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1928
— Die Versuche Hermann Müllers. ein Kabinett ter Großen Koalition ohne fraktionsmäßlge Bindungen zu bilden, werden als gescheitert betrachtet.
Müller-Franken wird heute den Reichspräsidenten davon in Kenntnis sehen und den Auftrag zur Regierungsbildung zurückzugeben.
' — Das Kabinett Pilsudski ist zurückgelrelen und m seine Stelle ein Kabinett Barkels mit fast der gleichen Zusammensetzung ernannt worden.
— Bundeskanzler Dr. Seipel lehnte vor dem
Kationatraf den wirtschaftlichen Anschluß Oester- reichs an die Kleine Entente ab.
— In England ereignete sich ein schweres Lssenbahnunglück. Die Zahl der Todesopfer beträgt 18.
VrmDeskamletr Dv. Geisel
Wee die Sterne stetste
Wien, 27. Juni. Im Nationalrat kam es heute unerwartet zu einer außenpolitischen Debatte, als der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Otto Bauer bei Beratung der ersten Lesung eines Zusatzabkommens zum Handelsvertrag mit Ungarn die jüngsten von den Außenministern der Kleinen Entente abgegebenen Oesterreich betreffenden Erklärungen kritisierte und sodann folgende Erklärung namens seiner Partei abgab: Wir wissen sehr genau, daß heute dem Anschluß noch unüberwindbare Widerstände entgegenstehen. Wir sind feine Freunde der Methode, die Bevölkerung über Tatsachen zu täuschen, aber wir werden uns gegen jede politische Bindung wehren, die — unter" welchem 'Vorhaben immer — zwischen dem Deutschen Reich Und Deutsch-Oesterreich eine Schränke auf
Ssses sein könnte, MW beseitigt waren
Bundeskanzler Seipel erklärte auch, er müsse feststellen, daß mit großer Energie von den kleinen Entente-Ministern eine Erklärung gegen den An-
klärungen Marinko- us erste Mal sâ, Laß
-.....,—....... Erklärung gegen den Anschluß Oesterreichs an das Deutsche Reich abgegeben wurde. Seipel glaubt nicht, daß diese Erklärungen eine größere Bedeutung haben, als die Richtung der Politik der Staatsmänner, die sie machten, klar- erkennen zu lassen.
Dr. Seipel befaßte sich dann hauptsächlich mit teil wirtschaflspoltischen Erklärungen Marinko- witschs und betonte,,daß es düs erste Mal sA, daß von einem Außenminister eines der österreichischen Nachbarstaaten ausdrücklich das Geständnis gemacht werde, daß die bisher angewendeten protektionistischen Methoden die Existenz- und Entwick- lungsmöglichkeit Oesterreichs beeinträchtigt hätten. Der speziellen Lösung, die Herrn Dr. Morinkowitsch vorschwebt, hat er allerdings keinen sehr guten Dienst geleistet dadurch, daß er den Ausdruck ge- vroucht hat von einem von der Kleinen Entente ausgehenden Wirtschaftssystem, als zu welchem ge- Mig die Kleine Entente Oesterreich betrachtet." habe immer jene österreichische Außenpolitik vertreten, die uns von politischen Bindungen besonderer Art vollständig ferngehalten hat. Die in der letzten Zeit aber an uns mehr oder weniger deutlich gerichteten Aufforderungen, in eine nähere Beziehung zur Kleinen Entente zu treten, haben deshalb abgelehnt, weil eben die Kleine Entente eine politische Entente ist, weil sie eben gerade nicht wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund gestellt hat. Und das ist auch etwas :?ues von der letzten Bukarester Konferenz, daß me Kleine Entente wirtschaftspolitische Aufgaben Men will.
