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Das Ue«Ee.

Einem Finischen Flugzeug gelang es Sora von Dorgen zu retten.

Ein bulgarischer Mazedonier schoß am Frei­tag im jugoslawischen Innenministerium den Kektionsches Lazilsch nieder und richtete dann die Masse gegen sich selbst.

Das Reichskabinell befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Verfassungs- und Ver- ivallungs-Reform. Im September soll der Ver- sassungs-Reform-Ausschuh einberufen werden.

Der Reichstag nahm am Freitag die Am- neslievorlage an und ging darauf in die Sommer- fetien. Auch der Reichsrat hat die Vorlage ein­stimmig angenommen.

Die RsiirmDsMOeßistt wieder ee-olseeich

Auch Gora und von Dongen geveitet

Rom, 14. Juli. DieCilka di INilano" teilt durch Aunkspruch mit, daß der Haupt­mann der Alpenjäger Sora und der norwegische Hundenschlittenführer van Bonge» von einem finnischen Flugzeug, das von 2 schwedi scheu Flugzeugen begleitet war, geborgen und an Bord derCilla di Milano" gebracht worden sind. Der EisbrecherKrassin" meldet, daß Mariano an Fieber und großer Erschöpfung leidet.

Re SeVfaffttnss- rmd Bev- wattMWsrrefsvm vov dem Rekthskabtnett

Bertin, 13. Juli. Das Reichskabinett befaßte sich heute in eingehender Aussprache mit der Ver- slissungs- und Verwaltungsreform. Auf der Grund­lage der Beschlüsse der Länderkonferenz bestimmte die Reichsregierung den Reichsminister des Innern als diejenige Stelle, die zur Herbeiführung von Vereinbarungen über das Äufgehen kleinerer Län­der in .Nachbarländer sowie für die Auflösung von Enklaven und Exklaven in enger Fühlungnahme mit den Ländern anregend, vermittelnd und auf ilnruf. ber Beteiligten als Schiedsinstanz zuständig sein soll. Da die Berichte der vom Verfassung,s- resormausschuß der Länderkonferenz bestellten /Be­richterstatter bereits vorliegen bzw. demnächst ein- zehen werden, hat die Reichsregierung die Ekn- krufung dieses Ausschusses für etwa Ende. Sep­tember d. J. in Aussicht genommen. Die Beratun­gen des Kabinetts erstreckten sichstodann auf eine Anzahl damit zusammenhängender Einzelfragen, und auch hier kam das Kabinett, zu der einmütigen Mästung von der Notwendigkeit her Förderung M Reichsreform.

Nie NvSttst. Krvsfühvuttgs- beMmmsZnsett Zum AmrrsMegese^

Berlin, 13. Juli. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Justiz- winifter zu dem soeben vom Reichstage beschlosse­nen Gesetz über Straffreiheit die Ausführungsbe- Mmungen erlassen. Um die schleunige Durchfüh­rung des Gesetzes nach dessen Verkündung zu ge= mahrleisten, haben die Strafverfolgungs- und die Strafvollstreckungsbehörden schon jetzt unverzüglich zu prüfen, welche Verfahren unter den Straferlaß, tue Einstellung und die Strafmilderung fallen. So- weit das Gesetz den Erlaß der noch nicht verbüßten Grafen sowie der rückständigen Strafen und âhen ausspricht, ist von jetzt ab von Voll- '"kckungshandlungen abzusehen. Zahlungsaufforde­rungen sind nicht mehr zu erlassen. Die Voll- ureckungsbehörden haben die Vollstreckung in der ^wüßung begriffener Freiheitsstrafen, so lange ei nach den Vorschriften dieses Erlasses zweifellos ^msten oder im Falle der Milderung gemäß § 5 7 unter Berücksichtigung der im Absatz 3 daselbst ""rgesehenen Anrechnung verbüßt sind, sofort SU unterbrechen. Soweit Verfahren anhängig sind, mi nach dem Gesetz einzustellen sind, ist die 21uf= »ng im anstehenden Termin zu beantragen.

