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1928
Das Sreuefts.
— Vandervelde sprach sich in der Kammer für Lâmnung der zweiten Zone aus.
— Der Flieger Lundberg der sich bei der
Nobile-Gruppe aufhielt, konnte
— Die Bremenflieger sind unterwegs.
— Die Deutsche Volkspartei
geborgen werden, nach Deutschland
hält an ihrer ab-
lehnenden Haltung in der Frage des Rakionalfeier- lages fest.
Ium Mil km «Oasbkv VvoreS
Moskau, 6. Juli. In der Urteilsbegründung rm Schachtyprozeß wurde u. a. ausgeführt die Beweisaufnahme habe festgestellt, daß die Schädigungs- organifation auf der einen Seite von den Vereinigungen ehemaliger Grubenbesitzer sowie gewisser kapitalistischer Kreise, und andererseits von gewissen Institutionen einiger Auslandsstaaten finanziert worden sei. In den letzten drei Jahren habe diese Organisation mehrere 100 000 Rubel empfangen, wobei die Gelder entweder persönlich von den Mitgliedern der Organisation bei ihrer Rückkehr von dienstlichen Auslandsreisen oder durch Unterstützung , gewisser ausländischer Institutionen übermittelt worden seien. Eine der Finanzquellen seien auch die prozentualen Beiträge von den Bestellungen gewesen, die durch die Mitglieder der Organisation an deutsche Firmen vergeben wurden, wobei der Empfang der Geldmittel aus diesen Quellen in einzelnen Säuen dadurch erleichtert wurde, daß in einigen dieser Firmen leitende Stellen mit russischen Emigranten besetzt waren, die ihrerseits bereit waren, ihrer SchädigungsorMnisation allseitige Unter» Nutzung angedeihen zu lassen. Ferner habe das Gericht festaestellt, daß Anfang des Jahres 1926 ebenso wie die Charkower Zentrale auch die Moskauer Zentrale in Tätigkeit zu treten begannen, die die schädlichen Elemente in den verschiedenen Trusts and Volkskommissariaten vereinigen wollte. In der Begründung der Anklage gegen Matoff, Brata- noröffi, Bojarinoff, Krschischanowski, Jussewitsch und Budney wird darauf hingewiesen, daß diese nicht allein die tätigsten Mitglieder der Schädigungsorganisation waren, sondern auch mit Vertretern einiger amtlicher ausländischer Institutionen in Verbindung gestanden haben und ihnen neben Wirt- chastsinformationen auch politische Auskünfte geliefert hätten.
WZedsvaufttahme dev dLMG - vE Aandsls- bsZvvethtmgeu
Berlin, 6. Juli. Was die Wiederaufnahme der deutsch-russischen Handelsbesprechungen betrifft die chnerzeit unterbrochen wurden, um das Urteil im bchachyprozeß abzuwarten, so erfahren die Blätter, "aß in der nächsten Zeit voraussichtlich Besprechungen zwischen Vertretern der Sowjetregierung und gen zuständigen deutschen Stellen über die Erfahrungen statfinden werden, die der Prozeß gezeitigt Die „Germania" bemerkt dazu: Es ist ohne Fiteres anzunehmen, daß die deutsche Industrie entscheidenden Wert darauf legt, von der Sowjet- ^e9terung Garantien dafür zu erhalten, daß ihre j^fjeter in Rußland in Zukunft unbehelligt von örtlichen Behörden ihren Arbeiten nachgehen kön- ^f und nicht. daß der geringste Maschinenfehler Anlaß bietet, Deutsche zu verhaften und ihnen den ^nZeß zu machen.
