest eingelroffen.
— Der Parteitag der Zentrumspartei wird im tvoember einberufen werden.
— Herve tritt in einem Artikel in seinem Blatt Moire nicht nur für die Rheinlattdräumung ein, sondern auch für die Rückgabe der Kolonien und >er Vereinigung von Deutschland mit Oesterreich.
- Amtlich wird festgeskeltt, daß zwischen Reichsbahn und Reichsregierung wegen der Tariferhöhung leine Meinungsverschiedenheiten bestehen.
Gespannte Lage im Gsten
Berlin, 24. Juli. Wie aus Warschau gemeldet wird, hat die französische Regierung auf Polen einen Druck ausgeübt, um es den Bersöhnungsverfuchen mit Litauen gefügiger zu machen. Frankreich ist der politische und militärische Bundesgenosse Polens. Man hat in Paris augenscheinlich eingesehen, daß sich die Verhältnisse im Osten derart zugespitzt haben, daß die Flinten plötzlich von selbst los gehen, und daß Frankreich in einen Konflikt verwickelt werden könnte, der ihm zum minde sten unerwünscht käme. Marschall Pilsudski ist eine impulsive Natur.
LambaÄ ausgekwtoikrn
Berlin, 24. Juli. Born Landesverband pots- km II der Deukschnationalen Volkspartei wird solgende Entscheidung in Lachen Lambach mitgeteilt: Das Parteimitglied Herr Walker Lambach, Ul. k R„ hat unter bewußter Ausschaltung der zuständigen Parkoiinstanzen Vorstöße gegen die program- Miischen Grundsätze der Deutschnationalen Volks- yartei und Auseinandersetzungen mit Fraktions- . Wegen in verletzender Form in die Öffentlichkeit «irnchk. Er hat sich dadurch im Sinne des § 17 der sickisahung schwerster Verletzung der Parteizucht «t starker Schädigung des Ansehens der Partei gemacht. Er wird deshalb durch einftimmi-
iAefchluß des Landesvorstandes aus becJUgiki ihge f d) 1 offen. Gegen diesen Beschluß steht im Ausgeschlossenen innerhalb vier Wochen die Berufung an das Parleigericht zu.
* . * ilbg. Lambach hat gegen den Spruch Beruf u n g eingelegt.
Zum Ausschluß Lambachs aus der Deutsch- intionalen Volkspartei äußern sich bisher nur wenige Blätter.
Die „Deutsche Zeitung" erklärt, das Urteil stelle Dr eine Selbstverständlichkeit dar, an der auch die wahrscheinlich erfolgende Berufung Lambachs hum etwas werde ändern können.
Die „Daz" hält das Parteiurteil für einen tuteten Fehler. Dieser Beschluß, so schreibt das Blatt, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen. Die folgen dieser kurzsichtigen Entscheidung für di« ^utschnationale Volkspartei sind unaw'ehbar. uroljetib erhebt sich über der Parteikrise, die eine Riefte Hand noch hätte bändigen können, jetzt die Gefahr der Parteispaltung.
Sehnlich äußert sich die „Germania": Allen Warzen, die aus eigenen Parteikreisen kamen, zum hat das Deutschnationale Parteigericht das «eckikt über Walter Lambach ausgesprochen. Nenberg, der mächtige Finanzmann, hat gesiegt, M der Parteigeist hat die Vernunft überwunden. Walter Lambach ist zum Märtyrer seiner Ueber- ibugung gestempelt worden. Wir glauben nicht, daß °kr Beschluß die Ruhe wiederherstellt, sondern daß M diejenigen sprechen werden, die in den An- Wuungen hinter Lambach stehen. Und es sollen Aker nicht wenige fein. Der Beschluß beweißt, daß Deutschnationalen die Zeichen der Zeit immer "°ch nicht verstanden haben.
LensvumsvavterLas
, . Berlin, 24. Juli. Nachdem der Parteivorstand seiner letzten Zusammenkunft in Berlin sich für Einberufung eines ordentlichen Parteitages Ausgesprochen hat, wird, wie die „Germania" hört, Parteitag Anfang November stattfinden. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben. Der ^kt steht noch nicht endgültig fest, da über ihn noch wiWMungen geführt werden.
_ ein Attentat auf GtaatSservetüv.Hagedomi?
_ Wie die Staatsanwaltschaft in Kiel bekanntgibt, Me vor kurzem auf der Straße nach dem Gute Grewenborn auf den dort wohnenden Staats- U"tär a. D. Hagedorn ein Schuß abgegeben. Der konnte noch nicht ermittelt werden.
