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General Älnzeiger für

Oanau Stadt und Land

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Dounevstag

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de« 24. Mai

1928

Da# Ke«eKe.

- In Wilhelmshaven Nef gestern der «euer- mfe Kreuzer D von Stapel. Der Kreuzer wurde »f den NamenKöln" getauft.

I vor einem geladenen Publikum führte gestern ritz v. Opel auf der Avus die Erfindung feines lSkekenautos vor.

? In Gelsenkirchen ereignete sich ein schweres trahenbahnunglück.

ii Bei Köln verbrannte bei der Landung ein Arman-Großflugzeug, wobei der Führer, der ionkeur und ein Passagier den Tod fanden.

| Im englischen Anlerhause wurde Lhamber- lin interpelliert, ob er wegen der Hamburger Gift- is-Satastrophe Vorstellungen bei der deutschen Vierung erheben werde. Der Minister ant- 'ortete zurückhaltend.

K General Nobile hat in der letzten Nacht mit erItalia" den Nordpol überfolgen.

E Auf das italienische Konsulat in Buenos ires wurde ein Bombenätlentat verübt, wobei 10 irfonen getötet wurde«.

^avMaufd.rttvemevs »o«

Wilhelmshaven, 23. Mai. Heute vormittag lief r bei schönstem Wetter der neue KreuzerD." to Stapel. Der Feier wohnten Reichswehrminister Sroener, Reichsjustizminister Dr. Hergt, Reichs- »anzminister Dr. Köhler, der Ministerpräsident )n Oldenburg und zahlreiche hohe Beamte, bei. bn behördlicher Seite waren u. a. die Chefs der Iarine und Heeresleitung vertreten. Der' Kreuzer I nach dèr StadtKöln" benannt worden, womit cichzeifrig eine Ehrung des gesamten Rheinländer

Wilhelmshaven; 23. Mai. Nach der Taufe des ^euzersKöln" fand ein Imbiß im Offiziersheim r Werft statt. Im Verlaufe des Mahles traf vom 'eichspräsidenten folgendes-Telegramm ein: kIch danke für die Meldung von dem glücklich folgten Stapellauf des KreuzersKöln". Möge r Wille zu treuer Pflichterfüllung und opfermuti- r Vaterlandsliebe, den die alteKöln" beseelte, ich auf diesem neuen Schiffe fortleben. Dem Kreu- r und der Besatzung wünsche ich allzeit glückliche chrt."

gez. v. Hindenburg, Reichspräsident. Reichswehrminister Groener weihte bei Tisch ts erste Glas den Toten des Krieges und brachte Mèns der Versammelten das Gelöbnis dar, ihnen ichzueifern in Pflichttreue, Vaterlandsliebe und Pfermut. Dann begrüßte der Reichswehrministcr >è als Gäste erschienenen Vertreter des Reiches, 's Reichstages, des Reichsrats, den oldenburgi- )en Ministerpräsidenten und den Oberpräsidenten on Hannover, dessen Tätigkeit als Reichswehr- "nister er gedachte. Er gedachte schließlich in Son- ertjeit der Vertreter des Rheinlandes und der »tadt Köln und der Gattin des mit derKöln" »tergegangenen Kommandanten und des einzigen Überlebenden der altenKöln", des Oberheizers Humann. Nach Worten des Dankes an die Er- Wr des Schiffes ging der Reichswehrminister des Mren auf die Bedeutung des neuen Paten- Wès für das Rheinland und für die Stadt Köln ;n; es knüpfe ein neues Band zwischen der West- serk und der Marine. Das neue Schiff möge den Inländern ein Anlaß fein, den Gedanken an die 'eutfche Wehrmacht, besonders an die Reichs- "stine, fördern zu helfen. Die Marine selbst habe dem neuen Kreuzer die Verpflichtung übernom- ^n, überall,.wo das Schiff später hinkomme, für ^ deutschen Namen, für die deutsche Ehre und Ur den deutschen Rhein Zeugnis abzulegen, nicht 'W Sinne stolzer Ueberhebung, sondern in der Ihnen Weise eines Menschen, dessen Seele erfüllt ist !Dn der hohen Aufgabe, zu nutzen dem Heil des Merlandes. Groener schloß mit einem Hurra auf Rheinland und die PatenstadtKöln".

ruiammentviti des KekchS-

. Das Reichskabinett wird heute vormittag zu- mmentreten, um sich, wie dieGermania" zu

glaubt, mit laufenden Angelegenheiten zu "Mtigen. Wie weit sich das Kabinett auch mit "" Ausgang der Wahlen und den sich daraus er- enden Folgerungen befassen wird, steht, dem zufolge, noch nicht fest.