HMstzKHvisS und 11 AttgRfs
Berlin, 6. Juli. Am Dienstag wird sich der Reichstag mit der ersten Lesung des Gesetzentwurfes über die Erhebung des 11. August zum - ationalfeiertag zu beschäftigen haben. Von der inksn wird bereits behauptet, daß die Deutsche nikspartei sich entschlossen habe, bei der Abstim- W""8 sich der Stimme zu enthalten. Diese Nachricht 'N irrig, Henn ein derartiger Fraktionsbeschluß ist W gefaßt worden. Die volksparteiliche Fraktion „ vielmehr bisher ihre ablehnende Haltung nicht Zeândert. Wenngleich sicher ist, daß der Reichs- U'uenmimster Severing alle Anstrengungen machen ?"$, um hen Gesetzentwurf durchzubringen, läßt doch zur Zeit noch gar nicht übersehen, ob es J ^®n wird, für den Gesetzentwurf in seiner 'byerigen Form auch nur eine ganz knappe Mehr- ’ " zusammenzubringen.
Bev neue Ievvettn vov dev SSavtbevetRGatt
Levo!n"^k, 6. Juli. Die ersten Probeflüge des End- s^chiffes werden sich nun doch noch bis so L^u verzögern. Das Luftschiff selbst ist zwar um re ^ sertig, d. h. es bedarf nur weniger Tage, werk »l^ fertig zu machen. Dagegen ist das Gas- ^rmnrt d.ev Gasbetriebsstoff liefern soll, wider wn nicht rechtzeitig fertig geworben. Man
Mw die AMMARS des Aheinßondes
Gevvs und Sandevvewe fäe baldige Räumung
Paris, 7. Juli. Gustav Herre tritt heute wieder in der „Vicloire" für eine sofortige Räumung des Rheinlandes ein. Wenn augenblicklich das republikanische Frankreich den Mut besitzen würde, zu Gunsten des republikanischen Deutschland die große Vertrauensgeste zu unternehmen, so würde dies nicht nur eine Stärkung des republikanischen Deutschlands sein, sondern auch die moralische Stellung Frankreichs in der ganzen Welt befestigen und es würde sofort die politische Atmosphäre in Europa reinigen. Wan riskiert nichts, man riskiert absolut nichts, wenn man diese Geste unternimmt.
Brüssel, 6. Juli. Die heutige Rede Hymanns' gen. Hymans war nicht ganz ohne Bitterkeit in betraf zunächst die belgisch-holländischen Beziehun- genHymanns war nicht ganz ohne Bitterkeit in seinen Ausführungen, obgleich er natürlich in den versöhnlichsten Formen sprach. Was er sagte, wurde nachher auch von Vandervelde unterstrichen, der davor warnte, daß man die Beziehungen der beiden Völker aus der Politik in das Fahrwasser der Gefühle leiten lasse.
Zum Kelloggpakt sprach Hymans Belgiens volle Zustimmung aus. Er würde allerdings, und das war auch Vanderveldes Ansicht, praktisch nichts ändern, nur den Weltfrieden festigen. Am kürzesten äußerte sich Hymans über die Reparationsfrage. Er antwortete dem deutschen Reichskanzler, daß dessen Forderungen nicht präzisiert seien. Belgien würde aber die Angelegenheit unbeirrt und objektiv prüfen, nur dürfe die Entscheidung Belgiens aus dem Dawesplan nicht leiden. Auch müsse er an die Markschuld erinnern, die Belgien nicht verjähren lassen würde.
Um so eingehender war Vanderveldes anschließende Rede in der Frage der Rheinlandräumung und der Verstimmung zwischen
Deutschland und Belgien. Er sprach sich
für schnelle Räumung der Zweiten Zone
aus, möglichst noch zum Schluß dieses Jahres, weil das für Belgien eine noble Geste sein würde, die ihm nichts koste, im Gegenteil, die allgemeine Abrüstung würde durch die Rheinlandbesetzung gehemmt. Das habe General Gattet. der belgische Generalstabschef, selbst zugegeben. Deutschland habe jetzt eine vertrauenswürdige Regierung. Belgien könne sich bei seinen Ansprüchen beruhigen und brauche keine Pfänder mehr. Aber es befände sich Deutschland gegenüber in anderer Lage als Frankreich, das mit Deutschland auf gleichem Fuße gekämpft und gesiegt habe. Bel- gien habe eine bevorzugte Stellung. Die Bevorzu- gung dürfe bei zukünftigen Regelungen nicht übersehen werden. Deutschland habe Verpflichtungen übernommen. Darin ist der Versailler Vertrag ganz klar. Deutschland habe seinerzeit diese
besonderen Verpflichtungen gegenüber Belgien anerkannt.
