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Hanaue

T^VGetteral ÄWrtger Wr

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202. AHteM*

1928

de« 21. Mat

und Land

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezieher feinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS ÄezugSpreiseS. / Fürplahvorschrift «.ErscheinungStage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet., Geschäftsstelle: Hammerstr. s / Fernfpr. 3956,3957,3958

V. 118 MOS

Die Reichs- und Landtagswahlen

Gewinne dev Sozraldemokeaien, rKannnnnMen, MivtschafisNavLei

Der Wahlkampf ist vorüber. Die Wähler iben durch ihre Stimmen ihren Willen kund- itan, in welcher Weise in den nächsten vier ihren die Politik des Reiches nach innen und ich außen geführt werden soll. Die verfas- ingsmäßigen Gewalten, die Stellen, die be- tsen sind, die Willensäußerung des Volkes nchzufllhren, haben nunmehr die Pflicht, sich id ihre Maßnahmen diesem Willen anzu- issen. Die Organe der Reichsverfassung, men vor allen anderen diese Aufgabe zufällt, nb der Reichstag und die Reichsregierung, ährend der Reichspräsident von dem poli- schen Ergebnis der Wahlen nicht sofort und icht so unmittelbar berührt wird.

Die Wahlen haben den Sozialdemokraten nen ganz bedeutenden Stimmenzuwachs ge= ^cht; sie werden mit soweit sich übersehen ißt, mit rund 160 Vertretern im Reichstag nziehen. Auch die Kommunisten haben einen ewinn zu verzeichnen, sie dürften mit rund ) Vertretern einziehen. Weiter haben gewon- m die Wirtschaftspartei, J '^ )^^^ '-.'»;/ < Alle anderen Parteien haben M Teil, so die Deutschnationalen, sehr emp- ndliche Niederlagen erlitten.

In der Berliner Morgenpreffe, die nur zu vorliegenden Teilergebnissen Stellung men kann, wird das starke Anwachsen der

Landtag.

Sozialdem. 5241

Reichstag.

Sozialdem 5345 (4984)

Die Reichstags- und Landkagswahlen in Hanau-Stadt ergaben folgende Stimmen- zahlen: > A ,

,ber Mitte her gegen die Deutschnationalen yrt worden ist, hat praktisch nur das Er­nis gehabt, daß die Deutschnationalen eine ahl von Mandaten verloren haben. Dieser ndatsverlust verhindert wahrscheinlich die ung einer Mehrheitskoalition ohne die emofraten und Sozialdemokraten. Ein er- euliches Ergebnis hat dieser Wahlkampf zu irzerchnen, in Oberschlesien haben die Polen 13 eine Landtagsmandat, das sie bis jetzt me hatten verloren. DieD. A. Z." sagt, die 'ozralisten haben den erwarteten Stimmen- iwachs anscheinend im ganzen Reich erzielt, der m ihren Triumph fällt ein Mißklang, es l nicht gelungen den Kommunisten die er- vartete Niederlage beizubringen. In er- Är ^em M°ße haben sich die bürgerlichen âhler den aussichtslosen Splitterparteien zu- 77 DasB. T." zieht die Bilanz: »ein Rechtsblock mehr im Reich und Erhal- S? Koalition in Preußen, das ist das Mchtlgste Ergebnis des gestrigen Wahltages, verVorwärts" jubelt.

nff.*.5* 211 Mai. Die Morgenpresse nimmt gemein zu dem Ergebnis der Reichstags- Stellung. DerPetite Parisien" 2« einem Sieg der Sozialdemokratie, ®rf°l0 der Wirtschaftspartei und einer meoerlage der Rationalisten. Auch die ^at^o« ren habe eine Niederlage erlitten, da ihre Herter für die Sozialisten und Kommunisten ^inmmt haben. Die Demokraten und die ^Partei haben sich ungefähr behauptet, je- ! N mit einer Tendenz zum Rückgang. ; s^pülaire" schreibt: Unsere Wünsche haben "füllt. Der deutsche Sozialismus geht rgroßert aus der schweren Wahlschlacht her- irF hat den Sieg davongetragen über die "putsche Reaktion. Das ist der Sieg der beut« Republik und der Sieg der An- ' "Mrungspolitik der Völker.

