Seite 8
Samstag den 7. Juli 1928
Äte Ieppettn «Oedsnkvöatt zu des ©rate« 96. GebusiStas Don Dr. Otto Lichthardt.
Am 8. Juli wäre Graf Ferdinand v. Zeppelin 90 Jahre alt geworden, wenn nicht ein gütiges Geschick ihn kurz vor dem unglücklichen Ausgang des Krieges abberufen hätte. Der Mann ist tot, sein Werk aber lebt. Das schönste Geburtstagsgeschenk bringt das deutsche Volk dem toten Erfinder: das neue Riesenluftschiff, das den stolzen Namen „Graf Zeppelim führen wird, wird am 9. Juli aus der Taufe gehoben. Herrlicher denn je geht es feiner Vollendung entgegen, herrlicher denn je wird es sich in Bälde in die Lüfte schwingen und den Ruhm Deutschlands in alle Welt tragen. Mit stolzen und wehmütigen Blicken zugleich sahen wir das herrliche Luftschiff „3. R. III." nach Amerika entschwin- den, ganz Deutschland verfolgte klopfenden Herzens den Flug über das Weltmeer. Die grausamen Fesseln des Versailler Friedensvertrages verboten uns den Bau von Luftschiffen. Endlich, zehn Jahre nach Beendigung des Krieges, ermöglicht durch die Opferbereitschaft des deutschen Volkes, wird uns wieder das Wunder eines Zeppelins erstehen. Große Aufgaben harrendes Luftschiffes: ein Weltflug und ein Nordpolflutz. Anders als zu der „Italia" des Italieners Nobile wird man zu diesem Wunderwerk deutschen Erfindergeistes und deutscher Technik Vertrauen haben können. Jeder in Deutschland weiß es: Diese silberne „Zigarre" wird siegessicher ihren Weg nehmen und allen Fährnissen trotzen. Graf Zeppelin wird mit seinem Luftschiffe zufrieden sein können.
Des Grafen Zeppelin Erfinderleben kann unserer Jugend nicht oft genug vorerzählt werden. Es ist ein leuchteiches Vorbild der Pflichterfüllung, selbstloser Entsagung, Hingebung an ein Werk, Dienstes am Vaterlands. Wie alle ganz schöpferischen Erfinder hatte Zeppelin mit der kleinlichen Ungläubigkeit der Menschen zu kämpfen. Als Phantast verlacht, jeder amtlichen Unterstützung bar, ging Graf Zeppelin unbeirrbar seinen Weg. Er glaubte an sein Werk, an feine Berufung, und das genügte. Er gab eine glänzende Karriere zugunsten vager Zukunftshoff- nungen auf. Der am 8- Juli 1838 Geborene trat nach einer sorgfältigen Erziehung der Tradition getreu in die Armee ein. Schon zum Leutnant befördert, ließ er sich 1858 für den Besuch der Universität Tübingen zum Studium von Chemie uni) Maschinen, bau beurlauben. Ein großes Erlebnis war es für ihn, als er im amerikanischen Bürgerkriege zum ersten Male in einem Fesselballon sich in die Lüfte schwang. Den 66er Krieg machte er auf Seiten Oesterreichs gegen Preußen mit und in dem Feldzuge des geeinten Deutschlands gegen Frankreich wurde sein Name der populärste in Deutschland. Sein berühmt gewordener Husarenritt nach Wörth ermöglichte der deutschen Armee den entscheidend schnellen Vorstoß gegen Mac Mahon. 1891 schied der inzwischen zum General beförderte Graf Zeppelin aus dem Millitärdienste, um sich ganz seinen Luftschiffplänen zu widmen.
Eine neue Epoche begann. Der Gedanke eines lenkbaren Luftschiffes war Graf Zeppelin anläßlich mancherlei Beobachtungen, die er im amerikanischen Sezessionskriege, und 1870/71 bei der Verwendung von Freiballons machen konnte, gekommen. 1873
entwarf er bereits ein großes, mit einem starren Gerippe versehenes und in einzelne Zellen eingeteil- tes Luftschiff. In einer Denkschrift an den König von Württemberg hob er die überragende Bedeutung der Lstschissahrt für den zukünftigen Verkehr
Graf Ferdinand v. Zeppelin.
hervor. Nunmehr ging Graf Zeppelin methodisch vor, und zu Anfang der 90er Jahre arbeitete er gemeinsam mit dem Diplomingenieur Theodor Kober einen Entwurf aus. Dieser Entwurf, den erobern Kaiser unterbreitete, wurde als „unverwertbar" zurückgestellt. Der Verein der Deutschen Ingenieure war anderer Ansicht und unterstützte den Grafen mit einer beträchtlichen Geldsumme. Es wurde eine Aktiengesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt gegründet.
