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AanaueMzriger

EW^General-AnzeLger Mr^W^WAana« Giadt und Land

Anzeiger für

trf4*int täglich mit AuSnahm« der Sonn- und Friertage. / Sezugtprei«: Für den halben H»nat RM.L-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitags, hchmgtag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Hthe im Anzeigenteil von 28 mm Breite I ^psg.. im Reklameteil von 68 mm Breite 23 R-Pfg. ^ Offert, »gebühr so R-Psg.

W. 168

Do««evStas

Dana« Gtadi und Land

Erfüllungsort und Gericht-stand für tobe Telle ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher feinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS SezugSpreiseS. / Fürplahvorschrifi u. Erscheinungstag» der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hamnursir.9 / Fernspr. 3956,3957,3938

de« 19. M

1928

Das Neueste.

Chamberlain und Churchill erklärte« im akerhauv, daß sie bereit seien, zur (Erörterung der Sumungs- und der Reparalionsfrage, wenn ge- gocte Vorschläge gemacht werden.

Bei der Eröffnung der Pyrenäen-Tunnel» unten durch den König Alfons von Spanien und

N Präsidenten Doumergue von Frankreich Herz- che Begrüßungsansprachen auvgelauscht.

Zufolge der Ermordung General Obregons ist ie Garnison der Stadt Mexiko in höchste Alarm- ereitschaft versetzt. Ls wird angenommen, daß Prä- Mn Calle, weiter im Amte bleibt.

Der Gendarmenmörder Hein wurde gestern dm Schwurgericht in Koburg zweimal zum Tode «rurkeill.

Max Hölz wurde aus dem Zuchthaus enl- Hm.

Die elsässische Autonomisten, die anläßlich des ranzSsischen Nationalfeiertages begnadigt wurden, smi> aus der Haft entlassen worden.

Ma« G>SSz aus dem Zutbihaus eutSafseu

Sonneburg, 18. 3uli. Max Hölz ist heute ibenb 20 Uhr das Zuchthaus in Sonneburg ver- taffen und ist in Begleitung seines Verteidigers Jt. Apfel im Auto abgereist. Vor dem Zuchchaus litten sich zahlreiche Ortseinwohner eingefunden. iWdwelche politische Demonstrationen sind nicht gekommen.

lang mit der

Zusammen

g der ........ , , ,..,-

, ____,,e zu verzeichnen. So ist im Zuchthaus &aienburg der Hungerstreik der Gefangenen iM noch nicht beendet. Auch im Zuchthaus Mnau ist eine große Anzahl der Gefangenen in ^Wrstreik getreten. Der überwiegende Teil hat &j aber eines Besseren besonnen, und die Annahme v Nahrung nicht verweigert. Im Zuchthaus Sonneburg, in dem Hölz saß, waren erhebliche oNerigfeiten eingetreten. Dort hatten die Ge- wgenen unter Führung von Hölz eine Obstruktion Sröbt, die Internationale gesungen und ähnliches »ehr. Als die politischen Gefangenen auf Grund «er Amnestie zur Freilassung kommen sollten, wei- serten sie sich, ohne Hölz die Strafanstalt zu Der« Men. Infolgedessen mußten sie mit Gewalt auf Tragbahren aus dem Zuchchaus hinausgetragen »erden. Vor der Strafanstalt wurden sie von kom­munistischen Abgeordneten in Empfang genommen unb dann begannen wieder die kommunistischen Kampflieder. Schließlich zogen sie nach Küstrin. Der ijerienfenat des Reichsgerichts hat unter dem Vor­ab des Senatspräsidenten Arndts dem Haftunter- "rechungsantrag der Verteidigung des Hölz Rech- "ung getragen und beschlossen, den Verurteilten "hne Verzug mit Strafunterbrechung aus der Straf- Wall Sonneburg zu entlassen. Das eingeleitete Wiederaufnahmeverfahren geht unabhängig davon weiter.

