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«V. 130

Merrstas

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de« 5, S«M

1928

Das Heuest.

Die 50. Tagung des Bölkerbundsrals wurde eröffnet. Der Rat sandte Telegramme an Strese­mann und Briand.

, Die polnisch-litauische Frage wurde in Genf

In privaten Besprechungen des Staatssekretärs von Schubert mit Chamberlain und Woldemaras er- irfetL

Tschang Tso Lin, der dem Bombenanschlag

«uf seinen Eisenbahnzug glücklich entgangen ist, traf Montag früh in Wukden ein.

Mehrere russische Radio-Amateure wollen Funksprüche von der Besatzung derItalia" auf- ^esangen haben, die als Landungsort Franz Josefsland angeben.

K ÄM 13. Zunr KerchsLass-

Berlin, 8. Juni. Die Einberufungsorder auf Grund des Artikels 23 und 27 der Reichsverfas- <sung beruft den neuen Reichstag aus Mittwoch, 13. Juni, nachmittags 3 Uhr zusammen.

vventzrMsn Landtags

Berlin, 4. Juni. Das Staatsmmisterium beabsich­tigt, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. hört, den Preußischen Landtag zu Freitag nachmittag 4 Uhr zusamwenzuberufen. Ein endgültiger Beschluß liegt Sedoch noch nicht vor. Es dürfte fraglich sein, ob die Innehaltung dieses Zeitpunktes möglich ist. Beim vasioeswahlleiter stehen noch eine sehr große An-

wirklichung seines

em

men zu dürfen, daß der Rat nunmehr durch die Ernennung der beiden neutralen Zusatzfachverstän- digen in das ungarische Schiedsgericht zur Ver­wirklichung feines Beschlusses schreitet.

enormen

efttmmunaen

ben die Abgeordneten acht Tage für diese Erklär ng Zeit. Es besteht die Absicht,'das endgültige Er- bnis am kommenden Mittwoch im Reichsanzei- er zu veröffentlichen.

Am Dienstag sind die Fraktionsführer zu einer Besprechung zusammenberufen worden, in der vor die Frage der Verteilung der Plätze geregelt rben soll. Die Fraktionen werden unter der Vor- ssetzung, daß es bei der Eröffnung am 8. Juni Rleibt, am Freitag bzw. schon am Donnerstag ihre itzungen abhalten.

DtG Demaßvaien Ms die Ovoste âaMkon

Berlin, 4. Juni. Ueber die Stellung der Demo­raten zur Regierungsbildung teilt der Demokra- «iche Zeitungsdienst" parteioffiziös mit:

Angesichts der kommenden Verhandlungen über ie Regierungsbildung besteht in demokratischen Reifen die Auffassung, daß der Versuch einer Re- ^erungsbildung im Reiche auf der Grundlage der großen Koalition gemacht werden muß. Man kann M nicht vorstellen, daß andere Kombinationen zu emer auf Dauer berechneten starken Regierung Wren können Sozialdemokraten, Zentrum und De­mokraten verfügen im Reichstag über 238 Mandate, wdj die Hinzunahme der Abgeordneten der Deut- N)en Bauernpartei läßt sich zwar die Regierungs­mehrheit errechnen, doch ist diese Mehrheit derart

Zufall abhhängig, daß sie keine Dauer ver- p.W. Sie ist ein absolut unsicheres Gebilde. Es "eiteht wohl fefn Zweifel darüber, daß für die De­mokraten die Bayerische Volkspartei in einer Koali- ' w sich mit der Reichsreform zu befassen hat, 3 schwer erträglich ist. Daß aber diese Koalition m DOn der absolut unsicheren und von der 3 Gewährung agrarischer Sondervorteile be- ,Minden Deutschen Bauernpartei abhängig sein ; A6qs ist nicht nur für die Demokraten bedenklich, t?"^n das müßte, für alle Parteien bedenklich LP' °ie eine feste Regiemng mit klarem Kurs

