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de« 4. L«» 1928
Die neue Regierung vor dem Reichstag
Kovdevung dev sofovtiseu Kaumung des Rheinlandes - Stu vovsttbüses Nvossamm fuv die Lnueuvolttik
Das Reichsparlament hatte gestern wieder ein. mal einen sogenannten „großen Tag". Auf der Regierungsbank hatte das neugebildete Kabinett Platz genommen, und der Sitzungssaal war ebenso wie die verschiedenen Tribünen vollzählig gefüllt. Der Reichskanzler Hermann Müller, Oer die Regierungserklärung am Rednerpulte vor. las fand rasch die Aufmerksamkeit des Hauses. Er hat als Redner immer verstanden, das Interesse der Zuhörer zu finden, denn er spricht mit Temperament und Schlagfertigkeit. Hier war er allerdings an das Manuskript gebunden. Die Aufmerksamkeit erlahmte wohl auch zeitweise sehr stark, da die Regierungserklärung an Länge alle bisherigen programmatischen Regierungskundgebungen im Reichstage übertraf. Die Kommunisten und stellen- weise auch die Nationalsozialisten sorgten durch ihre lärmenden Zwischenrufe für Abwechslung, wenn sie im großen und ganzen auch die Grenzen des parlamentarischen Verhaltens nicht überschritten. Als der Reichskanzler um 4 Uhr feine Verlesung schloß, war von Peifall nicht viel zu spüren. Es rührte sich nur ein paar Hände, und man hörte nur einige Bravorufe. Der Reichstagspräsident Löbe vermochte sich nur mit einiger Mühe gegen die zahlreichen Zwischenrufe durchzusetzen, die am Schluß hörbar wurden Die Sitzung wurde kurzerhand von ihm mf den Mittwoch vertagt.
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Berlin, 3. Juli. Haus und Tribünen sind vollbesetzt. Am Reg'ierungstrsch sind sämtliche Minister mit Ausnahme Dr. Stresemanns. Der Präsident eröffnet die Sitzung mit geschäftlichen Mitteilungen und teilt dabei mit, daß die Regierung Marx zurück- aetreten ist. Dann betritt der Reichskanzler Müller- Franken, von Zurufen der Kommunisten und der Nationalsozialisten begrüßt, die Rednertribüne und oerliest. Häufig von Zwischenrufen namentlich der äußersten Linken unterbrochen.
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Die Erklärung, die Reichskanzler Hermann Müller-Franken im Reichstag abgab, hat folgenden Wortlaut:
Ich habe die Ehre, dem Hohen Haufe das neue Reichskabinett vorzustellen, das aus dem am 20. Mai gewählten Reichstag hervorgegangen ist. Der Wahlkampf hat der Welt bewiesen, daß das Deutsche Reich nach den schweren Nachkriegsjahren in eine Periode ruhiger und steter Entwicklung getreten ist. Die Fundamente des neuen Skaates der deut-
Republik stehen sicher und unerschütterlich.
Die Reichsregierung hat die Aufgabe, auf dem nun smgefüaten Grunde weiterzubauen und unablässig "«hin zu wirken, daß die Wunden des Kriegs und der Nachkrioaszeit sich immer mehr schließen und auf allen Gebieten entschlossene Reformarbeit geleistet wird, denn nur entschiedenes Weiterarbeiten auf dem Wege des sozialen und politischen Fort- chritts entspricht dem Willen, den das deutsche Volk bei der Reichstagsrvahl bekundet hat. Solchem Ziele dient die Zusammensetzung der Reichsregierung. Beruht sie auch noch nicht auf koalitionsmäßiger Grundlage, so hat doch ihre Zusammensetzung die Zustimmung der in Betracht kommenden Parteien gefunden. Auf dieser Basis hat das neue Reichs- kabinett feine Tätigkeit ausgenommen. Es wird leine kommende politische Arbeit nach dem folgenden Programm gestalten, das ich die Ehre habe ähnen vorzutragen:
In der
auswävKsen NoM
ist der Weg, den die Reichsregierung gehen wird, tar vorgezeichnet. Die deutsche Außenpolitik verlegt ihre Zigle in dem Willen zur friedlichen Ver- ilandlgung und unter
Verzicht auf den Gedanken der Revanche.