Die ^tnsiÄEssevie frei dev Reichsbahn

, DasB. T." macht angesichts der sich häufenden Wren Eisenb cchnuNfälle den Vorschlag auf Bil­dung eines Untersuchn ngsa-usschusses für die Reich s-

Es heißt in dem Blatt:

Die Unfälle auf der Deutschen Reichseifenbahn haben sich so bedenklich gehäuft, daß die Reichs- Nierung sich entschlossen hat, gemeinsam mit der ^^waltung der Reichsbahn A.-G.Lie in Frage vmrnenden Verhältnisse vollständig zu klären", mo= ber Ton auf dem Wortevollständig" liegt. Wie ^er soll eine vollständige Klärung erzielt werden? Hie Reichsbaihn ist in einem gewissen Sinn Ange- Es ist die Einsetzung einer Untersuchungs- rWon vorzuschlagen, die die Betriebsunfälle er tieichseifenbahn und alle damit im Zufammen- ^ng stehenden Fragen objektiv zu prüfen hat und , E sich aus Männern von anerkanntem Rufe zu-

Es gibt in Deutschland Techniker, Fach- S des Eisenbahnwesens, Gewerkschaftler und UN- M.^ige Parlamentarier, deren Namen für eine ...W'che, unabhängige und überzeugende Durch- D, V dieser notwendigen Untersuchung bürgt.

-drert einer solchen Kommission liegt darin, daß m ^Esichen Gegensätzlichkeiten ausgefchisden x ® Ur die sachlichen Notwendigkeiten geprüft wer- jemand alber hat ein größeres Interesse an Elchen Untersuchung als die Reichsbahn selbst.

»?^""t an Ansehen, wenn chre Verwaltung hrobe dieser Untersuchung besteht.

«^"Germania" bemerkt zu dem Vorschlag d«s ' r : Untersuchungskommission«n haben im all- bei uns keinen guten Klang, weil ihre sinh an? mci^ viel zu theoretisch und langatmig $rar' r trotz aGebern; wenn Männer von der So* ^ve politische Voreingenommenheit der teim/^ ^u Grund gehen, um den Krauklheits- bnnl Arch wirklich geeignete Mittel zu betreiben,, bert^j _?er Gedanke einer solchen Kommisiioa nicht

Die Räumungs- und Repa- vationskvase im Llntevhans

London, 18. Juli. 3m Unterhaus stellte heute das Mitglied der Arbeiterpartei Wellock die Anfrage, ob die britische Regierung das vor kurzem gestellte Ersuchen des deutschen Reichskanzlers bezüglich der Rheinlandräumung erwogen habe und ob sie bereit sei, in wohl­wollender Erwägung dieses Ersuchen zu behandeln.

Chamberlain erwiderte, der deutsche Reichskanzler habe in seiner Reichstagsrede keine ausdrückliche Forderung bezüglich der Räumung des Rheinlandes gestellt, sondern lediglich der Ansicht Ausdruck verliehen, daß das besetzte Rheinland in Anbetracht der bestehenden Verhältnisse noch vor Ablauf des durch den Vertrag von Versailles festgesetzten Zeit­punktes geräumt werden sollte. Die britische Regierung stehe dieser Ansicht wohlwollend gegenüber, aber eine vorzeitige Räumung des Rheinlaades könne nur auf Grund einer be­sonderen Vereinbarung zwischen den Besatzungsmächten und Deutschland erfolgen, bei der neben den Besatzungsmächten auch andere Mächte befragt werden müßten. Die britische Regierung sei wenfalls bereit, etwaige Vorschläge von einer in dieser Frage stärker in­teressierten Seite in wohlwollende Lrwägungzu ziehen.

Wellock stellte sodann die weitere Frage, ob Chamberlain irge-ndwelche Initiative ergriffen habe in Anbetracht des Umstandes, daß Deutschland während der letzten drei Jahre sich mit zunehmen­der Entschiedenhkeit von allen militärischen Ten­denzen abgewendet und sogar im vergangenen Jahre Vorschläge für ein Rüstungsprogramm ab« gelehnt habe, zu besten Durchführung es auf Grund der Friedensverträge berechtigt gewesen wäre. Ehamberlain erwiderte: Es setzt mich stets in Ver­legenheit, wenn ich Fragen beantworten soll, Lie von so vielerlei Voraussetzungen ausgehen. Ich beschränke mich darauf, den Kern der Frage zu be­antworten.

