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Se«ZM-AWMi6A? für

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Set unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezieher keinen Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Sezugspreises. / Für plahvorschrist lu SrscheinungStag« der Anzeige wird feine Gewähr geleistet., Geschäftsstelle: Hammeistr.9 / Fernspr. 3956,39«, 3958

1928

Was KöWEs.

Det gestern abend veröffentlichte Halbjahres- ^ericht des Generalagenten für die Reparations- Ölungen zeichnet sich diesmal durch außerordcnt- iche Mäßigung im Ton aus. Er bestätigt, daß Etschland die Reparationszahlungen loyal und ktlich ausgeführt hat.

- Die von amtlicher Seile gepflogene Unler- ina der Eisenbahnkatastrophe bei Siegelsdorf hat zu einem negativen Ergebnis geführt. Die Zahl ter Todesopfer ist inzwischen auf 24 gestiegen.

I Staatssekretär Kellogg sprach auf einem Wankell 'über die Aussichten des Kriegsächtuugs- Mktes.

1 Die Mannschaft der verunglücktenItalia" treibt in drei voneinänder getrennten Gruppen auf dem Packeis nach Nordwesten.

Das GAiMat

Vee »âtta^-Wsfatzun«

Die Gondel vom Stampf des Luftschiffes setveuut - Die Mann fchaft iu dvei geteeunten Gvuvven nach Aoedwesteu teeibeud

Oslo, 11. 3unL Nachdem nunmehr eine ziemlich gute Funkverbindung mit der Jlalia"-Besatzung hergestellt ist, erfährt man Näheres über das Anglück, das dieItalia" feiner Zeit auf dem Rückflug vom Nordpol betroffen hat, und über die Lage der überleben­den Mannschaften. Aus den Berichten Nobiles an die italienische Gesandschaft in Oslo, die er an die.Litta di Milano" gefunkt hat, geht hervor, daß dieJtalia"-Besatzung in drei weit voneinander entfernte Gruppen zerrissen ist.

Abg. E i ch h o f f (D. Bpt) erklärt, feine Freunde seien der Meinung, Laß der Ausfall der Wahlen eine Neuwahl des Ministerpräsidenten notwendig mache. In dem Ausfall der Wahlen könne Li« Volkspartei eine Vertrauenskundgebung für bi heutige Regierung nicht erblicken.

Die Volksparkei könne dieser Regierung ihr Vertrauen nicht aussprechen.

Notwendig wäre eine gleidyarttge Zusammensetzung der Regierungen im Reich und in Preußen. Die Erklärungen des Ministerpräsidenten über seine zu­künftige Politik sind derart allgemenm gefaßt, daß

Die VsiiÄkÄo AnsiSvKÄe im Landtag

: Berlin, 11. Juni. Der preußische Landtag begann tute die Besprechung der Regierungerklärung. Zu- üchst verlas der

! Abg. Herold (Ztr.) folgende

Erklärung der Regierungsparteien:

Als das Luftschiff auf dem Rückflug vom Nord­pol etwa sechs Meilen östlich der Foym-Jnsel (norb- östlich des Nordkaps auf dem Nordostland von Spitzbergen) niedergehen mußte, wurde der eigent­liche Ballon von der Führergondel losgerissen und während die Gondel mit General Nobile und acht Mann, darunter der Navigationsoffizier, auf dem Eise landete, wurde die Hülle mit den drei Motor­gondeln, auf denen sich sieben Mann befanden, noch

etwa 30 Kilometer nach Osten abgetrieben, wo sie dann niederging. Diese Gruppe besteht aus zwei Wissenschaftlern, einem Monteur, drei Mechanikern und dem Journalisten Dr. Lago vomPopulo d' Italia". Auf dem Rumpf des Luftschiffes befinden sich auch Lebensmittel, Waffen und Kleider, von der Gruppe des Generals Nobile haben zwei Per­sonen Gelenkverletzungen erlitten. Der Arzt des DampfersLitta di Milano" hat General Nobile Weisungen und medizinische Ratschläge über die Be­handlung der Verletzten telegraphiert. Das Treib­eis. auf dem sich die Leute von derItalia" befin-