Mn LMschenfatt an dev vetti§ch-v-IMchett Gveme tz^eulhen. 4. Iuni. Me dieOberschlesische ein meldet, ritten am 30. Alai abends lieh hoM1^ Zollkommissar und sein Bursche sicht- â °"I"uken am deutschen Zollamt auf der Tarno- bpiistL^aufjee über die Grenze und bogen in einen Äu?'^NÄdwea nach den Schießständen im Brenas Als ein diensttuender deutscher sie iiA^'ffar sie daraus aufmerksam machte, daß **t lÄieu,^m Gebiet befänden, schrie ihn frort»« m^ Kommissar mit gröblichen Schimpf- ff°n ,"ud erklärte, er könne reifen, wo er mttf ,^ » " dann aber nach dem polnischen Zoll- Wr ^uch wenigen Minuten versuchte er dunh é- °e ®ren3c zu überschreiten, wurde aber Hubers rc ""deren polnischen Beamten daran ge- g°l°v^ provozierte die deutsche Grenzwache und "Ale/° ^^' a,s ein bewaffneter deutscher Be-

r erschien, zurück.

Beginn dev SB. Tagung des DMevdundsvates

Genf, 4. Juni. Der Völkerbundsrat ist heute vormittag unter dem Vorsitz des kuba­nischen Ratsmitgliedes und Gesandten in Berlin Aguero Dethancourt, der turnusmäßig die nächsten drei Monate die Funktionen des Ratspräsidenten ausüben wird, zu seiner 50. Ta­gung zusammengetreten. Deutschland und Frankreich, die seit der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund im September 1926 für jede Ratstagung ihre Außenminister Dr. Stre­semann und Briand nach Genf entsandt hatten, sind diesmal durch Staatssekretär v. Schu­bert und Paul-Boncour, den zweiten Delegierten Frankreichs beim Völkerbundsrat vertre­ten, während für England wiederum Sir Austen Chamberlain am Rakstisch Platz genom­men hat. Auch die meisten anderen Ratsstaaken haben die gleichen Vertreter entsandt, denen sie bereits in den letzten Tagungen ihre Vertretungen übertragen hatten.

Die Tagung mürbe, wie üblich, durch eine nicht­öffentliche Sitzung zur Genehmigung der Tages­ordnung und Regelung einiger Verwaltungsfragen eröffnet. Die Hauptfragen der neuen Ratstagung, die Beilegung des Zwischenfalles St. Gotthard, der ungarisch-rumä­nische Optanten st reit und der Stand der polnisch-litauischen Verhand­lungen werden erst in der zweiten Hälfte dieser Woche zur nichtöffentlichen Behandlung kommen. Der erste Teil der Tagung wird im wesentlichen nur wegen der Entscheidung über die schwebenden Minderheitsklagen, besonders wegen der deutschen Minderheitsschulen in Polnisch-Oberschlesien, von Interesse sein. Man erwartet bereits für den An­fang der Tagung zahlreiche Besprechungen mit dem litauischen Ministerpräsidenten Woldemaras, der, wie allgemein angenommen wird, sich diesmal ver­mehrten Schwierigkeiten bei der Vertretung seines Standpunktes gegenübersehen wird. Die polnisch­litauische Frage wird frühestens am Mittwoch und

erstand gegen die Märzentscheidung des Rates bleibt, glaubt man in ungarischen Kreisen änneh-

«ebevverchutts dev poln. WN«a- «oie an den SSlSevSundsvat

Genf, 4. Juni. Die Polnische Delegation hat heute eine Abschrift der polnischen Protestnote an Litauen wegen der Proklamierung Wilnas zur litauischen Hauptstadt dem neuen Ratspräsidenten mit Ler Bitte um Weiterleitung an die Ratsmit- glieder zustellen lassen.

Ernrewevainnsen

Genf, 4. Juni. Im Laufe des späten Nachmit­tages und des Abends fanden in Genf unter den Mitgliedern der Völkerbundsdelegation die üblichen Einzelbesprechungen statt. Der deutsche Staatssekre­tär von Schubert besuchte den englischen Außen­minister Chamberlain und sprach mit ihm bei dieser Gelegenheit über alle die beiden Länder interessie­renden Fragen und die Gegenstände der Tages­ordnung, besonders auch über die Minderheitsange­legenheiten in Oberschlesien.