3m Zeichen dev Mahl

t. ®etl*n, 20. Mai. Das Straßenbild Berlins am en Wahlsonntag war besonders in den Ar- 5°!erteln belebt bittd) starke Beflaggung. Wäh- u Fahnen in den Jnnerbezirken und den Vororten weniger stark vertreten waren ?"^vor allem Schwarz-Rot-Gold und Schwarz- zu sehen. waren, zeigten der Weddin, tote Neukölln und Lichtenberg in erster Linie Som» nen ^^ auch zahlreiche Transparente der der?yien und Sozialdemokraten. Ein befon« QUt. Merkmal des heutigen Wahltages war eine Al>km^^"üch starte Beteiligung von der ersten bis; "â an. Zu größeren Zwischenfällen ist es. Nen n >i erften Nachmittagsstunden nicht gekom- "tur an einzelne» Stellen, wo politisch An-

vor

Das GeseSnis aus dem Reich

Berlin, 21. Mal. Heute morgen 6.30 Uhr lag folgendes Reichstags-Dahlergebnis ( noch nicht endgültig).

Sozialdem. 9 027 816 (150 Sitze) (1924: 131)

Deutschnat. 4 344 582 (72 Sitze) (1924: 103)

Zentum 3 612 700 (60 Sitze (1924:69)

Volkspartei 2 696 549 (44 Sitze) 1924: 51)

Kommunisten 3 086 066 (51 Sitze) (1924? 45)

Demokraten 1 495 230 (25 Sitze) (1924: 32)

Bayr. Volkspartei 942 793 (16 Sitze) (1924: 19)

Link. Kommunisten 76 885 () ()

Wirkschaflsparlei 1 366 600 (23 Sitze) (1924: 17)

Rationalsoz. 777 866 (13 Sitze) (1924: 14)

Sonstige 2 716 717

Das Grsebnis in ^anau

eukschc Volksp. 3170 (3764) Kommunisten 5330 4844) Demokraten 1682 (2211) Linke Komm. 142 () Mrtschaftsp. 1599 (1229) National-Soz. 232 (440) Deutsche Bauernpartei 13 Völk.-nat. Block 109

Ehristl.nak. Bauernp. 24 Volksrechtparlei 107 Ev. Volksgem. 71 Deutsch-soziale Partei 29 Unabhängige Sozialdem. 40 (56) Volksbl. d. Jnflakionsgesch. 9 Reichsbl. d. Geschädigten 9

Die geklammerten Zahlen sind dle abgegebenen Stimmen bei der Reichstagswahl 1924. 3m Landkreis Hanau wurden folgende Stimmmen abgegeben.

Reichstag.

Sozialdem. 9386 (8902), Deutschnat. 4166 (6481), Zentrum 1987 (2367), Deutsche Volksp. 1108 (1442), Kommunisten 7327 (6161). De­mokraten 954 (1331), Linke komm. 139 (), Wirlschaflsp. 1265 (466), National-Soz. 205 (299), Deutsche Bauernp. 48, Völkischnat. Block 22, Christli-nat. Bauernp. 874, Volks- rechtp. 71, ( Ev. Volksgem. 112, Deutsch-soz. Partei 49, Unabhängige Soz. 61, Volksbl. d. Jnflationsgeschäd. 7, Reichsbl. d. Geschäd. 6,

dersdenkende belästigt wurden, mußten Zwangs­gestellungen vorgenommen werden. Die Polizei, die in Alarmbereitschaft lag, hatte zahlreiche Schnell­kraftwagen und Lastkraftwagen unterwegs sowie auch eine große Anzahl Streifmannschaften zu Fuß und Kraftwagen ausgesandt. Von heute früh wird berichtet, daß nach einer Filiale desVorwärts" im Norden Berlins das Ueberfallkommando gerufen wurde, weil die Filiale von 30 Kommunisten ge­stürmt wurde. Fünf der Täter, darunter eine weib­liche Person, die sämtlich der kommunistischen Ar­beiterjugend angehörten, wurden festgenommen und dem Polizeipräsidium zugeführt.

