Einzelbild herunterladen
 

Land

Meustas

den 20, Ma:

1928

Erfüllungsort unb ««rtchtSstand für brid« Zelte ist Hanau. / Bei unverschuldet«« Ausfall bar Lieferung Infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat ber Begießer seinen Anspruch auf Lieferung ob«r Nachlieferung ober aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u-Erschetnungstage ber Anzeige wird feine Gewähr geleistet.,Geschäftsstelle Hammerstr.S / Feraspr. .'M6,3937,3938 .............. ...»

z^hM täglich mit Ausnahm« der eonn» und Feiertage. / »egug<pr«i<: Für den halben N«ia< 3ÖL1.-/ für den ganzen Monat RM. r.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 1L, KEstag 13 R-Psg. / Anzeigenpreis«; Für 1 mm Höh« im Anzeigenteil von 28 mm Brette , z^M, im R«klamtt«ll von »8 mm Breite 23 R-Pfg. / Off«rt,ng«bühr 50 R-Pfg.

124

: Voß MmEe.

E von dem Uafteulschen Nordpol- Luftschiff âIMâ liegt sM Freitag Vormittag keine Nachricht vor.

è - Aus Schlesien wird eine schwere Hochwasser- Mlstrophe gemeldet die mehrere Dörfer stark ge­schädigt hat.

^ Bel dem Roten Froakkämpfertag in Berlin tam es zu einem Zusammenstoß mit der Polizei, Wobei ein Toter zu beklagen ist.

s Pas bishe^ge griechische Kabinett hat sich erneut konstituiert. Malaxos hat die Unterstützung der Partei Venizelos angenommen.

In Spalato, Belgrad und auder-n S^âdlen tauben antiilastenische Kundgebungen statt.

Groenev über bie Reichst webe

t Berlin, 28. Mai. Der Berliner Vertreter der »Neuen Freien Presse" hatte, derDoss. Ztg." zu- folge, ein Gespräch mit dem Reichswehrminister General Groener, in der der Minister u. a. sagte: »Sie Behauptungen, daß die neuen Mannschaften der Reichswehr mit Vorliebe aus den Rechtsver­bänden bezogen werden, entsprechen nicht den Tat­sachen .Man kümmert sich überhaupt nicht darum, ob der für die Reichswehr anzuwerbende junge Mann von rechts ober von links kommt. Das An­gebot übersteigt den Bedarf in riesigem Maße. Im letzten Jahre lagen soviel Anmeldungen für die Reichswehr vor, daß von je 100 nur 6 eingestellt werben konnten. Auch beim Offiziersersatz gibt eine politischen Erwägungen; auch frier übersteigt bas Angebot ganz bedeutend die

Keule gcmelW/welche die Offizierslaufbahn er- ereifen wolle»; nur 167 tonnten zugelassen werden.

Mr stellen hohe Anforderungen an den zukünftigen Reichswehroffizier. Beispielsweise verlangen wir das Abiturienten-Examen und werden in Zukunft wahrscheinlich dazu übergehen, von dem zukünftigen Offizier zu verlangen, daß er das Maturi- tâts-Examen mit Prädikat »Gut" be­standen hat. Im Reichstag ist mehrfach verlangt worden, daß der Aufftieg vom Mannschaftsstande zum Offiziersstande erleichtert werden solle. Diese Forderung erscheint mir durchaus berechtigt, und ich habe Maßnahmen getroffen, um

Solbafen die Eignung zum Offizier zeigen, den Aufstieg zu ermöalicheu.

lasten, sollen tn allen Truppenteilen ausgewählt und in Berlin einer Kommission vorgeführt werden. Diejenigen, die geeignet erscheinen, zu Offizieren ausgebildet zu werden, haben dann Lehrkurse durchzumachen, in denen sie die für den Offizier er« sarderliche militärische und allgemeine Bildung er­halten sollen; auch in den Umgangsformen sollen sie unterrichtet werden. Diese Lehrkurse werden ein Jahr dauern; dann haben die Offizierskandida- ten aus dem Mannschaftsstande durch eine Prüfung nachzuweisen, daß sie imstande sind, dem Unterricht aus den Waffenschulen zu folgen. Nach Absolvie- wng dieser Schulen erfolgt ihre Beförderung zu DWeren. Die Reichswehr dient ket- ner politischen Richtung, sie dient der Erfassung, und wenn versucht wer- "n sollte, die Verfassung gewaltsam Fürzen, so wird die Reichswehr sie putzen, mögen die Versuche von links "der von rechts kommen."