Der litauische Außenminister Woldemaras traf kurze Zeit danach mit Staatssekretär von Schubert im Hotel Metropole zusammen und unterhielt sich mit ihm über 1% Stunden. Woldemaras äußerte sich sehr zufrieden über den Verlauf der Unterredung und betonte besonders hinsichtlich Memels, daß die Einigung über dieses Problem gute Fortschritte mache und daß überhaupt die Entwicklung weiter im Sinne der Berliner Besprechungen verlaufe und die kleinen Schwierigkeiten mit der Zeit vollkommen verschwinden würden.

von maßgebender litauischer Seife wird er- klärt, daß vorläufig mit einer Antwort auf die polnische Rote nicht zu rechnen sei und daß eine Antwort erst nach der Rückkehr des Außen­ministers nach Kowno erfolgen werde.

Staatssekretär v. Schubert eine eineinbatoftünbige Unterredung. Bei dieser Besprechung, von der, wie verlautet, sich der litauische Ministerpräsident sehr befriedigt zeigte, wurden auch die schwebenden deutsch-litautfcheir Verhandlungen gestreift. Wolde­maras gab der Presse gegenüber der Meinung Aus­druck, daß die Entwickelung der Memelfrage in dem in Berlin zwischen Reichsminister Dr. Stresemann und ihm besprochenen Sinne weiter gute Fort­schritte mache und die kleinen Schwierigkeiten immer geringer werden. Des weiteren erklärte er auf Be­fragen, daß er nicht die Absicht habe, in der gegen­wärtigen Ratstagung auf die polnische Note wegen Wilna, die heute in Wschrrst den Ratsmitgliedern überreicht wurde, zu antworten.

Jnbezug auf den Bericht über Lie Szt. Gotthard- Angelegenhett, der morgen in einer Geheimsitzung Rat erstmals besprochen werden wird, erfährt man, Laß von den Vertretern der Kleinen Entente eine gemeinsame Stellungnahme geplant ist. Ru­mänien, die Tschechoslowakei und Jugoslawien hal­ten den Bericht des Dreierausschusses für unbefrie- digmd, weil er, wie in ihrem Lager erklärt wird, keine Garantien für die Zukunft biete. Von franzö- e vos Briand ben Slèaq er- sischer Seite werde dieser Auffassung beigepMchteh

Der in der polnischen Note beanstandete Passus über Wilna als litauische Hauptstadt sei aus den litauischen Freiheitsakten von 1919 in die neue Ver­fassung übernommen worden, da für Litauen in­folge der Ungeklärtheit der Rechtslage kein Anlaß bestand, an den Grundzügen dieser Freiheitsakte etwas zu verändern. Die Veröffentlichung der neuen

mrch einen

etwas zu verändern. Die Veröffentlichung Verfassung sei bereits am 15. Mai 1928 d . Aufruf der Nation angekündigt worden.

In den Abendstunden tauchte in der Affäre der St. Golkharder Waffensendung ein neues Moment aus. Die Vertreter der kleinen Entente versammelten sich bei Paul-Boncour und zogen auch den polni­schen Delegierten Sokal hinzu. Die Vertreter der Kleinen Entente führten Beschwerde gegen den Be­richt des Dreier-Komitees unser Velaerks van Block­land» der vollkommen unbefriedigend ausgefallen sei und vor allem für die Zukunft keinerlei Garantien

biete.

Paul-Boncour erklärte, daß er auch persönlich diese Anschauung teilte, daß mit dem Bericht die Angelegenheit nicht endgültig erledigt sein könne, sondern daß die Frage mit den Problemen der Kriegsverhütung und der Sicherheit verkoppelt wer-

halten, Chamberlain in Genf in weitestgehendem Maße über den Verlauf der bisherigen Abrüstungs­und Sicherheitsverhandlungen zu unterrichten und werde versuchen, bei dieser Gelegenheit seiner Auf­fassung Geltung zu verschaffen. Man kann aus die­ser Unterredung schließen, daß die Kleine Entente und Frankreich versuchen werden, den St. Gotthard- Fall zum Anlaß zu nehmen, besonders die Frage der Erweiterung der Kompetenzen des Ratspräsiden- ten mit den Sicherheitsberatungen zu verknüpfen

lassen.

