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WUVeneral-Attzeiger ffit^rwmum Stadt und Land

ÄlnzeLgev für^

Vanau Stadt

Orfd)elnt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / LezugSpreiS: Für den halben A,nat RM.1-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 1S, KâStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Steife 8 R-Pfg., Im Reklameteil von 68 mm Steife 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Psg.

«v. 122

Srettas den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teil' ;l Hanau. ' SM unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw der Sezieher kein«, Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Sep > eiseS. Fürplatzvorschrift u. Erscheinung-tage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.-'Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956,3957,3958

1. Luni

1928

VaS Neueste.

' Die Aussprache Löbes mit dem ReichsprSfi- benfen brachte keine entscheidende Wendung in der Regierungsbildung. Wie es heißt, soll Löbe die Bildung der verstärkten Weimarer Koalition emp-

! sohlen haben.

Der Preußische Landtag wird, wie nunmehr endgültig feskskeht, am 8. Juni zu seiner ersten Plenarsitzung zusammentreten.

Die Frostschäden im rheinischen Weinbau- gebiet werden von den Sachverständigen sehr hoch eingeschätzt.

Von derItalia" liegen auch heute noch keine Nachrichten vor.

Die französische Regierung will zum Am- nestieanlxag für die Kolmarer verurteilten die Ver­trauensfrage in der Kammer stellen, um die Ab­lehnung des Antrages zu erreichen.

Dev amiSiche Bsvicht üdev

das Vhossen ^tnsiüB

Berlin, 31. Mai. Das Reichskabinett hat in fet» her Sitzung am 30. Mai den Bericht des vom Reichswirtschaftsminister entsandten Beamten über das Phosgen-Unglück in Hamburg entgegengenom­men. In dem Bericht heißt es u. a.: '

Das in dem Kessel enthalten gewesene Phosgen stammtegleich den auf den, Lagerplatze. noch vor­handenen Vorräten aus Demobilmachungsbestän- ief|f^e® alten Heeres. Dessen Bestände unterlagen sämtlich der Zerstörung, vielmehr hat das ^Jiiro de liquidation du matèrial du guerre" Er-

giiche verhältnismäßig geringe RestLestand sei­nerzeit ausdrücklich freigegeben worden ist, hat bis­her nicht festgestellt werden können.

Eine Verletzung des Gesetzes über Kriegsgerät oom 27. Juli 1927 (Reichsgesetzblatt 1 Seite 239) liegt hiernach nicht vor, da es sich weder umfür Kriegszwecke bestimmte giftige, erstickende oder ähn- 'liche Erzeugnisse handelt" (§ 3 Ziffer 41), noch eine Herstellung ohne die erforderliche Genehmigung stattgefunden hat (§ 8). Es hat überhaupt keine Herstellung von Phosgen durch Dr. Stoltzenberg flattgefunden.

: Auch eine Verletzung sonstiger gesetzlicher Vor- ichnsten. kömmt nicht in Betracht. Das höchst be­dauerliche Unglück ist nicht anders zu beurteilen als andere Unglücksfälle.

Eine weitere Gefährdung ist nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen.

i Im Laufe der Untersuchung des Falles Stoltzen- ; berg hat sich ergeben, daß aus der Zeit, in der j è vwltzenberg die jetzige Fabrik Müggenberg ye ejien hat, dort noch 38 Klg. Phosgen und andere I ?"^e Chemikalienbestände lagern, die, soweit er- lardcrlich vernichtet werden.

! Die ersten Arbeiten des

SssttS. Landtass«

m ,??^"- 31. Mai. Das Nachrichtenbüro des VDZ.