Jn biejer ®runb(age werden mir festhalten. Ernste ..Lästige fragen harren der Lösung. Ich nenne ^nächst die Frage der Befreiung der noch besetzten ebnete am Rhein und des Saarlandes. In Ueber- '»mmmung mit dem ganzen deutschen Volke ist die s ^chsregierung von unserem wohlbegründeten An- pruch auf die sofortige Befreiung dieser Gebiete ^äeugt. Wir müssen jedoch feststellen, daß die bfatzungsmächte aus der politischen Entwicklung nn* : en Hahre die gegebenen Schlußfolgerungen i. 7 lmmer nicht gezogen haben, und daß es aus
Grunde bisher nicht gelungen ist, in den eauelDollen Erörterungen über
die RSumunssfsase
praktisches Ergebnis zu erzielen. Nur noch h ’ ^W trennen uns von dem für die Räumung , zweiten Zone vorgesehenen letzten Vertrags« hi '"'n- Wir wissen alle, daß es eines Appells an ,. Eve und Geduld der Bevölkerung der besetz- " Erbiete selbst dann nicht bedüulen würde, wenn
es nötig wäre, bis zu den letzten Vertragsterminen auszuharren. Käme es aber wirklich dahin, dvß die Räumungsfrage einfach dem Zeitablauf überlassen bliebe, so wäre damit eine bedeutsame Gelegenheit versäumt, die Politik der Verständigung in die Tat umzusetzen, obwohl alle Voraussetzungen dafür gegeben waren. Für uns ist in dieser Frage neben dem selbstverständlichen Wunsch nach freier Ausübung der deutschen Souveränität im Rheinland und nach Befreiung der Bevölkerung von den Lasten der Besetzung vor allem der Gesichtspunkt maßgebend, daß es sich darum handelt, endlich diese noch aus der Kriegszeit dastehende Schranke niederzulegen, die der Begründung eines wirklichen Vertrauensverhältnisses zwischen den Völkern im Wege steht. Wir erwarten auf das Bestimmteste, daß dieser Gesichtspunkt im gleichen Maße nunmehr auch von den an der Besetzung beteiligten fremden Regierungen gewürdigt tnirb. Wir erwarten auch, daß bei ihnen jeder von anderer Seite unternommene Versuch, den Sachverhalt durch das unberechtigte Hineinziehen anderer Probleme zu verwirren, vergeblich bleiben wird.
Das Räumungsproblem ist einfach und klar. Es bedarf nur de ulen Willens, um es zu lösen.
Der treuen Bevölkerung an Rhein und Saar entbieten wir unseren herzlichen. Gruß. Die Reichs- regierung ist sich der schweren wirtschaftlichen Not bewußt, die dort infolge der Besetzung einen hohen Grad erreicht hat, und durch die die GrenzMtzW- nisse noch verschärft werden. Wir werden dieser Wirtschaftsnot unsere besondere Aufmerksamkeit widmen. Mit der Grundlinie unserer Außenpolitik hängt unsere Betätigung im Völkerbund aufs engste zusammen. Wir sehen im Völkerbund einen der wichtigsten Faktoren des internationalen Löbens und damit auch der Förderung der nationalen Interessen. Wir fini) entschlossen, an allen Aufgaben, die in Genf zu lösen sind, loyal mitzuarbeiten. Don den allgemeinen Völkerbundsproblemen steht jetzt im Vorderavi,nd unseres Interesses die
Svase dev alSsemerns« ÄbvSfiuvs
Die Entwaffnung Deutschlands ist bis zum letzten Ende durchgeführt, und kein Staat hat so viel für die allgemeine Sicherheit getan wie Deutschland. Das beweisen die Verträge von Locarno, unsere zahlreichen Schiedsverträge, die Annahme der Fakultativklausel des Weltgerichtshofes und unsere aktive Mitarbeit im Genfer Sicherheitskomitee. Deutschland ist der erste Staat gewesen, der dem neuerdings von den Vereinigten Staaten von Amerika vorgelegten allgemeinen Pakte zur Aech- tung des Krieges ohne Vorbehalt zugestimmt hat. Alles das gibt uns das Recht und die Pflicht,
mit allem Nachdruck die Forderung zu erheben, daß jetzt endlich mit der Durchführung der allgemeinen Abrüstung Ernst gemacht und so der sehnlichste Wunsch der Völker, die durch den furchtbaren Krieg gegangen sind, erfüllt wird.