TeSesvamme a« SLrresemarm und Nviand

Genf, 4 Huni. Der Bülkerbundsrat beschloß in seiner vertraulichen Sitzung auf Antrag Scialojas, an die regelmäßigen Vertreter Deutschlands und Frankreichs im Völkerbundsrat, Dr. Stresemann und Brignd, Telegramme abzusenden, in denen Las Be-

Genugtuung über , _

Krankheit zum Ausdruck gebracht wird. Die an­schließende öffentliche Sitzung wurde von dem neuen Ratspräsidenten Bsthencourt mit einer kurzen An­sprache eingeleitet, in der er u. a. der Zuversicht Aus­druck gab, daß Quinones de Leon bald wieder im Rat mitwirken werde. Spanien und feine Regierung haben, so erklärte der Ratspräsident, durch Wieder­aufnahme ihrer Mitarbeit im Völkerbund der Welt ihre unerschütterliche Treue zu dem Ideal des Frie­dens und der internationalen Zusammenarbeit be­wiesen. Das Anwachsen der Arbeiten des Rates und der Versammlung, die in den achteinhalb Jahren ihrer Tätigfett insgesamt VA Jahre tätige Zusam­menarbeit von ungezählten Delegierten gebracht habe, sei der beste Beweis für die Erstattung des neuen internationalen Lebens. Es wurden fm>ann 'die Berichte über Kinderschutz und über die Tätigkeit des Hygieneausschusses genehmigt. Der Hygiene­bericht verzeichnet ein erstmaliges praktisches Ein­greifen zugunsten tuberkulöser griechischer Flücht­linge und ferner die Mitarbeit der Hygieneabteilung des Völkerbundes bei der Hilfsorganisation zu­gunsten der von dem Erdbeben betroffenen Vul­garen. Außerdem wird im Zusammenhang mit der vom Völkerbund nach Frankfurt einberufenen Ta­gung zur Standardisierung der Heilsera den deut­schen und preußischen BehörLen der Dank für die gewährte Gastfreundschaft ausgesprochen.

GiaatssekveiSv v. GGubevt bei GtaatsfebvetSv Ehambevlain

Genf, 4. Juni. Der heutige Nachmtttag brachte verschiedene Einzelbesprechungen der Delegations­führer. So stattete Staatssekretär v. Schubert dem englischen Staatssekretär des Aeußeren Sir Austen Chamberlain einen halbstündigen Besuch ab, bei dem die politischen Punkte der TagesorLnung einschließ­lich der oberschlesischen Minderheitsfragen kurz er­örtert wurden. Außerhalb der Tagesordnung stehende Fragen wurden nicht berührt. Gegen Abend begab sich der litauische Ministerpräsident Woldemaras zur deutschen Delegation und hatte mit

vom

Siesev und Besiegte

Die Akteure des chinesischen Bürgerkrieges.

Don einem genauen Kenner der chinesischen Verhältnisse werden uns folgende aufschluß­reichen Lharakterskizzen gegeben.

»Das Spiel ist aus das Spiel kann wieder beginnen". Tschang-Tso-Lin hat Peking aufgegeben. Das bedeutet viel unb wenig. Viel, weil einer der Hauptakteure des riesigen chinesischen Schauplatzes von der Bühne ver­schwunden ist; wenig, weil sein Verschwinden heute noch kâeswegs als ein endgültiges be­zeichnet werden kann und weil fein Platz durch andere, nicht nünder talentierte Akteure, reich­lich, ja überreichlich, besetzt wird.