! 3m Preußischen Landtag werden die Frak- I^l'Bungen nicht vor dem 8. Juni beginnen fön» I Es steht nunmehr endgültig fest, daß die erste r des neuen Landtags am 8. Juni statt»

Es wird für diese Sitzung, wie das Nach- I nâRW des VDZ. hört, eine provisorische Tages- i mnnHW herausgegeben, auf der die üblichen For- [ n»nD o enthalten fein werden, also Eröffnung des P Landtags durch den Alterspräsidenten, den I f-J^^eten Grafen Posadowski-Wehner (Volks- I und Einsetzung der Ausschüsse. Ob die j air< ??S Präsidiums schon am ersten Tage erfolgen I den V^zf "och nicht fest. Vermutlich wird man I leaen^t E2" überhaupt möglichst reichlich Ge- ! au geben, in internen Beratungen die Frage I ober -welche ihrer Vertreter in das Präsidium ! sollen ^"Zeinen Ausschüsse delegiert werden

I Hätte 'st anzunehmen, daß der Landtag zu- tinanber^ bis vier Plenarsitzungen hinter- I det jsj abhalten wird, ehe die Konstitution been» I Wer,, "ärd dann, wenn nicht unvorhergesehene I nta'chpn Kflswlagen usw. diesen Plan unmöglich I Zeit ^'eb"a vier Wochen aussetzen, um nach dieser I (Beten' pH0 Anfang Juli, den Bestimmungen der I eiy,, s-;?ordnung gemäß das Präsidium im Amte

die endgültige Präsidentenwahl

die KvvMKSds« in Wein-

B baugebket

I Siliunn'x* 31- Mai. In einer außerordentlichen

I in Kreisausschusses der rheinischen Winzer-

I für die Koblenz wurden die Hilfsmaßnahmen I toief? Frostschäden betroffenen Weinbau- I die L^/^lert. Nach dem vorliegenden Bericht ist I bei einzelnen Bezirken katastrophal.

I h° her m ?art ist der Kreis St. Goar betroffen, I wird, ^^iamtschaiden auf 7090 Prozent geschätzt è Kreise 3leeimteb betrogen die Schäden 80

LSde beiM Reichspräsidenten

RerchstagspväNdent Löbe empfiehlt vevftävkte Weimarer Koalition

Berlia, 31. Mai. Reichspräsident von Hindenburg empfing am Donnerstag vor­mittag den angekündigten Besuch des Reichslagspräsidenten Löbe zu einer Besprechung über die durch die Wahlen geschaffene politische Lage. Es handelte sich dabei zunächst nur um eine allgemeine Aussprache. Personalfragen wurden nicht erörtert. Das Ergebnis war vielmehr nur eine vorläufige Information, durch die der Reichspräsident in die Lage gesetzt ist, von sich aus eine Entscheidung in der Frage der Regierungsbildung zu fällen. Rach einer Mitteilung desVorwärts" hat Löbe den Reichspräsidenten auf die Möglichkeit der Bildung eines Kabinetts der Weimarer Koalition unter Hinzuziehung der Deutschen Bauernpartei oder der Bayerischen Volkspartei aufmerksam gemacht, wodurch eine Regierungsmehrheit ermöglicht werde. Auf die Große Koalition hat, wie verlautet. Löbe nicht hingewiesen. x

Die eigentlichen Verhandlungen über die Re- gierungs bildung werden, wie bereits früher be­richtet, erst in Angriff genommen, wenn die Demission des Kabinetts vorliegt und der Reichspräsident dann eine Persönlichkeit gefunden hat, die er mit der Regierungsbildung beauftragen kann. Der weitere Verlauf der Dinge wird nun der folgende fein: Reichstagspräsident Löbe wird nach feiner Rückkehr aus Köln, wo am 6. und 7. Juni die Zusammenkunft des sozialdemokratischen Parteiausschusses stattfindet, nochmals vom Reichs­präsidenten empfangen werden, um ihm über die Stellungnahme der Sozialdemokratie zu berichten. Dann wird der Reichspräsident zu­nächst Hermann Müller als den Führer der stärk­sten Regierungspartei und darauf die anderen Parteiführer empfangen. Die Ernennung des Kanz­lers wird indes nicht vor dem 12. Juni möglich fein, weil erst an diesem Tage die formelle De­mission der bisherigen Regierung erfolgt. Der Zu­sammentritt des Reichstages ist nunmehr endgültig

die Besprechungen m>er die Möglichkeiten der künf­tigen Regierungsbildung weiter. So sind am Don­nerstag verschiedene Führer des Zen­trums, darunter Dr. Marx und die Abgeord- neten Stegerwald, Dr. Wirth und von Guerard im Reichstag zusammengekommen und haben vor­bereitende Maßnahmen für die große Reichspartei- Vorstandssitzung des Zentrums, die am Freitag stattfindet, getroffen. An dieser Sitzung nahmen die bisherigen Vorstände der Reichstags- und Land­tagsfraktionen, die Vorsitzenden der Landes­parteien und die Generalsekretäre teil.

Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat ihre erste Fraktionssitzung zum 11. Juni nachmittags einberufen.

Nev VavielvoesLand des Lentv«ms

Berlin, 30. Mai. Das VDZ.Vüro meldet:

Die die

Sitzung des Parteivorstandes des Zentrums, bis in die späten Abendstunden dauerte, beschäf-

bis 100 Prozent, in der Gemarkung Königswinter 90 Prozent, bei Honnef 100 Prozent, bei Hohen- rhöndorf100 Prozent, bei Dollendorf ebenfalls 100 Prozent. Auch an der oberen und unteren Aar haben die Reben außerordentlich gelitten. Ein Er­trag ist von den durch den Frost betroffenen Wein­bergen nicht zu erwarten. Der Sefamtf(haben be» trägt nach vorsichtigen Schätzungen über 6 Millionen Mark. Der Ausschuß stellt für ein Notprogramm folgende Hauptforderungen auf: Niederschlagung des am 31. Dezember fällig werdenden Teiles der Reichswinzerkreditzinsen, Bereitstellung von aus­reichenden Zuschüssen zur Beschaffung von Stickstoff­dünger und von Schädlingsbekämpfungsmitteln.

GedsEeiev dev Mavine

Kiel, 31. Mai. Auf dem Marinegarnisonfriedhof fand heute vormittag vor dem mit Blumen und Kränzen reich geschmückten Ehrenmal für die Gefallenen der Skagerakschlacht eine Gedenkfeier statt, zu der Abordnungen der Marine und zahlreiche Angehörige der untergegangenen Besatzungen erschienen waren. Nach dem Vortrag des ChoralsDie Himmel rühmen des ewigen Ehre" durch die Kapelle der Küstenwehr hielten der katholische und der evangelische Marinepfarrer Ansprachen, in denen sie des Heldentums der Ge­fallenen gedachten. Auch der infolge eines Zu­sammenstoßes mit dem PanzerschiffKönig Wil­helm" bei F o l k e st o n e untergegangenen Be­satzung des PanzerschiffesGroßer Kurfürst" wurde aus Anlaß der heutigen 50. Wiederkehr des Unglückstages in einer schlichten Feier gedacht. Um 10.30 Uhr nahm dann Vizeadmiral Dr. h. c. Rae­der auf dem Exerzierplatz in der Wik die Parade ab. In einer kurzen Ansprache feierte er die tapfe­ren Besatzungen als Vorbild treuester Pflicht­erfüllung.

Dev TaMevhShtMSsanivas dev Ketthsbabtt

Berlin, 31. Mai. Das Reichskabinett hat sich in seiner gestrigen Sitzung auch wieder mit her

tigte sich, wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger hört, mehr mit inneren Parteifragen als mit der politischen Lage und der Koalitionsbildung. Die Entscheidung über die Re­gierungsbildung muß im wesentlichen der Reichs­tagsfraktion überlassen werden, in Preußen der preußischen Landtagsfraktion.

Den Vorsitz in der heutigen Beratung führte der Parteiführer Reichskanzler Dr. Marx; die Be­ratungen werden am Freitag mit den Fraktions- vorständen der Reichstags- und Landtagsfraktionen sowie mit den Reichs- und Landessekretären fort­gesetzt. _

Nach Abschluß der Beratungen ist am Freitag ein parteioffiziöses (Kommunique zu erwarten.