Berlin, 20. Mai. Der den ganzen Tag über an­haltende Dauerregen, der die Berliner an der Aus­übung ihres Wahlrechts nicht hat hindern können, hielt in den Abendstunden nach Schluß des Wahl­aktes sicherlich viele ab, an den von den großen Zeitungshäusern Scherl, Ullstein und Mosse vorge­sehenen Plätzen die ersten Wahlresultate zu erfahren. Die großen Verlagshäuser hatten in der Innen- und Außenstadt an zahlreichen Stellen Projektions­apparate aufgebaut, auf denen die ersten Wahl­resultate dem Publikum mitgeteilt werden sollten. Wenn auch die erwarteten Massenansammlungen, wie man sie bei früheren Wahlen sah, ausgeblieben waren, so hatten sich doch überall mehrere hundert Unentwegte eingefunden, die mit hochgeschlagenem

che Volksp. 3124

Kommunisten 5353

Demokraten 1689

Linke Komm. 146 Wirkfchaftsp. 1601 Raliaal-Soz. 232

Deutsche Bauernp. 14

Völk.-nat. Block 108

Ehristlich-nat. Bauernp. 23 Volksrechtpartei 97

Ev.Volksgem 75

Deutsch-soziale Partei 30 Unabhängige Soz. 42 Volksbl. d. Jnflationsgeschäd. 10

Reichsbl. der Geschädigten 6

Landtag.

Sozialdem. 9318, Deutschnat. 4021, trum 1973, Deutsche Volksp. 1081,

Zen- itom-

muniffen 7329, Demokraten 963, Linke Komm. 142, Wirtschaftsp. 1273, Rational-Soz. 201, Deutsche Bauernp. 52, Völkischnat. Block 23, Ehristl.-nat. Bauernp. 945, Volksrechtp. 69, Ev. Volksgem. 105, Deutsch-soz. Partei 51, Unabhängige Soz. 42, Volksblock d. 3nfla- tionsgeschäd. 9, Reichsbl. d. Geschäd. 6.

Mantelkragen und unterm Regenschirm die Wahl­resultate früher als in den gedruckten Zeitungen erfahren wollten. Auch die großen Filmhäuser hatten sich in den Dienst der Wahl gestellt und gaben während der Zwischenakte die ersten Tcilresultate bekannt.

Berlin, 20. Mai. Auch die weiteren bisher ein« gegangenen Meldungen aus dem Reich lassen er­kennen, daß der Wahltag zu schweren Zwischenfällen im allgemeinen keinen Anlaß geboten hat. Nur aus Düsseldorf liegt die Nachricht vor, daß drei Männer, angeblich Stahlhelmleute, von Rot Frontkämpfern überfallen worden seien, wobei einer der ersteren ernstere Kopfverletzungen davongetragen haben soll. Auch Ostpreußen meldet nunmehr ruhigen Verlauf des Tages.

LVaMEchensâ

Ein schwerer Zusammenstoß hat sich gestern abend in Glauchau in Sachsen zugetraaen. Einem Fackelzug, den die sozialdemokratische Par­tei veranstaltete, stellte sich eine Anzahl Roter Frontkämpfer entgegen. Bei den Auseinandersetzun­gen zog einer der Roten Frontkämpfer einen Dolch und stâch den Vorsitzenden der SPD. in Glauchau, Stadtverordneten Paris, nieder. Paris war tödlich in die Brust getroffen worden und sank zusammen.

In Breslau kam es am Sonntag bei einem

kommunistischen Demonstvationsumzug zu einem Zusammenstoß mit Insassen eines Lastautos, das mit schwarz-weiß-roten Fähnchen geschmückt war. Die Kommunisten schlugen mit ihren Fechnenstangen aus die Insassen des Autos ein, wobei ein junger Mann am Auge schwer verletzt wurde.

Im Industriegebiet ist es gestern zu einem schwe­ren Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten gekommen. In B a r m e n wurde ein nationalsozialistisches Werbeauto von Kom­munisten scharf beschossen. Zwei Schusse trafen nicht das Auto, dafür aber die auf der Straße vor dem elterlichen Hause spielenden Kinder, di« schwere Bouchoerletzungen erlitten.

Barmen, 20. Mai. Gestern kam es hier zu einer Schlägerei zwischen Nationalsozialisten ^und Reichsbannerleuten, bei der auch mehrere Schufte abgegeben wurden. Ein Reichsbannermann wurde am Kopf und Knie, zwei Kinder im Alter von 9 und 14 Jahren wurden nicht unerheblich am Becken und am Knie verletzt. Nach dem Ergebnis der amtlichen Untersuchung soll ein Reichsbanner­mann die Schüsse abgegeben haben.