Muster Marmkomitsch hat in den Andeutungen vver zukünftige Pläne die poltische Kleine Entente das Maßgebende hingestellt und davon gespro- W, daß Oesterreich nicht in diese politische Kleine stente hineiwkommen soll, aber zu einem Wirt- iMftssystem gehörig sei, das von der politischen ^mnen Entente ausgehe. Es ist für uns nicht sehr verlockend, denn sozusagen Mitglied zweiter "laIfe einer Vereinigung von Staaten zu sein. Die AHSnDevnns des Mahl- seßetzes m Metklenhuvs-
Grhwevln
. ^"“'h» 27. Juni. In der heutigen Sitzung es MEenburg-Schwerinschen Lantags wurde der Gesetzentwurf,zur Abänderung des Landtagswahl- Netzes, der die vom Staatsgrichtshof für das „EMche Reich als verfassungswidrig bezeichneten mecklenburgischen Wahlbestimmungen beseitigt, mit Stimmen fast aller Abgeordneten in erster und ^Eer Lesung angenommen. Es handelt sich bei ,, besetz um die Aufhebung der Wahlbeschrän- ungen für kleinere Parteien durch die Hinter- . 8^9 von Kautionen und Leistung von 3000 Un- ^Wifhm-’üor Zulassung eines Wahlvorschlages. f 16 dritte Lesung des Gesetzentwurfs mußte ver- °gt werden, da "von kommunistischer Seite gegen sofortige Behandlung widersprochen wurde.
Wieder gescheitert?
HrtsDenbuvs lehnt den SKeVanzlev ab - Das Jentvnm schlägt das SLnanzmittiftevium ans und vevlangt das LnnenmKMevwm - Die Sozialdemokeatett bebavee« beè Gevevlttg als ^nnenminSfiev
Berlin, 27. 3unL Die Verhandlungen Hermann Müllers drehten sich am Mittwoch allein darum, die ernsten Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Zentrum über die Besetzung des Vizekanzlersposlens durch Dr. Wirth zu beseitigen. Die den ganzen Tag fast ununterbrochen geführten Verhandlungen haben diesen Gegensatz nicht aus der Welt zu schaffen vermocht. Müller-Franken blieb nichts übrig, als sich um 6.30 Uhr zum Reichspräsidenten zu begeben, v. Hindenburg erklärte, daß er nicht gewillt sei, sich von einer Partei Vorschriften machen zu lassen und hielt seine Bedenken gegen die Errichtung eines Vizekanzlerposlens aufrecht. Müller-Franken teilte den Standpunkt des Reichspräsidenten der Zentrumsfraktion mit. Diese faßte den Beschluß, an ihren bisherigen Ansprüchen festzuhal- len. Damit betrachtet Müller-Franken seinen letzten Versuch als gescheitert. Er wird sich morgen Donnerstag erneut zum Reichspräsidenten begeben.
ÄrÄllev-SvanSen beim sreZchspträftdeuie«
Berlin. 27. Juni. Ueber den Besuch des Abgeordneten Müller-Franken wird folgende amtliche Mitteilung ausgegeben:
Abgeordneter Müll er-Franken berichtete heule nachmittag dem Herrn Reichspräsidenten über den weiteren Fortgang seiner Verhandlungen mit den für die Regierungsbildung in Betracht
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kommenden Persönlichkeiten und den Frakttonen des Reichstages. denen diese Herren angeboren, j^jg»^^ ... ■„ ..... .. i^,.--- teitfii gestoßen, Saß
nach ihren heutigen Erklärungen darauf bestehe, entweder für den Abg. Dr. Wirth neben dem Verkehrsministerium auch das Amt eines Vizekanzlers oder anstelle des Verkehrsministeriums ein politisches Ministerium, wie das des Innern, zu verlangen; er sehe bei dieser Sachlage keinen Weg mehr für aussichtsreiche
Verhandlungen.
Der Herr Reichspräsident erklärte, daß er an sich ein Bedürfnis für die Besetzung des in der Verfassung und der Geschäftsordnung der Reichsregierung nicht als regelmäßige Einrichtung vorgesehenen Amtes eines Vizekanzlers nicht anerkennen könne, es im übrigen auch a b l e h n e u müsse, in Ausübung feiner verfassungsmäßigen Rechte sich von einer Fraktion für die Zusammensetzung des Reichskabinelks besondere Vorschriften machen zu lassen; er ersuchte den Abg. Wâller-Franken, diese seine Entschließung der Zentrumsfraktton mitzuteilen.
