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M. 11$

Montas

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den 14. Mat

1998

Die Eröffnung derOre-fa"

(Von unserem nach Köln entsandten R. ti.,Schriftleiter.)

Köln, 12. Mai Die Internationale Presseaus- stellung ist eröffnet. Der Eröffnungstag war für Köln ein Festtag. Die Stadt hatte einen Flaggen- schmuck angelegt, wie man ihn in solcher Fülle so sagte man mir seit dem feierlichen Empfang des Reichspräsidenten von Hindenburg vor zwei Jahren nicht wieder gesehen hattß. Alle Farben waren ver­treten und von den Rheisibrücken wehten die Fah- nep des Reiches, Preußens und Kölns und rote und weiße Fahnen mit dem WahrzeichenPressa", einem großen P, überdacht von drei Kronen. Leider zeigte der Himmel ein trübes Gesicht, und in den frühen Vormittagsstunden ging ein feiner Sprüh­regen ein, der sich schließlich zu einem regelrechten Landregen verdichtete. Trotz dieses Regenwetters herrschte in den dem Ausstellungsgelände zuführen­den Straßen ein außerordentlich starker Verkehr, der von Stunde zu Stunde wuchs und gegen ^ll llhr einen Höhepunkt erreichte, daß es lebensgefähr­lich war, eine Straße zu kreuzen. Die Autos waren nicht mehr zu zählen, sie bildeten eine einzige Kette, das starke Aufgebot der Verkehrspolizei hatte sein: Last, diesen Verkehr zu regeln. Auch die nach der Asstellung fahrenden Straßenbahnen, die mit bun­ten Pressa-Wimpeln geschmückt waren, waren über- sâllt. Für 11 Uhr war die Eröffnungsfeier ange- scht. Von %11 Uhr ab kreiste ein Flligzeug- Mchwader über der Pressa. Als ich die hohe Messe- Mi betrat war sie bereits von einer mehrtausend- ^en Menge in festlichen Kleidern gefüllt. Aus ^Welt waren die Fcsttcilnehmer nach Hier^ge-

Mit dein

der Presse zu stellen, sondern möge vor allem auch von der Preffeausste stromes, der schon so

durch den Saal, begeistert gesungen von einer über 3000 Personen zählenden Festgemeinde.

Finale mit Schlußchor über SchillersOde an die Freude" aus der neunten Sinfonie von Beethoven schloß die eindrucksvolle Feier.

k der Bo

vertreten durch vier Herren

it dem Generalsekretär Sir Eric Drummond an 1 W Spitze. Ferner waren anwesend zahlreiche aus- 1 Indische Staatsvertreter in Berlin, Botschafter, Ge Mdte, Geschäftsträger usw. Für die Vereinigten Staaten von Amerika war Botschafter Schurmann «moesend, zahlreiche Wirtschaftsführer und über M Schriftleiter der in- und ausländischen Presse, »ahnen- und Blumenschmuck gaben dem großen Aol eine weihevolle Ausstattung. Besonders das Podium, auf dem die Mitwirkenden, das Städtische Orchester, der Gürzenichchor der Konzertgesellschaft

der Kölner Männer-Gesangverein Platz ge- Mmmen hatten, war mit frischem Grün und herr­schen Blumen reich geschmückt. Der Festakt, der für Diejenigen, die ihn miterleben durften, unvergetz- bleiben wird, wurde eingeleitet durch den Vor- V eines Teiles aus den, Händelfchen Oratorium

Messias" Alsdann folgte die

AttSpvache des âSlnev Sbev- vtsvgevmeßfisvs Dv. Adersauev

^edner hieß die Gäste im Namen der Pressa herz- willkommen und dankte den Regierungen für ' ^kräftige Unterstützuno, die der Ausstellungs- bei diesen gefunden habe und fuhr dann fort:

-viese Ausstellung hat zum Gegenstand die Welt

Wort und Bild gefaßten und vervielfältigten Ankens. Der in Wort gefaßte Gedanke ist die Mjtigfte und stärkste, die umfassendste Mani- Mion des menschlichen Geistes. Sie ist so tausend- « wie die Betätigung des Menschen überhaupt.

Dichte des.menschlichen Wortes ist die Ge- We der Menschheit, ihrer Kultur, ihrer Reli- iihrer Gesittung, ihrer Kämpfe, ihrer Revo- nouen, ihres Ringens und Strebens. Die Ent- Wung und Geschichte des menschlichen Wortes, miie Vielfältigkeit, seinen bestimmenden Einfluß in Wur und Geschichte, in Niedergang unb Aufstieg Menschheit, die Macht, die es gerade in unseren in denen der Fortschritt der Technik seine -Dreitung und Vervielfältigung so ungeheuer er- Mert hat, in der Form der Zeitung ausübt, dar- n: das ist der Zweck dieser Ausstellung. Der Folge Inhalt soll ihr das Gepräge geben, die- Muik der Vervielfältigung und Verbreitung er» Mat auf ihr nicht als Herrin, sondern als Mitt- J". Der menschliche Geist muß wurzeln in dem oen des eigenen Volkes, der eigenen Nation, die Landesgrenzen dürfen ihn nicht einengen, , muß bei aller Wahrung feiner berechtigten na» Malen Eigenschaften seiner Natur nach über sie doMb^reben zur geistigen Gemeinschaft und Ver- Maenhest aller Naturvölker. Auch diese Aus- V.Ms, die eine Ausstellung des menschlichen dj lles ist, muß, auf deutschem Boden entstanden, "Uge dieses Landes tragen. Aber auch sie mußte 'treh Wesen und ihrer Bestimmung nach hinaus- über die Landesgrenzen.