°ie »Maua« den Novdvol überflogen

iJ 'ngsbay, 23. Mai. DieItalia" ist heute 4.40 Ahr bei günstigem Wetter wieder gestiegen.

d Orlo, 23. Mai. DieItalia" hat heute nacht "Nordpol übeflogen.

24. Mai. DieItalia" slog über den Si^?01 Zwischen 1 und 2 Uhr Morgens eine ^»g- Das Luftschiff befindet sich aus dem nach Spitzbergen.

Die Versuchsfahrt des Raketenantos

-Opels Aaketenauto erweicht auf der Avus in wenige« Sekunden

155 Stnndenkttometev Geschwindtskett

Erste Etasve rum

VovstoS k« die Stvatospave

Berlin, 23. Mai. Auf der Avus-Bahn fand heute vormiktlg die erste offizielle Fahrt des Opel-Raketenwagens statt. Die Vorprüfung ist voll gelungen. Fritz v. Opel startete mit dem Wagen um 10.45 Ahr und durchfuhr die Bahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 195 km. Am nicht Unbeteiligte zu gefährden, war der Start 100 Meter von der Tribüne ent­fernt verlegt worden. Die geladenen Gäste und die Anwohner nahmen ihn zuerst durch plötzliche starke Detonationen wahr. Gleich darauf sauste der Wagen auch bereits mit einer riesigen Feuer- und Rauchschleife vorbei. Nach der Fahrt wurden Fritz v. Opel, Sander und Vallliers stürmisch gefeiert. Anter den Gästen befanden sich u. a. Reichsfinanzminister Dr. Köhler, Reichsernährungsminister Schiele, Staatssekretär Zweigert, vom Reichsinnen­ministerium, Staatssekretär Meissner, Mchor v. Hindenburg, Staatssekretär Kumbier von der Reichsbahn, der preußische Innenminister Grzesinski, Polizeipräsident Zörgiebel, Poli­zeikommandeur Heimannsberg, Vizchrolizeipräsidenk Weiß sowie der Reichskommissar für die öffentliche Ordnung Suenzer.

Praller Sonnenschein, der erste nach vielen kal­ten und regnerischen Tagens liegt auf der Avus. Auf der Zufahrtsstraße, vom Kaiserdamm her, voll­zieht sich ein Anmarsch von Kraftwagen und Fuß­gängern, wie man sie sonst an Wochentagen zu so früher Bormittagsstunde hier nicht sieht. Aber ms Unwahrscheinliche soll hier' Ereignis werden, der erste Schritt auf dem Wege in den unerforschten Weltenraum soll gewagt werden.

Um 10 Uhr drängt sich Kopf an Kopf auf den Tribünen gegenüber dem Zielrichterhaus. Vor-den Tribünen steht das Raketenauto, vorläufig noch ge-

zeuges hervor, die den Wagen durch den Luch widerstand auf die Bahn drücken sollen. Die Mon­teure stehen daneben. Die Polizei hat Mühe, die Neugierigen und das Heer der Photographen fern­zuhalten -

Zehn Minuten nach 10 Uhr ertönte aus dem Lautsprecher, weithin vernehmbar die Stimme von Geheimrat Schütte, der darauf hinwies, daß man die Hoffnungen auf die neue Erfindung zuerst nicht Überspannen dürfe. Der bevorstehende Kongreß der wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt werde sich mit der Bedeutung der Rakete für einen Welt­raumflug befassen. Wenn das Raketenflugzeug Tat­sache geworden sei, dann werde man Newyork von Berlin aus in fünf Stunden er­reichen können.

In seiner Erwiderung wies Herr v. Opel da­rauf hin, daß seine Arbeiten, infolge einer Indis­kretion, zu früh an die Oeffentlichkeit gekommen seien. Grundlegend neu sei die Feststellung, daß die Fortbewegung im luftleeren Raum möglich sei. Mit dem Raketenauto sei erst eine Etappe erreicht, die zweite Etappe bilde der Bau eines Autos zur Fortbewegung auf Schienen, wo­bei eine 333 Stundenkilometergeschwindigkeit er­reicht werden soll. Die dritte Etappe sei das Mo­torrad, das eine Stundengeschwindigkeit von 200 bis 220 Kilometer erreichen soll. Die vierte Etappe werde Registrierinstrumente in bisher unerreichte Höhen tragen, die fünfte Etappe Tiere. Die sechste Etappe erst werde das Raketenflugzeug schaffen, das Höhen von 20 bis 30 Kilometer er­reichen soll. Die siebente Etappe soll dann das Weltenraumschiff bringen, das die Erde mit anderen Weltkörpern verbinden sollen. Die ersten fünf Experimente werden noch das laufende Jahr bringen. Für die nächsten, für die erst ein Zeitraum von 15 bis 20 Jahren vorgesehen war, sei nur noch eine Frist von sechs Jahren möglich.