Abg. Müller-Franken wird dem Herrn Reichspräsidenten im Laufe des morgigen Vormittags Bericht über seine weiteren Besprechungen mit dem Vorstand der Zentrumsfraktion erstatten.
Svfölslose Abettvvorbandlunge«
Berlin, 27. Juni. Gegen 6.30 Uhr erschien Abg. Wüller-Franken wieder im Reichstage und berief sofort die Zentrumsabgordnteen Esser und Dr. Stegerwald zu sich, um ihnen von den Bedenken des Reichspräsidenten \ Mitteilung zu nuâben. Wüller-Franken teilte dem Abg. Stegerwald den Inhalt seiner Unterreduna mit dem Reichspräsidenten sofort mit. Der Abg. Stegerwald erwiderte, daß die Zentrumsfraktion sich am heutigen Tage nicht mehr auf die Schaffung des Amtes eines Vizekanzlers versteift habe, sondern als zweite Lösung in Vorschlag gebracht habe, daß man dem Zentrum anstelle eines der kleineren Winisterien ein Reichsministerium wie das Reichs- innenräinisterium überlassen möge. Der Abg. Wüller-Franken erwiderte, daß seine Fraktion, auf Severing als Innenminister nicht verzichten würde, dagegen' habe ihm der Abg. Hilferding persönlich erklärt, daß er bereit wäre, auf die Uebernahme des Reichsfinanzministeriums Zu verzichten, wenn dadurch ole Regierungsbildung gefördert werden könnte. Der Abg. Slegerwald bemerkte, daß er das Finanzministerium in diesem Sinne als politisches Winisterlum nicht anzusehen vermöge.
Die Zentrumsfraktion nahm zu den Willeilun- gen Stellung und ließ den Abg. Wüller-Franken wissen, daß sie die Vorschläge ihrer Unterhändler billige und auf ein politisches Winisterium nicht verzichten könne, daneben jebodj nur das Verkehrsund das Ministerium der besetzten Gebiete verlange.
Die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion nahm davon kmnlnis. Der Abg. Dittmann stellte als Vorsitzender fest, daß die Fraktion einmütig an der Besetzung des Reichsinnenministeriums durch den Abg. Severing festhalle. Wie verlautet, sieht nunmehr Hermann Müller keinen anderen Weg mehr, als seinen Auftrag morgen in die Hände des Reichspräsidenten zurückzugeben.
Sie Bevttnev LUovgen-Pvesse über die Lage
Berlin, 28. Juni. (Letztes Telegramm.) Der „T ä g l. Rundschau" zufolge hat auch die gestern in später Abendstunde noch erfolgte Besprechung zwischen dem Abgeordneten Müller-Franken und den Unterhändlern des Zentrums, den Abgg. Esser und Stegerwald, eine Veränderung der Lage nicht ergeben. — Die „Germania" wirft einen ausführlichen Rückblick auf die letzte Phase der Bemühungen des Abgeordneten Müller-Franken um die Regierungsbildung, worin sie erklärt: „Die So- I zialdemokratie weiß i, daß. y_e. sächlichen
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verlaufen sind und daß die Große Küalition in fraktioneller Gebundenheit an der Deutschen Volkspartei gescheitert ist. Heute will sie der Deutschen Volks- partei den Dank dadurch abftatten, daß sie den Einflüsterungen Stresemanns folgend, der Vizekanzler- schaft Dr. Wirths Schwierigkeiten macht. Oder gibt es in der Sozialdemokratie selbst Poliitker, die einen Eintritt von Dr. Wirch in das Reichskabinett nicht wünschen, weil sie glauben, daß dadurch ihre persönlichen Interessen gefährdet sind? Es ist ausfallend, daß in den Wandelgängen des Reichstages Informationen von einer Seite ausgegeben wurden, deren Tendenzen gegen die Wünsche des Zentrums gerichtet waren. Es wäre reizvoll, über deren Sinn bei Herrn Breitscheidt anzufragen. Bedauerlich ist, daß Hermann Müller, den wir außerordentlich
>.itzen, diesen Einflüssen unterlegen zu sein scheint. Den Mißerfolg hat er nicht uns, sondern diesen Umständen zu verdanken." — In den Ausführungen des Berliner Zentrumsorgans befindet sich dann noch der bemerkenswerte Satz: „Die Tore sind auch heute noch nicht versperrt, obwohl wir nicht wissen, was für Lösungen nunmehr angestrebt werden sollen."
