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M. 119

MsrrsSas

de« 22. MM

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nzeiger

Mmram GLadi und Land

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Telle ist Hanau. Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher feinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorfchrist u. Erscheinung Stage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. /G eschâftsstelie : Hammerstr.S Z Fernspr. 3956,3951,3958

1928

Vss «.

Der neue Reichstag wird sich voraussichtlich n der Zeit vom 10. bis 14. Juni zu seiner ersten 'agiing zusammenfinden. Die Regierung ist der iufsassung, daß ihr Rücktritt erst dann erfolgt, genn der Zusammentritt des Reichstages bevor- W.

Bei der Regierungsbildung im Reiche wird oraussichtlich die Sozialdemokratie den preußischen Ilinisterpräsidenken Otto Braun als Kanzler räsentieren.

Zn Preußen hat die bisherige Weimarer ioaiition mit 229 von 450 Sitzen eine gesicherte Ahlheit gewonnen.

Zn Hamburg hat sich eine schwere Gislgas- clastrophe ereignet.

SSVZVVSUS WahSsirmmsrs

Berlin. 21. Mai. Nach der bisher vorliegen­lebersicht haben von den 31 Parteien, die sich um üichstagsmandate bewarben, nur 14 Parteien tan bäte erhalten. Insgesamt sind 801161 Stim- hn von Parteien, die kein Mandat erhalten, usplittert. Das ist ein Verlust von 12 Mandaten, er auf: diese Weise entstanden ist. Im einzelnen nd zersplittert: 264 565 Stimmen des Völkisch- :ationälen Blocks, 110 466 Stimmen der Christlich' rzialen Reichspartei, 70 752 der Nationalen Min- rheiten, 65 246 der Alten Sozialdemokratischen erteil 51465 der Evangelischen Volksgemeinschaft, >709 der Deutsch-Sozialen Partei, 36 658 des -ilksblocks der Inflationsgeschädigten, 35 550 der chHhsn haus- und^Gründbesißerpartei, 20 725 f

48Q Retchstâgsavseov-nete gewählt

Das vorläufige Gesamtergebnis der Reichstagswahlen gestaltet sich folgender­maßen: In den 35 Wahlkreisen und auf Grund der Verrechnung der Reststimmen auf die Wahlkreisverbände sowie auf die Reichsliste sind 489 Abgeordnete (gegen 493 im letzten ~" ' '"' " " ' " '* ~ ' " " der Stimmen und

Reichstage) als gewählt zu betrachten. Die vorläufige Zusammenstellung die vorläufige Verteilung der Abgeordnetensitze ergibt folgendes Bild:

Sozialdemokratische Partei. Deutschnationale Volkspartei Zentum....... Deutsche Volksparkei . . . kommunistische Partei . . Demokratische Partei . . . Bayerische Volksparkei . . Linke Kommunisten - - . Wirkschaftspartei . . . . Rationalsozialisten ... Deutsche Bauernpartei . . Völkisch-Rationaler Block . Landbund ....... Christl. Rat. Bauernpartei . Volksrechtspartei . . . . Evang. Volksgemeinschaft . Reichsparkei für Handw.. . Unabhäng. Soz. Parkei . . Volksblock der Inflat.-Gefch. Haus- und Grundbesitzer. . Rak. Minderheiten. . . . Alte SPD.

Liste der Kriegsopfer. . . Reichsblock der Geschädigten

9111 438 = 152 Mandate

*

*

4 359 586 = 3 705 040 =

2 669 549 =

3 232 875 =

1 492 899 =

936 404 =

80 057 - 1 391 133 =

806 746 =

480 613 = 264 565 =

199 491 = 770 100 =

480 978 =

51 465 - 6 405 ---

20 725 = 36 658 =

35 550 =

70 752 =

65 246 = 6 045 -

7 330 = 7 473

73

62

54

25

16 0

23

12

8 0

3

13

2 0

0

0 0

0 0

0 0

0 0

(131) (103) ( 69) ( 51) ( 45) ( 32) ( 19)

( 17)

Partei für Recht und Mieterschutz Ev. Volksdien

2 164 = 0

4 676 = 0

105 der Reichs-

n Rèlch'svlackrk der Geschädigten,

sei für Handwerk, Handel und Gewerbe, 6045 Unpolitischen Liste der Kriegsopfer, 2764 der hriei für Recht und Mieterschutz. Wenn außerdem erücksichtigt wird, daß bei der Volksrechtpartei nur mei Abgeordnete ein Mandat erhalten, so ergibt ch daraus noch ein Verlust von weiteren 360 000 Stimmen und ein weiterer Mandatsverlust von ichs Mandaten, so daß insgesamt 1 167 774 S t i m= f: n nutzlos abgegeben worden sind und

Mandate auf diese Weise verloren wurden.