... Bei dem Verfahren auf Feststellung und Durch- Mung des Straferlasses, der Einstellung und der pafmüberung nach dem Inkrafttreten des Ge- Ms ist auf Beschleunigung der Prüfung und . "Hsührung besonders Bedacht zu nehmen. Die 1" 8 7 Satz 1 ungeordnete Tilgung des Strafver- erkes haben die Strafvollstreckungsbehörden milchzeitig mit der Feststellung des Straferlasses § 8 des Gesetzes vom 9. April 1920 herbei- zufuhren.

®*âen den Ältzrionomrsmus im «atz

Die Alessandri-Gruppe gefunden.

Moskau, 13. Juli. Einer Meldung der Tele- graphenagenkur der Sowjetunion zufolge ist nach den letzten Nachrichten der Standort der Alessandri- Gruppe, die mit dem Ballonkörper derItalia" ab­getrieben war, 80 Grad 45 Minuten nördlicher Breite und 30 Grad 31 Minuten östlicher Länge. Das Hilfskomitee hält die Vermutung Ranfens für wahrscheinlich, daß Amundsen die Alessandri-Gruppe erreicht Hal und sich bei ihr befindet.

Danktelegramm Mussolinis an den Kommandanten derKrassin".

Rom, 13. Juli. Mussolini hat an Samoilo- witsch, den Kommandanten des Eisbrechers Krassin", den folgenden Funkspruch gesandt:Sie haben ein Werk vollführt, das in der Geschichte der arktischen Expeditionen und in best Zeugnissen dieser Menschheit fortleben wird? Ich danke Ihnen im Namen der Italienxr und 'bitte Sie, diesen Dank auch allen Ihren Mitarbeiterst'auszurichten".

Ministerpräsident Mowinckel über die Vorgänge _________ ___________ M der Arktis.

Oslo, 13. Juli. Ministe^>räsidenk Mowinckel erklärte einem Vertreter der FettungDagbladet", der ihn nach seiner Ansicht über die Tragödie der Polarerpedition Robiles fragte:Ich bewundere die Tapferkeit, mit der Angehörige der verschiedenen Rationen bei dem Rettungswerk helfen, und beklage den Tod Malmgreens, der in Rorwegen sehr be­kannt, beliebt und populär war. Die Well wartet mit Ungeduld und Besorgnis aus den Bericht, der uns über das Drama derItalia" aufklären soll, aber sie darf nicht überstürzt urteilen. Die bisheri­gen Berichte Robiles find wenig klar gewesen, aber man soll nicht einen Mann angreifen, über den großes Unglück und Trauer hereingebrochen sind. Rovile und feine Expedition werden sich ebenso wie andere ähnliche Unternehmungen eine gründliche, aber sachliche Untersuchung gefallen lassen müssen.

Heimbeförderung der Leiche Malmgreens.

Stockholm, 13. Juli. Der schwedische Kriegs­minister hat Hauptmann Tornberg telegraphisch be­auftragt, die Leiche Malmgreens aujtzufuchen und heimzubefördern.

Dank der schwedischen Regierung an die Sowjet- Union.

Moskau, 13. Juli. Der schwedische Gesandte v. Heidenstam überreichte dem Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Tschitscherin eine Note, in der die schwedische Regierung der Sowjetregir rung für die heldenhaften Bemühungen der B satzung des EisbrechersKrassin" um die Errettung Malmgreens dankte. In einer Antwortnote spricht Tschitscherin der schwedischen Regierung das Beileid der Sowjetunion anläßlich des tragischen Todes Malmgreens aus.

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Das Flugzeug Lundbergs geborgen.

Berlin, 13. Juli. Außer der Viglieri-Gruppe der Jtalia"-Mannschaft hat der EisbrecherKrassin" auch das beschädigte Flugzeug des schwedischen Pi­loten Lundborg an Bord genommen. Lundborg hatte bekanntlich, nachdem er Nobile in Sicherheit gebracht hatte, bei einem zweiten Landungsversuch Bruch gemacht.

Die Rettungsaktion derKrassin".

Moskau, 13. Juli. Telegraphenagentur der Sow­jetunion. Vom EisbrecherKrassin" liegen keine neuen Nachrichten vor. Voraussichtlich wird heute .iMst.^ ruiiW ââ Achuchnowsk; an Bord genommen werden.