Der „Vorwärts" schreibt: „Wenn sich Hermann Müller km Einverständnis mit der sozialdemokratischen Fraktion bereit erklärt hatte, seinen Widerspruch gegen Wirth als Vizekanzler aufzugeben — während der Reichspräsident und die Deutsche Volkspartei den ihren ausrecht erhielten — wenn schließlich Hilferding sich bereit erklärte auf das Finanzministerium zu verzichten, so muß man schon sagen, daß die Sozialdemokratie beinahe mehr als das Mögliche getan hat, um mit Wirt und seiner Fraktion zu einer Verständigung zu gelangen. Es hat aber nichts genutzt.
Die „DAI" schreibt: Man rechnet in politischen Kreisen damit, daß der Reichspräsident nunmehr einen anderen Politiker mit der Führung aussichtsreicher V für eine Regierung beai und zwar sei eine ______________
Aussicht genommen, die eher als Müller-Franken eine Chance für ein Gelingen dieser schwierigen Aufgabe zu bieten vermag.
>erhan dlungen ^. uftragen wird Persönlichkeit dafür bereits in
Scholz gegen Stvesemann
Berlin, 27. Juni. Die „Soff. Ztg." meldet, daß in der heutigen Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei Abg. Scholz erklärte den Vorsitz in der Fraktion niederlegen zu wollen, und zwar aus Verstimmung darüber, daß der Parteiführer Dr. Stresemann sein bekanntes Telegramm an Müller-Fran- 'geschickt hatte, ohne sich vorher mit Dr. in Verbindung gesetzt oder ihn unterrichtet
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Scholz ... _____ „ „ . ..
zu haben. Dr. Scholz wird den Vorsitz aber wohl behalten, da die Fraktion ihm mit Stimmeneinhelligkeit ihr Vertrauen votiert hat.
Ueber die Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei liegt folgende Meldung vor:
In der Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei, die fünf Stunden dauerte, wurde in geheimer Abstimmung folgende Entschließung einstimmig angenommen: Die Fraktion dankt ihrem Vorsitzenden und Führer aufs wärmste für seine nun fast fünf Jahre währende unermüdliche Opferwilligkeit und erfolgreiche Arbeit im Dienst für Fraktion, Partei und Vaterland, insbesondere auch für die ge
schickte und zielbewußte Führung der Verhandlungen zur Regierungsbildung in den letzten Wochen und spricht ihm ihr uneingeschränktes Vertrauen aus."
von allen
Eine weitere Entschließung besagt: „Die Fraktion stellt fest, daß die richtige Leitung der Partei und der Fraktion eine ständige enge Fühlung aller an den politischen Entscheidungen Beteiligten unterein. ander und mit dem Fraktionsführer voraussetzt und erwartet daher, daß dementsprechend Fraktionsmitgüedern verfahren wird."
Zur Regierungsbildung wurde schließlich noch folgendes beschlossen: „Die Fraktion will, um das Zustandekommen der Regierung nicht ihrerseits zu verzögern, gegen eine Beteiligung ihrer beiden bisherigen Minister an einer nicht fraktionsmäßig gebundenen Regierung keine Ei n w e n - düngen erheben. Sie stellt jedoch ausdrücklich fest, daß ihre Haltung zu etwaigen Vertrauens- und Mißtrauensvoten dadurch in keiner Weise g e- b n d e n ist und insbesondere von dem Inhalt der Regierungserklärung abhängig sein wird."