«Mnspvuch gegen die Mandatszuieiluns

Die Volksrechtspartei hat bei der Reichs-

m<i-»nnbl 481 i M. stimmen, aber nicht acht,Man-

Wahlgesetzes bestimmt, dâß auf die Reichsliste nur soviel Sitze entfallen können, wie auf die Sreis- listen, und auf diese nur je ein Sitz für volle 60 000 Stimmen. Diese Letzlzahl erreichte die Partei nur im Wahlkreisverband XV (Sachsen) mit 72166 Stimmen; sie erhielt damit nur im Wahlkreisver­band ein Mandat und ein weiteres auf die Reichs­liste. Die 120 000 übersteigenden 361124 Stimmen gehen verloren.

Die Volksrechtspartei Hal jetzt beim Staats­gerichtshof für das Deutsche Reich Einspruch gegen die Bestimmungen der §§ 31 und 32 des Reichs- wahlgesehes erhoben. Auch die linken Kom­munisten mit 80 057 Stimmen und der Völ­kisch-nationale Block mit 264 565 Stimmen, die ohne Mandate geblieben sind, werden sich, wie derGermania" zufolge verlautet, dem Vorgehen der Volksrechtsparlei anschließen.

Frage der Tariferhöhung bei der Reichsbahn be» schäftigt. Das Reichsverkehrsministerium steht be­kanntlich auf dem Standpunkt, daß die Reichsbahn zu Erledigung ihrer Aufgaben nicht unbedingt auf eine so außerordentliche Erhöhung der Tarife, wie sie von ihr gefordert wird, angewiesen ist und hat dechalb Pläne ausgearbeitet, welche der Reichsbahn unter Ausnutzung ihrer tatsächlich vorhandenen Re­serven und mit Hilfe von Anleihen die erforder­lichen Mittel zuführen sollen. Von deutschnationaler Seite wird nun behauptet, es werde von auslän­discher Seite ein starker Druck auf das Kabinett aus» geübt um eine Entscheidung im Sinne der Vor­schläge der Reichsbahn zu treffen und es wird in diesem Zusammenhang sehr deutlich auf den Re­parationsagenten angespiell. Ein Ergebnis hat die gestrige Kabinettssitzung übrigens in der Tariffrage nicht gebracht.

Bedvohüche Laae in Tientsin

Tokio, 31. Wal. (Reuter.) Die Truppen Fengjuhsiangs sollen 18 Meilen von Tientsin ent­fernt eingetroffen sein und in westlicher Richtung weiter vorrücken, um die Eisenbahnstrecke Peking- Tientsin abzuschneiden. Die Lage in Tientsin gibt Anlaß zu ernsten Befürchtungen. Die ausländischen Truppen haben eine Verteidigungslinie um Tientsin herum, 10 Weilen von der Stadt entfernt, ge- schaffen. Die ausländischen Truppen sehen sich fol­gendermaßen zusammen: 5000 Japaner, 3500 Ame­rikaner 2000 Franzosen, 1500 Engländer und 380 Italiener. Die ausländischen Truppen stehen unter dem Oberkommando eines japanischen Generals, lediglich die Amerikaner stehen unter eigenem Kom­mando.

Tsingtau, 31. Mai. (Reuter.) Der Kommandeur der dritten japanischen Division, General Jasumitsu, der hier in der vergangenen Woche von den Nord- truppe,. ohne eisten Zeitpunkt festzusetzen, verlangt hatte, sich sieben Meilen von der Stadt zurückzu­ziehen, hat an die chinesischen Generäle ein Ultima­tum gerichtet, in dem er sie aufforderte, die Stadt bis zum 1. Juni spätestens zu räumen. Alles läßt darauf schließen, daß das Ultimatum erfüllt wird-

Frische Friedenslüfte wehen in Amerika. Mr. Kellogg, der Washingtoner Staatssekretär des Auswärtigen, sendet feine zweite Note an die Großmächte und an die englischen Dominions. Der dritte Akt des großen Friedens­spiels beginnt. Der erste Akt sah nur zwei Akteure: Kellogg und Briand; auf die Initia­tive des französischen Außenministers wurde der Nichtangriffs-Pakt zwischen Paris Washing­ton hin und her debattiert. Der zweite Akt be­gann mit der Absendung der ersten Keilcg-Ncte an die Mächte, wodurch die Debatte über die Kriegsächtung auf eine breitere Basis gestellt wurde. Nun sind sämtliche Antworten in Washington eingelaufen. Hiermit ist die Zeit gekommen, wo auf Grund der bereits erzielten Ergebnisse die Kellogg-Angelegenheit durch die Absendung einer zweiten Note in eine neue Phase treten kann.

