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Srettas ^W
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de« 13, LM
1628
Dss Hettettt.
— Dem russischen Eisbrecher „Krassin" gelang es, die Malmgreen-Gruppe und Diglierl-Gruppe zu retten. Malmgreen selbst war leider schon gestorben.
— 3n der deutschen Antwortnote auf den amerikanischen Antikriegspaklvorschlag wird die Uebereinstimmung der beiderseitigen Auffassung zum Ausdruck gebracht. Deutschland ist bereit, den Pakt in der jetzt vorgeschlagenen Form zu unterzeichnen.
— Die Steuersenkung wurde im Reichstag mit 210 gegen 188 Stimmen angenommen. Der Reichs- ral wird heute darüber beschließen.
— Reichsinnenminister Severing sprach im Reichsrat über die Frage der Reichsgliederung und Rationalisierung der Verwaltung.
Gishrechev J^ofOn* rettet die Digtteri- und Matmsreen- Gruppe
Kach 41 Tsse« gerettet - Malmsveen srftovbs«
Rom, 13. Juli. Rach einem Funkfpru ch der „Eilla di Milano" hak der russische Eisbrecher die Gruppe Diglieri am Donnerstag 9 Uhr an Bord genommen.
habe. Die Länder und Gemeinden könnten aus der Annahme des Entwurfes unmöglich die Berechtigung zur Erhöhung ihrer Steuern und Gebühren herleiten, denn sie hätten mit der lex Brüning rechnen müssen. Es wäre eine gute Wirkung der Vorlage, wenn sie die Länder und Gemeinden hindern würde, wieder über
ihre Verhältnisse zu leben.
Abg. v. Sybel (Chr.-Nat. Bauernp.) spricht gegen die Vorlage, während Abg. Stöhr (Nat.- Soz.) der Vorlage zustimmt.
Damit schließt die Aussprache. Der Antrag, die Erledigung der Vorlage bis zum Herbst zu vertagen, wird a b g e l e h n t. Der kommunistische Antrag auf stärkere Erhöhung des steuerfreien stenzminimums wird in namentlii' "
Exi-
pie AeuiMe MiiwovLnoLe W de« amsâ VoiMafiers
Vorbehalten« Zustimmung.
Berlin, 12. Juli. Die deutsche Antwort auf die amerikanische Roke vom 23. Juni betreffend den Kriegsächtungspakt hak folgenden Wortlaut:
Berlin, den 11. Juli 1928. Herr Botschafter!
Eurer Exzellenz bestätige ich den Empfang der Role vom 23. Juni d. J. über den Abschluß eines internationalen Paktes zur Aechlung des Krieges und beehre mich, darauf im Auftrage der deutschen Regierung folgendes zu erwidern:
Die deutsche Regierung hat die Ausführungen der Rote und den ihr beigefügten revidierten Entwurf des Paktes mit größter Sorgfalt geprüft. Sie mit Genugtuung fest, daß der in der Rote bar- gelegte Standpunkt der Regierung der Vereinigten Nagten von Amerika der grundsätzlichen deutschen llufsassuna entspricht, wie sie in der Rote vom 27. «prU d. J. mikgeleill wurde. Auch mit den Aende-
Zungen in der Präambel des Entwurfs des Paktes sl die deutsche Regierung einverstanden. Sie freut ich daher, erklären zu können, daß sie von den in der Rote Eurer Exzellenz vom 23. Juni enthalten Darlegungen der Regierung der Vereinigten Noten von Amerika Akk nimmt, daß sie der Äus- icgmig zuskimmt, die darin den Bestimmungen des n Aussicht genommenen Paktes gegeben wird und )an sie demgemäß bereit ist, diesen Pakt in der jetzt "orgeschlogenen Form zu unterzeichnen.
Genehmigen Sie, Herr Botschafter, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung.
Paktes gegeben wird und ist, diesen Pakt in der jetzt
gez.: Schubert.
London, 12. Juli. Wie aus Moskau gemeldet wird, hak der Eisbrecher „Krassin" Heuke früh 6.40 Uhr die gestern von dem Flieger Tschuchnowfki entdeckte Gruppe Malmgreen an Bord genommen. Iappi befindet sich wohl, während Mariano die Füße erfroren hat. Malmgreen ist bereits vor einem Monat gestorben; seine Leiche wurde vom „Krassin" geborgen. Die Gruppe hat ungeheure Entbehrungen aushalten müssen, da sie ungenügend ausgerüstet war und nicht einmal geeignetes Schuhwerk und Feuerwaffen besaß. Sie war bereits 41 Tage auf dem Eise unterwegs und hatte nur 50 Kilogramm Lebensmiltelkonserven bei sich.
