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W. 120

Mittwoch

de« 23. Mai

1028

Das netteste*

Zu der Hamburger Phosgenexplosion wird slgeleilt, daß die Herstellung dieses Gase» einigen innen erlaubt und der handel darin frei ist. Die ahl der Toten Hal sich auf zehn erhöht.

Der deutsche Außenhandel zeigt im April im inen Warenverkehr einen Einfuhrüberschuß von >1 Millionen RM gegen 208 Millionen RM im otmonal

Der Einmarsch der Südarmee in Peking sieht »er japanischen Meldung zufolge nahe bevor.

Das griechische Kabinett ist gestern zurück- ireten; man rechnet mit Neuwahlen.

Keichsiagswahre« und AheZMandvSumttns

Paris, 22. Mai. DerT e m p s" hat, trotz seiner nnbfäfeLidj stark kapitalistischen Einstellung, in men halbamtlichen Leitaussätzen von Anfang an iner Freude über den Sieg der deutschen Sozial- mokraten geradezu begeistert Ausdruck verliehen. "iHe nun behandelt er das Wahlergebnis wieder- n ausführlich und kommt dabei auch auf die h e i n ! a n d r ä u m u n g zu sprechen:

Mit einer nach links verschobenen deutschen Re- 'rung wird man sich einer andern geistigen Ein- llung und hoffentlich auch andern Methoden -;enüber befinden. Es ist klar, daß alle Deutschen, sie nun links oder rechts stehen, fortfahren wer- n, die frühere Räumung des Rheinlands und die mberung des Dawesschen Plans zu verlangen, B sie fortfahren werden, bei jeder Gelegenheit gen die jetzigen Ostgrenzen des Deutschen Reichs, durch den Friedensvertrag gezogen wurden, Ein- rch zu erheben und den Anschluß Oesterreichs an urWianh zu fordern.' Die Verbündeten werden ochrkn der Lage sein, sich solcher Absichten zu er-

e auch immer die internationale Lage sein mag, Wiche Ziele zu erreichen, während die Deutsch- Omalen keinerlei moralische Gewähr in dieser Be- AUng boten. Die deutsche Demokratie muß also MFriedenswillen jetzt praktisch bekunden, »erste Vorbedingung dafür ist, daß sie sich ge- Mnhaft einer ehrlichen Ausführung der Friedsns- fträge an paßt, daß sie alles daransetzt, damit fukschland seine Verpflichtungen einhalte. Man n bisher Herrn Stresemann viele Zugeständnisse -macht, um ihm seine Aufgabe zu erleichtern und m republikanischen Einfluß zu stärken in dem mpf, der gegen die reaktionären und jedem Frie- ensgeift feindlichen Mäste ausgefochten werden wüte. Jetzt ist es an der in Berlin siegreichen beut= hm Demokratie, daß sie das ihr gewährte Ver-

wuen rechtfertige.

Das halbamtliche Blatt macht sich also jetzt, nach- das, was man von Frankreich aus innerpoli- für Deutschland angestrebt hatte, erreicht ist, Mau die gleiche Anschauung zu eigen, die bereits ^ chauvinistischeEcho de Paris" vertreten hat. Wenn betont wird, daß man in den Friedenswillen M neuen Deutschlands jetzt mehr Vertrauen habe, wirb gleichzeitig gesagt, daß Frankreich nur Zu- S-Bndnisse gemacht habe, um den Einfluß der Rech­en zu brechen. Jetzt sollen weitere Zugeständnisse nicht mehr notwendig sein, sondern die deutsche soll sich verpflichtet fühlen, für die angebliche W der ehemaligen Kriegsgegner im innerpoli- "hen Kampfe ihrerseits sich besonders gefügig zu i"gen. Es wird Sache der deutschen Sozialdemokra- t£n. jein, das angebliche Recht auf Gegenleistung, M das in dem halbamtlichen Blatt gepocht wird, aller Entschiedenheit zurückzuweisen und sich die »chauptung von der französischen Hilfsstellung für 'Apolitische Zwecke in Deutschland ernstlich

