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Sv. 122
Freitag de«
25. Mai
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall Hr Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf lieferns ober Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzborschrist cu Erscheinun-stoge der Anzeige wirb feine Gewähr geleistet.--Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956,3957, WM
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VaS «euEe
— 5k Reichsregierung wird erst einen Tag vor jllsamwentritl des neuen Reichstages, am 11. Juni urätfirefen.
— Der Reichsrat stimmte dem Gesetzentwurf u. der den 11. August zum Nationalfeiertag er- lärt.
— In den Zunkerswerken in Dessau wurde i stern das tausendste Flugzeug vom Junkervtyp ertiggestellt.
— In Innsbruck kam es zu starken ilalienfeind- ihen Kundgebungen vor dem italienischen Son- » at, das am Tage der italienischen Kriegser- Lrung an Oesterreich die Trikolore gehißt hatte.
— Im Colmarer Prozeß wurde gestern das Ut- ■;[ gefällt, vier Angeklagte erhielten je eine Zahr -stängnis, elf Angeklagte wurden freigesprochen.
am 11 «Stint
Bertihf 24. Mai. Das Reichskabinett hat. Heute äie Sitzung abgehalten, in der es sich zunächst mit rr Mag«, des Rücktritts der Reichsregierung bc- ^iftigte. Rach einer vorher mit dem Reichspräsi- 'nten o.', ^Hindenburg gepflogenen Unterhaltung -s Reichskanzlers würde mit Zustimmung. des ioichspräsidenten geschlossen, von einer Demission >: Kabinettes vorläufig abzusehen und in . Aus- cht zu nehmen, am Tage des Zusammentritts des cuen Reichstages dem' Reichspräsidenten den' Rück- tt der bisherigen Reichsregierung zu unterbreiten. A der Reichstag voraiissichtiich am Dienstag, den
k Die Gründe, die Las Reichskabinett âu diesem «schluß bewogen haben, liegen /einesteils darin, die Regierungskrise- zeitlich möglichst singe- hrSnkt werden füll. Die Verl)andlungen über die euhildung der Regierung . werden erst ' in der i^che gach Pfingsten beginnen. Dies ist natürlich 'in dent Mitwirken der Fraktionen abhängig- die u/l kurz vor dem Zusammentritt des Reichsrages sch wieder in Berlin versammeln werden. Ueber /.e Haltung der Parteien lassen sich natürlich noch bestimmten Mitteilungen machen. Bei den /eryondlungen. in der nächsten Woche kann, es sich 'ch nur um unverbindliche Vorbesprechungen handln. Man kann jedoch mit Sicherheit annehmen, ^6 der Reichspräsident einen Vertreter der sozial- l mokratische Fraktion mit der. Regierungsbildung bMftragen wird, und es dann Sache dieses Leauf- "igten sein muß, den.Fraktionen Vorschläge zu wachen und. sich über diè Haltung der einzelnen Fraktionen zu informieren.
Die Angaben über,die Verteilung der verschiede- "en Portefeuilles an einzelne Persönlichkeiten dürfen zunächst aus reinen Kombinationen beruhen.
kann aber als feststehend ansohen, daß bei der Neubildung der Regierung das Amt des Reichskanzlers einem Vertreter der Sozialdemokratie /hallen wird.