IZum Verständnis dieser Tatsache sei bemerkt, nur diejenigen Parteien Mandate erhalten nnen, die in einem Wahlkreise oder in mehreren, ir welche Listen verbunden werden können, die änüestzahl von 60 000 Stimmen auf einen Kan- -ücn erhalten, und daß nur so viel Kandidaten ch der Reichsliste mit den überschießenden Stim- gewählt werden können, als schon in den Pahlkreifen durchgekommen sind. Deshalb sind alle Wenigen Parteien leer ausgegangen, die in den einzelnen Wahlkreisen nicht genügend Stimmen auf sich vereinigt haben.

Mm Marsdate dev «aKo- ^§tt MmdLVhMLN

2m Reiche wie in Preußen liegt das gleich be- Mkenswerte Ergebnis vor, daß den nationalen Minderheiten keine Mandate zugefallen sind. Das Ergebnis ist besonders für Preußen bedeutungs- M wo bisher zwei Polen im Landtage ihren hatten. Es ist der polnischen Propaganda ^Zutrauen, daß sie aus dem Verschwinden dieser mden Abgeordneten einen Vorwurf schmiedet, ^fachlich ist der Ausfall der nationalen Minder- ein Beweis dafür, daß in Deutschland auch fremdstäinmigen Staatsbürger ihre Rechte ohne ^rlamentarische Vertretung gewahrt glauben. In l°ien haben wir bei den letzten Sejmwahlen das Schauspiel erlebt, daß die deutsche Minderheit noch größeren Erfolg erungen hat als bei früheren Wahlen. Sie hat eben die Notwen- W eingesehen, sich gegen die polnischen Verge- ^ltigungen zur Wehr setzten. In Deutschland ^den die nationalen Minderheiten diesmal zum Teil für die deutschen Listen gestimmt, : 7 sie sich über eine Verletzung ihrer gerecht- ^wgten Ansprüche nicht zu beklagen brauchten.

Wen etttsettden Neffen-Nassau und Hessen in den Reichstag ?

»^°i der Wahl am Sonntag sind von den einzel- H ? Wahlvovschlägen folgende Kandidaten gewählt werden in den Reichstag einziehen:

Hessen-Rassau:

' den Sozialdemokraten Philipp °e-mann-Berlin, Gewerkschaftssekretär Franz h-^Prankfurt a. M., Bezirksleiter Heinrich Becker- ikid Parteisekretär Michael Schnabvich-Hers-

1 Parteisekretär Konrad Broßwitz-Frankfurt a. f./i^udesrat Otto Witte-Wiesbaden; von den ischnatioualen; Amtsrichter a, 2, v.

MaG der Schlacht

Die Wahlschlacht, wenn man dies stolze Wort überhaupt auf die Wahlvorgänge, die in dem 20. Mai gipfelten, anwenden will ist geschlagen. Es ist Zeit zum Kampfbericht, Gewinne und Verluste der Gegner lassen sich überblicken. Zwei Hauptmomente treten so­fort ins Auge: Die Zunnahme der sozial­demokratischen und kommu­nist ich e n Stimmen und die starke Einbuße der Deuschnationalen bei gleichzei' tigern Anwachsen der Wirtschaftspar- t e i, ohne daß dieses Ansteigen bürgerlicher Stimmen den Verlust ausgleichen kann, sowie Verluste der Mittelparteien. Nach dem Gesetz der politischen Logik hätte der Ruck nach links auch der Mitte zugute kommen müssen. Hier aber zeigt sich ein zahlenmäßiger Verlust aller dreier beteiligten Parteien, der Deut­schen Volkspartei, des Zentrums und der De­mokraten, der auf das Anwachsen der soge­nannten Splitterparteien zurückzuführen ist, durch deren Auftreten mehr als 1 Million Stimmen verloren gehen, da sie nirgendwo in der Lage gewesen sind, in den einzelnen Wahlkreisen genügende Stimmzisfern zu­sammenzubringen.