Somtattattentafr in VuenoS Aires

Newyork, 23. Mai. wie Associated Preß aus Buenos Aires meldet, explodierte dort im italienischen Konsulat eine Bombe, du rch die zehn Personen getötet und 40 verletzt wurden. Der Urheber des Attentats ist bis jetzt noch nicht bekannt.

Newyork, 23. Mai. Wie zu der Explosionskata­strophe in Buenos Aires weiter gemeldet wird, er­folgte die Explosion gegen Mittag im Wartezimmer der Pahabteilung des erst kürzlich vollendeten Kon­sulatneubaues und rief unter den Angestellten und etwa 200 Wartenden ungeheuere Erregung und Angst hervor. Die Bombe explodierte in einem Wandschrank und riß ein sechs Fuß großes Loch in die Mauer. Man nimmt an, daß die Explosion auf die Tätigkeit vonAnti - Fascisten zurück- zuführen ist.

Buenos Aires. 23. Mai. Zur Zeit der Erplo- sion befanden sich im italienischen Konsulat zwei­hundert Personen, doch war Generalkonsul Capani

Ietzt wird der Wagen nach dem Startplatz, 100 Meter südlich der Zielrichtertribüne geschoben. Die ihn umgebende Schutzhülle wird entfernt, und man erblickt den R a k e te n w a g e n. Er hat das Aus­sehen eines gewöhnlichen Opel-Rennwagens. Die Haube läuft vorn spitz zu. An den Seiten sind in großen Buchstaben die WorteOpel-Rack II San­der" aufgemalt. Die ganze Maschinerie, Motor, Getriebe, Differenzial usw. fehlt. Nur Steuer und Fußbremse sind vorhanden. Ein Handhebel dient zum Verstellen der Stabilisätionsflächen. Unter dem Steuer befindet sich die Hebelvorrichtung, zum Ent- MMMMWUMOMMW« ' M rtit auf den

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24 Raketen aufnehmèn kann.

Die Spannung ist auf den Höhepunkt gestiegen. Aller Augen sind auf das Fahrzeug gerichtet. Schon sieht Fritz v. Opel an dem Wagen, noch einen Augenblick atemlose Stille, dann plötzlich ein krach wie von einem 15-cm-Schnellfeuergeschütz. Lin dicker Feuerstrahl sprüht aus dem hinteren Test des Wagens heraus, das Donnergetöse ist kaum er­träglich. Aber schon ist es vorbei. Ein große weiße Rauchwolke hüllt die Zuschauer ein und entzieht den Wagen ihren Blicken. Aeberraschend schnell löst sich der Rauch auf. Da sieht man den Raketenwagen bereits auf der nördlichen Kurve herauskommen. Auf der anderen Seite der Bahn braust das Don- nerkrachen wieder heran. Aus dem Rückenteil des Wagens, schießt der Feuerstrom, eine dicke Rauch­wolke wirbelt hinter dem Wagen her nud schon ist das Ungeheuer abermals vorbeigerast. Weil hinten kommt der Raketcnwagen zum Stehen.

Ein Aufatmen geht durch alle Anwesenden. Die erste Fahrt ist geglückt und bange Beklem­mung macht sich spontan in brausenden Jubel und Hurrarufen Luft. Lin Transportauto fährt schnell zu dem Rakekenauko und auch die Zuschauer stür­men zu Hunderten im Laufschritt dem Wagen zu. Fritz v. Opel wird unter ungeheurem Iubel von seinen begeisterten Verehrern auf den Schultern bis zu den Tribünen getragen. Er ist sichtlich er- schöpft. Luftdruck und Nervenanspannung zeigen ihre Nachwirkung.

Fritz v. Opel hat mit dieser Demonstration auf der Avus, die ungefähr zwei Minuten dauerte, die Schnelligkeit des Raketenwagens gegenüber den Rüsselsheimer Versuchsfahrten sehr wesentlich zu steigern versucht. Kurz vor den Tribünen erreichte er bei feiner Fahrt ein Tempo von 195 Kilometer.

abwesend. Die genaue Zahl der Verletzten ist noch unbestimmt. Mehrere in der Nähe des Wand- schrankes, in dem die Bombe explodierte, befindliche Personen wurden buchstäblich in Stücke gerissen. Infolge der Explosion stürzte ein an der Außenseite befindliches Baugerüst zusammen und begrub mehr­ere Personen unter sich. Wenige Minuten nach der Explosion brach an dem Unglücksort außerdem Feuer aus, sodaß di? Rettungsarheitxn sich überaus schwierig gestalteten. Da infolge des Chauffeur- streiks nicht genügend Krankenwagen zur Stelle waren, wurde das Rettungswerk weiter behindert.