Der 11 August Nationa!- seisvtag
Berlin, 24. Mai. Der Reichsrat nahm in seiner Mutigen Sitzung den Aniraa Preußens, den 11- ZW zum Rationalfeierlag zu erklären, mit 47 ^■Sen 19 Stimmen bei zwei Enthaltungen an. Die stM, ob der Gesetzentwurf Verfassung s- anvernden Charakter habe. wurde mit 52 S'gen 11 Stimmen verneint
.. Bei der Abstirnmung über die Vorlage selbst 'Mmten dagegen Ostpreußen, Brandenburg, Ammern, Niederschlesien, Bayern, Württemberg. ^ enthielten. sich der Stimme: Oberschlesien und WlMgs Bei der Abstimmung über die Der - l°! fu n g s m ä ß i'g k e i t stimmte nur Bayern ^gegen. Württemberg und Oldenburg enthiel- ö" .llch her Stiyime. Der. bayerische Gesandte v. «*? 8er gab die Erklärung ab, daß der bayerischen Gerung die Zustimmung zum Gesetzentwurf z n3besonders auch dadurch unmöglich gemacht nJc' ^oß die im Paragraph 2 der Vorlage an- .^rdnete Pflicht zur Beflaggung der öffentlichen und zur Abhaltung von Schulfeiern einen ,^>8>n>eren Eingriff in die Verwaltungshoheit rmi!U c' $” der Perfaffirng! 'befinde sich keine Bestkm- ^1^ aus der dies« Befugnisse abgeleitet werden ®^m« -ev Detttichuatto-
. waten VavteLlettuttS
pn^ .Parteileitung der Deutschnationalen Volks- ^/' irat gestern nachmittag zusammen, um die ^ die Wahlen, entstandene Lage zu beraten t-^>^^ Sitzung der Parteioertrichmg . vyrzu- %,Jen- Die Mitglieder der deutschnationalen liii^btagsfraktion werden erstmalig am 11. Juni '^bienkommen.
Das Mil im Äluton-miftenpv-zeS
Ätolitt, MC, Schall und Satzbauev zu je einem Labe Gefängnis neeneieih - LNaffenkundgebunsen und Tumulte
Colmar, 24. Mai. 3 m Colmarer Auto nomistenprozeß verkündete der Gerichtspräsident folgendes Urteil- Die Angeklagten Ricklin, Rosse, Schall und Faßhauer werden zu je einem Jahr Gefängnis und fünf Jahren Aufenthaltsverbot sowie zur Tragung der Kosten verurteilt. Für die übrigen 11 Angeklagten (Hauß. Schlegel. Daumann, Kohler, Würtz, Heil, Reifacher Eggemann, Solveen, Skürmel, Schweitzer) hatten die Geschworenen die Schuldfrage Mit Stimmenmehrheit verneint. Das Aufenthaltsverbot bedeutet, daß im Augenblick der Verbüßung der Gefängnisstrafe die Regierung diejenigen Bezirke innerhalb Frankreichs den Verurteilten bekanntgibt, wo sie sich während fünf Jahren nicht aufhalten dürfen. Eine ungeheure Menschenmenge halte sich um das Gerichtsgebäude in Colmar versammelt und erwartete mit Spannung das Urteil. Es kam zu leichten Zusammenstößen zwischen der Volksmenge und der Sicherheitspolizei.
Während das Gericht.über die Strafzumessung beraten hatte, hatte die Gendarmerie den Schwurgerichtssaal wegen der stattfindenden Manifestationen vom Publikum geräumt.
Lediglich die Journalisten waren im Saale geblieben. Man hörte im Saale, wie die außerhalb des Gebäudes befindliche ungeheure Volksmenge den Gesang „0 Straßburg, o
Straßburg anstimmte; man hörte Schreien und
Zur heutigen Nachmittag^sitzung im Autonomsten Prozeß war der Andrang des Publikums außerordentlich stark. Auch wär wieder, wie zu Beginn, des Prozesses, Gendgrmerfe, z. T. in Stahl- Hillmen, aufgeboten. Rechtsanwalt Berthon brachte sein Plaidoyer zu, Ende- Er erklärte nachdrücklich, daß der Zweck des.Prozesses ein Manöver sei, durch Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte die Wahl Ricklins und Rossäs zu Abgeordneten zunichte zu machen. 'Antonomistische,^ ja sogar separa- tistische Bestrebungen zu unterbinden, sei nach dem gegenwärtigen Stande der Gesetzgebung nicht mög-
Komplott an sich auch lüristisch nicht strafbar, sondern nach dein-'Wortlaute -der Paragraphen '86—89 des Strafgesetzbuches nur ein Äcknplott mit> dem Ziele, die" Regierung zu stürzen oder zu ändern. Diese-Fräge-'sei aber.zu verneinen. Wenn eine'Verurteilung erfolgen sollte, so werden wir, io rief er aus, vor Lem Kassationshof den ganzen Elfässerprozeß wieder aufrollen! Die Mämier, die auf der Anklagebank sitzen, sind keine Verräter, sondern Männer, die für ihr Land gearbeitet haben. Die Schlußworte Berthons „F ür d as. Gl ü ck im Elsaß u nd -F r a n k r e i ch s" wurden im Saale mit Beifallsrufen' und Händeklatschen ausgenommen.