Zu

Aoncouv «ud Sevdsux über die Wahl«,

. Varis, 23. Mai. Einem Berichterstatter des auf S äußersten Rechten stehendenGaulois" äußer:- W Paul Boncour über die deutschen Wahlen: tt Eindruck ist vom Stanopunkt des Friedens un= (S^ar gut, aber ich glaube nicht, daß die durch . -Wahl geschaffene Lage übe: folgenden Rahmen 'Müssest: Günstige Lage für die moralische An- A^ung und leichtere Verhandlungen, »irr u Sozialdemokraten sind P inioten, und ich Wn bas nicht zum Vorwurf rnachen. Ich bin JB als einmal ihren Angriffen ausgesetzt pe= denn sie wissen, daß ich die Rhoinland- ohne Garantien und Sicherheiten nicht ins fassen konnte. Wir müssen entschlossen sein, kn °°n deutschen Wahlen für Europa die gegebe- taL . eiIe zu ziehen, aber die großen Schwierig- 8m Eichen fort und da ist im Interesse beider y große Vorsicht geboten.

ty ehemalige Ministerialdirektor Seydoux K im »Petite Parisien": In der inneren Poli- (tiJ-^Wanbs ist das wichtigste Problem das des lit Wsftaates. Es ist für uns von höchstem In» ' denn es wird sich auf die athmxirügen Be-

Dâs gwAe MaKezsSOe«

Gvstze rKoaMi-K? - Werr kommt als äanzlevkandidat in Svase?

Berlin, 22. Mai. Obwohl das amtliche Ergebnis der Reichslagswahl vorliegt, herrscht doch selbst bis in die breiten Kreise des Parlaments darüber, was werden soll, noch völlige Unklarheit. Welche Regierung werden wir bekommen? Wer wird Kanzler werden? Das sind die Fragen, mit denen man sich beschäftigt. Als Kanzler­kandidaten werden der preußische Ministerpräsident Otto Braun, der frühere Innen­minister Severing und Müller-Franken genannt, doch keiner mit besonderer Be­stimmtheit.

Sollte die Sozialdemokratie nicht selbst das Kanzleramt beanspruchen, so käme, wie vielfach in der Reichshauptstadt prophezeit wird, Dr. Wirth als Zentrumskandidat in Frage. Irgend welche positiven Verhandlungen sind ledenfalls noch nicht zustandegekommen. Vielleicht wird die Sozial­demokratie auch erst einmal im eigenen Hause Sondierungen vornehmen müssen, ehe sie die Initiative zu der ihr als stärkster Partei nun ein­mal zukommenden Regierungsbildung ergreift. Der allgemeine Eindruck in den maßgeblichen politischen Kreisen der Reichshauptstadt ist jedenfalls der, daß der Wahlgang ein recht kompliziertes Orakel erbracht hat. Es wird jedoch aller Wahr­scheinlichkeit nach schon in den kommenden Tagen zu Besprechungen innerhalb der Parteien kommen, wobei und das steht jedenfalls fest die Große Koalition , zunächst durck- gesetzt werden soll. Die sozialdemokratische Presse hält sich vorläufig noch zurück, um die Ent­scheidung über die Regierungsbildung von den Be­ratungen der neuen sozialdemokratischen Fraktion abhängig zu machen. Dabei spielt sicherlich die Er­kenntnis eine Rolle, daß noch gar nicht zu übersehen ist, unter welchen Bedingungen die neue sozialdemo­kratische Fraktion eine gemeinsame Regierung mit der Deutschen Volkspartei zu bilden beabsichtigt. Es liegt durchaus im Rahmen der politischen MögUch-