(Namens der Sozialdemokratischen Partei, der entrumspartei und der Deutschen Demokratischen Partei habe ich folgenüe Erklärung abaugeben: Die rei genanten Parteien billigen die Erklärung, bie

Titi 9. Juni b. I. durch den Herrn Ministerpräfiden-

' Braun..... d^s S^nnis^ * treibt gegenwärtig nach Rorbtvg

" Ä*üW W äää; %££*£ Mlturelle Hebung der breiten Volkskreise und bie ~ spcgocrgen. Juas) aner neuer

Forderung der Wirtschaft hinzielen; sie hoffen mit hem Staatsministerium auf eine gedeihliche und pertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Land­tag. Sie sind insbesondere auch ihrerseits bereit, zu

6 Gegebener Zeit in eine Beratung über bie Erweite-

i. Die bei-

geeignet sei. Auf Bitten der italienischen Regierang hat die Moskauer Regierung dem größten Eis­brecher der Sowjetunion Befehl erteilt, sich sofort für die Abfahrt nach Spitzbergen bereit zu machen. Auch der EisbrecherMalygin" läuft von Ar­changelk nach der Hoffnungsinsel aus.

Veinabe ohne Lebensmittel

Singsbay, 11. 3nnL DieEikka di Milano" hat heute funktelegraphische Verbindung mit dem General Nobile aufnehmen können. Dabei wurde betonte daß bei der Landung des Luftschiffs die Gondel und die Motoren zerstört wordeu stad, wäh­rend sich das Luftschiff losriß. Dabei ging der größte Teil des Proviants und der Ausrüstung ver­loren, so daß die Besatzung beinahe ohne Lebens­mittel ist. Ein Teil der Mannschaft leidet unter Er­frierungen von Gliedmaßen. Ob die Munition ge­rettet werden konnte, ist noch nicht bekannt.

Nobile marschiert mit sechs Mann westwärts dem Lande zu, und hofft, dieBraganza" erreichen zu können. Da das Eis in Bewegung geraten ist, ist

Erklärungen des Mimfterprafwenlen uuer jetne Pi» künftige Politik sind derart allgemenm gefaßt, daß ihre politische Wertung nur von ihrer praktischen Ausführung abhängig gemacht werden kann. _ Zu einem Eingehen aus die Erklärung des Minister­präsidenten läge im Augenblick kein Anlaß vor. (Gelächter bei den Komm, und Nat.- Soz.)

Abg. Pfister (Deutsche Fraktion) erklärt, bis preußische Regierung, die sich gern als Hort der Demokratie bezeichnet, lasse noch immer die Deustch.

Deutsch-Hannoversche Partei spreche der gegenwâo, tigen Regierung das schärfste Mißtrauen ans.

Abg. Ladendorff (Wirtsch. Partei) erklärt, der Ausgang der Wahlen sei keineswegs eine Der» trauenskundgebunA für die Weimarer Koalition ae- wesen. Man müsse auch die schweren Verluste des Zentrums und der Demokraten berücksichtigen.

Mit der Regiernngspofifit dieser Koalition seien nur die Geschäfte der Sozialdemokraten

'andcs von Spitzbergen. Nach einer neueren Funk­meldung Nobiles scheinen sich von der Gruppe um Nobile drei Leute getrennt zu haben, die sich in der Richtung auf das Land in Marsch gesetzt haben sollen. Von diesen drei Leuten weiß man nicht, wo sie sich z. Zt. befinden.

Außerdem fehlen mehreren fdiaft Schneeschuhe, weswe mußten. Nobile und seine

Der Redner beklagt dann die Nollage des selbständi­gen Mittelstandes. Die Wohmrngszwangswirtschoft sei eine Schweinerei, in der die Korruption herrsche. Die Mrtschastspartei könne der jetzigen Regierung ihr Vertrauen nicht aussprechen.