KesZemsttsssimsz in GvrethStttaud

Sensation auf dem Balkan: Die griechische Regierung ist gestürzt! Ist diese Ueber« raschung, eine der vielen im Atzten Jahrzehnt der griechischen Geschichte, geeignet, allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken? Diese Frage muß unbedingt mit ja beantwortet werden. Denn Venizelos, Griechenlands größter und schlauester Staatsmann, dieser Unruhigste unter den Unruhigen, ist wieder da. Die Tatsache allein ist von grundlegender Be­deutung, nicht nur in griechstch-innerpolitisäzer Hinsicht, sondern auch vom weltpolitischen Standpunkt aus. Die ganze Situation nicht nur in Griechenland, sondern auf dem Balkan, ja auf dem gesamten Mittelmeerschauplatz, ist dadurch grundsätzlich geändert.

Griechenland blickt auf lange Jahre des Leidens und der Unruhen zurück. Um nur bei dem letzten Bierteljahrhundert zu bleiben: Zu­nächst zwei Balkankriege, einmal gegen die Türkei, das anders Mal gegen Bulgarien, dann der Weltkrieg mit seinen unheilvollen Folgen, Umstürzen und Revolutionen ohne Ende, dann der Krieg mit der Türkei und die Niederlage. Der endgültige Sturz der Mo­narchie und die Abdankung des Königs Kon­stantin im Jahre 1924 schienen eine neue Aera in Griechenland einzuleiten, aber zunächst folgte noch in der jungen Republik ein Putsch nach dem anderen Das Heer schien für immer die Ueberhanv zu bekoiNmen, es artete in eine Prätorianer-Garde verschiedener Politiker aus und zwang seinen Willen dem Lande auf. Die' Diktatur des Generals Pangalos bildete den öhexuZkt .....der SRHitflrfigrrfdw.it . im Lande.

8 . _ ng des

griechischen Präsidenten, 'Admiral Paul Kon- duriotis, diesem Volkshelden Griechenlands, die Ration einer produktiven Aufbauarbeit und ruhigeren Zukunft entgegenzuführen. Im Laufe von 18 MoNaten konnte die grie­chische Regierung die zerrütteten Finanzen einigermaßen in Ordnung bringen ein be­sonderes Verdienst des. Finanzministsrs Ka- phandaris und hiermit die Grundlage einer allmählichen Prosperität schaffen. Die un­ruhigen Elemente, die Konstantinisten einer­seits, die Venizealisten andererseits, wurden mürbe gemacht. Der einstmals ' populäre Dik­tator Pangalos war ein griechischer Napo­leon auf feinem St. Helena auf einer entlegenen Insel interniert, die republikanisch parlamentarische Ordnung, schien außer Ge­fahr.

Und nun mit einem Mal bricht das ganze. System zusammen: Venizelos, diesem alten Hitzkopf, gelang es, den Finanzininister Ka- phandaris, der persönlicher Freund Venizelos, und ein leitendes Mitsgli.ed der venizeglistifchen Partei war, zum Rücktritt zu zwingen. Mit dem Finanzminister fiel, auch das.ganze Kabi­nett. Mit der Neubüming der Regierung ist Venizelos beauftragt und in seinen Händen liegt nunmehr das Schicksal des Landes. Das ist ein schlechtes Zeichen für Griechenland. Venizelos wird von allen Seiten angefochten, sogar von feiner eigenen Partei, die ihn von weitem mehr liebt als. in der Nähe. Er ver­fügt über keine Mehrheit im Parlament also muß das Parlament aufgelöst und Neu­wahlen ausgeschrieben werden. Diese Neuwah­len müssen aber, um den Sieg Venizelos her­beizuführen, unter einem gewissen Zwang der Regierung durchgeführt werden, einem Zwang, der zweifellos die Grenzen der Ver­fassung aufrüttelt.. Eine spezielleWahlre­form" nach faschistischem Muster wird von­nöten sein, und das verspricht dem griechischen Volk nichts Gutes. Es liegt äußerst nahe, an­zunehmen, daß Griechenland erneut in eine Periode innerer Unruhen eintritt.

Wie war das Auftreten Venizelos über­haupt möglich, wenn er über soviel Feinde und so wenig Freunde verfügt, und warum ieß die gestürzte griechische Regierung sich so chnell einschüchtern? Die Antwort auf diese ^rage liegt auf außenpolitischem Gebiet. Ein Blick auf die internationale Lage auf dem Bal- !an genügt, um verschiedene dunkle Punkte in )en griechischen Ereignissen zu beleuchten. Griechenland steht seit Jahren unter englischem Einfluß. Auf das Drängen Englands hin

n

Die Henüss Kummer umfaßt 16 Seite«.