Malmgreen erfroren.
Der „Lok.-Anz." meldet aus Virgobuy: Die beiden Ueberlebenden der Makmgreen-Gruppe Mariano und 3appi erklären, daß Malmgreen am 15. Juni erfroren sei. Beim Niedergänge der „Italia" auf das Eis hätte er sich bereits eine Hand gebrochen gehabt. Bald darauf seien ihm beide Beine erfroren. Er sei auf feinen ausdrücklichen Wunsch in der Nähe der Brooks-Insel zurückgelassen worden, als Mariano und Zappi ihren Weg fortgesetzt hätten. Später seien sie dann wieder zu ihnr zurückgekehrt, da das Mene Wasser ihnen das Erreichen des Festlandes unmöglich machte. Beide erklären weiter, daß sie dem Wahnsinn nahe gewesen seien, und daß sie höchstens noch drei Tage ausgehalten hätten. Während ihres Marsches hätten sie nicht weniger als acht Flugzeuge bemerkt, die ihnen jedoch nicht so nahe gekommen seien, daß sie von ihnen bemerkt werden konnten. Sie seien überglücklich gewesen, als endlich Tschuchnowfki durch das Umkreisen angedeutet Hütte, daß er sie gesehen habe. Dann seien sie von der Zuversicht erfüllt gewesen, daß sie gerettet würden.
Flieger Tschuchnowski selbst in Rok.
Mailand, 12. Juli. Ueber die Auffindung der Gruppe Malmgreen-Mariano-Zappi durch den russischen Flieger Tschuchnowski 20 Meilen östlich des „Krassin" erhält der „Carriere della Sera" von sei-
nem Sonderberichterstatter an Bord des russischen Eisbrechers nähere Einzelheiten. Tschuchnowski ist mit seinem dreimotorigen Junker-Flugzeug in Begleitung eines zweiten Piloten, eines Mechanikers, eines Funkers und Filmoperateurs bis zur Insel Groß Dorgebrungen, aber auf dem Rückweg von dichtem Nebel überrascht worden, der die Flieger verhinderte, den „Krassin" wieder auszusinden.
Rach vergeblichem Suchen wandten sich die Flieger der Küste des Rordostlandes zu und landeten aus dem Eise beim Kap Wrede, südwestlich des Kaps Platen. Bei der Landung wurden die Schneekufen des Flugzeugs beschädigt, so daß an einen Aufftieg nicht mehr zu denken war.
Die Flieger haben außer ihrer Ausrüstung für 15 Tage Lebensmittel bei sich und können außerdem beim Kap Platen ein Lebensmittellager finden, das Hauptmann Sova angelegt hat.
Flieger Tschuchnowfki hat die Besatzung des „Krassin" durch Funkspruch ersucht, zunächst die Gruppe Malmgreen wegen ihrer schwierigen Lage zu retten und dann ihn selber aufzunehmen, damit er die bei der Landung beschädigten Teile seines Flugzeuges auswechseln könne.
Eine Rachrichk von der Sora-Expedition.
Kingsbay, 12. Juli. Infolge Nebels, Regens und Nischen Note die ganz präzise Frage gestellt worden, lich, aufzusteigen. Wie berichtet, hatte das Ausbleiben jeglicher Nachricht von der von dem italienischen Hauptmann Sora geführten Hilfsexpedition Anlaß zur Besorgnis gegeben. Jetzt wird gemeldet, daß der dänische Ingenieur Varming, der ein Mitglied der Sora-Expedition ist, von dieser am Kap Pruun mit einem Schlitten und einem Hundegespann zurückgelassen wurde. Es heißt, daß Varming unterwegs erkrankte, doch legt man hier seiner Erkrankung keine ernste Bedeutung bei, ba seine beiden Begleiter Sora und der Holländer van Dongen ihn sonst wohl kaum im Stich gelassen und ihren Marsch fortgesetzt hätten.