Eine neue Fraktionssitzung der Deutschen Volks- partei ist für Donnerstag 5 Uhr einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen „Die liberale Vereinigung" und „Die politische Lage".
Nablus« Viiludl« rnviirk-
Ein Kabinett Bartels gebildet.
Warschau, 27. Juni. Heute nachmittag hat Mi- nisterpräsident Marschall Pilsudski dem Präsidenten der Republick das Rücktrittsgüsuch des gesamten Kabinetts überreicht. Der Präsident der Republik hat die Demission angenommen und den bisherigen stellverttetenden Ministerpräsidenten Prof. Dr. Casimir Bartels zum Ministerpräsidenten ernannt. Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Bartels hat der Präsident der Republik als Minister des neuen Kabinetts die Minister des vorigen Kabinetts mit zwei Ausnahmen ernannt. An Stelle des bisheri- g&H _ Unfeiri Ministers Jobruck wurde zum er der bisherige Bretter des politischen Departements des Innenministeriums Casimir S w i t a l s k i und an Stelle des bisherigen Verkehrsministers Romocki der Ingenieur Alfred Kühn zum Verkehrsminister ernannt. Mar- schall Pilsudski übernimmt im neuen Kabinett das Krisgsminifterium.
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Dem chrttieebasss
London, 27. Juni. Im Unterhause fragte Abg. Buxton den Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, ob er angesichts der kürzlich von dem polnischen Außenminister abgeyebenenErklärung die Versicherung abgeben wolle, daß die englische Regierung die Gewährung weiterer Garantien an die polnische Regierung in Verbindung mit der Räumung des Rheinlandes nicht ins Auge fasse. — Chamberlain antwortete: Die großbritannische Regierung hat wiederholt sestgestellt, daß England nicht in der Lage ist, weitere Garantien zu geben oder ihre Verpflichtugnen aus dem Völkerbundspakt und dem Vertrage von Locarno zu erweitern. — Ponsonby fragte hierauf: Kann man demnach der Auffassung sein, daß die englische Regierung Hin-M sichtlich der Frage der Rheinlandräumung vollstän- M big freie Hand hat? — Chamberlain antwortete: Gewiß müssen wir uns mit anderen Mächten ins Benehmen setzen, aber wir haben keine weiteren Verpflichtungen. — Garro Jones fragte dann: Wenn der Staatssekretär des Auswärtigen in her Angelegenheit freie Hand hat, hält er dann nicht die Zeit für gekommen, wo wir unsere Truppen aus dem Rheinland zurückziehen müssen? — Chamberlain empfahl dem Fragesteller, feinen Parteifreund Lloyd George darüber zu befragen, warum dieser die Frist von 15 Jahren in den Vertrag von Versailles habe aufnehmen lassen. Wenn er auch selbst zur Zeit des Wschlusles des Vertrages dem Kabinett angehört habe, so kenne doch Lloyd George den Vertrag und besten Gedankengänge besser.
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Genf, 27. Juni. Unter dem Vorsitz des tschechischen Außenministers Benesch ist das «icher- Heitskomitee heute vormittag zu feiner dritten Ta. gung zusammengetreten. Deutschland ist wieder durch Staatssekretär z. D. v. Simson vertreten. In feiner Eröffnungsrede entwickelte Benesch-da-. Arbeitsprogramm der Tagung, die vorausfichtli» bis zum 5. Juli dauern wird. Er erklärte, baß M deutschen Anregungen angesichts ihrer Bedeutung eine gründliche Aussprache verdienen. Bus Bor- schlag deß Vorsitzenden wurde ein zwolfgliedriger Redaktionsausschüß eingesetzt, von dem zur Beschleunigung der Arbeiten die Bemerkungen der einzelnen Delegationen zur Tagesordnung zunächst geprüft und berücksichtigt werden ihuen.
Den Schluß der Sitziing bildete ein Referat ber belgischen Delegierten Rolland xiaque m y n», über sein Memorandum über die deutschen Anre- qungen. Nach seiner Auffassung könne mit den deutschen Anregungen nützliche Arbeit geleiste
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