Der 2. Juli 1900 war der denkwürdige Tag, an dem Graf Zeppelin sein Luftschiff zum ersten Male der Oeffentlichkeit oorführen konnte. Mancherlei technische Mängel brachten es mit sich, daß nicht alles reibungslos verlief und daß der Eindruck nicht überzeugend war. Auch weitere Probeflüge in den nächsten Jahren standen unter einem Unstern, so daß
das Werk des Grafen gefährdet schien. Die Mittel der Gesellschaft waren erschöpft. Unter unsäglichen Mühen gelang es dem Grafen, mit Hilfe der Erträge einer württembergischen Lotterie ein neues Lustschifs zu bauen, das 1905 eine kurze Fahrt unternehmen konnte, aber 1906 bereits strandete und zerstört wurde. Nochmals gelang es, ein neues Luftschiff zu bauen, und jetzt endlich interessierte sich auch das offizielle Deutschland für die „unverwertbaren Projekte des Grafen. Die zwölf Stunden-Fahrt des 1. Juli 1908 war eine Triumphfahrt sondergleichen. Die Herzen der ganzen Nation waren gewonnen. Und als Graf Zeppelin am frühen Morgen des 4. August zu der vom Reiche geforderten 24-Stunden-
fahrt aufstieg, da konnte die tragische Vernichtung des Luftschiffes bei Echterdingen das Werk des Grafen selbst nicht mehr vernichten. Noch am selben Tage waren von allen Schichten des Volkes 1% Millionen Mark gesammelt und binnen kurzer Zeit war diese Summe auf 7 Millionen angestiegen. Niemand wollte zurückstehen. Aus allen Kreisen des Volkes kamen große und kleine Spenden, jeder wollte sein Scherflein beitragen. Graf Zeppelin hatte das ganze Volk hinter sich und mit neuen Kräften konnte er zum Wiederaufbau schreiten.
Die ganze Welt bewunderte und beneidete Deutschland um seine Zeppeline. Immer sicherer und stolzer durchzogen die Luftschiffe den unendlichen Aèther. Nur der unselige Krieg verhinderte eine große Zeppelin-Nordpol-Expedition. Alle Vorbereitungen waren bereits getroffen, und noch heute
Nr. 158
-euch eine Luftschiffhalle und Landungsmasten in Kingsbai von den deutschen Plänen zur Erforschung des arktischen Gebietes. Im Kriege leisteten die Zeppelin-Luftschiffe wertvolle Dienste, ein Schrecken unserer Gegner. Ein gütiges Geschick ließ den greisen Grafen Zeppelin den unglücklichen Ausgang der Krieges nicht mehr erleben. Die Bestimmungen bee Friedens von Versailles verboten den Bau von Zeppelinen und alle Luftschiffe mußten nusgeliefert werden, bis dann der von Amerika in Auftrag M, gebens „Z. R. III" eine Bresche in die unsimmger Bedingungen schlug Seit dieser Zeit ist wieder Le ben in der Werft in Friedrichshafen und das Wer! des Grafen ist in guten Händen Nichts beweist bies besser, als daß am 90. Geburtstage des unvergesse- nen Grafen Zeppelin ein neues Riesenluftschiff am der Taufe gehoben wird.
Orsmosr um Arvvsll«
Dem Schauspieler Tyrolt verdanken wir bit Ueberlieferung dieses Geschichtchens aus der Zeit, da man den großen Erfinder noch allgemein feiner Ideen wegen verspottete und verlachte. An der Table d'hote bemerkte Tyrolt einen Herrn in lebhaftem Gespräch mit mehreren Offizieren. Dieser Herr war kein anderer als Zeppelin.
Tyrolt wandte sich an seinen Tischnachbarn und fragte ihn, ob er diesen Herrn kenne. „Freili", antwortete jener, des ischt ein Narr, des ischt der Zeppelin. Der moint, er könnt' in der Luft erum- fahre!"
Der Konflikt zwischen Zeppelin und dem Kriegs, minister von Einem wurde in der ganzen deutschen Presse besprochen und war das gegebene Thema für die Witzblätter. Eine Berliner Zeitung bemerkte prophetisch und witzig zu dieser Affäre: „Im Anschluß an den Konflikt zwischen dem Grafen Zeppelin und dem Kriegsminister von Einem spricht man jetzt allenthalben von beiden. Später wird man nur noch von Einem sprechen, nämlich vom Grafen Zeppelin."
Dasselbe Blatt fand nach der Echterdinger Katastrophe, die bekanntlich eine begeisterte Sammeltätigkeit in ganz Deutschland zur Folge hatte fnb gendes hübsche Berschen:
Und ist auch dein Ballon zerschellt, Alldeutschland bleibt dir hold — Die Stange, die dein Volk dir hält, Ist eine Stange Gold.
*
Als ihm ein paar aufdringliche Reporter b» stürmten, lehnte er jede Auskunft mit den Worten ab: „Ich brauche keine Reklame, denn ich bin kein Kabarettkünstlerl"
♦
Zu einem anderen Berichterstatter, der gern etwas von ihm über die Geschichte feiner großen Erfindung wissen wollte, sagte er: „Das wär sch einfach, ich habe unten angefangen und mich langsam heraufgearbeitet."
*
Bei einer Festlichkeit gab einer der Redner dem Wunsche Ausdruck, es möge dem Grafen gelingen, seine Erfindung so zu verbessern, daß damit auch die Erforschung des Weltalls möglich würde. Zeppelin ging auf den Scherz ein und erklärte, fein Möglichstes tun zu wollen. Nur der Saturn würd« Schwierigkeiten bereiten, da man feines Ringe- wegen nur schwer auf ihm landen könne.
