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I MVGeneVaS ÄnzeigZr für^W^WOana« Gtadt und Lund

»scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben jBMMt RM.1-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer io, Freitag 15, chiwstsg 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite z R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. Offertengebühr 50 R-Pfg.

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Mittwoch

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Lezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstag« der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,395»

de« 26. Amt

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t Müller-Franken hat ein provisorisches Re- Merungsprogramm ausgearbeitel, das heute den einzelnen Fraktionen zugestellt werden soll.

S Die deutschen Ozeanflieger wurden gestern [mittag feierlich nach der Hansastadt Bremen einge- holt. Heule mittag erfolgt der Empfang in Berlin.

Die bayerische Slaaksregierung ist heute zu- Wöckgetrelen.

I Rach dem neuesten Ausweis hat sich die Ka- -pikalânlage der Reichsbank um 250 Millionen Meichsmark verringert.

W Das englische Oberhaus stimmte gestern einer Lulfchließung Lord Lecils zu, die den Zusammen­tritt des vorbereitenden Abrüstungsausschusses vor der nächsten Völkerbundssitzung fordert.

:Die Slabiliserung des französischen Franken ist für nächsten Samstag in Aussicht genommen.

8' Robile hat wiederum Flugzeuge wahrgenom- Wen. Von Amundsen liegt keine Rachricht vor.

Die MwZesßOs Regierungsbildung

Berlin, 19. Iuni. 3m Reichstage setzte Abgeordneter Müller-Franken am Dienstag gegen 11 Uhr seine Besprechungen mit den Verhandlungskommissionen der sozialdemokra­tischen, der demokratischen, der Zentrumsfraklion u. der Fraktionen der Deutschen u. Bayer. Volksparkei fort Die Besprechungen waren um 12.15 Uhr beendet. Ihren Gegenstand bildeten heute die Fragen der Reichswehr, der Amnestie und des Verfassungskages. In allen diesen Fragen zeigten sich jedoch einstweilen unüberwindliche Schwierigkeiten. Die weiteren inter­fraktionellen Besprechungen sind auf Milkwochnachmiktag 5 Ahr vertagt worden.

Berlin, 19. Juni. Der interfraktionelle Ausschuß tagte heute etwa eine Stunde lang und beschäftigte sich mit dem Reichswehretat, der Amnestievorlage und der Frage des Ver­fassungstages. Eine Einigung wurde in keinem Falle erzielt. Was den Bau des Panzerkreuzers anlangt, so traten Zen­trum und Deutsche Volkspartei weiter für den Bau ein, während Sozialdemokraten und De-

Kreisen will man aber wissen, daß doch bereits stärkere Kompromißmöglichkeilen in den Vordergrund rücken. Inzwischen kommen nun auch die Verhandlungen in Preußen in Fluß. Ministerpräsident Braun wird morgen vormittag um 11 Uhr die Vertreter der Landtagsfraklion der Deutschen Volkspartei emp­fangen, und in dieser Besprechung wird nicht nur über den Zeitpunkt der Regierungserweiterung, sondern bereits über die programmatische Grund-

ÄlbvüfinttssdedaiLe im ensMchen Sbevhuns

6 London, 19. Juni. Heute fand im Oberhaus «merkenswerte Abrüstungsdebatte statt. Lord

eine

Tecil erklärte, es sei wünschenswert, daß der vor- leseitende Abrüstungsausschuß vor der Zusammen- hrnft der nächsten Völkerbundsversammlung zusam-

de Er errinnerte das Haus an die von den

.Uiuucn Jn Versailles übernommenen igèn, vbzurüsten, und betonte, daß das int hat, wie wenig zufriedenstellend 1 irtige Abrüstungslage sei.

mokraten ihre Gründe gegen den Bau wieder­holten. Auch in der Amnestiefrage gingen die Meinungen auseinander. Während die Sozialdemokraten sie schon in der Sommer- tagunng des Reichstages verabschiedet haben wollen, traten andere Fraktionen für'eine Ver­tagung bis zum Herbste ein. Die Bayerische Volkspartei sprach sich gegen eine Reichs­amnestie aus, weil dadurch in die Justizhoheit der Länder eingegriffen werde. Auch in der Frage des Verfassungstages ließ sich keine Einigung erzielen, so daß auch diese Frage