Die Welt muß sich darüber klar werden, daß es auf die Dauer ein ungewöhnlicher Zustand ist, daß ein großes Land wie Deutschland einseitig abgerüstet sich inmitten von Ländern befindet, die bis an die Zähne bewaffnet sind. Vor eine weittragende Aufgabe wird uns die kommende Entwickelung in der
«evavatkottSsvage
stellen. Durch den Sachoerständigenplan und die Londoner Abmachungen vom Jahre 1924 ist es gelungen, das Reparationsproblem des politischen Charakters zu entkleiden und aus ihm eine finanzielle unb wirtschaftliche Frage zu machen. Seither ist die Durchführung des Sachverständigenplans reibungslos erfolgt. Die Sachverständigen selbst haben ihren Plan indes nur als eine vorläufige Regelung bezeichnet und es als notwendig hingestellt, diese vorläufige Regelung durch eine endgültige zu ersetzen, sobald die Verhältnisse dies ermöglichen. Mag der Zeitpunkt für die Inangriffnahme der Endlösung sich auch heute noch nicht genau übersehen lassen, so ist doch die Entwicklung weit genug fortgeschritten, um allen beteiligten Kreisen Naum für die Ueberzeugung zu schaffen, daß
die baldige Herbeiführung dieser Endlösung nicht nur wünschenswert, sondern auch möglich
ist. Deutschland wird es seinerseits nicht an der loyalen Mitwirkung fehlen lassen, um eine Frage endgültig zum Abschluß zu bringen, die sowohl für die deutsche Wirtschaft als auch für die Weltwirtschaft von größer Bedeutung ist. Indem ich daraus verzichte, die sonstigen Aufgaben unserer Außenpolitik, wie sie sich aus unseren Beziehungen zu den einzelnen Ländern ergeben, besonders auf- zuführen. wende ich mich nunmehr den Fragen der
LinnenvoUM
zu. Die deutsche Wirtschaft bedarf zu ihrer vollen Entfaltung der Entwicklung und Vertiefung ihrer weltwirtschaftlichen Beziehungen. Infolgedessen wird die Reichsregierung ihre Kraft daran setzen, durch
V-lege und Evwektevuns dev wettwrvtMafilGe« BetSLSguns die deutsche Wirtschaftskräfte zu stärken. Die neue Reichsregierung nimmt die vorbehaltlose Anerkennung der Ergebnisse der Genfer Weltwirtschaftskonferenz durch die bisherige Reichsregierung auf. Sie wird zu ihrem Teil, für ihre Verwirklichung sorgen und sich insbesondere an den Arbeiten zur Senkung der nach dem Kriege fast überall erhöhten Zolltarife durch internationale Vereinbarungen tatkräftig beteiligen. Neben den Genfer Arbeiten, die auf eine Senkung der Zölle Hinzielen, sind nach wie vor Handelsverträge das vornehmste Mittel zur Beseitigung von Hindernissen im Aus- tausch der einzelnen Volkswirtschaften. Die Erweiterung unserer handelsvertraglichen Beziehungen, insbesondere auch zu den östlich und südöstlich gelegenen Staaten, sieht die Reichsregierung als eine wesentliche Aufgabe an. Sie begrüßt es, daß die Verhandlungen mit dem stammesverwand- ten Oesterreich zu einem endgültigen und ab- schließenden Handelsvertrag in Wien eingesetzt haben. Die Reichsregirung wird auch den dritten Weg handelspolitischer Betätigung einschlagen, den die Weltwirtschaftskonferenz in ihrem Streben nach Erleichterung des Warenaustausches empfohlen hat: „autonome Maßnahmen auf dem Gebiete des Zolltarifs". Wichtig für die Gestaltung der Ausfuhr sowohl als auch für die Mchevung eines angemessenen Reallohnes der werktätigen Bevölkerung ist die
Vversseftattuns aus dem deutsGe« inneren Markt