Was hat nun die erste Kellogg-Note erreicht, und welches Schicksal erwartet die zweite Pro­duktion des friedensliebenden Amerikaners! Die erste Macht, die auf die erste Kellogg-Note reagierte, war Frankreich, das seinen Stand­punkt den interessierten Großmächten mitteilte. Die französischen Einwände oder vielmehr Er­gänzungen lassen sich in vier kurze Sätze fassen: 1. Das Recht jeder Nation auf legitime Ver­teidigung bleibt unangetastet; 2. Das Völker­bundsstatut, das Sankttonen gegen Angreifer voraussieht, der Locarnovertrag und endlich die Verteidigungspakte, die Frankreich an Po­len, Südslavien, die Tschechoslowakei und Ru- mänien binden, müssen aufrecht erhalten wer- den" KrieosächMngspatt^ verletzt, fr erlangen sämtliche anderen Vertragsmächte ihre Hand­lungsfreiheit; und 4. Es ist erwünscht, daß der Kellogg-Pakt seine Gültigkeit erst nach dem Beitritt der überwiegenden Mehrzahl der ande­ren Nationen erlangt.

Klarer und eindeutiger konnte der Stand­

punkt der stärksten Militärmacht des europäi­schen Kontinents nicht dargelegt werden. Alles ist da, was für Frankreich lebenswichtig ist, vor allen Dingen die Garantie der Friedensoer­träge und des Status quo in Europa. Die Arü- worten anderer Großmächte zeigten, daß auch sie nicht geneigt sind, dem Kellogg-Pakt irgend­welche wichtige Interessen zu opfern. Am kür­zesten und versöhnlichsten fiel die Antwort Deutschlands aus, das infolge seiner besonderen außenpolitischen Lage durch den Kellogg-Pakt nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen hat. Was aber Italien und vor allen Dingen England und Japan betrifft, so hat es sich herausgestellt, daß diese Mächte trotz dem kla­ren Wunsche, versöhnlich zwischen Paris und Washington zu wirken, und trotz dem äußer­lich amerikafreundlichen Ton im Grunde die Einwände Frankreichs sich zu eigen machten,

gen machten, Verhältnissen

wenn auch in einer besonderen angepaßten Form. Weder England, noch Japan denken einen Augenblick daran, ihre ur­eigensten Interessen nicht mit Waffen dort zu schützen, wo sie angetastet werden sollten. So behält sich Großbritannien das Recht vor,in Gebieten zu intervenieren, die für die Sicher­heit des britischen Reiches wichtig sind." Also, um nur ein krasses Beispiel zu nennen: Soll England eines schönen Tages zu der Ueber­zeugung kommen, daß die Sympathien eines gewissen Teils der indischen Bevölkerung für die Sowjetunion allzu krasse Formen anneh­men, so wird niemand gegen einen englisch­russischen Krieg etwas einwenden können. Ja, noch mehr, soll der kürzlich abgeschlossene türkisch-afghanische Freundschaftsvertrag durch entsprechende Verträge zwischen diesen Ländern und etwa Persien und Arabien ergänzt werden, so kann England ungehindert darin eine ernste Bedrohung britischer Interessen in Asien sehen, eine Bedrohung, die eventuell auch mit Waffen­gewalt aus der Welt geschaffen werden könnte. Und auch Japan will sich in China keineswegs mehr gebunden wissen, als es durch bestehende internationale Verbindlichkeiten bereits ist.

Wie man sieht steht es mit dem Kellogg- Pakt keineswegs ausgezeichnet. Sein innerer Wert ist jedenfalls fast völlig illusorisch ge­worden. Die Diplomatenarbeit der Groß­mächte erntet ihre Früchte. Aber Kellogg kann dabei nicht stehen bleiben. Er muß auch einen

Die henikse Kummer mufaSt 16 Sielten.