Abg. Kube (Rat. Soz.) wendet sich unter großemLärmderLinken gegen sozialdemo­kratische Zwischenrufe. Ein Sozialdemokrat ruft* Fememörder! Abgeordneter Kube wendet sich ,mm Nuteuräsidenten Dr. Porsch um und ruft dann: Ich Laß hier ein Ab

Rechten ohne Schutz des Präsidenten als Feme-

Mung der Regierungsbasis unter ben vom Staats- Ministerium dafür angegebenen Voraussetzungen Mnzutreten.

k Abg. von Winterfeld (Dntl.) betont, daß Mch der Verfassung der Landtag den Ministerpräsi- Smten zu wählen hat. Danach hätte die Regierung rrücktreten müssen (Sehr wahr! bei den Deutsch- ationalen). Ein Irrtum sei es, daß bie Wähler er Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen hätten. 150 000 Wähler hätten für die Regierungsparteien eftimmt, aber 9 650 000 für die anderen Parteien, hört, hört! bei den Deutschnationalen). Die Land- Mmehkheit der Regierungskoalition sei nur auf en Ausfall der für Splitterparteien abgegebenen Glimmen zurückzuführen. Die Verbreitung der kurz vor ben Wahlen abgegebenen Regierungserklärung mit Hilfe von Steuermitteln sei nichts anderes als vmtliche Wahlbeeinflussung gewesen. (Sehr richtig! bei ben Deutschnationalen). Die bisherige Politik vieser Regierung habe weder Mittelstands- noch Eiedlungsfreudigkeit gezeigt. Dieses Ministerium sümpfe gegen das Christentum in der Kinder­erziehung, deshalb verdiene es kein Vertrauen. Wir werden uns, erklärt der Redner unter lebhaftem geifall der Deutschnationalen mit erhobener Stimme, die Liebe zu schwarz-weiß-rot nicht rauben lassen!

Hut unter schwarz-weiß rol werden wir wieder einmal hochkommen!

|®r brauchen, so fährt der Redner fort, eine Stär- %9 des Innenmarktes (Zuruf bei den Kommu- "Pen: Höhere Löhne!) durch Hebung der Land­wirtschaft. Dem Amnestieantrag der Kom - w u n i st e n können wir nicht z u st i m m e n, d g v^Proletarier" beschränkt ist. Wir wollen, a" die sogenannten Fememörder (große Unruhe no Rusesogenannte"?) auch befreit werden. (Leb- ^ster Beifall bei den Deutschnationalen und Nat.- boz.) Wir sprechen

Die Zerreißung derJtalia"-Mannschafk in diese drei Gruppen macht natürlich die Rektungsarbeiten noch schwieriger, obwohl ein weiterer Funkspruch setzt die genauere Lage des Ortes angibt, wo sich Nobile befindet. Es ist der 80. Grad 37 Minuten

nördlicher Breite und der 27. Grad östlicher Länge. Das norwegische Kriegsministerium hl ' Hoffnung, daß die norwegischen Flic kleinen Maschinen im Stande sein

tat nur geringe

_ . , eger mit ihren

im Stande sein werden, die

Jtalia"-Mannschaft an dieser Stelle zu erreichen, zumal diese norwegischen Flugzeuge auf dem Eise nicht landen können. Es soll jetzt versucht werden, den DampferBraganza" mit den Flugzeugen an Bord zunächst weiter ostwärts vorskoßen zu lassen. Damit würden natürlich wieder einige Tage ver­gehen, ehe durch Flugzeuge eine Verbindung mit Nobile hergestellt werden könnte. Amundsen hat er­neut an seine amerikanischen Freunde telegraphiert, sofort Geld für eine Expedition mit einem deutschen Dornier-Wal-Flugboot unter Leutnant Dietrichson zur Verfügung zu stellen, da allein dieser Flug­zeugtyp für die Verwendung in der Polarregion

wahrscheinlich dem Ei Richtung gehen.

Die letzte Posikionsmeldung Nobiles war

r werden westlicher

nachmittag 80 Grad 32 Minuten Breite und 27 Grad 10 Minuten Länge. Seit Freitag ist die Be­satzung 2000 Meter vom Eise nach Offen getrieben worden.