Halle, 20. Mai. In der letzten Nacht und am Sonntag vormittag kam es zu Zusonunenstößen und Ruhestörungen; im Süden der Stadt wurde auf eine Gruppe Rot-Frontkämpfer geschchsen, wo­bei allerdings niemand verletzt wurde. Im Ver­lauf des Sonntag Vormittag kam es vor einem Wahllokal im Stadtteil Glaucha zu einer schwerer Schlägerei zwischen Rotfrontkämpfern und Stahl- Helmern. Ein starkes Schutzpolizeiaufgebot stellte btt Ordnung wieder her. An derselben Stelle würd« kurze Kit später ein ReichÄiannermann von Kom-

gerieten beim Wai-^ettelankleben zwei Gruppen von Nationalsozialisten und Kommunisten, ehe die Poli­zei einschreiten konnte, tätlich aneinander. Zehn Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Wahlergebnisse

Um die jetzigen Wahlergebnisse mit den frühe- ren vergleichen zu können, sind für jeden Wahl­kreis die Wahlzifsern der vorigen Reichstagswahlen vom 7. Dezember 1924 (in Klammern die Zahl der Abegordneten angefügt

Zum besseren Verständnis seien nachstehend die angewandten Abkürzungen wiedergegeben:

S Sozialdemokratische Partei, DN = Deutschnationale Volkspartei, Z Zen­trum, DV ----- Deutsche Volkspartei, K Kom­munistische Partei, D = Deutsche Demokratische Partei, BD = Bayerische Volkspartei, LK Linke Kommunisten, W = Wirtschaftspartei (Reichsp. des deutschen Mittelstandes), NS --- Nationalsozia­listische deutsche Arbeiterpartei, B Deutsche Bauernpartei (in Bayern: Bayr. Bauernbund), VBl Völkisch Nationaler Block. L = Landbund (in Württemberg: Bauern- und Weingärtnerbund). EhrB Christlichnationale Bauern- und Land­volkpartei, DH Deutschhannoversche Partei, DP

Dolksrechtspartei (Volksrecht und Aufwertung), EV = Evangelische Volksgemeinschaft, RH Reichspartei für Handwerk, Handel und Gewerbe, U Unabhängige Sozialdemokratische Partei, DJ Volksblock der Inflationsgeschädigten, chG Deutsche Haus- und Grundbesitzerpartei, NM Nationale Minderheiten, AS Alte Sozialdemo­kratische Partei Deutschlands, Kr Unpolitische Liste der Kriegsopfer, Arbeitsinvaliden und Unter­stützungsempfänger, RG Reichsblock der Geschä- digien. 2lW" Aufwertungs- und Aufbaupartei Chr.S Christlich-Soziale Reichspartei, DS - Deutsch-Soziale Partei, SL Sächsisches Land volk, ED Evangelischer Volksdienst.

9. Wahlkreis Oppeln.

Oppeln. Gosamtwahlkreis. S. 70 383, DN. 96 320, Z. 224 184, DD. 15 087, K. 71 734, Dem. 9202, Poln Kath. 30 052.

1924: S. 36 556 (1), DN. 118 005 (1), Z. 221 686, (3), DV. 15 314 (0), K. 66190 (1), Dem. 12 101 (0), W. 8108 (0), NS. 8219 (0), NM. 42 090 (0), AW 2400 (0), DS. 5677 (0).

10. Wahlkreis Magdeburg.

Magdeburg. Gesamter Wahlkreis. S. 390 779, DN. 147 166," Z. 35 056, DV. 128 059, K. 65 819. Dem. 44 489, LK. 3393, W. 44 820, NS. 15 811, B. 8135, VBl. 21 742, ChrB. 2591, VP. 2983, HG. 3841, AW. 2049, DS. (Kunze) 835, Volksrechtpartei Dr. Lobe 12 730.

1924: S. 351 926 (6), DN. 209 056 (3), Z. 17 044 (0), DD. 139 436 (2), K. 46 373 (1), D 62 319 (1), W. 30 683 (0), NS. 27 312 (0), NM. 619 (0), AW. 6700 (0), DS. 4452 (0).

/. Wahlkreis Thüringen.

Weimar, 20. Mai. Gesamtergebnis des Wahlkrei­ses: S. 364 431, DN. 89 618, Zentr. 45 842, DV. 122 852, K. 136 218, Dem. 42 641, W. 84 205. NL