Abstimmung mit 343 gegen 59 Stimmen der Kommunisten und Nationalsozialisten abgelehnt. Im Hammelsprung wird § 1 des vom Ausschuß angenommenen Steuersenkungsentwurfes mit 203 gegen 187 Stimmen angenommen. Dafür haben neben den Sozialdemokraten, Demokraten, dem Zentrum und den Nationalsozialisten auch einige Abgeordnete der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen Volkspartei gestimmt. Auch die übrigen Bestimmungen des Entwurfes werden in zweiter Be-
ratung angenommen.
In der dann folgenden dritten Beratung verliest Abg. Dr. Neubauer (Kom.) eine Erklärung des Inhalts, daß die kommunistische Fraktion in dem vorliegenden Entwurf ein Betrugsmanöver der Regierungsparteien sehe und deshalb auch in der
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’m vorliegenden Entwurf ein Betrugsmanover der Regierungsparteien sehe und deshalb auch in der chlußabstimmung gegen den Entwurf stimmen
werde.
Abg. Dr. Hertz (Saz.) weist die koinmunisti- schen Angriffe zurück. In S o w j e t ru ß l a n d sei von 1923 bis 1927 der Anteil der direkten Steuer von 19,3 auf 15,5 Prozent gesunken und gleich- zeitig der Anteil der indirekten Steuern von 11,7 auf 27,6 Prozent gestiegen. (Lebhaftes Hört! Hört! bei den Soz.)
Ein Antrag der Wirtschaftspartei, den Entwurf an den Steuerausschuß zurückzuwsism und ba« Mehraufkommen aus der Lohnsteuer zur Senkung der Realsteuer zu verwenden, wird gegen bh Liechte abgelehnt.
Der
wird in feit — e-i -clnen Teiler
Berlin, 12. Juli. Wie wir im Anschluß an die «Überreichung der deutschen Antwort auf die ameri- Ehche Notè vom 23. Juni über die Verfemung des Krieges hören, ist Deutschland in der amerifa« Lichen Note die gaz präzise Frage gestellt worden, w es' bereit sei, zu unterzeichnen. Deutschland hat "us diese klare Frage" eine ebenso klare Antwort toben. Sie ist durch Deutschland ohne jede Ein- chrankung oder Zusätze irgend welcher Art mit Ja deentwortet worden. Weiter ist zu berücksichtigen, ™B die deutsche Antwort absichtlich kurz gehalten A ud zwar geschah dies, um die Bedutung unserer 411 wort nicht durch Zusätze zu verschleiern, da der grundsätzliche Standpunkt Deutschlands ohnehin in deutschen Antwortnote vom 27. April bereits Mianglich zum Ausdruck gekommen ist. Ueber die tolegung dieses Kclloggpaktes hat sich eine große Mernationale Diskussion entsponnen, der von allen Beteiligten große Bedeutung beigelegt wurde. Jn- ™ gebeffen hat Amerika sich in seiner Note vom ^ Juni nochmals veranlaßt gesehen, eine zu- ^mnenfassende Darlegung seines Standpunktes zu wobei es sich u. a. auch auf die bekannte Mde des Staatssekretärs Kellogg vom 28. April eW Die deutsche Antwortnote hat diesem Stand- in vollem Umfange erneut zugestimmt, um oh vornherein etwaigen späteren Diskussionen über ^/..Interpretation vorzubeugen. Wir haben die '’W» volle Klarheit darüber zu schaffen, daß wir opr amerikanischen Regierung genau überein- mmmen. In der Presse sind über die Besprechungen , r Juristen zum Teil irreführenden Nachrichten ^breitet worden. Es kann nicht die Rede davon ' n- daß irgendwelche bindende Abreden getroffen s'vd. Noch weniger kann davon gesprochen ^B Deutschland den bisherigen fron« UM6” Standpunkt irgendwie anerkenne. Der Jn- ver deutschen Antwortnote zeigt klar, welchen l^» .punkt Deutschland einnimmt. Wenn von ^i^osischcr Seite angedeutet wird, daß sich Frank- m 7 ebenfalls auf den Boden der amerikanischen cifUe, dann kann das uns nur erwünscht sein, o "'.l"r Deutschland gibt es keine andere als die
Interpretation. Offenbar verfolgt die 3iW[ifrf)e Presse den Zweck, den französischen bnhA u9 3« bemänteln, weil Frankreich erkannt zu dnr^ steint, daß es mit seinen Vorbehalten nicht . "-dringt. Die Franzosen sehen sich daher genötigt, ./'Uerikanischen Vorschlag anzunehmen, und es iu^obhalb durchaus zu verstehen, wenn sie ver- e > n, den Anschein zu erwecken, als ob sie ihr erreicht hätten.