Ich glaube nicht, daß ich zur Zeit mit irgend-

Der Abgeoroneie Weogewooo fragte an, oo ore ^Regierung bei Erwägung dieser Angelegenheit auch an die Mehrkosten denke, die das Verbleiben der britischen Truppen im Rheinland« verursache, und ob die Regierung mitteilen könne, auf wieviel sich diese Mehrkosten beliefen.

Chamberlain antwortete:Ja, diese Mehrkosten sind nicht der Rede wert."

Der Abgeordnete Kirkwood stellte die Frage: Ist der Staatssekretär des Meuteren nicht bereit, endlich die Rolle des Starken zu übernehmen, der sich seiner Stärke bewußt ist und es sich leisten kann, edelmütig zu sein? Ist es nicht für uns an der Zeit, der Welt unseren Friedenswillen zu beweisen, indem wir alle unsere Truppen vom Rhein zurück- ziehen.

Aein zum Lode veeurieitt

Die Vevteidrsnns lest Revision ein

Loburg, 18. Juli. Nach zweistündiger Beratung verkündete das Gericht im Hein- Prozeß gegen 8 Uhr folgendes Urteil:

Der Angeklagte wird wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode und wegen Totschlags, Totschlagsversuchs und Mordversuchs in je einem Fall zu zusammen 15 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Die Kosten des Verfahrens trägt der Verurteilte; die dem Verurteilten gehörenden Pistolen, Munition usw. werden eingezogen.

koburg, 18. Juli. Im Prozeß Hein wurde heute als erster Zeuge der Gendarmeriewacht- meister Georg Schmidt aus Untersiemau vernom­men, der seinen Zusammenstoß mit Hein schilderte. Bei der Schießerei wurde weder Hein noch Schmidt verletzt. Nach der Aussage des Zeugen Schmidt bestreitet der Angeklagte Hein, daß er den ersten Schuß abgegeben habe. Zeuge SchmDt bleibt aber dabei, daß

Hein zuerst geschosten

habe. Dann wird der Untersuchungsrichter, Land­gerichtsrat Pfißner-KoburA vernommen. Er gibt an, Hein sei immer ruhig gewesen und habe klare, bestimmte Angaben gemacht. Er habe nie gesagt, daß er sich an Einzelheiten nicht erinnern könne. Als Motiv erklärt Hein, in allen Fällen habe er nur die Hindernisse beseitigen wollen, die seiner Flucht entgegenstanden und habe sich keine Ge­danken über die Folgen gemacht. Hein habe auch nicht in Abrede gestellt, daß er die Absicht hatte, bei Verfolgungen von seiner Waffe Gebrauch zu machen. Vorsitzender zum Angeklagten:Sie haben doch die Pistolen zu dem Zwecke mitgeschleppt, unter allen Umständen ihre Freiheit zu retten." Angekl.:Ich hatte keine Gedanken für das, was ich mitführte.

Ich wußte bei den ganzen Verfolgungen nicht, was ich machen sollte."

Es folgte die Vernehmung des pfychiatvjchen Sach- oerftänirigen über den Geisteszustand des Ange­klagten Hein. Medizinalrat Dr. Hartig-Kodurg führt aus:Hein war arbeitsfam und allgemein beliebt Sobald Lärm in Jena erschien, änderte

Sch das nanae Wesen des Heia. Lärm ist affekt-

Chamberlain erwiderte:Ich habe bereits ge­sagt, daß ich es zur Zeit nicht für zweckmäßig er­achtet, eine Initiative zu ergreifen. Die Zurück­ziehung der britischen Truppen allein würde die Frage der Rheinlandräumuna weder lösen noch sie seiner Lösqng näher bringen."