Ueber die Fememordprozesse

äußerte der Minister: »Man darf nicht vergessen, " sich dies alles wenige Jahre nach dem Ende 5 Krieges zugetragen hat und inmitten, des wir- Zustandes, in welchem der Krieg Deutschland unterlassen hatte. Ich gebe zu, daß manche Fehler ^cht worden sind, and) von militärischer Seite.

Die Gegenwart anlängt, so kann ich versichern, aus dieser Vergangenheit kein Ueberbleibsel, °Uch nicht das kleinste mehr, vorhanden ist Ich habe noch bie Reste ausgeräumt; die Hauptarbeit , bereits mein Vorgänger Geßler geleistet, an? ^ate man aber auch den endgültigen Strich nier die Vergangenheit machen. Die Uebelstände K aufgehört, aus denen jene Prozesse entstan- sind doch die Prozesse sollten auch aufhören/ * General sagte weiter: »Wer, wie ich, den Welt- £Aem^ hat, weiß, daß der Krieg ein W» und wer dies weiß, ist auch davon Wrangen, daß unserem Volke eine Meder- dieses Unglücks erspart werden muß.

o^illch muß ein Volk seine Grenzen schützen, gegen Uebersall, gegen Insurrektionen yicrt sein. Nur ein wehrhaftes Volk kann 2 behaupten. Ein Volk, das die Vehrhastig- oblehul, vergeht sich gegen ein Naturgesetz:

Das Schicksal derHja«a*

Leitte neue Spuv von der ^faHa*' - ^NfsexvedMonen

Kopenhagen, 28. Mai. 23.40 Uhr. Ueber dieItalia" find hier immer noch keine Nachrichten eiagekroffev. Die Befürchtung, daß eine Katastrophe eingetreten ist, hat sich wesentlich verstärkt.

In einer Unterredung, die Wilkins heule abeud mit dänischeu unb deutschen Journa- listeo hatte, teilte er mit, daß er zu Mobile, dessen wissenschaftliche Leistungsfähigkeit er eben­so hoch stelle wie feine Kühnheit, Geschicklichkeit und Erfahrung, festes Zutraueu hege. 3m übrigen könne er natürlich keinerlei Meiuung über das Schicksal des Luftschiffes Habeu. Wil­kins und Eielfou haben sich an Mussolini gewandt mit der Frage, ob der italienische Staat zu einer von ihueu unternommenen Hilssexpedition bie Mittel zur Verfügung stellen wolle.

Oslo, 28. Mai. Der Gouverneur von Spitzbergen hat an bas Verteidigungsministerium gestern nach­mittag 6.20 Uhr ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt: »Der letzte Bericht von der »Italia" stammt vom Freitag, 10.30 Uhr vormittags. Das Luftschiff befand sich zu dieser Zeit nordöstlich von Kingsbay, zwischen der Insel Mooffen und dem nordöstlichen Festlande, doch war die Entfernung von Kingsbay nicht bekannt. Auf Kingsbay herrschte Nordwestwind. Nach der Rück­kehr von seiner ersten Fahrt erklärt« mir Nobile, daß er nördlich von Spitzbergen freies Meer ge­sichtet habe, doch seien die Eisverhältnisse nach Nor- oen zu unbekannt." Um 7.10 Uhr telegraphierte der Gouverneur, daß dieCitta di Milano am Vormittag nach Norden abgegangen sei, um sich über die Eisverhältnisse zu unterrichten und wenn möglich, an der Küste entlang nach Norden vorzu­dringen.