Zu ihrer Beeinflussung dient neben einer auf die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit zielenden Handelspolitik vor allem auch die richtige Einstellung des Staates zu den großen, in Kartellen, Trusten und ähnlichen Formen unser Wirtschaftsleben beeinflussenden monopolistischen Organisationen. Diese Möglichkeiten der Staatsgewalt zu gewähren, liegt auch im wohlverstandenen eigenen Interesse jener Gebilde selbst, die alsdann bei der Allgemeinheit ein besseres Verständnis ihre Maßnahmen und bei der Regierung va» ou einem Zusammenarbeiten erforderliche Vertrauen lnden werden. Dadurch kann die Anwendung ge- etzlicher Maßnahmen gegen den Mißbrauch wirt- chaftlicher Machtstellungen auf das unbedingt er- orderliche Maß beschränkt werden. Für diejenigen Fälle, in denen eine solche Gemeinschaftsarbeit nicht zu erzielen ist, bedarf die bisherige Grundlage einer Ergänzung, die der Regierung die notwendige Kontrolle, Sicherheit und Möglichkeit gewährt, sachverständige Feststellungen darüber zu treffen, ob die Tätigkeit dieser Gebilde dem allgemeinen wirtschaftlichen Fortschritt zu dienen geeignet ist. Mit besonderer Sorgfalt verfolgt die Reichsregierung die Verhältnisse im Steinkohlenbergbau. Die deutsche Regierung begrüßt es, daß die hiermit zusammenhängenden Fragen vom ökonomischen Komitee des Völkerbundes einer internatioalen Betrachtung unterzogen werden und wird an dieser zu ihrem Teil bereitwillig mitarbeiten. Für das Gedeihen der Wirtschaft ist die Gestaltung der Trans- portoerhältnisse und des öffentlichen Nachrichtendienstes von ausschlaggebender Wichtigkeit. Die Reichsregierung wird ân der bisherigen Verkehrspolitik festhalten und bestrebt sein, durch organische Weiterentwicklung der verschiedenen Verkehrsmittel die günstigsten Bedingungen zur Hebung des Absatzes zu schaffen.
Die Reichsregierung ist sich bewußt, daß weite Kreise des Mittelstandes in Handwer, Handel unb Gewerbe sich in schwerer Notlage befinden und noch immer nicht eine gesunde Grundlage für ihre Existenz haben finden können. Diesen mittelständischen Kreisen Schutz und Förderung angedeihen zu lassen und einer durch die Bedürfnisse der Bevölkerung nicht gebotenen Ausdehnung der Betätigung Ler öffentlichen Hand angemessene Grenzen zu setzen, wird sich die Reichsregierung besonders angelegen sein lassen. Dem Handwerk gegenüber soll durch alsbaldige Vorlage und Verabschiedung der Handwerkernovelle das gegebene Versprechen der Regelung einiger wichtiger Organisationsfragen eingelöst werden. Den genossenschaftlichen Selbsthilfeeinrichtungen von Handwerk und Gewerbe ist tatkräftige Förderung zu verleihen. Die durch die Schaffung der Verdingungsordnung für Bauleistungen für ein beschränktes Gebiet getroffene Regelung soll unter Mitwirkung der beteiligten
Kresse auf das gesamte öffentliche Vergebung swesen zweckenssprechend ausgedehnt werden. Dabei sollen die mittleren und klemeren Betriebe besonders berücksichtigt werden. Der Heranbildung eines «rs- reichenden Stammes an Facharbeitern zu Quali- tätsleistungen muß durch eine umfassende Regelung der Berufsausbildung des Nachwuchses in Industrie, Handel und Handwerk Rechnung getragen werden. Diesem Zweck dient das Berufsausbildungsgesetz, das alsbald eingeb racfjt wird. Artikel 165 der Reichsverfassung sieht die gleichberechtigte Mitwirkung der Arbeitnehmer in der Wirsschaft und Sozialpolitik vor. Seiner weiteren Verwirklichung dient
der Gesetzentwurf über den endgültigen Reichs- wirtschaftrrÄ,
der in nächster Zukunft den Reichstag beschäftigen wird. Eine der wichtigsten und ersten Aufgaben des endgültigen ReichÄoirsschastsrates wird es sein, Vorschläge zur weiteren Ausführung des Artikels 165 mit dem Ziele einer steigenden Mitbeteiligung Ler Arbeitnehmer an der gesamten wirtschaftlichen Entwickelung der produktiven Kräfte zu beraten. Auch in den deutschen Grenzgebieten, die infolge ihrer Sage einer Reihe besonderer Schwierigkeiten ausgesetzt und daher erhöhter Fürsorge bedürftig sind, muß dies geschehen.