Im weiteren Verlaufe der Unterhaussitzung wurde an die Regierung die Frage gerichtet, ob in Anbetracht der kürzlichen Erklärungen des Re- paratronsagenten und des deutschen Reichskanzlers irgendwelche Schritt« unternommen worden seien, um eine Konferenz der beteiligten Mächte zur end­gültigen Regelung der deutschen Reparationsver­pflichtungen herbeizuführen.

Churchill erwiderte, die Regierung habe mit

Sie fei selbstverständlich bereit, jeden Vorschlag zur Regelung der deutschen Reparationen, der ihr unterbreitet werde, mit größter Aufmerk­samkeit M prüfen, vorausgesetzt, daß derartige Vorschläge so geifalten seien, daß sie die Rechte und Interessen des bri­tischen Reiches sicherstellten und sich mit den Richt­linien der britischen Politik im Einklang befänden. Soweit erwisse, feien bisher in dieser Frage noch keine konkreten Vorschläge irgendwelcher Art formu­liert worden, und er glaube nicht, daß es für die britische Regierung möglich oder ratsam sei, von sich aus in dieser Sache irgend etwas zu unter­nehmen.

labil. Er ist ein fanatischer Haffer der Polizei. Es ist möglich, daß er auf Hein einen unheilvollen Ein­fluß ausgeübt hat. Hein ist leidenschaftlicher Sport­liebhaber, kein Trinker und kein Raucher. Er hat sich vom Lärm beeinflussen lassen. Hein hat mir gesagt, so fährt der Sachverständig fort,daß er bittere Reu« über seine Taten empfinde. Ein krank­hafter Affekt liegt bei Hein nicht vor. Ich schließe bei Hein Geisteskrankheit, krankhafte Affekte uni) Haftpsychose aus.

Ich schließe die Voraussetzungen des § 51 in vollem Umfange aus.

In der N a ch m i t t a g s s i tz u n g des Hein- Prozesses begründete Staatsanwalt Dr. Leimer in längeren Ausführungen den Strafantrag. Die sozialen Verhältnisse, so führte der Staatsanwalt u. a. aus, unter denen Hein heran wuchs, könnten nicht zur Erklärung feiner Taten herangezogen werden. Man könne auch nicht sagen, daß das Ver­halten der Polizeiorgane ihn zu seinen Taten ge­trieben habe. Harmloser und argloser könne keiner von der Polizei angegriffen werden, als Hein von der Jenaer und noch mehr von der Plauener Poli­zei. Sicher sei, daß

Hein durch Lärm verdorben worden ist, jedoch sei die Beeinflussung durch Lärm nicht so stark gewesen, daß man sagen könnte, Hein habe Menschen umgebracht, weil èr einmal vorher unter dem Einfluß Lärms gestanden habe. Notwehr komme nicht in Frage: auch ein Vergehen gegen § 214 StGB, sei ausgeschlossen, da Hem nicht auf frischer Tat verfolgt wurde. Von Totschlag könne gleichfalls keine Rede sein. Lediglich vorsätzliche

(Fortsetzung auf Seite Lj

Mexikanisches Ende eiuev mexikanischen Laufbahn

Wer war General Obregon?