Amtm-se« übev die Silke küv «Svile

Oslo, 11. Juni. Amundsen erklärte, es sei wich­tig, daß der Mannschaft derItalia" so rasch wie irgend möglich Hilfe gebracht werde. Des könne am besten durch eine Expedition geschehen, die über ein großes Flugboot verfügt. In Deutschland liege eine Dornierwalmaschine startbereit. Er habe seinen amerikanischen Freunden, die vor einiger Zeit ihre Mithilfe in Aussicht gestellt hätten, telegraphiert mit der dringenden Bitte, ihm sofort mizuteilen, ob sie bereit seien, an der Finanzièrung der Expedition teilzunehmen. Leutnant Dietrichson, der bei der Nordpolexpedition Amundsen-Ellsworth im Jahre 1925 eines der Flugzeuge gesteuert hat, ist bereit, wenn der Plan gebilligt wird, die Führung der Dormermafchme zu übernehmen.

Mörder bezeichnet worden ist Als der Lärm weiter in^ält, ersucht Vizepräsident Dr. Porsch um Ruhe und meint, er könne den Redner nicht verstehen, Abg. Stube fragt die Zentvumsabgeordneten, wie sie kutturpolitsch mit Sozialdemokraten und Demo­kraten zusammen harmonieren können (Zurufe des Zentrums: Wotansanbeter). Das trojanische Pferd war, ein harmloses Ponny gegen das Roß, welches yns für Wotansanbeter hätt.

ui

dieser Regierung unser Mißtrauen

°1*®' (Lebhafter Beifall bei den Deutschnationalen Händeklatschen, das vom Präsidenten Bartels

Serugt wird. Zischen links.)

8- Pieck (Komm.): Mit Recht hat der Bor- \._ ^U^^gefloben (Aharufe bei den Soz.), daß

Wahlausfall kein Vertrauens- M r die Regierung ist. Die Mehr- " Regierungskoalition ist nur auf den un- Sie^En Linksruck der Wählermaffen zurückzuführen Hein» bürgerlichen Parteien bauen taufen, wovon $.,*. no$ allerdings die Sozialdemokratie den Mewinn gehabt hat. Aber die Mobilisierung U Werktätigen durch die Politik des Kapitals und SniiMk macht Fortschritte, sie wird über die fomerr n'?^tit.ie hinweggehen, weil diese die liL, Mstüstische Politik überhaupt erst ermög-

(Sehr wahr! bei den Kommunisten.)

die Kommunisten fei eine Reglerungs- Loâ"^"^ mit den Sozialdemokraten un- « ^ solange die Sozialdemokratie zur '""dwne ihrer Politik die Erhaltm^ des kapitalistischen Staates mache.

Das ASökel

dss EendadttkatafivsMs

Kesatives Gssebnis dev amtlichen ^lnisvinchuns - VeesitS 24- Todesovkev

Nürnberg, 11. 3uni. Die ReichsbaHndireklion Nürnberg teilt mit: Die heute vor­mittag weiter gepflogene Untersuchung, an dec als Kommissar des Reichsverkehrsministers Ministerialrat Dr. Fritzen und als Kommissar des Generaldirektors der Reichsbahngesell­schaft Reichsbahndirektor Kilp teilgenommen haben, hat noch kein Ergebnis gebracht, daß nunmehr eine mutmaßliche oder eine bestimmte Ursache der Entgleisung festgestellt werden könnte. Die Zahl der Toten hat sich auf 24 erhöht.

Der Untersuchungsausschuß hat alle Zug- und Geleistrümmer, die zu Anhaltspunkten für die Feststellung der Ursache irgendwie dienen können, sorgfältig sammeln und nach den Nürn­berger Reichsbahnwerkstätten überführen lassen, wo, soweit wie möglich, untersucht werden soll, ob die Beschädigungen auf Makerialfehler oder auf Zer­störung bei der Katastrophe zurückzuführen sind. Nach wie vor bleibt als größte Wahrscheinlich­keit die Möglichkeit eines Achsen­bruchs am vordern Drehgestell der Lokomotive bestehen, woraus auch die bis­herigen Schilderungen der in Frage kommenden Zeugen hindeuten. Vielleicht hätte sich ein solcher Bruch auf gerader Strecke weniger verhängnisvoll ausgewirkt. 3n diesem Fall aber mußte ein solcher Schaden bei der kurz hinkereinanderfolgenden Durch­

fahrung einer Links- und einer Rechtskurve mit der dabei hervorgerufenen starken Beanspruchung der Drehgestelle zur Katastrophe führen.