Lagerbesuch erwünscht.
Heinrich Kling
HerrnstraBe 9
Abtlg. Sperrholz- und Fornier-Lager — Sägewerk
Ständiges Lager von ca. 5000 Sperrplatten aller Holzarten, insbesondere Gaboon, Eiche, Kiefer, Oregon-pine. Stärken von 3-40 mm. Führendes Fabrikat, vorteilhafte Preise.
6798o
Sie müssen sparen!
Natürlich mit Ihrer kostbaren Zeit wählen Sie daher ein gut durchkonstruiertes deutsches Erzeugnis, ein
Diamant-Fahrrad
Sie werden immer zufrieden sein und stets große Freude haben. Alle Modelle am Lager, große Auswahl
Oswald Jankowsky g
Z Metzgerstraße 20 Fernsprecher 2616
Kyffhäuser - Technikum Frankenhausen. Werkm Abt Schwach- a. Starkströme. Aelt fiii Masch.- n Sonderabt.f.uar.dmasch.u.Flugt Antomobilbau
Blies z. seiBstamertigung v. Lampenschirmen — Anleitung bereitwilligst —
Gestell« 8422
80 cm Durchm. . 0.90 Mk.
40 , , . 1.20 ,
60 , , .2.00 ,
70 ' , .2.70 .
Hebet 50 versch. Modelle am Lager, la Japan-Seide 4.80 Mk., Seldenbatist 1.60 AN. sow. sämtl Besatzartikel, wie Seiden- «ransen, Schnüre, Rüschen, Wèckelband etc W fertige Lampenschirme in großer M W Buswahl, stets vorrätig.
»ern. Nachttisch!., Tisch!.,Stânderl„Sch!afz.- llmpeln, nur la Ausführung neu überstehen billig. 4496b
Herrnstr. 15 p., Näh, * ^29vö45C5¥e Krämerstr. lein Lader
PI»
Phillips
Frankfurt a. M. Weißfrauenstraße 11 Bequemste Teilzahlung. MNZllZ 35—40 Liter, 50—55 Liter, ebenso alle anderen Größen preiswert abzugeben. 6795o
fZWM Bemeaad 8 MM
Teleohon 4073.
WMdbeliHndlmg durch Bestrahlung
Die ultravioletten Strahlen der Quarzlampe „Künstliche Höhensonne“ — Original Hanau — wirken keimtötend, also entzündungs- und fäulniswidrig, reinigen die Wundflächen, trocknen sie aus und fördern durch kräftige Anregung des Stoffwechsels und durch die leicht dosierbare Reizwirkung die Heilung ungemein.
Alte eiternde Wunden, die mit der Quarzlampe „Künstliche Höhensonne“ —- Original Hanau — sachgemäß bestrahlt werden, zeigen sofort erhöhte Tendenz zur Heilung, und diese erfolgt mit geringer Narbenbildung.
Bereite vorhandene entstellende Narben kann der Arzt durch die Bestrahlung sehr verbessern, die Spannung vermindern, Verdickungen ausgleichen, die Empfindlichkeit und leichte Verletzbarkeit vermindern.
Bei Quetschungen wird durch die Bestrahlung die Verteilung von Blutergüssen und Geschwülsten beschleunigt. Knochenbrüche verwachsen viel schneller und die Nachwirkungen (Schmerzen bei Witterungswechsel usw.) sind geringer.
Es tritt Infolge der Bestrahlung auch stets eine bedeutende Besserung des Kräftezustandes ein, Schlaf und Appetit werden viel besser, das Allgemeinbefinden hebt sich.
Die Quarzlampe „Künstliche Höhensonne“ — Original Hanau — hat bei der Behandlung unserer Kriegsverletzten un- gemein segensreich gewirkt. Sie ist in der ganzen Welt eingeführt, alle deutschen Krankenhäuser und sehr viele Aerzte besitzen sie.
Alle diese Erfahrungen berechtigen zu dem Wunsche und der Aufforderung, die ultravioletten Strahlen in viel größerem Umfange als bisher zur Behandlung von Wunden anzuwenden. Jede Operation, jeder Verbandswechsel sollte mit einer Bestrahlung mit der Quarzlampe „Künstliche Höhensonne“ abgeschlossen werden.
Neuerdings wird sie auch in kleinerer Ausführung und transportabel hergestellt, und das gibt dem Arzte Gelegenheit, sie auch im Heime des Kranken anzuwenden.
Verlangen Sie die kostenlosen Aufklärungsschriften der
Quarzlampen-Gesellschaft m.b.H.
fianau a. M., Postfach 1226
Literatur: „Wundbehandlung“ von San.- Rat Dr. Bach, geh. Mk. 0.50, erhältlich beim Sollnxverlag Hanau a. M., Postfach 1293. (Versand nur unter Nachnahme.)
HUB Riten BruGksachen ^â^
rasch und preisweit Waisenhaus "Buchdruckerei.