zeoll ""^r Anpochen haben sich die Türen weit ^Met: mit dem größten Entgegenkommen, mit ier Liebenswürdigkeit und Herzlichkeit un= ! r -Bitte um Beteiligung in allen Kulturländern Dom Generalsekretariat des Völkerbundes auf- °s"wen worden. Mit wahrer und aufrichtiger u°c heiße ich daher die Bertretungen vo« 43

Staaten willkommen. Diese Ausstellung wird durch ihre Jnternationalität den Blick weiten für die ge­meinsame Grundlage aller menschlichen Kultur, für die Möglichkeiten, ja die Notwendigkeiten über­nationaler Zusammenarbeit. Es hat eine Zeit ge­geben, in der sich alle Kulturvölker als eine Einheit fühlten, in der man eine civitas Humana kannte. Aus dieser Zeit winken als Mahner über den Rheinstrom zu uns herüber die erhabenen Bauten des Mittelalters, die stummen und doch so beredten Zeugen einer Epoche der Menschheitsgeschichte, die noch ein einheitliches Denken, ein solidarisches Füh­len aller Kulturvölker kannte. Möge diese Aus­stellung die Ueberzeugung von der Gemeinsamkeit in den erhabensten und wesentlichsten Grundlagen der menschlichen Kultur, das Gefühl der Zugehörig­keit zu einer großen, in Gedeih und Verderb mit­einander verflochtenen Völkerfamilie stärken und be­leben, möge diese Ausstellung werden ein Werk­zeug des Friedens!

Sodann sprach der

Leiiev dev Vvessa, Osnsval- NveAsv Dv. Gsch

Dieser Redner gab in großen Zügen den Inhalt der Ausstellung wieder und schloß: Wir dürfen aus unseren Verhandlungen mit den zuständigen Regie­rungsstellen, den Fachorganisationen und führenden Persönlichkeiten des Auslandes zu unserer Genug­tuung und Freude feftftellen, daß unsere Bitte, sich an der ress« zu beteiligen, nach Klarlegung

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0WÄir«l*i«?1i S^,^h-«° SottVOc»«

Siand des «Danauev Anrersees

Wie schon in dem Bericht über die Varbosich tigung erwähnt, hat sich auch derHanauer Anzeiger" an derPressa" beteiligt und zwar ist er vertreten in der Kollektivausstellung des Kreisvereins der Deutschen Zeitungs Verleger von Hessen-Nassau und Hessen. Unser Bild gibt unsern Stand wieder. In einer Vitrine ist das geschichtliche Material von der Entwicklung unseres Mattes ausgeiegt.

gen und kulturellen Gemeinschaftsarbeit der Völker Ausdruck zu geben, überall mit Interesse und An­erkennung, bei den meisten Staaten sogar mit ' pontaner Begeisterung aufgenommen wurde. Wir Lehen heute beglückt, ja tief ergriffen am Schluß- Lein des gewaltigen Werkes, in dessen Mittelpunkt gegenüber dem jahrhunderte alten, himmelragenden Wahrzeichen des Einheitswillens eines Volkes die Flaggen der Nationen wehen, eines Werkes, das im Kern seines Wesens den höchsten' Menschheits­idealen gewidmet ist. Wir haben nur eine Saat geworfen, der ein gütiges Geschick fruchtbares Ge­deihen verleihen möge.

Nach diesen Worten folgte der Dortrag der Ouvertüre zu Leonore Nummer 3 von Beethoven. Alsdann nahm

dev vveuMebe LMniftevvvSiwent

Dv. Vvaun

: fühte u. a. aus: Daß es eine preußi- , auf der die Presseschau sich entfalten : mir als eine glückliche Fügung. Hat noch aus früheren Zeiten her in den

das Wort. Er sche Stadt ist, darf, erscheiirt doch vielfach i

Ohren eines Teiles des Auslandes und wohl auch immer noch des deutschen Inlandes de Name Preu­ßen einen Beiklang von politischem und kulturellem Rückschritt, von einem nur widerwilligen Mitgehen mit den Errungenschaften der Neuzeit und von einer Doransetzung des Autoritäts- und Macht­standpunktes gegenüber geistigen Fragen und Kämpfen. Ich lasse es unerörtert, ob und inwieweit diese Beurteilung des alten Preußens, in dem gleich­kulturellen Gebiete