, Smvfaus deutschen Lnenev duvch die Stadt ^sw
«8ln. 25. Juli. Im festlich geschmückten Gürze- 'uch-Saal fand heute abend der offizielle Empfang fA deutschen Turnerschaft durch die Stadt Köln ". Unter den zahlreichen Ehrengäste bemerkte S?- °- den Minister a. D. Külz und den Ober- , Identen der Rheinprovinz Dr. Fuchs. Ober« ^flermeiftcr Dr. Adenauer hieß die Erschienenen t Mn herzlich willkommen und erklärte, das "Erziel der dänischen Turnerschaft sei Dienst und
Sein letzter Temperamentsausbruch und seine Aeußerungen über das Parlament haben dafür den Beweis erbracht. In den nächsten Wochen stehen große Manöver in Wilna an der litauischen Grenze bevor. Auch die politischen Legionen, die seinerzeit unter der Führung von General Zcli- gowski den Ueberfall auf das damals litauische Wilna durchführten, nehmen an diesen Manövern teil. Man darf sich, wenn sich die Geistesverfassung der Polen vergegenwärtigt, sehr wohl vorstellen, daß diese Manöver auch zu einem Handstreich auf Kowno ausgenutzt werden können, um so mehr, da der litauische Ministerpräsident, Professor Woldemaras, es nicht an Provokationen mangeln läßt. In der neuen litauischen Verfassung ist Wilna offiziell als die Hauptstadt Litauens bezeichnet worden. Professor Woldemaras hat in den polnisch-litauischen Verhandlungen imn^r und immer wieder betont, daß Litauen niemals auf Wilna verzichten werde, und auf der Versammlung der litauischen Scharfschützen fügte er hinzu, daß die Flinten der Schützen bald bei der Wiedereroberung Wilnas rot werden würden. Beide Teile können im Streit um Wilna Rechtstitel anführen. Litauen den Frieden von Moskau und den Frieden von Suwalki, Polen die Ent- schefdung der Botschafterkonferenz, Die Dinge im lt
Sitre Masüsche Aoie an den ÄöiLevbund
Kowno, 24. Juli. Die tUauifdje Regierung übersandte dem Generalsekrkär beim Völkerbund eine Roke, in der unter Hinweis aus Pressemeldungen über polnische militärische Manöver im Wilna- gebiek an der Demarkationslinie im August als Antwort auf vor kurzem beendete litauische Manöver in Varonai betont wird, daß in Varonai jeden Sommer Schießübungen der litauischen Artillerie slatlfinden. Die litauische Regierung habe aber stets hiervon die polnische Regierung benachrichtigt, um alten möglichen Meinungsverschiedenheiten vorzubeugen. Das Zusammenziehen polnischen Militärs in größerer Zahl an der Demarkationslinie würde für Litauen jedoch eine solche Gefahr Hervorrufen, daß die litauische Regierung sich gezwungen sehen würde, sicherheitshalber die litauischen militärischen Punkte zu verstärken. Unter solchen Umständen könnten Zwischenfälle skaltfinden, die den Frieden in Gefahr bringen würden. Zum Schluß ersucht die Rote, diese Tatsachen nachzuprüfen und im positiven Falle die in der Resolution des Völkerbundsrates vom 10. Be- ember 1827 vorgesehenen Organe zur Bermeibung
werden können.
AttsebIZche UtaEs LvrOpettLanzstttvrevursg am WWMn Gvems
Warschau, 24. Juli. Wie „Kurjer Warszawski" von seinem Wilnaer Korrespondenzen sich melden läßt, ist aus Befehl der litauischen Militärbehörden eine Konzentrierung mübilisierter Abteilungen von Schaulis längs der polnisch-litauischen Grenze erfolgt. Diese Demonstration soll die Antwort für die beabsichtigten polnischen Heeresmanöver im Wilnaer Gebiet darstellen.