Im weiteren Verlauf der heutigen Sitzung des Colmarer Autonomiftenprozesfeskam der Staats- a nm alt: in seinem Schlußwort in derselben Weise wie bereits in seinem Plaidoyer auf einige ihm unklare Fragen zurück, wie z. B;: Wo kommt das Geld her? — In welchen finanziellen Verhältnissen lebt der Anleihegeber Dr. Wildig? — Welches waren die Garantien der Anleihe? Der Staatsanwalt schloß: Autonomismus bedeutet in der Folgezeit Separatismus und in der weiteren Folgezeit Rückkehr des Elsaß zu Deutschland. Ein Freispruch würde bedeuten, daß Ricklin, Rossè, Faßhauer usw. die Herren Les Elsaß werden. Diese Schlußworte des Staatsanwaltes riefen verschiedenartige laute Kundgebungenim im Saale hervor. Nach kurzen Ausführungen der Anwälte Thomas, Feillet, Iaegle und Berthon erhielten die Angeklagten das Schlußwort.
Ricklin gab eine grundsätzliche Erklärung ab des Inhaltes, daß er sich, als er in die Autonomie- bewegung eingetreten sei, davon überzeugt habe, daß diese Bewegung nicht mit dem Auslande in Verbindung stehe, und daß diese Bewegung im Rahmen der französischen Republik bleibe. Wenn aber nach 2lnsicht Ler Geschworenen eine Schuld übrig bleibe, dann- möge man ihm als Führer, der die Verantwortung für alle, die ihm folgten, trage, allein verurteilen, und zwar unter Verweigerung mildernder Umstände. Faßhauer erklärte, wenn wir verurteilt werden, dann werden wir es nicht, weil wir uns eines Komplottes schuldig gemacht haben, sortiern weil es im Elsaß keine Presse- und Meinungsfreiheit gibt. Die übrigen Angeklagten begnügten sich damit, ihre UnschuD zu beteuern, bzw. an das Gerechtigkeitsgefühl der Geschworenen zu appellieren. Darauf zogen sich die Geschworenen zur Beantwortung der 17 Schuldfragen in das Bc- ratungszimmer zurück.
Nach 1 ^stündiger Beratung haben die Geschworenen die erste Frage, bk Schuldsrage, für vier Angeklagte mit Stimmenmehrheit besaht, und zwar für die Angeklagten Ricklin, Schall, Faßhauer und Rosse, jedoch in allen vier Fällen mildernde Umstände bewilligt. Für die übrigen 11 Angeklagten ist die Schuldfrage mit Stimmenmehrheit verneint worden. Der Staatsanwalt hat hierauf eine milde Anwendung des Strafgesetzes bei Bemessung der Strafe beantragt. Nach dem Anträge des Staatsanwaltes verzichteten sämtliche Anwälte auf das Wort. Lediglich Rechtsanwalt Feillet aus der Bretagne erhebt'sich und ruft'aus: „Die Angeklagten mögen aufgrund dieses unwür- digen Urteils nicht Frankreich riet?» teil" Nach diesen Worten bricht er weinend auf
Pfeifen.
der Bank der Verteidiger zusammen. Im Saal erhebt sich eine gewaltige Beifallskundgebung, Bravorufe und Händeklatschen, wie es in dieser
stürmifchen Form während,üer ganzen Prozeßver- handl'Ung noch nicht vorgekommen ist. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich um das Gerichts- g ebäude in Colmar versammelt und erwartete mit Spannung das Urteil. Es kam zu leichten Zusammenstößen zwischen der an gesammelten Volksmenge und der Sicherheitspolizei.