Kingsbay, 28. Mai. DieCitta di Milano" be­fand sich gestern abend 9 Uhr bei der Insel Neu- Amsterdam. Es herrscht sehr starker Nordwestwind. ~ dküste haben sich große Mengen Treib- irmi.

den zu der G

An der Nordküs

eifes oufgetü

in Schlehen

Breslau, 28. Zitat Die am Freitag und Samstag über Schlesien ununterbrochen niedergehenden heftigen Niederschläge haben im schlesischen Gebirge, vor allem in den dem Riesen- und Eulengebirge vorgelagerten Ebenen schwere Überschwemmungen herbeigeführt. Die Gebirgsflüsse führten starkes Hochwasser, das in den frühen Morgenstunden des Sonn­tag feinen Höhepunkt erreichte unb erst gegen Abend zu fallen begann. Am stärksten fcheiat das Eulengebirge und die Gebiete der Kreise Reichenbach und Schweidnitz betroffen worden zu sein. Die Weistrihtalsperre war, obwohl sie beim Einsetzen des Hochwassers einen sehr niedrigen Wasserstand halte, nicht in der Lage, die Wassermassen aufzanehmea, die in der Zeit des stärksten Zuflusses bis 90 Kubikmeter in der Sekunde den Stausee füllten, und mußte sämtliche Schleusen offnen.

Die Peile, in normalen Zeiten ein kleiner Bach, der nicht durch eine Sperre gesichert ist, brachte über Reichenbach und die Umgebung größte Ueber- schwemmung. Zwischen Reichenbach und Schweidnitz bildete sich ein Ueber- sch wemmungssee von 15 Kilometer Länge und mehrere Kilometer Breite. Die in ihm liegenden Dörfer sind zum Test völlig abgeschlossen, der Verkehr ist nur mit Kähnen mög- lich. Die Felder sind verschlammt, die erste Heu­ernte vernichtet, die Kartoffeln vom Wasser mit­genommen. Diele Landstraßen sind zerstört. Be­sonders schwer ist das Dorf Grunau, Stets Schweid- nitz, heimgesucht worden, wo die dort befindlichen großen Gärtnereibetriebe völlig zevfljört worden sind.

In den niedrig gelegenen Stadttesten von Reichenbach und Schweidnitz ist auch an den Gebäu- den schwerer Schaden angerichtet. Zahlreiche Sau­ten wurden fortgerissen, da das Hochwasser aus dem Gebirge große Bäume mit sich führte. Am Ober­lauf der Weistritz ist ein ganzes Haus von den Fluten fortgetragen worden.

schen Staatssekretärs Kellogg, daß die Staaten einen Packt abschließen sollen, durch welchen der Krieg geächtet wird?", antwortete General Groener: »Ich bin mit dem Vorschlag des Staatssekretärs Kellogg durchaus einverstanden."

Die Sorialdenrokvaten zur

Resievuussbllduns

Berlin, 28. Mai. DerVorwärts" tritt jetzt aus seiner Reserve in bezug auf di« Stellung der Sozial- bemotratie zur Frage der Regierungsbildung her­aus. Er stellt fest, daß der Sieg verpflichte und die Sozialdemokratische Partei durch den Wahlausfall berufen sei, bei der Regierungsbildung die Führung zu übernehmen. Er geht aber noch weiter; denn er verlangt, daß, wenn der Reichstag am 13. Juni wieder zusammenttitt und am 13. oder 14. nach der Büro wähl bereit sei, die Erklärung der neuen Regierung entgegenzunehmen, bie neue Regierung auch da und bereit sein müsse, diese Erklärung ab­zugeben . Auf endlo-i« Derhandlmwen über Richt- tonten, Punktationen, Scherungen, Forderungen und

Oslo, 28. Mai. Es würd« beschossen, daß Leut­nant Lützow-Holm heute früh von Horten nach Tromsö fliegen soll, wo er mit seinem Flugzeug an Bord des DampfersHobby" gehen toirib, der sofort sein« Abreise nach Kingsbay antreten wird. Don Kingsbay aus wird Lützow-Holm ErtundungsMge in das Gebiet nördlich und nordösttich von Spitz­bergen unternehmen. Ueber eine zweite Hilfsexpe­dition sind noch keine endgüttigen Beschlüsse gefaßt worden. Lützow-Holm wird feinen Fmg mit einem Seeeindecksr ausführen und von einem Mechaniker begleitet fein. Er wird dieHobby", bie ihrerseits die Küste und das Nachbargebiet von Spitzbergen absuchen wird, als Stützpunkt benutzen.