Brockdorff-Rantzau habe in Versailles das Uebel anerkannt, das fein Land verursacht hat, und sich bereit erklärt, das Unrecht wieder gut zu machen, das es unserem Lande verursachte. „Wir müssen diese Worte ins Gedächtnis zurückrufen, denn leider gibt es noch viel zu viel Leute in Deutschland, die diese Geständnisse vergessen haben. Als Außenminister habe ich vor einigen Monaten die schmerzliche Verpflichtung gehabt, dem deutschen Volk in Erinnerung zu bringen, wo sich die Verantwortung für den Krieg befindet, und zwar, um auf unglaubliche Anklagen gegen mein Land zu antworten. Als wir dieses den Vertretern Deutschlands in Genf in Erinnerung riefen, haben sie uns selbst gebeten, die Erklärung der deutschen Ab- orbnung in Versailles noch einmal zu lesen. Wir müssen sie wiederholen. Ich erkläre, daß,
wenn die deutsche Regierung eine günstige Gelegenheit ergreifen sollte, und eine Erklärung
füllt nun die Wartezeit auf der Werft mit sorgfältigen Prüfungs- und Kontrollarbeiten aus. Die ersten Flüge gelten lediglich der Feststellung der Betriebsfähigkeit des Schiffes und werden nur vom Werkpersonal in allernächster Umgebung der
vom Werkpersonal in allernächster Umgebung der Werft ausgeführt. Eine etwas längere Fahrt Friedrichshafen—München soll gewissermaßen die Zulassungsprüfung für das Luftschiff bilden. Die ersten öffentlichen Flüge, die wahrscheinlich auch über Teile der benachbarten Schweiz führen wer- den, dienen vor allem der Erprobung der Leistungsfähigkeit namentlich der Flugleistungen des Luftschiffes und werden Anfang August zur Durchführung kommen. Die Amerikafahrt soll nach Mög
lichkeit noch im Sommer stattfinden. Für den Flug um die Erde noch in diesem Jahre ist die rechzeitige Verschickung von Betriebsgas nach Japan Voraussetzung. Der frühere sibirische Winter in Zusammenhang mit den mangelhaften Karten von den unerforschten asiatischen Gebirgen bildet noch erhebliche Schwierigkeiten. Die Hauptaufgabe des Luftschiffes besteht darin, den Beweis für die Wirtschaftlichkeit und die Betriebssicherheit des Luftschiffsverkehrs zu eroJ-'gen Da- Schiff ist deshalb auch nicht zu irgendeinem bestimmten Spezialzweck gebaut worden.
in diesem Sinne abgibt, dann würde sich eine Reihe von Dingen leichter darstellen und viele Hindernisse beseitigt werden."
BsarrrSKsche Biattevftimmen
Paris, 6. Juli. Der „T e m p s hebt aus der gestrigen Rede des Reichskanzlers hervor, daß dieser damit Einmischungen dritter Mächte in die Frage der Rheinlandräumung ablehnte. Das bedeutet laut „lemps* eine indirekte Antwort auf die kürzlichen Erklärungen Zalewskins über das Interesse, das Polen mit Rücksicht auf seine Sicherheit in dieser Frage habe. Außerdem müsse aus den Erklärungen des Kanzlers über die Frage eines Ost- Locarno entnommen werden, daß ein unter sozialdemokratischen Einfluß stehendes Linkskabinett
ebenso wenig wie eine Zentrumsregierung oder ein Rechtskabinett dazu bereit fein wird, Polen für die Aufrechterhaltung der in den Verträgen festgelegten Grenzen zusätzliche Garantien zu den im Locarno-Vertrage enthaltenen zu geben. Diese Grenzen sollen zwar nicht durch Gewalt geändert werden, aber Deutschland will sich freie Hand bewahren und ab warten. Darüber scheinen alle üeutsche Parteien einig zu sein. Aber es ist zu befürchten, daß diese Haltung die Lösung der ernsten auswärtigen Fragen, die die Berliner Regierung demnächst zu erfüllen haben wird, nicht gerade er
leichtert wird.