Nach Verkündung des gemeldeten Urteils be-
Colmar, 25. Mal. Rach Verkündigung des Urleilsspruchs fand gestern abend im hiesigen Katharienensaal eine, durch umhergetragene Plakate einberufene, Protest Versammlung statt, in der die Vertreter der Angeklagten und die beiden Abgeordneten Beton und Dahlit das Wort ergriffen. Als die inzwischen aus dem Gefängnis entlassenen Schlegel, Schweitzer und Eggermann erschienen, tvurden sie mit Jubel begrüßt. Rach Schluß der Protestoersammlung zogen die meisten Versammlungsteilnehmer vor Die Wohnung des Generalstaalsanwalks, die durch die Gendarmerie geschützt wurde. Die Wenge brachte auf verschiedenste Weise ihren Unwillen über dar Urteil zum Ausdruck. Rach Witlernacht waren die Straßen wieder ruhig.
Die Aufnahme des Zvieris in der vveffe
Berlin, 25. Mai. Eine Anzahl Berliner Blätter nehmen eingehend zu dem Urteil der elsässer Autonomisten Stellung. Die „Germania" schreibt: Wenn man glaubte, dieses Urteil dem Prestige Frankreich schuldig gewesen zu sein, so wird man jetzt bald merken, daß man seinem Prestige mehr schaden zugefügt hat. Gerade weil wir ein friedliches Verhältnis zu Frankreich wünschen, verurteilen wir die Maßnahmen, die das deutsch-französische Einvernehmen stören können. — Die „D. A. Z." schreibt, dieses Urteil verurteilt Frankreich. — Die „Kreuzzeitung" schreibt, die Autonomisten hätten durch das Urteil eine Rechtfertigung erfahren, denn es bestätige in aller Form die Absicht der Franzosen, jedes Eigenleben im Elsaß auszu- schalton.
Paris, 25. Mai. Das Urteil von Colmar wird von den meisten Blättern gebilligt, sie sprechen von einer großzügigen Milderung der Geschworenen. Es sei zu hoffen, daß die Geister nach diesem Spruch zu einer gerechten Auffasiung der nationalen Solidarität zurückkehren. Einige Blätter dagegen werden nachdenklich und stellen die Frage: Was gewesen sei? Das „Oeuvre" schreibt: Man muß sich dem Spruch der Volks- justiz beugen, wir beugen uns ohne zu begreifen, wir begreifen um so weniger, weil das Urteil von dem Generalstaatsanwalt selbst suggeriert worden ist, er hat drei Wochen lang versucht, den Geschworenen die Ueberzeugung beizubringen, daß die Beschuldigten Verräter seien, um ein Jahr Gefängnis zu fordern. Entweder seien die Angeklagten Verräter, dann Hütten sie mitleidlos bestraft werden müssen, oder sie hätten nur ihre Gedanken vertreten. Im letzten Falle sei der Prozeß ein Tendenzprozeß gewesen und der Anklagevertreter hätte sich der Verteidigung anschließen müssen. Es ist zu befürchten, daß die Angeklagten nun zu Märtyrern der elsäsiischen Sache genwcht werden. Die „Volontier" schreibt, die Geschworenen haben sich im Widerspruch zum Volk gesetzt, von dem sie gewählt sind. Die „Humanitè" schreibt, der, Urteilsspruch löst nicht das elsässische Pkoblem im Gegenteil, er gibt dem Kampf gegen den französischen Imperialismus -nutz neuen Antrieb« *
Amevika uttd dev Mkedev- ausbau Europas
Von Arthur Pousonby. ehemaliger britischer Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten.