Nunmehr sind sämtliche Toten identifiziert wor­den. Außer den genielbeten sind dies: Frau Hen­ri e f t e K a i s er,' Verwaltungssekretärsgattin aus München, Gatte ebenfalls tot, Frau Emma Muder aus München, Beruf unbekannt, Frau Gabriella Piovarcjy aus Jelnica (Tsche­choslowakei), Gatte tot, und schließlich Fräulein Anni Harländer, kaufmännische Angestellte aus München. Damit ist, wie schon mitgsteilt, die Zahl der Toten auf 24 gestiegen. In den" Kranken­häusern von Nürnberg und Fürth befinden sich noch 5 Schwerverletzte und 9 Leichtverletzte.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die Nationalsozialisten würden für den deutsch- nationalen Mißtrauensantrag stimmen, aber auch für den der Kommunisten.

Der Preußische Innenminister hat es gestattet, daß ein Lump, wie der französische Jude Victor Basch in Berlin öffentlich das deutsche Ehrgefühl beleidi­gen konnte, während er dem deutsch-österreichischen Patrioten Adolf Hitler das Reden verbietet. (Pfui­rufe rechts.) Der Preußische Iustizminister hat bie politische Verlumpung des Richtertums in Preußen herbeigeführt (Pfuirufe links und in der Mitte).

Für diese Aeußerung wird der Abg. Kube vom Vizepräsidenten Dr. Porsch zur Ordnung gerufen.

Abg. Haas (Soz.) bestreitet, daß nach der Ver­fassung die Neuwahl des Ministerpräsidenten nach jeder neuen Landtagswahl notwendig fei. Diese Frage sei von der Landtagsmehrheit schon längst im Sinne der heutigen Regierungsmehrheit entschieden worden. Alle Oppositionsreden könnten nichts da­ran ändern, daß die Wahlen vom 20. Mai den Re­gierungsparteien die unbestreitbare Mehrheit und den Deutschnattonalen eine vernichtende Niederlage gebracht haben. Die Kommunisten zeigten mit ihrem Mißtrauensantrag, daß sie wieder einmal für die Deutschnationalen die Kastanien aus dem Feuer holen wollen. Die Deutsche Volkspartei hat ihre frühere vorübergehende Beteiligung an der Regie­rung damit begründet, daß sie den sozialdemocra- tischen Einfluß in der Regierung vermindern wollte. Wir müssen verlangen, daß bei einer etwaiger neuen Regierungsbeteiligung der Volkspartei der sozialdemokratische Einfluß in der Regierung io stark ist, wie er dem Wahlausfall vom 20. Mai ent­spricht. -

Abg. Dr. Lauscher (Zentr.) wendet sich gegen die Ausführungen des deutschnationalen Redners. Wenn die preußische Regierung wirklich nichis ge­leistet hätte, dann würde die deutschnationale Presse wohl nicht so geflissentlich den Tätigkeitsbericht die- ser Regierung ihren Lesern vorenthalten haben. Der Abg. Ladendorff habe Zeit genug gehabt, ohne Verantwortung und ohne Verantwortungsbemußl- sein die Massen aufzuputschen; die positive Arbeit ür den Mittelstand habe er dem Zentrum über­lassen. (Beifall im Zentrum.) Das Zentrum habe mehr gearbeitet und weniger agitiert. (Rufe bei den Kommunisten: Ihr habt den Zentrumsschwindel in allen Kirchen getrieben!) Sie Sollten doch nicht von Schwindel sprechen, solange 6b nicht loskom­men von Ihrer schmählichen, dämlichen Abhängig­keit von Moskau. (Große Heiterkeit.) Nach dem Scheitern des Reichsschulgesetzes muß es den Eltern ermöglicht werden, auf dem Wege des Privailchul» wesens die konfessionelle Erziehung ihrer Kinder u erreichen. Die Weiterberatung wird auf Dienstag vertagt.

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Die Freilassung der Fememörder werde von den Soz.) Schärfer noch als den Sozialdemokraten gelte j ©Ä P8UÜS8 iiMmStJCC ISmfÄÖf Kommunisten abgelehnt. (Pfuirufe bei den Nat.- der kommunistische Kampf den Rechtsparteien. 1 "tC Gk«L«.