'âMbuWèrr WWsM

Laiafivophe

Hamburg, 22. Mai. Von den durch das Explosionsunglück Erkrankten haben sich im Laufe des gestrigen Tages weitere 49 Personen in die Hamburger staatlichen Kranken­häuser begeben. Die meisten von ihnen konnten nach der Untersuchung wieder entlassen werden. Insgesamt befanden sich heute vormittag in den Hamburger staatlichen Kranken­häusern zur Beobachtung 12 Kranke, ferner 85 Leichterkrankte, 39 mittelschwer Erkrankte, 6 schwer Erkrankte, 27 in ambulanter Behandlung. Ein Erkrankter befindet sich in einem Privalkrankenhaus. Von den Schwererkrankken ist in der vergangenen Nacht einer ge­storben, so daß sich die Gesamtzahl der Toten in Hamburg allein auf 6 erhöht, wozu noch 3 Tote in Wilhelmsburg und eine Totein Altona kommen. Bei drei weiteren Schwererkrankten ist der Befund zur Zeit noch zweifelhaft. Alle übrigen Kranken sind außer Lebensgefahr. Die Bestände der Nahrungsmittellädea in dem betroffenen Gebiet sind von amtlichen Sachverständigen untersucht worden. Alle irgend­wie verdächtigen Nahrungsmittel wurden beschlagnahmt.

Eine GvklSvuns bet? chemischen SaÄvrk Gtolrenbeeg

Berlin, 22. Mai. Zu dem Gasvergiftungsunglück in Hamburg teilt die Firma Chemische Fabrik Dr. Hugo folgendes mit:Am 20. Mai meldete nach­mittags der Oberfeuerwerker Apel, daß ein Phosgenkeffel auf der Peute in die Luft gegangen sei und daß eine Phosgenwolke von ungefähr 100 Metern Länge in Form eines schmalen Striches von dem Gelände des Stahlwerkes Werner in süd­westlicher Richtung über das Südufer des Müggen- berger Kanals und die Orte Niedergeorgswerder und Wilhelmsburg wegziohe. Am Platz sei keine Gasgefahr mehr. An der Unglücksstelle war ein neben dem Gleis lagernder Phosgenkessel, der etwa 10 Tonnen flüssiges Phosgen enthält, derart explo­diert, daß der an der Oberfläche des 11 Kubikmeter fassenden Stahlzylinders befindliche sogenannte Mannlochdom an der Schweiß-Stelle vollkommen herausgerissen und neben dem Kessel niedergestürzt

Ziehungen auswirken. Wir müssen das gut beobach­ten, denn es kann ein Friedensfaktar werden, aber möglicherweise auch ein Faktor der Unruhe. Cs wird zum Teil von uns abhängen, daß Deutschland sich weiterhin in der Richtung des Friedens, seines eigenen und Europas Wiederausstieg entwickelt.

Diese Gedanken, die gestern derOuotidien" und Victoire" vertraten, bringt heute auch dieEre Ncuvclle" zum Ausdruck: Wenn wir einem deut­schen Kabinett mit Ministern, die vom Locarnogeist beseelt sind, nicht mehr Kredit schenken als einem Kabinett, in dem die Anhänger der Revanche domi­nieren, dann laufen wir Gefahr, das deutsche Volk zu entmutigen.

KütkverLe bet?N»remetr"-Eessv

Newyork, 22. Mai. Nach einer Meldung der Associated Preß wird in denBrmen"-Fkiegern

Associated Preß wird in denarmen -Fliegern l._,,... ... ,.,_ ----- nahe stehenden Kreisen erklärt,, dieBremen"-Flie- Flug« nach dem Nordpol zu starten. Es herrscht ger würden am 9. Juni mit dem Lloyd-Dampfer Sonnenschein und Windstille.

Columbus" in die Heimat abroisen.

feiten, daß bei der Einigung über das Regierungs­programm von den Sozialdemokraten Forderungen gestellt werden, die von der Deutschen Volkspartei grundsätzlich nicht angenommen werden könnten. Man hält es nicht für unmöglich, daß die Sozial­demokraten als eine ihrer Forderungen für die Re­gierungsbildung die Erhebung des 11. August zum Nationalfeiertag stellen.