Pflege am deutschen Volke. Die deutsche Turner- schaft vereinige in ihren Reihen alle Klassen, ihr oberstes Ziel fei, sittliche Werte zu schaffen. Nach einem Hoch auf das Vaterland sangen die Versammelten spontan das Deutschlandlied. Der Vorsitzende der deutschen Turnerschaft, Prof. Dr. Berger dankte namens der deutschen Turnerschaft für die gastfreundliche Aufnahme in Köln. Der Generalsekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, Dr. Diem, sprach die besten Wünsche für das Gelingen des Turnerfestes aus. Dr. Neuendorf, der zweite Vorsitzende der deutschen Turnerschaft, legte dann die Bestrebungen und die Sehnsucht der deutschen Turner nach einem deutschen Volke dar. Der Schwimmwart der deutschen Turnerschaft, Braun, teilte über die Große Rheinstaffel Basel- Köln mit, daß die Schwimmer über 2 000 Kin. bei teilweise sehr schlechtem Wetter zurückgelogt hätten. Er verlaß die verschiedenen Urkunden der schweizerischen, schwäbischen und der übrigen Turner und dankte allen denen, die zum Gelingen dieser großen Staffel beigetragen haben. Der Präsident des amerikanischen Durnerbundes, Sedbel, überbracht« Grüße der amerikanischen Turner und erklärte, daß neun Zehntel der amerikanischen Bevölkerung die baldige Befreiung der noch besetzten rheinischen Gebiete wünschten.
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Berlin, 24. Juli. Wie eine hiesige Korrespondenz erfährt, wird die Reichsbahn aufgrund der Entscheidung des Reichskabinetts und im Einvernehmen mit der Reichsrogierung anfang der nächsten Woche das Reichsbahngericht anrufen, nachdem die notwendigen Unterlagen über die Notwendigkeit der von der Hauptversammlung geforderten Tariferhöhung zusammengsbrächt worden sind. Das Reichsbahngericht wird unter Vorsitz von Senatspräsident Meyer zufammentreten. Es muß innerhalb dreier Monate sein Urteil gefällt haben. Falls bei der Durchführung des Urteils der Zinsen- und Tilgungsdienst der Reparationsschuldoerschreibungen gefährdet erscheint, so haben beide Parteien das
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Warschau, 24. Juli. Wie dem Pilsudstiblatt „Glos Prawdy" aus Wilna gemeldet wird, wurde gestern früh bei Neutroki die die polnisch-litauische Grenze abschreitende Grenzwache aus dem Hinterhalt von litauischen Schützen, sogenannten Schaulis, beschossen. Ein polnischer Soldat wstrde getötet, ein zweiter schwer verletzt. Es soll dies innerhalb einer Woche schon der zweite Fall einer Beschießung polnischer Grenzwachen durch Litauer sein. In einer weiteren Meldung aus Wilna wird behauptet, daß die Litauer an der polnischen Grenze reguläre Truppen und Schützen konzentrierten. Auch käme es im litauischen Grenzstreifen zu ständigen Raubüberfällen, so daß in der Grenzbevölkerung, vor allem in der polnischen, eine Panik herrsche.
Stu ueuev Vesa^uuss- sVaudal
Landau, 24. Juli. Seit Dienstag besetzte die in dem sogenannten Fort untergebrachte Besatzungs- Unteroffizierschule einen freien Wiesenplatz inmitten der städtischen Parkanlagen als Gelände für Schießübungen mit Gewehrgranaten. An dem in keiner Weise abgesperrten Gelände, das bisher nicht von der Besatzungsmacht in Anspruch genommen wurde, führen verschiedene Spazierwege entlang. Die die Fußgängerwege in den Anlagen benutzenden Spaziergänger werden in keiner Form gewarnt oder zurückgehalten. Von einem Fehlschuß kann größtes Unheil erwartet werden. In der Bevölkerung herrscht größte Entrüstung über den unhaltbaren Zustand, um so mehr als den Besatzungstruppen frühere Militärübungsplätze in großer All- zahl zur Verfügung stehen. Die deutschen Stellen haben Schritte zur Abstellung dieses Unfuges unternommen.
Hsvvs übsv die dsutW- featu$fiM>e A«nâbev»us
In der „Dictoire" entwickelt Gustave Hervè feine deutsch-französische Annäherungspolitik, begründet auf der sofortigen, bedingungslosen und vollständigen Räumung des Rheinlandes, weiter. Er schreibt: Der wahre deutsch-französische Friede fordere außer der Räumung noch andere Opfer an Frankreich, so die Zustimmung zu dem Anschluß Oesterreichs an Deutschland, falls die 7 Millionen Oesterreicher dies wünschen. Dieser Anschluß sei heute so gut wie vollzogen, nur um die diplomatischen Verwickelungen mit den Alliierten zu vermeiden, sei er noch nicht offiziell angekündigt worden. Merdings könne gefordert werden, daß das angestossene Oesterreich entmilitarisiert werde, ähnlich wie die Rheinlandzone. Er persönlich wäre ferner dafür, daß Frankreich Togo und Kamerun zurückerstatte. Das französische Kolonialreich sei groß genug, um auf diese Gebiete verzichten zu können.