Die Rechte ist von dem Wahlwind aufs stärkste zerzaust worden. Selbst wenn es den Deutschnationalen gelingt, die verschiedenen Parteisplitter agrarischen Charakters an sich heranzuziehen, werden sie kaum mehr als 90 Mandate im neuen Reichstag besitzen, an die sich rechts noch eine kleine Gruppe von/Na­tionalsozialisten, Auswertlern und dergl. an­hängen wird. Möglich ist es, daß auch die Bayerische Dolkspartch dichter an die Rechte

«FRifftber Linken nicht überwinden kann. Die Baye­rische Volkspärtei dürste jedoch die bisher von ihr verfolgte Taktik, bei keiner Regierungs­mehrheit zu fehlen, die. Aussicht auf einigen Bestand bietet, mit Rücksicht auf ihren par­lamentarischen Einfluß und die Natur der kommenden Fragen kaum leichten Herzens aufgeben und auch unter dem Einfluß des eng mit ihr verbündeten Zentrums dem Hinab­gleiten in die Opposition eine Beteiligung an der Regierung vorziehen.

Die Neuwahl hat tatsächlich, wie voraus­gesehen werden konnte, das Ergebnis gehabt, daß eine reine Links- und eine reine Rechts­regierung gleicherweise zu den Unmöglich­keiten gehört, weil der Trennungsstrich fast genau durch die Mitte des Parlamentes durch­geht. Die Weimarer Koalition bringt es auf 239 Stimmen, die Regierungsgruppierung aus Deutschnationalen, Deutscher Volkspartei, Zentrum, Bayerische Volkspartei, Wirtschafts- partei, Christlich-Nationaler Bauernpartei, Deutscher Bauernpartei, Landbund und Sächsischem Landvolk auf 244 Stimmen. Beide bleiben also hinter der absoluten Mehr­heit zurück. Dabei sind in her Rechtsgrup­pierung Parteien mitgezählt, auf deren Teil­nahme man nur mit großer Unsicherheit rechnen könnte. Es drängt sich also tatsäch­lich die Große Koaltition als der zunächst lie­gende und einzige Versuch einer Mehrheits- bildung auf. Vorarbeiten in dieser Richtung, wir haben jeweils davon erzählt, liegen ja auch schon vor. Der zukünftige Kanzler soll Dr. Otto Braun heißen. Von der sozialdemo­kratischen Presse wird seine Kandidatur mehr oder weniger deutlich präsentiert. Bleibt die Koalition ' auf Sozialdemokraten, Zentrum, Deutsche Volkspartei und Demokraten be­schränkt, so ergibt sich eine sichere Mehrheit von 283 Stimmen, kommen Wirtschaftspartei, Bayerische Volkspartei und Deutsche Bauern­partei noch hinzu, so wächst die Mehrheit auf 330 Stimmen, überholt also die % Mehrheit von 326 Stimmen. Daß die Schwierigkeiten der Großen Koalition sehr èrhebuch sind, braucht nicht erst betont zu werden.

Sie MabrrZflev , . des DentWsn Vowsvavtei

Berlin, 21. Mai. Die Wohlziffer der deutschen Volkspartei ist gestern vormittag mit 3 094 797 Stimmen und 52 Mandaten falsch angegeben wor­den. (Auchin einem Teil der Auflage unseres Blattes wurde diese Ziffer genannt. D. Red.) Die richtige lautet 2 669 549 Stimmen = 44 Mandate (bisher 51 Mandate).

Für sonstige Kreiswahlvorschläge, die an keine Reichswahlvorschläge angeschlossen waren, wurden 6071 Stimmen abgegeben. Die Gesamtzahl der abgegeben Stimmen beträgt also insgesamt 30 592 442, auf die zusammen 489 Mandate entfallen .