Dev Reichstas genehmigt die sAteueefenkuns
Berlin, 12. Juli. In der heutigen Sitzung wird dem Antrag des Geschäftsordnungs-Ausschusses ge- Reichstaa die Genehmigung zur Abgg. Buchmann (Kom.), Brü- , Pieck (Kom.). Lusft (Soz.),
., Lucke (Wirtsch.-P.), Münzen
berg (Kom.)/Putz (Kom.) und Mache (Soz.) verweigert. Weiter wird die Einstellung eines
Strafverfahrens gegen den Abg. Schulz (Soz.) und eines Disziplinarverfahrens gegen den 2lbg. Dr. Neubauer (Kom.) beschlossen.
mäß zunächst vom Strafverfolgung der Ab ninghaus (D. Vpt.), Dr. Everling (Dntl.),
es ge-
Es folgt dann die
zweite Beratung der Lohnsteuersenkung.
Der Steuerausschuß empfiehlt anstelle der kommunistischen Arträge den von Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum eingebrachten Entwurf. In einer Entschließung ersucht der Ausschuß die Regierung, angesichts oes hohen Steuerdrucks in den Sommermonaten die Frage einer Senkung der Einkommensteuer in den unteren und mittleren Stufen zu prüfen und dabei die von den Parteien gestellten Anträge, sowie die Notwendigkeit der Senkung der Realsteuern zu berücksichtigen.
Demokraten und
In einer Entschließung Regierung, angesichts o
Abg. Neubauer (Kom.) erklärt, der vom Ausschuß angenommene Entwurf bedeute keine wirksame Senkung der Lohnsteuer. Die Sozialdemokratie habe damit ihre Wahlversprechungen gebrochen. (Präsident Loebe ruft den 21bg. Dr. Neubauer wegen des Ausdrucks „betnigerisch" zur Ordnung.)
2lbg. Dr. Rademacher (Dntl.) meint, die Ausschußverhandlungen über die Lohnsteuersenkung hätten die Hoffnung auf ein langes Leben der jetzigen Regierungskoalition sehr herabgestimmt. Wenn der jetzige Regierungsentwurf angenommen werde, dann werde die Annahme gegen zwei Regierungsparteien erfolgen. Die durch den Entwurf gewährte Entlastung sei für den einzelnen Steuerzahler lächerlich gering. Die Deutschnationalen seien für eine organische Steuersenkung der Realsteuern.
1 Der weitaus größte Teil der deutschnationalen
Fraktion werde deshalb dem Entwurf nicht zu-
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Abg. Dr. Horlacher (Bayr. Vpt.) bekämpft
die Vorlage. .. _ ...
Abg Dr. Her tz (Soz.) erklärt, die Sozialdemokratie 'halte die Annahme der Vorlage aber für notwendig, weil dadurch der Anspruch auf Lohn- steuersenkung ein halbes Jahr früher erfüllt werde als nach der geltenden revidierten lex Brüning.
Jnzwischen ist ein
Antrag der Deutschen Volkspartei und Bayerischen Volksvartci eingegangen, die lediguna der Vorlage bis lur. Vornahme allgemeinen Steuersenkung im f) erbst vertagen.
der Erder
Zu
g. Drewitz (Wirtschaftspartei) wendet sich gegen die Vorlage, weil er davon eine ungenügende Entlastung der ' Steuerpflichtigen, aber eine Erhöhung der jetzt schon unerträglichen Realsteuern durch Länder und Gemeinden befürchtet.
Abg. Dr. Brüning (Ztr.) erklärt, seine Freunbe wären entschiedene Gegner einer Erhöhung der Realsteuern. Im letzten Jahre habe sich aber
Ab
gezeigt, daß Lie
Länder und Gemeinden trotz der erhöhten Steucrzuweisungen vom Reiche die Realsteuern nicht gesenkt, sondern erhöht hätten.