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di- aeaen- 3U erklären, sind bisher nur das

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iDer Allgemeine vorbereitende Ausschuß des I Völkerbundes habe so gut wie nichts getan, Raußer daß er den Vorschlag der Sowjetregie- Irung verwarf. Eine solche negative Haltung »müsse eine entmutigende Wirkung auf biejeni- igen haben, die bestrebt seien, etwas vereinbart zu sehen.

Beeil hob hervor, daß Deutschland bestrebt sei, die Drage vorwärts zu bringen. Die Russen, sagte er, Müssen sich sei es ehrlich oder unehrlich (und E drückte keine Ansicht in diesem Punkt aus) der Worderung nach irgend einer Tat an. Zum Schluß Mb Lord Cecil der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung nicht einen rein negativen Standpunkt -einnehmen werde. L o r.d Cushendum ant- Wvrtete für die Regierung und erklärte, er glaube Mcht, daß man zu einer Lösung durch irgend welche Bnberen Mittel gelangen könnne, als durch die Methode ruhiger Erörterung. Die in der Völker- Mndsgefetzgebüng niedergelegte Verpflichtung, ab= Mmften, habe ihre Grenzen, die durch die Rücksicht Auf die nationale Sicherheit vorgezeichnet sei. Wenn Land erkläre,unsere nationale Sicherheit er= Mrdert die und die Rüstung", so habe man keine Macht, er zu zwingen, die etwa vom Völkerbunds- Mt formulierten Plätze anzunehmen. Er habe den Mbrüstungsvorschlag der deutschen Delegation ab- Mlehnt, weil die technischen Ratgeber der Ansicht M>sn, daß es einer dritten Partei niemals möglich Mm ivevde, kriegführenden Parteien einen Waffen- Mllstand aufzuerlegen. Gushendum erklärte, daß Weiseitige Verträge und noch mehr regionale Ver- Mâge, wie Locarno, eine bessere Methode zur Siche- Wng des Weltfriedens darstellten, als die großen Migemeinen Verträge. England könne mit vollem Mkcht und Stolz auf die Beihilfe Hinweisen, die es Muropa in der kritischsten Zeit geleistet habe, und Folgt unserem Beispiel, wenn dies möglich und schafft in einem anderen Teil Europas MNen Locarnovertrag nach denselben Grundsätzen." Mushendum bezeichnet den sinischen Vorschlag be- Mugiich der finanziellen Unterstützung einer ange- M'Iicnen Nation als einen sehr wichtigen Beitrag ^ gesamten Frage der Sicherheit und sagte, die MNtischen Vertreter seien die Hauptführer in der merstützung dieses Vorschlages gewesen. Cushen- schließlich der Ansicht Ausdruck, daß es der des Vorsitzenden überlassen bleiben möge, M nn der Ausschuß zusammenberufen werden soll, ^..uchtigen. Zeit werde eine Zusammenkunft des M bereitenden Ausschusses zu einem nützlichen Er- ijeonts führen.

Oberhaus stimmte hierauf mit einigen Ab- ^nfKn der Entschließung Lord Lecils zu, die Ku*' F^mentritt des vorbereitenden Abrüstungs- MWuffes vor der nächsten Völkerbundssihung for- r n und vertagte sich hierauf . j

NEsSsE Mev das ; ÄbsKsttmssptr-blent

leb?? V19> 19- 3uni. Im Rahmen einer Sund- Be J Danziger Liga für Völkerbund, zu der

" 9 w*^ der diplomatischen Vertretungen in waren, sprach in Zoppot Graf Honte ^ "der das Abrüstungsproblem. Er be-

die Demokraten grundsätzlich bergètreten. Dazu kommen noch die unvermindert weiterbestehen­den Gegensätze in der Steuerpolitik und über die Vorbehalte bei der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtstun­dentag und schließlich in der Wohnungspolitik.

läge der Koalition verhandelt werden. In gut t richteten Kreisen des Reichstages kennzeichnet

if unter-

man

die Situation im ganzen dahin, daß die noch nicht behobenen Schwierigkeiten zwar nicht zu verhehlen sind, daß aber der Wille zur V e r'si ä n d i- gung immer deutlicher in die Erscheinung getre­ten ist, und somit die Aussichten der Regierungs­bildung immerhin zuversichtlicher beurteilt werden können.