Es gibt keine isolierte Wirsschaft einzelner Bezirke, sondern nur eine einheitliche deutsche Wirtschaft. Ebenso ist es notwendig, den verschiedenen wirtschaftlichen Interessen, deren Betreuung innerhalb der Reichsregierung aus technischen und organisatorischen Gründen verschiedenen Ministerien zugeteilt ist, einen angemessenen Ausgleich auf eine Behandlung unter einheitlichen Gesichtspunkten zu sichern. Die Notlage weiter Kresse und Gebiete ber deutschen
Landwirtschaft
hält unvermindert an. Die Wiederherstellung bet Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe ist die Voraussetzung ihrer Erhaltung und damit der Erhaltung des deutschen Landvolkes, dessen das Deutsche Reich im Interesse seiner Wirtschaft uni eines gefunden Aufbaues des deusschen Volkes un umgänglich bedarf.
Die Reichsregierung ist sich der Gefahr durchaus bewußt, daß bei Rückgang der landwirsschaft- lichen Produktton unsere (Ernährung in verstärktem Maße vom Auslande abhängig wird, und bie dann nötige vermehrte Nahrungsmittelein- fuhr unsere Handelsbilanz belastet. Zur Setamp’ fung dieser Gefahren und zur Behebung der Not läge der Landwirtschaft sollen die Maßnahmen bee Reiches zur Förderung der Bodenverbesserung uni zur Hebung der technischen Grundlagen der land wirtschaftlichen Erzeugung fortgeführt werden.
Auf der Grundlage des vom letzten Reichstag beschlossenen Hilfswerkes sollen die Arbeiten zur Qualitätssteigerung und zur Standardisierung wichtiger Produkte und zur Verbesserung, der Absatz- organifationen unter besonderer Berücksichtigung der Edelerzeugnisse der bäuerlichen Wirsschaft fortge führt werden. Die Menge kurzftistiger Kredite, drin dieser Verschuldung enthalten sind, gefährdet fort gesetzt die rationelle Fühning der Betriebe.
Die Umwandlung dieser Kredite in langfristige Verschuldung und die Senkung der Zinssätze aller landwirtschaftlichen Schulden wird ange- sirebt werden.
Die Reichsregierung wird die landwirtschaftliche Siedelung nachdrücklichst mit dem Ziele fordern, eine gesunde Verteilung der Bevölkerung und ihrer einzelnen Gruppen zwischen Stadt und Land zu er- ^DK^Reichsregierung beabsichtigt die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den
Achtstundentag
und wird in den internationalen Verhandlungen an der Beseitigung der hinsichtlich der Revision des Bekommens zurzeit bestehenden Ungewißheit und der seiner allgemeinen Ratifizierung entgegenstehenden Hindernisse mit allen Kräften mitarbeiten. Wie wird den bereits vom Reichsrat verabschiedeten Ent- wurf eines Arbeitsschutzgesetzes dem Reichstag alsbald vorlegen, ebenso auch den zu feiner Ergänzung erforderlichen Entwurf etne- Bergarbeitergesetzes. Neben dem Arbeitsschulgesetz wird vor allem die Neugestaltung der Seemannsordnung, des Tarifvertragsrechts uno bes allgemeinen Arbeitsvertragsrechts zu fordern em, um das von der Verfassung verheißene einheitliche Arbeitsrecht baldmöglichst zum Abschluß zu bringen. __________ ...
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