ist, jedenfalls das neue Preußen, die junge Republik weiß sich frei von Allem, was man früher in dem Begriff Polizei- und Militärstaat zusammenfatzte. es ist stolz darauf, daß es sich in den 10 Jahren seit der Staatsumwälzung zum modernen freien Volks- staat im besten Sinne des Wortes entwickelt und als stärkster Förderer der freien (Entfaltung aller geistigen Kräfte des Volkes und der zuverlässigsten und festesten Stütze der deutschen Republik erwiesen hat. Für die politische und kulturelle Einstellung eines Staates ist u. a. auch fein Verhältnis zur Presse ein untrüglicher Prüfstein. Die Preußisch« Staatsregierung ist auf der Pressa mit einer Son­derausstellung oertreten, die auch das Ziel ver­folgt, die Wandlungen aufzuzeigen, denen die Be­ziehungen des Staates zur Presse im letzten Jahr­hundert unterworfen gewesen sind. Man sicht aus den Dokumenten, die diese Sonderausstellung stich- probenartig bringt, wie mühsam und unter welchen Hemmungen uiü> Kämpfen die Presse sich gerade in Preußen ihre Stellung und die für ihre Arbeiten notwendige Freiheit hat erkämpfen müssen. Polizei- willkür und Zensur, dies sind die hauptsächlichsten Leidensstationen auf ihrem Wege. Heute ist das anders geworden. Das neue Preußen achtet und schützt die Pressefreiheit und hält sie für eine der wertvollsten und unentbehrlichsten Errungenschaften der Neuzeit, ohne die das geistige und politische Leben eines modernen Kulturvolkes nicht mehr denkbar ist.

Möge von der imposanten Zeitungsschau der Pressa nicht nur der Respekt davor ausgehen, wie herrlich weit wir es technisch im Zeitungsgewerbe ab und wie sehr wir es verstanden

ge vor allem aus ring am Ufer des Rhein­viel Krieg und Kriegsnot im Laufe zweier Jahrtausende gesehen hat und auch jetzt noch seiner letzten Befreiung harrt, die Erkenntni- ausgehen, daß das große Instrument der modernen Presse erst dann zum höchsten Wert herangereift sein wird, wenn es in allen Ländern planmäßig und uneingeschränkt in den Dienst der Välkerversöhnuno und des Menschheitsfriedens gestellt wird.

Alsdann folgte die Eröffnung der Ausstellung durch den Vertreter der Reichsregieroung

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indem er u. a. ausführte: Wo hätte eine Internatto­nale Presseausstellung einen schöneren Boden finden können, als hier am deutschen Rhein, im Herzen alter, ununterbrochener deutscher Kultur, wo am Rhein der Strom der Zeiten vorbeigebraust, wo das ehrwürdige Köln erzählt von Römermacht, vom ersten Wachsen und Blühen des Christentums aus deutschem Boden, von mittelalterlichem gläubigen Denken und Büvgerstnn, und wo auch heute der Puls neuzeitiger Entwicklung schlägt! Der Herr Reichskanzler hätte es sich deshalb als Sohn der Stadt Köln zur Ehre angerechnet, diese Ausstellung zu eröffnen. Seine Erkrankung hat ihn daran ge­hindert. Als zweiter Kölner in der Reichsregierung bin ich heute der Dolmetsch seiner Gefühle gewesen und eröffne damit die Ausstellung.

Brausend erscholl alsdann das Deutschlandlied

Die Gäste unternahmen einen Rundgang durch die Ausstellung und nachmittags 4 Uhr wurde diese für die Oeffentlichkeit freigegeben.

Abends gab die Stadt Köln in dem mit der allen Geschichte Kölns aufs innigste verknüpften Gürze­nich-Saale für die zur Ausstellungseröffnung aus allen Teilen der Erde erschienenen Gäste ein Mahl bei dem wiederum eine Recho Reden gehalten wur den. Den Reigen eröffnete

Sbevbüvsevmekftev Dv. Adenauev

der die Gäste hochleben ließ. Eine zum Teil recht launige Rede hielt dann Rsichsarbeitsmimster Dr. Brauns. Redner rühmte die Metropole Kölns und vergaß dabei auch nicht denspezifischen köl­nischen Humor".Darüber geht nun einmal kein Humor in der ganzen Welt. Fast wäre ich versucht, auch noch besonders auf die internationale Bedeu­tung Kölns in diesem Zusammenhang hinzuweisen. Daran hindert mich aber die Bescheidenheit, die dem Kölner nun einmal angeboren ist. (Heiterkeit.) Ich hatte nämlich im Sinn, den Vorschlag zu machen, ob nicht Köln ein besserer Mittelpunkt des Völker­bundes wäre als Genf." Nach dieser Rede sprach der

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Ler im Namen der deutschen Reichs- und Länder­vertretung Worte der Anerkennung und Glück­wünsche zu der Kulturtat dieser großer^ und eigen­artigen Ausstellung fand. Weiter sprach der