Bei der Beurteilung der chinesischen Ereig­nisse soll man sich ein für allemal entwöhnen soweit es geht westeuropäische Begriffe auf China anzuwenden. Diese Begriffe haben schon in Rußlä-^d keine Gültigkeit, wo noch vor 300 Jahren zu gleicher Zeit mehrererecht­mäßige" Regierungen exsttierten, wobei jede von chnsn einen eigenen Zaren an der Spitze hatte, und wobei alle diese Zaren sich den gleichen Namen aneigneten, den Namen des Dimitri, des ermordeten Sohnes Iwan des Schrecklichen. Und in unseren Tagen vor kaum neun Jahren konnte man in Südrußland un­gefähr dasselbe erleben: die Hauptstadt der Ukraine Kijew hatte im Laufe von wenigen Monaten sage u. schreibe 21 Regierungen, auf 21 Armeen gestützt, einziehen sehen, ohne daß die dadurch entstandenen ungeheuren Wirren das Volksleben in seinen Wurzeln erschüttern konnten. Wenn schon Rußland seine besonde­ren Maßstäbe besitzt um wieviel mehr gilt das für China! Dieses zweitgrößte Kcaitinental-

Kultur,

~ einem M

Europäer unverschlossen geblieben sind und wahrscheinlich stets unverschlosien bleiben wer­den. Jsder Versuch, das Unbegreifliche be­greiflich zu machen, führt notgedrungen zu Verzerrungen, zur Sünde gegen die Wahrheit, gegen die besondere chinesische Wahrheit. Die­selben Verzerrungen erleiden auch die einzel­nen, maßgeblichen Gestalten des heutigen China, wenn man sie in die europäische Pro­jektion hineinzwingt. Das weiße Europa und das gelbe China sind zwei vöMg verschiedene Welten. Das soll nie vergesien werden. Und am wenigsten in diesem kritischen Augenblick der Weltgeschichte. Also wer sind in Wahrheit die Sieger und die Besiegten?

Zuerst die Besiegten. Vor wenigen Wochen gab es ihrer noch viel. Das waren alle Militär- gouverneure der dem Diktator des Nordens, Tschanq-Dso-Lin ergebenen Provinzen. Von all diesen Besiegten ist nur Tschang-Tso-Lin allein übrig geblieben. Um nur ein Beispiel zu geben: Wo sind die Generäle, deren Nieder­lagen das. Ende Tschang-Tso-Lins vorbereitet haben? Tschang-Dschung, der ehemalige Militärgouverneur von Schantung und sein Nachbar und Freund Sun-Tschuan-Fang, die rechte Hand Tschang-Tso-Lins? Sind sie etwa auf der Flucht, um ihrem ehemaligen Herrn und Gebieter Tschang-Tso-Lin zu folgen? Ver­bergen sie sich irgendwo, vor der Rache der Südnationalisten um ihre Haut zitternd? Keine Spur davon. Man müßte China verken­nen, um solche logischen aber bodenlos falschen Schlüsse zu ziehen. Die bekden Herren begeben sich freudestrahlend ihren siegreichen Femden entgegen, um sich in ihre mehr oder minder herzlich aus gestreckten Arme zu werfen. Der eine von ihnen, Sun-Tschuan,Fang, ist bereits in Peking eingetroffen wartet, wartet. Er muß schon wissen, worauf...

Tschang-Tso-Lin selbst aber ist auf dem Wege nach seiner mandschurischen Residenz Mulden. Als Sohn eines armen Kuli vor 53 Jahren geboren, betrat er seinen Lebensweg als ein Bauernknecht, schloß sich aber bald einer Räuberbande an und avanzierte in seinem neuen Beruf so schnell, daß nicht nur die terrorisierten Einwohner eines ganzen Ge­biets, sondern sogar manche fremden Mächte mit ihm als mit einem ernsten Faktor rechnen mußten. Während des ruflifch-japanischen Krieges 1904/05 verstand er, den Japanern gute "Dienste zu leisten. Seitdem ging es mit ihm schnell aufwärts. Mit 31 Jahren war er Kommandeur eines chinesischen Regiments, mit 36 JahrenMilitärgouverneur von Mukden. Fünf Jahre später allmächtiger Herrscher über

Die heniigs Ärrrmmev «mLaSt) Id Sette«.