Auf dem Wege zus ^^ evhdhuns?
In dem Streit zwischen der Reichsregierung und der Reichsbahngesellschaft über die Zweckmäßigkeit einer Tariferhöhung soll das Reichsbahngericht entscheiden. Wie das frühere, ist auch das jetzige Kabinett -er Ansicht, daß die Notwendigkeit einer Tariferhöhung nicht nachgewiesen ist. Daß die Reichsbahngesellschaft die gegenteilige Auffassung vertritt, ist bekannt. Sie findet in dem Reichsbahngesetz die Möglichkeit, gegen einen ablehnenden Bescheid der Reichsregierung an das Reichsbahngericht zu appellieren. Aus der amtlichen Mitteilung über die letzte Kabinettssitzung geht indessen hervor, daß von dieser Möglichkeit nicht in der Form eines offenen Streitfalles zwischen Reichsbahngesellschaft und Reichsregierung Gebrauch gemacht werden soll. Es liegt im allseitigen Interesse, wenn der Oeffentlichkeit ein solches Schauspiel erspart wird. Die Anrufung des Reichsbahngerichtes geschieht vielmehr im vollen Einverständnis des Reichskabinetts und der Reichsbahngesellschaft. Beide sind der Ansicht, daß es notwendig ist, die bestehenden Meinungsverschiedenheiten durch eine neutrale Instanz zu klären und man kann deshalb annehmen, daß beide die Absicht haben, sich dem Urteil des Reichsbahngerichs zu fügen. Das Reichsbahngericht tagt unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Meyer vom Reichsgericht. Je ein Beisitzer wird von der Reichsregierung ernannt. Das
Wenn man dem Urteil des Reichsbahngerichtes auch nicht vorgreifen kann, so wird die Öffentlichkeit doch gut daran tun, sich auf die Wahrscheinlichkeit einer Tariferhöhung einzurichten. Man kann bei der Stellung zu dieser wichtigen Frage nicht außer Acht lassen, daß die Reichsbahn von allen Reparationsträgern mit der stärksten Entschädigungshypothek belastet ist und daß unsere freie Verfügung über unser wichtigstes Verkehrsmittel von der pünktlichen Bezahlung der Hypothekenzinsen, d. h. einschließlich der Verkehrssteuer eines Betrages von annähernd einer Milliarde im Jahre abhängt. Daß die Reichsbahngesellschaft dem Reparatoinsagenten diesen Tribut zollen muß, macht sich selbstverständlich auch in den Tarifen bemerkbar, zumal wenn man mit Rech: verlang:, daß die Reichsbahngesellschaft alles tun soll, um die ■ Sicherheit des Verkehrs unbedingt zu gewährleisten. Für die Regierung Müller ist ^ es außerordentlich schwierig, die politische Verantwortung für eine Tariferhöhung zu übernehmen. Das Reichsbahngericht wird als unparteiische Instanz seine Entscheidung nach sachlichen Gesichtspuenkten treffen. Leider muß nach dem Reichsbahngesetz die Billigkeit des Verkehrsmittels hinter dem Dienst der Reparationsschuldverschreibungen und dem Zinsendienst der Reichsbahngesellschaft zurück- stehen. Wenn dieser Dienst gefährdet erscheint, so kann der Reichsbahnkommissar Leoerve von sich aus die Entscheidung des Haager Schiedsgerichts gegen die Enrscheidung des Reichsbahngerichtes anrufen. Auch die streitenden Parteien haben dieses Recht, werden aber davon sicher keinen Gebrauch machen. Die Gefahr der Einmischung eines internationalen Gerichtshofes besteht indessen und es wird von niemanden bestritten werden, daß wir kein Interesse daran haben, diese Gefahr heraufzubeschwören. Es ist deshalb der dringende Wunsch gerechtfertigt, daß der Streitfall mit dem Spruch des Reichsbahngerichtes feine Erledigung findet. Lautet er im Sinne einer Tariferhöhung, so wird die Regierung wohl oder übel die politische Verantwortung dafür übernehmen müssen. Es müßte dann nur dafür gesorgt werden, daß die Erhöhung der Tarife in einer Form erfolgt, die den dinglichsten Forderungen der Wirtschaft und des Verkehrs Rechnung trägt.
Die heutige Kumtes «mkiM