Das „I o r n a l des D é b a t* schreibt zu der gestrigen Rede des Reichskanzlers: „Wie wird sich Hermann Müller mit Briand verständigen, der gestern vor dem Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten erklärt hat, daß die Rheinfrage eine verwicklte internationale Frage sei, die heikle Verhandlungen nötig machen werde? Wenn auch der Schiedsgerichts- und Sicherheitsausschuß in Genf gestern seine Arbeiten abgeschlossen hat, so kann man doch schwerlich behaupten, daß er ein Sicherheits-System ausgestellt hat, das die Aufhebung der militärischen Garantien ermöglichte.
Eine amevikaniithe Stimme
Baltimore, 6. Juli. Die Baltimore Sun nimmt in einem Leitartikel auf die französischen Presse- stimmen über die Programmrede des Reichskanzlers Müller-Franken Bezug und führte aus, Frankreich spiele ein bedenkliches Spiel, wenn es damit rechne, durch die fortdauernde Besetzung des Rheinlandes Deutschland so zu irritieren, daß Amerika und England im Interesse des Weltfriedens schließlich gezwungen würden, Frankreich durch ein Entgegenkommen in der Frage der interalliierten Schulden zum Nachgeben in der Frage der Rheinlandbesetzung zu bewegen. Amerika und England hätten gar keine Veranlassung, sich vor den französischen Wagen spannen zu lassen, und in der Frage der Mobilisierung der deutschen Eisenbahnobligationen habe Frankreich viel mehr Aussicht auf Amerikas Entgegenkommen, wenn es vernünftig fei und die Truppen, die das Rheinland in absehbarer Zeit ja doch räumen müßten, schon jetzt zurückzöge.
Dev Mouatsbevttdt des Kepavatrousaseuteu
Berlin, 6. Juki. Nach dem vom Generalagenten für die Reparationszahlungen veröffentlichten Ueberblick über die verfügbaren Gelder und vorgenommenen Transfers im vierten Annuitätsjahr bis 30. Juni 1928 einschließlich erreichten die für Transferzwecke verfügbaren Gelder im Juni den Gesamtbetrag von 121 973 923,93 RM, für das vierte Annuitätsjahr bis 30. Juni einschließlich 1536 841123,83 RM. Die vorgenommenen Transfers beliefen sich im Juni auf insgesamt 131 471828,66 RM, bzw. die Gesamtsumme der im vierten Annuitätsjahr vorgenommenen Transfers bis 30. Juni einschließlich auf 1383 883 324,93 RM. Davon wurden transferiert an Frankreich im Juni 70 966 444,35 (bzw. 685 083 175,45) RM, an Groß- Britannien 25 008 599,97 (288 085 572,70) RM, an Italien 8 475 733,95 (98 685 236,17) RM, an Belgien 6 222 153,02 (91377 001,61) RM.
Das Fiasko des klaffen sevirhts in Moskau
Zusammenbruch der Anklage gegen die
Von unserem Rußland-Mitarbeiter.