Oslo, 28. Mai. Der DampferBragauza" ifrat Befehl erhallen, von Tromsö nach Spitzbergen ab­zugehen. Der Kapitän des Dampfers wird sich mit dem Führer derCitta di Milano" ins Benehmen setzen. DieBraganza" soll das Gebiet nördlich von Spitzbergen absuchen. Man wird wahrscheinlich ausländische Flugzeuge, wenn möglich deutsch« oder italienische, für eine zweite Hilssexpedition heran- ziehen.

3m Riesengebivg« wurde auf der derrtschen Seite diesmal weniger Schaden angerichtet. Dagegen sind im tschechischen Gebiet mehrere Gebirgsdörfer, vor allem im Aupatal schwer heimgesucht worden. Die Bäume wurden weggerissen, die Brücken zer­stört.

In der Nähe von Breslau brach am Montag nachmittag in dem Mündungsgebiet der Wetstritz und der Oder ein Damm. Di« Feuerwache konnte erst nach fünf Stunden Arbeit die Fluten zurück- dämmen. An der Lohe wurde in der Nähe von Breslau durch das Hochwasser ein Träger der Hoch­spannungsleitung medergÄegt. Es entstand ein Brand, dessen Löschung dadurch schwierig wurde, daß die Feuerwehr nur mit Booten an ihn heran­kommen konnte.

Hirschberg, 29. Mai. Im Riesengrund in Petzer und Aupa im böhmischen Teil des Riesengebirges wurden durch die Wolkenbrüche, die am Pfingst­samstag und -Sonntag medergingen, fast alle Brücken weggerissen. Es ist großer Schechen ange­richtet. In Schmiedeberg ist om Mann der sich das Hochwasier ansehen wollte, von dem Fluß erfaßt worden und ertrunken.

Gegenforderungen komme es nicht an, und auf groß- arttge Versprechungen, von denen man nicht wisse, ob sie gehalten werden, werde man im Lande ver­zichten. Ob der Versuch, eine aus verschiedenartigen Teilen Msammengesetzte Regierung zu bilden, gelinge, werde vor allem von den Persönlichkeiten abhängen, welche die neue Regierung bilden werden. Sie allein könnten den Parteien die dauernde Ga- ^vantte dfür bieten, daß sie mit der Geltendmachung 'ihrer Ansichten im neuen Kabinett nicht zu kurz kommen würden. Durch die Wak^ der richtigen Persönlichkeiten werde mHr erreicht als durch wochenlanges Verhandeln.

Dc. Reinbold zuv ResievunsSblldung

Dresden, 26. Mai. In denDresdner Neuesten Nachrichten" ergreift der ehemalige Finanzminister Dr. Reinhold, der am 20. Mai zum Reichstags- abgeordneten gewählt wurde, das Wort zur Re­gierungsbildung. Er erklärt: Zwar der Gedanke der

Großen Stoalitiou stellt die fachlich am besten fu»

dierte Fassung der Parteien in diesem neuen Reichs­tag unbegrenzter Möglichkeiten dar. Er rückt aber dann eine andere Möglichkeit in den Vordergrund und verweist auf das englische Beispiel der Minder- Heitsregierung der Arbeiterpartei, zu der die geg­nerischen Parteien in loyaler Opposition standen, und fährt dann fort: gönnen trab müssen wir uns in Deutschland nicht zu einer ähnliche» Einstellung aufraffen? Nicht bie Parteien not ihre» auf Erhol­

tarischen Systems. Wir müssen NNS in Deutschland davon freimachen, daß bei per Regierungs­bildung solche ParteierroSglm-er «riischeidend find. Nach Sage der Sache scheut es für absehbare Zeit ausgeschlossen, daß eine Parkn im Reichstag die ab­solute Majorität erwirbt. Deshalb bleibt not der Ausweg, daß die stärkste Partei oder di« stärkste, durch große innere Gemeinsamkeiten wirklich orga­nisch verbundene Parteigruppe die Regierung über­nimmt, loyal geduldet, kontrolliert, bekämpft und wenn nötig, geschützt durch eine starke, bewußte Opposition.