FSVdSVUNDA« des DeMMZN

Mev wav dev MSvdev Tschaus-Tso-Lins? Zunehmende russisch-japanische Spannung in der Mandschurei.

Zunächst und zum letzten Mal: Ist Tfchang- Tfo-Lin nun endgültig tot? Die in der mand­schurischen Hauptstadt Mukden von Japanern in chinesischer Sprache herausgegebene Zeitung Shen-Tsin-Schi-Bao" meldet, daß die zivilen und militärischen Behörden der drei östlichen Provinzen Chinas (ix h. der Mandschurei) die Frage des Nachfolgers Tfchang-Tso-Lins be- dahingehend gelöst haben, daß der Sohn Tfchang-Tso-Lins, Tfchang-Sue-Lian, den Poften des Vaters übernehmen soll. Auch ist eine Strömung zugunsten des General­stabschefs der Novdarmee Jan-Ju-Tin _ im Gange. Aus dieser Meldung ist zu schließen, daß in der Mandschurei selbst das Ableben Tschang-Tso-Lins kein Geheimnis mehr ist.

raten und

Daß die Meldung aus japanischen Quellen stammt, bietet Gewähr für ihre Richtigkeit; denn die Japaner wissen oiel, von den Ereig­nissen in China. Ja, sie wissen mehr, als es manchen erwünscht ist und mehr, als es höchst­wahrscheinlich der Wahrheit entspricht. Diese ihre Kenntnis stellen die Japaner freigiebig zur allgemeinen Verfügung. So glauben sie, das Geheimnis endgültig gelöst zu haben, das die näheren Umstände des Todes Tschang-Tso- Lins immer noch umhüllt. Wer hat das Atten­tat auf den Zug Tschang-Tso-Lins verübt? Wer hat den nordischen Diktator ermordet?

in jornjet-

as KomMkk" vrW^

nifiert hat. Die in Dairen erscheinende Zei­tungMandfho-Bao" schreibt:Die japanische Militärbehörde in Mukden hat festgestellt, daß zwei von der japanischen Wache kurz nach dem Attentat auf den Zug Tschang-Tso-Lins er­stochene Chinesen Handgranaten russischer Herkunft bei sich trugen." Dieselbe Zeitung meldet an demseLen Tag, daß die Explosion des Arsenals in Mukden ebenso die Sache russischer Kommunisten sei: Eine Reihe von Arbeitern des Arsenals wurden von roten Russen in die kommunistische Bewegung hin­eingezogen und trugen sich mit verbrecherischen Planen; ein Teil davon konnte entdeckt und hingerichtet werden. Ein anderes, wiederum japanisches, diesmal aber in englischer Sprache erscheinendes BlattMandshuria Daily News" nennt einen gewissen Snakow, der sich als weißer Russe ausgabt, im Innern seines Her­zens aber ein roter Russe war, als solcher zum Arsenalarbeiter wurde und eine ganze Ver­schwörung organisierte. Auch er wurde er­schossen.