In Mexiko an hervorragender Stelle zu stehen und eines natürlichen Todes zu sterben, gehört zu den größten Seltenheiten. Die Kugel sitzt dort locker im Lauf und politische Morde sind an der Tagesordnung. Auch der jetzt einem scheußlichen Attentat zum Opfer ge­fallene General Alvaro Obregon wurde Präsi­dent nur um den Preis des Todes seines Vor­gängers. Obregon, der tüchtigste General Mexikos der letzten Zeit und schon mit 35 Jahren einer der mächtigsten Männer in Mexiko überhaupt, hatte nämlich durch seine entscheidenden Siege den Bruderkämpfen in Mexiko ein Ende gemacht und hatte 1917 Carranza zur Präsidentschaft verholfen. Als dessen Präsidentschastszeit ihrem Ende sich zu- neiate und die Nachfolgeschaft brennend war, entschied sich Carranza, der doch seine Präsi­dentschaft dem General Obregon verdankte, für einen anderen General. Nämlich für Bonillas, der ganz unter dem Einflüsse Carranzas stand. Obregon war aber nicht der Mann, der sich kampflos fügte, er bot seine Truppen gegen Carranza auf und nach wenigen Wochen mußte Carranza, aufs Haupt geschlagen, fliehen. Auf der Flucht wurde Carranza von seinen eigenen Leuten ermordet. So ist es ein tragisches Geschick, daß Obregon seine Prä­sidentenlaufbahn begann mit dem gewalt­samen Tode seines Vorgängers, an dem er zwar unschuldig war und daß er kurz vor seiner zweiten Präsidentschaft dasselbe Schick­sal erleiden mußte. Ein wahrhaft mexikanisches Schicksal.

gie ausgestattet, die die spanischen Eft an­derer auszeichnet, konnte er sich schon mit jun­gen Jahren militärische Lorbeeren erwerben. Er war der Typ des Heerführers, der für Mexiko wie geschaffen war. Kein Theoretiker, sondern aufgewachsen in der rauhen Luft mexikanischer Bandenkriege, war er immer in der vordersten Linie, wenn es einen Kampf auszufechten gab. So konnte es feiner Popu­larität nur nützen, daß er in der Schlacht bei Celaya seinen Arm verlor. Seitdem hieß er der Held von Celaya und der Stumpf des Armes wird wie eine hellige Reliquie aufbe­wahrt. Durch die Feldzüge der Jahre 1914 bis 1917 gelang es Obregon die in mehrere Gene­ralsherrschaften zersplitterten Teile Mexikos zu­sammenzufasten und Carranza zur Präsident­schaft zu verhelfen. Nach der Ermordung Car­ranzas gelangte Obregon zu seiner ersten Prä­sidentschaft, die nun die letzte sein sollte.

Während seiner ersten Präsidentschaft 19201924 hatte Obregon einen schweren Kampf gegen seinen Minister de la Huerta zu führen, der sich gegen ihn empörte. Es war eine schwere Revolution, die im Spätjahr 1923 ausbrach und im März 1924 noch nicht völlig niedergeschlagen war. 17 von 28 Staaten er­klärten sich sofort für die Rebellen und auf beiden Steiten floß nicht nur reichlich Blut, sondern auch petroleumgetränkte Gelder. Die Soldaten und aufständigen Banden hätten ebensogut wiehie Obregon",-hie de la Huerta" rufen könnenhie Standard Oil, hie Royal Shell". Nach schweren Kämpfen gelang es Obregon doch, des Aufstandes. Herr zu wer­den und es geschah ein Wunder, wenigstens für Mexiko: Ein Präsident konnte seine Prä­sidentschaftszeit in normaler Weise zu Ende bringen. Als feinen Nachfolger bezeichnete Obregon den General Plutarch Elias Calles, mit dem er befreundet war. Bekanntlich be­fiehlt das Gestz in Mexiko, daß ein Präsident nicht zweimal hintereinander gewählt werden darf. Ob Obregon Calles nur als seinen Platzhalter betrachtet hat, oder ob er eine starke Hand für Mexiko wünschte, das wird wohl nie eindeutig festzustellen sein. Sicher ist nur, daß unter Calles der Kulturkampf zwi­schen Kirche und Staat krasse Formen an­nahm, der das Land nicht zur Ruhe kommen ließ. Die Kirche wurde durch die 1917 ange­ordnete Durchführung der Trennung von Kirche und Staat wichtiger Rechte und Güter beraubt. Calles, der im Gegensatz zu Obregon doktrinär veranlagt ist, sah seine Aufgabe da­rin, den Einfluß der katholischen Kirche immer mehr zurückzudrängen. Gleichzeitig aber kämpfte er auch gegen den überragenden Ein­fluß Nordamerikas, was ihn sicherlich in Was-

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Die benüse Nummer umfaßt 10 Sette«