Berlin, 26. Mai. Der neugewählte Reichstag wird, wie dieBoff. Ztg." hört, zu seiner ersten Sitzung erst auf den 13. Juni einberufen werden, da die Feststellung des amtlichen endgültigen Wahl- ergebniffes sich verzögert. Im neuen Reichstag« ist der dem Zentrum zugehörend« Londesökonomie­rat Herold der älteste Abgeordnete. Herold erreicht im Just sein 80. Lebensjahr. Er wird in der ersten Sitzung der Altersvorsitzend« fein. Da nach parla­mentarischem Brauch« der Präsident der stärksten Frattton entnommen wird, ist die Wiederwahl des sozialdemokratische» Abgeordneten Paul Loebe zum Präsidenten des Reichstages gewiß. Der erste Bize- Sästdent wird wieder ein Deutschnationaler (bisher )g. Graef-Thüringev), der zweite ein Zentrums­

lehnt hat; aber abgesehen davon, daß Geheimrat Rießer dem Reichstag« nicht mehr angehört die Deutsche Volkspartei ist nicht mehr die viertstärkste Fraktion. Sie hat den vierten Platz der kommu- nistischen Fraktion abtreten müssen. Es wird ab­zuwarte» sein, ob bie Kommunisten den Anspruch auf die dritte Bizepräsidenteastelle, die ihnen noch dem Brauch zustehen würde, auch geltend machen werden. Wie das Blatt wissen will, wird der Ge­danke erwogen, die dritte Dizeprâsidentenstelle ein­gehen zu lassen. Eine bestimmte Zahl von Vize­präsidenten ist i» der Geschäftsordnung nicht vor­gesehen; sie wird vom Aellestenausschuß festgesetzt. Zum Präsidente» des Preußischen Landtags wird der von schwerer Krankheit genesene sozial- demokratische Abg. Bartels ernannt werden.

Zusammenstoß zwischen Kote Amit und Polizei

Berlin, 26. Mai. Nach einer Mitteilung des Polizeipräsidiums kam e, heute abend gegen 7 Uhr in Eharlollenburg Ecke Bismarck- und Krumme- strahe zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern eines etwa 600 Mann starke» Zuges Roter Front­kämpfer und den sie begleitende» Polizeibeamtea. Als der Zug an der Kreuzung mit Rücksicht auf den Straßenverkehr getrennt werden mußte, wurde versucht, gewaltsam die Sperrkette der Polizei zu durchbrechen. Dabei wurden die Polizerbeamten tät- lich angegriffen und mißhandelt. Ein Polizei­beamter gab in seiner Bedrängnis vier Schüsse aus seiner Pistole ab, wodurch tnëßtete Personen ver­letzt wurden.

Bertin, 27. Mai. Bei dem Zusammenstoß zwischen einem Demonstrationszug des Rotfrontkämpfer- Kundes und der Schutzpolizei wurde, wie dieVoss. Zeitung" meldet, ein etwa 20jähriger Arbeiter aus Bremen von einem Lungenschuß so schwer ge­trosten, daß er auf dem Tvcmsport ins Kranken­haus verstorben ist.

Berlin, 28. Mai. Wie der Polizeipräsident zu dem Zusammenstoß in Charlottenburg gegenüber irreführenden Zeitungswerbungen mittellt, hatten zwei Beamte, die ihrem schwer bedrängten Kame­raden zu Hilf« eilen wollten, bis zum letzten Augen­blick versucht, den Gebrauch der Schußwaffe zu ver- meiden, was auch durch den Umstand bewiesen wird, daß einem dieser Beamten, nachdem er auch niedergeschlagen worden war, die Psstole entrissen wurde, ohne daß er von ihr Gebrauch gemacht hatte. Kurz darauf fielen in der Krummenstraße Schüsse, und es ist anzunehmen, daß dabei auch aus den dem niedergeschlagenen Polizeibeamten ent­wendeten Pistole geschossen worden ist Außerdem ist nach Angabe mehrer Zeugen, die sich freiwillig gemeldet haben, auch noch aus einem Hause der Krummen Straße geschossen worden. Unter diesen Umständen war der zweite der zu Hilfe geeilten Beamten so bedroht, daß er schließlich von seiner Schußwaffe Gebrauch machte, um sich und seinem Kameraden Lust zu schaffen. Es wurde dadurch er-

Dir betrüge Äummev «mfgtzt 10 Sette«.