Es geht aber noch weiter: Die Pläne Mos­kaus beschränken sich keineswegs darauf, hie und da Attentate und Explosionen in terroristi- scher Weise anzustiften. Moskau bereitet viel­mehr einen offen Angriff auf die Mandschurei vor. Das japanische Amtsorgan in Dairen Nansiu-Nippo" veröffentlicht in der Nummer vom 8. Juni einen Leitartikel unter dem Auf­sehen erregenden Titel:Die Sowjetregierung will die ostchinesische Bahn besetzen!" In diesem Artikel liest man u. a. folgende Zeilen:Es ist ernstlich zu befürchten, daß die Ereignisse in der Mandschurei direkt zu einem neuen Weltkrieg führen werden. Man muß unbedingt die Pläne derjenigen durchkreuzen, die nur auf einen günstigen Augenblick warten. Unter Beteili­gung der kommunistischen Partei sind wicbtige Ereignisse in Vorbereitung." Die japanische Charbin-Nizi-Nizi" vom 14. Juni spricht von Kriegsvorbereitungen Sowjetrußlands. An wichtigen sibirischen Punkten, in der Nähe der mandschurischen Grenze, wie Nikolsch-Ussurijsk, Chabarowsk und Tschita ist eine ganze Armee konzentriert, die aus acht Infanterie-, zwei Kavallerie- und zwei Artillerie-Divisionen be­steht und qualifizierte Ingenieur-Abteilungen zur Verfügung hat. In Transbaikalien befin­den sich sechs Infanterie-Divisionen und 25 Kriegsflugzeuge. Die chinesische Charbiner- ZeitungHo-Tsi-Se-Bao" veröffentlicht aus japanischen Quellen solche Nachrichten über die Aktivität Moskaus in der Mandschurei und an der ostchinesischen Bahn, daß ein winziger Teil davon genügen würde, um einen russisch- japanischen Krieg in der Mandschurei in aller- nächster Zeit unabwendbar zu machen.

Am Nachmittag traten dann die Frak­tionen zusammen, um die Berichte ihrer Unterhändler über die Ergebnisse der bis­herigen Aussprache, die alserste Lesung des Regierungsprogramms" bezeichnet wird, ent­gegenzunehmen. Müller-Franken sei­nerseits will ein Programm entwer -

f e n, das auf Grund der bisherigen Be­sprechungen als Basis für die weite­ren Verhandlungen zur Regierungs­bildung dienen kann. Morgen nachmittag tre­ten dann erneut die Fraktionsführer zusam­men, um diezweite Lesung des Regierungs­programmes" vorzunehmen. Angeblich so verlautet aus Müller nachstehenden Kreisen wird Hermann Müllers Programment­wurf ziemlich allgemein gehalten fein und die Probleme, in denen eine Einigung nicht mög­lich ist, der späteren Entscheidung des-^abinetts überlasten. Man hofft dadurch schneller wärts zu kommen.

Oüttftkse ÄluSfichie« ?

vor-

Berlin, 19. Iuni. Wie im Reichstag . lautet, wird Hermann Müller-Franken das in Aus-

ver-

sichl gestellte Expose den Fraktionen bereits morgen vormittag um 12 Uhr zuleiten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Standpunkt zu den ein- zelnen Punkten bereits bis zum Zusammentritt der iüterfraklionellen Konferenz am Rachmitkag zu klä­ren. In parlamentarischen Kreisen wird betont, daß es nun von dem Expose, das die Grundlage dec Regierungserklärung bilden soll, abhängen wird, ob man bereits morgen zu endgültigen Entschlüssen über das Programm der Koalition kommen kann. Die Veröffentlichung der Sozialdemokratie über ihre heutige Fraktionssihung wird als ein Druck in der Richtung einer stärkeren Beschleunigung der Verhandlungen angesehen. Zweifellos ist in mehre­ren wichtigen Fragen noch keine Uebereinstimmung erzielt, so in der des Panzerkreuzers, der Justiz- reform und der Amnestie. Auch auf steuerlichem und sozialpolitischem Gebiete bestehen noch Gegen­sätze, und auch für den Verfassungstag ist noch keine endgültige Formel gesichert. In parlamentarischen