Diese und ähnliche Forderungen, wenn sie von den Sozialdemokraten erhoben würden, dürften ebenfalls der Großen Koalition schon im Stadium des Entstehens unüberwindliche Schwierigkeiten be­reiten. Bei der Deutschen Volkspartei ist man in­folgedessen mit Aeußerungen über die kommende Regierungsbildung auch noch zurückhallend. Auch hier wartet man das Zusammentreten der neuen Fraktion ab, ehe man über die politische Haltung der Deutschen Volkspartei Entscheidendes sagen kann.

Zu den Plänen» daß die Sozialdemokraten be­absichtigen, den preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun als Reichskanzler zu präsentieren, äußert man sich in sozialdemokratischen Kreisen noch nicht. Es hat den Anschein, als ob man auch noch andere führende Sozialdemokraten für diesen Posten in der Hinterhand habe, so den früheren preußischen Innenminister Severing und den ehe­maligen Reichskanzler Müller-Franken.

klein

20. !

war. In dem Kessel selbst, in den man ohne Masken bei verhaltenem Atem Hineinschauen konnte, be­fanden sich schätzungsweise noch ein bis zwei Kubikmeter flüssiges Phosgen, dessen Oberfläche in iften Bläschen siedete. Die Untersuchung am

Mai ergab, daß die Schweiß-Stelle porös ist und dunkle Schlackenbildung zeigte. Trotz dieser Fehler hat der Kessel am 25. Juni 1927 die amtliche Druckprobe auf 22 Atmosphären laut Kesselpapieren

ausgefallen."

Wie weiter gemeldet wird, ist die Untersuchung der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei über den Hergang, des Unglückes noch in vollem Gangs. Aufgrund der gestrigen Konferenzen der beteiligten Stellen ist heute bereits mit dem Ab­transport der auf dem Gelände der Chemischen Fabrik Dr. Stolzenberg noch lagernden weiteren Phosgengasmengen begonnen worden, wobei um­fangreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden sind.

Eine andere Meldung besagt:

Berlin. 22. Mai. Wie aus Newyork gemeldet wird, teilen die Junkerswerke in Amerika offiziell mit, daß v. Hünefeld sofort nach Bekanntwerden des mißglückten Starts derBremen" Verhandlun­gen mit Junkers ausgenommen habe, die gestern zum Ankauf des in Deutschland befindlichen Flug­zeugesEuropa" durch die Bremenflieger ge­führt hätten. DieEuropa" soll sofort nach Newyork verladen werden und dürfte innerhalb von 12 Tagen dort eintreffen. Mit dieser Maschine soll der Rückflug nach Europa in der ersten Junihälfte angetreten werden.

«ovdesettttuse« bet? »Sialia" rum «ovdvoMus

kingsbay, 22. Mai. (9.15 abends.) Nobile beabsichtigt in sechs Stunden zu einem 82stündigen