Es ist nicht leicht, zu den Ergebnissen des Prozesses zu kommen, zu denen ich gekommen bin. Es ist nicht leicht, denn der Mensch ist Mensch und Menschenleben — Menschenleben. Ja, Forderungen nach Todesurteilen in solcher Zahl und in solchen Ausmaßen zu stellen, ist keine leichte Sache. Aber die Frage lautet doch so: dieser Prozeß muß uns die Möglichkeit geben, zu sagen, daß alle diejenigen Schädlinge, die noch existieren, sowie ihre ausländi- fchen Freunde und Inspiratoren folgendes ein für allemal sich einprägen müssen: daß die Sowjetmacht unerschüttert ist und daß sie es noch nicht verlernt hat, mit ihren Feinden abzurechnen I" So lauteten die Schlußworte der Anklagerede, mit der Krylenko, der General- taatsanwalt des Obersten Gerichts in Moskau )en riesigen Ingenieurprozeß krönte. Jetzt liegt das Urteil des Gerichts vor und wenn das Hauptziel diefes Urteils sein sollte, aus offene und geheime Feinde der Sowjetregierung erschreckend zu wirken, so muß man anerkennen, daß dieses Ziel gewissermaßen erreicht ist Im übrigen aber muß feftgefteßt werden, daß der unter ungeheurem Aufwand von juristischen Mftteln zustande gekommene Monstre-Prozeß fehlgeschlagen ist.
Schon das Urteil gegen die Deutschen hat die feste Ueberzeugung bestätigt, die hierzulande die ganze Zeit unerschütterlich war und die der Gang des Prozesses unerschütterlich gelassen hat: die Ueberzeugung, daß die deutschen Angeklagten unschuldig waren, und daß weder ihre Verhaftung noch ihre Hinzuziehuna zu dem Prozeß russischer Ingenieure irgendwie zu rechtfertigen war. Wenn die Freisprechung der deutschen Ingenieure (die Verurteilung Badstiebers ist mit Bewährungsfrist verbunden, so daß Badstieber sofort nach Beendigung des Prozesses auf freien Fuß gesetzt werden kann) eine selbstverständliche Befriedigung in Deutschland hervorgerufen hat, so bleibt dock der Schaden, der durch die Haltung der russischen Behörden gegenüber den deutschen Ingenieuren angerichtet wurde, nach wie vor groß der moralische Schaden, und wohl auch der materielle Schaden, der sich in der deutschrussischen Zusammenarbeit auswirkt. Die Gefährdung, die die deutsch-russischen Beziehungen durch den Jngenieurprozeh erlitten haben, besteht und wird nicht so schnell aus der Welt geschaffqn werden, wie es vernünftigerweise wünfchenswert wäre. Und niemand in der Welt wird uns je davon überzeugen können, daß das Geschehene unvermeidbar war. Und wenn das offiziöse Moskauer Blatt „Js> westija" noch vor einigen Tagen es für erwiesen hielt, daß genügend Gründe für die Klageerhebung gegen die Deutschen bestanden hätten, so wird sich keiner, der gesunden Menschenverstand besitzt, dieser Meinung anschließen. Nein, es war nicht notwendig, Deutschland und die Deutschen zu brüskieren.
Aber der Zusammenbruch der Anklage ist nicht nur in Bezug auf die Deutschen erfolgt, sondern das gesamte Urteil muß als Verlegenheitsurteil bezeichnet werden. Denn gerade die Schachty-Ingenieure, also diejenigen, die angeblich die konterrevolutionäre Sabotage an Ort und Stelle durchführten, um den Aufbau der Sowjetindustrie zu hemmen und zu verhindern, werden am Leben bleiben. Die echs Angeklagten, die zum Tode verurteilt ind (die fünf anderen zum Tode Verurteilten ollen laut Gerichtsbeschluß begnadigt werden) und die, wenn ihr Gnadengesuch von dem Zentral-Exekutivkomitee der Sowjetunion abgelehnt wird, auch hingerichtet werden, gehören sämtlich dem legendären Verschwörer- zentrum an, das die wirtschaftliche Konterrevolution über ganz Rußland zu organisieren suchte und dessen Existenz keineswegs bewiesen, aber vom Gericht doch festgesteÜt wurde, weil es für das Gericht kein Zurück gab. Es gab für das Gericht kein Zurück, es mußte ein Todesurteil gefällt werden, denn Monate lang ging die ungehemmteste, die wildeste Pressekampagne und offene Hetze in Versammlungen gegen die verhafteten Ingenieure vor sich. Mo natelang wurde die Volksmeinung daran ge möhnt, in den Angeklagten die größten Ver
Die heutige Kummer» umfaSt iS Seite«