Moskau, 13. Just. Die geretteten Italiener schilderten dem Vertreter der Telegraphenagentur der Sowjetunion an Bord desKrassin", sie hätten den Eisbrecher zunächst in einer Entfernung von 13 Kilometern bemerkt und sich beruhigt, als sie den direkten Kurs des Eisbrechers auf ihren Stand­ort wahrnahmen. Von derJtalia"-Gondel sind lediglich klägliche Trümmer übriggeblieben.

Dank Mussolinis an die Sowjetregierung.

Rom, 13. Juli. Mussolini hat heute vormittag den Unterstaatssekretär im Ministerium für Aus­wärtige Angelegenheiten Grandi beauftragt, sich nach der Botschaft der Sowjetunion zu begeben, um der Regierung der Sowjetunion durch Ver­mittlung ihres Botschafters die Gefühle der tiefen Dankbarkeit der italienischen Regierung und des italienischen Volkes für das hochherzige und helden­hafte Werk, das dieKrassin"-Expedition zur Ret­tung der Schiffbrüchigen derItalia" durchgeführt hat, zu übermitteln.

Dev Reèchsèas nimmt die Amneftievortage an

Letzte Sitzung vov der» Steden - Vevtasuus des Navlameests bis zum Novemvee

Die kurze Sommertagung des Reichstages ist beendet. Viele Abgeordnete mögen sich bereits zum Freitag mittag ihre Zugplätze haben reservieren lassen in der stillen Hoffnung, daß die letzte Reichs­tagssitzung kurz und schmerzlos vorübergehen werde, zumal sich über die Amnestievorlage die Parteien bereits einig waren. Aber wieder einmal

kam es anders. Zunächst glaubten die verschiedenen Spezialreferenten der einzelnen Parteien, zu den verschiedensten Punkten der Tagesordnung ein­gehend Stellung nehmen zu müssen. So ent­spannen sich langatmige Debatten über ein Gesetz, das die ausländischen Arbeiter den einheimischen zleichstellt, eine weitere Debatte über einen volts­parteilichen Antrag, der die Einsetzung eines Aus- Ichusses zur Abwicklung des landwirtschaftlichen Notprogramms fordert. Schließlich rief noch eine Vorlage, die sich mit den Gerichtsvollziehergebühren befaßt, einige Unentwegte an das Rednerpult. Ganz schlimm wurde es, als vom Zsntruni ein Ausichuß zur Liquidierung der Arbeiten der Unter­suchungsausschüsse über die Kriegsursachen gefor­dert wurde. Erst in den Nachmittagsstunden kam man an das Thema des Tages, die Amne^cevor- lage, heran. Reichsjustizminister Koch nahm zuerst das Wort. Ihm folgte der Abg. Everling, der noch einmal eine endgültige Amnestie verlangte, aber hinzufügte, daß seine Fraktion der Kompromißvor- lage zustimmen werde. Nach heftigen Auseinander­setzungen zwischen Sozialdemokraten und Kommu­nisten, die in Lärmszenen ausarteten, so daß die Sitzung unterbrochen werden mußte, war das Haus schließlich so weit, um an die Abstimmungen Heran­gehen zu können. Alle Abänderungsanträge wur­den abgelehnt, die Vorlage dagegen mit fast allen Stimmen angenommen, so daß die qualifizierte Mehrheit erreicht ist, die Länder also gezwungen 'm ; "": Agitation, Die weder im reitgio|en noa, sind, sich der Amnestie anzuschließen. Damit war Star i,"ersten Interesse des Elsaß liege, sondern die Tagesordnung erschöpft, und das Haus konnte Lum.^. Deutschen Materialismus aujstachele, müße I seine Sommerferieu antreten, aus benen «es «tt

»Meißen gebracht perbm. ........im Herbst -ucückLehves nwb.