In den für die Demokraten abgegebenen 1 492 899 Stimmen sind 23 823 für Kreiswahl­vorschläge der Volksrechlparlei (Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung) enthalten. In den 770 100 abgegebenen Stimmen für die Christlich-Rationale Bauern- und Landvolk- Partei sind 194 938 Stimmen für Kreiswahlvorfchläge der Deutsch-Hannoverschen Partei ent­halten, die damit 3 Mandate erhält.

Die peeuS. Landtasswahle«

Berlin, 21. Mai. Rach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis ergeben sich für die preußische Landtagswahl folgende Stimmen und Mandatszahlen:

Sozialdemokratische Partei . . .

5 453 392

136

(seither 114)

Deutschnationale Volkspartei . .

3 263 947

82

109)

Zentrum.........

2 745 547

69

[ " 81)

Deutsche Volkspartei.....

1 597 668

40

[ - 45)

kommunistische Partei . . . .

2 229 176

56

44)

Demokratische Partei.....

826 829

21

: 27)

Wirtschastspartei . . . . .

839 217

21

11)

Rakionalsozialisten......

345 619

6

: in

Deutsche Bauernpartei ....

89 027

0

' 0)

Völkisch-Rationaler Block . . .

204 240

2

» 0)

Chr.-Rat. BP. u. Landbund . .

246 646

7

0)

Deutsch-Hannov. Partei ....

187 933

5

6)

Volksrechtspartei......

234 039

2

- 0)

Polen..........

0 1

2)

Zentrumsliste Riedersachsen . .

124 265

3

f. 3lr. )

450)

450

Regierungsparteien, Sozialdemo-

Bisher haben im Preußischen Landtag bie

traten, Zentrum und Demokraten über 222 von 450 Sitzen, also über etwas weniger als die Hälfte verfügt. Im neuen Landtag stehen hinter diesen Parteien mehr als die Hälfte der Abgeordneten, nämlich 229, so daß diese Parteien nunmehr eine sichere Mehrheit haben.

Lindeiner-Wildau-Verlin, Landwirt und Bürger­meister Heinrich Lind-Niederissigheim; vom Zen­trum: Universitätsprofesfor Dr. Friedrich Des­sauer-Frankfurt a. M., Vizepräsident Dr. Crone- Münzebrock-Berlin, Mittelschullehrer Jean 'Albert Schwarz-Frankfurt a. M. (durch Listenverbindung); von der Deutschen Volkspartei Chemiker Dr. Wilhelm Kalle-Frankfurt a. M., Landwirt und Bürgermeister Christian Günther-Wüstwillenroth (durch Listenverbindung); von den Kommu­nisten: Schriftsteller Wilhelm Münzenberg-Ber­lin; von den Demokraten: Reichsminister a. D. Dr. Peter Reinhold-Dresden; von der Christ­lich-Nationalen Bauern- und Land­volk s p a r t e i Landwirt Karl Hepp-Seelbach.__

Hessen:

Don den Sozialdemokraten: Staats­präsident a. D. Karl Ulrich-Darmstadt, Reichs- mmifter a. 2. Dr. David-Berlin. Redakteur Dr.

Ludwig Quefsel-Darmstadt; vom Zentrum: Rechtsanwalt Dr. Bockius-Mainz; von der Deut­schen Volkspartei: Rechtsanwalt Eduard Dingeldcy-DarmftM, da der an erster Stelle stehende Minister a. D. Dr. Becker auf der Reichs- liste annehmen wird; von der Christlich- Nationalen Bauern- und Landvolk- partei Landwirt Wilhelm Dorsch II.-Wökfers- heim. Der d e m o k r a t i s ch e Spitzenkandidat in Hessen, Dr. Hellpach, findet in Nassau nicht genü­gend Reststimmen, um auf diese Weise in das Reichsparlamcnt einzichen zu können. Er ist aber auf der Reichsliste an sicherer Stelle zum gleichen Ziel gelangt. Der zweite Kandidat des Z e n - t r u m s, Regierungsrat Knoll wird voraussichtlich nicht im Reichstag sitzen, da die Nassauer Reststim­men der Zentrumspariei höher sind als die hes­sischen, die somit nach Nassau fallen müssen.

Die heutige Kummer umfaßt 12 Seite«.