Der vorliegende Entwurf könne umsoweniger zur Begründung einer Erhöhung der Realsteuern benutzt werden, als er nur die 'Lohnsteuersenkung vorwegnehmen wolle, die im nächsten Januar doch nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen eintreten müßte. Das Zentrum würde der Vorlage z u st i m m e n.
Abq. Dr. Becker (D. Vpt.) begründet dann : Antrag auf Vertagung der Entschei-
den-------„ - -------„„..„.,
dung bis zum Herbst. Die Vorwegnahme der Lohnsteuersenkung würde im Widerspruch stehen mit dem, was außer den Sozialdemokraten, alle Parteien aus der Regierungserklärung herausgelesen haben. Daneben sprächen viele sächliche Gründe gegen eine Lohnsteuersenkung in diesem Augenblick.
' Abg. Dr. Fescher (Dem.) führt aus, diese Vorlage sei der erste Schritt des Regierungspro- ^grarmns, dem die Reickstaasmehrbeit ruaestimmt
in einfacher Abstimmung angenommen. Die Schluß abstimmung ist namentlich; sie ergibt die
Annahme des Entwurfs in dritter Lesung mit 210 gegen 488 Stimmen
bei 7 Stimmenenthaltungen. Die Ausschußentschlle- ßung für allgemeine Steuersenkung im Herbst wird mit großer Mehrheit angenommen.
Bei der dann folgenden zweiten Beratung des deutsch-siamesffchen Handesvertrags protestiert Abg. H ö r n l e (Komm.) gegen die Aufrechterhaltunx der Slusfuhrzölle für Reis. Die Sozialdemokrater feien in dieser Frage Bundesgenossen der Deutsch nationalen.
Der Handelsvertrag wird darauf in zweiter unb dritter Beratung angenommen.
Um 7 Uhr vertagt sich das Haus auf Freitag 11 Uhr.
Auf der Tagesordnung stehen das Amnestiegesetz und kleinere Vorlagen.
ittttftcheveS «chrcksal im RerchseaL
Berlin, 12. Juli. Obwohl der Reichstag die Vorlage über die Senkung der Lohnsteuer ver- abschiedet hat, ist noch keineswegs sicher, daß dieses Gesetz auch endgültig in Kraft treten kann. Es ist nämlich sehr fraglich, ob diese Vorlage in der morgen nachmittag stattfindenden Reichsratssitzung eine Mehrheit findet. Wie dem Nachrichtenbüro des Vdz. von unterrichteter Stelle erklärt wird, wird zwar der preußische Reichsvertreter fiu) darauf beschränken, die Bedenken seiner Regierung gegen dieses Gesetz zum Slusdruck zu bringen. Preußen wird jedoch soweit das Staatsministerium mit seinen 13 Reichsratsstimmen in Frage kommt, keinen Ein. spruch gegen das Gesetz erheben. Allerdings vermutet man in unterrichteten Kreisen, daß .zahlreick>« preußische Provinzvertreter mit Nein stimmen wer. den. Slußerdem dürfte feststehen, daß auch Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden Thüringen, Oldenburg und Bremen das Lohnsteuersenkungsgesctz ab- lehnen.
Sollte auf diese Weise tatsächlich die Lohnsteuer- senkung zu Fall kommen, so würde das in der Praris bedeuten, daß vor dem Wiederzufammentritt des, Reichtags im Herbst keine Steuersenkung mehr zustande kommen kann, denn der Reichstag begibt sich schon einige Stunden vor der Entschließung des Reichsrats' ind ie Sommerferien. Die noch- maliae Einberufung des Reichstages durch den Präsidenten dürfte deshalb aus diesem Anlaß nicht erfolgen, weil es zur Zeit unmöglich erscheint, die dann erforbMt^e Zweidrittelmehrheit zu .erlangen.
GevsvMs stellt Hch dem KeZOSvat vos
Berlin, 12. Juli. Die öffentliche Dollsitzring des Reichsrats vorn Donnerstag nachmittaZ wurde von bem neuen Minister des Innern, Severing, geleitet, der in einer Ansprache an den Reichsrat betonte, daß namentlich die Reform der Reichs- gliederun^ und der Reichsverwaltung in der nächsten Zeit den Minister des Innern sehr häufig mit dem Reichsrat zu gemeinsamer Arbeit zvjcnnmen- führen würde. Trotz aller Differenzen, die sich dabei aus Traditionen und aelchichtlicher Auffassung er»