rirhP?ns 13- Juli. Wie Havas aus Straßburg be- itoh L hat eine Gruppe elsässischer Patrioten, be- ?"" aus Vertretern aller Glaubensbekenntnisse rein Q -H sozialen Schichten, eine, wie es heißt, i PriDa*e Initiative ergriffen, einen Fonds zu N ^U' um durch Maueranschläge die elsässische tofo-u un9 Zu beruhigen. Das erste dieser Pla- l" gestern in 700 Gemeinden im Elsaß ange- worden. In diesem Plakat wird auf die .waten hingewiesen, die Frankreich dem Elsaß zugute kommen lassen, und auf das Versprechen ^.^"" Regierungserklärung, das alte Religions- h)jif «chulregime ausrechtzuerhalten. Nunmehr J? Elsaß, daß nichts zu befürchten sei. Die ^,, ^wnomismus predigten, spekulierten auf die nf,ri. Renheit Frankreichs und auf das Heimweh iün Deutschland. Diese autonomistische Agitation ,^i°°w Elsaß ein ungeheures Unrecht zu, da sie [^2)en den Elsässern und der anderen französi- ML.- Bevölkerung Meinungsverschiedenheiten bsiiL,U^ *n Deutschland in gewissen Kreisen die im'11^ auf eine Rückkehr des Elsaß zum Reiche 'm 1 ,n^'E Agitation, die weder im religiösen noch

Sitzungsbericht.

Berlin, 13. Juli. Vor Eintritt in die Tagesord­nung teilt Präsident Loebe mit, daß sich ein Aus­schuß für Leibesübungen gebildet und den Abg. Schreck (Söz.) zum Vorsitzenden gewählt hat. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung der Vorlage, durch die in dem Gesetz über Einstellung des Personalabbaus die Frist zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Wartestandsbeamten bis zum 31. Januar 1929 verlängert werden soll. Mi- nisterialdirektor Dr. Lotholz erklärt, das vorberei­tete Gesetz über die Anrechnung der Wartestands­zeit auf das Pensionsdienstalter werde rückwir­kende Kraft bis April 1926 haben. Die Vorlage

wird in dritter Lesung angenommen.

Es folgt die erste Beratung der

Novelle zur Unfallversicherung.

Dadurch sollen in die Unfallversicherung

einge- Perfo-

schlossen werden der Feuerwehrdienst, das nal der Krankenhäuser und Pfleqeanstalten, natur­wissenschaftliche und technische Laboratorien, der Betrieb der Schauspielunternehmungen, der Schau­stellungen und Lichtspielbetriebe. Ein Regierungs­vertreter erklärt, das Arbeitsministerium werde noch in der Sommerpause eine Denkschrift über den Ausbau der Unfallversicherung herausgeben. Die Vorlage über die Ausdehnung der Unfallver­sicherung wird dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Das internationale Abkommen über die Gleichbehandlung einheimischer und ausländi­scher Arbeitnehmer bei der Unfallentschädigung wird in allen drei Lesungen angenommen.

Zur Beratung kommen hierauf die

Anträge der Deutschen Volksparlei, des Zen­trums und der Bayerischen Volksparlei über die Durchführung des landwirtschaftlichen

Rokprogramms.

Ein Antrag Stegerwald (Ztr.), Leicht (Baq. Vpt.),

I Die Schmach von Bozen ---und der Aufschrei vom Jselberg.

Südtirol ist wieder an der Tagesordnung. Ist es ein Zufall, daß eine Reihe von bezeich­nenden Ereignissen zu genau gleicher Zeit an verschiedenen Orten stattgesunden hat, Ereig­nisse, die alle sich auf ein und dasselbe bezie­hen? Auf die Frage Südtirols im Rahmen eines noch breiteren Fragenkomplexes: des Problems des bedrängten Deutschtums im Auslande. Diese Ereignisse sind: die neue Zu­spitzung der italienisch-österreichischen Be­ziehungen und die damit zusammenhängende Seipelkrise in Wien, dann die Enthüllung des Siegesdenkmals in Bozen, ferner die Tiroler Gegendemostration aus dem Isel-Berg, endlich das Sängerbundfest in Wien und die Schika­nierung der deutschen Sänger aus Polen und der Tschechoslowakei durch die betreffenden Regierungen. All diese Tatsachen wiesen aus ein und dasselbe hin, auf die tiefe und schmerz­liche Wunde, die in Mitteleuropa offen ist und an der der ganze europäische Kontinent eines Tages verbluten könnte.