Freundlichere Beziehungen zwischen Europa und Amerika können nur geschaffen »erben, wenn zuvor eine durchgreifende Revision des Kriegsschulden- und Reparationsproblems erfolgt. Eine befriedigende Lösung dieser Frage würde zweifellos die Beziehungen zwischen der alten und der neuen Welt verbessern und von erheblichem Nutzen für die Sicherung des Weltfriedens sein; andererseits dürfen wir jedoch den amerikanischen Standpunkt in dieser Streitfrage nicht ganz aus dem Auge verlieren. Warum — so sagt mal sich in Amerika — sollen nämlich die europäischen Regierungen in ihren Schuldverpflichtungen entlastet werden oder gar von ihnen befreit werden, wenn die hierdurch freiwerdenden Summen doch nur. für erhöhte Rüstungsausgaben Verwendung finden. ,
In der Weltpresfe hat man des öfteren Anregungen gelesen, Amerika sollte anstatt einer internationalen Abrüstungskonferenz lieber eine internationale Kriegsschulden-Konferenz einberufen. Man hat darauf hingewiesen, daß ein solches Vorgehen von Seiten Amerikas den guten Willen der Union für die Lösung weltpolitischer Probleme dartun würde und dieser günstige Eindruck ganz von selbst eine weitgehende Abrüstungsbewegung ausläsen würde. Aber auch hier dürfen wir den amerikanischen Standpunkt nicht.außer Acht lassen und sollten bedenken, daß die europäischen WöMe es Der Union eâ ermöalüben müssen,
I berufen. Z den bimsten"
SN die Mächte der alten Welt lunsch, ihre veralteten diplomä-
tischen Methoden, ihre Geheimbündnifle und ihre gefährliche Kriegsmentalität aufzugeben, so glaube ich, daß Amerika sicher ganz von selbst bereit sein würde, nicht nur das Kriegsschuldenproblem aufs neue aufzuroüen, sondern auch seinen Beitritt zum Völkerbünde anzumelden. Daß diese beiden Schritte in Amerikas eigenstem Interesse liegen würden, sieht man vielleicht dort drüben heute noch nicht mit genügender Klarheit étn. Zweifellos würden derartige Maßnahmen den günstigsten Einfluß auf den Umfang der Handelsbeziehungen der Union haben und so der amerikanischen Wirtschaft neue starke Impulse zuführen können. ’
Die Hochfinanz, der Handel, die Großstädte und die zahllosen Organisationen in den Vereinigten Staaten sind gegenüber Europa und seinem endgültigen Wiederaufbau sicherlich nur günstig gestimmt. Einer der Gründe, derentwegen Amerika nicht geneigt ist, praktisch an dem Wiederaufbau der europäischen Verhältnisse teilzunehmen, soll der sein, daß die amerikanische Bevölkening selbst eine Mischung aller europäischer Raffen darstellt, und daß eine allzu große Interessenannahme an europäischen Verhältnissen für die Union einen Prestigeverlust und eine Gefährdung ihres Ehrgeizes, die größte Weltmacht zu werden, bedeuten könnte. Ich glaube allerdings nicht, daß diese Aufsaffung in der Einstellung irgend eines Amerikaners Europa gegenüber eine Rolle spielt. Wohl aber ist im ganzen Lande der Gedanke an den Weltkrieg mit einer großen Enttäuschung verbunden. Heute ist man von dem Lügengewebe angewidert, das seinerzeit zum Zwecke der Entfesselung der Kriegsleidenschaften über das ganze Land gezogen wurde, und man hat eingefèhe«, daß das Kriegsergebnis den Einsatz nicht gelohnt hat. Zu"gleicher Zeit sehen mir in Amerika einen ja verständlichen, ab^r doch etwas übertriebenen Stolz bezüglich des Anteiles Amerikas am endgültigen "Siege. Als Folge dieser verschiedenartigen "Ansichten finden wir in der Union eine Mischung oft entaegensätzticher Meinungen. So kann es geschehen, daß unr- auf der einen Seite der Wunsch entgegentritt, Europa die kalte Schalter zu zeigen, bis die diplomatische Atmosphäre sich dort mehr geklärt hat, andererseits aber bekennen führende Amerikaner, daß die. von der Regierung be* folgte Taktik Europa gegenüber nur das Er^ gebnis kurzsichtiger jPolitik sei.
Die in Europa verbreitete Ansicht, die neue Welt schulde Europa eine große moralische
Die detttise KuMmev rmttaSi IC Sette«.