Dev Moskauer PvozeH gegen d§e deutsche« Lngenreuve

Am Ende der vorigen Woche hat der Pro« zeß in dem fünfzig russische und drei deutsche Ingenieure verwickelt sind, in Moskau seinen Anfang genommen. Er beruht auf der An­klage, daß die verhafteten Ingenieure sich an­geblich verschworen hätten, im Donez-Becken den Gruben- u. Industriebetrieb zu politischen Zwecken lahmzulegen. Schon am ersten Ver­handlungstage mußte es jedem unbefangenen Beobachter klar werden, daß der Prozeß für den russischen Ankläger nichts weiter ist, als eine Angelegenheit des Klassenkampfes, die auch nach den Regeln des kommunistischen Klassenkampfes erledigt werden soll. Es steht schon jetzt fest, daß der Ankläger gegen einen Teil der Ingenieure das Todesurteil fordern wird und es unterliegt wohl auch keinem Zweifel, daß er die Hoffnung hegen darf, will­fährige Richter zu finden. Seinem ganzen Aeußeren nach ist der Prozeß eine Schaustel­lung für die kommunistische Menge. Er findet in der Moskauer Gewerkschaftshalle statt, und da die Behörden seit Wochen das öffentliche Interesse an diesem Gerichtsverfahren sehr stark eregt haben, so ist der Züdrang größer als die Aufnahmefähigkeit des großen Raumes. Aehnliche Prozesse sind in der letz­ten Zeit in Rußland an der Tagesordnung gewesen. Am Tage vor dem Beginn des gro­ßen Moskauer Prozesses wurde der Direktor einer Waggonfabrik zu zehn, der stellver­tretende Direktor einer Zuckerfabrik zu..acht und der Inspektor des Naphta-Syndikates zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die An­klage lautete auch hier auf wirtschaftliche Gs- aenreoDluuDn^^^^^y^jlj^i^RerDen

Die Moskauer Presse hat schon am Tage der Prozeßeröffnung den Ton des Klassen­kampfes angeschlagen. Sie hat die Namen der russischen Ingenieure veröffentlicht und hinzugefügt, welches Vermögen die Ange­klagten in der Vorkriegszeit besessen und welche Ersparnisse sie gegenwärtig ihr eigen nennen. Diese Mitteilung verfolgt natürlich nur den einen Zweck, den Haß der Masten gegen die Angeklagten noch zu verstärken. Es entspricht ganz diesem Vorgehen, wenn in der Anklageschrift der Ingenieur Beresowski, einer der Hauptangeklagten, als ein Kapitalist von 20 000 Rubeln bezeichnet wird. Die Moskauer Presse trägt auch keinerlei Beden­ken zuzugeben, daß es sich in dem vorliegen­den Falle um Klassenjustiz handele. Sie gibt sich den Anschein, als geschehe damit nur, was ihrer Behauptung nach in den kapitalistischen Ländern gang und gäbe ist. Dabei vergißt sie nur, daß in Deutschland und in anderen zivilisierten Ländern ein streng geordnetes Gerichtsverfahren besteht, das den Angeklag­ten bestimmte Rechte sichert. In Rußland ist dies nicht der Fall. So ist es bezeichnend, daß M. Muraview, einer der bekannten russischen Rechtsanwälte, die Verteidigung der Angeklagten Matov niederlegen mußte, weil er ihm nahegelegt hatte, sich die in der Vor­untersuchung gemachten Aussagen noch ein­mal genau zu überlegen.

Die Stellung der deutschen Ingenieure ist in dem Prozesse besonders schwer. Das Mos­kauer Gericht hat bereits abgelehnt, den deutschen Rechtsanwalt Munte aus Braun­schweig, der die russische Sprache beherrscht, als Verteidiger der deutschen Angeklagten zu- zulassen. Munte muß sich daraus beschränken, durch private Rechtsberatung den Angeklag­ten, soweit es irgendwie geht, zur Seite zu stehen. Im übrigen wird die Beweiserhebung mit ausgesprochener Parteilichkeit geführt. Wichtiges Beweismaterial wurde einfach als unerheblich ausgeschieden. So hatte die Ver­teidigung die Absicht, den Nachweis zu führen, daß der Ingenieur Baschkin, durch bestenGe­ständnisse" die Angeklagten zum großen Teil belastet werden, früher lange Zeit in einer Heilanstalt interniert war und ein gänzlich unzuverlässiger Zeuge ist. Der Nachweis aber nicht gestattet. Ebensowenig ist den deutschen Angeklagten erlaubt worden, einen neutalen Sachverständigen von Ruf und Namen vorzuladen, um die Behauptungen

Die heutige Stammet? umfaSt 12 (Settern