Die Tiroldebatte bildet den Nachklang des großen Konfliktes, der vor wenigen Monaten zwischen Rom und Wien wegen der Auf­rollung des ganzen Problems vor dem Wiener Nationalrat stattgefunden hat. Der damalige Konflikt führte bekanntlich zu der Abreise des italienischen Gesandten in Wien nach Rom, also praktisch zu einem Abbruch der diploma­tischen Beziehungen der beiden Nachbarländer. Erst jetzt, nach längeren Verhandlungen, ist die volle Aufnahme der diplomatischen Bezie­hungen mietet, erjgigi und HtzLâütMche Ce- sandte ist wieder nach Wien zurllckgerehrt. Der Bundeskanzler Dr. Seipel hat nämlich eine Erklärung abgegeben, die Italien völlig zu­friedengestellt hat und in dieser Erklärung heißt es, Südtirol stelle für Oesterreich lediglich eine kulturelle Frage dar, und er, Seipel, habe nie daran gedacht, sich in die italienische In­nenpolitik zu mischen. Diese Erklärung Sei­pels, die in der Form eines persönlichen Tele­gramms an Mussolini abgefaßt war, wurde nun von der offiziösen italienischen Agentur Stefani veröffentlicht und als entscheidender Sieg Mussolinis und als völlige Unterwerfung Oesterreichs dargestellt. Nun brach in Wien der Sturm los. Der Bundeskanzler Seipel war schon während der Südtiroler Spannung heftigen Vorwürfen aus Deutsch-Tirol seitens der Opposition im Nationalrat ausgesetzt. Man bemängelte eben seine Nachgiebigkeit in der Südtiroler Frage und warf ihm die Freigabe deutscher Interessen an Italien vor. Jetzt nach der einseitigen Veröffentlichung des Noten­wechsels zwischen Seipel und Mussolini und der offiziellenBeilegung" des Südtiroler Streites durch das Entgegenkommen Seipels, spielten sich im österreichischen Nationalrat so heftige Szenen ab, daß es so aussah, als ob der Sturz der Regierung bevorstehe. Bei ge­schlossenen Türen mußte Seipel in einer ge­heimen Sitzung deL Hauptausschusses des Na­tionalrates sich rechtfertigen. Er erklärte, daß er eine entsprechende Gegenleistung Musso­linis erwarte und zurücktreten würde, falls diese Gegenleistung bis zum Herbst nicht er­folge. Wie soll aber diese Gegenleistung Musso­linis aussehen? Soll es eine Aenderung der Politik in faszistischen Italien sein, etwa in der Form einer kulturellen Autonomie, Eindäm­mung der Jtalianisierung und Gewährung einer verwaltungstechnischen Selbständigkeit? Sind irgendwelche Anzeichen dafür vorhan­den, daß der Bundeskanzler Seipel in seinem Vertrauen in Mussolini nicht geräuscht wird? Die Antwort kann nur eine sehr eindeutige sein: diese Chancen sind weniger als gering.

Sofort nach der Veröffentlichung der Mel­dung durch die Agentur Stefani hat die ge­samte italienische Presse triumphierend pro­klamiert, daß die Südtiroler Frage aus der Welt geschaffen sei und daß Wien dies zuge­geben hat. Und nun reist der italienische König mit seinem ganzen Hof und eine Reihe von angesehenen Persönlichkeiten nach Bozen, um dort mit äußerstem Pomp das ' berüchtigte Siegesdenkmal zu ent- hü,en. Die Angelegenheit wird so aufgemacht, daß jeder deutschfühlende Tiroler sich provo­ziert fühlen muß. Die Reden, die bei der Denk­malsenthüllung gehalten, wurden, vor allen Dingen die Rede des Musfolini-Mmisters

verlangt eine Nachprüfung der Richtlinien für d e s'------

Verwendung von Reichsmitteln zur Förderung der.,

landwirtjchaftlichen Genossenschaften. Bis zum Ab-t VtS VkUtkSe «NMMev KMs«K»