licht eine Reihe KSèrünKn euWen'Ge- merkschaftsbundes zur zukünftigen Regierungspoli­tik. An ber Spitze seiner Wünsche für die Gestal­tung der politischen und sozialen Verhältnisse Deutschlands stellt der Deutsche Gewerkschaftsbund die Forderung, daß eine durchgreifende Revision der Reparationsverpfkchtungen mit allen dafür ge­eigneten Mitteln angestrebt werden müsse. Zur Herbeiführung 'dauerhafter Verhältnisse sei weiter notwendig, daß die seit Jahren schwebende Frage des Finanzausgleiches zwischen dem Reich und den Säubern so geregelt werde, daß allen daran betei­ligten öffentlichen Körperschaften die Erfüllung ihrer der Volkswohlfahrt dienenden Aufgaben mög­lich sei. Die dringend notwendige Verwaltungs­reform sei so zu gestalten, daß sie mildem Ziele weitestgehender Vereinfachung aller Verwaltungs- aufgaden der Selbstverwaltung mehr als bisher Raum und Betätigungsmöglichkeit gibt. Im einzeln fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund u. a.: stär­kere Einflußnahme des Staates und der Arbeit­nehmer auf die monopolistischen Unternehmerorga­nisationen, Kartelle und Trusts, Verbot der Bin­dung des Einzechandels durch Syndikate, Kartelle und durch denMarkenschutzverband" hinsichtlich des Kleinhandelspreises, Durchführung einer Zoll-, Ein- und Ausfuhrpolitik, die den stärkeren An­schluß Deutschlands an den Welthandel erleichtert, paritätische Mitwirkung der Arbeitnehmervertreter in den öffentlich-rechtlichen Beruifskammern, Förde­rung aller Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung einer leistungsfähigen Landwirtschaft erforderlich sind, Vorlage und Durchführung eines Gesetzes über den endgültigen Reichswirtschattsrat, alsbal­dige Verabschiedung des Arbeitsschutzgesetzes mit dem Ziele, die Durchführung des Achtstundentages und einen besseren Schutz der Jugendlichen und Arbeiterinnen zu sichern, ferner die Sonntagsruhe in Handel und Gewerbe zu verwirklichen und die Arbeitsaufsicht zu vereinheitlichen, Ausbau der Sozialversicherung unter besonderer Berücksich­tigung der Lage der älteren Arbeiter und Ange­stellten, weiteren Ausbau des Betriebsrätegesetzes, Schaffung eines Tarifvertragsrechtes, Schaffung eines sozialen Hausangestelltenrechtes, soziale Ge- stqltung des Bildungswesens u. a. in der Richtung, .daß auch den Begabten aus den minder bemittelten Kreisen der Aufstieg in andere Schichten mehr er­möglicht wird, verstärkte Förderung des Wohnungs­baues, Senkung der Neubau-Mieten zwecks An­gleichung an diè Altbau-Mieten, beschleunigte Bor­be reitcing eines sozialen Mietrechtes.

die militärischen Bedingungen des Versailler Vertrages von Deutschland vollkommen erfüllt seien, während auf der gegnerischen Vertragsseite noch verschiedene

Punkte unerfüllt feien.-

Der Sriegsächlungsplan Kelloggs fei von Deutsch­land ohne jeden Hintergedanken angenommen worden. Deutschland komme es darauf an, daß auch von allen Seiten wirklich abgerüstel werde.

Graf Bernstorff würdigte dann eingehend die Tätigkeit der Unlerkommissionen der Abrüstungs­kommission und stellte fest, daß die Militärkom- mission viel Gutes geleistet habe, vor allem habe die Arbeit des Militärs bewiesen, daß bei gutem Ml- leu der Regierungen vom militärischen Gesichls-

punkt aus der Abrüstung nichts enkgegenstehk. Es liege somit kein Grund vor. nicht schon heute eine Abrüstungskonferenz ein- zuberufen, die im Rahmen der Sicherheit der einzelnen Rationen über das Abrüstungsproblem berät.

Zum Schluß betonte der Redner mit großem Rachdruck, der Völkerbund fei nicht geschaffen wor­den, um die heutige Ordnung Europas zu stabili­sieren, sondern es sei eine Ausgabe, den organisch bedingten Veränderungen in Europa Rechnung zu tragen. Wenn wir zu den Vereinigten Staaten von Europa kommen sollen, so führt der Weg dazu nur über eine Beseitigung der Zollschranken und über zufriedene Minderheiten. (Großer Beifall).

Dke beuKse Nummer umfaßt 8 Seite«.